Das angebliche Versagen der israelischen und westlichen Geheimdienste | Von Rainer Rupp

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Bei der Suche nach den Gründen für das Versagen der israelischen und westlichen Geheimdienste, die laut Angaben ihrer eigenen Regierungen keinen Funken eines Verdachts vom Großangriff der Hamas gehabt haben wollen, stößt man auf merkwürdige Erklärungsversuche. Die mögen dem Laien vielleicht auf den ersten Blick plausibel erscheinen, aber einem zweiten Blick halten sie nicht stand. Überall werden Ungereimtheiten deutlich, die Fragen verlangen, die zu weiteren Fragen führen.

Wenn wir die Zusammenhänge etwas besser kennen, wird unwillkürlich eine Frage laut, ob die Dienste absichtlich weggeschaut haben, oder von der politischen Führung einen entsprechenden Fingerzeig bekommen haben, wie das bereits bei 11. September der Fall gewesen war, was inzwischen ausführlich dokumentiert ist.

Als Erklärung für das Versagen der israelischen und westlichen Geheimdienste wurden schon wenige Tage nach dem Hamas-Angriff zwei interessante Varianten angeboten. Die Erste schiebt die Schuld auf die Chinesen, genauer gesagt auf Huawei, weil nämlich die Hamas angeblich nur noch Handys, Tablets und Laptops von Huawei benutzt habe, die von westlichen Diensten nicht mehr abgehört oder geknackt werden können. Letzteres stimmt zwar, aber das kann trotzdem das Totalversagen der Dienste nicht erklären, wie wir weiter unten feststellen werden.

Eine andere Erklärung kommt von den Mizrahi, der Fraktion der religiösen jüdischen Fanatiker und Rassisten, die zum ersten Mal in der Geschichte Israels im Parlament die Mehrheit haben und die unter Ministerpräsident Netanjahu alle wichtigen Ministerposten besetzt haben. Die Mizrahi haben auch Netanjahu voll im Griff, denn wenn sie die Koalition mit ihm platzen lassen, dann verliert Netanjahu seine Immunität und muss umgehend seine Strafe wegen etlicher kriminellen Vergehen im Gefängnis absitzen. Dem Gefängnis ist er nur entgangen, weil er mit den Mizrahi eine Koalition eingegangen ist, die ihm erlaubt, das Amt des Ministerpräsidenten zu haben.

Nun, die Erklärung der Mizrahi-Minister ist, dass die israelischen Nachrichtendienste, deren Personal sich aus westlich-liberalen und meist säkular gebildeten Mitarbeitern zusammensetzt, durch die Monate langen Demonstrationen der anderen Hälfte der israelischen Bevölkerung gegen die Regierung zu sehr abgelenkt waren, um ihren Job zu machen. Das aber würde nicht erklären, warum die anderen westlichen, vor allem US-Nachrichtendienste wie die CIA und NSA angeblich nichts von den Vorbereitungen der Hamas gemerkt haben.

Und wie kann man dann erklären, warum der israelische Premier Netanjahu laut israelischen und ägyptischen Berichten wiederholte Warnungen in persönlichen Telefonanrufen von Mitgliedern der ägyptischen Regierung über einen bevorstehenden Hamas-Aufstand nicht die geringste Bedeutung beigemessen hat. War also doch absichtliches Wegschauen im Spiel? Aber um was zu erreichen? Der Reihe nach.

Ziemlich perplex beobachtete die Welt letzte Woche, wie Israels Nachrichtendienste, vor allem Mossad, die angeblich beste und skrupelloseste Spionageorganisation der Welt, total versagt haben. Sie alle hätten keine Ahnung gehabt, geschweige denn eine Vorwarnung vom Hamas-Großangriff auf Ziele in israelischen Dörfern und Militärbasen. Auch die Nachrichtendienste des kollektiven Westens seien, so hört man, von den Ereignissen vollkommen überrascht worden.

Das würde bedeuten, dass insbesondere die US-National Security Agency (NSA) ebenfalls im Dunklen tappte, was kaum zu glauben ist. Mit ihrem zig-Milliarden Dollar Jahresbudget und mit der neusten und raffiniertesten Überwachungs- und Abhörtechnologien auf dem Boden und im All durchsucht die NSA rund um die Welt den Äther. Wie ein riesiger Staubsauger sammelt sie alle elektronischen Signale, um diese dann zeitnahe mit Super-Computern und Tausenden von Analysten auf nachrichtendienstlich verwertbares Material zu durchforsten. Zugleich beobachtet sie mit hochauflösenden Fotos von Spionagesatelliten vor allem in Krisengebieten rund um die Welt Aktivitäten in Trainingslagern von militanten Gruppen oder Transporte von Waffen von A nach B, usw. Allein der Schmuggel über die Grenzen nach Gaza von riesigen Mengen von nicht leicht zu beschaffenden Treib- und Sprengstoffen und Material zur Herstellung von Tausenden von Hamas-Raketen konnte keinem Geheimdienst, der die Region beobachtet, entgehen.

Die koordinierte Durchführung des Hamas-Großangriffs hat zweifellos einer umfangreichen Vorbereitung bedurft, die ohne zahlreiche elektronische Kommunikation zwischen den Kommandozentren und den einzelnen Hamas-Kampfgruppen nicht möglich gewesen wäre. Selbst wenn die Nachrichten alle verschlüsselt gewesen wären, hätte ein plötzlicher Anstieg und eine Häufung derartiger verschlüsselter Nachrichten in den Tagen vor dem Angriff einen Nachrichtendienst wie Mossad oder NSA zwangsläufig in Alarmzustand versetzten müssen. Das wiederum hätte eine allgemeine Warnmeldung an die israelische Zivilbevölkerung und das israelische Militär zur Folge gehabt. Aber nichts Derartiges ist geschehen. So konnte die Hamas den Moment der Überraschung perfekt nutzen.

Nun hat das in Jordanien ansässige, Internet-Nachrichtenportal Al Bawaba, das sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 als eine führende Quelle für Nachrichten aus dem Mittleren Osten einen Namen gemacht hat, eine Erklärung für das Totalversagen der westlichen und israelischen Nachrichtendienste angeboten. Und der Schuldige ist der weltbekannte und von den USA sanktionierte Handy-Hersteller Huawei.

Laut Al Bawaba haben die Hamas und ihre Kämpfer zur Kommunikation Huawei-Technologie benutzt. Diese neuen Handys funktionieren nicht mehr mit dem westlichen android-Operating System (OS), sondern mit einem eigenen, chinesisch entwickelten OS, bei dem die Abhörtechniken der westlichen Nachrichtendienste nutzlos sind. Hinzu kommt, dass das chinesische OS mit einer von chinesischen Entwicklern perfektionierten Suchfunktion arbeitet und nicht mit Google, das angeblich voller offener Hintertüren für US- und westliche Spionagedienste ist. Deshalb sei Israel nicht in der Lage gewesen, etwas über die Angriffspläne von Hamas zu erfahren, so Al Bawaba.(1)

Was die Huawei-Technik anbetrifft, so ist die Al Bawaba Nachricht korrekt. In der Tat hat Huawei sein eigenes „android“ ähnliches OS und eine eigene Suchfunktion entwickelt. Das ist eine Folge der irrationalen und selbstzerstörerischen US-amerikanischen Sanktionswut, nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen China.

Die Sanktionen gegen Huawei gehen zum Teil auf ganz gewöhnlichen Futterneid der Amerikaner zurück und zum anderen Teil auf die Sorge der US-Nachrichtendienste, bei globaler Anwendung von Huawei-Technologie nicht mehr mithören zu können.

Zur Erinnerung: Vor einigen Jahren war Huawei bereits der Marktführer für die G5 kabellose Internettechnologie. Auch viele westliche US-Vasallen wollten im Rahmen ihrer digitalen Modernisierung auf die Hunderte mal schnellere und leistungsfähigere G5-Technologie umsteigen und beim guten und preiswerten chinesischen Marktführer kaufen. Das war besonders günstig für die Länder, die bereits über die Vorgänger G4-Infrastruktur von Huawei verfügten, auf der das G5-System kostensparend aufgebaut werden konnte.

Die amerikanische G5-Konkurrenz lag in der Entwicklung weit hinter den Chinesen zurück und ihre Produkte würden letztlich auch viel teurer sein. An dieser Stelle ist dann der US-Sanktionsstaat mit Zwangsmaßnahmen auf die Bühne getreten. Er hat ex-Kathedra Huawei beschuldigt, in sein G5-System eine Spionagesoftware eingebaut zu haben. Als nächstes hat Washington seinen Vasallen verboten, G5 beim Chinesen zu kaufen. Beweise für seine Behauptungen braucht Washington ja bekanntlich nicht.

Bei Zuwiderhandlung gegen das G5-Verbot drohte der US-Schurkenstaat seinen Verbündeten, mit allerlei Strafen, u.a. mit dem Ausschluss aus dem Verbund des Austausches von nachrichtendienstlichen Erkenntnissen. Davon profitieren insbesondere die Geheimdienste der US-Vasallen-Staaten, die im Vergleich zu den US-Diensten nur begrenzte Möglichkeiten haben. Bei Wohlverhalten dürfen sie dann bei Bedarf einen Blick über die Schultern der NSA und CIA auf deren Erkenntnisse werfen, die sie mit ihren eigenen bescheidenen Mitteln nie bekommen könnten.

Vor die Wahl gestellt, nahmen die sogenannten „Five-Eyes-Staaten“, zu denen neben den USA auch Kanada, Neuseeland, Australien und Großbritannien gehören, sofort von einem Kauf von Huawei G5 Abstand. Für Deutschland, das bereits über eine G4 Infrastruktur von Huawei verfügt, käme ein solcher Schritt allerdings besonders teuer.

Seit 2020 hat die US-Regierung amerikanische und internationale Unternehmen unter Strafandrohung daran gehindert, ihre Produkte oder Dienstleistungen an Huawei zu verkaufen. In der Zwischenzeit sind diese US-Exportverbote gegen die gesamte chinesische IT-Branche erweitert worden, mit dem erklärten Ziel, die Chinesen von westlichen Hochtechnologieprodukten und der Nutzung westlicher Patente abzuschneiden und die Entwicklung des Landes zu bremsen. Aber auch hier haben sich die Amerikaner zu ihrem eigenen Schaden kräftig verkalkuliert.

Tatsächlich glauben die arroganten Idioten im US-Kongress immer noch, die Herren der Welt zu sein und dass die USA einsam an der Spitze der weltweiten technologischen Entwicklung stehen. Allerdings ist China das Land, das weltweit mehr Ingenieure, Mathematiker und Naturwissenschaftler ausbildet als die USA und die EU zusammen. China hat in den letzten Jahren doppelt so viele wissenschaftliche Patente angemeldet als die USA. Und dennoch beschuldigen verblödete US-Politiker und Medien die VR China, ihre veraltete US-Technologie stehlen zu wollen. Wahrscheinlich glauben sie sogar, Chinas technologische Entwicklung durch US-Sanktionen blockieren zu können.

Ebenso wie die anti-russischen Wirtschaftssanktionen waren letztlich auch die US-Chip-Sanktionen gegen China ein Schuss, der nach hinten losgegangen ist. Denn nicht nur haben die amerikanischen und westlichen Unternehmen mit China einen großen Kunden verloren, sondern sie haben auch einen neuen, großen Konkurrenten auf dem globalen Chip-Markt bekommen.

Da wir jetzt eine Idee von der hochwertigen Qualität der angeblich vor westlichen Abhörtechniken geschützten chinesischen Handys und anderer Kommunikationsmittel haben, könnten manche Leute glauben, dass das tatsächlich einer der Gründe gewesen sein könnte, warum die israelischen Nachrichtendienste und ihre befreundeten Kollegen im Westen keine Ahnung von dem heraufziehenden Sturm der palästinensischen Operation „Al-Aqsa Flood”, (Al-Aksa-Flut) hatten. Diese Erklärung aus dem bereits erwähnten Artikel des jordanischen Nachrichtenportals Al Bawaba stammt jedoch von einer höchst schillernden Person, nämlich von einem gewissen Aimen Dean. Laut Wikipedia ist Aimen Dean ein ehemaliges Mitglied von al-Qaida. Nach eigenen Angaben wurde er 1998 vom britischen Auslandsgeheimdienst MI6 rekrutiert.

Aimen Deans Behauptung auf X, früher Twitter, dass „in den letzten 30+ Monaten alle Hamas-Führer und -Kämpfer nur die Telefone, Tablets und Laptops von Huawei benutzt haben”, weshalb es für die Dienste so schwer gewesen sei die Kommunikation unter den Hamas-Leuten mitzuhören, kann jedoch nicht einmal ansatzweise erklären, wie es die Hamas-Kämpfer und Terroristen geschafft haben sollen, alle Kameras und Bewegungssensoren entlang der Grenze zu Israel unbemerkt zu umgehen oder gar auszuschalten. Das erklärt auch nicht, dass auf Befehl des israelischen Mizrahi-Verteidigungsministers in den Monaten und Wochen vor der Hamas al-Aksa-Flut 80 Prozent der israelischen Truppen von der Grenze zum Gazastreifen wegverlegt und ins Westjordanland geschickt worden waren, um dort illegale jüdische Siedler, bzw. Landräuber gegen die palästinensischen Eigentümer zu beschützen. Das Fehlen dieser Truppen hat den Erfolg der Hamas-Invasion überhaupt erst möglich gemacht.

Außerdem beschränkt sich die nachrichtendienstliche Arbeit nicht nur auf das Sammeln von technischen Informationen und Daten. Es ist mehr als nur Telefone zu knacken. Eine Operation wie die „Al-Aksa-Flut“ verlangte umfangreiche Vorbereitungen in der Bereitstellung von Material und das Üben zahlloser Kämpfer in Trainingslagern. Es ist kaum zu glauben, dass die zahlreichen israelischen Spione vor Ort in Gaza nichts, aber auch gar nichts davon mitbekommen haben sollen. Verwunderlich ist auch, dass nachdem der Chef des ägyptischen Geheimdienstes bereits 10 Tage vor dem Hamas-Angriff persönlich den israelischen Premier gewarnt hatte, dass sich etwas Großes in Gaza zusammenbraute, nichts passiert ist.

Die Times of Israel berichtete am 9. Oktober 23 (2), dass hochrangige ägyptische Regierungsmitglieder wiederholt ihre Amtskollegen in Israel gewarnt hatten, unter anderem auch Premierminister Netanjahu persönlich, dass “etwas Großes” bevorstehe, “etwas Ungewöhnliches, eine schreckliche Operation”, die von Gaza aus stattfinden würde. Aber, so die Times of Israel weiter, die Ägypter seien ” über die Gleichgültigkeit Netanjahus überrascht” gewesen.

Das lässt ungewollt die Frage aufkommen, ob die Geschichte mit den Huawei-Telefonen nur eine Ablenkung ist und die israelische Regierung und ihre Nachrichtendienste mit Absicht weggeschaut haben. Denn die Ungeheuerlichkeit der „Al-Aksa“ Operation würde Israel den Vorwand dafür liefern, ein für alle Mal mit Hamas und Gaza Schluss zu machen und die Zwei-Millionen Stadt in Grund und Boden zu bombardieren, was derzeit bereits geschieht.

In der Tat, erinnert das angebliche Versagen der Geheimdienste und die anschließende Katastrophe an die ähnliche Sachlage beim 11. September in den USA. Damals nutzen die ideologisch fanatisierten, neo-konservativen Kriegstreiber in der Bush-Regierung die menschliche Tragödie für einen weltweiten Feldzug gegen unliebsame Regierungen unter dem noblen Vorwand des „Anti-Terror-Kriegs“.

Der ehemalige britische Diplomat Alistair Crooke, mit seinen Jahrzehnte langen Erfahrungen im Mittleren Osten im Dienst der UNO-Friedensbemühungen hat am 8. Oktober 2023 in der arabischen Zeitung Al Mayadeen in englischer Sprache einen interessanten Artikel geschrieben. Unter dem Titel „Al-Akas-Flut: Die Überraschung ist, dass einige Leute überrascht sind“, schreibt er:

„wenn der israelische und der amerikanische Geheimdienst den Angriff nicht kommen sahen, dann liegt das an ihrer westlichen, mechanischen Denkweise. Wenn ich, und wahrscheinlich Tausende von Al Mayadeen-Lesern, im Großen und Ganzen wussten, dass dieser Angriff in Arbeit war (natürlich nicht in Bezug auf seine operativen Details), warum war Israel dann so blind dafür?“

„Schon vor zwei Jahren stand die Schrift deutlich an der Wand, als von Gaza aus eine Raketenkampagne gegen “Tel Aviv” ausging als Reaktion auf den religiösen Fanatismus der Tempelberg-Bewegung und die eine jüdische Invasion der islamischen Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem entfesselt hatte.“

„Alle Palästinenser schlossen sich dem Aufruf an, die dritt-heiligste Moschee der islamischen Welt zu schützen. Es war nicht nur die Hamas; es waren die Palästinenser im Westjordanland und (zum ersten Mal auch die 1948-Palästinenser mit israelischen Pässen), die sich erhoben.“

„Um es klar zu sagen: Der Schlachtruf galt nicht der Hamas; es war nicht für den palästinensischen Nationalismus. Er war für Al-Aksa – eine Ikone, die den Kern dessen trifft, was es bedeutet, Muslim zu sein (Sunniten oder Schiiten). Es war ein Schrei, der in der gesamten islamischen Sphäre widerhallte. Hat der Westen das nicht verstanden? Anscheinend nicht. Es lag direkt vor ihrer Nase, aber von der Super-High-Tech-Spionage wurde die symbolische Bedeutung ignoriert.“

„In der Zwischenzeit ist Israel in zwei gleichgewichtige jüdische Fraktionen zerbrochen, die an zwei unversöhnlichen Visionen von Israels Zukunft festhalten; zwei gegensätzliche Lesarten der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft und dessen, was es bedeutet, jüdisch zu sein. Vollständiger könnte der Riss nicht sein. Eine Fraktion besteht aus den rechtsextremen Mizrahi, die zum ersten Mal im Parlament die Mehrheit haben. Die Mizrahi setzen sich im Großen und Ganzen aus streng religiösen jüdischen Zuwanderern aus Nordafrika und dem Mittleren Osten zusammen und sie bilden die aktuelle und ehemalige Unterschicht in der israelischen Gesellschaft; und die andere Fraktion besteht weitgehend aus wohlhabenden liberale Aschkenasie aus Europa und den USA.“

Was hat das mit der Al-Aksa-Flut zu tun? Nun, die Mizrahi-Rechte in Netanjahus Regierung ist mit zwei langjährigen Selbstverpflichtungen angetreten:

„Eine davon ist der Wiederaufbau des (jüdischen) Tempels auf dem “Tempelberg” (Haram al-Shariff). Um es klar zu sagen: Das würde bedeuten, Al-Aksa zu zerstören. Die zweite übergeordnete Verpflichtung betrifft die Gründung Israels auf dem historischen „Land Israel”. Und nochmals, um es klar zu sagen: Dies bedeutet, die Palästinenser aus dem Westjordanland zu vertreiben. Tatsächlich haben die (illegalen jüdischen) Siedler im vergangenen Jahr Palästinenser aus weiten Teilen des Westjordanlandes gesäubert (insbesondere zwischen Ramallah und Jehrico).“

„Zwei Tage vor der Al-Aksa-Flut stürmten mehr als 800 Siedler das Al-Aksa-Moscheegelände unter dem vollen Schutz der israelischen Streitkräfte. Der Trommelschlag solcher Provokationen wird lauter. Vor 20 Jahren war die jüdische Tempelberg-Bewegung noch eine kleine extremistische Gruppe. Heute hat die Tempelberg-Bewegung Minister im Kabinett und in Schlüsselpositionen in Sicherheitsorganen – und hat ihren Anhängern versprochen, den “Dritten Tempel” zu bauen.

„Die Bedrohung für Al-Aqsa hat sich also seit zwei Jahrzehnten aufgebaut und erreicht heute einen Höhepunkt. Und doch sahen die US-amerikanischen und israelischen Geheimdienste keinen Widerstand kommen, und sie sahen auch nicht, wie sich die Siedlergewalt im Westjordanland aufbaute?“

„Die „Al-Aksa-Flut“ war weithin erwartet und offensichtlich umfangreich geplant. … Netanjahu hat umgehend eine große Bodenoperation in Gaza angekündigt und gesagt:

„All die Orte dieser bösen Stadt, an denen die Hamas stationiert ist, wo sie sich versteckt und von wo aus sie operiert: Wir werden sie in Schutt und Asche legen.”

Implizit stellt sich hier die Frage: Hat man absichtlich weggeschaut um vor der Weltöffentlichkeit eine Rechtfertigung für die endgültige Vertreibung der Palästinenser aus ihrer angestammten Heimat zu haben?

Quellen und Anmerkungen

 

(1) https://www.albawaba.com/node/was-huawei-behind-israels-failure-detect-hamas-plans-1536954

(2) https://www.timesofisrael.com/egypt-intelligence-official-says-israel-ignored-repeated-warnings-of-something-big/

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle:  Anelo/ Shutterstock.com

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Kommentare (35)

35 Kommentare zu: “Das angebliche Versagen der israelischen und westlichen Geheimdienste | Von Rainer Rupp

  1. Andreas I. sagt:

    Hallo,
    es ist inzwischen klar, dass die israelischen Verantwortlichen die Hamas haben gewähren lassen.
    Dann kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass wenn es nicht gar von USA-Strategen geplant war, mindestens aber USA hat Israel gewähren lassen, die Hamas gewähren zu lassen.
    Und es führte zu einer Eskalation, was zu erwarten war.

    Aber mir ist nach wie vor unklar, was USA mit dieser Eskalation erreichen will. D.h. was die USA-Strategen wollen ist klar, "global leadership", aber mal realistisch betrachtet ist die Frage, was USA kann.
    Syrien endgültig zerstören?
    Schwierig, weil der Plan Russland in die Knie zu zwingen grandios gescheitert ist.
    Iran angreifen?
    Viel Spaß! Nach der Tötung Soleimanis hatte Iran demonstriert, mit welcher Genauigkeit Ziele in den USA-Stützpunkten in Irak getroffen werden können.
    (Und es gibt aktuell Drohnenangriffe auf USA-Stützpunkte im, Irak, die freilich wenig Schaden anrichten, aber die Botschaft ist klar.)
    Oder was sonst?!
    Als Vorwand gegen Ägypten taugt das auch bisher nicht.
    Hin oder her, ich kann da kein Motiv erkennen.
    (jedenfalls kein rationales)

    • Observator sagt:

      @Andreas I. Hallo.
      "…realistisch betrachtet ist die Frage, was USA kann."
      "…kann da kein Motiv erkennen."

      Die USA kann nicht gleichzeitig auf mehreren Fronten.
      Aus meiner Sicht ist das Motiv der "gesichtswahrende" Rückzug aus der Ukraine.
      Die haben ohnehin Probleme mit der Nachlieferung von Waffen und Munition. Von den horrenden Kosten mal ganz abzusehen.
      Wie Sie schon sagen: "Der Plan Russland in die Knie zu zwingen ist grandios gescheitert".
      Zumal sich Russland quasi gegen die halbe Welt erfolgreich verteidigt.
      Und wie immer, ist der Preis immens hoch, aber unschuldige Opfer waren noch nie ein "Problem"…
      "Kollateralschaden" eben.

    • Vielleicht kann Ihnen meine ganz unten am Anfang formulierte Hypothese etwas sagen!

    • MrSaint sagt:

      Warum ist das für die USA von Vorteil? 1) Die Subventionen für die Ukraine begannen zu sinken; 2) In einem Paket (sie haben bereits versucht, es einzuschmuggeln) können Sie Hilfsgüter nach Israel und in die Ukraine schicken; 3) Um von der verlorenen Gegenoffensive abzulenken und den Fokus auf das „heiße“ Thema zu lenken – nicht umsonst ist bereits ein Beitrag von einem der Militärisch-Industriellen Komplexe erschienen, in dem es heißt, es sei großartig, dass ein neuer Krieg beginnen wird. Und die Tatsache, dass alles unter dem gleichen Ton in völlig „unabhängigen“ Medien läuft, bedeutet, dass der Krieg nicht gewonnen werden muss – er muss einfach gewonnen werden! Je länger, desto „rentabler“ ist es für Begünstigte im Ausland.

  2. Frankenfurther1 sagt:

    Schramm sagt:
    20. Oktober 2023 um 22:58 Uhr
    "Ablenkungen und Rechtfertigungsversuche haben auch auf »apolut.net« zu unterbleiben!"

    ***
    Soso, die haben also zu unterbleiben. Da möchte man doch die Hacken zusammenknallen und rufen "jawoll mein Fü….."

    Ist es nicht schon peinlich, wie sehr sich so mancher Geist hier selbst entlarvt? Aber das kriegen jene wohl gar nicht mehr mit, oder?

    Und gut auch, dass uns wieder einmal direkt vor Augen geführt wird, was uns erwarten würde, falls Menschen wie der Zitierte irgendwie eines Tages an die Macht kommen sollten.

    Davor bewahre uns Gott.

  3. Ralle002 sagt:

    Google zu diesem Thema:
    Das Gasfeld, das sich etwa 20 Meilen vor der Küste des von der Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifens befindet, enthält schätzungsweise rund als 28,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

    Anfang Juli gab es jedenfalls die Erschließung eines palästinensischen Erdgasfeldes.
    https://www.gtai.de/de/trade/palaestinensische-gebiete/branchen/erschliessung-des-palaestinensischen-erdgasfeldes-rueckt-naeher-1014188

    Jetzt hat Israel infolge eines "zufälligen" Angriffs der Hamas einen Anlass, dass es die Palästinenser aus ihrem Gebiet vertreiben muss.

    UN: Israel fordert Umsiedelung aus Gaza innerhalb von 24 Stunden
    https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_100258714/israel-lage-im-newsblog-un-israel-fordert-umsiedelung-aus-gaza.html

    Okt. 2023 15
    EINWOHNER VON GAZA: SIE BESCHLAGNAHMEN DIE SCHLEUSENSCHLÜSSEL, UM EINE EVAKUIERUNG ZU VERHINDERN!
    https://civilek.info/de/2023/10/15/bewohner-von-gaza-werden-die-schlussel-des-schlosses-konfiszieren-um-die-evakuierung-zu-verhindern/

    Aber Herr Netanjahu hatte doch auch schon mal einen Korruptionsskandal:

    02.01.2017
    KORRUPTIONSVERDACHT:
    Polizei befragt israelischen Regierungschef Netanjahu
    https://www.faz.net/aktuell/politik/israel-benjamin-netanjahu-steht-unter-korruptionsverdacht-14602359.html

  4. Schramm sagt:

    Massaker am 7. Oktober
    Hamas-Terroristen morden in Israel – wohl vollgepumpt mit dem „Kokain für Arme“

    »Bekannt ist es als „Kokain für Arme“: Captagon, eigentlich ein Medikament zur Behandlung von ADHS, wird im arabischen Raum als Aufputschmittel genutzt. Wie jetzt die „Jerusalem Post“ berichtet, nahmen auch Hamas-Kämpfer die Pillen ein, bevor sie am 7. Oktober den Angriff auf Israel begannen. Demnach seien Tabletten aus den Taschen zahlreicher Terroristen geborgen worden, welche auf dem israelischen Boden ihr Leben gelassen hatten.

    Captagon unterdrückt Hunger und Schmerzen

    Es soll Schmerzen, Angst und Hunger unterdrücken. Außerdem die Konzentration stärken, wachhalten. Sogar das Selbstvertrauen soll es steigern – und damit die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Vor allem soll es aber die Aggressionsschwelle senken {…}

    Lesen: Captagon: Hamas-Terroristen morden wohl vollgepumpt mit dem „Kokain für Arme“ – FOCUS online

    21.10.2023, R.S.

  5. Danke, Herr, dass du noch nicht alle Menschen mit Hirn vernichtet hast.

  6. Reinhardas sagt:

    Liebe Leute auf apolut, warum wird immer so viel Zeit mit Nebensächlichkeiten verschwendet ? Ich meine, es kann doch nur um eine Sache gehen, nämlich, wie wir schleunigst dieses hierarchische, patriarchale, geldgestützte System weg bekommen, was alle diese Kriege hervor bringt. Egal ob der gegen den Terror, Irak, Jugoslawien, Ukraine, Gaza und so weiter…..
    Soweit ich die Bibel kenne, hat sich nicht einmal Jesus damit beschäftigt, die einzelnen Unterdrückung- und Kolonisationsmaßnahmen der Römer zu erklären, die Offensiven der Römischen Armee und ihrer Verbündeten und so weiter….

    • Nevyn sagt:

      Vielleicht fällt Ihnen auf, dass Sie sich selbst widersprechen?
      Sie wolle die bestehende Ordnung abschaffen, erklären aber nicht, womit Sie sie zu ersetzen gedenken.

      Dann berufen Sie sich auf Jesus, der ganz sicher kein Weltveränderer war, sondern ganz klar sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." und der die Menschen aufforderte, ihm nachzufolgen. Nur wenige hörten seinen Ruf. Man gründete lieber eine Kirche und zog für sie in den Krieg, von vielen anderen Abscheulichkeiten ganz abgesehen. Könnte uns das etwas lehren?

  7. Ursprung sagt:

    Wir alle hier koennen ja wohl nur die Kulissen im Theater kommentieren.
    Also nur tun, was wir auch tun sollen und wofuer die Kulissen da sind.

    Bis mal einer von uns aufsteht und Worte sagt, die interessanter sind als das, was auf der Buehne als Text deklamiert wird.
    Da ich (auch) glaube, eine Botschaft zu haben, welche unsere Welt schlagartig revolutionen wuerde, deklamiere ich diese aus dem Publikum heraus mal wieder:

    Hierarchie ist unsere Krankheit!
    Um zu gesunden muss die wieder raus aus unserem Kopp. Dann waer alles Verhalten wieder naturnah und das Leben einmaliges Gluecks-Geschenk.

    • Nevyn sagt:

      Ehrlich gesagt kann ich mir von diesem Konflikt überhaupt kein Bild machen.

      Das Kerngeschäft von Geheimdiensten ist die Desinformation. Überall kickert der Mockingbird.
      Also tue ich auch nicht so, als wüsste ich was und lasse mich nicht auf irgend eine Seite ziehen.. Mir tun die Menschen leid, die dort abgeschlachtet werden. Die meisten wollten wohl eigentlich nur ein friedliches und menschenwürdiges Leben haben.

    • Poseidon 1 sagt:

      Ursprung ,manchmal glaube ich auch ,dass das wertvollste an dem Theaterstueck die Pausentaste und das Pausengespaech ist.

      Einen Endsieg in unserer dual aufgespannten Wirklichkeit wird es sowieso nicht geben.
      Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
      Da koennen wir noch so viel im Theaterstück aufgehen;das ist Leben.
      Wir sind in diesem Spiel unser Ego, aber unser Ego sind selbstverstaendlich nicht wir.
      Unsere goettliche Seele ist unendlich viel grösser und soll im Leben kein Schaden nehmen.
      Zwischen den Protagonisten Schwarz und Weiss liegen zwingend nicht alle Grausamkeiten
      sondern auch die Fülle aller göttlichen Farben der Regenbogenbruecke.
      Wer nicht verblendet ist sieht sie mit der Leichtigkeit des seins.

      Was es geben kann sind dynamische Gleichgewichte die gut ausgewuchtet sind.
      Da wirken flache Hierarchien mit viel Liebe schlicht und ergreifend einfach Wunder.

      Love is the key, und der Weg das Ziel
      https://www.youtube.com/watch?v=pRpeEdMmmQ0

    • Nevyn sagt:

      "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel."

      Man stelle sich die maßlose Enttäuschung der Zuschauer vor, wenn die Kapitäne beider Fußballmannschaften zu Beginn des Spiels ein Unentschieden aushandeln und geschlossen den Platz verlassen.

    • Poseidon 1 sagt:

      Nevyn ,das stimmt schon ,aber Mensch muss es auch nicht übertreiben.
      Mass halten tut immer gut und ist Teil der dynamischen Ausgeglichenheit.
      Keiner sitzt gerne in einer zu kalten oder heissen Badewanne.
      Da muessen die Brüder im gelobten Land erst noch drauf kommen.

      https://www.youtube.com/watch?v=0PE1eds3560

    • Poseidon 1 sagt:

      Mal ehrlich Neyvn,die Hitzköpfe wirken doch ale wie zu heiss gebadet.

    • Observator sagt:

      @Nevyn
      "Mir tun die Menschen leid, die dort abgeschlachtet werden. Die meisten wollten wohl eigentlich nur ein friedliches und menschenwürdiges Leben haben."

      So ist es. Aber auf beiden Seiten. Es ist auch ein großer Teil der Israelis, der mit der "Siedlungspolitik", usw. seit Langem nicht einverstanden sind. Und ein friedliches und menschenwürdiges Leben haben die Palästinenser seit 75 Jahren nicht. Die Idee mit den 2 Staaten ist von Anfang an nicht realisierbar gewesen. Jede Seite beansprucht das gesamte Gebiet für sich.
      In dem Gebiet lebten aber bis 1947 die Palästinenser. Und es waren auch 13 Staaten der UN, die damals dagegen waren, einfach dieses Gebiet willkürlich zu teilen, ohne Rücksicht auf ethnische, religiöse oder sonstige örtlichen Gegebenheiten.
      Die Nachkommen der damals rund 800 Tausend Geflüchteten haben dieses Leid von Generation zu Generation weiter "vererbt" bekommen.
      Abschlachten von unschuldigen Menschen ist ein Verbrechen und kann nie die Lösung oder das Fundament für den Aufbau einer Zukunft sein.
      Die Radikalisierung eines Teils der Bevölkerung ist jedoch erklärlich wenn auch nicht verständlich und noch weniger gut zu heißen.

    • Nevyn sagt:

      »Abschlachten von unschuldigen Menschen ist ein Verbrechen und kann nie die Lösung oder das Fundament für den Aufbau einer Zukunft sein.«

      Kann es nicht, Observator.
      Aber es ist noch komplizierter. Man weiß heute, dass Traumata generationsübergreifend weiter gegeben werden, wenigstens bis ins 3. Glied, vermutlich aber noch weiter. Unbearbeitete Traumata aber werden oft unbewusst von den Nachfahren reiszeniert. Vielleicht liegt dort eine tiefere Ursache dafür, dass die Gewalt einfach nicht aufhören will, die Menschen sich antun. Andererseits ist die Arbeit nicht hoch genug einzuschätzen, die Traumatherapeuten leisten und Menschen, die den Mut haben, sie bei sich zu bearbeiten, ob nun mit oder ohne Hilfe.

      Viele dieser Therapeuten werden angegriffen, wie in der Schweiz mit dem "satanic panic". Es gibt offensichtlich Kräfte, die ein großes Interesse daran haben, dass Traumen unbewusst bleiben und auf keinen Fall bearbeitet werden. Ich kann es drehen und wenden, wie ich will, es beginnt und endet immer bei mir selbst.

      Es gibt wohl auch Menschen, die so weit sind, Kollektivschuld anzusehen und zu bearbeiten, weil sie durch ihre eigenen und die familiären Prozesse weitgehend durch sind. Das ist noch einmal eine ganze Dimension größer. Für mich sind das sie wahren Friedesstifter.

    • Observator sagt:

      @Nevyn
      "…dass die Gewalt einfach nicht aufhören will…"
      Ich sage es mal so wie es ist, und das hat mit Antisemitismus oder sowas nichts zu tun.
      Die Gründung Israels – und dafür können die Juden ja wahrlich auch nichts – beruht auf einem Gewaltakt. Sicherlich war es und ist es berechtigt, dass das jüdische Volk ihren eigenen Staat und ihren eigenen Platz auf der Welt hat. Nur die Art und Weise wie das gelöst wurde, ist aus meiner Sicht die Ursache dieser ewigen "Unruhen", um es ganz vorsichtig zu formulieren, und infolge auch zu beanstanden.
      Es ging viel zu schnell und, wie bereits erwähnt, rücksichtslos vonstatten. Man hätte sich mehr Zeit nehmen müssen, das alles hätte viel gründlicher und unter ernsthafter Einbeziehung der "Nachbarschaft" gemacht werden müssen. Auch, und besonders im Hinblick auf die langfristigen Folgen und vor allem auch auf die Endgültigkeit dieses Vorhabens. Man hätte sich im Klaren sein müssen, dass die getroffenen Entscheidungen nicht nachträglich korrigiert hätten werden können. Diese waren unumkehrbar. Und es war abzusehen, dass dieser andauernde mehr oder weniger unterschwellige Konflikt irgendwann zum "großen Knall" führen wird.

    • Nevyn sagt:

      »Man hätte sich mehr Zeit nehmen müssen, das alles hätte viel gründlicher und unter ernsthafter Einbeziehung der "Nachbarschaft" gemacht werden müssen.«

      Natürlich.
      Für mich liegt das, wie auch für Sie, auf der Hand. Wobei ich nicht sicher bin, ob die Kräfte, die diesen Prozess in Gang setzten und hielten, das überhaupt beabsichtigten.

      Man kann aber für sich viel daraus lernen. Ich beschäftige mich aktuell mit Formen der Therapie bei multiplen Persönlichkeitsstörungen. Da wohnen viele sehr unterschiedliche Persönlichkeiten in einem Körper. Es zeigt sich, dass nur Frieden einziehen kann, wenn alle Anteile die Möglichkeit haben, ihren Standpunkt und ihre Bedürfnisse zu äußern und auch darauf eingegangen wird. Vor allem die Anteile, die "stören", weil sie aggressiv auftreten, Widerstand leisten oder kein Interesse an einer Zusammenarbeit zu haben scheinen, brauchen Annahme und Verständnis für ihre Motivation.

      Nichts hasst der Teufel mehr, als aus einem tiefen Mitgefühl für seine Situation heraus geliebt zu werden.

    • Observator sagt:

      @Nevyn
      "Wobei ich nicht sicher bin, ob die Kräfte, die diesen Prozess in Gang setzten und hielten, das überhaupt beabsichtigten."

      Das ist der Punkt. Die USA und paar andere (be)gründen ihr Wohlergehen auf Instabiltätsherden Weltweit. Blöderweise funktioniert das auch einigermaßen.
      Den hohen, auch meist blutigen, Preis bezahlen ja andere.

    • Nevyn sagt:

      " Blöderweise funktioniert das auch einigermaßen."

      Das führt zu der Frage, warum es funktioniert und wie. Irgend welche Ideen dazu?

    • Ursprung sagt:

      #Nevin:
      #Poseidon:
      #Observator:
      "Der Kaiser ist ja entbloest und hierarchiekrank!"
      schrieb ich.
      Und jeder tut so wie alles sei normal.

    • Observator sagt:

      @Nevyn
      "…warum es funktioniert und wie. Irgend welche Ideen dazu?"

      Weil Menschengruppen oder Gemeinschaften sehr leicht, basierend auf ethnischem und / oder religiösem Hintergrund, manipulierbar und gegeneinander auszuspielen sind.
      Dadurch wird das Prinzip "divide er impera" leicht anwendbar. Haben die Briten in Indien gemacht, ist im ehemaligen Jugoslawien passiert, jetzt im Kosovo, Armenien, Ukraine, und, und, und.
      So kommt es auch dazu, dass die USA "bis zum letzten Ukrainer" kämpfen, Russland zu "ruinieren" ohne die eigenen Bürger, bzw. Soldaten zu opfern, usw. Die Rüstungsindustrie fährt riesen Gewinne ein und alles was so nebenbei davon noch abhängt.
      Und auch nach dem Krieg; dann folgt der Wiederaufbau, den sie als "Hilfe" anbieten werden aber natürlich nicht umsonst. Also deren Wirtschaft und Wachstum sind für Jahrzehnte gesichert. Wie Herr Friedman mal sagte, bezüglich der gleichzeitigen "Unterstützung" Irans und Iraks, die gegeneinander kämpften – es ist zynisch und unmoralisch aber es hat funktioniert -.
      Ich glaube da kann der Teufel neidisch sein und noch einiges dazu lernen.

    • Nevyn sagt:

      "Weil Menschengruppen oder Gemeinschaften sehr leicht, basierend auf ethnischem und / oder religiösem Hintergrund, manipulierbar und gegeneinander auszuspielen sind."

      Die Antwort scheint mir wenig befriedigend, Observator, weil sie am Phänomen kleben bleibt, statt zum Kern vorzudringen. Also wiederhole ich meine Frage:

      Warum sind denn Menschengruppen so leicht manipulierbar und was könnte diesen Zustand ändern?

    • Nevyn sagt:

      "Ich glaube da kann der Teufel neidisch sein und noch einiges dazu lernen."

      Glaube ich nicht. Was wir gemeinhin "Teufel" oder Diabolos, Durcheinanderwerfer, Widersacher usw. nennen, ist ein hohes kosmisches Prinzip, das sich vermutlich nur selten auf den niederen Bewusstseinsebenen verkörpert.
      Es heißt, der Teufel sei der Hüter der Schwelle zum Tempel. Jeder, der dort hinein will, muss an ihm vorbei.

    • Observator sagt:

      @Nevyn
      "Warum sind denn Menschengruppen so leicht manipulierbar…"

      Weil die zwei Bereiche mit hohem emotionalen Potential belegt sind und die Emotionen sind oft stärker als die Vernunft. Und wenn auch die Gehirnwäsche "professionell" stattfindet, dann setzt das Nachdenken auch irgendwann mal aus.
      Bestes Beispiel ist Jugoslawien. Menschen, die trotz unterschiedlicher Ethnie oder Religion, mit ihrer Nachbarschaft bestens über Jahre nicht nur auskamen sondern sich richtig gut verstanden haben und beispielsweise auch die Feiertage des anderen gemeinsam feierten, wurden in relativ kurzer Zeit zu erbitterten Feinden.
      Keiner, oder nur sehr wenige, haben sich gefragt – Moment mal, jahrelang war alles gut und plötzlich nicht mehr? Wieso? Was soll das eigentlich?
      Die Folgen kennt man…

  8. Schramm sagt:

    Ablenkungen und Rechtfertigungsversuche haben auch auf »apolut.net« zu unterbleiben!

    Selbst wenn es kein Versagen am 7. Oktober 2023 war und eben doch eine mörderische Inkaufnahme durch die verantwortliche Politik und Sicherheitsdienste. Es macht die Opfer der einfallenden Hamas und das Massakrieren auf dem Festival wie in Ortschaften und die Verschleppung nach Gaza nicht ungeschehen.

    Das gilt so aber auch für die von der verantwortlichen Politik und den Sicherheitsbehörden der USA inszenierten staatsterroristischen Verbrechen vom 11. September 2001.

    Bei den Ermordeten handelt es sich eben nicht um inszenierte Falschmeldungen.
    In beiden Fällen wurden Menschenleben gezielt und Inkaufnahme vernichtet.

    Zumindest die Autoren: Thomas Röper, Jochen Mitschka, Rainer Rupp und mehrere User-Kommentatoren hätten das jüngste mörderische Verbrechen gegen unschuldige Opfer verurteilen müssen. Sie hätten es nicht wie eine Nebensächlichkeit, angesichts der Verbrechen der politisch Verantwortlichen, u.a. der USA und Israels, behandeln dürfen.

    ►Die Autoren und ein Teil der Leserschaft, mit ihren Diskussionsbeiträgen, sie dürften die jüngsten Ereignisse infolge des 7. Oktober 2023 nicht als hinzunehmenden Kollateralschaden behandeln; so analog wie es die westliche imperialistische Politik und deren Dienste fortwährend praktizieren.

    PS: So wie alle staatsterroristischen Verbrechen gegen die instrumentalisierte palästinensische Bevölkerung, so müssen auch die von der Hamas begangenen massakrierenden Verbrechen vom 7. Oktober 2023 verurteilt werden!

    20.10.2023, R.S.

    • Poseidon 1 sagt:

      Schramm ,das war ja jetzt im wesentlichen mit wehenden Fahnen fuer die Opfer vom 7 Oktober.
      Wenn die Hamas vom israelischen Geheimdienst gegruendet wurde wie Gregor Gysi im deuten Bundestag erklärte,
      darf ich dann die Gräueltaten von Hamas bzw. Israel fuer Gaga Gas vorm Getto im Meer per se verurteilen ?
      Oder rechtfertige ich dann zu sehr die Opfern des 7 Oktober und lenke von ihnen ab?

      Ich denke mal "Hamas oder Hamas nicht"ist hier Frage?

      Darf ich jetzt ihrer Meinung nach beim beten rauchen oder nur beim rauchen beten?
      Holy smoke and holy shit,da raucht der Kopf!

      Wirklich leid tun mir die weinenden Kinder ,weil sie fuer den Ego-Wahnsinn der Lei(d)-Affen wirklich nichts koennen.
      Love is the key, und der Weg das Ziel.

      https://www.youtube.com/shorts/XjZpTeKow4k
      https://twitter.com/wolff_ernst/status/1714673041718870465?s=20

      Aber es gibt Hoffnung.
      https://www.youtube.com/watch?v=xGkcwINTGAo

    • Andreas I. sagt:

      @ Schramm Hallo,
      "so müssen auch die von der Hamas begangenen massakrierenden Verbrechen vom 7. Oktober 2023 verurteilt werden!"

      Und dann hat man sich wohlfeil moralisch entrüstet und fühlt sich geborgen, weil zu den Guten gehörend.
      Aber ob man irgendwas verstanden hat, was dazu betragen könnte, ähnliche Verbrechen in Zukunft zu verhindern?!

  9. Ursprung sagt:

    Auch mein Verdacht geht in Richtung US-gewollten Zusammenhangs Palaestinas mit Ukraine und sei es nur fuer die Ablenkung der Aufmerksamkeit. Die Toten, die dabei anfallen gehen den Akteuren sowas am Mors vorbei oder die sind ohnehin Depopulations-Wahnsinnige.

  10. Poseidon 1 sagt:

    Mein alter Herr pflegte zu sagen:"Kannst beide in ein Sack stecken und drauf hauen.
    Triffst immer den Richtigen"
    Was er wohl damit meinte?
    Neija wie dem auch sei Hauptsache Bio und Vegan meint Zopfgretel.
    Darin ist der Werte Westen den BRICS weit voraus.
    https://www.youtube.com/watch?v=kGsW0yLYao0

  11. FizzyIzzy sagt:

    https://probablyalexandra.substack.com/p/israel-and-hamas

  12. Meine Hypothese ist, dass es sich bei der Sache um Israel um eine Eskalation des Ukraine Konflikts handelt. Die USA wissen, dass sie mit Ihrem Vasallen Ukraine vorläufig in der Ukraine nicht siegreich sein werden. Sie können aus zwei Gründen aber nicht offen nachgeben: 1. ein immenser Image Schaden, 2. der Ukraine Krieg ist aus Sicht der USA nur ein Vorgeplänkel des eigentlich gewollten Krieges mit China. Diese Geplänkel hat aber strategische Bedeutung, denn ein Handlungsfähiges und Autonomes Russland macht den gewinn des Krieges gegen China praktisch unmöglich.

    Die USA müssen also den Ukraine Konflikt weiter treiben. Da sie auf dem Schlachtfeld nicht weiter kamen haben sie ein neues Schlachtfeld eröffnet: den Nahen Osten. Die USA geben dabei den Israelis freie Hand gegen die Palästinenser, in der Hoffnung darauf, dass sich eine gute Gelegenheit ergibt militärisch gegen Syrien oder Iran vorzugehen. Nach dem Motto: schlägst du meinen Hund, schlage ich deinen Hund härter.

    Vorzug der US Strategie ist auch, dass sie, im Erfolgsfall, allen potentiellen BRICS Aspiranten zeigen können, dass Russland und China sie nicht schützen können, wenn die USA es auf sie abgesehen hat.

    Israel ist in einer unangenehmen Lage: Sie sollen als US-amerikanischer Kampfhund gegen die Araber vorgehen. So gerne das Netanjahu vielleicht möchte, so weiß er doch zweierlei: dieses Vorgehen dürfte um ein vieles mehr tote Israelis bedeuten. Außerdem hat er doch gesehen, dass die unverbrüchliche Unterstützung der US eine wertlose Sprechblase ist.

    Israel hat den Angriff der Hamas zugelassen, weil die USA das wollten. Auch deswegen, weil Israel selbst ein wenig im Trüben fischen möchte. Mir scheint aber, dass derzeit Israel noch nicht entschieden hat, ob es dem US-Plan in vollem Umfang entsprechen will.

    Die USA wollen mit dem ganzen verhindern, dass das Ukrainische Militär und damit die ukrainische Regierung zusammenbricht. Denn das könnte dazu führen, dass die Rest-Ukraine, die selbständige Ukraine nach dem Krieg, tatsächlich neutral würde und das auf lange Sicht die US-Pläne bzgl. Krieg gegen Russland aus der Ukraine heraus mehr oder weniger begraben werden müssen. Zwar würde es vermutlich, wie in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Russland schmerzende Terrorbewegung um die heutige Ukraine geben. Ein für die USA positiver Ausgang würde aber vermutlich in weiter Ferne sein, insbesondere auch deshalb, weil Russland zwar unangenehme Verluste an Menschenleben durch die Militärische Sonderoperation hinnehmen musste, aber wirtschaftlich und militärisch gestärkt wäre.

    Das eigentliche Ziel der USA ist ein eingefrorener Konflikt in der Ukraine, eine Korea-Lösung. In inoffiziellen oder vermittelten Gesprächen mit Russland würden sie durchblicken lassen, dass man nicht weiter gegen Syrien oder Iran oder andere BRICS Aspiranten vorgeht, wenn Russland dieser Art der Konfliktlösung für die Ukraine zustimmt.

    Als Jack-The-Ripper in Großbritannien sein Unwesen trieb und in London eine brutal ermordete Prostituierte gefunden wurde. War da nicht die Hypothese nahe liegend, dass der Ripper sie massakriert hatte? So auch hier, wenn es watschelt wie eine Ente, quakt wie eine Ente und aussieht wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente. Auch dann, wenn man dies noch nicht durch eine Genanalyse bestätigt hat.

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