Im Gespräch: Ulrich Heyden (“Mein Weg nach Russland: Erinnerungen eines Reporters”)

„Mein Weg nach Russland: Erinnerungen eines Reporters“, so lautet der Buchtitel des früheren Auslandskorrespondenten in Russland, Ulrich Heyden. Darin beschreibt der seit 2001 in Moskau lebende Journalist sowohl seine journalistischen, als auch persönlichen Erfahrungen über seine Zeit in Russland und den heutigen Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Viele Jahre arbeitete er für verschiedene Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, fiel jedoch 2014 bei der deutschen Presse durch seine Kritik an der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt in Ungnade.

Was den westlichen Stellvertreterkrieg mit Russland in der Ukraine betrifft, so glaube er nicht, dass Putin daran wirklich interessiert sei, Krieg mit der NATO zu führen. Viel eher schätze er die Situation so ein, dass es in der russischen Führung nach wie vor eine Resthoffnung gebe, dass die europäischen Staaten, insbesondere Deutschland, diesen derzeitigen aggressiven Kurs nicht bis zum Schluss mitgehen.

Im Gespräch mit Dirk Pohlmann spricht Ulrich Heyden zum einen über die Marginalisierung des Journalismus, die er selbst erlebt hat und gibt zum anderen ein äußerst umfangreiches, vielseitiges und abgewogenes Stimmungsbild aus Russland wieder.

Für ihn seien die Russen tolle Menschen „mit einem großen Herz“, die Deutschland den letzten Angriffskrieg auf ihr Land verziehen hätten, wie er sagt. „Sie erwarten aber auch, dass wir das nicht wieder tun!“

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Inhaltsübersicht:

0:01:05 Hoffnung auf Deutschland

0:09:32 Warum der Einmarsch in die Ukraine für Russland kein Angriffskrieg ist

0:18:49 Wie informiert sich Ulrich Heyden über den Ukraine-Konflikt?

0:27:33 Die Marginalisierung des Journalismus

0:38:04 Die russische Sicht auf den Westen

0:48:25 Warum das frühere Feindbild Sowjetunion bis heute auf Russland übertragen wird

0:54:29 Woher bezieht Ulrich Heyden seine Informationen über die russische Bevölkerung?

1:00:19 Wie die Russen zum Krieg in der Ukraine stehen

1:16:38 Was muss der Westen zum Ukraine-Konflikt verstehen?

1:23:57 Zum Buch: “Mein Weg nach Russland – Erinnerungen eines Reporters”

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Kommentare (7)

7 Kommentare zu: “Im Gespräch: Ulrich Heyden (“Mein Weg nach Russland: Erinnerungen eines Reporters”)

  1. Gorbunov sagt:

    Heute ist es zu schwierig, unter dem Druck des politisch-medialen Mainstreams eine „andere Meinung“ zu vertreten. Großer Respekt an Apolut für diese Leistung! Es wäre aber auch toll, die Ukraine-Konflikt, die steigende Konfrontation zwischen Westen und Russland und den aggressiven Kurs der deutschen Regierung aus der Sicht der deutschen Rechtswissenschaftler zu präsentieren. Hätten sie die Möglichkeit, sich ohne Blick auf den politisch-medialen Mainstream zu äußern, hätten sie viel zu sagen über die juristische Willkür der Politik. So konnte Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie, nicht nur in einem kleinen Artikel in der FAZ aus dem Jahr 2014, sondern auch vor einem breiten Publikum in einer populären Talkshow erklären, dass der Anschluss der Republik Krim an Russland aus völkerrechtlicher Sicht keine Annexion ist. Über die Problematik von Krieg und Frieden könnte uns auch viel der Diskurs „Frieden durch Recht“ erzählen, wie es beispielsweise Dr. Lothar Brock 2004 versuchte und zu dem bitteren Schluss kam, dass die Idee, Frieden durch Recht zu sichern, in Bedrängnis geraten ist. Ohne den Druck des Mainstreams wäre die Kritik des Juristen und Verfassungsrechtlers Volker Boehme-Neßler am Verfassungsschutz legitim und verständlich gewesen.

    Vergessen ist auch die bahnbrechende Untersuchung über Krieg und Frieden durch den berühmten deutschen Rechtsphilosophen Carl Schmitt, der in seinem Werk „Der Nomos der Erde“ (1950) vor den verhängnisvollen Folgen der Kriminalisierung des Krieges, die von den USA geführt wurde, warnte. Im Übrigen betonte er, dass ein Angriffsakt von einem Angriffskrieg unterschieden werden müsse. Die höchste Kunst des Völkerrechts besteht darin, eine Aggression so schnell wie möglich zu beenden, um eine Eskalation des Krieges zu vermeiden.

    Leider ist das Recht heute in den Dienst der Politik gestellt worden. Die erste deutsche Nationale Sicherheitsstrategie „Wehrhaft. Resilient. Nachhaltig. Integrierte Sicherheit für Deutschland“, die von der Bundesregierung im Juni 2023 verabschiedet wurde, ist ein klarer Beweis dafür. Die deutsche Sicherheitspolitik der Ampel-Regierung basiert auf denselben konzeptionellen Begriffen (Resilienz und Verteidigung), die von den Wissenschaftlern des Peace Research Institute Frankfurt entwickelt und in ihrem eigenen PRIF-Blog veröffentlicht wurden. Die Strategie geht von der Tatsache aus, dass die Ukraine keine Chance hat, einen Krieg gegen ein viel mächtigeres Russland zu gewinnen. Dennoch sollten die Ukrainer so lange wie möglich kämpfen, um vor den Friedensgesprächen, die eines Tages stattfinden werden, eine günstigere Position einzunehmen. Die Aufgabe Deutschlands besteht darin, die Ukraine in diesem Vorhaben aktiv zu unterstützen. Resilienz auf Deutsch heißt also Sterbeurkunde auf Ukrainisch. Dies ist in der Tat die Bedeutung des „aggressiven Kurses“ der Deutschen Regierung.

    Mehr hier: https://v-gorbunov.net/de/resilienz-auf-deutsch-heisst-sterbeurkunde-auf-ukrainisch/

  2. wolfcgn sagt:

    Unprovozierter Angriffskrieg …. darin steckt ein ver-Heer-ender Tippfehler, es muss richtig heißen (wg fuck-the-EU-Nuland und 6 000 000 000 $) "US-provozierter" Angriffskrieg.

  3. espero5 sagt:

    Sehr hörenswerte Einblicke in die aktuelle Gesellschaftslage Russlands mit einem hierfür geradezu prädestinierten, aber doch selten gewordenen Vermittler, zumal die Ausführungen Ulrich Heydens sehr authentisch wirken und auch sind. Gegen Ende wird dafür geworben, mehr Kontakte nach Russland aufzubauen/ zu nutzen, um wieder ins Gespräch zu kommen. Traurigerweise muss man ja feststellen, dass früher durchaus bestehende Beziehungenin den letzten Jahren systematisch und gezielt unterbunden worden sind, sei es beim Ostausschuß der dt. Wirtschaft, beim Petersburger Dialog, bei Städtepartnerschaften u.v.m.
    Mittlerweile spaltet sich unsere Gesellschaft fast ähnlich wie in USA in Leute, die irgendwann (bevorzugt im Jahr 2014) gemerkt haben, dass die öffentlichen Medien kaum noch wahrhaftige Abbilder der geopolitischen Lage und Aktivitäten zulassen und gelernt haben, alternative Medien nutzen und solche, die noch immer den staatlichen Medien vertrauen.
    So antwortete neulich eine gute Freundin, als ich beim Gespräch über zunehmende Armut in Deutschland bemerkte: "wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland in den letzten Jahren ca. 30 Mrd. Euro an die Ukraine gezahlt hat- von uns erarbeitetes Geld" : "Wenn wir das nicht machen würden, würde Putin Polen und dann uns überfallen".
    Sprachlos. Diskussionsversuch sinnlos.
    Berührt hat mich Hr. Pohlmanns Hinweis, dass ihn die Hunderttausende gefallener Soldaten umtreiben, so geht es mir auch. Junge Witwen, vaterlose Kinder, trauernde Mütter, körperliche Versehrtheit lebenslang, all die posttraumatischen Belastungsstörungen- ein Verbrechen!
    Die anhaltende Traumatisierung einer Gesellschaft auch nach dem Krieg wird im Interview gut herausgearbeitet. Die vorherrschende und weitgehend unwidersprochene Kriegspropaganda in Dtl, gerade mal 2-3 Generationen nach dem verheerenden WK II ist unerwartet und unfassbar.
    Herzlichen Dank an die beiden Protagonisten!

  4. FCS7 sagt:

    In Russland ereignet sich eine demografische Katastrophe, von der die Putin-Anhänger betroffen sind. Letztlich setzen sich die Nachfolger Nawalnys durch. Bitte googeln: Freichristlicher Schamanismus

  5. Olga24 sagt:

    Hallo zusammen, erstmal vielen Dank für Ihre Arbeit an Apolut. Ich bin schon länger eine Leserin von Euren Artikeln bzw. Hörerin eure Interviews. Nicht alle Themen erwecken mein Interesse, aber dieses Interview war sehr interessant gerade, weil den Deutschen Bürgern von der Deutschen Auswärtsbehörde dringend empfohlen wird, nicht nach Russland zu reisen. Übrigens ebenso von vielen anderen westlich orientieren Staaten auch. Der Westen will offenbar vermeiden, dass die Menschen in westlich orientieren Staaten sich selber ein Bild über Russland und in Russland machen können. Spätestens nach dem Putininterview an Tucker Carlsson hat die westlich orientiere Führung vieler Staaten offenbar Besorgnis, dass eigene Bevölkerung auch nach Russland reisen wird, um sich selbst davon zu überzeugen, ob es wirklich Moskau so toll sein soll.
    Das Interview mit einem waschechten Deutschen, der scheinbar seit Jahrzehnten in Russland lebt und sich da wohlfühlt, ist wirklich zeitgemäß und zeigt, dass Russland kein öminöser Staat ist, wo Ausländer in Gefahr leben. Es sei denn, die westliche Führung und Ihre Befehlshaber haben vor, etwas Schlimmes in Russland zu veranstalten. Vielen Dank an Ulrich Heyden für seine Arbeit und dass er seine Stimme gerade in dieser Zeit erhoben hat.
    Liebe Grüße!

  6. Dean Braus sagt:

    Ein sehr wichtiges Interview mit einem Deutschen, der seit 20 Jahren in Russland lebt. Beim Zuhören fallen immer wieder Brocken von Erkenntnissen ab, die die lähmende Propaganda der Russenphopisten entlarvt. Das Interview wird von Dirk Pohlmann geführt, der sich meisterhaft zurückhält und nur die wichtigsten Fragen stellt, diese aber wohlformuliert und gezielt. Vielen Dank für dieses wichtige und erkenntnisreiche Gespräch, das ich sehr gerne teile und weiterempfehle.

  7. vizero 13 sagt:

    Sehr gut, solche Stimmen wie die von Ulrich Heyden sollten mehr Verbreitung finden, grade jetzt, wo das Kriegsgetrommele so intensiviert wird. Wen die Bomben fallen, wird es für viele zu spät sein.

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