Ich mag Katar nicht, aber… | Von Roberto J. De Lapuente

Ein Standpunkt von Roberto J. De Lapuente.

Finde ich das System in Katar und anderen arabischen Staaten moralisch akzeptabel? Nein! Möchte ich mich als Lehrmeister aufschwingen, um dieser Weltregion aufzuzeigen wie es besser ginge? Auch nein! Dazu fehlt mir Sendungsbewusstsein und Überheblichkeit.

Wie könnte man als Mensch von Aufklärung auch nur einen Funkten Sympathie für ein Land haben, in dem Menschen aus verschiedensten Gründen gegängelt, unterdrückt und ermordet werden? In dem Frauen mit Süßigkeiten verglichen und Homosexualität als geistige Krankheit betrachtet werden? Natürlich hege ich keinerlei Zuneigung zu Katar (oder zu Saudi-Arabien). Mehr als Abneigung bringe ich aber nicht auf. Ich bin kein Erzieher, kein Missionar: Was andere in ihren Ländern tun, muss mir nicht gefallen, aber hinnehmen muss ich es doch.

Dabei muss ich nicht mal so weit fahren: Manche deutsche Großstadt bietet ja Viertel, in denen die Denkweise Katars oder Arabiens heimisch geworden ist. Dort regeln Friedensrichter das, womit sich gemeinhin deutsche Gerichte oder wenigstens die Polizei befassen sollten. Frauen gibt man nicht die Hand. Man predigt Intoleranz. Und da, man verzeihe mir an dieser Stelle, sehe ich allerdings schon mehr als nur Abneigung meinerseits. Hier möchte ich, dass gehandelt wird. Weil es hier passiert. Bei denen, die sich jetzt im Mainstream über Katar echauffieren, ist das irgendwie verrückt: Sie wollen die halbe Welt erziehen, sehen aber die Probleme im eigenen Land nicht – oft aus rein ideologischen Gründen.

Völkerrecht oder Schweine?

Ich stamme aus dem Teil der Welt, den wir gemeinhin als »den Westen« kennen. Gewisse Vorstellungen, die man dort – also hier – pflegt, teile ich auch. Dass Frauen absolut gleichwertig sind etwa. Oder dass Homosexualität nichts Verwerfliches, schon gar keine psychische Fehlfunktion ist. Wenn irgendwelche Scheichs aus Katar das anders sehen, möchte ich dem widersprechen. Jedenfalls stehe ich daneben und gucke irritiert, vielleicht – je nach Tagesform – spöttele ich auch ein wenig. Aber dann muss ich kurz mal innehalten und nachfragen: Wo haben die sich denn so geäußert? Ach, in ihrem Land? Damit ändert sich meine Haltung schlagartig.

Denn wenn jemand vom Völkerrecht kommt und nicht von den Schweinen, um die feministische Außenminsterin zu zitieren, dann muss er hier zurückstehen. Nun komme ich ja auch nicht aus dem Völkerrecht, ich bin ja kein Jurist. Aber ich halte das Völkerrecht für eine an sich vernünftige Sache. Und wenn da jemand für mich rückständige Ansichten in seinem Land vertritt, muss ich ja nicht jubeln. Aber einen pädagogischen Auftrag kann ich daraus nicht ableiten. Ich wohne dort ja nicht. Das müssen die Katarer schon selbst besorgen. Solange sie es nicht tun, solange sie diese Ansichten teilen, muss mir das recht sein.

Klar, das ist gelebte Ignoranz. Schließlich gucke ich weg, wenn da jemand in der Ferne über Schwule, Lesben, Frauen und was weiß ich noch herzieht – oder sie sogar körperlich angeht. Aber auch das gehört zum Völkerrecht und zur Diplomatie: Wegschauen können. Ja, wegschauen müssen. Es ist ein bisschen so wie in jedem normalen Alltagsleben: Es lebt sich leichter, wenn man nicht immer alles über seine Nächsten weiß, wenn man deren Fehler ausblendet. Tut man das nicht, kann es zuweilen richtig anstrengend werden.

Ja, das Völkerrecht besteht aus nicht unbeträchtlichen Teilen aus Ignoranz, Ignorantentum und gezieltem Wegschauen. Wer nicht von den Schweinen kommt, weiß das. Denn nur wenn man diese »Qualitäten« gelten lässt, kann man halbwegs miteinander umgehen. Verwirft man sie allerdings, ganz so wie es die sogenannte feministische Außenpolitik tut, wird der gemeinsame Umgang peu a peu schwieriger – bis hin zur Verunmöglichung.

Vor der eigenen Haustür ist die Grenze

Wer also etwas vom Völkerrecht hält, der versteht diese Unterlassung. Und muss sie akzeptieren. Das fällt zuweilen schwer, gefällt einem nicht. Aber nüchtern betrachtet läuft es darauf hinaus, dass man das Unrecht in einem fremden Land hinnehmen muss. Andere Völker haben nämlich das Recht, so zu leben, wie sie leben wollen. Nun werden einige einwenden, dass das Volk womöglich gar nicht so leben will, im Falle Katars seien es die Scheichs, die ihre Leute unterdrückten. Das kann, muss aber nicht stimmen.

Aber falls es zutrifft, so ist es auch die Sache der Katarer selbst, sich dagegen zu stemmen. Offenbar geschieht in diese Richtung aber wenig: Wer sind wir, dass wir das anschieben und forcieren wollten? Was geht uns das an?

Ich weiß, das klingt herzlos. Und womöglich ist es das auch. Aber hierzu gibt es keine Alternative. Oder doch, es gibt eine: Undiplomatie nämlich. Belehrung und Einmischung in fremde Angelegenheiten. Und damit: Unfrieden. Also genau das, was es zu verhindern gilt.

Übrigens finden sich Haltungen wie jene in Katar auch in unserem Lande. In bestimmten Großstädten hat sich eine Parallelgesellschaft etabliert, wo Frauen auch eingepackt werden, nicht auf die Straße dürfen. Wo nachts, wie ich als Angestellter eines Krankenhauses einst selbst erfahren durfte, ein muslimischer Mann mit seiner Frau in die Notaufnahme kommt, weil sie Schmerzen im Unterleib hat, sie aber mit ihm wieder abziehen muss, weil der diensthabende Arzt ein Mann war und nicht etwa eine Ärztin. Ehre vor Wohlbefinden: Jedenfalls wenn es um Frauenangelegenheiten geht. Und hier endet bei mir die Ignoranz. Warum? Weil das hier nicht Katar ist. Oder wer weiß welches Land sonst?

Komischerweise sind aber die Einmischer, die Faesers und Baerbocks, hier ganz still und wollen nicht aufmischen. Sie feiern weiterhin Feste des Multikulturalismus ganz so, als werfe er überhaupt keine Probleme auf. Wer anspricht, dass in manchem Stadtteil die Kontrolle längst verloren ist, erntet Kritik und wird als Rechter gekennzeichnet. Die Katarer sollen zum Beispiel so werden wie wir. Aber die, die in Neukölln verächtlich an der deutschen Gesellschaft vorbeileben, die nicht. Denen sagt man, jeder dürfe hier nach seiner Fasson selig werden. Während sie die Welt neokolonialisieren wollen, haben sie ihr eigenes Land weniger und weniger im Griff.

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Dieser Beitrag erschien zuerst am 28. November 2022 bei neulandrebellen.de

+++

Bildquelle: GagliardiPhotography / shutterstock

+++
Apolut ist auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommen Sie zu den Stores von Apple und Huawei. Hier der Link: https://apolut.net/app/

Die apolut-App steht auch zum Download (als sogenannte Standalone- oder APK-App) auf unserer Homepage zur Verfügung. Mit diesem Link können Sie die App auf Ihr Smartphone herunterladen: https://apolut.net/apolut_app.apk

+++
Abonnieren Sie jetzt den apolut-Newsletter: https://apolut.net/newsletter/

+++
Ihnen gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie hier: https://apolut.net/unterstuetzen/

+++
Unterstützung für apolut kann auch als Kleidung getragen werden! Hier der Link zu unserem Fan-Shop: https://harlekinshop.com/pages/apolut

Auch interessant...

Kommentare (43)

43 Kommentare zu: “Ich mag Katar nicht, aber… | Von Roberto J. De Lapuente

  1. TriMartolod sagt:

    Ganz schwach, Herr De Lapuente!
    Mit der Argumentation kann ich auch gleich den US-Imperialismus mit seinen Gräueltaten der letzten 70 Jahre mit "Geht mich nichts an!" abtun.

    Irak, Yemen, Syrien, Afghanistan, Iran, ….geht Sie a alles nichts an, was Herr De Lapuente?!?

    Damit stellen Sie sich auf eine Stufe mit der Mehrheit unserer deutschen Landsleute, geprägt von Ignoranz, Überheblichkeit u. Borniertheit….

    • wolfcgn sagt:

      ich kann Ihnen nicht folgen, wenn die Amis sich um die Missstände in den USA kümmern würden und nicht als Mordbande durch die Welt ziehen würden, könnte ich Ihren Überlegungen ansatzweise folgen

    • _Box sagt:

      wolfcgn,

      ich finde die Ausführungen TriMartolods durchaus verständlich. Denn die Abwiegelung von Kritik läßt sich auf beliebige Nationen und Greuel ausdehnen. Katar und die USA, ua., sind alle der gleichen Weltgewaltordnung unterworfen und unterscheiden sich nur durch die Position im Gefüge.

      Auch wenn die exzessive Gewalt der USA als Nation, nach außen, stets herausgestellt wird, so ist die Nation auch gewalttätig im Inneren. Nehmen sie die grassierende Armut und Unterversorgung sehr großer Bevölkerungsteile und im krassen Gegensatz dazu den märchenhaften Reichtum an der Spitze, zzgl. eines hochgerüsteten Polizei- und Gefängniskomplexes der bei Bedarf diese Ordnung mit Gewalt durchsetzt.

      Dann nehmen sie die Sklavenhaltergesellschaft von Katar, auf die gerade nun nicht wirklich und nur am Rande etwas eingegangen wird. Was völlig außen vor ist, daß sich die Gewalt nach innen auch nach außen wendet:

      Dazu:

      Europas Standards (II)
      Bundesregierung wegen Doppelmoral kritisiert: Berlin hat jahrelang mit Qatar zum eigenen Nutzen kooperiert, sorgt sich nun aber zur Fußball-WM angeblich um Menschenrechte dort.
      (…)
      Im Interesse des Westens

      Auch in der Außenpolitik hat Qatar immer wieder an der Seite und im Interesse der Eliten in Deutschland und den westlichen Staaten operiert. Prominent geschah dies etwa im Jahr 2011, als das Emirat während der Unruhen in der arabischen Welt („Arabischer Frühling“) konsequent die Strukturen der Muslimbrüder unterstützte, etwa in Ägypten, in Tunesien und in Syrien. Das stieß damals nicht zuletzt in Berlin und in Washington auf Sympathie, weil es die Möglichkeit zu schaffen schien, lästig gewordene Herrscher etwa in Ägypten (Husni Mubarak) und in Syrien (Bashar al Assad) zu stürzen (german-foreign-policy.com berichtete [8]). Im Krieg in Syrien erhielten eine Zeitlang sogar Jihadisten Unterstützung aus Qatar. In London begann im vergangenen Jahr ein Prozess, in dem sich einflussreiche Qatarer, unter ihnen Mitglieder des Herrscherclans, gegen den Vorwurf verteidigen müssen, hohe Summen – womöglich hunderte Millionen US-Dollar – dem syrischen Al Qaida-Ableger Al Nusra übermittelt zu haben. Die Beschuldigten streiten den Vorwurf kategorisch ab.[9] Allerdings berichteten Experten bereits Anfang 2012, syrische Salafisten, die gegen die Regierung kämpften, erhielten verlässliche Unterstützung aus dem Emirat.[10]

      https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9089

      Fußball-Weltmeisterschaft
      WM-Gastgeber Katar und die große Medienheuchelei

      Der Wüstenstaat Katar beteiligte sich maßgeblich am Krieg in Syrien. Und am Krieg gegen den Jemen ebenfalls. Tausende Tote sind deshalb zu beklagen. Die aktuelle Kritik am WM-Gastgeber macht sich aber an anderen Themen fest. Solchen, die der NATO und den USA nicht wehtun.

      Von HELMUT SCHEBEN | Veröffentlicht am 14.11.2022

      https://www.hintergrund.de/politik/welt/wm-gastgeber-katar-und-die-grosse-medienheuchelei/

    • wolfcgn sagt:

      Ja BOX Sie haben recht! Tschuldigung TriMartolod leider ist es so, dass man hier seine eigenen Kommentare nicht löschen oder ändern darf, was ich schon nach wenigen Minuten gerne getan hätte. Aber ich werde mich ja mal irren dürfen, das passiert, wenn auch leider nicht in bezug auf die Greueltaten der Amis.

  2. Mindphlux sagt:

    Wenn ich mir anschaue, welch einen Kult der "Westen" Rund um das LGBTQ… aufbaut, kann ich mir gut vorstellen, dass in vielen Teilen der Welt eher die Abwehrhaltung zunimmt, als dass sie in absehbarer Zeit liberaler und selbstbestimmter werden könnten.
    Ich habe mich nie an Schwulen und Lesben gestört, aber was derzeit hier bei uns von Medien, Politik und Aktivistengruppen veranstaltet wird, vor allem was BTQ+ angeht, das lässt auch in mir langsam eine gewisse Ablehnung aufkeimen.
    Ich lese oft von Schwulen und Lesben, dass sie eigentlich in der Gesellschaft angekommen waren und nun, dank dieser Kampagnen, wieder ins Fadenkreuz geraten. Die können einem echt leidtun.

  3. hog1951 sagt:

    Vielen Dank, Herr Lapuente!

    Bei all den Verhaltensweisen und Äusserungen, die man wohl unter LGBT zusammenfasst, und die man mehr oder weniger gutheissen kann oder sogar verurteilen kann, findet sich kein Protest gegen die Handabhacker bzw. gegen die Auspeitscher, die gem. der Scharia handeln. So gesehen, sollte man die ganze Geschichte des Protestes, der sich ausschliesslich nur um/gegen LGBT richtet getrost als das ansehen, was es ist.
    Ein Sturm im Wasserglas.
    Und um die Geschichte abzurunden steht die Frage doch im Raum, wieviel Proteste es gab bei internationalen Veranstaltungen ( Olympia, WM), zu Zeiten des Vietnamkrieges, der Irakkriege, des Krieges gegen Jugoslawien und weitere von den US-Imperialisten ausgelösten Terrorkriege?
    Ich kann mich nicht an einen nennenswerten Protest erinnern.

  4. inselberg sagt:

    Ich mag Katar nicht PUNKT.

    Es werden Subsubsub-"Privilegien" diskutiert bei einem Gesellschaftssystem welches nicht mal Minimalstandards erreicht hat, da hilft es auch nicht wenn der Autor dies nicht mal sehen und ansprechen möchte, das wäre ja dann missionieren.

  5. _Box sagt:

    Rechtfertigung von Herrschaft – Rassismus, Kulturrassismus, Klassenrassismus

    Angst führt immer zu einer Status quo Neigung, die wir sowieso haben. Wir neigen von Natur aus, Teil der Beschaffenheit unseres Geistes, neigen wir dazu den Status quo allen anderen Zuständen vorzuziehen, auch wenn sie objektiv besser sind. Wir lieben den Status quo, hat einen ganz einfachen Grund, wir sind an den Status quo gewöhnt. Der ist für uns berechenbar. Der hat für uns eine gewisse Übersicht, eine gewisse Vertrautheit. Wir wissen was im Status quo passieren kann. Alles Andere, selbst wenn es objektiv vielleicht besser ist, führt immer zu einer Verunsicherung. Wenn sie Ängste erhöhen, wird in der Bevölkerung massiv die Status quo Neigung erhöht.

    Gesellschaftliche Apathie war von Anfang an in der Demokratietheorie der Machteliten eines der wichtigsten Ziele. Demokratie sagen wichtige Politologen und politische Philosophen, Demokratie kann nur funktionieren wenn wir es schaffen den Großteil der Bevölkerung in die politische Apathie zu kriegen.

    Korrespondierend geht das Interesse am Anderen runter. Empathie, Solidarität werden reduziert unter Angst. Autoritäre Neigung und Sehnsüchte auf einen mächtigen schützenden Führer steigen.

    Eine Dämonisierung der Anderen. Die Neigung den Anderen zu dämonisieren. Wir suchen in unserer Not der psychischen Verarbeitung dieser inneren Energie, möglichst in Personalkategorien, einen Verantwortlichen.
    Und der einfachste Trick, kennen sie aus dem Leben, verantwortlich ist, da neigen wir immer dazu, ist immer der Andere. Unter großer Angst neigen wir dazu den Anderen zu dämonisieren. Den Fremden, den äußeren Feind. Und deswegen ist eine der Konsequenzen von großer Binnenangst, eine Erhöhung der Neigung zum Rassismus.

    Das hat für die Machtausübenden den Vorteil, daß sie nun die Angst doppelt nutzen können. Die erste Nutzung war, Angst durch die Erzeugung von Binnenangst, psychische Energie von den eigentlichen Zentren der Macht abzulenken.
    Der zweite Nutzen den man hat, wenn man durch die Erzeugung von Binnenangst die Neigung zum Rassismus erhöht, daß man jetzt den Rassismus nutzen kann, um ihn wieder als Drohgebilde an die Wand zu malen. Und sagen kann, wenn ihr uns nicht wählt oder wenn ihr uns nicht folgt, dann entsteht ja Rassismus.
    Das ist wieder ein infamer Trick weil der Rassismus genau auf diese Weise erst erzeugt worden ist. Und jetzt als zweites Mal, als Drohmittel genutzt wird.
    Also da ist eine ziemlich komplexe Funktionslogik dieser Dinge.

    Diese Sachen erzeugen dann auch gleichzeitig in uns natürlich Deutungsmuster für gesellschaftliche Konflikte die den jeweils Machtausübenden willkommen sind, weil sie wieder den Blick von den Zentren der Macht weg richten, auf Andere.
    (…)
    Wenn wir über Rassismus sprechen, als Konsequenz der Angsterzeugung, da muß man sich auch klar machen, das ist ein ganz wichtiger grundsätzlicher Punkt, daß die Funktion von Rassismus nie die Abwehr von Fremden war.
    Sondern die Funktion von Rassismus ist die Kategorie des Fremden als kategoriale Gruppe überhaupt erst zu konstituieren. Der Rassismus erzeugt erst die Kategorie des Anderen.

    (Die Funktion des Rassismus besteht nicht in der Abwehr von „Fremden,“ sondern in deren Hervorbringung > dadurch stiftet der Rassismus Gemeinschaft)
    (…)
    Damit wir auch das richtig einordnen können was da passiert mit dieser Angsterzeugung.
    Gründe: Erzeugung von Rassismus über Angsterzeugung. Ist ein weiterer grundsätzlicher Punkt ganz wichtig. Die permanente Erzeugung von Rassismus ist historisch ganz tief in unserer Gesellschaft verankert.
    Der Kolonialismus war natürlich ein zutiefst rassistisches Programm. Der westliche Kapitalismus erzeugt strukturell rassistische Mechanismen von Ausgrenzung. Ein konstanter bezüglich der Grenzziehung, aber einigermaßen flexibler Rassismus. Der ist sehr subtil, der hat nicht immer einen Aufkleber, „ich bin Rassismus.“
    (…)
    Die mit jeder Form von Rassismus einhergehende Zuschreibung unveränderlicher Eigenschaften zu Gruppen dient der Verfestigung und Stabilisierung von Ausbeutungsverhältnissen.

    > Der globalisierte Kapitalismus kann nur rassistisch sein, weil er extreme Ungleichheit rechtfertigen muß.

    Lit.: Immanuel Wallerstein und Étienne Balibar (1988/2017 Rasse – Klasse – Nation.))

    Aus:
    Rainer Mausfeld – Warum schweigen die Lämmer? – Vortrag – DAI Heidelberg (ab ca. min. 29)
    https://www.youtube.com/watch?v=-kLzmatet8w

  6. Wenn einer homosexuell ist, dann tut er dadurch ja keinem anderen weh und gehört daher auch nicht bestraft oder sonst wie schlechter behandelt oder gehasst.

    Es schadet nichts, wenn viele Journalisten, Fußballer und Politiker dies anlässlich der WM einmal möglichst vielen Menschen sagen würden, auch fremden Menschen. Einfach nur Gleichberechtigung fordern, ist zu wenig, man sollte dies immer auch begründen, um andersdenkende Menschen auch überzeugen zu können.

    Zwar ist Katar nicht unser Land, aber auch dort und in anderen Ländern gibt es Homosexuelle, die unter menschenrechtswidrigen Gesetzen und unter dem Hass anderer leiden.

    Allerdings gibt es Ungleichbehandlung von Homosexuellen und Hass gegen Homosexuelle leider auch hier. Insbesondere dürfen sie in vielen Kirchen nicht heiraten. Dies ist nach meinem Empfinden so ähnlich wie wenn Farbige nicht kirchlich heiraten dürften und ist daher nicht in Ordnung.

    Man kann daher die am Anfang stehende Weisheit z.B. mittels Flyer auch vielen hier lebenden Menschen nahe bringen. Wenn wir uns diese Mühe nicht machen, dann könnten Staat und Gesellschaft hier möglicherweise irgendwann genauso intolerant sein wie in Katar. Das müssen wir verhindern.

    Nichtsdestotrotz sollten wir selbstverständlich nicht gegen jedes Land mit Fehlern gleich Wirtschaftskrieg führen, weil wir dann mit keinem Land mehr Geschäfte machen könnten.

    • Kamyk sagt:

      Na wenn Geschäftemachen der einzige oder der wichtigste Grund ist, warum wir keine Kriege führen sollten, dann sind wir komplett verloren.

    • wassenaar sagt:

      Homosexualität, ist das Normalität? Wohl kaum, da dann die Menschheit aussterben würde. Es braucht Männer und Frauen, die miteinander Kinder zeugen, um die Art zu erhalten, daß ist BIOLOGISCH UND NATÜRLICH SO BESTIMMT.
      Oder will das irgendjemand ablehnen??
      Ja – in jeder Natur gab es immer Abweichungen von der Normale und diese sollten einfach toleriert werden, Homosexuaöität.
      Was mich zornig macht ist, wenn JEDER Mensch, der sich wie oben biologisch normal verhält, regelrecht genötigt wird, zumindest mal gleichgeschlechtlichen Sex auszuprobieren. So weit ist der Kampf für angebliche sexuelle Gleichheit schon gekommen.

      Warum geht es konkret.

      Da der Kapitalismus die Freiheit für ALLE Menschen nie will und auch nie erreichen könnte, wird von SEXUELLER Freiheit geschlafen, als Ersatz für die Freiheit, die nie gewollt ist.
      Viele, selbst angebliche Linke fallen immer wieder auf diese Propaganda herein und lassen sich vor den falschen Karren spannen.

      Was mich betrifft, so interessiert es mich in keiner Weise wie Ehepaare oder Gleichgeschlechtliche ihren Sex vollziehen. Nicht ohne Grund bezeichnet man das als fas intim-Leben, also NUR und ALLEIN, diejenigen betreffend, die da gerade miteinander Sex haben.
      Mich interessieren die Menschen, ob sie ehrlich und zuverlässig sind, ob sie solidarisch sind, rechtschaffend…. was man von den Eliten in keiner Weise sagen kann. Das sind Werte, um die es zu streiten gilt, nicht darum, sich in den Sex anderer Menschen einzumischen.

      Was nun die arabische Welt betrifft, so hatten diese Menschen keine Jan Huss, Thoms Müntzer oder einen Martin Luther, die sich mit den gesellschaftlichen Bedingungen auseinandersetzen. Dabei war Luther auch nur ein Werkzeug der Fürsten, die darüber sauer waren, daß über die katholische Kirche und ihren Ablaßhandel, so viel Geld nach ROM floß. An diesem Geld waren sie interessiert und aus dem Grund unterstützten sie Junker Jörg.

      Eine solche erste Zerschlagung der Religion, gab es im Islam nicht. Ist das das Verdienst der Menschen, die hier im Westen leben? Sind die Menschen im Islam daran Schuldig, daß es bei ihnen keinen Luther gab.
      Diese "Gnade" des richtigen oder falschen Geburtsort führt heute dazu, daß sich WerteWestler als BESSER betrachten. Ist das richtig? Hat das was mit Toleranz zu tun? Hat das was mit Wissen und Bildung zu tun?

    • @ Kamyk:

      Natürlich gibt es noch viel mehr Gründe, warum man Kriege und Wirtschaftskriege vermeiden sollte.

      @ wassenaar:

      Was ist schon „normal“ bzw. „natürlich“?!

      Die meisten Spielarten der Sexualität (wie z.B. Oralverkehr) werden von anderen Lebewesen in der Natur nicht praktiziert. Auch dient der Geschlechtsverkehr in den meisten Fällen beim Menschen nicht der Fortpflanzung. Zumal der Mensch auch sonst viele Dinge macht, die Tiere nicht machen.

      Hauptsache sollte doch sein, dass es den Beteiligten Spaß macht und nicht, ob es „natürlich“ ist.

      Und dass man hier angeblich zur Homosexualität genötigt, d.h. gezwungen, wird, stimmt auch nicht.
      Vielmehr ist es selbst hierzulande noch so, dass die Fähigkeit zur Bisexualität, die jeder Mensch hat, den allermeisten Menschen von der Gesellschaft ausgetrieben wird mit der Folge, dass man weniger Optionen und weniger Spaß hat.

      Um diese Austreibung zu verhindern, müsste die Bisexualität und Homosexualität daher viel mehr gefördert werden.

      Und die Gefahr, dass der Mensch ausstirbt, besteht auch nicht, sondern das Gegenteil ist der Fall: die Menschheit wächst immer noch um 80 Millionen Menschen pro Jahr.

    • _Box sagt:

      Carsten Leimert,

      ihre eugenische Disposition zur Bevölkerungskontrolle ist bekannt:

      https://apolut.net/was-verbindet-wef-gavi-und-id-2020-von-ernst-wolff#comment-237354
      https://apolut.net/putins-gas-statt-bidens-bomben-von-friedhelm-klinkhammer-und-volker-braeutigam#comment-253005

      Passend zum dürftigen Verteidigungsmanöver für den Hauptverdächtigen im Fall Nordstream:

      https://apolut.net/usa-zerstoerten-versorgungsleitungen-in-der-ostsee-von-anselm-lenz#comment-250033
      https://apolut.net/nato-loest-mit-sprengung-von-nordstream-ein-problem-fuer-habeck-und-scholz-von-mechthild-schwarz#comment-250316

      Und Krim-Brücke:

      https://apolut.net/der-anschlag-auf-die-krim-bruecke-heizt-die-eskalation-an-von-wolfgang-effenberger#comment-251377

    • Irwish sagt:

      @wassenaar

      Wie _box bereits fragte: Was ist Normalität? Gewöhnlich wird in diesen Begriff das Richtige, Wahre, Schöne, Gute, das Natürliche hineininterpretiert. Doch eigentlich bedeutet Normalität soviel wie Normal sein, sich an einer Norm ausrichten, und diese Norm ändert sich mit dem jeweiligen Zeitgeist.

      Ich bin nicht homosexuell, habe jedoch, soweit ich weiß, keine Kinder gezeugt. Dennoch bleiben genügend Menschen übrig, die Kinder zeugen, oder anders ausgedrückt: Nicht alle Menschen müssen Kinder produzieren, um die Art zu erhalten, das geschieht unweigerlich.

      Das Normale, die sogenannte Normalität, ist kritisch zu hinterfragen, da sie, wie etliche Autoren zeigen, allermeist von einer schweren Pathologie durchdrungen ist. Wir leben also in einer kranken Gesellschaft, die nicht nur flächendeckend Sucht erzeugt, sondern auch zu schwerwiegenden weiteren Fehlentwicklungen führt: Tief eingeprägter Unterwürfigkeits- bzw. Gehorsamsreflex, weitverbreitete Selbsttäuschungen und dadurch unzureichende Wahrhaftigkeit, pathologischer Narzißmus, Haß auf Andersdenkende, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, autoritäres Gehabe und hohe Gewaltbereitschaft als Kompensation einer schwachen Ichausprägung und schließlich vollständiger Verlust der Empathiefähigkeit beim Soziopathen.

      Lesen Sie bei Interesse auch meine Antwort an KaraHasan & Kamyk
      https://apolut.net/ich-mag-katar-nicht-aber-von-roberto-j-de-lapuente/#comment-254355

      Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

    • @ box:

      Ich vertrete ausschließlich humane und legitime Methoden, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen.

      Bezüglich der Anschläge auf Nordstream und auf die Krimbrücke glaubte ich fälschlicherweise fest daran, dass insbesondere 2 Indizien (nämlich die scheinbar fehlerhafte Ausführung sowie der Umstand, dass jedenfalls wir Europäer uns damit selbst schädigen) zwingend darauf schließen lassen würden, dass die NATO oder die CIA/MI6 es angeblich nicht waren. Ich fand dann aber so viele weitere, entgegenstehende Indizien mit der Folge, dass ich diese Ansicht später verworfen habe.

      Ich und einige, die ich kenne, waren ursprünglich bisexuell, uns wurde aber die Homosexualität von der Gesellschaft ausgetrieben. Als Kind dachte ich fälschlicherweise, Homosexualität sei etwas Schlechtes und bin diesen Weg daher nicht weiter gegangen. Dadurch ist mir viel Lebensfreude genommen worden.

    • @ box:

      Ich glaubte anfangs die Ukraine habe Nordstream im Alleingang (als Querschläger) beschädigt und habe auch Indizien veröffentlicht, die darauf hindeuten. Ich glaube jedoch nicht mehr an diese Ansicht. Wenn sie es war, wird sie sich vorher mit den den USA und den europäischen Regierungen abgesprochen haben. Genauso absurd ist übrigens auch die These, die USA hätten Nordstream im Alleingang entgegen dem Willen der europäischen Regierungen beschädigt. Wenn die USA es waren, dann nur in Absprache.

    • @ box:

      In dem von Ihnen zitierten Kommentar habe ich den Menschen ins Gewissen geredet, dass sie besser kein Kind zeugen, d.h. besser verhüten, um Abtreibungen zu vermeiden. Ihr Vorwurf, dass ich Eugenetik vertreten würde, ist also nachgerade absurd.

      Auch wenn ich über diese Motive spekuliert habe, so habe ich in mindestens 3 verschiedenen Journalen Schwangere vor Abtreibungen gewarnt, weil diese für das Kind tödlich ist und sie wegen der Vollnarkose für die Frauen gefährlich ist.

      In dem von Ihnen zitierten Kommentar ging es die Frage, warum Frauen abtreiben, insbesondere in China. China hatte eine 1-Kind-Politk, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen und die zu Abtreibungen führte. Für diese Politik gab es wohl zum Teil einen Konsens, d.h. dass viele Frauen letztendlich abtrieben, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen. Und auch sonst gibt es ja viele mögliche Argumente/Motive gegen ein Kind und eines davon ist die Vermeidung von Überbevölkerung.

      Anstatt ein eigenes Kind zu zeugen kann man auch insbesondere eines von einer Frau adoptieren, die es sonst abtreiben würde. Dadurch rettet man ein Leben.

  7. PeterLau sagt:

    Werter Herr De Lapuente
    wieder ein Artikel wie so viele bereits von anderen Autoren, die mit einer sehr eingeengten Sicht auf Katar agieren.
    Sagen Sie mir wie es für einen Menschen ist, der zur Zeit nach Katar reist und kein Corona Impfzertifikat hat?
    Das wäre doch erwähnenswert gewesen. Ich lese die Zahl von 68.5% der Erdmenschen wäre aktuell Corona geimpft. Nehmen wir der Einfachheit halber an, 66,6% aller Erdmenschen hätten ein in Katar gültiges Impfzertifikat. Dann hätten 33,3% keines. Was bedeutet das zur Zeit in Katar für dies 33,3%? KEIN RESTAURANTBESUCH, KEIN BUSFAHREN, KEINE ÄRTZLICHE VERSORGUNG. Ist das kein Thema für Sie?

    Im Detail:
    Die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen während der WM für Besucher und insbesondere für Corona-Ungeimpfte IST eine schwere MENSCHENRECHSTVERLETZUNG.
    1. Der Corona-Tracking-App „Ehteraz ist zu installieren. Haben Sie kein passendes Handy dafür, müssen Sie sich eins kaufen (würde mich betreffen weil mein Handy kein Android oder IOS installiert hat sondern LineageOS).
    2. Volles Überwachungsprogramm: Zugangskonrolle mit APP, flächendeckende biometrische Überwachung mit Kameras etc.
    3. Ungeimpfte Reisende dürfen in das Land einreisen. Allerdings sind die Bestimmungen auch während der WM so, dass man es nicht tun sollte. Beispiele:

    Public Transport – Buses and Metro
    Etheraz App to be downloaded by all staff, drivers, and passengers. Entry to stations or buses will only be allowed for those with a green health status.

    Restaurants – Etheraz App to be downloaded by all staff and customers. Check that the health status is green to allow entry.

    Private Healthcare Facilities
    Ehteraz App to be downloaded by all employees and patients, and check that the status is green to allow entry.

    The Health Status for citizens, residents, visitors who have received the vaccine outside Qatar will remain green without a golden frame until their vaccine data is updated in the system or through the Overseas Vaccine Portal (www.ehteraz.gov.qa).
    Ohne Impfung oder ohne gültige Impfung bleibt die APP bei ROT!

    In Wirklichkeit ist Quatar die Hölle auf Erden: Voll biometrische Einreise, Überwachungs-APP vorgeschrieben, APP Eingangskontrolle überall, biometrische Kamera – Überwachung überall.
    Ungeimpfte müssen zu Fuss laufen, bekommen kein Essen in Restaurants, bekommen keine medizinische Hilfe. Aber lesen Sie es selber nach.
    https://covid19.moph.gov.qa/EN/travel-and-return-policy/Pages/default.aspx

    Ein bisschen schreibt das dt. Auswärtige Amt dazu: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/katar-node/katarsicherheit/202280

    • Kamyk sagt:

      Wieder so ein Moralisierungsbeitrag für Gratismutige. Lapuente hat absolut recht: die Unzulänglichkeiten der Rechtssysteme anderer Länder sollten uns nur peripher Interessieren. Wir haben genug heimische Baustellen. Wenn Quatar für Ungespritzte "due Hölle auf Erden" ist, wegbleiben. Nicht hinfahren. Sonst müssen die Quatarer selbst aufstehen und etwas ändern. Wir sollten uns da raushalten und zusehen, dass wir unsere unsere eigene plan-demiebedingte Gängelung endlich loswerden!

    • _Box sagt:

      Kamyk und wohl auch der Herr De Lapuente,

      ein jeder kehre vor seiner eignen Tür, da hat er genug Dreck dafür oder alternativ(!), jeder ist seines Glückes Schmied. Oder auch nicht. Ignorant und stolz darauf. Mal als krasses Bsp., was schuppt mich das Vernichtungslager im Nachbarland? Solche Rebellen kann sich der international bestens vernetzte und aufeinander abgestimmte Geldadel nur wünschen. Noch ne Frage an Kamyk, wegen der entarteten Sexualität. Wollten sie das mit der linken Demagogie noch irgendwie begründen?

    • Kamyk sagt:

      _Box:
      Zu deinem krassen Beispiel: solange ich in meinem eigenen Land KZ habe, sollte ich mich nicht über andere Länder auslassen. Das meint der Autor damit. Und so sehe ich es auch – hier werden Fachkräfte importiert, die Ehrenmorde in der Hauptstadt der BRD begehen, woke Gutmenschen blenden es aber aus und echauffieren sich stattdessen über Quatar. 🤦

      Zu der linken Demagogie – wie soll ich es begründen?

    • Kamyk sagt:

      _Box: was ich noch vergessen habe – der international bestens vernetzte und aufeinander abgestimmte Geldadel freut sich eher über Leute, die sich unter verschiedenen Vorwänden in einen Krieg ziehen lassen, oder in blödsinnige selbstzerstörerische "Sanktionen"… So die Deutschland jetzt..

    • Kamyk sagt:

      Box: was ich noch vergessen habe – der international bestens vernetzte und aufeinander abgestimmte Geldadel freut sich eher über Leute, die sich unter verschiedenen Vorwänden in einen Krieg ziehen lassen, oder in blödsinnige selbstzerstörerische "Sanktionen"… So die Deutschland jetzt..

    • _Box sagt:

      Mir ist klar was der Autor meint. Kopf in den Sand stecken. Sich klein machen. Reaktionär, kleinbürgerlich. Nur wird das dann nix mit der Emanzipation. Das Kneifen wird zur Gewohnheit, auch im "eigenen" Land. Wem gehört das überhaupt? Ich schätze mal den Kapitalisten. Und die sind heile froh daß man die Machtunterworfenen so gut gegeneinander ausspielen kann. Und mit irgendwelchem Kikikram ablenken kann.

    • hog1951 sagt:

      Moin, #_Box

      ‚Mein‘ Hauptfeind steht mir als Herrschender, als Kapitaleigner in ‚meinem‘ Land gegenueber; das bedeutet, dass sich ‚mein‘ Kampf gegen den Unterdrueckungsapparat in meinem Land abspielt und nicht irgendwo anders.
      Wenn wir Massstäbe anlegen, wie Sie sie fordern:

      „Das Kneifen wird zur Gewohnheit, auch im "eigenen" Land.“ und weiter
      „ Und die (die Kapitalisten) sind heile froh daß man die Machtunterworfenen so gut gegeneinander ausspielen kann. Und mit irgendwelchem Kikikram ablenken kann.“

      Das will doch keiner, und das habe ich auch nicht bei dem Foristen #Kamyk herausgelesen!
      Aber wenn hier mit einem Vernichtungslager argumentiert wird, dann muss doch zumindest die Scharia und die damit verbundene Bestrafung durch Hand/Fussabhackung herangezogen werden und nicht ‚nur‘ die Unterdrueckung von queeren Menschen.

      mfG

    • _Box sagt:

      Nein Hog1951,

      Kamyk und diverse Andere lenken ab. Diese spielen die nationalistische und rassistische Karte. Die Äußerung über Ehrenmorde, während des zeitgleichen globalen Großangriffs der Kapitalisten ist da sehr deutlich. Das ist der Duktus der gesteuerten Opposition.
      Ich weiß von unsrer kürzlichen Debatte um China und weiteren Gelegenheiten, daß die nationalistische Karte bei ihnen zieht. Raushalten, egal wo. Es bleibt beim nein. Das tun die Kapitalisten nicht, die sind bestens aufeinander abgestimmt. Wenn Opposition einen Sinn machen soll geht das nur auf gleicher Ebene.

      Und schließlich sind wir eine Menschheitsfamilie. Oder nicht? Also auch wenn der Vater ein Säufer ist, der den Sohn verprügelt und Mutter und Tochter anschaffen schickt.

    • Kamyk sagt:

      @_Box: ich lenke nicht ab, sondern versuche die Aufmerksamkeit auf den eigenen Hof zu lenken. Ihr Linke (anhand von deinen Aussagen verorte ich dich sehr weit links – liege ich damit etwa falsch?) lenkt die Aufmerksamkeit immer auf Probleme, die woanders liegen (z. B. Quatar) oder auf Lapalien (z. B. CO2). Dabei handelt ihr erstens gratismutig – sich in DE irgendwo festzukleben, brennende Reden zu schwingen oder Solidaritätsdemos mit Frauen in Iran zu organisieren bringt kein Risiko mir sich. Fahrt doch alle dorthin, geht dort auf die Straße und zeigt, was für tolle Menschenrechtler ihr seid.
      Zweitens – ihr seid diejenigen, die alenken. Und zwar von den Problemen in DE. Ich hab noch nie eine linke Demo für eine in DE ermordete Muslima(-aussteigerin) gesehen. Oder für ein deutsches mehrfach vergewaltigtes und ermordetes Mädchen, das ja in den Augen der Täter "doch nur eine Frau" war. Dafür war die Krönung der linken Verwirrtheit der Spruch von einer linken Demo: "My body – my choice, egal wie lang mein Kopftuch ist!" 🤣🤣🤣🤣 Man muss schon tief-links sein, um die Idiotie dieses Slogans auszublenden. 🤪🤪
      Für mich steht fest – wenn man sich zum Wektretter aus der Ferne aufschwingen kann, sind linke ganz vorne mit dabei. Wenn man vor der eigenen Haustür kehren sollte – quälende stille von links. Oder im besten Fall das herumwerfen mit Rassismusvorwürfen, wie du gerade eben eindrucksvoll unter Beweis gestellt hast.

      Und damit sind wir bei deinen Vorwürfen (verflixt, wat ne Überleitung 😜😜) – ja, ich spiele die nationalistische Karte völlig absichtlich und ganz bewusst aus. Falls du das verdrängt haben solltest – der Vorläufer der EU war als ein Bund der Nationen geplant. Und nur so hätte es auch funktionieren können. Die EUdSSR, die gerade ensteht, wird früher oder später krachend scheitern. Außerdem ist es nichts als linke Propaganda, zu behaupten, nur eine Globalisierung wäre gut. Es stimmt einfach nicht. Nationale Integrität gepaart mit guter Zusammenarbeit mit anderen Nationen wäre viel besser. Was du auch bei deiner überschwänglichen Kritik am Kapitalismus gerne ausblendest, es ist eben die linke Globalisierung, die den gierigen Kapitalisten das Auslagern der Produktionsstätten in Billigländer oder das vermeiden von Steuern ermöglicht. Auch wenn du es nicht wahr haben willst – ihr seid daran mitschuldig, dass mein Knoblauch (!) aus China mit einem Schiff hierher transportiert wird!

      Was wiederum den Rassismus-Vorwurf angeht, ist es eine typisch linke Framing-Methode zur Diskriminierung des Gesprächspartners. Unter echten Demokraten, die an Meinungsvielfalt glauben, zieht diese billige Diffamierung nicht. Und bevor du dich noch weiter mit irgendwelchen Vorwürfen verrenst – wie du meinem Nick vielleicht entnehmen kannst, bin ich kein Biodeutscher.

      Und zum Schluss noch zu deiner Kritik am Kapitalismus. Hier muss ich dir teilweise recht geben. Das, was die gierigen Heuschrecken veranstalten, geht auf keine Kuhhaut. Nur es ist hier so ähnlich, wie beim Kommunismus – es ist so entartet, dass es mit der Grundidee praktisch nichts mehr gemeinsam hat. Und ja, der Patient (Kapitalismus) ist schwer krank. Trotzdem finde ich, wir sollten den Patienten heilen, nicht austauschen. Denn gegen was?

      Und nein – wir sind nur im übertragenen Sinne eine (Menschheits-)FAMILIE! Und wir sollten erst bei uns selbst aufräumen, bevor wir unsere ach so überlegene Moral den anderen aufdrängen.

    • hog1951 sagt:

      Moin, #_Box (29.11. um 5.40)

      Der Hauptwiderspruch ist doch immer noch der, zwischen ‚Kapital‘ und ‚Arbeit‘?!
      Und so ordnet sich jeder andere Widerspruch unter als Nebenwiderspruch. Und hier ganz besonders die woke Mittelschichtsforderung nach Gleichstellung von queeren Menschen. (Zur Erklärung: ich halte Homosexualität nicht fuer behandlungswuerdig und jeder soll sein Sexualleben so gestalten wie er will, die Grenze ziehe ich da, wo andere geschädigt werden).
      Was sich allerdings hier entwickelt, ist der reine Hohn, wenn z.B. Kindern Pupertätsblocker gegeben werden (sollen), damit sie sich später als normal (pupertätsverzögernd) entscheiden können, ob sie männlich oder weiblich sein wollen; zumindest fuer ein Jahr, denn danach darf man ja wieder neu entscheiden. Diese ganze ‚Nummer‘ ist sowas von kaputt, und man erkennt, dass es nicht von der sog. Unterschicht entwickelt und getragen ist, sondern von Menschen, die (aus dem sog. Mittelstand kommend) ihre spiessbuergerliche Seite versuchen abzustreifen und sich mit diesem woken Verständnis öffentlich machen.
      Diese Nebenwidersprueche sind von den Herrschenden entwickelt worden, um genau diese Klientel zu erreichen, damit sie eine Spielwiese haben und nicht auf ‚dumme‘ Gedanken kommen.
      Um noch kurz auf die kasperartige Vorstellung der deutschen Fussballdiplomaten und auf die Faeser zu kommen: Welch eine Idiotie! Man wusste seit der Zeit, als Beckenbauer die Schmiergeldzahlung einstrich und Katar als Austragungsort feststand, welche Bedingungen Katar vorhielt. Man hatte also mehrere Jahre Zeit, entweder sich aus dem Geschäft zurueckzuziehen, oder aber sich damit abzufinden, dass es tote Wanderarbeiter/sklaven gab und eben die Schwulen verfolgt wurden.
      Diese Kasperei lenkt 1. ab und 2. ist es besserwisserisch, zumal sich nicht das Geringste ändern wird in Katar. Dort wo ich wohne, nennt man soetwas ‚fuer die Vitrine‘ gemacht.

      mfG

    • _Box sagt:

      Kamyk,

      wird auch in der Wiederholung nicht besser. Ablenkmanöver und Fehletikettierungen, garniert mit Bildchen(sprache). Ich glaub die Ägypter haben sowas verwandt. Ist mir gleich ob's die gender und diversity oder Blut und Boden Ablenkmanöver sind. Mit links hat das nichts zu tun. Der Geldadel hat stets Agenten für (vordergründig) verschiedene Faschismen.

      Anbei das noch:

      Wir sind, was volkt!
      27. Dezember 2018 Richard Winterstein

      Neofaschisten skandieren griffige Parolen und offenbaren darin ihr gestörtes Verhältnis nicht nur zur deutschen Sprache, sondern auch zu deren Bedeutungsinhalten. Aber nicht nur das!
      (…)
      "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!"

      Eine wahrhaft revolutionäre Parole! "Deutschland den Deutschen …!" Deutschland ins Eigentum der Deutschen, d.h. aller Deutschen überführen – das hat was! So sei das aber gar nicht gemeint? Wie denn dann? Aha, der zweite Teil der Parole darf dabei nicht unterschlagen werden: Die Ausländer müssen natürlich außer Landes geschafft werden, denn darauf kommt's in erster Linie an. Und wenn die dann alle weg sind, gehört Deutschland endlich wieder den Deutschen allein. Will heißen: Die Anwesenheit von Ausländern im Land ist verantwortlich dafür, dass Deutschland eben nicht den Deutschen gehört. Wenn das so ist: Gehört Deutschland heutzutage dann den Ausländern? Kann man so auch nicht sagen, denn die haben uns Deutschen Deutschland allein aufgrund ihrer Anwesenheit ja eigentlich gar nicht weggenommen. Es ist noch da und gehört überwiegend deutschen Eigentümern. Was also will uns die Parole sagen?

      Mit der Eigentumsfrage hat die genau genommen gar nichts zu tun. Es geht dabei auch gar nicht um den Verteilungsmodus deutschen Eigentums, denn das ist bekanntlich selbst unter Deutschen höchst ungleich verteilt: Wenige besitzen sehr viel, viele sehr wenig! Das soll in den Augen derer, die diese Parole skandieren, auch gefälligst so bleiben! Deutschland soll, geht es nach dieser Parole, also gar nicht als Heimat krasser sozialer Ungleichheit denunziert, sondern als nationalistisch einheitlich strukturiertes Gebilde eingefordert werden. Deutschland ist unser Deutschland, wenn alle Ausländer weg sind! Und es hat auch dann immer noch unser Deutschland zu sein, wenn der Mehrheit der Bevölkerung wenig mehr als vielleicht ein Auto und die Wohnungseinrichtung gehört.

      Die reale Einkommens- und Eigentumsverteilung hat für das deutsch-nationale Einheitsempfinden überhaupt keine Rolle zu spielen. Das nationale Wir-Gefühl hat es nicht nötig, sich mit lästigen Besitzverhältnissen herumzuschlagen. Als deutscher Landsmann steht uns der größte Mietwucherer noch immer um ein Vielfaches näher, als unser besitzloser Mieternachbar mit ausländischer Herkunft, der unter der gleichen Wuchermiete leidet, wie wir. Soziale Gegensätze, mit denen die Nation reichlich ausgestattet ist, sind dem überzeugten Neofaschisten überhaupt kein hinreichender Grund, seine Identifikation mit dem nationalen Ganzen in Frage zu stellen.

      https://www.heise.de/tp/features/Wir-sind-was-volkt-4258505.html

    • _Box sagt:

      Hog1951,

      ich hatte bereits bei anderer Gelegenheit auf einen Artikel von Wolf Wetzel verwiesen und noch Peter Nowak für das woke Manöver hinzugenommen:

      One Love = Zero
      25. November 2022 Wolf Wetzel

      Bei all dem WM-Medienzauber sollte man das nicht aus den Augen verlieren: Die Vergabe an Qatar fand vor etwa zehn Jahren statt. Man hatte dies vorteilhaft für alle großen Player arrangiert, mit legalen und illegalen Mitteln – also so, wie im wirklichen Business-Leben auch.

      Erst als Qatar den Gas-Deal, den Deutschland 2022 „vorgeschlagen“ hatte, abgelehnt hatte, erinnerte sich Deutschland an die Menschenrechtsfrage und spielte die Karte aus.

      Dabei muss man deutlich sagen, dass die Menschenrechtsfrage bekanntlich viele Facetten hat: Ausbeutung, Unterdrückung, diktatorische Verhältnisse, Polizeigewalt, Rechtlosigkeit, Kriege und Kriegsverbrechen … und Diskriminierung von Minderheiten.

      Man hat sich – mit Bedacht – für die letzte Karte entschieden.

      Denn die europäischen Staaten eint ganz viel mit der Familien-Diktatur in Qatar:

      Kapitalismus, Ausbeutung, Hunger und Verarmung als Waffe und die gewaltsame Aufrechterhaltung dieser Herrschaft.
      (…)
      Julian Assange: In Qatar im Gefängnis?

      Was wäre passiert, wenn der Kapitän der englischen Nationalmannschaft mit dieser „Binde“ aufgelaufen wäre? Was würde die FIFA machen, wenn ganz viele WM-Teilnehmer sie tragen? Was wäre, wenn man diesen Streit eskalieren würden anstatt klein beizugeben?

      Geht es nur um ein „Menschenrechtsticket“ und nicht um die Menschenrechte überall?
      Hat man Angst, dass der One-Love-Ball im eigenen Tor landen könnte, wenn man wirklich und ehrlich über Moral und Doppelmoral diskutieren und streiten würde?

      In einer Welt, in der ein nahender Weltkrieg, mit ganz viel europäischer Beteiligung kein Problem ist, und wofür man sehr viel, recht viel riskiert, in einer solchen Welt möchte man keine „gelbe Karte“ riskieren!

      Das liegt auf der Werteskala so knapp über Null.

      Am 23. November 2022 hatte die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Spiel gegen Japan. Was wird sie machen? Im Vorfeld wurde gemunkelt, das man sich andere (sanktionsfreie) Aktionsformen überlege.

      Tatsächlich hielten sich die deutschen Nationalspieler die Hand vor dem Mund – für ein Mannschaftsfoto. Die Kommentatoren waren dann auch alle dabei und lobten die Entschlossenheit der Deutschen, sich nicht den Mund verbieten zu lassen und an ihrem Engagement für Menschenrechte festzuhalten.

      Dieselben – aus den Chefetagen – halten alle zusammen das Maul, wenn es wirklich Menschen tun, für (die Einhaltung der) Menschenrechte kämpfen, wie zum Beispiel Julian Assange, der als Mitbegründer der Plattform „WikiLeaks“ u.a. Kriegsverbrechen der USA aufgedeckt hatte.

      Julian Assange sitzt in keinem Gefängnis in Qatar, sondern in einem Gefängnis im „Mutterland der Demokratie“.

      https://overton-magazin.de/kolumnen/kohlhaas-unchained/one-love-zero/

      Das Problem am "woken Kapitalismus" ist nicht die Wokeness
      12. November 2022 Peter Nowak
      Ultrarechte und bürgerliche Mitte haben ein neues Kampfterrain entdeckt. Manchmal dienen dabei auch "Linkskonservative" als Feigenblatt. Ihnen gegenüber stehen Emanzipationsbewegungen, die vom System fast zu Tode umarmt werden.

      https://www.heise.de/tp/features/Das-Problem-am-woken-Kapitalismus-ist-nicht-die-Wokeness-7338544.html

      Unabhängig davon, habe ich häufiger den Eindruck als redeten wir aneinander vorbei. Was bei den Rudimenten einer Online-Forumsdebatte wohl auch nicht ausbleibt.

    • _Box sagt:

      Hog1951,

      vlt. noch der Hinweis. Wenn ich Kamyk mit Herrn De Lapuente zusammenwerfe, kommt das nicht von ungefähr. Er bedient auch gerne die antiemanzipatorischen Sprachregeln der Pseudo-Opposition:

      Bolschewoke, Aufklärung reloaded & ohrknopfgesteuerter Biden: Die Alternativmedienschau
      3. September 2022
      https://www.neulandrebellen.de/2022/09/bolschewoke-aufklaerung-reloaded-ohrknopfgesteuerter-biden-die-alternativmedienschau/

      Wird er in den Kommentaren darauf angesprochen, kommt mein Name ist Hase.

    • Kamyk sagt:

      @_Box: ich muss schon sagen, dass mich deine @_Box: ich muss schon sagen, deine „Antwort“ lässt mich ratlos zurück. Offenbar ist es dir nicht möglich, meinen Aussagen argumentativ zu begegnen. Stattdessen wirfst du zwei Kampfparolen rein, wiederholst deinen haltlosen Vorwurf und fertig. 🤦‍♀️

      Das Hineinkopieren ganzer Teile links-chauvinistischer Artikel, die weder im Zusammenhang mit dem hier diskutierten Beitrag noch mit meinen Aussagen stehen, ist nur peinlich. Und dass man dort z.B. von „vermeintlicher“ Frühsexualisierung lesen muss, zeigt nur, wes Geisteskind der Autor ist. Widerlich. Und wie sieht es mit dir aus?

      Ganz lustig finde ich hingegen, dass du mir „Fehletikettierungen“ vorwirfst, aber einen Artikel reinkopierst, in welchem der Querschnitt der Gesellschaft, welcher sich auf der Straße Gehör zu verschaffen versucht, von dem offensichtlich linksextremen Autor propagandistisch als „Neofaschisten“ diffamiert wird. Fehletikettierung par excellence eben. 🤣🤣

    • _Box sagt:

      Kamyk,

      sehen sie, sie bestimmen mit ihren Ablenkmanövern und Bullshitting eben nicht das Terrain auf dem die Auseinandersetzung stattfindet. Mglw. bleiben sie bei Twitter oder WhatsApp, schon allein wegen der Menge an infantilen Bildchen.

      Anbei noch zwei Ausführungen zu ihrer Methode:

      Demokratiemanagement durch Techniken der Mentalvergiftung

      Besonders wirksam sind Arten der Manipulation, die direkt auf den Kern unserer mentalen Kapazitäten zielen und dazu beitragen, in den Köpfen Chaos anzurichten, aus dem sich dann politischer Nutzen ziehen lässt, Diese Formen der Manipulation will ich hier, in Ermangelung eines geeigneteren Wortes, „Mentalvergiftung“ nennen. Eine Mentalvergiftung kann auf eher affektive oder eher kognitive Bereiche unseres Geistes zielen.
      Am einfachsten läßt sich dies auf affektivem Wege bewerkstelligen. Durch die Erzeugung von geeigneten intensiven Affekten lässt sich das Denken lähmen und die Aufmerksamkeit von den eigentlichen Zentren der Macht ablenken und auf jeweils gewünschte Ablenkziele und Ablenkthemen richten.

      Besonders erfolgversprechend ist die systematische Erzeugung von Angst und Hass, die seit jeher zu den wirksamsten Instrumenten der Kontrolle der öffentlichen Meinung gehören. Lasswell stellte schon 1972 klar: „Es darf keine Zweifel darüber geben, auf wen sich der Hass der Öffentlichkeit zu richten hat.“ Durch die Erzeugung von Hass lässt sich Ängsten ein geeignetes Zielobjekt geben, auf das sich Affekte des Volkes richten können. Dadurch ist sichergestellt, daß sich Empörungsenergie und Veränderungsbedürfnisse nicht gegen die Zentren der Macht richten.

      (…)
      Populismus als politischer Kampfbegriff

      Auch „Populismus“ ist – ähnlich wie „Antiamerikanismus“ – ein Verklammerungsbegriff mit einer komplexen Verwendung. Populismus beinhaltet im Kern eine Form der politischen Kommunikation, die durch volksnahes Sprechen und unzulässige Vereinfachungen auf Affekte zielt. In diesem Sinne sind alle unsere Volksparteien populistische Parteien. Wenn sich die großen Parteien durchgängig selbst ausgesprochen populistischer Methoden und Strategien bedienen, stellt sich natürlich die Frage, warum sie so heharrlich den Begriff „Populismus“ als politischen Kampf- und Ausgrenzungsbegriff verwenden.
      Die Antwort findet sich in einem weiteren charakteristischen Merkmal populistischer Haltungen, nämlich einer fundamentalen Kritik an den Eliten. Es ist gerade dieser Aspekt, der den Machteliten natürlicherweise missfällt. Wie kann nun so eine Fundamentalkritik an den Machteliten zum gedanklichen Sperrgebiet gemacht und somit aus dem als „vernünftig“ anzusehenden Diskussionsraum ausgegrenzt werden? Dies läßt sich wieder durch eine geeignete Verklammerung mit geächteten Haltungen bewerkstelligen. Dazu ist der Rechtspopulismus mit seinen ideologischen Kernelementen sehr hilfreich. Auf Seiten einer völkischen Rechten wird die Gegenüberstellung von Volk und Eliten noch einmal verschärft. Jedoch ist bei ihr mit „Volk“ nicht einfach das Staatsvolk gemeint, sondern ein ethnisch weitgehend homogener „Volkskörper.“ In diesem Denken wird die Einheit und Intaktheit des Volkskörpers nicht mehr durch Rasse-Identitäten gestiftet, sondern durch kulturelle Identitäten oder nationale Identitäten – Konzepte, die ebenso Fiktionen sind wie der biologische Begriff von Menschenrassen. Die Aufgabe einer politischen Führung sei es nun, den „Volkswillen“ zum Ausdruck zu bringen. Die gegenwärtigen Eliten seien dazu aber nicht in der Lage, weil sie zu korrupt und unmoralisch seien. Der Rechtspopulismus richtet sich also direkt gegen „die da oben“ – nicht jedoch, weil er grundsätzlich gegen eine Elitenherrschaft wäre, sondern weil er gegenwärtige Eliten durch eine nationalistisch bis rassistisch gesinnte Elite ersetzen will.
      (Rainer Mausfeld, Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören S. 72/77/78)

      Und:

      Die alltägliche politische Sprache von Politikern und Journalisten geht jedoch in der Regel weit über traditionelle Formen populistischer Kommunikation hinaus. Diese politisch-journalistische Alltagssprache fällt in eine gänzlich andere Kategorie volkstümlicher Vereinfachungen und volkstümlicher Affektnähe. Sie fällt überhaupt nicht mehr in eine Kategorie rationaler Kommunikation, denn die Sprache hat hier alle argumentative Struktur eingebüßt und dient hier nicht mehr einer möglichst rationalen Vermittlung von Überzeugungen und Gesichtspunkten. Sie wird nicht mehr als ein Instrument betrachtet, mit dem sich durch argumentative Bemühungen um eine Objektivierung subjektiver Interessen eine gemeinsame Basis zur Kommunikation über unterschiedliche Denkwelten bereitstellen läßt.
      Vielmehr artikuliert sich in der von Politikern und Journalisten zumeist favorisierten Sprache ein tiefer Anti-Intellektualismus und mit ihm eine Geringschätzung, wenn nicht gar Verachtung für das Argument überhaupt. In derartigen Diskurssimulationen, wie sie die Medien tagtäglich inszenieren, gibt es nichts mehr, das sich durch Argumente oder empirische Befunde widerlegen ließe. Jeder Widerlegungsversuch würde nur ein neues Rauschen an Wörtern hervorrufen, bei denen längst die Frage bedeutungslos geworden ist, was sie und ob sie überhaupt etwas bedeuten. Selbst die Bezeichnung »Diskurssimulation« wäre ein Euphemismus, da die Vorstellung von dem, was eigentlich simuliert werden soll, schon längst nicht mehr vorhanden ist. Alles ist möglich, alles ist zulässig – nach dem Motto: My Ignorance is as good as your knowledge! Was alleine zählt, ist der Zustimmungseffekt bei den Adressaten. In der politischen Kommunikation scheint mittlerweile der letzte verbliebene Hort von Rationalität bei den PR-Agenturen zu liegen, die noch einer gewissen technischen Rationalität folgen, wenn sie möglichst wirkungsstarke Worthülsen entwickeln und erproben. Bei den politischen Anwendern dieser sorgfältig auf Effekt getrimmten Worthülsen geht es hingegen nur darum, im politischen Streit publikumswirksam zu siegen und mit geeigneten Signalwörtern möglichst wirkungsvoll »Freund« und »Feind« zu markieren. In solchen Formen politischer Diskursverwahrlosung und Diskursverrohung ist Sprache nur noch Fortsetzung der Faust mit anderen Mitteln.
      Zugleich dient die durch eine Verwendung bedeutungsleerer, doch effektstarker Worthülsen hervorgebrachte politische Diskursvermüllung – der gegenüber sich jedes altmodische Reden über fake news nur noch als lächerlich erweist – einem weitergehenden machtstrategischen Ziel, bei der Bevölkerung – in Hannah Arendts Worten – grundsätzlich die Befähigung blockieren oder zu zerstören, überhaupt irgendwelche Überzeugungen ausbilden zu können.
      (Rainer Mausfeld, Angst und Macht – Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien, S. 43/47)

    • Kamyk sagt:

      @_Box: es ist schon erheiternd, wie du pseudo-intellektuelle Linkspropaganda reinkopierst, anstatt etwas eigenes zu schreiben. 🤣🤣🤪🤪

      Naja, was soll man dazu noch sagen…

      Im Übrigen: "Sie" und "Ihre" schreibt man im Deutschen groß. Lass es dir von einem Polen (von mir) erklären. 😜😜🤣🤣

      Tjaaa, und wenn man keine Argumente hat, bleibt einem nichts anderes, als sich über "Bildchen" lustig zu machen. Darauf erst einmal ein 🍷🥂

    • _Box sagt:

      Kann nicht sein, Polen liegt doch nicht hinterm Mond, denn das mit dem Großschreiben gilt für Briefe. Hier noch was für ihre Profession:

      Wer hat uns die Fakten geklaut?
      23. September 2019 Matthias Becker
      (…)
      Die naheliegende Frage, ob ein Propagandist selbst an die Lügen glaubt, die er verbreitet, lässt sich oft nicht eindeutig beantworten. Viele Diskussionen bewegen sich in einer eigentümlichen Grauzone. Gänzlich gleichgültig ist die faktische Wahrheit seiner Aussagen nur dem bezahlten Online-Propagandisten (wenn er nicht zugleich ein Überzeugungstäter ist), und dem Troll, der aus der Frustration seiner Opfer Befriedigung zieht.

      Tatsächlich hat eine psychologische Studie mit dem schönen Titel Trolls just want to have fun ermittelt, dass Trollen oft mit sadistischen Neigungen einhergeht. Beim beruflichen Desinformanten überwiegen finanzielle Motive, beim lustorientierten Desinformatieren aggressive, das Ideologische ist für sie zweitrangig.

      https://www.heise.de/tp/features/Wer-hat-uns-die-Fakten-geklaut-4532552.html

      Und:

      Werden Trolle gezielt aktiviert? Wie sind sie organisiert?
      Albrecht Müller
      21. Dezember 2020 um 15:52 Ein Artikel von: Albrecht Müller

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=68223

      Leserbriefe zu „Werden Trolle gezielt aktiviert? Wie sind sie organisiert?“
      07. Januar 2021 um 17:15 Ein Artikel von: Redaktion

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=68615

      Ist auch kein, wie sie annehmen mögen, Kavalliersdelikt:

      Zitat aus Brechts ‚Galilei’: „Hätte ich widerstanden, hätten die Naturwissenschaftler etwas wie den hippokratischen Eid der Ärzte entwickeln können, das Gelöbnis, ihr Wissen einzig zum Wohle der Menschheit anzuwenden! Wie es nun steht – so fährt Galilei fort – , ist das Höchste, was man erhoffen kann, ein Geschlecht erfinderischer Zwerge, die für alles gemietet werden können.“

      Und ein weiterer, sozusagen der sozial-revolutionäre Aspekt: „Wer die Wahrheit nicht weiß“, sagt Galilei, „der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ (110)
      Denn wer die Wahrheit – so hat Galilei immer wieder gelehrt – eine Lüge nennt,
      der verwirrt die Köpfe der Leute, der nimmt ihnen die Möglichkeit,
      richtig zu denken und somit überlieferte Machtansprüche auf ihre Verlogenheit hin zu durchschauen.
      Wer die Wahrheit eine Lüge nennt, ist somit ein sozialer Verbrecher, weil er dazu beiträgt,
      die bestehenden Verhältnisse, in denen das Volk beherrscht, ausgebeutet, gepeinigt wird,
      zu verfestigen.

      Aus:
      Galileo Galilei – Bertolt Brecht
      „Von der Verantwortung des Wissenschaftlers“

      Vortrag im Rahmen der Schloss-Stadt-Gespräche der ServiceResidenz Schloss Bensberg am Mittwoch, dem 28. März 2007;
      zuletzt gehalten: Versöhnungskirche, Rösrath am 4. November 2009;

      Referent: Dr. Peter Wieners

      http://www.dr-peter-wieners.de/autoren-a—l/brecht/leben-des-galilei/vortrag-galilei-brecht-von-der-verantwortung-.html

    • Kamyk sagt:

      @_Box: diesmal werde ich einen Text reinkopieren, um dich mit Fakten zu konfrontieren. Auch wenn ich weiß, dass euch Linken die Fakten nicht wichtig sind. 🤣

      Siehe da:
      "Die Formen des Anredepronomens Sie schreibt man immer und überall groß und auch die Formen des entsprechenden Possessivpronomens, d. h. auch in der wörtlichen Rede im Prosatext: „Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus?“ „Solche, die ich Ihnen nicht auf die Nase binden will“ (Willi Achten: Die florentinische Krankheit)." Quelle: https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Gross-oder-Kleinschreibung-von-sieSie

      Einen Kommentar zu deinem wieder mal reinkopierten Geschwurbel erspare ich mir. 😳

    • rhabarbeer sagt:

      Hallo in diese Runde

      ich finde das `hin & her` hier ja eigentlich recht `schön` …
      Nur… ;)
      … vielleicht macht es `ergänzend` Sinn bzw. stößt auch auf `Lust` zb. folgende Fragen jeweils aus der eigenen Sicht mal mit bewusst auf eine `Essenz` reduzierten eigenen Antworten zu ergänzen:

      Was ist das aktuelle zu lösende Hauptproblem (gemeint als zb eine den meisten wahrnehmbaren Problemen innewohnenden `Gemeinsamkeit`)
      a) in `Deutschland`
      b) in der `Welt`
      ?

      Was ist für a) / b) ein wesentlicher Fokus/Schlüssel für die Reduzierung/Auflösung des Hauptproblems
      ?

      …und viele Grüße in die Runde

    • _Box sagt:

      Sry Kamyk, ich fand die "Rechtschreibreform" inkl. "Nachbesserungen" schon immer genauso trollig.

    • Kamyk sagt:

      Da muss ich dich enttäuschen – Sie und Ihnen wurde schon vor der Rechtschreibreform groß geschrieben.

    • _Box sagt:

      Kamyk,

      mglw. könnten sie auch erläutern, warum ihr Satz ab dem Bindestrich unleserlich erscheint:

      https://apolut.net/was-ist-wahr-am-corona-narrativ-von-mike-yeadon#comment-254404

  8. KaraHasan sagt:

    Vielleicht sollten wir uns darauf einigen, dass es zwei Arten von Homosexualität gibt. Zum einem die Angeborene und zum anderen die Anerzogene. Und ich finde, Zweiteres müssen wir nicht unbedingt fördern.

    • Kamyk sagt:

      Ich denke wir sollten gar keine Homosexualität "fördern". Und an dieser Stelle widerspreche ich dem Autor ganz entschieden: es gibt für mich nichts Böses dabei, due Homosexualität als NICHT normal anzusehen. Wir sind im Grunde Primaten und und unsere Sexualität sollte sich im Normalfall schon im Groben an der Möglichkeit der Fortpflanzung richten. Es ist mE nur linke Demagogie, Homosexualität als etwas Normales hinzustellen. Natürlich dürfen Homosexuelle niemals verfolgt oder sonst gegängelt werden!

    • Irwish sagt:

      Es gibt psychologische Modelle, auch außerhalb der Freudschen Psychoanalyse, die sozusagen nachweisen, daß die sexuelle Orientierung auf das eigene Geschlecht Resultat fehlgeleiteter Erziehung ist. Eine genetisch determinierte Homosexualität konnte dagegen bislang nicht nachgewiesen werden.

      Wenn also Homosexualität Zeichen psychischen Störung sein soll, stellt sich die Frage, warum erstens lesbische Frauen kaum je dieses Ausmaß an Verfolgung auf sich gezogen haben und zweitens, wieso dann nicht alle psychischen Störungen quasi verboten oder verfolgt werden und wurden. Letzteres geschah zumindest teilweise, wobei jedoch immer der jeweilige Zeitgeist bestimmt, was als krank, abartig, verfolgungswürdig usw. gilt.

      Es geht jedoch um etwas anderes: Menschen sollten grundsätzlich nicht diskriminiert oder anderweitig herabgesetzt werden, schon gar nicht dafür, daß sie individuelle Lösungen für ihre Probleme gefunden haben, egal wie absurd oder hilfreich sich diese Lösungen in Ihrem, des Beobachters bzw. des Andersdenkenden Geist darstellen.

      Während der Hexenverfolgungen in Europa wurden – letztlich wahllos – hauptsächlich Frauen verfolgt und ermordet; nicht weil sie etwas verbrochen hatten, sondern weil der damalige Zeitgeist von Angst vor dem Teufel und dem Fegefeuer durchdrungen war und Männer vor Frauen Angst hatten. Lesen Sie dazu bei Interesse die entsprechende kritische Literatur zum Thema, insbesondere die Werke von Thomas S. Szasz. (1) Der Autor beschreibt in seinen Büchern nicht nur die Wandlung der Inquisition zur heutigen Psychiatrie, sondern auch die Zusammenhänge zwischen Drogensucht und kulturellem Unbehagen, zudem das autoritäre Betragen zahlreicher Psychiater und Psychiatriebefürworter wie auch die Produktion von (angeblichem) Wahnsinn, vor dem die Gesellschaft geschützt werden müsse. Daß schon allein der heutigen Gesellschaft ein gewisser und nicht zu unterschätzender Wahnsinn innewohnt, haben die beiden Autoren Erich Fromm (2) und Arno Gruen (3) eindrücklich dargestellt.

      (1) Das Ritual der Drogen
      http://irwish.de/PDF/Szasz/Szasz-Das_Ritual_der_Drogen.pdf
      Die Fabrikation des Wahnsinns
      http://irwish.de/PDF/Szasz/Szaz-Fabrikation_des_Wahnsinns.pdf
      Grausames Mitleid – Über die Aussonderung unerwünschter Menschen
      http://irwish.de/PDF/Szasz/Szasz-Grausames_Mitleid.pdf
      Psychiatrie, die verschleierte Macht – Essays über die psychiatrische
      Entmenschung des Menschen
      http://irwish.de/PDF/Szasz/Szasz-Psychiatrie_die_verschleierte_Macht.pdf
      Theologie der Medizin
      http://irwish.de/PDF/Szasz/Szaz-Theologie_Medizin.pdf

      (2) Die Pathologie der Normalität
      http://irwish.de/PDF/Psychologie/Fromm/Fromm-Die_Pathologie_der_Normalitaet.pdf

      (3) Der Wahnsinn der Normalität – Realismus als Krankheit: eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität
      http://irwish.de/PDF/Psychologie/Gruen/Gruen-Wahnsinn_Normalitaet.pdf

      Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Hinterlassen Sie eine Antwort