Ein historisches Interview | Von Hermann Ploppa

Der beliebteste TV-Moderator der USA, Tucker Carlson, führte ein Interview mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Vielleicht kann das Gespräch zum Gamechanger werden.

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Das Tucker-Interview mit Putin ersetzt gewissermaßen die nicht vorhandene Diplomatie zwischen den USA und Russland. Zwar gibt es immer noch das sogenannte Rote Telefon, das seit den Zeiten der Kubakrise im Jahre 1962 zwischen den Präsidenten der beiden Großmächte eingerichtet wurde. Doch Biden hat seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine das Rote Telefon nicht mehr benutzt, um den Konflikt zu entschärfen. Diese Nicht-Kommunikation fördert willentlich die Eskalation eines regionalen Konfliktes zu einem Weltenbrand. Das scheint im Raumschiff der US-Regierung in Washington wohlwollend einkalkuliert zu werden.

Doch immer mehr normale US-Bürger sehen nicht mehr ein, warum Milliarden von Dollars für Kriege in Ländern, die fast kein Amerikaner kennt, verpulvert werden. Und zuhause in der amerikanischen Provinz ist kein Geld für elementarste öffentliche Aufgaben da. Erziehung, Bildung, Kultur, Gesundheit, regionale Infrastruktur, alles verrottet.

Ein Gespräch mit dem Kriegsgegner Putin wäre eine gute Idee, um Geldmittel für die Reparatur der USA politisch durchsetzen zu können.

Und nun nähert sich auch noch die Präsidentenwahl im nächsten November. Auch die beiden Häuser des Washingtoner Kongresses werden mit neuen Parlamentariern besetzt. Da ist es hochexplosiv, wenn ein beliebter Fernsehmoderator in das Geschehen eingreift und die Narrative der Kriegsregierung mit den Auffassungen des Feindes konfrontiert.

Das ist Sprengstoff in den Händen der Opposition. Ich will die Frontstellung so charakterisieren: Auf der einen Seite stehen die „Bidenisten“. Die Demokratische Partei mit ihrem senilen Präsidenten Joe Biden. Ihre Strategie zur Erhaltung der US-Vorherrschaft in der Welt besteht darin, Russland soweit zu schwächen, dass es womöglich in viele Einzelstaaten zerfällt. Dem stehen die „Trumpisten“ gegenüber. Die Trumpisten wollen die Weltherrschaft der USA sichern, indem sie das konservativ-christliche Russland auf ihre Seite ziehen wollen, um sich dann ganz auf den Krieg gegen das als kommunistisch wahrgenommene China konzentrieren zu können.

Auch Tucker Carlson ist in diesem Sinne ein „Trumpist“. Es gibt noch andere unabhängige Kanäle in den USA wie zum Beispiel Redacted. Sie sind wie frühere neokonservative Medien auch in ihrer Ausrichtung christlich-konservativ und strikt antikommunistisch. Außerdem lassen sie alle eine Nähe zur Ölindustrie erkennen. Sie sind aber im Gegensatz zu früheren konservativen Medien weniger ideologisch und sehr viel pragmatischer eingestellt. Es geht jetzt nicht um einen christlich-endzeitlichen Glauben, sondern um ganz konkrete Probleme der ordinary people, draußen im Lande. Diese Sendeformate werden immer beliebter und haben zum Teil die gängigen, meistens privaten, Mainstream-Formate überholt. Denn sie müssen keine bestimmte Agenda durchpeitschen und müssen kein Blatt vor den Mund nehmen.

Die unabhängige Medienszene ist zu Tucker Carlson gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Denn Carlson hat jahrelang als Moderator bei den führenden Mainstream-Sendern CNN und Fox News gearbeitet. Im April 2023 allerdings wagte es Carlson, öffentlich die Finanzkrake BlackRock zu kritisieren. Dummerweise war BlackRock kurz vorher als Teilhaber bei Fox News eingestiegen. Fox News wurde von BlackRock genötigt, sich von seinem Star-Moderator und Quotenbringer Carlson zu trennen. Da machte Carlson seinen eigenen Sender auf und jagt als Alleinunterhalter den Mainstream-Medien jede Menge Quoten ab.

Und so ist niemand in den USA augenblicklich geeigneter, als Volkstribun eine Art Parallelpolitik zu betreiben und sich mit Putin zusammenzusetzen. Es liegt in Carlsons Hand, einen möglichen nuklearen Weltenbrand zu verhindern, indem er massiv auf die Meinungsbildung in den USA, kurz vor den Wahlen, Einfluss nimmt.

Überall auf der Welt wissen die „einfachen“ Leute, dass sich die Kräfteverhältnisse auf dieser Welt in den letzten Jahren massiv verändert haben. Nur den US-Bürgern und den Briten wird diese Wahrheit vorenthalten. So sagt es Carlson in seinem Ankündigungsvideo in Moskau. Und die Warnung der US-Regierung vor diesem landesverräterischen Interview mit dem Feind hat natürlich ein enormes Interesse erregt. Nach dem Motto: Verbotene Früchte schmecken am besten.

Das Interview

Es gibt gewisse Regeln für ein erfolgreiches Interview. Es soll natürlich nackte Fakten vermitteln. Da das aber zu dröge ist, muss es spannend sein, wie Frager und Antwortender menschlich miteinander können. Und neben informativ wertvollen Fragen muss man auch weniger wichtige Fragen stellen, um den Spannungsbogen zu halten.

So. Und hier ist gleich der Super-GAU eines Interviewers passiert. Denn Putin reißt die Sache für die erste halbe Stunde des insgesamt zwei Stunden währenden Interviews an sich. Er hält einen drögen Vortrag über die Geschichte der ukrainisch-russischen Beziehungen — und das seit dem Jahr 800, wenigstens nach Christus. Also muss Carlson das Interview im Nachhinein anmoderieren und sich quasi für dieses Impulsreferat bei seinen Zuschauern entschuldigen. Er hatte den Verdacht, so sagt er, dass Putin Zeit schinden wollte. Sie kennen das alle: Sie fragen bei einer öffentlichen Veranstaltung einen Politiker etwas. Der antwortet: „Das war eine gute Frage!“ Um Sie und das ganze Publikum mit irgendeinem anderen Thema einzuschläfern.

Es gibt in den US-amerikanischen Parlamenten die eklige Unsitte des Filibusterns. Ein Redner darf im Kongress so lange über ein Thema schwafeln, wie er möchte. Manche Redner haben mehrere Tage geschwafelt. Und das strittige Thema war begraben. Darauf spielt Carlson hier an. Um dann zu sagen, dass Putins Exkurs in die Geschichte durchaus — im Nachhinein betrachtet — gerechtfertigt war.

Und nun geht es los. Wir sehen Putin und Carlson auf Barockstühlen in einem historischen Saal des Moskauer Kremls sitzen. Carlson braun gebrannt im vollen Saft der mittleren Lebensjahre. Putin dagegen wirkt erschöpft, ein bisschen resigniert. Er hat die Stimme eines alten Mannes, während das Gesicht erstaunlich faltenfrei ist. Die beiden Männer, das zur menschelnden Konstellation, mögen sich. Aber es kommt trotzdem nicht jener spritzige intellektuelle Austausch zustande, den man aus anderen Zusammenhängen von Putins Gesprächen gewohnt ist. Der Esprit ist heute zuhause geblieben. Carlsons Mimik, sicher vorher genau überlegt, wechselt zwischen skeptischem Brauen-Hochziehen und mildem Lächeln.

Putin ist ein Asket, der sein Privatleben mit Ehefrau und den zwei Töchtern im Jahre 2013 aufgegeben hat. Putin ist mit Russland verheiratet. Diese Melancholie ist im Interview deutlich zu spüren.

Also beginnt Putin ungebeten mit seinem Vortrag über die komplexen Beziehungen zwischen Ukrainern und Russen. Das ist in der Tat eine hochkomplexe Geschichte. Wenn man die nicht kennt, kann man nicht wirklich verstehen, was die russischen Streitkräfte eigentlich in der Ukraine sollen. In den Reichen von Kiew und Nowgorod gab es nur ein russisches Volk. Brüche kamen dann durch den Mongolensturm. Das Territorium der Ukraine wechselte immer wieder den Besitzer. Nichtsdestoweniger fühlten sich neunzig Prozent der Menschen dort als Russen. Auch in der Sowjetunion wurde die ethnische und kulturelle Identität der Völker respektiert und gepflegt. Der Auftritt von knallharten Nazis an der Seite Hitlers hat eine Brutalisierung eingebracht, die wesentlich zum heutigen Dilemma beigetragen hat, sagt Putin. Nach dem Maidan-Putsch ist es nunmehr unvermeidlich geworden, den Krieg so lange weiterzuführen, bis die Nazi-Organisationen zerschlagen sind.

Carlsons Gesicht wird immer länger. Putin: „Ja, ich habe Sie doch am Anfang gefragt, ob Sie eine Talkshow haben wollen oder ein ernsthaftes Gespräch?“

Nun geht es um die amerikanisch-russischen Beziehungen. Putin betont, dass er im Gespräch mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton diesem durchaus angeboten hat, mit dem Westblock zusammen ein gemeinsames Bündnis zu schmieden, im Interesse des Weltfriedens. Das sei aber nicht zustande gekommen. Er habe sich sogar mit George Bush dem Älteren getroffen, um über eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur zu verhandeln. Daraus ist nichts geworden, wie wir alle wissen.

Und überhaupt sei George Bush der Jüngere gar nicht so blöd, wie alle immer glauben. Er selber sei hervorragend mit ihm klargekommen. Eine solche Konstellation hätte ja hervorragend den Vorstellungen der Trumpisten entsprochen, denke ich mir. Gott sei Dank, so kann man einwerfen, ist daraus nichts geworden. Denn Russland, der NATO-Block und die USA geeint gegen den Rest der Welt, das wäre letzterer wohl schlecht bekommen.

Man sieht, Putin ist kein Hardliner. Er ist immer noch Diplomat und möchte am liebsten einfach nur Frieden mit dem Westen. So ist er gezwungen, zum Helden der unterworfenen ehemaligen kolonialen Völker aufzusteigen und an der Seite Chinas an einer neuen Weltordnung zu bauen.

Da ist zum Beispiel die gescheiterte Friedensvereinbarung in Istanbul. Es hat drei Verhandlungsrunden gegeben, an deren Ende ein fertiger Friedensvertrag zwischen Russland und der Ukraine gestanden hat. „Der Krieg hätte vor sechzehn Monaten schon zu Ende sein können!“, sagt Putin. Doch da kam dann der damalige britische Regierungschef Boris Johnson und setzte Selenskyj unter Druck, nicht zu unterschreiben, letzter Hand wahrscheinlich auf Veranlassung Washingtons.

Wer bestimmt eigentlich die Politik in den USA? Der Präsident ja offenkundig nicht. Es gibt sogar mal eine kleine Anspielung auf die Demenz des amtierenden Präsidenten Biden. Nein, so Putins Diagnose, es sind andere Kräfte hinter dem Weißen Haus und dem Capitol. Und immer wieder kommt Putin auf die CIA zu sprechen. Irgendwie möchte Putin auch hier nicht so richtig an die wirklichen Drahtzieher aus dem militärisch-industriellen Komplex und der Finanzwelt heran. Er ist eben diplomatisch, wie immer. Was dann doch enttäuscht. Er möchte doch nicht so richtig ran an den heißen Brei und hofft immer noch, diese Kreise nicht für alle Zeiten zu vergrämen.

Und Tucker Carlson möchte Putin gerne das Stichwort geben, dass er nicht andere Länder angreifen will. Nein, so Putin, was soll er denn in Polen? Wir schlagen nur zu, wenn die Polen uns angreifen. Und was ist mit der Sprengung von Nordstream, dem größten Terrorismus-Akt im Energiesektor und die größte CO2-Emission in der Geschichte? Jetzt wird es sogar mal witzig. Putin zu Carlson: „Waren Sie das?“ Carlson: „Nee, zu der Zeit war ich woanders.“ Großes Gelächter. Putin: „Im Gegensatz zu Ihnen kann die CIA kein Alibi vorweisen!“

Warum machen die Deutschen nichts? Eine Gasleitung von Nordstream könnten wir Russen wieder aktivieren. Eine weitere Pipeline geht durch Polen. Deutschland ist durch die EU der größte Sponsor Polens. Aber es geht kein Gas mehr durch Polen. Und auch auf die Ukraine könnten die Deutschen Druck ausüben, die Pipelines wieder freizumachen. Schließlich bezahlen die Deutschen die ukrainische Rüstung.

Spannend ist der Abschnitt, in dem es um den neuen Block BRICS geht. Wieder betont Putin seinen Wunsch nach Harmonie. Ja, es gibt zwei große Machtblöcke, und BRICS hat G7 überholt. Aber das menschliche Gehirn hat zwei Hälften, die zusammenwirken. Es ist schlimm, wenn die beiden Machtblöcke gegeneinander arbeiten. Putin führt eine ganze Reihe wirklich sehr interessanter Statistiken auf, die den Aufstieg des BRICS-Blocks belegen. Und hier wird auch das Potential dieses Gespräches für die Zuschauer in den USA deutlich.

Wenn die USA nichts unternehmen, um ihre Infrastruktur in Ordnung zu bringen, werden sie weiter ins Hintertreffen geraten. Das passt jetzt gut in die Stimmung in den USA. Ja, und was tun die USA, um dieser Situation zu begegnen? „Gewalt, Gewalt und nochmal Gewalt!“, so Putin.

Leider meint Carlson, jetzt das Thema wechseln zu müssen. Sicher nicht aus Gründen der Selbstzensur. Er möchte einfach möglichst viele Zuschauergruppen bedienen. Also werden noch religiöse Fragen angeschnitten. Dabei enttäuscht Putin seinen amerikanischen Gast: „Nein, ich glaube nicht, dass eine höhere Macht unsere Politik lenkt. Da gibt es recht viele irdische Faktoren.“ Dann noch einen Fragenblock zu künstlicher Intelligenz und zum ersten Weltpolitiker ohne Staat, nämlich Elon Musk, dessen Privatvermögen aktuell bereits so hoch ist wie der Jahresetat mancher Staaten.

Carlson will jetzt noch einen Gefangenen in Russland freisetzen lassen. Der Korrespondent der Financial Times, Evan Gershkovich wird in Russland gefangen gehalten als vermeintlicher US-Spion. Ob Putin den mal eben freilassen kann? Putin stöhnt genervt, windet sich: „Das ist eine Sache der Geheimdienste. Wenn es einen Gefangenenaustausch geben soll, dann werden die sich darum kümmern.“ Wieder will Putin nicht wirklich anecken bei seinen westlichen „Partnern“, wie er den Westen vor dem Ukrainekrieg nicht müde wurde zu titulieren. Wir alle wären sehr dankbar gewesen, wenn er jetzt mal das Schicksal von Julian Assange angebracht hätte. Hat er aber nicht, und das ist schlimm, weil Assange demnächst in die USA ausgeliefert werden soll.

Doch Melodie und Rhythmus sind nach nunmehr einhundert Minuten Interview raus. Noch ein bisschen Geplänkel über den Ukrainekrieg, bis Putin genervt sagt: „So nun ist aber gut. Das Gespräch ist doch wohl jetzt zu Ende, oder?!“ Carlson: „Großartig. Vielen Dank!“

Schlussfolgerung

Trotz allem: Dass das Gespräch stattgefunden hat, und dass die Übertragung bei so vielen Klicks nicht zusammengebrochen ist, das ist schon ein großer Erfolg. Die „einfachen“ Bürger der USA können sich jetzt endlich bei Putin direkt über seine Sicht der Dinge informieren.

Dieses Interview kann zu einem Gamechanger avancieren. Es kann die zunehmende Kriegsmüdigkeit und Verdrossenheit über die Verrottung der amerikanischen Infrastruktur in sinnvolle friedliche Kanäle lenken.

Es gibt im November leider nur die Alternative: Bidenisten oder Trumpisten. Der Sieg der Trumpisten bedeutet mitnichten eine Aufgabe der hegemonialen Ansprüche der USA. Aber die Aussichten, dass der Krieg gegen Russland von europäischem Boden aus seinen Anfang nimmt, ist zumindest deutlich verringert. Sicherheit und Wohlstand kann es letztendlich auf diesem Globus nur geben, wenn die Amerikaner ihren Anspruch auf Weltherrschaft endgültig aufgeben.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 10. Februar 2024 bei manova.news

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Bildquelle: Frederic Legrand – COMEO / shutterstock

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Kommentare (55)

55 Kommentare zu: “Ein historisches Interview | Von Hermann Ploppa

  1. Gute Zusammenfassung – danke!

  2. Einhorn_inge sagt:

    Historisches Interview hahaha
    Hat Putin eigentlich schon jemand gesagt dass die Mongolei der Eigentümer über Europa und halb Asien ist? Auch Russland wurde von der Mongolei eingenommen. Wenn jemand ein Anrecht auf die Krim und die Ukraine hat dann Dschingis Khan=)

  3. Krishna sagt:

    "Jenseits von But und Böse" war diese Interview eine philosophische und diplomatische Glanzleistung, ich hoffe es wird in Diplomatenausbildungen analysiert und setzt einen neuen Standard. Wer von unseen westlichen Politdarstellern wäre dazu in der Lage?
    Da es weltweit gesehen wird, nehme ich an, der Mann hat sich was dabei gedacht:
    Der historisch für viele zu lange Teil, wird für die US-Amerikaner, welche mangels eigener Kulturgeschichte Europa lieben, zeigen, daß es sich bei Russen um gebildete geschichtsbewußte Menschen Handelt, die abwägen und überlegen.
    Die Ukrainer mag es an die einstige, bessere Zeit der Übereinkunft erinnern.
    Die Tiefe des Gespräches, war NUR mit einem wohlwollenden Journalisten so möglich, alle anderen westlichen Moderatoren bringen nur Verhöre zustande, da kann Wahrheit nicht erblühen.
    Die Hinweise auf die Gehirnhemisphären in Bezug auf die Spaltung zwischen Ukrainern und Russen ist von beachtlicher Tiefe. Er bezeichnet mangelnde Hemisphärensynchronisation als behandlungsbedürftige Krankheit, die Spaltung der Seele, welche aber nicht dauerhaft sein kann, denn die Seele sei unspaltbar. Das ist vielschichtig: Oberflächlich betrachtet, natürlich die russische und Ukrainische Seele als Eins zu bezeichnen, aber andererseits ein Weckruf an westliche Eliten, wleche teils mittels rituellem Mißbrauch an Kindern diese Spaltung absichtlich betreiben: Tief im Vertrauen sagt Putin also, daß dieser Zustand nur temporär sein kann. (Was passiert wenn er aufgelöst wird hier: https://www.youtube.com/watch?v=wTQD4xzVKRQ)
    "Die Russische Seele" als entität zu bezeichnen geht tief in die alchemistische philosophie Platons, – der Staat als spiegel der menschlichen Seelenorganisation, hinein.
    Auch die Erwähnung einer Volksseele, wie einer österreichischen, italienischen, —-oder Deutschen?-darf das bei uns überhaupt gesagt werden?- spricht dafpr, daß Putin aus spirituellem Hintergrunde schöpft.
    Das Treffen in dem Raume ist eine ähnliche Szene, wie Beelzebubs Erzählungen an Seinen Enkel am Beginn, als Beelzebub erstmals über die Dreihirnigen Wesen auf der Erde spricht. Vermutlich ist Georgi Gurdjieff der geistige Vater Putins, das dringt aus vielen seiner Ansprachen und Lebensweise lückenlos hervor. Falls jemand verstehen will, ist Gurdjieff vermutlich der Schlüssel.

    • Nevyn sagt:

      Interessant, danke Krishna. Ich gehe davon aus, dass jeder, der in dieser Welt echtes Format zeigt, einen spirituellen Hintergrund hat, sei es nun von der einen oder die anderen Seite her. Das sind Menschen, die bewusst Verantwortung und auch Schuld auf sich nehmen in diesem Weltentheater. Weiter will ich hier nicht ins Detail gehen, um nicht unnötig die blindwütigen woken Horden auf Dinge zu lenken, von denen sie nicht mal ahnen, dass es sie gibt und bei deren Erwähnung bei ihnen nichts weiter entstehen würde als Schaum vor dem Mund und Gekeife.

      Putin ist klug. Er weiß, was er sagt. Man mag über ihn denken, was man will, er wird ernst genommen. Es ist dämlich, ihn zu dämonisieren. Aber die gleichen Leute die das tun, beten ja auch grüne Politiker an. Da weiß man dann Bescheid.
      Das Interview war wichtig. Wir haben es Carlson zu verdanken. Das ist ein Fakt. Welche Rolle er sonst noch spielen mag, ändert daran nichts.

      Wir sind Zeugen von einschneidenden Veränderungen in der Weltgeschichte. Wir werden nicht in den alten Zustand zurück kehren. Das ist auch gut. Wie der neue aussieht, hängt von uns allen ab.

    • Krishna sagt:

      Danke Nevyn, für die aufmunternden Worte.
      Leider gibt es hier keine Funktion für PN.
      Es hat ja jeder Recht. Im Dialog des Austausches der Argumente schleifen wir uns im Nähern an die Wahrheit.
      Philosophischer Diskurs ist vermutlich die älteste Bildungsmethode.
      Einander gegenüberzstehen in Uneinigkeit der Argumente, aber auf dem Boden der Menschlichkeit, das nannte man einmal Kultur.
      Putin ist "Autokrat" ich würd eher sagen "Monarch", der Allein herrschende. In Gurdjieffs Werk, aber auch bei Platon wird dies als idealer Staat beschrieben, die Herrschaft des Philosophen.
      Natürlich bin ich anderer Ansicht, wenngleich nicht grundlegen.
      Auch ich wünsche die Herrschaft des Logos.
      Umgesetzt in Referenden, – der beste Vorschlag gewinnt.
      Ich bin einer der wenigen Demokraten.
      Wie Putin auf die Untelbarkeit der Seele vertraut, so traue ich den Menschen in Abstimmeng, wenn diese jenseits der Propaganda stattfinden.
      Aber nach 70 Jahren "Demokratie" gibt es mmer noch keine Demokraten.
      Vielleicht eine evolutionäre Sackgasse.
      Satyam eva Jayate.

    • Nevyn sagt:

      »Putin ist "Autokrat" ich würd eher sagen "Monarch", der Allein herrschende.«

      Ja, das ist er. Aber nicht, weil er machtgeil ist. Er musste das als Skopionaszendent mit dem Löwen am MC mühsam lernen. Es gibt Parallelen zu Ludwig XIV, der ein ähnliches Horoskop hat und von Jules Mazarin lernte. Gut möglich, dass es bei Putin Gurdjieff war. Darüber weiß ich nichts. Aber ohne (auch initatische) Ausbildung wird man nicht so, erreicht man nicht so ein Format und die Fähigkeit so viel Verantwortung und damit auch Schuld auf seine Schultern zu laden.

      Dagegen wirken unsere Politiker nicht nur wie Kinderchen, sie sind es von der Bewusstseinsebene her auch. Ein Grund, warum sie von den führenden Köpfen dieser Welt nicht ernst genommen werden können.

      Putin und Ludwig verkörpern die „Sonne“ in ihrem System. Als Skorpionaszendent ist Putin vom Wesen her eher scheu und feinsinnig.
      Aber der Herrscher des 1. Hauses, Pluto, steht bei ihm direkt am MC, in der Berufung. Er stellt ihn in die Himmelsmitte, in die Berufung. Und so regiert er halt auch. Den Rest spare ich mir mal.

      Ich denke auch, dass Putins Vorbild der solare Staat ist. Man schaue nur, wie die Wachen bei seinen Auftritten die Köpfe nach ihm ausrichten wie Pflanzen nach der Sonne. Usw. Er zelebriert das ganz bewusst. Es hält sein riesiges Land zusammen wie die Planeten auf der Umlaufbahn um die Sonne.

      Die Amis wundern sich wahrscheinlich heute noch, wie so ein riesiger Fisch wie Russland, den sie bereits im Kescher hatten, wieder heraus springen konnte. Die Antwort heißt „Putin“ und das wissen seine Landsleute, auch wenn sie mit vielem, was er sonst tut, vielleicht nicht einverstanden sind.

    • Krishna sagt:

      Wow, interessante Analyse!
      Find ich gut, das Niveau in den Kommentaren etwas zu heben :)
      Was Schuld angeht, -und Christiph Hörstel erzählte, daß er bei seinem Treffen auch leicht und Scherzhaft war, trotz der Verantwortung,- ist er im Reagieren. Er handelt nach den Taten der westlichen Mächte, sein Ziel nicht aus den Augen verlierend. Durch reine Reaktion entsteht keine "Schuld". Das künnte seine Leichtigkeit erklären.
      Als im Feb. 2022 der Konflikt eskalierte, sah Putin für eine Weile Krank aus: 1 Milliarde Menschen (der Westen)projizierten den "Sündenbock" (siehe Altes Telstament) auf ihn. Hollywood kennt die Dunkle Seite der Macht.
      Gleich im Vorwort von Beelzebubs Erzählungen…. steht die Antwort. Allerdings ist sie teuer erworben, und muß deshalb dort "erarbeitet" werden.

    • Quin Igitur sagt:

      Auch von meiner Seite vielen Dank, Krishna, für Ihre interessanten Gedankengänge!

      Was ist ein „idealer Staat“ (oder Politiker) und wo und wie kann es einen solchen überhaupt geben?

      Das meines Erachtens Entscheidende dazu haben Sie in Ihrem ersten Beitrag dezent, doch für den aufmerksamen Leser eben klar sichtbar, in einem Nebensatz versteckt:

      „der Staat als spiegel der menschlichen Seelenorganisation“

      Dieser ganz und gar elementare Punkt wurde von Generationen an „linkshirniger“ – um Nevyns metaphorischen Ausdruck von einer anderen Stelle aufzugreifen – akademischer Platon-Rezeption nicht verstanden, und erzeugte all jene bekannten Flachland-Auslegungen, die wie Popper und seine verschiedenen „fakten“-verliebten Epigonen etwas von totalitären Ansätzen und freiheitsbeschneidendem „Kastensystem“ erzählten.

      Doch der gute Sir Karl war eben ein linkshirniger Denker durch und durch – entsprechend hörte seine Lektüre des Dialogs allerspätestens bei der zweiten Deutungsebene auf, stieß aber in der Regel nicht einmal bis zu dieser vor, mit aufmüpfig-nervigem Platschen im Seichtwasser des Wörtlichen verbleibend.

      Auch wenn der Gedanke angesichts der Proportionen im Dialogaufbau etwas absurd erscheinen mag, sind die Bücher II-X der Politeia im Kern bloß ein einziges großes Gedankenexperiment zu Buch I, also dem eigentlichen Gegenstand. Das Gespräch wird ja mit der Frage eingeleitet, was denn überhaupt Gerechtigkeit sei. Und nur weil es sich dabei, wie die Dialogfigur Sokrates erläutert, um eine zu große, zu komplexe Frage handle, um sich ihr direkt annähern zu können, wird nach einem greifbaren Modell gesucht, anhand dessen es möglich wird, sich das Wesen dieser Idee Schritt für Schritt zu erschließen. All die „Kasten“, all die „Herrscher“, all die „Regeln“ und „Gebote“ sind somit nichts anders als Visualisierungshilfen – analoge Übertragungen ideeller (also: seelischer) Prinzipien auf das exemplarische, doch dem damaligen Rezipientenkreis eben wohlvertraute, Feld der Politischen.

      Für diejenigen, denen das „Seelische“ zu abstrakt wirkt, hat Gadamer dies in seinen Aufsätzen „Platos Staat der Erziehung“ und „Platos Denken in Utopien“ auch „linkshirnig“ gut erklärt.

      Es wird im Dialog mehrfach klar betont, dass es sich beim skizzierten „Staat“ um ein Konstrukt handelt, in dem a l l e s an s e i n e m Platz ist. Wer kausal-mundan liest und generell im Denken am Materiellen haften bleibt, kann darin schon mal ein „Zwangssystem“ erblicken. Wer hingegen den Blick nach Innen kennt und begreift, was eigentlich das wirklich Ideelle an Platons Idealismus ist (wie es vor allem die sog. Neoplatonisten sehr eindrücklich getan haben), wird auch verstehen, dass sich all diese Prozesse zunächst in der eigenen Seele abspielen müssen. Der lebendige Kontakt zu dieser und das damit verbundene reflektierte Durchschreiten immer neuer Bewusstseinsräume lassen den Menschen a u s s i c h h e r a u s jene „Regeln“ und „Zwängen“ auferlegen, denen er sich dann (Und nein, das ist kein Widerspruch und ganz, ganz, ganz sicher nicht im Sinne von Karlchens „freiwiliger Impfpflicht“ gemeint – doch die Liebhaber der Homunculus-Suche gefallen sich eben sehr darin, heilige Prinzipien in maximal pervertierter Parodie zu verhöhnen) f r e i w i l l i g „unterwirft“, da er verinnerlicht hat, dass das Beschreiten einer neuen Bewusstseinsstufe mit einem Respektieren und L e b e n kosmischer Gesetze einhergehen muss.

      „Philosophischer Diskurs ist vermutlich die älteste Bildungsmethode“ – schreiben Sie weiter, Krishna.

      Ob es wirklich die älteste ist, weiß ich nicht, auf alle Fälle ist er aber in meinen Augen die höchste – die „Königsdisziplin“ des Lehrens und Lernens. Und folgen wir hier weiter Platon, stellt sich heraus, dass ein lernend-lehrender philosophischer Diskurs in erster Linie ein Diskurs m i t s i c h s e l b s t ist. Alles Wissen sei ja im Menschen schon vorhanden bzw. angelegt, bloß durch die Anamnesis bei einer neuen Inkarnation vergessen worden, weswegen die Aufgabe des philosophischen „Unterrichtens“ im Prinzip darin bestehe, dieses wieder hervorzuholen – entsprechend bezeichnete sich der platonische Sokrates auch als Hebamme. Im Menon wird dies sehr anschaulich vorgestellt.

      Und nun, nach dem zugegebenermaßen etwas längeren Ausflug in andere Gefilde, etwas Entspannendes zum Lachen und Erden: Nehmen Sie mal die von Platon beschriebenen ewigen Prinzipien sowie deren „ideelle“ Verkörperungen und vergleichen dies mit dem geistigen Horizont unserer wunderbaren wertewestlichen Politdarsteller…

      Da brauche ich erstmal ne Lieferung Kobold, um das zu verdauen…

    • Nevyn sagt:

      Bei Koboldblau muss ich an die Schlümpfe denken.

      »Ich bin doch nur ein einfacher Zauberer mit einfachen Wünschen:
      Ich will unendliche Macht und wie ein Gott verehrt werden.«
      Gargamel

      Ähnlichkeiten mit lebenden oder aus Versehen verstorbenen Personen des transhumanistischen Covens wären rein zufällig.

      Manche Kommentare hier lassen sich mit viel Genuss lesen. Amüsant erzählt, verpackt wie kleine Pralinen, völlig kalorienfrei und obendrein bekommt man, wenn man gut zuhört, wie nebenbei die Weltformel mit geliefert. Dies ist eine Form der Sucht, der ich möglicherweise erliegen könnte. :)

    • Quin Igitur sagt:

      Das aus Ihrem Munde, Nevyn…

      Umso angenehmer, weil es umgekehrt genauso funktioniert. Bei „Wer den Himmel auf der Erde sucht, hat in Geografie geschlafen.“ von einer anderen Stelle musste ich nicht nur wirklich fröhlich auflachen – der Satz schwebte auch bei meinen Gedanken zu fragwürdigen Politeia-Auslegungen stets irgendwo im Hinterkopf…

      Wenn zwei Spiegel sich wechselseitig spiegeln, was ist dann eigentlich das Objekt?

      Und das Subjekt?

    • Nevyn sagt:

      Danke. Ich lasse Ihre Frage hier bewusst ohne Antwort, Quin Igitur, mit dem schon bekannten Hinweis, vielleicht ein andermal an anderer Stelle darauf zurück zu kommen.

      Im Moment klingt in mir nach, dass die Menschen nur die Gesellschaftsform annehmen können, zu der sie innerlich seelisch fähig sind.

      Dann wäre die im Raume stehende neue Knechtschaft möglicherweise ein Gnadenerweis von höherer Stelle, denn was soll man mit Menschen tun, die dabei sind, sich selbst und ihren Planeten zu zerstören? Kann denn die Vorstellung, das eigene, kurze, bedeutungslose Leben möglichst angenehm und „glücklich“ unter Verbrauch möglichst vieler Ressourcen zu verbringen, auf höherer Ebene bestehen? Oder gehören solche Menschen tatsächlich in eine „Massenmenschhaltung“, wo sie nach Harari ja auch alles haben werden, was sie dumpf und bespaßt mit allerlei Kinkerlitzchen zufrieden vor sich hin modern lässt, während der Planet, nun vor ihnen geschützt, sich allmählich erholen kann?
      Wir sehen doch, dass die überwiegende Zahl der Menschen zumindest in der westlichen Welt mit der ihnen gewährten Freiheit nichts anzufangen wusste. Eine Entfaltung des Bewusstseins auf breiter Front, die zur Unterwerfung unter kosmische Gesetze durch eigene Einsicht geführt hätte, und damit zu einem Leben in Harmonie mit dem Kosmos, also der Ordnung, ist ausgeblieben.

      Selbst die, die den Wunsch haben, sich selbst zu vergotten, sind in der absoluten Minderzahl, denn auch das ist ja richtig anstrengend. Die Heißen und die Kalten sind selten wie eh und je.

      Der Planet ist voller lauer Zombies, die nur fressen, saufen und sich vermehren wollen und halt ein bissen bespaßt werden, damit sie dazwischen vor Langeweile nicht sterben. Brauchen wir von denen wirklich noch ein paar Milliarden mehr?

      Welche Herrschaftsformen sind also sinnvoll? Die Chinesen scheinen da einen für sich durchaus erfolgreichen Weg zu gehen. Nun versucht man, sie im Westen zu kupfern, was nicht funktionieren wird, weil der zu Grunde liegende Kult ein anderer ist.
      Ich kann gut verstehen, dass ein Alien, der von außen drauf schaut, nur mit dem Kopf schüttelt, so er denn einen hat. Was hier auf diesem Planeten aktuell veranstaltet wird, ist für jemanden, der über ein wenig mehr Bewusstsein verfügt, nur schwer zu ertragen.

      Und weil das Thema hier Putin ist. Die Russen können mit einem Zaren offenbar gut umgehen. Er stellt eine sichtbare Verkörperung der Macht dar, nach der sie sich ausrichten können, wie nach der Sonne.
      Im Westen gibt es keine sichtbar verkörperte Macht. Hier regiert statt der Sonne Pluto. Alles spielt sich im Verborgenen ab. Die Macht ist spürbar, aber nicht sichtbar. Daher irren die Menschen durch die Gegend wie Planeten, denen das Zentralgestirn abhanden gekommen ist, durch das All trudeln.
      Man richtet Platzhalter ein, Projektionen der Macht, aber die Menschen spüren, dass dies nur Holografien von etwas sind, das sich nicht sehen können, und das damit unerkennbar und unangreifbar für sie bleibt. Das ist der Gegenentwurf zu Putins Sonnenstaat, die dunkle Sonne.
      Am Ende ist man immer bei Weiß und Schwarz und dem Elsterngleichnis von Wolfram von Eschenbach.
      Ich mache hier einen Punkt.

      Ist zwîvel herzen nâchgebûr,
      daz muoz der sêle werden sûr.
      gesmæhet unde gezieret
      ist, swâ sich parrieret
      unverzaget mannes muot,
      als agelstern varwe tuot.
      der mac dennoch wesen geil:
      wand an im sint beidiu teil,
      des himels und der helle.
      der unstæte geselle
      hât die swarzen varwe gar,
      und wirt och nâch der vinster var:
      sô habet sich an die blanken
      der mit stæten gedanken.
      diz vliegende bîspel
      ist tumben liuten gar ze snel,
      sine mugens niht erdenken:
      wand ez kan vor in wenken
      rehte alsam ein schellec hase

      Wolfram von Eschenbach, Elsterngleichnis.

    • Saphir sagt:

      "Die Tiefe des Gespräches, war NUR mit einem wohlwollenden Journalisten so möglich, alle anderen westlichen Moderatoren bringen nur Verhöre zustande, da kann Wahrheit nicht erblühen."

      Da musste ich schmunzeln. Sie meinen mit der Wahrheit die "russische Sicht" der Dinge. Ja ohne kritische Nachfragen kann diese in voller Blüte erblühen. Der wohlwohlende Interviewer ist dabei nur ein Stichwortgeber. Das kennt man ja auch hier bei Apolut. Nur ist diese Wahrheit sicher sehr weit weg von der Realität.

    • Krishna sagt:

      Wie mein Philosophieprofessor zu sagen pflegte: "Eine kleine Ungenauigkeit am Anfang, erzeugt eine große Ungenauigkeit am Ende"
      Google: Bei dem Selbstbestimmungsrecht der Völker geht es um einen völkerrechtlichen Rechtssatz, dem zufolge jede Nation das Recht hat, frei, also unabhängig von ausländischen Einflüssen, über ihren politischen Status, ihre Staats- und Regierungsform und ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu entscheiden.

      Ja, dies ist die "Andere" Sicht, welche mir durchaus bewußt ist.
      Das Problem liegt im Zusammenwerfen des Begriffes "Volk" und "Nation".
      Die Ukraine ist eine Nation. Die Ukrainer Ukrainisches Volk.
      Die Minderheiten wie Polen, Ungarn und Russen sind dennoch Polnisches, Ungarisches doer Russisches Volk.
      Dankele Ganser referiert in einem Vortrag zu diesem Thema, daß die UNO nach 1975 (damals war NACH dem Versuch die Südtiroler zu zwangsitalienisieren ein Autonomieankommen geschlossen worden, sodaß keine Gefahr mehr bestand, daß Südtirol dafür relevant wäre), überingekommen ist, daß eine ethnische Minderheit in einer Nation das Recht hat, sich seinem ethnisch entsprechendem Staate anzuschließen.
      Glücklich falls sie verstehen was ich damit sage, sonst sei dieser Kommentar für andere ein Denkanstoß.

    • Nevyn sagt:

      Ich stelle mir gerade vor, wie der Mathematiker Leonard Euler mit einem Freund über Integralgleichungen diskutiert. Da kommt eines seiner Kinder angelaufen und sagt: „Schau mal Papi, das Zeichen auf deinem Blatt sieht aus, wie eine Schlange.“
      Worauf Euler, wohl antworten würde: „Ja, mein Kind. Gehe jetzt mal noch ein bisschen spielen, nachher gibt es gleich das Mittagessen mit dem leckeren Brei, den du so magst.“

      Krishna, Ihre Replik bezieht sich offenbar auf das von Saphir Geschriebene, das wohl nur zum Ziel hatte, von der eigentlichen Diskussion in diesem Faden abzulenken, das Gespräch drei Ebenen nach unten zu ziehen und die Aufmerksamkeit an sich zu reißen. Sonst hätte er es nicht zusammenhanglos hier hinein gesetzt. Ist ihm auch gelungen und damit ein klarer Hinweis, dass wir auf der richtigen Spur waren.
      Es wäre hilfreich, solche trollingen Diversionsversuche in Zukunft zu ignorieren. Jetzt haben wir nämlich den Salat. Er k***t den Faden zu!

    • Krishna sagt:

      Oh, ich dachte see würd eh langsam auslaufen.
      Bis zum nächsten mal!
      Danke!

  4. Wird die "Alternativ-Medien-Scene" unterwandert vom Großkapital?

    Natürlich, wenn sie zu bedeutend in der öffentlichen Wahrnehmung wird, und sie ihre Narrative stören..

    So werden ehemals "Leit(d)medien-Schreiberlinge" als sogenannte "Alternative" eingeschleust. (s.u.Tucker Swanson McNear Carlson )

    "Die Menschen und Institutionen, die die Welt regieren, sind nicht an eine einzige Plattform, Methode, Nation oder Flagge gebunden. Oder ein [einziges] Medium. Sie kauften alle Zeitungen auf, weil diese nützlich waren, sie ‹syndizierten› alle Fernsehnetzwerke, weil die Leute TV schauten.

    Und jetzt, da die alten Medien aussterben, was glauben Sie, was sie tun werden? Wie ein Einsiedlerkrebs, der seine Schale wechselt, werden sie einfach von ihrem alten Zuhause in ein schönes, glänzendes neues ‹Indy›-Haus gleiten. Auf Wiedersehen, altmodisches CNN, hallo, ehrliche, völlig organische Guerilla-Nachrichten, die per Livestream auf X übertragen werden und völlig zufällig vom Algorithmus gefördert werden.

    Auf Wiedersehen lange Leitartikel in Zeitungen, hallo Zehn-Sekunden-Tiktoks von gefälschten Influencern in einer staatlich betriebenen Meinungsfabrik.

    Auf Wiedersehen Tucker Carlson, bezahlter Disinfo-Promoter, hallo Tucker Carlson, Stimme der neuen Medien, der irgendwie immer noch von genau den Kräften gefördert wird, die er eigentlich bekämpfen sollte. "

    aus:
    "Tucker Carlson ist ein Desinformations-Promoter"
    https://transition-news.org/tucker-carlson-ist-ein-desinformations-promoter

    Tucker Swanson McNear Carlson (* 16. Mai 1969 in San Francisco) ist ein US-amerikanischer Fernsehmoderator und politischer Kommentator.

    Er wurde als Gastgeber der CNN-Debattensendung Crossfire und der MSNBC-Show Tucker bekannt. Von 2016 bis 2023 moderierte er die abendliche politische Talkshow Tucker Carlson Tonight beim Fox News Channel. Während er zu Beginn seiner Karriere öffentlich noch liberale Ansichten vertrat, wurde er mit der Zeit konservativer. Carlson verbreitete zuletzt Verschwörungstheorien über Themen wie Einwanderung, die Corona-Pandemie, Besuche von Außerirdischen, den Sturm auf das Kapitol sowie den Ukraine-Krieg, bei dem er Behauptungen der russischen Propaganda übernahm.

    • Poseidon2 sagt:

      Nevyn schreibt:
      „Was ist Wahrheit?“ fragt Pontius Pilatus seine Frau Claudia, als diese ihm sagt, Jesus spreche die Wahrheit. Darauf antwortet sie ihm? Wenn du die Wahrheit nicht hören willst, kann sie dir niemand sagen.

    • GTMT sagt:

      Nun muss man Tucker Carlson 'madig' machen? Wer ist der Autor des Artikels? Wo war der bisher?

      Als Mensch mit gesundem Menschenverstand sollte JEDEM bewußt sein, dass Niemand perfekt IST!
      Keiner kann sich aussuchen wo & in welche Gesellschaft ( Familie & Staat) er geboren wird & wo & wie seine Sozialisierung statt fand!
      Der Weg ist das Ziel & das betrifft jeden Menschen!
      Wären wir alle schon superschlau zur Welt gekommen – ohne Irrungen & Wirrungen – sähe diese Welt wohl ganz anders aus!

      Man kann bei solchen Artikeln natürlich auch in Erwägung ziehen, dass die Menschen, die eine andere Ansicht zu TC & hier nach dem Interview mit Putin, haben, maximal verwirrt werden sollen – frei nach dem Motto: Vertraue NIEMANDEM, bleib allein, halte dich zurück, interessiere dich am Besten nur für dein kleines Umfeld & auch dort ist Vorsicht geboten – z.B.

      Vielleicht ist der Autor auch nur maximal beleidigt & neidisch, niemals solch ein Interview führen zu können?
      Man sollte & darf das SELBERDENKEN nicht aufgeben & nicht auf jeden Dahergelaufenen "hören"….

  5. Putins Vorspann über die russische Geschichte war für den Betrachter aus dem Westen, an den ja dieses Interview gerichtet war, nicht vorteilhaft. Es war zu lang, zu detailiert. Das hat man offensichtlich auch im Kreml erkannt, denn Putins Sprecher Peskow deutete diesen Teil des Interviews um in eine umfassende Information für historisch Interessierte. Es ging vermutlich darum, den Menschen im Westen zu zeigen und zu beweisen, dass Russen und Ukrainer historisch gesehen ein und keine zwei Völker sind, wie die westlichen Meinungsmacher immer den Eindruck zu erwecken versuchen.
    Vermutlich aber ist für viele Betracher der Vorgänge im Westen dieser Aspekt weniger bedeutend, eher für die Russen, denn sie kämpfen in ihren Augen gegen ein Brudervolk. Für die meisten weniger Interessierten im Westen ist das sowieso alles eins.
    Dennoch war das Interesse im Westen sehr groß. Innerhalb von zwei Tagen hatten etwa 200 Mio Men schen das Interview aufgerufen. Nach Meldungen von RT waren es weltweit sogar etwa 1 Mrd. Auffällig aber ist, dass im deutschen Mainstream dieses Interview kaum noch erwähnt wird. Man verfährt wohl nach dem Leitsatz, Totschweigen ist besser als viel Wind darum zu machen, denn das erhöht nur die Neugierde. Aber es ist auch an den Reaktionen der Politik zu erkennen, dass man versucht, dem wachsenden russischen Einfluss auf die Meinungsbildung im Westen Einhalt zu gebieten. Dazu stellt man Überlegungen an, kommt aber über den vorwurf der Verbreitung von Fakenews und Propaganda nicht hinaus. Offensichtlich haben sie keine Sichtweisen mehr, mit denen der WEsten die eigenen Bürger bei der Stange halten kann. Es gehen immer mehr von der Fahne, gehalten werden können nur jene, die ohnehin immer stramme Parteigänger waren. Aber auch diese habe gerade durch ihr fanatisches Bekennertum wenig Einfluss auf Menschen, denen Zweifel gekommen sind einerseits an der Doppelmoral in Bezug auf die Ukraine und den Gazastreifen, andererseits aber auch Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Politik gegenüber Russland.

    • Poseidon2 sagt:

      Wenn man in diesem Leben noch "begnadigt" werden moechte ,dann muss
      auch Herr Putin sein Niveau an den kleinsten gemeinsamen Nenner anpassen.
      "Idiocracy – Brawndo Deutsch"bei You Tube
      https://www.youtube.com/watch?v=1oxEcNqbQWY

    • Saphir sagt:

      "den Menschen im Westen zu zeigen und zu beweisen, dass Russen und Ukrainer historisch gesehen ein und keine zwei Völker sind"

      Putin ersetzt das Völkerrecht (Ukraine ist ein eigenständiger souveräner Staat) durch eine imperiale Geschichtspolitik, um der Ukraine nicht nur ihr Land, sondern auch ihrer Kultur und Geschichte rauben zu können. Er spricht ihr also die Souveränität ab. Und das ist ja nichts Neues.
      Grenzen zwischen den Staaten haben sich in ihrer Geschichte immer wieder verändert. Wenn alle so wie Putin verfahren würde, dann würde es wieder unzählige Kriege zwischen europäischen Staaten geben, weil man ja angeblich aus der Geschichte heraus Anspruch auf irgendwelche Gebiete hätte. Deutschland könnte sich Teile von Polen wieder einverleiben etc.

      Das Völkerrecht gebietet die Unverletzlichkeit des Hoheitsgebietes (Territoriums) und der Grenzen souveräner Staaten. Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen bestimmt: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“

      Falls sie an Details interessiert sind:
      https://www.youtube.com/watch?v=6GqWDhHzRdo#t=166s
      Dr. Klaus Gestwa, Professor für Osteuropäische Geschichte von der Universität Tübingen

      "dass im deutschen Mainstream dieses Interview kaum noch erwähnt wird"

      Das ist so nicht korrekt. Es wurde erwähnt. Z.B Link unten. Es ist nur so, dass bei dem Interview es keine neuen Erkenntnisse gibt.

      https://www.spiegel.de/ausland/wladimir-putin-tucker-carlson-interview-auszuege-im-video-a-5df2754b-750e-42f6-b923-618758dbde11

    • Saphir sagt:

      sorry, falscher Zeitstempel des Videos, nun korrekt:

      https://www.youtube.com/watch?v=6GqWDhHzRdo#t=412s

      These 2 – Die Ukraine gehört historisch gesehen zu Russland.

    • wasserader sagt:

      Der andere Zugang.
      Der Anspruch in großem Zusammenhang und aus der Geschichte denken.
      Der Gegensatz zum Wertewesten, der die jeweils passende Parole (seit dem Angriff Putins auf…) als absoluten Standard nimmt.

    • Saphir sagt 13. Februar 2024 um 11:21 Uhr
      "Putin ersetzt das Völkerrecht (Ukraine ist ein eigenständiger souveräner Staat) durch eine imperiale Geschichtspolitik, um der Ukraine nicht nur ihr Land, sondern auch ihrer Kultur und Geschichte rauben zu können. Er spricht ihr also die Souveränität ab. Und das ist ja nichts Neues."
      Ich weiß nicht, ob SIE das Interview gesehen haben. Jedenfalls gibt es in den dortigen Aussagen Putins keinen einzigen Beleg für diese Behauptung, eher das GEgenteil ist der Fall. Dort wird die staatliche Souveräntität der Ukraine keinesfalls bestritten sondern bestätigt so wie auch die all jener Staaten, die aus dem Zerfall der UdSSR entstanden sind. Anderenfalls weiß ich nicht, auf welche Aussagen Putins SIE sich beziehen können, denn seit dem Beginn des Krieges ist das die erste autentische öffentliche Aussage Putins, das westlichen Bürgern ungefiltert zu kommt. Alles andere an Aussagen ist durch die ideologischen Filter des westl. Mainstream gelaufen, wo Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen oder umgedeutet werden. Dabei handelt es sich nicht um autentische ursprüngliche Aussagen sondern Deutungen westlicher Kommentatoren. Da wird im Kaffeesatz herumgestochert oder in der Kristallkugel gelesen, was P. mit diesem oder jenem gemeint haben könnte, was er zwischen den Zeilen gesagt haben will, was er in Wirklichkeit meint und so weiter und so fort und ähnlich küchenpsychologische Dümmlichkeiten. Aber all das entspricht nicht Putins Aussagen sondern sind nur Ausflüsse aus den Hirnen westlicher Meinungsmacher, und diesen sitzen SIE auf. Es sei denn, dass SIE gelegentlich mit P telefonieren wie all die anderen Superschlauen, die vorgeben zu wissen, was P. will, sodass Sie über gesicherte Informationen verfügen, Informationen aus erster Hand. Woher also wollen SIE wissen, was P. denkt, wenn Sie über keine anderen Quellen verfügen als alle anderen auch? Halten Sie sich für schlauer als die anderen, weil Sie sich etwas zusammenphantasieren. Phanasien haben nichts mit Intelligenz zu tun und noch weniger mit Wirklichkeit.

    • Poseidon2 sagt:

      Saphir,Sie haben da was falsch verstanden.
      Es geht ihm um Land und Leute, wobei die Betonung auf "und Leute" liegt.
      Der Wertewesten hat ihn in ein Bürgerkrieg auf genötigt den er nachweislich
      sehr gerne vermieden hätte.
      Die Friedensverträge waren schon Unterschrieben bis Boris Johnson bis zum letzten Ukrainer
      fuer "nur" Land kaempfen wollte.

    • Saphir sagt:

      "Jedenfalls gibt es in den dortigen Aussagen Putins keinen einzigen Beleg für diese Behauptung, eher das GEgenteil ist der Fall."

      Putin hat ausführlich eine Geschichtsabhandlung darüber gegeben, warum Ukraine zu Russland gehört. Darüber hinaus hat er Völkerrecht gebrochen durch die Annektierung der Krim und der Ostukraine. Er hat Fakten geschaffen. Da gibt es nichts zu deuten. Wie kommen sie also drauf er hätte das Gegenteil behauptet? Davon unabhängig it es auch egal, was er so erzählt, die Fakten zählen:
      Der Angriff stellt einen Bruch völkerrechtlicher Verträge wie des Budapester Memorandums von 1994 über die Achtung der bestehenden Grenzen der Ukraine sowie weiterer Grundsätze der KSZE-Schlussakte von 1975, der Charta von Paris 1990 und der NATO-Russland-Grundakte von 1997.

    • GTMT sagt:

      @Saphir

      Nur weil SIE weder die Geschichte Russlands kennen, noch den Ausführungen im Interview folgen konnten, behaupten Sie den Unsinn.

      Im Übrigen möchte ich Sie erinnern, dass Sie ja ein Befürworter von Willensänderungen sind – Die selbst in der Verfassung der Ukraine stehende Neutralität, wurde mal kurz über Bord gekippt. Fanden Sie in Ordnung.
      Das Budapester Memorandum wurde von den USA schon 2008 – als die die Ukraine in die NATO holen wollten! – für nichtig & nicht bindend erklärt!

      Nun hat Russland IMMER die Grenzen der Ukraine anerkannt & nichts getan – bis einige EU-AM die BanderaNazis in Kiew an die Macht brachten, natürlich war das alles verfassungswidrig – stört Sie ja auch nicht!
      Die Bewohner der Krim haben ihr Selbstbestimmungsrecht wahrgenommen & haben ganz freiwillig die Sezession gemacht!
      Im Verfassungsblog kann man gut nachlesen, wann & wie eine Sezession doch nicht völkerrechtswidrig ist!
      (die Krim wurde NICHT von Russland besetzt! von 25.000 erlaubten russ. Soldaten, waren dort nur 17.000!)

      Der Donbass hat sich abgespalten nachdem die Naziregierung in Kiew unter Poroshenko einen Krieg gegen die Ostukrainer ganz praktisch begonnen hat & man diese eigenen Bürger Völkermorden wollte & es auch vielfach getan hat!
      Selbst da hat es gut 7 Jahre gedauert – & nach unstrittigen Erkenntnissen hat Kiew den Beschuß des Donbasses zum Februar 2022 vervielfacht, von der Nichtumsetzung von MINSK 1&2 abgesehen, wäre es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Ostukrainer durch diesen widerrechtlichen Krieg einfach sterben oder gar ganz ausrotten zu lassen!
      Dazu dürfen Sie gerne den ganz prominenten & hochstehenden Politikern der Ukraine persönlich lauschen! Die machten & machen gar keinen Hehl daraus, dass die russischstämmigen Bürger für sie Untermenschen sind!

      Der letzte Punkt ist evt. auch ein Grund gewesen für den Geschichtsunterricht im Interview? Wer seine eigenen "Wurzeln" ausrotten will, muss viel Hass sich selber gegenüber haben….
      !

    • Saphir sagt:

      @GTMT: Naja, von ihnen gibt's nichts Neues als Falschbehauptungen. Diese wiederholen sie immer wieder. Dadurch werden sie nicht wahrer.

      Nur ein Beispiel:

      "Das Budapester Memorandum wurde von den USA schon 2008 – als die die Ukraine in die NATO holen wollten! – für nichtig & nicht bindend erklärt!"

      Können sie gerne nachlesen. In dem Vertrag steht überhaupt nichts etwas über die Nato.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Budapester_Memorandum

      Davon abgesehen wurden noch andere Verträge verletzt. Siehe oben.

      Zur Krim. Da wiederhole ich mich auch:

      Das Selbstbestimmungsrecht der Völker beinhaltet kein Sezessionsrecht (externe Selbstbestimmung) und ermächtigt daher nicht dazu, aus einem in der internationalen Gemeinschaft etablierten Staat gegen dessen Willen mitsamt einem Teil des Staatsgebietes auszuscheiden.

      Das militärische Eingreifen Russlands sowie Maßnahmen wie die Abriegelung von Kasernen, wodurch die Ukraine an legalen Gegenmaßnahmen gehindert wurde, gelten als Akt der Aggression und Angriffshandlungen nach Artikel 3 der Aggressionsdefinition der Vereinten Nationen von 1974. Die Besetzung der Halbinsel und Abriegelung gegenüber den angrenzenden Gebieten der Ukraine, die Übernahme der Kontrolle über ihre Regierungs-, Kommunikations- und Versorgungseinrichtungen stellen Verstöße gegen das Gewaltverbot dar. In einer Resolution der UN-Generalversammlung wurde am 27. März 2014 die territoriale Integrität der Ukraine und die Ungültigkeit des von Russland initiierten Referendums festgehalten und die friedliche Beilegung des Konflikts gefordert. Somit stellt es eine Annektierung unter Gewalt dar.

    • Saphir sagt:

      "Im Übrigen möchte ich Sie erinnern, dass Sie ja ein Befürworter von Willensänderungen sind – Die selbst in der Verfassung der Ukraine stehende Neutralität, wurde mal kurz über Bord gekippt. Fanden Sie in Ordnung."

      Nicht mal eben. Eine Verfassungsänderung bedarf einer Zweidrittel-Mehrheit. Das ist eine sehr hohe Hürde. Daher hat auch jeder Staat selbst darüber zu entscheiden, ob es neutral sein möchte oder nicht. Siehe Finnland und Schweden.

    • GTMT sagt:

      @Saphir
      "Davon abgesehen wurden noch andere Verträge verletzt. Siehe oben."

      Das ist IHRE Behauptung! die wird durch Nichts unterstützt! Die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine von 1991 war Teil der Verträge zur 'Auflösung der SU" – genau deshalb stand die Neutralität in der Verfassung!
      Das Budapester Memorandum war die Voraussetzung zum Atomwaffensperrvertrag – da hat nicht etwa die Ukraine auf "eigene" Atomwaffen verzichtet – sie hatten NIE das Eigentum daran & schon gar keine Kontrolle darüber! – und Russland hat eben NICHT die Grenzen der Ukraine bezweifelt oder das Land nicht anerkannt! Also, lesen Sie erst einmal die Abkommen, die Sie anführen ( ohne gelesen zu haben!)

      "Zur Krim.
      Das Selbstbestimmungsrecht der Völker beinhaltet kein Sezessionsrecht (externe Selbstbestimmung) und ermächtigt daher nicht dazu, aus einem in der internationalen Gemeinschaft etablierten Staat gegen dessen Willen mitsamt einem Teil des Staatsgebietes auszuscheiden."

      Das ist FALSCH! Unter bestimmten Bedingungen – hier ist es der versuchte Genozid an russischstämmigen Ukrainern – ist die Sezession sehr wohl völkerrechtskonform! Können Sie im Verfassungsblog gerne selber nachlesen.
      Zumal Sie gerne vergessen, dass der Putsch in Kiew verfassungswidrig war, es keine legitime Regierung gab zu dem Zeitpunkt als die Krim sich verselbstständigte!

      "Das militärische Eingreifen Russlands sowie Maßnahmen wie die Abriegelung von Kasernen, wodurch die Ukraine an legalen Gegenmaßnahmen gehindert wurde, gelten als Akt der Aggression und Angriffshandlungen nach Artikel 3 der Aggressionsdefinition der Vereinten Nationen von 1974. "
      1. Lügen Sie ganz bewußt wenn Sie von "militärischen Eingreifen Russlands auf der Krim" reden. Es wurde eben NICHT eingegriffen!
      2- Die "Abrieglung ukr. Kasernen" fanden am Tag des Referendums statt – auf Verlangen der Krim-Regierung, was ja schon seine Abspaltung von der Ukraine vorgenommen hatte! Es diente ausschließlich dem Schutz der Bürger & war mitnichten ein "milit. Eingreifen im Sinne von Kriegshandlungen.

      "Die Besetzung der Halbinsel und Abriegelung gegenüber den angrenzenden Gebieten der Ukraine, die Übernahme der Kontrolle über ihre Regierungs-, Kommunikations- und Versorgungseinrichtungen stellen Verstöße gegen das Gewaltverbot dar. "

      Russland hat die Krim NICHT besetzt! Wie kommen Sie auf diese Idee? Es waren 17.000 Soldaten dort stationiert – erlaubt waren 25.000!
      Es wurde erst nach dem Referendum, der Bitte um Aufnahme der Krim in die RF & deren Annahme durch die RF Regierungseinrichtungen übernommen. Das wollten die Bürger der Krim genau so .

      "In einer Resolution der UN-Generalversammlung wurde am 27. März 2014 die territoriale Integrität der Ukraine und die Ungültigkeit des von Russland initiierten Referendums festgehalten und die friedliche Beilegung des Konflikts gefordert. Somit stellt es eine Annektierung unter Gewalt dar."

      Nun ist diese Resolution nicht bindend. So wie man den Kosovo durch den Westen "anerkannt" & sogar US-Militärbasis stationiert hat, nachdem der Westen einen nun echt völkerrechtswidrigen Krieg in Jugoslawien veranstaltet hat – sollte man doch etwas kleinere Brötchen backen.
      Glücklicherweise gab es auf der Krim nur einen Toten, der auch noch von einem Ukrainer getötet wurde – was machen die Russen bloß für schreckliche Sachen mit den Menschen?

      Wenn wir vor "unsere eigenen Tür" mit genau so viel Energie für die UN-Rechte eintreten würden, wären Sie doch auch sicher gut beschäftigt & müssten sich nicht mit den bösen Rettern der russischstämmigen Ukrainer beschäftigen…aber was sind schon Menschenleben wert wenn man altdeutsche Traditionen fortleben lassen will….?

    • Saphir sagt:

      Sie machen weiter mit Falschbehauptungen und machen Nebenschauplätze auf. Ich wiederhole noch mal ihre Falschbehauptung:

      "Das Budapester Memorandum wurde von den USA schon 2008 – als die die Ukraine in die NATO holen wollten! – für nichtig & nicht bindend erklärt!"

      Nicht die USA hat den Vertrag verletzt, sondern Russland durch den Einmarsch in die Ukraine.

      "ersuchte Genozid an russischstämmigen Ukrainern"

      Es gibt und gab nie ein Genozid. Nicht mal ein versuchter! Das sind erfundene Lügen von Russen, um Einmärsche zu verhindern.

      "Russland hat die Krim NICHT besetzt!"

      Natürlich hat Russland die Krim besetzt. Sonmst würde sie ja noch zur Uktaine gehören. Genauso gut können sie behaupten, die Erde ist flach. Sie spinnen sich ihrer eigene Fantasiewelt zusammen. Sie sind verloren…

    • Saphir sagt:

      um Einmärsche zu rechtfertigen.

  6. Blechhuhn sagt:

    Ja, ein aufschlußreiches Interview.
    Ich hab jedoch anscheinend wieder mal nicht alles mitgekriegt. Gar Substantielles überhört? Vielleicht kann mir ja jemand mit der jeweiligen Minutenangabe helfen? Muß ja nicht bei jedem Thema sein.
    An welcher Stelle des informativen Gespräches wurde denn das Thema WEF erörtert?
    An welcher Stelle des schönen Gespräches wurde denn die Rolle der WHO angesprochen?
    Was weiß man in Russland von 9/11?
    Tote soll man zwar ruhen lassen, aber vielleicht hat man ja bis heute in Russland doch den einen oder anderen Hinweis auf die Ursachen des MH17 Unglückes gefunden? Immer noch nicht weiter gekommen damit?
    An welcher Stelle des ausgewogenen Gespräches wurde denn über das bald vier Jahre bestimmende Thema Corona gesprochen? Oder über den heroischen Kampf gegen das ewige Virus in der tapferen Bruder- und Freundesstadt Wuhan?
    An welcher Stelle des schönen Gespräches kam denn in diesem Zusammenhang das Thema Sputnik/mRNA zum Tragen, – oder vielleicht Parallelen zu AstraZeneca?
    Wie ist denn eigentlich der Zwischenstand des heroischen Kampfes gegen das Virus in Russland? Tragen denn die russischen Soldaten wenigstens noch FFP2 Masken im Kampf?
    An welcher anderen Stelle des schönen Gespräches wurde denn das Thema Übersterblichkeit russischer Bürger angesprochen.
    Wann konnte man in dem Zusammenhang was zur Zuverlässigkeit und Sicherheit von Sputnik/mRNA/DNA erfahren? Gut, ist vielleicht für ein Staatsoberhaupt ziemlich weit weg. Aber hat denn Herr Putin auch die Geninjektion erhalten – wie fühlt er sich heute?
    An welcher Stelle des schönen Gespräches wurde denn das Thema CBDC angesprochen, – das ja alle russischen Bürger betreffen wird? Oder über die weltweite Rolle der Sberbank und der Ambitionen ihrer Führungskräfte?
    Ist das digitale Geld auch in den BRICS Ländern ein Thema, – vielleicht in Indien?
    An welcher Stelle des schönen Gespräches wurde denn die Digitalisierung der russischen Städte angesprochen?
    Welche Position vertritt Herr Putin zum forcierten Ausbau der digitalen Bürgerüberwachung in Russland?
    An welcher Stelle ist die führende Rolle Russlands bei Cyberpolygon beschrieben.
    Vielleicht war ja zu einem Zeitpunkt des schönen Gespräches bereits etwas über eine im Bau befindliche 15 Minuten-Stadt in Russland zu hören? Da hätte man ja mal einen praktischen Eindruck zum Stand?
    Herr Putin weiß so viel, – aber zu den Tätern des Absturzes von Herrn Prigoschin samt seines Stabes scheint man im Sicherheitsapparat immer noch nicht weiter gekommen zu sein? Na gut, ist vielleicht kein Thema, Schnee von gestern….
    Wie gesagt, ich würde mich freuen, wenn mir da ein Zuhörer weiterhelfen könnte.
    Ja, – sonst war ja alles gut! Wirklich!
    Vielleicht gabs ja auch nichts von dem anderen allen. Oder ich habs eben nicht gehört ….
    …. alles nur eingebildet…..Verschwörung….

    • GTMT sagt:

      @Blechhuhn
      Es ist erstaunlich, WELCH merkwürdigen ERWARTUNGEN ausgerechnet Sie an ein Interview haben!
      Aber es sind eben IHRE ganz eigenen Erwartungen. Wäre es nicht eher angebracht, sich über sich selber Gedanken zu machen? Z.B. aus welchen Grund genau Sie auf solche absurden Fragen kommen?

      Putin ist der Präsident Russlands & hat wohl bisher keine Absicht kundgetan, Weltherrscher zu sein, sich um all & jedes kümmern zu müssen. Offensichtlich gibt es IN Russland ausreichend für ihn zu tun – von der Geopolitik, die der Westen gerne zu Ungunsten – auch & gerade – Russlands betreibt, ganz abgesehen.

      Ich befürchte zudem, dass selbst bei diesem Menschen der Tag nur 24 h hat – da fällt mir immer ein, wie gerade im eigenen Land so Otto&Lieschens ihre 24 h verbringen, was die wirklich leisten….. & irgendwie bekommen die weitaus weniger auf die Reihe – viel, viel weniger……

  7. Zitat: "Irgendwie möchte Putin auch hier nicht so richtig an die wirklichen Drahtzieher aus dem militärisch-industriellen Komplex und der Finanzwelt heran. Er ist eben diplomatisch, wie immer. Was dann doch enttäuscht. Er möchte doch nicht so richtig ran an den heißen Brei und hofft immer noch, diese Kreise nicht für alle Zeiten zu vergrämen."

    Woher will denn Ploppa wissen, was Putin denkt? Vielleicht sieht Putin es einfach anders als Pl. und vielleicht ist die ganze Angelegenheit auch anders als Ploppa vermutet. Vermutlich dürfte Putin einen tieferen Einblick in die Vorgänge auch in den USA hat als wir Autoren und Deuter der Vergänge hierzulande.

  8. Nevyn sagt:

    »Russische Diplomaten müssten ihr Vokabular und ihre Reden dem gesunkenen Bildungsstandard westlicher Diplomaten anpassen, um sicherzustellen, verstanden zu werden. Das sagte der stellvertretende Repräsentant Russlands bei der UNO, Dmitri Poljanski, in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Russische Diplomaten empfänden ihre westlichen Kollegen als "ziemlich primitiv". Der russische Diplomat kenne die Ursache für das sinkende Niveau nicht, man sei aber gezwungen, die eigene Ausdrucksweise dem vom Westen vorgegebenen niedrigeren Niveau anzupassen, um verstanden zu werden. Er drückte seine Sorge darüber aus, dass die diplomatischen Vertreter des Westens Kontext ignorieren und Fakten selektiv zu ihren eigenen Gunsten auswählten.« (RTdeutsch)

    Nach meiner Beobachtung gehen Niedergang einer Kultur und Niedergang der Sprache Hand in Hand. Sprache, Empfinden und damit Ausrucksweise werden gröber, undifferenzierter, feindlicher, giftiger. Bis zum Abbruch, erst der Sprache und dann der Zivilisation. Man findet auch hier in den Kommentarspalten entsprechende Beispiele, für plumpe, giftige Sprache, die kaum noch die Bedeutung und Differenziertheut eines Grunzens oder eines Wutschreis übersteigt.

    Das liegt daran, in welchen „Schwingungsfeldern“ man sich bewegt. Ganz zwangsläufig nimmt der Mensch im Laufe der Zeit die Farbe seiner Umwelt an, wenn es ihm nicht gelingt, eine Firewall dagegen zu errichten und sich gelegentlich, aber immer wieder, dahinter in andere, höhere Schwingungen zu begeben.
    Andererseits kann es nicht darum gehen, nur noch über alles hinweg zu fliegen. Optimal erscheint mir, einen Kommunikationsstil zu finden, der der jeweiligen Situation und damit auch dem Gegenüber angemessen ist, sich also einschwingen zu können, aber immer am oberen Rand desjenigen, mit dem man kommuniziert.

    Ich höre aktuell die Gespräche mit Jochen Kirchhoff (Danke an Quin Igitur für den Hinweis) und bin angetan davon. Sehr anregend und sehr inspirierend, wenngleich seine „wissenschaftliche“ Ausdrucksweise ein wenig verkopft wirkt. Der Mann spricht an vielen Stellen aus Erfahrung und das merkt man. Er sagt unter anderem, dass es Bewusstseinsräume gibt, die man nur mit einer bestimmten ethischen Haltung betreten kann, dass man sich dort dann plötzlich „in bester Gesellschaft“ befindet. Aufstieg im Bewusstsein beginnt also immer mit der entsprechende inneren Haltung, die zu Veränderungen in der eigenen Umgebung führt, weil man mit Anderem in Resonanz geht als vorher.

    Das gilt natürlich in beide Richtungen. Der Abfall, die Verrohung, die Dämonisierung, die Spaltung der Gesellschaft und damit des Großteils ihrer Individuen, erinnern mich an dunkle Zeiten und sie werden voran getrieben von Kräften, die den Gang unserer Gesellschaft bestimmen und sie damit letztlich zerstören.
    Wer seinem Gegenüber sprachlos wird, sich der Diplomatie (wörtlich: zwei oder beide Seiten) verweigert, der spricht am Ende nur noch mit der Keule. Darum ist es so wichtig, in jeder Situation die Sprache zu behalten zu pflegen und zu kultivieren. Gerade denen gegenüber, mit denen wir im Konflikt liegen.
    Sie ist das, was uns zu Menschen gemacht hat.

    • Es gibt ein simples Wort für den Zustand des Westens, der so ziemlich alles erklärt, Dekadenz.
      Es wird nicht gelingen, dass russische Diplomaten sich derart herablassen, um die Wahnbilder des Westens zu teilen. Das hie'e nämlich, dass der Russe sich als schuldig und Auslöser für die Gegenseite betrachten muss, um einen Konsens herzustellen, der irgendwas auflöst.

      Der Westen in seiner öffentlichen Meinung und seiner offiziellen Politik ist von einer Geisteskrankheit (Markus Krall) befallen. Es gibt Beispiele in der Vergangenheit, in der es ähnlich zuging wie derzeit im Westen. Es ist echte Dekadenz. Und die befällt Hochkulturen ständig, wenn sie künstliche Werte für die Richtigen hochhält.

      Jochen Kirchoff ist klasse, jedoch für die Meisten zu schwierig. Es gibt viele Leute die richtig klasse die Dinge auf den Punkt bringen. Alles ist gesagt und gezeigt. Doch die Mühe, die es anscheinend vielen macht, sein Bewusstsein zu pflegen (nicht sein Wissen), ist Teil einer inneren Verweigerung, die nur mit einem selbst zu tun hat.

      Wer einem Gelehrten zuhört und bemerkt, dass ihm sein Weltbild dabei schwindet und man tiefer mit sich selbst verbunden sein kann, dann verwirklichen das nur die Wenigsten im Lebenslauf des Gelehrten. Die Meisten verweigern die Reise nach innen. Das hat Mattias Desmet in seinem neuen Buch zur Psychologiechologie des Totalitarismus sehr gut auf den Punkt gebracht.

    • Poseidon2 sagt:

      Moin Herr Lenz
      Ich weiss nicht ob Sie ueber sich selbst schmunzeln koennen ?

      "Jochen Kirchoff ist klasse, jedoch für die Meisten zu schwierig"(Wow)
      "…dann verwirklichen das nur die Wenigsten im Lebenslauf des Gelehrten."(OMG)

      Der Schwabe wuerde sagen das hat ein "Geschmeckle"grade als Administrator
      und Behüter der hohen Werte.

      Wenn Sie hier jetzt zensieren, dann hängt ihr "Pinocchio" auch noch an Fäden
      und hat Potenzial sich zu entwickeln.
      https://www.youtube.com/shorts/_gpiJpyiJZw

    • Nevyn sagt:

      »Jochen Kirchoff ist klasse, jedoch für die Meisten zu schwierig.«

      In sein „Philosophensprech“ musste ich mich erst hinein denken, was ein wenig anstrengend war, ohne vorherige entsprechende akademische Verblendung. Es braucht auch eine Aufmerksamkeitsspanne, die deutlich über den heute üblichen 30 Sekunden liegt.

      Kirchhoff versteckt sich ein bisschen hinter seiner scheinbaren Wissenschaftlichkeit. Die wichtigen Dinge erfährt man in Zwischensätzen oder Anhängen. Das tun Menschen gern, die das, was sie eigentlich sagen wollen, so nicht sagen zu können glauben. Oft mit Recht, sie würden ihre Reputation verlieren. Muss ja nicht sein. C. G. Jung hatte das auch erkannt und machte es ähnlich.
      Bei Putin findet man es übrigens auch, nur noch viel subtiler.

      Solche Leute schieben das Essentielle im Gespräch gewissermaßen unter oder klammern es an, wie eine Fußnote. Da ich aber gewohnt bin, so zu hören (mit dem „linken Ohr“) und auch auf die Körperreaktionen dabei zu achten, entgehen mir diese Perlen nicht, die der Sprecher wie ein großer Fisch mit viel Schlamm zuzuwedeln versucht, ohne sie wirklich verschwinden lassen zu wollen, denn dann würde er sie nicht erwähnen.

      Wichtig natürlich, diese scheinbaren Solitäre einordnen zu können. Dafür braucht es im eigenen Kopf einen entsprechenden Kontext. So ähnlich haben es übrigens die alten Alchemisten gemacht mit ihren Texten, nur noch eine Stufe verrückter, um der Inquisition zu entgehen. Vielleicht brauchen wir diese alten Techniken bald wieder. Ich hoffe, nicht.

  9. Saphir sagt:

    Lügner trifft Lügner. Rechter Verschwörungserzähler trifft Autokrat Putin. Was folgt, ist eine Propagandashow allererste Sahne. Kritische Fragen? Nicht vorgesehen.

    Putin, der Kriegstreiber, hat den Krieg zurück nach Europa gebracht und wird dafür hier gefeiert. Denn der Feind meines Feindes (der böse Westen) ist mein Freund.

    • @ Saphir
      Warum verwenden Sie den dämlichen Ausdruck "Verschwörungserzähler" und nicht mehr das alte Framing-Wort "Verschwörungstheoretiker"? Wahrscheinlich weil so ehrenwerte Organisationen wie "Correctiv" oder die "Amadeo Antonio Stiftung" in ihren tollen soziologischen Analysen zum Ergebnis gekommen sind, dass der Begriff "Verschwörungstheoretiker" noch zu schmeichelhaft für die Protagonisten wäre, da er eine gewisse Wissenschaftlichkeit impliziert, da ja "Theorien" aufgestellt würden. Das kann man bei denen natürlich so nicht stehen lassen. Vielleicht könnten Correctiv oder andere "Faktenchecker" da mal Geld investieren, um zu erforschen, wie es zum Austausch der Framing-Begriffe gekommen ist?
      Offenbar haben Sie das Carlson-Putin-Interview auch nicht wirklich angeschaut, denn Tucker Carlson hat schon gewisse kritische Fragen gestellt, z. B. warum Putin all die Dinge, die ihn an der Ukraine seit langem gestört haben, erst 2022 zum militärlischen Eingreifen in die Ukraine veranlasst haben. Putin hat hier aus meiner Sicht auch keine sehr zufrieden stellende Antwort gegeben, aber das soll jeder selbst beurteilen. Aber Sie haben wahrscheinlich lediglich den Kurzbericht der "Tagesthemen" zum Interview gesehen oder? Außerdem fragte Carlson auch immerhin nach dem in Russland inhaftierten amerikanischen Journalisten Dershovitz (oder wie er genau heißt). Klar, mehr kritisches Nachhaken hätte ich auch besser gefunden, aber immerhin.

    • Arzachel sagt:

      "Propagandashow", das Wort haben sie wohl ganz brav unmittelbar von der einschlägigen Presse Deutschlands übernommen, deren staatstreuen Journalisten weiter wohl nur über jemanden reden wollen und nicht miteinander.
      Ihnen dürfte übrigens nicht entgangen sein, dass seit Corona im Allgemeinen in diesem Land aussschließlich über andere geredet wird, statt miteinander zu reden.

    • GTMT sagt:

      @Saphir

      Man sollte sich den Schaum vor dem Mund wegwischen & falls der unkontrolliert wieder kommt, wäre ein Besuch zur Diagnoseabklärung angebracht.
      Nicht nur gefährliches Halbwissen wird immer wieder von ihnen propagiert – ihr Hass auf Russland scheint pathologisch zu sein – denn Sie verwenden ausschließlich Kampfbegriffe á la Goebbels. Da gibt es Archive, deren Begriffe Sie fast 1:1 wiederholen….

    • Saphir sagt:

      Ich habe keinen Hass auf Russland. Ich habe generell kein Hass in mir. Sie stattdessen werden persönlich beleidigend. Sie scheinen mit Hass durchdrungen. Sie sollten nicht von sich auf Andere schließen.

    • Poseidon2 sagt:

      Saphir,der rosarote Elephant steht auch im geistigen Raum , wenn sie sagen er steht nicht da.
      Das ist eine Besonderheit des geistigen Raums.
      Wenn Sie mir nicht glauben, dann stellen Sie sich doch mal keinen rosaroten Elefanten vor.
      Wenn Sie schreiben:'Ich habe generell kein Hass in mir"was visualisieren Sie da grade ?

  10. Poseidon2 sagt:

    Julian Assange koennte jetzt die russische Staatsbürgerschaft beantragen und Russland
    koennte ihn dann gegen Evan Gershkovich austauschen.
    Ich fürchte nur Julian Assange wird noch als Märtyrer gebraucht.

    • Lasse Reden sagt:

      Sehr guter Ansatz, doch ich denke, Assange muss die russische Staatsbürgerschaft nicht einmal beantragen, denn sollte er gegen diesen Ami ausgetauscht werden, dann wäre das ein kaum zu überbietender Erfolg der russischen Diplomatie. Darauf lässt sich die Elite des Wertewestens nicht ein. Also wird dieser Spion weiter in russischer Haft schmoren. Assange bleibt leider auch inhaftiert. Assange hätte damals den Weg Snowdens gehen sollen. Dann wäre er in Sicherheit, und diesem ganzen Wertewestengesocke könnte er den Stinkefinger zeigen.

    • Poseidon2 sagt:

      "Wer die Herzen der Menschen gewinnt braucht sich um die Köpfe nicht sorgen!"

      "Mehr Licht" kann man halt auch herzlos verstehen und auf das"Bündnis Erich Honecker"
      und die Partei ist sicher Verlass .
      Mal schauen ob der neue Palast der Republik (Olafs Lampenladen) mit seinen zwei Hubschraubern
      bis da hin noch fertig wird?
      Love is…
      https://www.youtube.com/shorts/4Cwt5yJzX7o

  11. Lasse Reden sagt:

    Ich habe mir das Interview in voller Länge angehört. Ein Präsident, der informiert, vorbereitet und auf Höhe der Zeit ist. Schon allein diese Tatsachen lassen keinerlei Vergleiche mit den Sprechpuppen im Westen zu. Keiner von denen, die sich in diesen Positionen befinden, kann ein ähnliches Wissen vorweisen, wie Putin es auch dieses mal – und er durfte ausreden! – bewiesen hat. Allein die Vorstellung, – ich beziehe mich bewusst nicht auf den alten, kranken und dementen Mann im Weißen Haus – sondern auf den vergesslichen Cum-Ex Kanzler Scholz, dieser, an den Fäden der wirklich Herrschenden hängende Automat, sollte 2,5 Std. ein solches Gespräch führen. Unvorstellbar!!
    Ob dieses Interview im Wertewesten, mit all den geschichtlichen und aktuellen Wahrheiten publiziert wird, da habe ich berechtigte Zweifel. Aber das Ignorieren, das Lächerlich machen, wird auf den Rest der Welt keinerlei Einfluss haben. Auch in den USA wird es auf positive Resonanz stoßen, denn hier sprach ein Staatsmann, der überhaupt keine kriegerischen Absichten hegt, denn, wenn es kein Volk dieses Planeten weiß, was Krieg bedeutet, die Russen wissen es.
    Putin ist ein Staatsmann mit Format. Keiner, wirklich keiner, reich an dieses universale Wissen dieses Mannes heran.
    Und er wird mit allen anderen, die sich z.Zt. in der russischen Führungsriege befinden, dafür sorgen, dass sein Volk nicht noch einmal von den Horden des Westens, diesen Eliten des Kapitals überfallen werden kann.
    Auch wenn ich die Sowjetunion – als es sie noch gab – bevorzuge, Putin wird sein Volk beschützen.

    • paradoxus sagt:

      @ Lasse Reden

      Ich stimme durchaus zu in dem Punkt Wissensvorsprung.
      Was bevorzugen Sie an der Sowjetunion, haben Sie dort gelebt?

    • Poseidon2 sagt:

      Paradoxus die Raketentechnologie der Sowjetunion war schon beeindrucken!

      Wenn Russland dieses mal Gas gibt, dann koennte das Buendnis "Erich Honecker"
      die Mondbasis bauen.
      https://www.youtube.com/watch?v=q46FLoQLQws

    • paradoxus sagt:

      Hi Poseidon2,

      der Wissensvorsprung sollte auf das Wissen Putins als Politiker verweisen.

      Ich durfte 2004/5 auf der Sea Lauch Commander insgesamt 4 Wochen als Techniker arbeiten.
      Dort wurden, im Hafen von Long Beach, russische Zenit-3SL-Trägerraketen
      von ca. 150 russischen und ukrainischen Techniker endmontiert
      und von Boeing mit Sateliten bestückt.
      Ein englischsprachiger russischer Ingenieur erklärte mir einiges über die Technik.
      Die russische Technik ist deutlich pragmatischer als die westliche und äusserst solide.
      Es war eine freundliche entspannte Stimmung zwischen den Russen und Ukrainiern.
      Schach war eine Leidenschaft meines Vaters
      und ich dachte ich könnte mich mit Ihnen mal messen – keine Chance!
      Im Gegensatz konnte kein Russe oder Ukrainier uns
      (ein mitgereister deutscher Techniker von einer Drittfirma),
      in Tischfußball schlagen.

      Gewonnen habe ich die Erfahrung einer alternativen Form technischer Führung.

    • Poseidon2 sagt:

      Tja paradoxus,das ist wie bei Boeingflugzeugen:
      "Geht eine Tuer zu geht eine andere auf"
      Ich glaube wir verstehen uns.

    • paradoxus sagt:

      Love is the key….

    • Poseidon2 sagt:

      Lasse Reden ,ich habe ein Stück Sowjetunion in Transnistrien gefunden.
      Land und Leute wuerde ich gerne auch mal besuchen.
      https://www.youtube.com/watch?v=kzeVwkQvmL4

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