Wie ein Diesel-Deal, ein sanktionierter russischer Ölkonzern und ein Netz Trump-naher Investoren zusammenhängen, und warum Russland heute pro Barrel mehr verdient als vor den schärfsten Ölsanktionen seit Kriegsbeginn.
Ein Meinungsbeitrag von Alex Günther.
Am 9. Oktober 2026 telefonierte Donald Trump eine Stunde lang mit Wladimir Putin. Danach verkündete er auf Truth Social ein „höchst erfolgreiches" Gespräch und einen Deal, der viele überraschte: Russland liefert Diesel, die USA setzen dafür Sanktionen aus. [1][2] Vier Wochen vor den Midterms am 3. November war die Lesart schnell gefunden: Trump will vor der Wahl die Spritpreise drücken.
Diese Lesart ist nicht falsch, aber sie greift zu kurz. Wer den Diesel-Deal verstehen will, muss ihn neben ein zweites, weit größeres Geschäft legen, das seit fast einem Jahr vorbereitet wird: den Verkauf der Auslandssparte von Lukoil, Russlands zweitgrößtem Ölkonzern. Und wer verstehen will, was Ölsanktionen gegen Russland tatsächlich bewirken, muss einen Blick auf die Zahlen werfen. Sie erzählen eine andere Geschichte als die Pressemitteilungen.
1. Der Diesel-Deal: viel Symbolik, wenig Diesel
Rechtlich beruht der Deal auf einer Ausnahmegenehmigung des US-Finanzministeriums, der General License 135 der Sanktionsbehörde OFAC. Sie erlaubt bis zum 7. April 2027 den Verkauf, die Lieferung, das Entladen und den Import von Diesel russischer Herkunft. [1][3] Die Lieferungen sind gestaffelt und summieren sich bis April 2027 auf rund 4,8 Millionen Tonnen. [4]
Das klingt nach viel und ist doch wenig. Die erste Lieferung entspricht etwa 2 Prozent des monatlichen US-Dieselbedarfs. [5] Die Internationale Energieagentur stellte Mitte Oktober fest, dass die Lockerung das weltweite Angebot kaum verändern dürfte, weil Russland schlicht die funktionierende Raffineriekapazität fehlt. [5] Der Grund dafür ist bekannt: Ukrainische Drohnenangriffe haben die russische Dieselproduktion und die Exporte in den vergangenen Monaten einbrechen lassen. [6] Fachleute aus dem Nahbereich der Ukraine-Unterstützer, etwa vom Institute for the Study of War und vom Carnegie-Zentrum, kommen zu dem Schluss, dass der Deal Moskau deutlich mehr nützt als den US-Verbrauchern. [5]
Trump selbst wies den Vorwurf zurück, der Diesel sei für die USA bestimmt: Er komme auf den Weltmarkt, weil dieser unter hohen Preisen leide. [7] Das passt zu den Mengen. Der Deal wirkt als Signal an den Markt, nicht als Versorgung.
Politisch ist der Preis dagegen hoch. Eine parteiübergreifende Gruppe von Senatoren, vier Republikaner und drei Demokraten, forderte die Rücknahme. [5][7] Die EU-Außenbeauftragte kritisierte den Deal scharf, die Bundesregierung betonte ihr Festhalten an den Sanktionen. [8]
Aufschlussreicher ist, wie Washington den Deal intern einsetzt. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner erklärten ukrainischen Unterhändlern in Miami, das Weiße Haus hoffe, der Diesel-Deal mache Moskau verhandlungsbereiter. [5] Laut einem Bericht von Le Monde forderte Witkoff die ukrainische Delegation gereizt auf, den Deal zu akzeptieren und die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. [9] Damit richtet sich der Deal genau gegen den Faktor, der Russlands Dieselexporte zuletzt am stärksten gedrückt hat.
2. Die Vorgeschichte: Lukoil auf der schwarzen Liste
Am 22. Oktober 2025 setzte das US-Finanzministerium Lukoil und Rosneft samt Tochterfirmen auf die SDN-Liste. [10] Wer auf dieser Liste steht, dessen Vermögen wird im Zugriff des US-Rechts eingefroren, und US-Personen und Banken dürfen keine Geschäfte mehr mit ihm machen. Weil ausländischen Firmen Sekundärsanktionen drohen, wirkt die Liste weit über die USA hinaus. Finanzminister Scott Bessent begründete den Schritt damit, dass Putin den Krieg nicht beende. [11]
Lukoil kündigte daraufhin an, seine Auslandsbeteiligungen zu verkaufen: Ölfelder von Zentralasien bis Mexiko, rund 2.500 Tankstellen und Raffinerien in Bulgarien, Rumänien und den Niederlanden, gebündelt in der Wiener Holding Lukoil International GmbH (LIG). Der Wert wird auf rund 20 bis 22 Milliarden Dollar geschätzt. [12][13]
Der erste Käufer scheiterte binnen Tagen. Lukoil akzeptierte ein Angebot des Genfer Rohstoffhändlers Gunvor, den Gennadi Timtschenko mitgegründet hatte, ein Oligarch aus Putins Umfeld. Das US-Finanzministerium nannte Gunvor öffentlich die „Kremlin's puppet" und kündigte an, niemals eine Lizenz zu erteilen. Gunvor zog am 6. November 2025 zurück. [14][15]
Der Anteilstausch
Danach tauchte ein Personenkreis auf, der heute wieder im Zentrum steht. Ende November 2025 berichtete das Wall Street Journal, der US-Investor Todd Boehly habe sich einem Bieterkonsortium angeschlossen. [16] Boehly ist Mitgründer der Investmentholding Eldridge Industries, Miteigentümer der Los Angeles Dodgers und bis September 2026 Miteigentümer des FC Chelsea. [13][17] Zwischen Dezember 2024 und 2025 spendete er 2 Millionen Dollar an das Pro-Trump-Super-PAC MAGA Inc. und für Trumps Amtseinführung. [13]
Federführend war die New Yorker Investmentbank Xtellus Partners, die Boehly und die emiratische Gruppe Allied Investment Partners beriet. [18] Xtellus hat eine bemerkenswerte Herkunft: Bis 2018 war die Firma als VTB Capital Inc. die US-Tochter der russischen Staatsbank VTB. Unter dem Druck der Sanktionen verkaufte VTB sie an das eigene Management, das sie in Xtellus umbenannte. [19][20] Der heutige CEO Paul Swigart leitete von 2010 bis 2018 das US-Geschäft von VTB Capital. [21]
Xtellus schlug ein ungewöhnliches Modell vor. Westliche Fonds wie BlackRock, JP Morgan und Goldman Sachs halten große Pakete von Lukoil-Aktien, die nach 2022 eingefroren und abgeschrieben wurden. [22] Westliche Investoren besaßen früher mehr als ein Viertel des Konzerns. [23] Diese Aktien sollten bargeldlos an Lukoil zurückgehen, im Tausch gegen die Auslandsbeteiligungen. Die Beteiligungen sollten anschließend an Energiekonzerne weiterverkauft und die Fonds aus dem Erlös entschädigt werden. [24] Der Vorteil: Es wäre kein Dollar nach Russland geflossen, denn die Sanktionen verbieten Geldüberweisungen an Lukoil. [25]
Lukoil bevorzugte dieses Modell, einer Quelle zufolge war bereits ein Kaufvertrag unterschrieben. [24][26] Das Finanzministerium lehnte im Dezember 2025 trotzdem ab. Eine offizielle Begründung gibt es nicht. Berichtet wurden zwei Komplikationen: Die Eigentümer der Aktien hätten offengelegt werden müssen, und der Tausch hätte womöglich Putins persönliche Zustimmung erfordert, weil er 2022 den Handel russischer Aktien im Ausland verboten hatte. [26] Ein weiterer, naheliegender Grund wird selten genannt: Lukoil hätte über ein Viertel seiner eigenen Aktien zurückerhalten, bezahlt mit ohnehin blockiertem Vermögen. Für einen sanktionierten Konzern ist das ein Wertgewinn, kein Verlust.
Die Gruppe gab nicht auf. Sie kündigte an, das Angebot einem höherrangigen Entscheider vorzulegen, um die Ablehnung kippen zu lassen. [24] Wer das sein sollte, wurde nie bekannt.
3. Der saubere Käufer, der nie zum Zug kam
Am 29. Januar 2026 unterschrieb Lukoil einen Verkaufsvertrag mit der Carlyle Group. [27] Carlyle ist einer der größten Finanzinvestoren der Welt, verwaltet rund 477 Milliarden Dollar [28] und fördert über die Tochter Black Sea Oil and Gas bereits Erdgas vor der rumänischen Küste. [29] Ein US-Käufer ohne Russland-Verbindungen und mit Energieerfahrung in der Region galt bei der Aufsicht als leichter genehmigungsfähig als die bisherigen Bieter. [30]
Die Genehmigung kam trotzdem nie. Der Vertrag lief Ende Juli 2026 aus, weil das OFAC ihn nicht genehmigt hatte. [31] Im Oktober erklärte Carlyle, den Kauf nicht mehr zu verfolgen. [32]
Warum, ist offiziell nicht bekannt. Die Financial Times berichtete unter Berufung auf Quellen, US-Behörden hätten den Verkauf bewusst verzögert, um ihn als Hebel in den Ukraine-Verhandlungen einzusetzen. [17] Belegt ist der Ablauf: Der „neutrale" Käufer wurde nicht genehmigt, und als sein Vertrag ausgelaufen war, rückte das Konsortium um Todd Boehly in den Vordergrund, an dem die Regierung über die DFC selbst beteiligt ist. Dass Carlyle gezielt ausgebremst wurde, um diesem Konsortium Platz zu machen, lässt sich mit öffentlichen Quellen nicht belegen.
4. Der Kreml, das Konsortium und der Staat als Teilhaber
Am 5. September 2026 trafen Witkoff und Kushner Putin im Kreml. Laut New York Times brachte Putin den Verkauf der Lukoil-Auslandssparte selbst zur Sprache, als Beweis dafür, dass Russen mit den USA Geschäfte machen können. [33] Ein hoher Regierungsbeamter bestätigte, dass Witkoff und Kushner Bedingungen ausgehandelt haben, die den USA eine erhebliche Vorauszahlung und eine Gewinnbeteiligung sichern sollen. [33]
Wenige Wochen später berichtete die Financial Times über das neue Konsortium. Boehly hatte die Unterstützung der staatlichen US-Entwicklungsfinanzierungsbehörde DFC, des Abu-Dhabi-Sicherheitsberaters Scheich Tahnoon bin Zayed und der katarischen Familie Al-Khayyat gewonnen. [34] Tahnoons International Holding Company soll das Konsortium gemeinsam mit Allied Investment Partners anführen. Die DFC soll rund 15 Prozent der neuen Gesellschaft erhalten, Boehly und die DFC sollen die Mehrheit im Verwaltungsrat stellen. [34]
Die Verflechtungen sind dicht. Die Brüder Al-Khayyat bauen mit Kushner und Ivanka Trump ein Resort in Albanien. Tahnoon hat in Projekte von Kushner, Witkoff und Trumps Söhnen investiert. [35] Ein von ihm kontrollierter Fonds hält einen großen Anteil an World Liberty Financial, der Kryptofirma, die teils von Witkoffs Söhnen geführt wird. [13] Der Vollständigkeit halber: Die New York Times fand keinen Hinweis, dass Witkoff oder Kushner persönlich profitieren. Witkoffs Sprecherin erklärte, er habe keinerlei finanzielle Beteiligung an der Sache. [36]
Ende September gingen Witkoff und Kushner noch weiter. Laut New York Times boten sie Moskau Anreize für eine begrenzte Waffenruhe: entweder einen gegenseitigen Verzicht auf Angriffe gegen Energieanlagen oder eine Feuerpause auf See. Dafür sollte Russland Zugang zu eingefrorenen Staatsreserven, den Verkauf der Lukoil-Auslandssparte und freiere Kaliexporte aus Belarus erhalten. [37] Eine Waffenruhe für Energieanlagen würde vor allem die russischen Raffinerien schützen, deren Zerstörung durch ukrainische Drohnen Russlands Dieselexporte zuletzt am stärksten gedrückt hat. [6]
Die DFC: kostenloser Anteil, offenes Risiko
Die DFC wurde 2019 gegründet, um privaten Investitionen in Entwicklungsländern auf die Sprünge zu helfen und Chinas „Neuer Seidenstraße" etwas entgegenzusetzen. [38] Im Dezember 2025 wurde sie neu ermächtigt: Ihr Finanzierungsrahmen stieg auf 205 Milliarden Dollar, sie darf bis zu 40 Prozent an Projekten halten und verfügt über einen eigenen Beteiligungsfonds. [39] Geleitet wird sie seit Oktober 2025 von Ben Black, Sohn des Apollo-Mitgründers Leon Black, der die Behörde näher an die Wall Street rücken will. [40][41] Schon beim Rohstoffabkommen mit der Ukraine 2025 diente sie als Werkzeug. [38]
Gewöhnlich arbeitet die DFC mit Steuergeld und, wichtiger noch, mit der Haftung des Bundeshaushalts für ihre Kredite und Garantien. [38][39] Bei Lukoil ist es anders: Die DFC soll ihren Anteil ohne eigene Bareinlage erhalten. [32] Der Staat lässt sich also für die Genehmigung eines Verkaufs an Anteilen beteiligen, den er selbst genehmigen muss. Fachmedien weisen auf diese ungewöhnliche Doppelrolle hin: Ein Arm der Regierung unterstützt ein Gebot, ein anderer entscheidet, ob es zustande kommt. [34] Offen bleibt, ob die DFC weitere Kredite oder Garantien für die neue Gesellschaft übernimmt. Offen ist auch, wie sich ihr Auftrag mit dem Paket verträgt: Die DFC soll gesetzlich vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern investieren, Investitionen in Ländern mit hohem Einkommen sind auf 10 Prozent ihres Rahmens begrenzt. [41][42] Mit ihrem Anteil würde die US-Behörde aber indirekt Miteigentümerin von Raffinerien in Bulgarien, Rumänien und den Niederlanden, also in EU-Staaten.
Wem gehört was nach dem Verkauf?
Verkauft wird nicht Lukoil, sondern dessen Wiener Auslandsholding. Der russische Mutterkonzern behält sein Kerngeschäft und die Beteiligungen in Kasachstan, und er bleibt sanktioniert. [49] Lukoils Anteil am irakischen Ölfeld West Qurna-2 ist bereits an den Irak gegangen, und die bulgarische Raffinerie Burgas steht seit November 2025 unter einem staatlichen Sonderverwalter. [31][72] Die DFC wird also nicht Teilhaberin von Lukoil, sondern der Gesellschaft, die Lukoils frühere Töchter übernimmt.
Dort zeigt sich eine bemerkenswerte Schieflage. Das meiste Kapital kommt offenbar vom Golf, die genauen Anteile sind nicht bekannt. Die Mehrheit im Verwaltungsrat sollen aber Boehly und die DFC stellen. [34] Damit könnten die Amerikaner die wesentlichen Entscheidungen treffen, unabhängig davon, wer den Großteil des Kapitals hält. [43] Der US-Staat erhielte mit einem Minderheitsanteil, für den er nichts bezahlt, maßgeblichen Einfluss.
Interessant ist vor allem, was der Verkauf möglich macht. Solange die Beteiligungen sanktioniert sind, sind sie schwer zu betreiben und kaum verkäuflich. Lukoil hat sie bereits vollständig abgeschrieben und muss unter Zwang an einen Käufer verkaufen, den Washington auswählt. Mit der Genehmigung fallen die Sanktionen für die Beteiligungen weg, was ihren Wert sofort steigert. [73] Den Gewinn aus diesem Wertsprung streichen die Käufer ein, darunter der US-Staat selbst. Hinzu kommt die Produktion: Die Raffinerien in den Niederlanden, Bulgarien und Rumänien stellen genau die Produkte her, die derzeit knapp sind, Diesel und Kerosin. [74] Burgas ist mit 190.000 Barrel pro Tag die größte Raffinerie auf dem Balkan. [75] Befreit von den Sanktionen können diese Anlagen wieder ungehindert finanzieren, einkaufen und exportieren. Damit führen beide Geschäfte in dieselbe Richtung: Sie bringen in der Dieselknappheit mehr Diesel auf den Markt. Der Diesel-Deal tut das über Raffinerien in Russland, der Verkauf der Lukoil-Auslandssparte über Raffinerien in der EU, die bisher Lukoil gehörten und deren Gewinne künftig an Eigentümer aus dem Umfeld der US-Regierung fließen. Zugleich bekäme Washington über den Verwaltungsrat Einfluss auf Raffinerien, rund 2.500 Tankstellen und Ölfelder mit mehr als 3 Milliarden Barrel Reserven. [48][76] Ein wichtiger Teil der Treibstoffversorgung Bulgariens und Rumäniens hinge dann nicht mehr an Moskau, sondern an Washington und am Golf.
Formal soll die Verbindung nach Russland vollständig gekappt werden: keine Anteile, keine Führungsposten, keine Lieferverträge, keine Zahlungen an Lukoil. [48] Ein Faden bleibt jedoch. Der Kaufpreis landet auf einem gesperrten Konto unter US-Kontrolle und fließt nach Russland, sobald die Sanktionen fallen. [49] Wer die Aufhebung der Sanktionen verhandelt, entscheidet damit auch über diese Auszahlung, und genau diese Aufhebung steht in den Ukraine-Gesprächen zur Debatte. Leer gehen dagegen die westlichen Fonds aus, die mehr als ein Viertel der Lukoil-Aktien halten. Ihre Papiere bleiben eingefroren. Gerade sie hätte der abgelehnte Aktientausch von 2025 entschädigen sollen.
5. Ein Paket, nicht zwei Deals
Der Diesel-Deal und der Verkauf der Lukoil-Auslandssparte werden oft getrennt behandelt. Sie gehören aber zusammen:
- Dieselben Verhandler: Witkoff und Kushner führen beide Stränge. [5][33]
- Dieselbe Logik: Beide sind Anreize an Moskau im Tausch gegen Entgegenkommen in der Ukraine-Frage. [5][37]
- Derselbe Tag: Am 9. Oktober, dem Tag des Telefonats, meldete die New York Post, die Regierung unterstütze das Boehly-Konsortium und eine Unterzeichnung sei binnen zwei Wochen möglich. [43]
- Dieselbe Quelle: Laut aktuellem FT-Bericht beruhen die laufenden Gespräche auf Vorschlägen, die Witkoff und Kushner mit Putins Wirtschaftsgesandtem Kirill Dmitriev erörtert haben. Dmitriev beziffert das Potenzial solcher Projekte auf 14 Billionen Dollar, ohne offenzulegen, wie er rechnet. Erreichbar ist eine solche Zahl, wenn man die Bruttoumsätze aller Vorhaben über Jahrzehnte aufsummiert und die Inflation fortschreibt. Über den Wert der Geschäfte heute oder die Gewinne für die USA sagt sie nichts. Konkret genannt werden neben dem Verkauf der Lukoil-Auslandssparte eine Beteiligung von Novatek an einem LNG-Projekt in Alaska, die mögliche Wiederaufnahme von Gaslieferungen durch – man höre und staune – den einzigen noch intakten Nord-Stream-Strang und Erleichterungen für russischen Kalidünger. [44] Bei den Anschlägen im September 2022 wurden drei der vier Stränge zerstört. Unbeschädigt blieb nur Strang B von Nord Stream 2. [70] Dieser Strang ist allerdings nie in Betrieb gegangen, weil Deutschland das Genehmigungsverfahren im Februar 2022 gestoppt hatte. [71] „Wiederaufgenommen" würde also eine Lieferung, die es über diesen Strang nie gegeben hat.
Die Wurzel dieses Pakets reicht ins Jahr 2025 zurück: Der von Witkoff und Dmitriev ausgearbeitete 28-Punkte-Plan vom November 2025 sah bereits ein langfristiges Wirtschaftsabkommen unter anderem im Energiebereich vor. [45] Lukoil wird darin allerdings nicht genannt.
Was sich mit öffentlichen Quellen nicht belegen lässt: dass Witkoff und Kushner schon 2025 den Verkauf der Lukoil-Auslandssparte eingefädelt haben, und dass der Diesel-Deal über Lukoil vorbereitet wurde. Ihre Rolle beim Verkauf ist erst ab September 2026 dokumentiert. Belegt ist, dass der Investorenkreis um Boehly seit Ende 2025 aktiv ist, an der US-Aufsicht scheiterte und 2026 mit politischem Rückenwind und staatlicher Beteiligung zurückkehrte.
Auch als physischer Kanal für russisches Öl taugt der Verkauf der Lukoil-Auslandssparte nicht. Die Raffinerie in Burgas verarbeitet seit März 2024 kein russisches Rohöl mehr, die Anlagen in Rumänien und den Niederlanden unterliegen dem EU-Embargo. [46] Lukoils Handelsarm Litasco hatte das Geschäft bereits 2022 aufgeteilt: Die Genfer Einheit sollte die europäischen Raffinerien mit nicht-russischem Rohöl versorgen, die Dubaier Einheit den Handel mit russischen Barrel übernehmen. [47] Verkauft wird die westliche Hälfte. Die Auflagen des OFAC verlangen zudem, dass die Beteiligungen nach dem Verkauf alle Verbindungen zu Lukoil kappen und der Erlös auf einem gesperrten Konto landet, bis die Sanktionen fallen. [48][49] Der Zusammenhang zwischen beiden Deals ist politisch, nicht physisch.
6. Was die Sanktionen tatsächlich kosten
Die entscheidende Frage lautet: Was haben die Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil bewirkt? Die Antwort hängt davon ab, welche Zahl man betrachtet.
Der Abschlag pro Barrel. Im August und September 2025 kostete russisches Urals-Öl 61 bis 65 Dollar, Brent 65 bis 69 Dollar. Der Abschlag war so klein wie seit 2022 nicht mehr. [50] Nach den Sanktionen brach der Preis ein: Mitte November 2025 notierte Urals in den Exporthäfen bei etwa 34 bis 36 Dollar, während Brent bei rund 61 Dollar lag. [51] Im Februar 2026 erreichte der Abschlag ab den westlichen Häfen 30,60 Dollar, den höchsten Wert seit fast drei Jahren. [52] Die beiden sanktionierten Konzerne selbst verkauften von Dezember 2025 bis Februar 2026 auf dem Seeweg 83 Prozent weniger Rohöl als ein Jahr zuvor. Die russischen Gesamtexporte blieben dennoch stabil, das Öl ging nur über andere Verkäufer hinaus. [53]
Der Iran-Krieg. Seit den Angriffen der USA und Israels auf Iran Ende Februar 2026 und der Blockade der Straße von Hormus hat sich das Bild gedreht. [54] Im September 2026 kostete Urals im Durchschnitt 90,70 Dollar, bei einem Abschlag von 23 Dollar. [55] Die IEA bezifferte Russlands Ölexporterlöse im September auf 17,67 Milliarden Dollar, 4,32 Milliarden mehr als ein Jahr zuvor. [56] Im Frühjahr 2026 kehrte sich der Abschlag bei Lieferungen nach Indien vorübergehend sogar in einen Aufschlag von 7 bis 8 Dollar um. [57]
Die Bilanz pro Barrel, grob gerechnet:
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Dollar pro Barrel |
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Urals vor den Sanktionen (Herbst 2025) |
rund 60 |
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Anstieg Brent durch den Iran-Krieg (von rund 65 auf rund 114) |
rund +50 |
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Größerer Abschlag durch die Sanktionen (von rund 4 auf rund 23) |
rund −19 |
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Urals im September 2026 |
rund 90 |
Die Sanktionen kosten Russland also weiterhin rund 20 Dollar pro Barrel, etwa ein Fünftel des Weltmarktpreises. Dieses Geld bleibt bei Käufern, Zwischenhändlern und Reedern hängen. Doch der Iran-Krieg bringt pro Barrel mehr als das Doppelte ein. Trotz der schärfsten Ölsanktionen seit Kriegsbeginn erhält Russland heute pro Barrel rund die Hälfte mehr als vorher. Im Basisszenario des Kyiv School of Economics Institute steigen Russlands Ölexporterlöse von 158 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 193 Milliarden 2026. [58]
Der Haushalt. Ganz anders sieht es im russischen Staatshaushalt aus. Von Januar bis September 2026 nahm der Staat 5,47 Billionen Rubel aus Öl und Gas ein, 17,2 Prozent weniger als im Vorjahr, obwohl Brent um 32 Prozent stieg. [59] Die Gründe liegen vor allem im Inland: ein starker Rubel und hohe Ausgleichszahlungen an die Ölkonzerne zur Stabilisierung der Benzinpreise. [60] Die Mehrwertsteuer wurde zum 1. Januar 2026 von 20 auf 22 Prozent angehoben, um die Lücke zu füllen. [61] Ein Teil dessen, was die Ölkonzerne mehr verdienen, kommt also nicht beim Staat an. Das ist allerdings vorwiegend russische Haushaltspolitik, kein Sanktionseffekt.
Russland verkauft zudem weniger: Die Exporte von Öl und Ölprodukten fielen im August 2026 auf 6,4 Millionen Barrel pro Tag, den niedrigsten Stand seit 2018. [58]
7. Herkunft als Papierfrage
Wie dehnbar das Konzept der „russischen Herkunft" ist, zeigt sich an drei Stellen.
Kasachisches Öl. Die Raffinerie in Burgas läuft heute unter anderem mit KEBCO, einer kasachischen Exportsorte. Diese ist physikalisch mit Urals identisch, die beiden unterscheiden sich nur durch das Herkunftszertifikat. KEBCO fließt durch russische Pipelines, und Russland kassiert dafür Transitgebühren. [46] Laut OFAC gilt Öl, das Russland nur durchquert und ein nicht-russisches Herkunftszertifikat trägt, nicht als russisch. [62] Am Caspian Pipeline Consortium, der wichtigsten Exportroute für kasachisches Öl, hält der russische Staatskonzern Transneft 24 Prozent und Lukoil 12,5 Prozent. [77] Lukoils Anteil zählt zu den Kasachstan-Beteiligungen, die schon vom Carlyle-Vertrag ausgenommen waren; Kasachstan beansprucht dafür ein Vorkaufsrecht. [27][79] Bereits im November 2025 erlaubten die USA trotz der Sanktionen Geschäfte mit Lukoil und Rosneft, soweit sie den Betrieb der Pipeline betreffen. [78] Am Transport kasachischen Öls verdienen russische Anteilseigner also weiterhin mit, ganz legal.
Raffinieren als Herkunftswechsel. Nach US-Recht verliert russisches Rohöl seine Herkunft, sobald es in einem Drittland „substanziell umgewandelt", also raffiniert wird. [63] Genau darauf beruhte jahrelang das sogenannte Raffinerie-Schlupfloch: Indien und die Türkei kauften billiges russisches Rohöl und verkauften den daraus gewonnenen Diesel legal in den Westen. Die EU hat diese Lücke zum 21. Januar 2026 geschlossen. Das Verbot gilt aber nur für Einfuhren in die EU. Raffinerieprodukte aus russischem Rohöl dürfen weiter in Länder außerhalb der EU geliefert werden, auch durch EU-Firmen. [64] Laut einer Studie des KSE Institute hat das Verbot die Ströme in die EU deutlich verringert, aber nicht lückenlos. [65]
Vom Regulierten ins Undurchsichtige. Litasco, Lukoils Handelsarm, handelte 2019 knapp 4 Millionen Barrel pro Tag, rund 4 Prozent des damaligen Weltverbrauchs. [66] Nach den US-Sanktionen wurde die Firma weitgehend abgewickelt, weil sie keine Dollarfinanzierung mehr bekam. Ein früherer Handelschef von Gazprom warnte, das werde den russischen Ölhandel nur weiter in den Untergrund treiben. [66] Die Dubaier Einheit war schon zuvor von Großbritannien sanktioniert worden, weil sie große Mengen russischen Öls auf Schiffen der Schattenflotte bewegt hatte. Ihr Geschäft wanderte an eine neu gegründete Firma in Dubai. [67][68] Laut Zolldaten gehören kleine, undurchsichtige, frisch registrierte Firmen in Dubai inzwischen zu den Hauptkäufern russischen Rohöls. [69]
Verschwunden ist also ein großes, reguliertes Handelshaus mit Sitz in Genf. Sein Geschäft wird nun von Briefkastenfirmen am Golf erledigt, die keiner westlichen Aufsicht Rechenschaft schulden. Das Öl fließt weiter.
Wessen Sanktion wirkt? Der Abschlag, der Russland pro Barrel rund 20 Dollar kostet, setzte im November 2025 ein, nachdem die USA Rosneft und Lukoil auf ihre Sanktionsliste gesetzt hatten. [51][53] Was ihn treibt, ist die Drohung mit Sekundärsanktionen: Banken, Reeder und Käufer weltweit fürchten, den Zugang zum Dollar zu verlieren. Die EU-Maßnahmen wirken anders. Sie halten russisches Öl aus Europa fern, auch in raffinierter Form, und das gelingt weitgehend. [65] Russlands Absatz berühren sie dagegen kaum. Indien kann sein Geschäft schlicht umsortieren: russisches Rohöl in Diesel für den eigenen Markt, für Afrika und Asien, Öl aus dem Irak oder Saudi-Arabien in Diesel für Europa. Die EU-Sanktionen sind deshalb in erster Linie eine Selbstverpflichtung der EU, keine Waffe gegen Russlands Kasse. Sie verlängern die eigenen Lieferwege, verschieben die Ströme und kosten Russland für sich genommen wenig.
Und was kostet das Europa? Vor dem Krieg lieferte Russland fast die Hälfte der Dieselimporte der EU. [80] Ersatz kam vor allem aus dem Nahen Osten, den USA, Indien und der Türkei, also von deutlich weiter her. Die Raffineriemarge für Diesel in Europa, also der Abstand zum Rohölpreis, stieg von knapp 8 Dollar pro Barrel im Jahr 2021 nach Ankündigung des Embargos auf 63 Dollar und lag ein Jahr später noch bei etwa 30 Dollar. [80] Bis 2025 hatte sich der Markt weitgehend eingependelt, allerdings um einen Preis: Im ersten Halbjahr 2025 kamen 43 Prozent der europäischen Dieselimporte aus dem Nahen Osten. [81] Die Abhängigkeit von Russland war durch eine Abhängigkeit vom Golf ersetzt, und genau diese Quelle traf der Iran-Krieg. Im August 2026 lagen die Dieselexporte aus dem Nahen Osten und Russland fast 75 Prozent unter dem Vorjahr. Der Dieselpreis in der EU erreichte im September mit 2,159 Euro pro Liter den höchsten Stand seit Beginn der Statistik 2005. Höhere Treibstoffpreise haben die EU in den ersten 28 Kriegswochen rund 53 Milliarden Euro gekostet. [82] Diese Rechnung geht auf den Iran-Krieg zurück, nicht auf die Sanktionen. Die Sanktionen haben aber die Lage geschaffen, in der er Europa so hart trifft. Und während die EU sich russischen Diesel selbst verbietet, kaufen ihn jetzt die USA.
8. Fazit: Symbolpolitik mit eingebautem Ventil
Der Westen wollte nie, dass russisches Öl vom Weltmarkt verschwindet. Das hätte die Preise explodieren lassen, auch in Europa. Das tatsächliche Ziel war immer ein Doppeltes: Das Öl soll fließen, Russland soll weniger daran verdienen. Daran gemessen funktionieren die Sanktionen technisch. Sie kosten Moskau rund ein Fünftel pro Barrel. Diese Wirkung geht allerdings vor allem auf die US-Sanktionen zurück, hinter denen die Drohung steht, Banken und Käufer weltweit vom Dollar abzuschneiden.
Gemessen an ihrem öffentlich verkündeten Zweck sind die Sanktionen gescheitert. Sie sollten Putin an den Verhandlungstisch zwingen. Ein Jahr später läuft der Krieg weiter, Russland verdient pro Barrel mehr als vorher, und Washington verhandelt die Aufhebung derselben Sanktionen als Zugeständnis an Moskau.
In dieser Geschichte spielen die USA gleich mehrere Rollen. Sie haben die Sanktionen verhängt, die Russland pro Barrel rund 20 Dollar kosten. Sie sind Kriegspartei im durch Israel "vermittelten" Iran-Konflikt, der Russland pro Barrel rund 50 Dollar einbringt. Sie lockern nun die Dieselsanktion mit der Begründung zu hoher Preise, die sie selbst mitverursacht haben. Und sie verdienen am Ende an ihrer eigenen Sanktion: Diese drückt den Wert der Lukoil-Auslandssparte, während ihre Aufhebung durch Washington ihn wieder anhebt, und eine staatliche Behörde lässt sich kostenlos an diesem Wertsprung beteiligen. Die übrigen Käufer stammen aus dem geschäftlichen Umfeld der Familien jener Männer, die den Verkauf aushandeln.
Die EU spielt in dieser Geschichte – mal wieder – die Rolle der Zahlenden. Ihre eigenen Sanktionen halten russisches Öl aus Europa fern, kosten Russland für sich genommen aber wenig, weil das Öl einfach andere Abnehmer findet. Europa dagegen hat seinen nahen Hauptlieferanten für Diesel aufgegeben und sich vom Golf abhängig gemacht, genau von der Region, die der Iran-Krieg getroffen hat. Die Rechnung dafür zahlen Europas Verbraucher und Unternehmen an der Zapfsäule. Gleichzeitig kaufen die USA den russischen Diesel, den die EU sich selbst verbietet, und entscheiden über Raffinerien in drei EU-Staaten, wobei die EU - mal wieder - nicht mit am Tisch sitzt.
Stattdessen gibt sich die EU einen "Spielraum" über 800 Milliarden Euro bis 2030 für einen Plan namens „ReArm Europe / Readiness 2030“ im Rahmen einer Erzählung, dass Russland bis dahin die EU bzw. die NATO angreifen würde/könnte/wollte ...
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Quellen und Anmerkungen
1. Tiroler Tageszeitung: Trump schließt Diesel-Deal mit Putin ab. https://www.tt.com/go/30944210
2. echo24: Trump schließt plötzlich Deal mit Putin – günstiger Sprit pünktlich zu den Midterms. https://www.echo24.de/welt/trump-schliesst-ploetzlich-deal-mit-putin-guenstiger-sprit-puenktlich-zu-den-midterms-zr-94534244.html
3. Global Sanctions: US general license authorises supply of Russian diesel until 7 April 2027. https://globalsanctions.com/2026/10/us-general-license-authorises-supply-of-russian-diesel-until-7-april-2027/
4. WBUR On Point: Does Trump's Russian diesel deal betray the U.S.? (27.10.2026). https://wbur.org/onpoint/2026/10/27/trump-waive-russia-sanctions-congress
5. Defense News: Trump's Russian diesel deal benefits Moscow more than US consumers, experts say (28.10.2026). https://defensenews.com/global/europe/2026/10/28/trumps-russian-diesel-deal-benefits-moscow-more-than-us-consumers-experts-say
6. IEA: Oil Market Report – October 2026. https://www.iea.org/reports/oil-market-report-october-2026
7. NPR/KUOW: Bipartisan group of senators call on Trump to rescind Russian diesel deal (13.10.2026). https://www.kuow.org/npr-news/2026-10-13/bipartisan-group-of-senators-call-on-trump-to-rescind-russian-diesel-deal
8. Vienna.at: Nach Diesel-Deal mit Trump: Moskau lockert Exportverbot. https://www.vienna.at/trump-aeusserst-erfolgreiches-gespraech-mit-putin/10533311
9. NV: Witkoff floats plan to restore Russian oil and gas pipelines running through Ukraine. https://english.nv.ua/nation/tensions-flare-as-steve-witkoff-proposes-restarting-russian-energy-transit-in-ukraine-50653723.html
10. Interfax: License for sale of Lukoil's foreign assets extended until Oct 22 (18.09.2026). https://interfax.com/newsroom/top-stories/119192/
11. Kyiv Independent: 'Russian propagandist' — Bessent hits back as Kremlin envoy Dmitriev downplays US sanctions (27.10.2025). https://kyivindependent.com/russian-propagandist-bessent-hits-back-as-kremlin-envoy-dmitriev-downplays-us-sanctions/
12. bne IntelliNews: US offers Russia frozen assets, Lukoil sale, Belarus potash for partial truce. https://www.intellinews.com/us-offers-russia-frozen-assets-lukoil-sale-belarus-potash-for-partial-truce-475053/
13. Wikipedia: United States–Russia oil deal. https://en.wikipedia.org/wiki/United_States%E2%80%93Russia_oil_deal
14. The Moscow Times: Gunvor Pulls $22Bln Lukoil Deal After U.S. Labels Company 'Kremlin Puppet' (07.11.2025). https://www.themoscowtimes.com/2025/11/07/gunvor-pulls-22b-lukoil-deal-after-us-labels-company-kremlin-puppet-a91071
15. AP/Yahoo Finance: Trading firm Gunvor, accused by US of being 'Kremlin's puppet,' drops plan to buy Lukoil assets. https://finance.yahoo.com/news/trading-firm-gunvor-accused-us-103702182.html
16. Quantum Commodity Intelligence: Chelsea owner Boehly joins list of potential Lukoil suitors: WSJ (28.11.2025). https://www.qcintel.com/article/chelsea-owner-boehly-joins-list-of-potential-lukoil-suitors-wsj-53819.html
17. Meduza: Former Chelsea co-owner Todd Boehly seeks to buy Lukoil's foreign assets (23.09.2026). https://meduza.io/en/news/2026/09/23/former-chelsea-co-owner-todd-boehly-seeks-to-buy-lukoil-s-foreign-assets
18. OE Digital/Reuters: Sources: U.S. Treasury rejects Xtellus' bid for Lukoil Assets (15.12.2025). https://energynews.oedigital.com/fossil-fuels/2025/12/15/sources-us-treasury-rejects-xtellus-bid-for-lukoil-assets
19. Bloomberg: Russian Bank VTB Sells U.S. Unit as Political Tensions Force Retreat (03.09.2018). https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-09-03/russia-s-vtb-sells-u-s-unit-as-political-tensions-force-retreat
20. Xtellus Partners: About Us. https://xtelluspartners.com/about-us/
21. Xtellus Capital Partners: Team. https://xtelluscapital.com/team/
22. Energynews.pro: Xtellus Partners proposes asset swap to compensate US investors tied to Lukoil. https://energynews.pro/en/xtellus-partners-proposes-asset-swap-to-compensate-us-investors-tied-to-lukoil
23. Mobility Plaza: US extends deadline for negotiations on Lukoil's foreign assets. https://portal-dev.mobilityplaza.org/news/us-extends-deadline-for-negotiations-on-lukoils-foreign-assets
24. MarketScreener/Reuters: U.S. Treasury rejects Xtellus-led bid for Lukoil assets, sources say. https://www.marketscreener.com/news/u-s-treasury-rejects-xtellus-led-bid-for-lukoil-assets-sources-say-ce7d50d9dc8af222
25. Oil and Gas 360/Reuters: US bank floats plan to repay US investors via Lukoil asset sale, sources say. https://www.oilandgas360.com/exclusive-us-bank-floats-plan-to-repay-us-investors-via-lukoil-asset-sale-sources-say/
26. MarketScreener/Reuters: Lukoil leans towards Xtellus cashless bid for its foreign assets. https://www.marketscreener.com/news/lukoil-leans-towards-xtellus-cashless-bid-for-its-foreign-assets-ce7d50dbd88df327
27. S&P Global: Lukoil agrees to sell most international assets to Carlyle (29.01.2026). https://www.spglobal.com/energy/en/news-research/latest-news/crude-oil/012926-lukoil-agrees-to-sell-most-international-assets-to-carlyle
28. SEC: The Carlyle Group Inc., Proxy Statement 2026. https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/0001527166/000152716626000017/cg-20260423.htm
29. Energy Industry Review: Carlyle Group Ready to Take Over Lukoil Assets. https://energyindustryreview.com/oil-gas/carlyle-group-ready-to-take-over-lukoil-assets/
30. EUalive: OFAC extends deadline for Lukoil international asset sale to 25 July (01.07.2026). https://eualive.net/ofac-extends-deadline-for-lukoil-international-asset-sale-to-25-july/
31. Interfax: Lukoil's agreement with Carlyle on selling foreign assets expired at end of July without OFAC approval (08.10.2026). https://interfax.com/newsroom/top-stories/119452/
32. Citybiz: Carlyle Ends Pursuit of Lukoil International Assets as Rival Investors Emerge. https://www.citybiz.co/?p=916770
33. Oil & Gas Middle East: Lukoil international asset sale drawn into US-Russia talks on Ukraine, New York Times reports. https://www.oilandgasmiddleeast.com/news/lukoil-assets-ukraine-talks
34. Traders Union: Todd Boehly consortium challenges Carlyle for Lukoil international assets. https://tradersunion.com/news/financial-news/show/3439836-boehly-consortium-challenges-carlyle-lukoil-assets/
35. Meduza: Lukoil's foreign asset sale becomes part of U.S.–Russia talks on ending Ukraine war, NYT reports (05.10.2026). https://meduza.io/en/news/2026/10/05/lukoil-s-foreign-asset-sale-becomes-part-of-u-s-russia-talks-on-ending-ukraine-war-nyt-reports
36. WION: Trump-linked investors eye $20-22 bn Lukoil assets in latest US-Russia talks to end Ukraine war. https://www.wionews.com/world/us-russia-talks-lukoil-assets-todd-boehly-trump-investors-1791021292256
37. Ukrainska Pravda: Trump envoys offered Russia release of frozen assets and a Lukoil deal, NYT reports (10.10.2026). https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/10/10/8057404/
38. Congressional Research Service: U.S. International Development Finance Corporation (DFC), IF11436 (August 2025). https://www.congress.gov/crs_external_products/IF/PDF/IF11436/IF11436.10.pdf
39. DFC: DFC Secures Expanded Authorities with FY26 NDAA Signed into Law. https://www.dfc.gov/media/press-releases/dfc-secures-expanded-authorities-fy26-ndaa-signed-law
40. ImpactAlpha: Bipartisan plans for a bigger, bolder US International Development Finance Corp. on hold as agency's authorization lapses. https://impactalpha.com/?p=121258
41. Congressional Research Service: U.S. International Development Finance Corporation (DFC), IF11436 (Mai 2026). https://www.everycrsreport.com/files/2026-05-01_IF11436_b265ce29edc83dfbde6aec7007f0bd1013907d99.html
42. Council on Foreign Relations: An Update on the Reauthorization of the U.S. Development Finance Corporation. https://www.cfr.org/article/update-reauthorization-us-development-finance-corporation
43. Blacksky: Approved at the highest level: Moscow and Washington decide the fate of Lukoil's foreign assets (12.10.2026). https://www.blacksky.info/en/approved-at-the-highest-level-lukoil-foreign-assets/
44. RBC-Ukraine: US no longer plans to press Ukraine to give up territory to Russia. https://newsukraine.rbc.ua/news/us-no-longer-plans-to-press-ukraine-to-give-1793188664.html
45. Lawrence Freedman: The Witkoff-Dmitriev peace plan annotated (21.11.2025). https://samf.substack.com/p/the-witkoff-dmitriev-peace-plan-annotated
46. Novinite: Radev, Russia, and the Myth of Cheap Oil for Bulgaria. https://www.novinite.com/view_news.php?id=238213
47. AJOT/Bloomberg: Lukoil weighs trading split, refinery sale to keep oil flowing (18.10.2022). https://www.ajot.com/news/lukoil-weighs-trading-split-refinery-sale-to-keep-oil-flowing
48. Kurs.com.ua/Financial Times: Consortium with U.S. government participation lays claim to Lukoil's foreign assets. https://kurs.com.ua/en/novost/1481002-konsorcium-za-uchastju-urjadu-ssha-pretendue-na-zakordonni-aktivi-lukoilu
49. Energynews.pro: OFAC Extends License 131K Covering Sale of Lukoil's Foreign Assets (23.10.2026). https://energynews.pro/en/ofac-extends-license-131k-covering-sale-of-lukoils-foreign-assets
50. Trading Economics: Urals Oil Prices Remain Stable (22.09.2025). https://tradingeconomics.com/commodity/urals-oil/news/486899
51. USM/Bloomberg: Russian Urals oil prices collapse to $34 per barrel. https://en.usm.media/?p=185711
52. UNN/Bloomberg: Russian oil sells at largest discount in three years due to sanctions (24.02.2026). https://unn.ua/en/news/russian-oil-sells-at-largest-discount-in-three-years-due-to-sanctions-bloomberg
53. CREA: February 2026 — Monthly analysis of Russian fossil fuel exports and sanctions. https://energyandcleanair.org/february-2026-monthly-analysis-of-russian-fossil-fuel-exports-and-sanctions/
54. The Bell: Russian oil windfall limited. https://en.thebell.io/russian-oil-windfall-limited/
55. CREA: September 2026 — Monthly analysis of Russian fossil fuel exports and sanctions. https://energyandcleanair.org/september-2026-monthly-analysis-of-russian-fossil-fuel-exports-and-sanctions/
56. TASS/IEA: Russian oil exports fall to 6.52 mln bpd in September, revenues rise to $17.67 bln. https://tass.com/economy/2202067
57. The Moscow Times/Reuters: Russian Urals Oil Returns to Discount as Asian Refiners Cut Purchases (09.06.2026). https://www.themoscowtimes.com/2026/06/09/russian-urals-oil-returns-to-discount-as-asian-refiners-cut-purchases-reuters-a92965
58. KSE Institute: Russian Oil Tracker – September 2026. https://kse.ua/en/news/russian-oil-tracker-september-2026-russias-oil-and-oil-products-exports-fall-to-lowest-level-since-2018-as-higher-prices-add-only-0-3-billion-to-export-revenue/
59. Global Strategy Files: Russia Oil and Gas Revenues 2026. https://globalstrategyfiles.com/russia-oil-gas-revenues-budget-2026/
60. Re:Russia: The War Offers No Relief. https://re-russia.net/en/analytics/0425/
61. The Moscow Times: Russia's January Budget Deficit Hits Nearly Half of Annual Target (06.02.2026). https://www.themoscowtimes.com/2026/02/06/russias-january-budget-deficit-hits-nearly-half-of-annual-target-a91885
62. Davis Polk: Russian oil price cap takes effect. https://www.davispolk.com/index%2Ephp/insights/client-update/russian-oil-price-cap-takes-effect
63. Troutman Pepper: OFAC Russia-Related Sanctions Update, November 29, 2022. https://www.troutman.com/insights/locke-lord-quickstudy-ofac-russia-related-sanctions-update-november-29-2022-relating-to-the-extension-of-gl-13-and-the-russian-oil-price-cap/
64. Hill Dickinson: EU prohibits import of refined petroleum products deriving from Russian origin crude oil (30.01.2026). https://www.hilldickinson.com/our-view/articles/eu-prohibits-import-of-refined-petroleum-products-deriving-from-russian-origin-crude-oil/
65.KSE Institute: EU Ban on Products Refined from Russian Crude Effectively Closes a Major Gap in the Sanctions Regime (11.06.2026). https://kse.ua/about-the-school/news/eu-ban-on-products-refined-from-russian-crude-effectively-closes-a-major-gap-in-the-sanctions-regime-kse-institute-study/
66. MarineLink/Reuters: Lukoil Trading Arm Falls Apart Under US Sanctions. https://www.marinelink.com/news/lukoil-trading-arm-falls-apart-us-532763
67. Bloomberg: UK Sanctions Lukoil Unit in Fresh Push on Russian Shadow Fleet (21.07.2025). https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-07-21/uk-sanctions-lukoil-unit-in-fresh-push-on-russian-shadow-fleet
68. Global Banking & Finance/Reuters: Lukoil Establishes Dubai Oil Trading Entity Amid Sanctions. https://www.globalbankingandfinance.com/RUSSIA-OIL-NK-LUKOIL-LITASCO-995a91d1-adfd-4697-956b-448e71f110d7
69. Public Eye: Goodbye Geneva? Dubai becomes new hub for Russian oil trading. https://www.publiceye.ch/en/media-corner/press-releases/detail/goodbye-geneva-dubai-becomes-new-hub-for-russian-oil-trading
70. Interfax: Gazprom lowering pressure in intact Nord Stream 2 line B (03.10.2022). https://interfax.com/newsroom/top-stories/83493/
71. The Maritime Executive: Gazprom: One Nord Stream Pipe String May Still Be Usable. https://maritime-executive.com/article/gazprom-one-nord-stream-pipe-string-may-still-be-usable
72. BTA: US Extends Authorization for Transactions with Lukoil's Foreign Subsidiaries Until April 24, 2027 (16.10.2026). https://www.bta.bg/en/news/economy/1225883-us-extends-authorization-for-transactions-with-lukoil-s-foreign-subsidiaries-unt
73. Ukrainska Pravda: US and Russia are negotiating multibillion-dollar deal on Lukoil assets, says NYT (03.10.2026). https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/10/03/8056300/
74. Post and Courier: U.S.-Russia talks on Ukraine now involve an oil deal tied to Trump allies. https://www.postandcourier.com/nation-world/u-s--russia-talks-on-ukraine-now-involve-an-oil-deal-tied-to-trump/article_542c460f-7e1b-59b8-b618-feb060c7f3d4.html
75. MarketScreener/Reuters: Lukoil's international assets and potential buyers (09.12.2025). https://uk.marketscreener.com/news/lukoil-s-international-assets-and-potential-buyers-ce7d5fd8db88f420
76. Protothema: Lukoil's $20 billion deal: the oil 'battle' uniting Trump, Putin and Gulf billionaires (03.10.2026). https://en.protothema.gr/?p=908032
77. Global Energy Monitor: Caspian Pipeline Consortium. https://www.gem.wiki/Caspian_Pipeline_Consortium
78. Interfax: U.S. allows transactions involving Lukoil, Rosneft under CPC, Tengiz, Karachaganak projects (17.11.2025). https://interfax.com/newsroom/top-stories/114836/
79. The Moscow Times: Kazakhstan Tells U.S. It Has Priority in Local Lukoil Buyout Bid (23.02.2026). https://www.themoscowtimes.com/2026/02/23/kazakhstan-tells-us-it-has-priority-in-local-lukoil-buyout-bid-a92024
80. OPIS: True Costs of EU's Russian Diesel Ban Emerge One Year Later. https://www.opis.com/blog/true-costs-of-eu-russian-diesel-ban-emerge-one-year-later/
81.U.S. Energy Information Administration: Summer diesel margins tighten with European supply shift (17.09.2025). https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=66125
82. Euronews: Higher fuel bills are costing the EU €270 million a day on average, report says (23.09.2026). https://www.euronews.com/2026/09/23/higher-fuel-bills-are-costing-the-eu-270-million-a-day-on-average-report-says
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Hinweis zur Quellenlage: Die Angaben zum Verkauf der Lukoil-Auslandssparte stützen sich überwiegend auf Berichte von New York Times, Financial Times, Wall Street Journal und Reuters, die ihrerseits anonyme Quellen zitieren. CREA (Finnland) und das KSE Institute (Ukraine) treten offen für schärfere Sanktionen ein. Ihre Daten beruhen jedoch auf Tankerverfolgung und decken sich in der Tendenz mit IEA und russischem Finanzministerium. Der Brent-Preis für September 2026 (rund 114 Dollar) ist aus Urals-Preis und Abschlag laut CREA abgeleitet.
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: Lukoil-Werk in Almaty (Kasachstan)
Bildquelle: Vladimir Tretyakov / shutterstock
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