Das Gespenst des Sozialismus

Ein Holzweg oppositioneller Strategen!

Ein Meinungsbeitrag von Uli Gellermann.

Soziale Verwerfungen sind meist verbunden mit Unsicherheiten aller Art. Nicht zuletzt das zumindest in der Propaganda andauernde Corona-Regime hat solche Unsicherheiten in die Gesellschaft getragen. Eine Unsicherheit, die eng mit dem Glauben an die bürgerliche Demokratie verbunden ist. Nicht wenige Menschen glauben, dass der Schulterschluss der Mehrheitsmedien mit der jeweiligen Regierung eine neue Form der Machtausübung ist. Wer sich an das brave Einverständnis der üblichen Medien mit den diversen Kriegen der USA erinnert – vom Vietnamkrieg bis zum Krieg gegen Kuba – der weiß, dass diese Konformität nicht wirklich neu ist. Zumeist ging es dabei um den Schulterschluss gegen den existierenden Sozialismus.

Gegner des Corona-Regimes

Nun ist der real existierende Sozialismus nicht mehr existent, aber sein Gespenst geistert immer noch durch die unterschiedlichsten Gegenden. Bei Henryk M. Broder, einem scharfzüngiger Gegner des Corona-Regimes, kommt einem diese Geistererscheinung beispielhaft hoch: „Teil einer jeden sozialistischen Strategie ist es den Staat in Schlüsselpositionen zu bringen, sowohl in der Meinungsbildung, aber auch in der wirtschaftlichen Aktivität der Bevölkerung. Was wir jetzt erleben könnte man in dieser Hinsicht als eine Art von Corona-Sozialismus bezeichnen“. Und auch bei Gunnar Kaiser, einem gründlichen Kritiker der Corona-Zwangsmaßnahmen, ist von „sozialistischem Globalismus“ die Rede.

Geisterbahn medialer Klischees

Beide Autoren bedienen sich aus der alten Geisterbahn medialer Klischees: Über Jahre wurden sie verbreitet, um die Verteidigung der Völker gegen den US-Imperialismus zu diskreditieren. Die Klischees wirken bis heute nach. Wer sie allerdings heute gegen das Corona-Regimes verwendet, trägt gewollt oder ungewollt, zur Verschleierung der Wirklichkeit bei. Vom Sozialismus ist allgemein bekannt, dass er ein Feind des privaten Eigentums an Produktionsmitteln ist. Dieser Grundzug sozialistischer Theorie und Praxis ist bei den Pharma-Konzernen, die mit Spritzstoffen handeln, die angeblich gegen Corona helfen sollen, nicht zu beobachten.

Pharma-Konzerne in Panik

Spritzstoff Hersteller wie AstraZeneca (26,6 Mrd. US-Dollar Umsatz) oder Moderna (60 Mio. US-Dollar Umsatz) werden ihre Profite kaum mit dem Volk teilen wollen, wie es im Sozialismus vorgesehen wäre. Das bei Sozialisten gängige Wort „Enteignung“ würde die Aktionärs-Versammlung der Pharma-Konzerne in Panik versetzen und beim Begriff „Volkseigentum“ riefen sie nach Polizei und Militär. Dem Corona-Staat „Sozialismus“ zu unterstellen, ist deshalb ebenso lächerlich wie nützlich für die manipulative Begriffsverwirrung. Denn ideologische Unklarheit gibt dem Kampf die falsche Richtung.

Bürgerliche Gesellschaft in Frage stellen

Als hätten die sozialistischen Gründerväter Marx und Engels eine Vorahnung von den möglichen Verwirrungen gehabt, formulierten sie in ihrem Manifest eine Passage über den Bourgeoissozialismus, eine Verirrung in der frühen sozialistischen Bewegung, um den „Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern“. Tatsächlich stellt die Bewegung gegen das Corona-Regime die aktuelle bürgerliche Gesellschaft faktisch in Frage. Denn genau dieser bourgeoisen Gesellschaft entspringt der Demokratie-Abbau, die Gleichschaltung der Medien und die Mobilisierung von Polizei und Geheimdienst gegen die Opposition.

Corona-Staat mit dem Sozialismus verwandt?

Die diffamierend gemeinte Behauptung, der Corona-Staat sei mit dem Sozialismus verwandt, verstellt den Blick auf die wirklichen, kapitalistischen Feinde der Bevölkerung und vertuscht den wahren Charakter des bürgerlichen Staates, der mit seinem Fassaden-Parlament und seinem demokratischen Gehabe nur die wirkliche Macht verschleiert. Dieser Akt der Tarnung ist für den kapitalistischen Staat in diesen Zeiten geradezu lebensnotwendig.

Frage nach einer Alternative zum kapitalistischen Staat

Mit der Demokratiebewegung wächst die Zahl derer, die politisch selbst aktiv werden und der Vielen, die eine neue außerparlamentarischen Opposition positiv begleiten. Mit der Opposition ist der Keim eines Selbstbewußtseins gelegt, das weit über das pure Opponieren hinausgehen kann und die Frage nach einer Alternative zum kapitalistisch bestimmten Staat aufwirft. Die bisherige Bewegung weist allerdings bisher nur selten antikapitalistische Züge auf. Dieses ungenaue Bild vom Feind der Demokratie verschafft den Gegnern der Bevölkerung jenen Spielraum, der sowohl dem Profitstreben wie dem Demokratie-Abbau dienlich ist.

Ausfall der organisierten Linken

Das unklare Feindbild ist auch dem Ausfall der organisierten Linken zu verdanken. Von den Gewerkschaften bis zur Linkspartei: Man ist dem staatlichen Märchen vom gesunden Kampf gegen das Virus erlegen und nicht selten auch der Lüge von einer von Rechts gesteuerten Bewegung. Bis zur Corona-Legende vom Killer-Virus hatte die klassische Linke ein ziemlich klares Bild vom Staat, vom Profitgesetz und von einer Alternative von Unten.

Glaube an einen netten Staat

Getrieben von einer falschen Todesangst und dem Glauben an einen netten Staat mit dem man parlamentarisch paktieren könnte, hat sich die Linke selbst aus dem Kampf genommen. Dieser Verrat an den eigenen Idealen hat die beträchtliche Kraft linker Organisationen für den außerparlamentarischen Kampf blockiert. Schlimmer noch: Der linke Verrat hat die aufgewachten Menschen der neuen außerparlamentarischen Opposition von linken Alternativen ferngehalten. Und da sie die Linke mit einem Bild des Sozialismus verbindet, das von den großen Agitationsapparaten des Kapitals verbreitet wurde und wird, fällt die Linke als Partner aus, und die Idee des Sozialismus kann als Schimäre verbreitet werden.

Ernsthaft über Sozialismus reden

Der Staat ist für die Mehrheit der Bevölkerung nur dann ein Freund, wenn er nicht vom großen Kapital bestimmt wird: nur dann, wenn er der Kontrolle durch die Mehrheit unterworfen ist. Wenn seine Polizei, seine Justiz und die Medien der Regie durch die Bevölkerung unterliegen. Dann lässt sich vielleicht ernsthaft über Sozialismus reden.

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Dieser Beitrag wurde vorab am 17.9.2022 auf dem Portal Rationalgalerie veröffentlicht.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: sandykot / Shutterstock.com

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Kommentare (23)

23 Kommentare zu: “Das Gespenst des Sozialismus

  1. Ralle002 sagt:

    der obige Meinungsbeitrag von Uli Gellermann wagt sich an das zurzeit in der Tat wichtigste Thema heran, das aber nicht ganz so einfach ist.

    Wie Herr Gellermann es völlig richtig behauptet, leistet Die Linke keine annähernd korrekte Themenarbeit:

    25.09.2022
    Berlins Rentner werden ärmer
    Die Linkspartei spricht von einem „beschämenden Rekord“ und fordert einen Schutzschirm gegen Altersarmut.
    Die Linkspartei fordert einen Schutzschirm gegen Altersarmut, der aus vier Punkten besteht. Zum einen sollte es in der gegenwärtigen Energiepreiskrise höhere Direktzahlungen geben. Dier derzeit diskutierten 300 Euro Energiegeld reichen nicht aus. Zweitens fordert die Partei einen Preisdeckel auf Strom und Gas.
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/berlins-rentner-werden-aermer-li.270526

    Hierzu:
    Es ist leider der Fall, dass die wichtigste Finanzexpertin Der Linken, Gesine Lötzsch, die Schuldscheinlogik unseres Geldes völlig falsch versteht.
    Frau Lötzsch versteht es nicht, dass der Staat sich nicht eignet, auch nur irgendwelche "Schulden" zu machen, um auf diese Weise Zahlungen zu tätigen.
    Der Staat kann zwar rein theoretisch fast unbegrenzt Ausgaben tätigen bzw. "Schulden machen", aber er kann seine vielen Schulden später nie wieder abbauen.

    Ähnlich ist auch folgende Themenarbeit der Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang grausam falsch:

    25.09.2022
    GRÜNEN-CHEFIN LANG
    „Aus so einer Krise kann man sich nicht raussparen“
    https://www.bild.de/regional/stuttgart/muenchen-aktuell/gruenen-chefin-lang-aus-krise-kann-man-sich-nicht-raussparen-81428074.bild.html

    Hierzu:
    Auch Ricarda L. versteht die Schuldschein-Logik unseres Geldes völlig falsch.

    Ebenso überzeugt die Themenarbeit der FDP praktisch gar nicht:

    23.09.2022
    FDP: Schuldenbremse wird nicht ausgesetzt – Konzept „nicht verstanden“
    https://www.merkur.de/politik/berlinfdp-schuldenbremse-nicht-ausgesetzt-91806557.html

    25.09.2022
    ENERGIEKRISE:
    Lindner stellt Gasumlage infrage – neue Kritik aus der SPD
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/lindner-stellt-gasumlage-infrage-neue-kritik-aus-spd-18340734.html?GEPC=s30

    u.a. steht dort:
    „Wir haben eine Gasumlage, die den Preis erhöht. Aber wir brauchen eine Gaspreisbremse, die den Preis senkt“, fügte der FDP-Chef hinzu.

    Hierzu:
    Herr Lindner scheint es insofern nicht zu wissen, dass Geld kein Tauschmittel ist.
    Vielmehr basiert unser Geld ausschließlich auf Schulden und es gibt bei diesem auch keine Schnittstelle zwischen Real- und Finanzwirtschaft.

    Auch beim Ifo-Top Ökonomen, Clemens Fuest, habe ich massive Zweifel, dass er die Funktionsweise unseres Schuldgeldsystems auch nur annähernd richtig versteht:

    12. März 2021
    Warum die Kritiker der Schuldenbremse Unrecht haben
    https://www.ifo.de/node/62140

    Hierzu:
    Herr Fuest irrt, weil es nicht funktionieren kann, dass wir ein System haben, bei dem die Politik ständig so tut, als hätten immer alle Bürger die vielen Schulden.
    Außerdem scheint es die Politik auch nicht zu stören, dass der Staat seine vielen Schulden später nie wieder abbauen kann.

    4. Juni 2021
    Clemens Fuest:
    "Die Löhne müssen steigen"
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-06/clemens-fuest-ifo-praesident-globalisierung-klimaschutz-eu-klimapolitik

    Hierzu:
    Auch hier scheint Herr Fuest es nicht wissen, dass Geld eine Art Schuldschein ist. Dadurch ist der Rest seiner gesamten Themenarbeit unbrauchbar.

    meine Schlussfolgerung:
    Der heutige Kapitalismus wird gar nicht funktionieren, weil die "Schulden anderer Leute", was Geld letztlich ist, kein geeignetes Wettbewerbsmittel sind.
    Beim Kapitalismus machen die öffentlichen Haushalte ständig im Namen aller Bürger die vielen Schulden, weil sie so schließlich bequem an die aus dem Nichts geschöpften Kredite der Banken gelangen können.
    Der Staat kann aber seine vielen Schulden später nie wieder abbauen, weil das viele Geld, das er dermaßen bequem in Umlauf bringt, wenig später viel zu einseitig von wenigen Ultrareichen einkassiert wird.
    Durch Geldscheine "verbriefte" ("Dritter-") Schulden der breiten Bevölkerung könnten zu einem viel zu großen Teil nur durch die Geldausgaben der ultrareichen Geldbesitzer später wieder abgebaut werden.

    “WIR SIND AUF DIREKTEM WEG IN EINE PLANWIRTSCHAFT!” — INTERVIEW MIT MAX OTTE (VIDEO)
    https://dieunbestechlichen.com/2022/02/wir-sind-auf-direktem-weg-in-eine-planwirtschaft-interview-mit-max-otte-video/

    Hierzu:
    Herr Otte sagt es richtig, dass die Inflation nicht zurückgehen wird.

    Jedenfalls haben wir auf fehlerhafte Weise ein Finanzsystem, bei dem der Staat die Pro-Kopf-Schulden der Bürger immer noch ein wenig schneller erhöht, weil er den "toten Gaul" unseres Finanzsystems nur so künstlich am Leben halten kann.
    Mit einem Bezahlen mit einer Art Schuldscheingeld, wozu unser Geld doch eigentlich ursprünglich vorgesehen sein wird, hat unser Finanzsystem jedoch nichts zu tun.
    Unser Finanzsystem macht insofern überhaupt absolut keinen Sinn.

    28. Dezember 2016
    Top-Ökonom Max Otte über die Planwirtschaft der EZB: „Wie die DDR im Endstadium“
    https://www.epochtimes.de/politik/ausland/top-oekonom-max-otte-ueber-die-planwirtschaft-der-ezb-wie-die-ddr-im-endstadium-a2010534.html

    u.a. steht dort:
    Einen Crash sieht Otte also eher nicht, aber ein Einfrieren zunehmend zwangsadministrierter Märkte. Immer mehr Teile im System könnten schon jetzt „nur noch mit Gewalt“ bewegt werden.

    Hierzu:
    Herr Otte hat recht, wenn er es immer wieder behauptet, dass unser Geld immer mehr zum Zwang und zur Illusion wird.

    Die Schuldenuhr Deutschlands
    Wie sich Schuldenstand und -zuwachs entwickelten
    https://steuerzahler.de/aktion-position/staatsverschuldung/dieschuldenuhrdeutschlands/?L=0

    17. Mai 2017
    Max Otte: „Wir müssen zulassen, dass Geldvermögen vernichtet wird“
    https://www.goldreporter.de/max-otte-wir-muessen-zulassen-dass-geldvermoegen-vernichtet-wird/news/65872/

    Hierzu:
    Herr Otte erarbeitet es richtig, dass im Schuldgeldsystem der Schuldenabbau nur dann erfolgen kann, wenn Geldvermögen vernichtet wird.
    Allerdings gibt es im Kapitalismus keine Möglichkeit die Vernichtung von Geldvermögen überhaupt hinzukriegen, weil der Geldbesitz extrem ungleich verteilt ist.

    Gerade weil wir ein Geld- und Bankensystem haben, bei dem die Pro-Kopf-Schulden der Bürger einfach nur gnadenlos immer schneller ansteigen (müssen), ist insofern folgendes der Fall:

    September 2004
    Schuldendruck: Der Betrug an den Völkern
    https://www.zeitenschrift.com/artikel/schuldendruck-der-betrug-an-den-voelkern

    Der heutige Kapitalismus setzt angeblich auf die Ideen von Adam Smith.
    In Wirklichkeit kann der Kapitalismus aber wegen der extremen Ungleichheit gar nicht funktionieren.

    11. Januar 2018
    «Die unsichtbare Hand des Marktes wird seit über 200 Jahren zu Propagandazwecken zitiert»
    https://www.woz.ch/1802/adam-smith/die-unsichtbare-hand-des-marktes-wird-seit-ueber-200-jahren-zu-propagandazwecken

    Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden unsere politischen Parteien ohne Rücksicht auf die Richtigkeit ihrer Themenarbeit ohne Wenn und Aber in den Bundestag einziehen wollen.

    Sämtliche im Bundestag vertretenen Parteien räumen ihren eigenen Wahlerfolgen eine höhere Priorität ein als einer korrekten Themenarbeit.
    Vor allem stammen auch die Parteispenden von den ultrareichen Akteuren, die sich doch alles andere als unfähige Politiker:innen im Bundestag gar nicht leisten können.

    Etwa die AfD ist Dauerkotze:
    (nachfolgend nur sehr wenige Beispiele dafür, warum die AfD eine sehr grobe Zumutung ist:)

    2. November 2017
    Von Goldman Sachs an die Spitze der AfD: Wer ist Alice Weidel?
    https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/von-goldman-sachs-an-die-spitze-der-afd-wer-ist-alice-weidel-a2256580.html

    14. November 2018
    Alice Weidel bezahlte Medienanwalt und Facebook-Likes mit Schweizer Spende
    https://www.stern.de/politik/deutschland/alice-weidel-bezahlte-medienanwalt-und-wahlkaempfer-mit-spende-8446506.html?fbclid=IwAR2mDLLJ6T6puEmXAlyS0OUmU-xXFjdw9g-DGOAJwAfNkoPIaZscAIpvP50

    20. 11. 2020
    AfD-Spendenaffäre um Alice Weidel:
    Strohleute und hohe Strafen
    https://taz.de/AfD-Spendenaffaere-um-Alice-Weidel/!5730150/

    21. November 2018
    AfD-Kooperation mit Spenden-Tarnverein muss aufgeklärt werden
    https://www.lobbycontrol.de/2018/11/afd-kooperation-mit-spenden-tarnverein-muss-aufgeklaert-werden/

    23.11.2018
    Spur führt zu Milliardär von Finck
    https://www.woz.ch/-92ee

    11.05.2020
    AfD-Spendenaffäre
    Neue Spur zu Milliardär Conle
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-spendenaffaere-neue-spur-zu-milliardaer-conle-a-6b7fe350-faac-4270-9ffe-5ee185f7af56

    Unser gesamter Bundestag ist einfach nur Dauerkotze. Der Dritte Weltkrieg wird schon vor der Tür stehen.

  2. Braindrain:

    Der Sozialismus hat u.a. eine ganz große Schwachstelle. Auch er braucht einige hochqualifizierte Menschen bzw. Fachkräfte, insbesondere Akademiker. Und die werden dann nach ihrer Ausbildung oft in andere Länder flüchten, weil sie dort mehr verdienen können mit der Folge, dass es dann in dem sozialistischen Land zum Beispiel keine Ärzte mehr gibt und die medizinische Versorgung zusammenbricht (vgl. hierzu den Exodus der Ärzte aus Kuba). Die DDR hat dies leider auf rechtswidrige Weise durch die Mauer und die Erschießung zu verhindern versucht anstatt eben entsprechend mehr Fachkräfte auszubilden als man braucht, sodass es davon auch dann noch genügend gibt, wenn ein Teil davon flüchtet oder indem man diese Fachkräfte zum Beispiel so ausbildet, dass ihr Abschluss im Ausland nicht anerkannt wird, weil ein Teil fehlt, insbesondere durch Spezialisierung.

    • Ru Lai sagt:

      Er hat vor allem die "Schwäche", daß er vollständig auf dem Materialismus aufgebaut ist. Sie glauben tatsächlich, wenn alle genug zu fressen hätten, würden alle glücklich sein.

      Das Rote Mem ist, entwicklungspsychologisch betrachtet, eines der am tiefsten stehenden. Rot, die Farbe des Wurzelchakras, ist dem Körper zugeordnet. Und so leben sie denn auch, die Roten. Ein riesiger Haufen weltfremder Ideologie und der Rest ist Körper; Materie. (Darüber hinaus gibt es nichts, egal, was Quantenphysik und alle spirituellen Traditionen der Welt seit Anbeginn der ..eit entdeckt haben.) Womit sie weit über 90% des menschlich-göttlichen Potentials aussperren. Sowas kann niemals Erfolg haben.
      Niemals auf Dauer.
      Keine Chance.

      Unterhalb des Roten Memes stehen übrigens nur noch das Dunkelrote, das zunehmend Richtung Satanismus entartet (ist), und das Braune Mem, das wir alle gut kennen.

  3. Ru Lai sagt:

    https://t.me/ExpressZeitung/12096
    Lyssenkoismus – idiotische "Wissenschaft" für staatliche Ziele

    Mit dem Begriff Lyssenkoismus lässt sich so manches in der Gegenwart erklären. Daher haben wir ihn nicht nur in der aktuellen Ausgabe über die drohende Hungerkrise (https://www.expresszeitung.com/ausgabe-49-hunger-als-waffe/ez10051.1), sondern auch im Kontext der Massenpsychose (https://www.expresszeitung.com/doppelausgabe-43-44-massenpsychose/ez00043-44.print).

    +++++++++++++++

    Empfehlenswert auch immer die Bücher von DDR-Dissidenten.
    Hier: Und plötzlich waren wir Verbrecher.

    Was mit jungen Erwachsenen gemacht wurde, die versucht haben, aus dem besten Sozialismus aller Zeiten auszubrechen.
    Denn man mußte sie ja einsperren, damit sie blieben, nicht wahr?

    +++++++++++++++++
    "
    Geschichte einer Republikflucht

    Im Sommer 1983 unternahmen die Geschwister Michael und Dorothea aus Dresden, beide Musiker, zusammen mit Dorotheas Mann und einem befreundeten Kunststudenten einen Fluchtversuch. Sie wollten während einer Ferienreise zu Fuß über die bulgarische Grenze nach Jugoslawien. Eltern und Freunde wussten nichts davon. Der Versuch scheiterte. Anfang 1984 wurden sie zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und um die Jahreswende 1984/85 von der Bundesrepublik freigekauft.

    Was brachte junge Menschen mit, wie es schien, guten Aussichten in der DDR dazu, das Risiko einer Republikflucht auf sich zu nehmen? Wie erlebten sie das Scheitern? Wie kamen sie im Gefängnis zurecht, als »Politische« unter Kriminellen? Der DDR-Alltag außerhalb und innerhalb der Gefängnisse und eine gescheiterte Flucht, erzählt aus der Perspektive von Schwester, Bruder und Mutter, die in Dresden zurückblieb.
    "

    https://www.buecher.de/shop/buecher/und-ploetzlich-waren-wir-verbrecher/ebert-dorotheaproksch-michael/products_products/detail/prod_id/28013272/

  4. wassenaar sagt:

    Zuerst mal die Frage an Herrn Gellermann, alle bürgerlichen Parteien, einschließlich der Linken, wurden erwähnt. Es gibt aber nun mal auch noch eine KPD und eine DKP.
    WO sind diese einzuordnen, bei dieser Analyse? Welche Rolle spielen Sie noch und wo werden Sie wirksam?
    Wenn man die deutschen Parteien betreffende Aussagen macht, sollten diese beiden nicht außen vor bleiben.
    Auch zur Basis hätte noch etwas gesagt werden sollen, damit die Aussage für zukünftige Entscheidungen gebraucht werden kann.
    In Argentinien hat es einen Zusammenbruch des Geldsystems vor einigen Jahren gegeben – mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen.
    Gleichen kann hier und heute ebenso passieren und welche Kraft ist danninstande lenken einzugreifen, im Sinne eines Systemeandels??

  5. Ru Lai sagt:

    "Wladimir Solowjew, einer von Putins wichtigsten Propagandisten, schlägt im russischen Staatsfernsehen vor, eine internationale Koalition von Staaten zu bilden, um gemeinsam in der Ukraine zu kämpfen.
    Als Bestandteile dieser möglichen Koalition nennt er Syrien, Nordkorea, Iran, Nicaragua, Kuba, Venezuela, Serbien und Afrika. Der sowjetische Block formiert sich neu und ist stärker als jemals zuvor.

    Speziell im alternativen Mainstream scheinen die Implikationen dieser Entwicklung aber kaum jemanden bewusst.
    Es ist bemerkenswerterweise tatsächlich gelungen, den Westen so vollkommen zu demoralisieren, dass er das Offensichtliche nicht mehr sieht.
    Einmal mehr kommt die Aussage des KGB-Überläufers Yuri Bezmenov in den Sinn, der in einem Interview sagte:

    «Wie ich bereits erwähnt habe, spielt der Kontakt mit wahren Informationen keine Rolle mehr. Jemand, der demoralisiert wurde, ist nicht in der Lage, wahre Informationen zu bewerten. Die Fakten sagen ihm nichts mehr. Selbst wenn ich ihn mit Informationen überschütte, mit authentischen Beweisen, mit Dokumenten, mit Bildern; selbst wenn ich ihn mit Gewalt in die Sowjetunion bringe und ihm ein Konzentrationslager zeige, wird er sich weigern, es zu glauben, bis er dann einen Tritt in seinen fetten Hintern erhält. Wenn ein Militärstiefel seine Hoden zerschmettert, dann wird er es verstehen. Aber nicht vorher. Das ist die Tragik der Situation der Demoralisierung.»
    "
    Expresszeitung

    • Ru Lai sagt:

      Und China ist auch dabei.
      Gerade erst mit Militärkonvoi in die Ukraine "eingereist"……

    • paradoxus sagt:

      Ein vergleichbarer Effekt trat bekanntlich nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland ein, vernebelte das Gehirn der Massen und war Nährboden für den Faschismus.

      ……"dass ein Führer oder auch nur Vertreter einer Idee nur dann Erfolg haben kann…, wenn seine persönliche Anschauung, seine Ideologie oder sein Programm an die durchschnittliche Struktur einer breiten Schicht von Massenindividuen anklingt. Dann ergibt sich die weitere Frage, welcher historischen und soziologischen Situation diese Massenstrukturen verdanken. So verlegt sich die Frage der Massenpsychologie aus der Metaphysik in die Wirklichkeit des gesellschaftlichen Lebens. Nur dann, wenn die Struktur einer Führerpersönlichkeit mit massenindividuellen Strukturen breiter Kreise zusammenklingt, kann ein ‚Führer‘ Geschichte machen“ – Wilhelm Reich 1933

    • _Box sagt:

      Schon klar rulai:

      https://apolut.net/warum-auch-ich-fuer-die-basis-bei-der-bundestagswahl-kandidiere-von-hermann-ploppa#comment-230007

      Und Wilhelm Reich hat tatsächlich reichlich sinnstiftendes gesagt:

      Die Ablehnung der psychologischen Beobachtung und Praxis in der proletarischen Politik ergab bisher in den Diskussionen eine unproduktive politische Fragestellung. Die Kommunisten erklärten z. B. die Machtergreifung durch den Faschismus aus der illusionären, irreführenden Politik der Sozialdemokratie. Diese Erklärung führt im Grunde in eine Sackgasse, denn es ist ja eben die Funktion der Sozialdemokratie, als objektive Stütze des Kapitalismus, Illusionen zu verbreiten. Das wird sie immer tun, solange sie besteht.

      Diese Erklärung ergibt keine neue Praxis. Ebenso unproduktiv ist die Erklärung, die politische Reaktion hätte in Gestalt des Faschismus die Massen „vernebelt“, „verführt“ und „hypnotisiert“. Das ist und bleibt die Funktion des Faschismus, solange er existiert. Es ist unproduktiv, weil es keinen Ausweg zeigt, die Politik nur auf die objektive Funktion einer kapitalistischen Partei, nämlich Stütze der kapitalistischen Herrschaft zu sein, zu begründen.

      „Liegt nicht nahe zu fragen, was in den Massen vorgeht?“

      Man muss natürlich die objektive Funktion der Sozialdemokratie und des Faschismus enthüllen. Die Erfahrung lehrt aber, dass die tausendfältige Enthüllung dieser Rolle die Massen nicht überzeugte, dass also die sozialökonomische Fragestellung allein nicht genügt. Liegt nicht nahe zu fragen, was in den Massen vorgeht, dass sie diese Rolle nicht erkennen konnten und wollten? Mit der typischen Auskunft „Die Arbeiter müssen nun erkennen …“ oder „Wir haben es nicht verstanden …“ ist nicht gedient. Warum erkennen die Arbeiter nicht und warum haben wir nicht verstanden?

      Der Wirklichkeit hätte entsprochen festzustellen, dass der durchschnittliche Arbeiter einen Widerspruch, gleichzeitig die Gegensätze von revolutionärer Einstellung und bürgerlicher Hemmung in sich trägt, dass er also weder eindeutig revolutionär, noch eindeutig bürgerlich ist, sondern in einem Konflikt steht: Seine psychische Struktur leitet sich einerseits aus seiner Klassenlage ab, die revolutionäre Einstellungen anbahnt, andererseits aus der Gesamtatmosphäre der bürgerlichen Gesellschaft, was einander widerspricht.

      Es ist nicht nur entscheidend, einen solchen Widerspruch zu sehen, sondern auch zu erfahren, worin sich konkret das Bürgerliche und das Klassenmässige im Arbeiter darstellt. Die gleiche Fragestellung gilt natürlich auch für den Mittelständler. Dass er in der Krise gegen das „System“ rebelliert, verstehen wir unmittelbar. Dass er aber, obwohl bereits ökonomisch proletarisiert, trotzdem das Absinken ins Proletariat fürchtet und extrem reaktionär wird, ist nicht unmittelbar sozialökonomisch zu verstehen. Auch er hat also einen Widerspruch in sich zwischen rebellierendem Fühlen und reaktionären Zielen und Inhalten.
      (…)
      Kein Krieg und kein Faschismus ohne Massenbasis

      Es handelt sich offenbar um die grosse Frage, dass jede Gesellschaftsordnung sich in den Massen ihrer Mitglieder diejenigen Strukturen erzeugt, die sie für ihre Hauptziele braucht. Ohne diese massenpsychologisch zu erforschenden Strukturen wäre der Krieg nicht möglich gewesen. Es muss eine wichtige Korrelation bestehen zwischen der ökonomischen Struktur einer Gesellschaft und der massenpsychologischen Struktur ihrer Mitglieder; nicht nur in dem Sinne, dass die herrschenden Ideologien die Ideologien der herrschenden Klasse sind, sondern, was für die Lösung von praktischen Fragen der Politik bedeutsamer ist: Auch die Widersprüche der ökonomischen Struktur einer Gesellschaft müssen in den massenpsychologischen Strukturen der Unterdrückten repräsentiert sein. Anders wäre nicht denkbar, dass die ökonomischen Gesetze einer Gesellschaft nur durch die „Aktion“, das heisst die psychischen Strukturen der ihnen unterworfenen Massen zur konkreten Auswirkung gelangen können.

      Die proletarische Bewegung wusste zwar von der Wichtigkeit des sogenannten „subjektiven Faktors der Geschichte“; woran es mangelte, war die Erfassung des irrationalen, unzweckmässigen Handelns, anders ausgedrückt, des Auseinanderfallens von Ökonomie und Ideologie. Wenn der Werktätige weder eindeutig bürgerlich noch eindeutig revolutionär ist, sondern in einem Widerspruch zwischen reaktionären und revolutionären Strebungen steht, so muss sich, wenn wir diesen Widerspruch entdecken, zwangsläufig eine Praxis ergeben, die den konservativen psychischen Kräften die revolutionären entgegensetzt.

      Aus:
      Anatomie des Wahns
      Wilhelm Reichs Klassiker „Massenpsychologie des Faschismus“ provoziert Vergleiche zwischen 1933 und heute.
      von Andreas Peglau

      Im Januar 2020 erscheint Wilhelm Reichs „Massenpsychologie des Faschismus“ nach 87 Jahren erstmals im redigierten Originaltext. Es ist nicht nur eines der wichtigsten psychoanalytischen Bücher, die je veröffentlicht wurden. Innerhalb dessen, was heute Rechtsextremismusforschung genannt wird, war es die erste Publikation zu psychosozialen Hintergründen des Nazi-Staates. Eine Einordnung und Auszüge aus dem Text von 1933.

      https://www.rubikon.news/artikel/anatomie-des-wahns

  6. paradoxus sagt:

    Ich halte den Sozialismus für ein Totes Pferd, das weitgehend von Intellektuellen geritten wird.
    Dem Sozialismus fehlen schlichtweg die Arbeiter, also wofür müht ihr euch ab?

    Wer die Frage nachgeht, warum die sozialistische Regierung, nach dem Ende des ersten Weltkriegs, nicht die Verwaltungen und das Militär von deutschnationalen Kräften befreite,
    stellt sich schon mal die Frage wer den Sozialismus steuert?

    • _Box sagt:

      Interessanter ist doch die Frage, wer die U-Boote steuert die in emanzipatorischen Bewegungen auftauchen. Allerdings ist die Frage rhetorischer Natur, da bereits lange beantwortet. Dazu:

      Vor allem der gesamte Bereich der Wirtschaft ist im Kapitalismus in prototypischer Weise autoritär, wenn nicht gar totalitär organisiert. Er bildet in kapitalistischen Demokratien geradezu die Basiszelle antidemokratischer Haltungen und Organisationsformen. Durch eine Erhöhung der Durchlässigkeit zentraler politischer Instanzen für Einflüsse aus dem privatwirtschaftlichen Bereich lassen sich autoritäre Elemente in öffentlich kaum sichtbarer Weise in den politischen Bereich einbringen. Andere Kernzellen genuin antidemokratischer, autoritär organisierter Systeme sind der militärische Bereich, die Geheimdienste, Think-Tanks und Stiftungen. Die Geheimdienste zeigten seit je eine natürliche Tendenz, sich gegenüber einer parlamentarischen Kontrolle zu verselbständigen und bildeten teilweise systematische Verflechtungen mit dem organisierten Verbrechen aus.
      (…)
      Auch die ursprünglich in der Mitte der Gesellschaft verankerten Volksparteien verbanden sich im Rahmen ihres Prozesses einer Oligarchisierung und Korrumpierung, wie er schon 1911 von dem bedeutenden deutschen Soziologen Robert Michels beschrieben worden war, immer enger mit wirtschaftlichen Interessengruppen und integrierten sich personell wie ideologisch in staatliche und wirtschaftliche Machtstrukturen. Durch ein großes Arsenal von Mechanismen, die bis in die Gesetzgebung reichen, wurde ein Spektrum offener und verdeckter Formen politischer Korruption etabliert. Um ein jüngeres Bsp. zu nennen: Eine empirische Studie des Roosevelt Institute untersuchte“den Einfluss des Geldes auf Stimmabgaben zur Finanzregulation“ sowie im Telekomsektor „die Verbindung von Industriespenden und Kongress-Stimmabgaben“ mit dem Ergebnis: „Eine beträchtliche Anzahl von Vertretern der Legislative verkauft das öffentliche Interesse im Austausch für politisches Geld.“ So entstanden innerhalb einer vordergründig demokratischen Gesellschaft autoritär organisierte „Stabilitätskerne“ für die tatsächlichen Zentren der Macht.
      (…)
      Zudem haben sie durch politische Etablierung von Mechanismen der Transformation ökonomischer Macht in politische Macht und einen direkten Einfluß auf die Gesetzgebung ihren politischen Einfluß in einer historisch nie gekannten Weise vergrößert: beispielsweise die Steuergesetzgebung, die internationale Gesetzgebung zum „Freihandel“, eine Verrechtlichung institutionalisierter Formen von Korruption und eine rechtliche Gleichstellung von Konzernen mit natürlichen Personen („corporate personhood“).
      – Rainer Mausfeld, Warum schweigen die Lämmer? – Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören, S. 144-145/147-148

      Jetzt fragen sie sich sicher warum ich auf Herrn Mausfeld rekurriere. Könnte sein weil ich das häufig mache, könnte auch sein da es zu jemand anderem führt:

      Rainer Mausfeld und das Geschäft mit der Angst
      06.03.2020
      Gunnar Kaiser
      https://www.youtube.com/watch?v=DQyji51tjEc

      Seltsam, nicht wahr?

      P.S.: Da sie ja eigentlich aber was Anderes ansprachen:

      Am Beginn der Weimarer Republik standen Staatsmassaker
      13. März 2019 Peter Nowak
      In diesen Tagen jähren sich Ereignisse, die zeigen, wie schmal die Trennung zwischen bürgerlichem Staat und Faschismus ist
      https://www.heise.de/tp/features/Am-Beginn-der-Weimarer-Republik-standen-Staatsmassaker-4333950.html?seite=all

    • paradoxus sagt:

      Danke für diese Blickwinkel!

      Mir kommt immer öfter der Gedanke, dass die Zählweise der Weltkriege einer Modifizierung bedürfen.
      Frei nach der alten Trainerweisheit:
      "Nach dem Krieg ist vor dem Krieg"

      1914: Weltrieg 1.0
      !939: Weltrieg 1.1
      ???? : Weltrieg 1.2

  7. Vorteile des Sozialismus:

    1. Wenn sich die Produktionsmittel nicht in der Hand des Staates befinden, sondern in den Händen der Oberschicht oder zumindest in den Händen des oberen Drittels der Bevölkerung, dann sammelt sich der Reichtum automatisch oben an und dann ist es umso schwerer dafür zu sorgen, dass auch die Unterschicht vom Wohlstand etwas abbekommt, da man hierfür den Reichen einen Teil mittels Steuern wieder wegnehmen muss, was nicht so einfach ist.

    2. Staatliche Firmen kann man einfacher so gestalten, dass die Arbeitsbedingungen human sind und der Arbeitslohn fair ist. M.a.W. kann dann der Staat dafür sorgen, dass die Menschen nicht zu viel und zu hart arbeiten.

    3. Staatliche Firmen wandern nicht ab, weil im Ausland die Löhne niedriger sind oder ihnen dort Subventionen winken.

    4. Wenn die Produktionsmittel hauptsächlich im Eigentum des Staates wäre, dann könnte der Staat dafür sorgen, dass hauptsächlich Dinge produziert werden, die der kleine Mann benötigt anstatt dass lauter Schlösser, Villen, Privatflugzeuge, Privatjachten und andere Produkte und Dienstleistungen für die Oberschicht produziert werden.

    5. Auch sozialistische Systeme sind leider keine Garantie gegen ungerechte und unsinnige staatliche Maßnahmen. Beispiele hierfür sind die rechtsstaatlichen Defizite und die Coronamaßnahmen in China, Kuba etc und das Unrecht in den früheren Ostblockstaaten.

    • _Box sagt:

      Sry, kein Sozialismus nirgends. Aber der Geldadel hat eine Höllenangst davor:

      Aus der Revolution von 1917 war die sozialistische Sowjetunion als staatlicher Monopolkapitalismus hervorgegangen. Die Zeichen standen auf Sturm und es entstand eine Systemkonkurrenz zwischen staatlichem Monopolkapitalismus und dem westlichen Finanzkapital. Die Herren des Finanzkapitals waren nicht bereit abzudanken und ihre Produktionsmittel sowie Grund und Boden zu vergesellschaften. Sie reagierten auf den staatlichen Monopolkapitalismus ab 1925 mit der Bildung eines Kartellkapitalismus, mit dem sie vor allem den „tendenziellen Fall der Profitrate“ stark verlangsamen konnten.
      (…)
      Bei den vorbereitenden Maßnahmen eines Handelskrieges mit China wäre es für das Finanzkapital des Westens sehr wichtig, dass ihre Doktrin des Handels und des Kapitalismus keinen Schaden nehmen. Die Übersättigung der Weltmärkte und die hierdurch notwendige Senkung der Produktionskosten sollen als vorbereitende Maßnahmen für einen Handelskrieg mit China nicht wahrgenommen werden. Dies wäre für das Finanzkapital notwendig, um die Menschen des Westens mit der Doktrin des Handels und des Kapitalismus gegen die Diktatur des Staatsmonopolkapitalismus Chinas einzustellen, welcher wohl weiter irreführend als Kommunismus bezeichnet würde, um die tatsächlichen Inhalte des Kommunismus zu verschleiern. Der Kapitalismus könnte also weiterhin für den Westen die Rolle einer Rechtfertigungsideologie einnehmen.

      Eine Pandemie, deretwegen die Wirtschaft in einen Lockdown gezwungen und damit gegen die Wand gefahren wird, dient einer Verschleierung der wahren Ursachen, die im Krisenrhythmus des Kapitalismus zu suchen sind.

      Gewinner wären auch hier die Finanzeliten. Sie würden z.B. die Konkursmasse des Mittelstandes aufkaufen und einkassieren, Dies sind vermutlich die Gründe, warum die Wirtschaft wegen einer Krankheitswelle mit der Gefährlichkeit einer mittelschweren Grippe durch einen Lockdown zurückgefahren wird. Der „Schrecken der Pandemie“ sollte hier nur die Akzeptanz für das Herunterfahren der Wirtschaft schaffen.

      Der Krieg in der Ukraine war vom Finanzkapital des Westens nur ein missglückter Griff nach Russlands Rohstoffen, die sich jetzt China holen wird, wobei China in Russland seinen Markt für industrielle Produkte ausbauen wird. Chinas Brücke zur Beherrschung von Europa könnte ein Bündnis mit Russland werden.

      Mit dem Great Reset von Klaus Schwab sieht es so aus, als wolle das Finanzkapital des Westens der Bevölkerung ihren Besitz mit dem Mittel einer Wirtschaftskrise rauben und alle Demokratien in eine Art von feudalistischen Kapitalismus überführen.

      Aus:
      Der Zweck der Arbeit im historischen und volkswirtschaftlichen Kontext

      Der Zweck der Arbeit wird durch das herrschende System definiert. Dabei hängt die Länge der Arbeitszeit davon ab, wie wir wirtschaften.
      Von Darwin DantePublished On: 14. Mai 2022

      https://free21.org/der-zweck-der-arbeit-im-historischen-und-volkswirtschaftlichen-kontext/

    • Die wenigen (rund 2000) Milliardäre und die wenigen Großunternehmen sind ja nur die Spitze des Eisberges bzw. der Pyramide. Sie sind aber verflochten mit lauter kleineren Unternehmen, die einer Heerschar von Millionären und Multimillionären gehört mit der Folge, dass der Großteil des Wohlstandes eben beim oberen Drittel der Gesellschaft landet.

      Wenn aber ein Großteil der Einkünfte bzw. des Geldes beim oberen Drittel landet, dann kann eine Volkswirtschaft, die den Wohlstand aller Bürger generieren soll, nicht funktionieren. Dass Produktionsmittel und hohe Gehälter beim oberen Drittel angesiedelt sind, bedroht daher den Wohlstand der unteren 2/3 der Gesellschaft.

      Und global hat rund jeder 5. Mensch ein Auto und verbraucht Benzin, obwohl die meisten dieser Menschen kein Auto benötigen und auch mit dem ÖPNV oder mit dem Fahrrad fahren könnten, während in der zweiten und dritten Welt Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen samt dem Treibstoff hierfür fehlen, sodass gigantische Mengen an Arbeitskraft in der Landwirtschaft in der 2. und 3. Welt verschwendet werden mit der Folge, dass sich die Menschen (indirekt auch hier) zu Tode arbeiten können. Kurz: der unnötige Luxus weniger kostet die Menschen ungemein viel Arbeitskraft.

      Hinzu kommt, dass kaum Frauen in der 2. und 3. Welt einen Job erhalten und praktisch vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden mit der Folge, dass beschäftigten (männlichen und weiblichen) Menschen dort (und indirekt auch hier) mehr arbeiten müssen. Kurz: es leiden dadurch nicht nur die ausgeschlossenen Frauen, sondern auch die Beschäftigten.

  8. inselberg sagt:

    Sozialismus als Feindbild ist der gekonnten Markenbildung geschuldet. Der Marktradikalismus hat es geschafft bei seinen Opfern ein Wir-Gefühl zu erzeugen, ähnlich wie man als armer Schlucker Fußballmillionären zujubelt und etwas von "wir" faselt.
    Nun verteidigt dieser Fan seinen "Verein" gegen jeden Gegenentwurf und plappert das Mantra "Sozialismus böse" nach.

    • Ru Lai sagt:

      "Sozialismus als Freunddbild ist der gekonnten Markenbildung geschuldet. Der Sozialismus hat es zwar nicht geschafft bei seinen Opfern ein Wir-Gefühl zu erzeugen, ähnlich wie man als armer Schlucker nicht Fußballmillionären zujubelt und etwas von "wir" faselt; aber sein Fan verteidigt dennoch seinen "Verein" gegen jeden Gegenentwurf und plappert das Mantra "Sozialismus gut" nach."

      Viel Spaß, bei dem was kommt:

      https://www.youtube.com/watch?v=4MrTP048R1E

      BITTERE REALITÄT: DIE WAHRHEIT IST KOMPLIZIERT UND DIE LÖSUNG UNBEQUEM ‼️

  9. Norbert sagt:

    Danke. Uli Gellermann, diese klärende Definition war wichtig. Das Nachdenken über die Begriffe Enteignung und Volkseigentum müsste doch Klarheit bringen. Es ist einfach unverständlich, wie Intellektuelle das Zusammenarbeiten von Staat mit globalen Konzernen mit Sozialismus verwechseln können. Prof. Dr. Rainer Mausfeld, Paul Schreyer, Ullrich Mies drehen das Ganze sogar noch um: Globale Konzerne nutzen den Staat, die Machtstrukturen, um ihren Einfluss auszubauen. Fassadendemokratie nennt sich das, was den Great Reset vorbereitet. Sozial… hat immer etwas mit von unten nach oben zu tun. Wenn Überwachung, dann Überwachung unserer ReGIERung! (Damit die mittlere Silbe wieder klein geschrieben werden kann.) Vertrauen ist gut, Kontrolle (durch die 99%) ist besser!

    • _Box sagt:

      Ich finde das sehr verständlich. Opposition läßt sich doch am effektivsten hindern bzw. steuern wenn man sie selbst mit diesen unter Wasser schwimmenden Schiffen bestückt.

      Und ein sog. Intellektueller (Intellektülle lt. Pispers), der wohl also, als irgendwie gebildet zu gelten hat, der mit Fehletikettierungen um sich wirft, kann wohl nur nach Brecht beurteilt werden:

      „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“
      – Bertolt Brecht

    • wassenaar sagt:

      JA – im Sozialismus wird das Großkapital, werden die Schlüsselindustrien, enteignet. In der DDR zusätzlich die Kriegsgewinnler, das entsprechend des Potsdamer Abkommens.
      Erst ein Erich Honecker in seinem Wahn hat auch die kleinen privaten Betriebe enteignet – und damit das Ende eingeläutet.
      Hier und heute wird das ganze Volk enteignet, aber dass es sich um eine Enteignung handelt, davon redet kein Mensch.

    • Norbert sagt:

      wassenaar, was Sie sagen ist richtig. Zwar leben wir heute in einer Dienstleitungsgesellschaft, der Besitz der Produktionsmitteln ist zweitrangig geworden gegenüber dem Besitz der Rating- und Nachrichtenagenturen, der Digital- und Finanzkonzerne. Mit der Möglichkeit der Steuerung durch Vermögensverwaltungen, Blackrock, Vanguard, .. sind wir wieder beim Großkapital angekommen. Die Abschöpfung der Gewinne kleiner privater Betriebe und Lenkung in die Taschen der Ultrareichen haben sie fest in ihrer Hand. Sich selbst als Diener und Kämpfer für die Zukunft und das Gemeinwohl sehende Politiker könnte die Weichen anders stellen.
      Es müssten wohl viele sein und sie müssten ihr eigenes Leben nicht so wichtig nehmen. Ich sehe sie nicht, die, die das Volk bereichern wollen, finanziell, kulturell – ganzheitlich. Ich glaube wir müssen es selbst tun!

    • _Box sagt:

      Es ist ein Trugschluß die virtuellen Industrien nicht den Produktionsmitteln zuzurechnen nur weil das Produkt ein virtuelles ist.

    • Norbert sagt:

      Zweitrangig, Box, habe ich gesagt! Eine Dienstleistungsgesellschaft in dieser Dimension gab es bei Marx noch nicht. Nach meiner Ansicht ist es ein Trugschuss, NUR die Arbeiterschaft mobilisieren zu wollen. Es geht auch längst um die Abschaffung des Mittelstandes, selbstständiger Ingenieure und Architekten wie mich.

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