An der Heimatfront | Von Das Gewerkschaftsforum

Ein Kommentar von Das Gewerkschaftsforum.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Die wachsende Armut in Deutschland wird auf einmal zum Teil eines Bedrohungsszenarios erklärt, für das es nur einen Schuldigen gibt: Putin.

Armut ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Früher wurde sie als das Ergebnis gesellschaftlicher Fehlentwicklungen im eigenen Land interpretiert. Oder — je nach Blickwinkel — des fehlerhaften politischen Handelns einiger Parteien. Hartz IV zum Beispiel war eine Idee der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder. Deren Protagonisten mussten sich denn auch einiges an Kritik und Anfeindungen gefallen lassen. In den letzten Jahren ist die Armut zwar weiter gewachsen, nicht aber das Verantwortungsgefühl derer, die sich unter anderem die Coronamaßnahmen und den neuen Kalten Krieg gegen Russland ausgedacht haben. Die Armen in Deutschland des Jahres 2022 sind — so einfach kann man es sich machen — Putins Arme. Die Bedrohung kommt von außen, aus einem Land, das sich rätselhafter Weise den Kräften des Bösen verschrieben hat. Aufgabe der Führungselite in unserem Land ist es demgemäß, alle Bürger zu einer Not- und Schicksalsgemeinschaft zusammenzuschweißen. Es gibt auf einmal keine Ober- und Unterschicht mehr, nicht Ausbeuter und Ausgebeutete, nur noch Deutsche, die an der Heimatfront hassend, frierend und verzichtend gegen den Feind im Osten zusammenstehen.

von Johannes Schillo „Russlands Machthaber Wladimir Putin will die westlichen Demokratien destabilisieren und spalten. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf: Treten wir dieser zerstörerischen Strategie durch unseren Zusammenhalt gemeinsam entgegen!“ Das kommt nicht vom Verteidigungsministerium, so heißt es vielmehr im neuesten Aufruf „Für Solidarität und Zusammenhalt jetzt!“, initiiert von der DGB-Gewerkschaft Verdi. Mit drastischen Worten benennt der Arbeitnehmerverein die „gewaltigen Aufgaben, vor denen die Menschheit derzeit steht“, und fordert entsprechende Konsequenzen. Vor allem die „Inflation mit dramatisch steigenden Preisen für Energie und Lebensmittel und höchst unsozialen Folgen“ wird beklagt, also die Verarmung der Bevölkerung im kommenden Winter — und darüber hinaus. Dieses Szenario vom Hungern und Frieren ist nicht neu, es wird ja auch von der Politik offiziell angesagt und gleichzeitig mit trostreichen Vorschlägen flankiert. Darauf bezieht sich die Gewerkschaftsinitiative ganz treuherzig: „Wir brauchen umgehend ein zielgenaues und wirksames Entlastungspaket für die, die bereits heute fast zwei Drittel ihres Einkommens für Lebensmittel, Energie und Miete aufbringen müssen. Gute Vorschläge dazu liegen bereits vor. Sie müssen jetzt politisch umgesetzt und gegenfinanziert werden von denen, die das leisten können und womöglich sogar von den diversen Krisen profitieren.“

Sozialer Frieden versus zunehmende Kriegsmüdigkeit!

Am Tag der Veröffentlichung, dem 1. August, kann Verdi stolz vermelden, dass prominente Vertreter aus Freier Wohlfahrtspflege, Gewerkschaften, Kirche, Wissenschaft und Kultur den Aufruf unterstützen und gemeinsam zur Solidarität mit den Schwächsten der Gesellschaft aufrufen. Zwar ist von denjenigen, die sich in dieser Wirtschaftsordnung an erster Stelle was leisten können — weil sie zu deren Profiteuren gehören —, keiner unter den Erstunterzeichnern, aber dafür ist CDU-Minister Laumann von der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft dabei, somit eine nicht ganz einflusslose Stimme aus der Politik. Für Verdi ist das ein Erfolg — und möglicher Weise sammelt die Gewerkschaft ja auch noch weitere Unterschriften von Hinz und Kunz ein. Doch mit diesem allerbreitesten Konsens fangen die Probleme der Initiative gleich an.

1. Volksgemeinschaft

An wen richtet sich der Aufruf eigentlich? An uns alle, das liegt auf der Hand! Aber ist das die Aufgabe einer Gewerkschaft, sich allgemein an ein Publikum zu wenden und zu guten Taten zu ermuntern? War da nicht etwas Spezielles mit dieser Organisation — mit einem Zusammenschluss, der einst mit kämpferischem Elan als Interessenvertretung für bestimmte Leute gegründet wurde, deren Interessen regelmäßig unter die Räder kommen?Selbst das DGB-Grundsatzprogramm weiß in seiner Präambel noch etwas von der Notwendigkeit zu vermelden, dass „man durch Zusammenhalt wirksame Gegenmacht gegen Arbeitgeber- und Kapitalmacht zu schaffen“ habe. Aber das gilt für die gewerkschaftliche Brauchtumspflege, für schwungvolle Reden am 1. Mai eventuell, nicht für nationale Notstandslagen. Da hat der Dachverband der deutschen Gewerkschaften gleich eine Woche nach Beginn des Ukrainekriegs klare Verhältnisse geschaffen und, wie die Analyse des Gegenstandpunkt festhält, „das proletarische Einverständnis mit der Zeitenwende … verkündet“: Der DGB-Aufruf kommt daher als „eine Ermunterung an die Regierung, den Krieg zu beenden und den Frieden einkehren zu lassen, indem sie genau den militärischen und diplomatischen Kurs fährt, auf den sie die Nation längst eingeschworen hat.“ Der Gegenstandpunkt weist auch darauf hin, dass diese Loyalitätserklärung insofern bemerkenswert ist, als sich hier immerhin Gewerkschaften zu Wort melden; also Vereine, die sich ja seit ihrer Gründung als Teil einer internationalen Bewegung verstehen, „zu deren Ethos der Einspruch gegen Krieg gehört, und die — zwar in denkbar höflicher Zurückhaltung, aber immerhin explizit — daran erinnern, was ihre Klientel im Krieg überhaupt ist: Hauptleidtragende eben“. (Im DGB-Aufruf vom Jahresanfang hieß es: Die „Hauptleidtragenden sind die Zivilbevölkerung und viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer …“) Dass es welche gibt, die die Lasten zu tragen haben, und andere, die — „womöglich“ (!) — von diesem Lastentragen profitieren, klingt zwar bei Verdi ganz am Rande an. Aber das ist gleich wieder vergessen im Blick auf das Große Ganze.

Denn jetzt soll gelten: In der Stunde der Not steht das Volk zusammen. Deutschland kennt keine Klassen, Parteien und Konfessionen mehr, rivalisierende Wohlfahrtsverbände ziehen an einem Strang und Wirtschaftsforscher sehen das genau so wie alle anderen: Die Preissteigerungen kommen, bei elementaren Bedürfnissen wird es Einschränkungen geben, prekäre Verhältnisse breiten sich aus — aber da müssen „wir“ durch.

Das muss doch zu schaffen sein, wenn selbst der Kulturrat mit unterschreibt, somit an seine Leute appelliert, für gute Stimmung zu sorgen. Und die Kirchen werden natürlich das Ihre beitragen und Gebete zum Himmel schicken, dass es nur so kracht.

2. Feindbild

Aber bei der Beschwörung eines gemeinschaftlichen Geistes, einer völkischen Gemeinschaft, die in Opferbereitschaft zutiefst verbunden ist (solange es nur gerecht zugeht!), bleibt es nicht. Der neue Aufruf weiß schon noch von einem Gegensatz, den es auf dem Globus gibt. Nein, natürlich nicht den von Kapital und Arbeit, von oben und unten, von nationalen Führungen und ihrem Fußvolk, sondern den von guten und schlechten Nationen bzw. ihren Führern. Hier redet der Aufruf Klartext: Wir müssen zusammenstehen, um der „zerstörerischen Strategie“ Putins entgegenzutreten. Das ist die Parole fürs Hinterland.

Durchhalten ist jetzt angesagt, um Deutschland in seinem Wirtschaftskrieg zu unterstützen, der laut Außenministerin Baerbock darauf angelegt ist, Russland zu „ruinieren“. Wachstumseinbruch, Produktionsausfälle, Entlassungen, Verarmung — dass soll drüben beim Iwan passieren, je mehr um so besser.

Das müssen „wir“ konsequent weiter verfolgen. Eventuelle Schäden, die hier bei uns anfallen, sind der Preis, der dafür zu zahlen ist. Die deutsche Bevölkerung muss die Lektion lernen, dass sie die Heimatfront in diesem Kriegsgeschehen stellt. Und was in Russland gerade passieren soll, dass die Folgen des westlichen Sanktionsregimes die politische Herrschaft destabilisieren und spalten, darf auf keinen Fall bei uns eintreten. Politik und Mainstream-Medien beschwören hierzulande ja schon die Gefahren, die der Republik im Herbst drohen. Protest gegen Krieg, Aufrüstung und Verelendung soll man sich demnach als ein „Werk des Rechtsextremismus“ vorstellen. Bevor noch der erste Pflasterstein geflogen kommt, steht die Republik also schon in Hab-Acht-Stellung. Und alle Verantwortlichen wissen: Wer jetzt noch gegen die nationale Formierung die Klappe aufmacht, ist im Grunde ein Fall für die Extremismusbekämpfung.

3. Wohlstand und Notstand

Eine Sache geht in der Einschwörung aufs Szenario vom heißen Herbst bzw. kalten Winter ebenfalls unter: das hausgemachte „Armutsproblem“, die legendäre soziale Frage, die in der sozialen Marktwirtschaft längst ausgestorben war, mit der Finanzkrise und der rotgrünen Armutsberichterstattung dann aber wieder öffentliche Anerkennung erlangte. Seitdem ist Armutsforschung, die zeitnahe Beobachtung des sozialen Elends und die Suche nach Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen, eine anerkannte Disziplin. Dass hier kontinuierlich Bericht erstattet, das aktuelle Ausmaß nachgezählt und das darin liegende Gefahrenpotenzial ermittelt wird, gehört mittlerweile zu guten Ton der Republik. So legt der Paritätische Wohlfahrtsverband pflichtgemäß jedes Jahr seinen Armutsbericht vor, der dann in der Öffentlichkeit anerkennend aufgenommen wird. Im Sommer dieses Jahres war es aber anders, wie Suitbert Cechura in seinem Beitrag „Akzeptiertes Elend“ in der Jungen Welt am 3. August ausführlich dargelegt hat. Der Bericht wurde dieses Mal ganz forsch zurückgewiesen. Als Stein des Anstoßes galt gleich die erste und zentrale Aussage des Sozialverbandes, dass die Armut im Lande bereits vor Beginn des Ukrainekriegs ein Rekordhoch erreicht hat: „Laut Paritätischem Armutsbericht 2022 hat die Armut in Deutschland mit einer Armutsquote von 16,6 Prozent im zweiten Pandemie-Jahr (2021) einen traurigen neuen Höchststand erreicht. 13,8 Millionen Menschen müssen demnach hierzulande derzeit zu den Armen gerechnet werden, 600.000 mehr als vor der Pandemie. Der Paritätische Wohlfahrtsverband rechnet angesichts der aktuellen Inflation mit einer weiteren Verschärfung der Lage …“ (Der Paritätische — Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege, Armutsbericht 2022). „Rechnet mit“ ist gut! Die Politik verkündet ja offiziell, dass es so kommen wird. Apropos Rechnen ist aber etwas anderes interessant: Armut ist für die Statistik eine rechnerische Definitionsfrage; in der EU fallen die Menschen unter die offizielle Armutsgrenze, die nur Zweidrittel des mittleren Einkommens erzielen. Nun kann die Sozialstatistik diesen Wert auf verschiedene Weise berechnen — je nachdem, ob sie vom Durchschnittswert oder vom Median ausgeht. In ersterem Fall würde das eine höheres „Normaleinkommen“ ergeben, somit auch eine höhere Zahl an Armutsbevölkerung. So haben die EU-Statistiker sich an der Stelle kluger Weise für die zweite Lösung entschieden.

Der Armutsbericht des Paritätischen ist so ehrlich, über diese Rechnungsweise aufzuklären: „Der erste Armutsbericht der Bundesregierung aus dem Jahre 2001 wies noch beide Armutsquoten aus, die mit dem arithmetischen Mittel und die mit dem Median errechnete, und tatsächlich lag die erstere (10,2 Prozent) deutlich höher als die letztere (6,2 Prozent). Seitdem wird nur noch der Median ausgewiesen“ (Armutsbericht).Übrigens gelten entsprechend der EU-Konvention Menschen, die nur über 60 Prozent des so errechneten mittleren Einkommens verfügen, bloß als „armutsgefährdet“. Was ebenfalls eine bemerkenswerte definitorische Leistung darstellt (vgl. Warum die Armutsdefinition den Blick auf die Realität verzerrt)! Der betreffende Personenkreis ist demnach nicht wirklich, sondern nur möglicherweise später einmal arm. Aber das muss man dem Paritätischen lassen: dieser üblichen Betrachtungsweise möchte er sich nicht anschließen. Er beharrt angesichts der Höhe der Beträge, die diesen Menschen zur Verfügung stehen, darauf, dass sie arm sind.Das ging als ernsthaft vorgetragene Sorge bisher durch. In diesem Jahr hat aber der besagte Armutsbericht im „Qualitätsjournalismus“ Einspruch, ja richtige Ablehnung ausgelöst. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob der Befund überhaupt zutrifft und ob es nicht auch andere Sichtweisen gibt. Dass das „Durchschnittseinkommen nach einem komplizierten Verfahren als Pro-Kopf-Einkommen ermittelt“ wird (WAZ, 14. Juli 2022), wurde dem Publikum gleich im Blick darauf mitgeteilt, dass hier mit statistischen Tricks gearbeitet wird. Dann mischten sich auch noch Fachleute ein, so vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), und das Publikum erfuhr von den Schwierigkeiten, soziale Daten zu erfassen. Die SZ hatte ebenfalls Experten auf ihrer Seite und stellte schon in den Überschriften klar, worauf man bei den Meldungen zur Armutslage zu achten habe: „Wer wirklich arm ist — 13,8 Millionen Arme in Deutschland — diese Zahl hat kürzlich das Land aufgeschreckt. Doch stimmt sie überhaupt?“ (SZ, 15. Juli 2022). Um den Zweifel zu untermauern ließ das Blatt mehrere Koryphäen aufmarschieren, u.a. einen Menschen aus dem Caritasverband, also der konfessionellen Konkurrenz des Paritätischen. Der wechselte gleich das Thema und fragte, ob solche Alarmmeldungen nicht das Gespräch mit den politisch Verantwortlichen erschweren würden. Denen darf man ja nicht zu kritisch begegnen, will man mit ihnen im Geschäft bleiben! Die Experten, die WAZ und SZ aufboten, passten dagegen mit ihren moderaten Tönen besser zur neuen Lage. Erstaunlich nur: Sie schürten Zweifel an der Zählweise, indem sie, wie Cechuras Analyse im Einzelnen darlegt, den Unterschied zwischen Median und Mittelwert verdrehten und in ihren Beispielen stets die Rechnungsweise des Mittelwerts zur Beweisführung bemühten. Das statistische Verfahren, auf das sich der inkriminierte Armutsbericht stützt, geht dagegen vom Median aus. Mit ihm wird die ärmere Hälfte der Bevölkerung von der reicheren abgegrenzt und nur die ärmere Hälfte als Bezugsgröße für die Berechnung von Armutsgefährdung herangezogen. Alles in allem war es dann für die SZ klar, dass solche Armutsberichterstattung schon vom Ausgangspunkt her ein schiefes Bild unserer Gesellschaft zeichnet, in der es so schlimm doch gar nicht zugeht: „Die Definition geht auf eine EU-Konvention zurück, sie ist verbreitet, aber durchaus umstritten. So bliebe die Zahl der Armen gleich, auch wenn sich plötzlich für alle das Einkommen verdoppeln würde. Überspitzt gesagt: Unter lauter Filetessern ist das Schnitzel auf dem Teller ein Beleg für Armut. Gleichzeitig würde die Armut abnehmen, wenn Gutverdiener einen wirtschaftlichen Einbruch erleiden würden, ohne dass die Niedrigverdiener auch nur einen Cent mehr in der Tasche hätten. Was zählt, ist die Ungleichheit.“ Das Volk von Filetessern soll sich also nicht so haben!

Im nationalen Gemeinschaftsgefühl vereint

Der letzte Hinweis der SZ stimmt natürlich: Es geht um Ungleichheit, um relative Armut. Es geht ja gerade um den Ausschluss von Reichtum, der vorhanden ist, aber nicht in den Händen derer, die ihn erarbeitet haben, sondern bei denen, die als Privateigentümer der Produktionsmittel über den Ertrag dieser wunderbaren Wirtschaftsordnung verfügen. Als Ideologe der Marktwirtschaft will der SZ-Autor allerdings nicht gesehen werden, sondern eher als einer, der sich wirklich um das Los der Armen kümmert: „Die Debatte um Armut wird hitzig geführt. Wer die Datengrundlage infrage stellt, gilt schnell als Mitglied einer neoliberalen Teufelsgruppe, als Verharmloser von Armut, die es ja gibt. Armut ist ein Problem in Deutschland. Und sie wächst durch die Preissteigerungen … Doch nur wer die Armen zielgenau benennt, kann ihnen auch zielgenau helfen, etwa Obdachlosen oder Alleinerziehenden — statt Geld über Senioren auszuschütten, die in ihrem Haus trotz magerer Rente ganz gut zurechtkommen.“ Wenn um die zielgenaue Erfassung des Anwachsens von Armut an der einen oder anderen Stelle gestritten wird, ist eins klar: Es geht gar nicht um Ursachenforschung und die Beseitigung von Armut, sondern um den gerechten Umgang mit ihr und um die Frage, was den Betroffenen zuzumuten ist. Für die Wohlfahrtsverbände ist die ständig existierende Armut die Geschäftsgrundlage, da sie überwiegend im Auftrag des Staates und mit dessen Bezahlung die Betreuungsleistungen für die Betroffenen erbringen. Der Verweis auf wachsende Armut ist daher auch immer das Anmahnen zusätzlicher Leistungen für die Klientel, die man betreut. Wie Cechura in seiner Analyse des neuesten Armutsdiskurses der Republik festhält, ist aber selbst dieses wohlmeinende Anmahnen einer Sozialfürsorge jetzt ungehörig. In einer Zeit, in der allen Bürgern eine Verarmung offiziell mit allen einschlägigen Durchhalteparolen und Warnungen vor „Kriegsmüdigkeit“ angesagt wird, ist offenbar der Verweis auf die steigende Zahl der Armen, die es auch ohne „Putins Krieg“ gibt, unangebracht. Das stört das feststehende Putin-Feindbild!

Man soll die wachsende Armut eben nicht als Produkt dieser Gesellschaft, sondern als Ergebnis einer nationalen Notlage betrachten. Das deutsche Volk soll — wie im Steckrübenwinter des Ersten und im Winterhilfswerk des Zweiten Weltkriegs — das Hungern und Frieren als Herausforderung ans Gemeinschaftsgefühl nehmen und nur noch den Feind im Äußern kennen!

Es soll unabhängig von der sozialen Stellung zusammenstehen und Verzicht üben. Und wer das noch nicht aus den Nachrichten wusste und die Reden von Scholz oder Habeck verpasst hat, bekommt es jetzt noch mal schriftlich von der Gewerkschaft und darf, wenn er einen Namen hat, unterschreiben.


Johannes Schillo ist Sozialwissenschaftler und Journalist. Er war Redakteur von Fachzeitschriften der Weiterbildung und veröffentlicht regelmäßig zu Fragen aus Bildung und Kultur. Von ihm erschien das Buch „Die AfD und ihre alternative Nationalerziehung“.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 23. August 2022 bei rubikon.news

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Karen Poghosyan1/ shutterstock

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Kommentare (12)

12 Kommentare zu: “An der Heimatfront | Von Das Gewerkschaftsforum

  1. Bohnsdorfer sagt:

    Sehr geehrter Herr Schramm;
    zu Ihren Anmerkungen zu den Ursachen des Sieges der Konterrevolution in der DDR sei noch ergänzend folgendes angemerkt.
    Neben dem Hauptfeind Imperialismus (Monopole) gibt es noch den Feind in den eigenen Reihen.
    Durch die stetige ideologische Manipulation von Feindkräften innerhalb der SED war es durch Unterstützung Demagogen Gorbatschow gelungen, breiten Teilen der Bevölkerung durch liberalistisches Gedankengut Klassenbewusstsein und -standpunkt zu zersetzen.
    Aus der Geschichte ist das doch sehr anschaulich bekannt, wie wichtig es ist, die ideologische Einheit zu wahren und den Kampf gegen jegliche Zersetzung den Klassenbewusstseins zu führen.

    Darum ist es auch heute wichtiger denn je, im Kampf für Frieden, gegen die Multiplikatoren der Klassenbewusstseinszerstzungspolitik zu kämpfen.

    • Schramm sagt:

      Sebastian Haffner schreibt:

      „Im Angesicht der äußeren Niederlage öffneten 1918 die Türhüter des Kaiserreichs den sozialdemokratischen Führern selbst das lange versperrte Außentor und ließen sie, nicht ohne Hintergedanken, freiwillig in den Vorhof der Macht; und nun sprengten die sozialdemokratischen Massen, von draußen hereinstürmend und ihre Führer überrennend und mit sich reißend, die letzten Tore zum Machtinnersten. Nach einem halben Jahrhundert des Wartens schien die deutsche Sozialdemokratie im November 1918 endlich am Ziel.

      Und dann geschah das unglaubliche. Die sozialdemokratischen Führer, widerwillig von den sozialdemokratischen Massen auf den leeren Thron gehoben, mobilisierten unverzüglich die alten herrenlos gewordenen Palastwachen und ließen ihre eigenen Anhänger wieder hinaustreiben. Ein Jahr später saßen sie selber wieder draußen vor der Tür – für immer.

      Die deutsche Revolution von 1918 war eine sozialdemokratische Revolution, die von sozialdemokratischen Führern niedergeschlagen wurde: ein Vorgang, der in der Weltgeschichte kaum seinesgleichen hat.“

      Sebastian Haffner: Der Verrat 1918/1919 – als Deutschland wurde, wie es ist. Verlag 1900 Berlin.

      26.08.2022, R.S.

  2. Eurythmuse sagt:

    Ich frage mich mal wieder, welchen Realitätsbezug die Gewerkschaften eigentlich haben? Sie halten es für Armut, wenn man 2/3 seines Gehalts für Wohnen, Energie und Lebensmittel ausgeben muss. Haben sie wirklich noch nicht mitgekriegt, dass schon vor der Preisspirale sehr viel mehr Menschen nicht 2/3 sondern ihr ganzes Gehalt bereits dafür ausgeben müssen? Die Mieten sind doch schon lange vor der Ukraine- oder Coronakrise wegen der Profitgier der Besitzenden so immens gestiegen, dass man eigentlich alleine nicht mehr wohnen kann. Man könnte bereits das ganze Gehalt nur für die Miete ausgeben, selbst wenn man nur ganz bescheiden in einer winzigen Wohnung in einer wenig schönen Wongegend und einem Haus in erbärmlichen Zustand lebt. Mehr sparen wäre dann der Campingplatz. Sollen wir wirklich alle in die Obdachlosigkeit getrieben werden? Das spart garantiert ganz viel Energie im nächsten Winter! Aber die schön teuren Wohnungen gehen dann unbewohnt und unbeheizt bestimmt auch kaputt – lässt sich also auch nichts mehr damit verdienen! So kann es nicht weitergehen!

  3. Ursprung sagt:

    Arbeiter"klasse"? Ausbeuterklasse? Kapitalklasse? Klassenbewusstsein?
    Schmeiss dem Poebel nen Knochen hin und schon wird er Meute. Natuerlich nur, wenn Du ihn hungrig in Mangel und als Herdenvieh haeltst.
    Willst Du die Herde keulen, gehe in die Jetztzeit.

  4. Schramm sagt:

    An der deutschen Heimatfront der transnationalen Finanz- und Monopolbourgeoisie.

    Oder: Die bürgerlichen Partei- und Gewerkschaftsgenossen der deutschen Bourgeoisie.

    Die hauptamtlichen DGB-Vorstände und rechts-sozialdemokratischen Eliten, die Genossen der deutschen Bourgeoisie. – Ausnahmen bestimmen auch hier nicht die Regel.

    Von meinen mehr als 53. Jahren als Gewerkschaftsmitglied gehöre ich seit rund 30. Jahren zur GEW, davon seit 27 Jahren im politischen Berufsverbot, über die damalige „Gauck-Kommission“ beim Berliner Landesschulamt, unter Vorsitz von Professor Dr. Wilfried Seiring (SPD und GEW).

    ►In den letzten Jahren verfasste ich hunderte Texte und Kommentare zu gesellschaftspolitischen und sozialpolitischen Themen; nicht wenige wurden auch auf apolut.net veröffentlicht.
    ►Aber kein einziger Kommentar, auch nicht zu meinem politischen Berufsverbot, wurde in den Publikationen der GEW-Staats- und Beamtengewerkschaft veröffentlicht.

    An meinem Berufsverbot wirkte eine Vorgesetzte und Mitarbeiterin beim Berliner Landesschulamt mit. Sie stand in freundschaftlicher und ideologischer Beziehung zum früheren GEW-Landesvorsitzenden und GEW-Bundesvorsitzenden Ulrich Thöne.
    In den 1970er Jahren war der bekennende Trotzkist Ulrich Thöne zudem Referent beim westdeutschen „Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen (BMB)“; 1991 wurde es aufgelöst. Schwerpunkt des Bundesministeriums war die angestrebte und erfolgreiche Liquidierung der DDR.
    Im Jahr 1982 erklärte Ulrich Thöne in seiner Wohnung in Berlin-Schöneberg die Zielsetzung seiner trotzkistischen Organisation: die Liquidierung der Sowjetunion und der DDR. Dann wollte man den Sitz der Organisation von Paris nach Berlin verlegen.

    Wie war es möglich für einen antikommunistischen und trotzkistischen Sektierer, bis an die Spitze der GEW und im DGB-Vorstand zu gelangen?
    Das Netzwerk umfasste Mitglieder im Berliner Schuldienst und in der Berliner SPD. Wechselseitige Beziehungen und rhetorische Fähigkeiten, bei gleichzeitig untereinander abgestimmten Erscheinen und Beteiligungen, sicherten deren Zugang bis an die Spitze.

    PS: Analoges hat es auch schon bis an die Spitze der IG Metall gegeben, bspw. Berthold Huber: vom einstigen Maoisten und Kämpfer für die antiimperialistische Weltrevolution, zum Genossen der Industriellen der deutschen Metall- und westlichen NATO-Rüstungsindustrie.

    Jan Ole Arps schreibt: »Was haben der Lobbyist Joschka Fischer, der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber und der Opel-Betriebsrat Klaus Franz gemeinsam? Sie sind in den 1970er Jahren als linksradikale »Aktivisten«, wie man heute sagen würde, in die Fabrik gegangen, um dort zu arbeiten – und die Arbeiter für die revolutionäre Sache zu gewinnen. Joschka Fischer als Mitglied der Sponti-Gruppe Revolutionärer Kampf, Berthold Huber im Auftrag des Kommunistischen Arbeiterbunds Deutschland, der Vorgängerorganisation der MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands), und Klaus Franz als Anhänger der maoistischen KPD/AO (Kommunistische Partei Deutschlands/ Aufbauorganisation).« *

    * Quelle: Als aus Studenten Arbeiter wurden. Revolutionäre Betriebsarbeit in Deutschland seit den 1970er Jahren. Papers_heft 3_druck (rosalux.de)
    https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/rls_papers/Papers_Beitr_zur_Gesch_3_web.pdf

    ►Ein Blick zurück
    Im November 1995 erhielt der Berliner Lehrer für Fachpraxis, Reinhold Schramm, Berufsverbot wegen seiner Tätigkeit für das MfS
    Reinhold Schramm erinnert sich
    www.trend.infopartisan.net/trd1115/t011115.html

    24.08.2022, R. Schramm, Gewerkschafter der Basis, seit 1969.

    • Bohnsdorfer sagt:

      Lieber Herr Schramm, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Die klassenmäßige Sicht wird von den opportunistischen Gewerkschaftsführern bewusst ausgeblendet.
      Sie versuchen das Klassenbewusstsein zu zersetzen. Der Mythos vom Zusammenstehen eines ganzen Volkes dient der geistigen Vernebelung der Zusammenhänge.
      Lenin lehrt , dass die Aggressivität dem monopolistischen Kapitalismus entspringt, der Drang nach Herrschaft, Gewalt und Krieg ist dem Imperialismus wesenseigen, der Kampf um Frieden ist eindeutig Klassenkampf und Klassenbewusstsein notwendige Voraussetzung..
      Die Aggressivität als Wesenszug des Imperialismus in Form der aggressiven US-Globalstrategie findet ihren Ausdruck im NATO-Krieg gegen Russland in der der Ukraine. Der Staat ist voll in der Hand der Monopole. Die Gewerkschaften sind dabei die Unterstützungsgehilfen. Sie zerstören das Klassenbewusstsein und bereiten somit die Bevölkerung auf den Krieg gegen Russland und China vor.

    • Schramm sagt:

      Ich befinde mich in Übereinstimmung mit Ihrer Antwort.
      Besten Gruß.

    • TriMartolod sagt:

      Sehr geehrter Herr Schramm,

      dass die DGB-Gewerkschaften für Funktionäre als "Umerziehungslager" auf dem Weg nach "Oben" wirkten und wirken, ist zum einen systemimmanent. Das ist nichts Neues.
      Aber wussten Sie, dass der DGB eine "Ausgeburt" der angelsächsischen Nachrichtendienste ist?!

    • TriMartolod sagt:

      […]
      Geschmierte Medien, Gewerkschaften und Politiker

      Auch McCloy und sein Mitarbeiter Shepard Stone, der als PR-Chef im Pressefonds der AHK zum Einsatz kam, benötigten die Medien im Kampf gegen den Sowjetblock. Auch sie finanzierten Zeitungen, um Material und Themen aus US-Quellen redaktionell zu platzieren. Auf Stones Liste standen 44 Titel darunter die Süddeutsche Zeitung mit 500 000 DM, zudem flossen an die Frankfurter Rundschau zunächst 1,6 Millionen DM für den Neubau von Redaktion und Druckerei.
      Da diese sich dabei aber finanziell übernahm und aus Sorge, das Blatt könnte in die Hände der Sozialdemokraten fallen, schmiedete er einen Rettungsplan: Stone stellte für die Aufrechterhaltung des Betriebs noch einmal eine Million DM bereit und die AHK wurde Teilhaber der Frankfurter Rundschau, die übrigens 1945 die erste von den Alliierten lizensierte Tageszeitung Westdeutschlands war.
      Nächste Zielgruppe für Korruption: die deutsche Arbeiterschaft, die zu 40 Prozent gewerkschaftlich organisiert war – darunter ein hoher Anteil Kommunisten. Für die Kontrolle der Gewerkschaften war der CIA-unterwanderte US-Gewerkschaftsverband American Federation of Labour verantwortlich. Er nutzte Gewerkschafts-Komitees, die US-Funktionäre mit deutschen Kollegen eingerichtet hatten, um so etwa die Besetzung des DGB-Vorstands zu bestimmen. Für Zuwendungen an Gewerkschaften verfügte der US-Geheimdienst Anfangs über 200 000, später eine Millionen Dollar pro Jahr: geschmiert wurden Politiker aus allen Lagern bis hinauf in die SPD-Führung zu Willy Brandt.
      […]

      https://free21.org/adenauers-draht-zur-cia/

    • Schramm sagt:

      @ TriMartolod

      Alle Alliierten richteten – vor und nach Kriegsende – die Umgestaltungen und Anpassungen entsprechend nach ihren geopolitischen, militärischen, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Interessen aus.

      Dass es auch in Ostdeutschland keine gesellschaftliche Basis im Massenbewusstsein für eine antifaschistische und antikapitalistische Gesellschaftsordnung gegeben hatte, das wurde auch nicht zuletzt durch den Ausgang der Volkskammerwahl vom 18. März 1990 bekräftigt.

      Millionen deutsche Familien und Fachkräfte hatten vor und nach der Staatsgründung (1949) und dem Mauerbau (1961) Ostdeutschland verlassen. Die gesellschaftlichen Massenorganisationen sollten uns nicht über das breite Desinteresse der Bevölkerung am Aufbau einer humanistischen und antifaschistischen Gesellschaftsordnung täuschen. Auch die rund 2,4 Millionen m/w Mitglieder der SED verließen vor und nach der abschließenden Selbstauflösung des Staates recht zügig das gesellschaftspolitische Spielfeld. Sie überließen den materiell gut gesponserten, versorgten und eingespielten westdeutschen Parteien und Organisationen ganz Ostdeutschland.

      Für den Anschluss an das westdeutsche Konsumparadies wurden die Reste der internationalen Solidarität rasch über Bord geworfen.

      Nicht erst Rostock-Lichtenhagen vom August 1992 lieferte ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Bewusstseinslage. Von den örtlichen und regionalen Mitgliedern der vormaligen staatlichen Organe und Massenorganisationen gab es hierzu (im August 1992) keinerlei eingreifenden Gegenmaßnahmen.

      Nachtrag, aus der deutschen Geschichte zur Gegenwart:

      ►Die NSDAP hatte in der Spitze zwischen 8,5 und 9. Millionen freiwillige Parteimitglieder (davon 20 % Frauen). Zwischen 30. und 40. Prozent der Parteimitglieder der NSDAP waren laut Statistik „Arbeiter“. Damit hatte die NSDAP mehr als doppelt so viele Arbeiter in ihren Reihen freiwillig organisiert als in der Weimarer Republik die SPD und KPD zusammengenommen. Etwa 70 % der m/w Deutschen und Österreicher waren freiwillig in NS-Massenorganisationen.

      Selbst nach der Niederlage bei Stalingrad (Ende 1942) erreichte die Kriegsproduktion im Frühjahr 1944 (März/April) ihren Höhepunkt. Infolge der fehlenden Rohstoffbelieferungen aus den vormals besetzten Gebieten brach auch hier die Produktion zusammen.

      PS: Die historisch stärkste Partei in der Geschichte der deutschen Arbeiterschaft war die kapitalfaschistische NSDAP; die Staats-terroristische Partei der deutschen Eliten und der Finanz- und Monopolbourgeoisie. Die kapitalfaschistische „Volksgemeinschaft“ von vor 1945 wurde mit der westdeutschen Neugründung 1949, mit der „Sozialpartnerschaft“ bis heute ungebrochen massenwirksam fortgeführt.

      25.08.2022, R.S.

  5. HarteEier sagt:

    Die Gewerkschaften … waren, sind und werden immer sein: Genossen der Bosse. 🤮🤮 Sie verteilen jährlich ein paar Krümel (die geringer sind als der jährlich Produktionszuwachs!), dafür sollen wir Ihnen einen blasen/dankbar sein, und ignorieren, dass sich seit 40-50 Jahren die da oben ein immer größeres Stück vom von denen da unten erarbeiteten Kuchen zuschanzen.

    Die Gewerkschaften haben ihre historischen Verdienste, aber heute bringen sie den Arbeitnehmern NICHTS mehr.

    Wir müssen andere Wege finden, unsere Interessen durchzusetzen! ✊👊

  6. Zivilist sagt:

    Die Staatsfeinde sitzen ja jetzt bei den Upcuntern (früher: Discounter) an der Kasse, wenn also die Frau oder der Mann an der Kasse von LIDL & Co behauptet, der Käse oder der Kaffee oder . . . koste schon wieder einen Teuro mehr, versäumen sie nicht, laut & deutlich darauf hinzuweisen, daß die Kassiererin bzw der Kassierer wohl ein Staatsfeind sei !

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