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AfD-Parteitag: Den wirtschaftslibertären Kurs fortsetzen | Von Paul Clemente

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Ein Kommentar von Paul Clemente.

Ein Parteitag wie ein Actionfilm. Da kann der politische Mainstream noch was lernen: Eine Partei, kapitalistisch wie die FDP oder der Blackrock-Kanzler, streut ein paar konservative Trigger ins blaue Programm und schon sorgen zahllose NGOs für Gratiswerbung. Auch diesmal waren die Störaktionen spannender als der Parteitag selber.

Vor allem die Antifa blamierte sich bis auf die Knochen. Eine Bewegung, die glaubt, dass auf AfD-Parteitagen nur Passagen aus „Mein Kampf“ vorgetragen würden. So reisten die Antifa-Aktivisten am Freitag an, um einen verspäteten Reichsparteitag zu verhindern. Sogar die Bild-Zeitung leistete historisierende Schützenhilfe:

„Der Zeitpunkt der Tagung gilt als symbolträchtig: Der Parteitag findet 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag vom 3. und 4. Juli 1926 in Weimar statt.“

Wie so oft war die Realität wesentlich bescheidener: Die AfD wollte lediglich einen Vorsitz wählen.

Schon vor Tagen hatte die Plattform „Indymedia“ die üblichen Tipps zur Bewaffnung publiziert: Molotow-Cocktails, Pflastersteine oder Schleudern. Was keiner bedacht hat: Der Parteitag startete am Samstag um 10 Uhr. Will man den Eintritt versperren, sollte man einige Stunden zuvor bereitstehen. Ein für Antifa-Helden unüberwindliches Hindernis. Klar. Nazis bekämpfen: immer. Aber nicht am frühen Morgen. Kurzum, die Heldentruppe kam zu spät.

Mit erschütternder Ehrlichkeit rief ein Antifa-Krieger ins Mikro:

„Jetzt habe ich leider eine schlechte Nachricht. Mittlerweile sind schon über 500 Delegierte der AfD in der Messehalle, Der Parteitag wird jetzt gleich starten. Das ist richtig scheiße, ja. Die haben halt dieses Mal mitten in der Nacht um 2 Uhr nachts angefangen, die Leute da reinzubringen. Also viel früher, als wir gestartet haben.“

Das stimmt nicht ganz. Die Teilnehmer trudelten nicht um 2 Uhr ein, sondern erst um 4. Sie hatten den Veranstaltungsort trotz Straßenblockaden unverletzt erreicht. Um 5 Uhr morgens tummelten sich bereits 500 bis 600 AfD-Mitglieder auf dem Gelände. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla witzelte in seiner Eröffnungsrede:

„Der frühe Vogel fängt den Wurm (...) die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.“

Hinzu kam, dass 6000 Polizisten angerückt waren, um die blauen Dunkelmänner zu verteidigen. Wo jetzt hin mit der aufgestauten Wut? Man brauchte schnell ein neues Hassobjekt. Und das fand sich auch: So jagten die Antifa-Heden das Reporterteam eines Alternativ-Mediums, den Apollo-News. Ein Berichterstatter, der bereits am Boden lag, erhielt Tritte an den Hinterkopf. Andere kamen mit Schürf- und Platzwunden davon. 

Hauptorganisator der Protest-Gruppierungen war - nach eigenem Bekunden - die Initative „Wiedersetzen“. Eine bundesweite, spendenfinanzierte Initiative zur Sabotage von AfD-Vorhaben. Auf ihrer Pressekonferenz fanden die „Wiedersetzen“-Aktivisten keinen Grund, sich von den Ausschreitungen gegen besagte Journalisten zu distanzieren. Im Gegenteil:

„Wir sind nach Erfurt gekommen, um Faschist*innen zu blockieren. Faschist*innen mit einem Presseausweis sind immer noch Faschist*innen.“

Zugleich drohte ein Sprecher:

„An alle Parteien, insbesondere CDU und BSW: Das hier ist unsere explizite Warnung! Wenn ihr es wagt, den Faschist*innen an die Macht zu helfen, macht ihr euch zu unserem nächsten Aktionsziel.“

Die Erwähnung des BSW dürfte einem unmoralischen Angebot der Gründerin Sahra Wagenknecht geschuldet sein, die ihre Ablehnung der „Brandmauer“ erneut betonte. 

Am Ende der Parteitagung zog die Polizei Bilanz: Von den erwarteten 50.000 Demonstranten haben etwa 31.000 den Weg nach Erfurt tatsächlich gefunden. Es kam zu 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten. Darunter: Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und elf leicht verletzte Polizeibeamte. Für Polizeipräsident Thomas Quittenbaum ein voller Erfolg. Neben Lob für die Professionalität der Sicherheitsbeamten, bedankt er sich bei den Demonstranten, die ihr Grundrecht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit „friedlich wahrgenommen hätten." Es sei deutlich geworden, „dass ein respektvoller und friedlicher Protest möglich ist.“ Natürlich funktionieren große Protest-Events nicht ohne Knete. Genauer gesagt: Nicht ohne Steuerknete. In gewohnter Großzügigkeit vergab der DGB gratis Busfahrten aus Hessen nach Erfurt.

Kürzlich stellte der AfD-Angeordnete Sebastian Maack die Anfrage, wieviel Steuergelder alle Organisationen erhielten, die sich am Protest gegen den blauen Parteitag beteiligt haben. Antwort: Schlappe 300 Millionen Euro. Das Nachrichtenmagazin Nius publizierte die Subventionshöhe einiger Gruppierungen zwischen den Jahren 2020 bis 26: „Mobit e.V.“, eine mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus, erhielt 1.097.780 Euro. Der „Landesjugendring Thüringen e.V.“ konnte 1.531.080 Euro einstreichen. Und die „NaturFreunde Thüringen e.V.“ wurden mit 2.138.780 Euro beschenkt.

Bei so viel Aufregung, Krawall und Sabotage kann der AfD-Parteitag freilich kaum mithalten. Wie zu erwarten, wurden Alice Weidel und Tino Chrupalla als Parteichefs bestätigt. Wobei Weidel mit 81,3 Prozent deutlich über Chrupalla mit über 70 Prozent lag. Der hatte gegenüber der 2024er Wahl um 17 Prozent an Stimmen verloren. Was die Wiederwahl des Duos verdeutlicht: Die AfD definiert sich weiterhin als wirtschaftslibertäre Partei, denen selbst die Sozial-Schredderung unter Friedrich Merz nicht weit genug geht.

Sowohl Weidel wie Chrupalla betonen den Wunsch zum Regieren. Selbstsicher verkündet Chrupalla:

„Die AfD ist da, um zu siegen. Und wir werden siegen und wir werden regieren.“

Die AfD müsse endlich aus der Opposition. Außerdem, so Weidel, habe man

„einen vollen Fokus auf die bevorstehenden Landtagswahlen.“

Da ist es nur folgerichtig, dass offene Unvereinbarkeitsfragen vorerst verschoben wurden. Wer will schon potenzielle Wähler verstimmen?

Gestern, Sonntagmittag, endete der Parteitag um kurz nach 14 Uhr. Zum Abschluss wurde die Nationalhymne eingespielt. Passend zur Siegesstimmung: Das Ergebnis der aktuellen INSA-Umfrage: Danach bleibt die AfD bei 29 Prozent, während CDU/CSU einen weiteren Punkt verlieren und auf 21 Prozent gesunken sind. Außerdem berichtete die Bild-Zeitung nach einer repräsentativen INSA-Umfrage zum AfD-Verbot: 40 Prozent würden ein solches Verbot eher befürworten, 45 Prozent eher nicht.

Langsam sollten die Altparteien sich fragen, ob die linksgrünen NGOs ihre Subventionen wirklich wert sind.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bild: Berlin, 14. Oktober 2025. Pressekonferenzen von CDU, CSU, SPD und AfD auf Fraktionsebene des Deutschen Bundestages im Berliner Reichstagsgebäude

Bildquelle: Juergen Nowak / Shutterstock


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