Abschalten, Informationsstränge kappen – anders geht es nicht mehr

Ein Kommentar von Dirk C. Fleck.

Hinter jedem Licht steht das Dunkel, jedes Licht ist auf schwarz gemalt. Seltsamerweise sind es die strahlendsten, klarsten Tage, durch die das Schwarz am intensivsten wahrzunehmen ist. So ein Tag war gestern. Ich spazierte auf dem Weg zur Alster durch einen goldenen Blätterregen. Eine leichte Brise wehte durch Hamburg, gewürzt mit dem Aroma der Nordsee. Kinder und Hunde tobten durch den Innocentiapark, als gäbe es kein Morgen mehr. Auf einer Bank sonnte sich eine junge Mutter bei geschlossenen Augen, während ihre etwa fünfjährige Tochter mir ihren Teddy entgegenhielt. Num hieß er und ich durfte ihm die Hand schütteln. Die ganze Stadt schien sich den Coronafrust aus den Kleidern zu schütteln und die achtlos weggeworfenen weißen, blauen und schwarzen Masken, die ich mit dem Laub vor mir her trieb, bestätigten diesen Eindruck.

Am Nachmittag holte mich eine Freundin ab. Wir wollten an die Elbe fahren und Fisch essen. Im Radio drehte sich alles um Corona. Der Gesundheitsminister sprach davon, wie nötig „Auffrischungsimpfungen“ seien, um der nachlassenden Wirkung der ersten beiden Impfungen zu begegnen. Er kritisierte das Tempo beim sogenannten Boostern, also beim verabreichen einer dritten Impfung. Spahn plädierte dafür, dass die inzwischen geschlossenen 400 Impfzentren wieder geöffnet werden sollten. Die scheidende Bundeskanzlerin prophezeite den Ungeimpften eine harte Zeit, weil man ihnen viele Grundrechte vorenthalten werde. Das RKI befand, dass eine Impfrate von 90 Prozent bei den über Zwölfjährigen notwendig sei, um die Pandemie eindämmen zu können. Und der unermüdliche Karl Lauterbach verstieg sich zu der Aussage, dass die Geimpften im Lande bis zum April nichts zu befürchten hätten, während die Ungeimpften bis dahin größtenteils tot sein werden.

Wir versuchten dem propagandistischen Trommelfeuer auszuweichen, aber auf der Suche nach entspannter Musik, die diesen herrlichen Tag adäquat hätte untermalen können, wurden wir auf fast jedem Sender mit einer gebetsmühlenartig vorgetragenen Gehirnwäsche konfrontiert. Es fühlte sich an wie ein verbaler Steinschlag, der das Auto unter sich zu begraben schien. Abschalten war angesagt. Sonst hätte uns die verabreichte Giftspritze aus Statements und Verlautbarungen vergessen lassen, dass das Leben durchaus seine schönen Seiten haben kann. Abschalten, Informationsstränge kappen – anders geht es nicht mehr in einer Zeit, in der sie uns wie nasse Handtücher im Schnelldurchgang durch ihre Schreckensarsenale schleudern.

Aber auch so blieb ein bitterer Nachklang, daran vermochte das vorzügliche Schollenfilet am Fischmarkt nichts zu ändern. Ich weiß nicht, wie es Marie erging, jedenfalls schwieg sie wie ich. Wir schienen gemeinsam eine Strecke grenzenloser Melancholie zu durchschreiten. Plötzlich fühlte ich mich wie ein am Sonntagnachmittag zwischen den Furchen eines nicht zu Ende gepflügten Feldes abgestellter Traktor, wie es der vorzügliche Henri Michaux einmal formulierte. Dabei besteht kein Zweifel daran, dass wir trotz aller Gemütszustände doch immer zuhause sind, wo denn auch sonst. Wir müssen nur ein Gefühl dafür entwickeln.

Nachts setzte ich mich auf den Balkon. Der Himmel war sternenklar. Ich fühlte mich wie ein verirrter Schmetterling über den Gletschern eines gläsernen Gebirges. Bevor ich ins Bett ging blätterte ich noch in alten Adressbüchern und fühlte einen zarten Fliederschmerz beim Andenken an diese Menschen, um die ich mich nie gekümmert habe. Wieviele von ihnen haben sich wohl impfen lassen und wieviele von ihnen würden mir ausweichen, wenn sie erführen, dass ich mir den Stoff, von dem die Hersteller klar gemacht haben, dass sie für die Langzeitwirkung ihres Produkts keine Haftung übernehmen, eben nicht habe spritzen lassen?

Später träumte ich davon, dass mir eine gute Fee feuchte Blütenblätter auf die Augen legte. Ich dachte daran, dass wir ja alle unsere Körper verlassen werden. Ich sah meine Mitmenschen an mir vorbei laufen und eine merkwürdige Fröhlichkeit befiel mich. Oh, wie sie mich anschauten als mir wieder einmal bewusst wurde, dass sie und ich demnächst der Vergangenheit angehörten. Als sei ich etwas Besonderes …

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Dirk C. Fleck ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Er wurde zweimal mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet. Sein Roman “Go! Die Ökodiktatur” ist eine beklemmend dystoptische Zukunftsvision.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: Peter Kniez / Shutterstock.com

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Kommentare (12)

12 Kommentare zu: “Abschalten, Informationsstränge kappen – anders geht es nicht mehr

  1. Jutta sagt:

    ja, an manchen tagen legt sich schwer der feuchte, klamme coronanebel um die seele. aus den maskengesichtern des alltags strömt er mir entgegen. kein entkommen. brennende kerzen, eine tasse heiße milch, eine wärmende deckenburg um mich, all das lässt das drückende feucht sich langsam in luft auflösen

  2. Rulai sagt:

    Ja, was für eine Zeit, in der jemand, den ich als einen der glaubwürdigsten Kämpfer für die Rechte der Tiere wahrgenommen und geliebt habe, an die Elbe fährt, um Fisch zu essen.
    Jemand, der keiner Fliege was zuleide tun konnte. Wie er schrieb …

    Bon appetit, monsieur!

  3. 2003 bis 2005 wohnte ich in HH-Schnelsen. Irgendwann fuhr ich an Blankenese vorbei und ließ mich im Sand des Elbestrandes nieder. In der Ferne brummten die Pötte scheinbar langsam vorbei, seewärts oder hafenwärts. Sie erreichten ihre Ziele langsam.

    Schon vor Monaten begann ich, mich gegen die Corona-Propaganda der freien Medien abzuschotten. Um die privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunksender mache ich seit dem 11. September 2001 einen Bogen. Nur Musik gelangt noch an mein Ohr, zu Hause aber nur aus Konserven. Seit dem 24. Januar 2020 prangere ich die Corona-Falschmeldungen an. Mehr als einhundert Artikel sind es geworden.

    Wie es mit jedem einzelnen Menschen ausgeht, ist unabsehbar. Zwar sterben immer mehr vorzeitig und immer mehr Gespritzte haben ihre Antriebskraft verloren, wobei sie fahl und erschöpft wirken, doch in welcher Situation haben sie entschieden? Fehlte ihnen Bewusstsein, Rückgrat oder Vertrauen? Solange sie leben, sollten wir allen Menschen liebevoll begegnen. Sich aufspalten zu lassen, ist kein Gewinn. Jeder entscheidet selbst.

    Dr. Leonard Coldwell nimmt kein Blatt vor den Mund, weil er seit Jahren denunziert wird und ehrlich arbeitet. Er hat seine Gemeinde an Geheilten im Sinne von Wallace D. Wattles gefunden:
    https://www.W-D-W.eu

    Sein Vortrag vom Donnerstag ist bis nächsten Mittwoch frei zugänglich:
    https://coldwelliantimes.com/eilmeldung/live-stream-aufnahme-4-nov/

    Selbst die Diagnosen "Grippe" oder "grippaler Infekt" sind Fantasien, weil damit lediglich Vergiftungen, Konflikte und psychische Belastungen verschleiert werden. Man hat etwas erfunden, um Antibiotika = gegen das Leben – verkaufen zu können. Virus = Gift, Geifer, Schleim. Das Märchen von "ansteckenden" Viren wird seit 1892 kolportiert. Alles ist Lug und Trug, reines Geschäft!

  4. Entwarnung bezüglich des Klimawandel-Weltuntergangsmärchens:

    Unsere Luft enthält nur rund 0,04% Kohlendioxid bzw. 3000 Gigatonnen. Der Mensch produziert 36 Gigatonnen pro Jahr. Davon landen 98% im Wasser der Ozeane und 2%, d.h. 0,7 Gigatonnen, in der Luft. 0,7 Gigatonnen von 3000 Gigatonnen entsprechen 0,02%. Der Mensch würde mittels Kohlendioxidproduktion den Kohlendioxidanteil in der Luft also in einem Jahr um lediglich 0,2% erhöhen (wenn man den gleichzeitigen Abbau unberücksichtigt ließe). Dadurch würde sich der Kohlendioxidanteil in der Luft in einem Jahr um absolut 0,0000008 (= 0,04% * 0,2%) erhöhen (wenn man den gleichzeitigen Abbau unberücksichtigt ließe). Eine solche Erhöhung wäre selbst über einen Zeitraum von 1000 Jahren noch marginal (und sie wäre übrigens auch nicht messbar).

    Daher müsste übrigens auch die angeblich gemessene Temperaturerhöhung infolge der menschlichen Kohlendioxidproduktion nicht messbar sein.

    • Hinzu kommt noch Folgendes: Angeblich produziert der Mensch 36 Gigatonnen Kohlendioxid. Jedenfalls wird durch die Verbrennung von 8 Milliarden Tonnen Kohle (und 16 Millionen Tonnen Öl) pro Jahr nur ein Bruchteil dieser angeblichen Menge von Kohlendioxid produziert, zumal Kohle bei der Verbrennung hauptsächlich in Asche umgewandelt wird und nur zu einem Bruchteil in Kohlendioxid.

  5. zivilist sagt:

    Schaun wir mal, wer im April noch da ist, eine Übersterblichkeit will sich ja um's Verrecken nicht einstellen .

  6. monulatar sagt:

    cool dann wohnt Dirk C. Fleck ja doch noch Nähe Isestraße und man könnte ihm evtl. mal dort begegnen…wenn es wieder lohnt nach Hamburg zu fahren und die absurden Coronamaßnahmen dort beendet sind ;O)

  7. Herzbert sagt:

    Ihr Lieben,
    Dirk beschreibt für mich eindringlich, die inneren Bewegungen, die wir als Menschen unter dem seit Monaten auf uns einprasselnden Dauerfeuer, empfinden können. Und ja; es erinnert mich an die Berichte aus Schützengräben, an einer unbeweglichen, nur Stellung haltenden Front. Das nervenzerfetzende Stakkato des nie ruhenden Gewehrfeuers.
    Und doch; bleiben wir Menschen dabei? Oder begründet das Geschehen unsere Verrohung und Verelendung?
    Der letzte Absatz erzeugt in mir Frieden. Denn am Ende wird der verzweifelte Wunsch der Schwabs, Lauterbachs, Spahns, und Gates dieser Welt, ihrem Leben doch noch eine Bedeutung zu geben, im Tod enden! Wie bei uns allen. Und bis dahin stellt sich die Frage für jeden von uns: Kann ich diesen Augenblick so mit Leben erfüllen, das er ein glücklicher ist?

  8. _Box sagt:

    Den Telemonitor kann man nur leiser stellen, er läßt sich nicht ganz abschalten und kriminelle Geistesgestörte im Volksempfänger zu übertragen hat Tradition.

  9. Ursprung sagt:

    Dachte, Dirk C. Fleck sei ins Burgerland entschwunden und Vegetarier? Und nun auf dem Hamburger Fischmarkt mit Scholle gesichtet?
    Macht nix, seine Worte machen intensiv und mit Harlekin Lauterbach amuesiert.
    Wie Leben.

    • Torsten sagt:

      Daß er kein Veganer ist, hat mich enttäuscht. Hat er doch so eindrückliche Artikel über das Leid der Nutztiere hier veröffentlicht.

    • Rulai sagt:

      Enttäuschung ist gar kein Ausdruck. Ich würde Verrat dazu sagen.

      Wir kennen uns noch von KenFm, lieber Torsten. Mit Veganislove zusammen haben wir damals so einiges bewegt.
      Heute fällt einer nach dem anderen um.
      Und so habe ich gelernt: Schreiben und Fordern und Laut-seine-Stimme-erheben ist das eine –
      danach selbst auch wirklich zu leben, das andere.
      Tja, dieses Herren Glaubwürdigkeit ist beim T….
      Liebe Grüße (vielleicht hilft die Erinnerung an das abendliche Amsellied, damit Sie mich einordnen können.)
      Ich bleibe vegan.

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