Wladimir und Joe sollen es richten!

Genf nach dem Treffen von Lawrow und Blinken.

Ein Kommentar von Willy Wimmer.

Es war mühsam genug, was der amerikanische Außenminister Blinken in den letzten Tagen alles unternehmen mußte, um sich auf das Treffen mit seinem russischen Gegenspieler, Außenminister Lawrow, vorzubereiten. Es waren nicht nur die hektischen Reisen kreuz und quer durch Europa. Während seiner Reiserei mußte er ständig ein Auge auf Washington werfen. Nichts ist für einen Außenminister schlimmer, als zu Hause einen Regierungschef oder Präsidenten zu wissen, der einen gnadenlos im Regen stehen läßt. Von dem Regen gab es für Herrn Blinken genug, wenn man an die Jahrespressekonferenz vor wenigen Tagen in Washington denkt. Die Erkenntnisse aus den Treffen von Herrn Blinken in Kiew und Berlin waren zudem zweispältig genug. In Kiew waren während der Besuches von Außenminister Blinken und seinem verstreuten, eskalierenden Alarmismus wenig unterstützende Erklärungen der örtlichen Führung zu vernehmen. Im Gegenteil, wie die besorgten Twitter-Mitteilungen von Präsident Selensky nach der Pressekonferenz von Präsident Joe Biden zeigten. Nein, man sei durchaus eine Großmacht und nein, man fühle sich in der Region nicht besonders zusätzlich bedroht. Da klaffte etwas auseinander, wie sich auch an anderen Stellungnahmen in Zusammenhang mit der Lage in der Region zeigte. Der Besuch in Berlin und das Clan-Treffen dort mit Verbündeten der „A-Klasse“ machte das deutlich. Berlin wird von Scholz/Mützenich bestimmt und zeigt ein Maß an Umsicht, die gerade wohltuend genannt werden muß.

Genf und das Treffen von Lawrow und Blinken erwecken wegen der Kürze de Begegnung den Eindruck, man habe sich zu einer Schweizer Schokolade getroffen, weil es auf einen selbst kaum ankomme sondern auf ein baldiges Treffen der Chefs. Dabei ist der amerikanische Außenminister auf Krawall gebürstet. Er läßt völlig außer Bertracht, daß in den letzten Jahrzehnten die europäischen Verbündeten bei den weltweiten Kriegszügen der US-Führungsmacht sich nicht darüber beklagen können, einmal „reinen Wein“ eingschenkt erhalten zu haben. Die Leidensfähigkeit der Europäer in Anbetracht der friedenszerstörenden Kapital-Lügen ist bewundernswert. Immerhin hatte das beim jüngst verstorbenen ehemaligen Außenminister Colin Powell zu einer Verzweiflung besonderer Art geführt, was man ihm zwecks Präsentation im UN-Sicherheitsrat alles aus Washington zugemutet hatte. Bis heute kann Ex-Präsident Bush wegen der Folgen dieses Tuns die USA nicht verlassen, ohne Gefahr zu laufen, in ernste Schwierigkeiten im Gastland oder beim Überflug zu kommen. Die jetzigen Abläufe in Zusammenhang mit den immer wilderen Gerüchten machen deutlich, daß „genug genug ist“, jedenfalls nach einer steigenden Zahl von Mitgliedern der NATO. Kein Wunder, wenn die zustimmung zum Handeln des eigenen Staates mehr und mehr schwindet, wenn die Bürgerinnen und Bürger mehr und mehr das Gefühl haben müssen, „mehr und mehr belogen zu werden“. Dies getreu dem verhängnisvollen Motto, nachdem der Zweck die Mittel heilige.

Die „Treffen à la Geneve“ vermitteln einen Eindruck in intensiver Weise. Die Ukraine tritt geradezu in den Hintergrund. Sie ist der Steigbügelhalter der USA und ihrer Pudel, wenn es gilt, sich über Rußland herzumachen. Wenn Außenminister Blinken in diesen Tagen die Welt darüber zu behren versucht, was von Unverletzlichkeit der Grenzen bis hin zur staatlichen Souveränität so alles geachtet werden müsse, sollte er mal kurz zurückschauern, was die USA von der internationalen Rechts-und Friedensordnung übriggelassen haben. Der gegen Rußland gerichtete Strafkatalog macht eines deutlich: es geht um die hybride Vernichtung eines Staates und damit kommt es darauf an, koste es, was es wolle, einen Anlaß zu finden, wie fingiert auch immer er sein möge. Von der „Maine“ über Gleiwitz bis Tonkin, da blitzt Erfahrung auf und das Wissen, wie man so etwas macht. Die NATO verfährt zunehmend für die Verbündeten der USA nach dem Geltungsrahmen des „Nürnberger Landrechtes“ und seinem „mitgefangen, mitgehangen“.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: Waldemarus / shutterstock.com

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Kommentare (6)

6 Kommentare zu: “Wladimir und Joe sollen es richten!

  1. Weitere Methoden, wie man das Blutvergießen in der Ostukraine stoppt:

    Um das Blutvergießen zu beenden, bedarf es einer starken alle Bevölkerungsgruppen einbeziehenden/integrierenden, sie vermittelnden/verbindenden Kraft zwischen den beiden dort lebenden Bevölkerungsgruppen, den Ukrainern und den Russen. Hierzu könnte man an alle Hausbesitzer appellieren, dass Bürgerkrieg und Gruppenhass ihr Vermögen (den Preis ihres Hauses) gefährdet, da ihre Häuser bei Unfrieden oder gar Bürgerkrieg fast nichts wert sind und eine gruppenübergreifende Allianz der Immobilienbesitzer zum Leben erwecken, die auf sozialen Frieden und damit auf den Schutz ihres Vermögens bedacht ist. Zudem kann man den Menschen ihre gemeinsame Religion in Erinnerung rufen. Ferner ihre fast gemeinsame Sprache (die ukrainische und die russische Sprache sind ja stark miteinander verwandt). Außerdem könnte eine wahrhaft linke Politik, die die Interessen des kleinen Mannes verfolgt, integrierend wirken. Ferner könnte man Menschen ohne eigene Immobilie es ermöglichen, dass sie in Stadtnähe ein kleines billiges staatliches Grundstück erhalten, auf das sie eine kleine billige, wärmeisolierte Blockhütte stellen dürfen, um Miete sparen zu können. Die Kosten für die Hütte könnten sie innerhalb von wenigen Jahren abbezahlen.

    • Mit dem monetären Argument, dass sie andernfalls ihr Vermögen verlieren, bringt man die meisten Menschen mit Abstand am besten sofort wieder zur Vernunft, dass Bürgerkrieg und gegenseitiger Gruppenhass mit aller Entschlossenheit verhindert werden müssen. Es kann daher stärker friedensstiftend wirken als alle anderen Appelle.

  2. Ursprung sagt:

    Als Laie fallen mir bei Wimmers Aufsatz 2 Dinge auf:
    Soll die haedline-Graphik 2 nicht ausfuehrbare Erektionen insinuieren? Wessen?
    Ist sein Text absichtlich so verschluesselt, dass nur wenige Zielpersonen ihn lesen koennen, die Allgemeinheit aber im KANNITVERSTAN verbleibt?

    • helli-belli sagt:

      … man könnte noch ergänzen: "Wieso äußert sich Herr Wimmer so, als ob es irgend eine Rolle spielen würde, was der US-Präsident macht?"

      … es spielt ganz offensichtlich überhaupt gar keine Rolle, ob dort ein Hund, eine Katze, ein Kind, ein seniler alter Sack der keine Ahnung mehr hat wer er ist, was er tut, wie er heisst … dort sitzt.

      Die eigentliche Macht hat mit dem letzten Wahlkampf & der folgenden Wahl doch nun eigentlich JEDEM klar gemacht, dass sie in der Lage ist auch einen senilen alten Sack der keine Ahnung mehr hat wer er ist, was er tut, wie er heisst … dort ins Amt zu hieven.

      Dank der totalen Kontrolle über die Meinung der Masse an Dooftrotteln kann die eigentliche Macht tun und lassen was sie will.

      Mal schaun', wie lange die "alte Ordnung" nun noch Bestand haben wird – und wie weit die Latte abgesenkt werden wird.

      … evtl. wären wir in drei Jahren froh, "nur" auf den Stand der "USA heute" zurückgefallen zu sein.
      Ohne Rente, Ohne sonstige Unterstützung von einem "Sozialstaat", und für die allermeisten ohne eine richtige Arbeit oder eine Aussicht jemals wieder eine richtige Arbeit zu bekommen wird es für 70-80% der Bevölkerung eine harte Zeit werden…

      Frage: "wieviele US-Amerikanische Pensionäre werden durch chinesische Unternehmen Unternehmen finanziert?"

      … und: "wieviele wohl durch deutsche & europäische?"

      … "unser amerikanischen Freunde" drucken sich einfach so viel Geld wie sie brauchen, und gehen damit dann auch Shooppingtour …

      … die Exportkolonie liefert dafür die Waren – und zurück kommt ein Schuldschein.

      … die letzten ~60 Jahre, zumindest.
      Nun scheint ja so peu a peu endlich Schluss damit zu sein.

      China wird ja nun auf Binnenkonjunktur & Technologieführerschaft setzen – die BIZ hat ihre CBDC-HUBs auch schon in China …

      … es stellt sich nur noch die Frage nach dem Knall: Ja oder Nein – und falls Ja: wo & wie viele?
      … die Antwort eines Mike Yeadon auf diese Frage ist ja -zumindest von der Richtung her- bekannt …
      … einige gehen noch einer Phase des blackout und des Chaos aus, mit Holodomor in den Großstädten & auch anderswo …
      https://de.wikipedia.org/wiki/Holodomor

      Es bleibt spannend.

    • Ursprung sagt:

      #helli-belli:
      "spannend"?
      Sind Sie Spanner?

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