Nazis in der Ukraine? – Nein! Unmöglich | Von Rainer Rupp

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Der Chor des Hasses auf allen Medienkanälen, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, haben dazu geführt, dass auch in unserem Land die Masse der Bevölkerung zunehmend auf militärische Vergeltungsmaßnahmen gegen die bösen Russen eingestimmt werden. Das hat auch Politiker der NATO-Länder und der EU dazu ermuntert, immer gefährlichere Schnapsideen zu propagieren, an deren logischem Ende der Dritte Weltkrieg gestanden hätte. Diesbezüglich hat der abgehalfterte spanische Politiker, Josep Borell, der ohne jedes demokratische Mandat als Außenbeauftragter der EU auftritt und sich als Außenminister aller Europäer ausgibt, den Vogel des brandgefährlichen Irrsinns abgeschossen.

Borell hatte Anfang der Woche tatsächlich EU-Mitgliedsländer aufgefordert, den Ukrainern 70 Jagdbomber zur Verfügung zu stellen, die dann von polnischen Flugplätzen die Russen in der Ukraine angreifen würden. In seiner unendlichen Dummheit hat EU-Außenminister Borell offensichtlich nicht daran gedacht, dass das völkerrechtlich einer Kriegserklärung Polens an Russland gleichkäme und die Russen nicht nur das Recht hätten, sondern auch die Pflicht, zum Schutz ihrer Soldaten den polnischen Flughafen samt der Jagdbomber-Geschenke zu zerstören. Zum Glück ist die polnische Regierung nicht so schwachsinnig wie der EU-Vordenker in Brüssel und sie hat diese Borell-Idiotie dankend abgelehnt. Borell ist gemeingefährlich und gehört in die geschlossene Psychiatrie.

Derweil sind von Politik und Medien – unter Anwendung der über zwei Corona-Jahre hinweg erprobten Methoden zur Massenmanipulation – fast alle Deutschen, vor allem auch Linke, über Nacht zu Russen-Hassern geworden. Hieß es vor einigen Jahren nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin noch: „Wir sind alle Charlie“, sind wir heute alle „Ukrainer“. In Berlin gibt es jetzt große Friedensdemonstrationen gegen Russland, so groß, wie die Stadt sie in den Zig US- und NATO-Angriffskriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien nicht gesehen hat. Bei diesen Demos protestieren in trauter Eintracht, Friedenstäubchen mit ukrainischen Faschisten. Damit meine ich nicht die Montagsspaziergänger, die von Medien und Politikern zu Rechten und Faschisten abgestempelt werden, sondern hier demonstrieren auch Linke Seit an Seit mit waschechten Faschisten, mit Verehrern der SS, mit Unterstützern des im Donbass operierenden Asow-Bataillons, das sich ausnahmslos aus faschistischen Freiwilligen zusammensetzt, mit viel Blut unschuldiger Zivilisten aus dem Donbas an den Händen.

Aber die friedensbewegten jungen Deutschen kennen nicht einmal mehr die jüngere Geschichte. Woher sollen sie auch, wenn die von Politik, Bildungssystem und Medien für dumm verkauft werden. So wundert es nicht, wenn selbst junge Linke keine Ahnung davon haben, dass Top-Mitglieder der aktuellen ukrainischen Regierung das „Josef-Göbbels-Institut“ unterstützt haben. Wegen der negativen Außenwirkung wurde vor wenigen Jahren der Name geändert und seither heißt das Institut „Ernst-Jünger-Institut“. Aber nur der Namen hat sich geändert, die Schriften und Reden von Göbbels sind auch weiterhin in den Regalen des Instituts zu finden

Was Ernst Jünger betrifft, so war er ein glühender Bewunderer der Schlachten des Ersten Weltkriegs, wie er das z.B. in seinem Buch „Stahlgewitter“ beschrieben hat. Im „Dritten Reich“ waren seine „Werke“ quasi Pflichtlektüre für jeden NAZI, der etwas auf sich hielt.

Von all dem scheinen deutsche Politiker und ihre klugen und investigativen Medien bisher nicht mitbekommen zu haben. Dabei hatte es wegen der finanziellen Unterstützung des „Josef-Göbbels-Institut“ mit deutschen Steuergeldern eine an die Bundesregierung gerichtete „Kleine Anfrage“ der Fraktion „Die Linke“ im Bundestag gegeben, die von den Medien vollkommen ignoriert wurde. Auch sonst sind unsere Qualitätsmedien unfähig, in der Ukraine NAZIs zu entdecken. Ihrem Blickfeld entgehen selbst die riesigen Aufmärsche oder die nächtlichen Fackelzüge mit Hakenkreuz-Fahnen und SS- und NAZI-Insignien zu Ehren des SS-Kollaborateurs Stepan Bandera, der von den Ukro-Nazis in der Regierung in Kiew offiziell in den Status „Held der Ukraine“ erhoben wurde.

Foto: EPE/EFE; Ukrainians mark 113th birthday of Stepan Bandera

Ja, es ist derselbe Stepan Bandera, der mit seiner Hilfstruppe die Massenerschießungen von zig-Tausenden Frauen und Kindern erledigte. Vor dieser besonders schmutzigen Arbeit und wegen der psychologischen Wirkung solcher extremen Grausamkeiten wollte sogar die SS-Führung ihre eigene Truppe schützen, wie man aus den Protokollen der Wannseekonferenz erfahren hat. Vollkommen unverständlich ist daher, dass die Denkmale für diese Bandera-Mörder in der Westukraine immer wieder mit frischen Blumen geschmückt werden.

Es ist derselbe Stepan Bandera, an dessen Grab in München der Botschafter der Ukraine Andrij Melnyk Blumen niedergelegt hat und auch noch Fotos davon gemacht hat. Es war die Abgeordneten Der Linken im Bundestag, Sevim Dagedelen, die 2015 eine offizielle Anfrage an die Bundesregierung gerichtet hatte, ob bekannt sei, dass Andrij Melnyk am Grab des ukrainischen Faschisten Bandera in München Blumen niedergelegt habe. Der damalige Staatsminister Michael Roth (SPD) bestätigte dies und fügte hinzu: „Dem ukrainischen Botschafter ist unsere Position hierzu hinlänglich bekannt. Die Bundesregierung verurteilt die von der Organisation Ukrainischer Nationalisten, OUN, teilweise unter Leitung Banderas begangenen Verbrechen an polnischen, jüdischen und ukrainischen Zivilisten und Amtsträgern.“

Des ungeachtet wurde dieser Melnyk in den letzten Monaten pausenlos als begehrter Gast in den TV-und Radio-Talkshows eingeladen, wo er in übelster Form die Bundesregierung angepöbelt hat, weil die keine Waffen an die Ukraine liefern wollte. Es ist dieser Melnyk, der jüngst im Bundestag sprechen durfte und dem alle Parteien, mit Ausnahme der AfD und Teilen der Linken mit einer stehenden Ovation gefeiert haben.

Aber unsere Qualitätsmedien konnten nicht einmal einen ukrainischen NAZI erkennen, wenn einer der Top-Rechtsextremisten, nämlich Oleg Tjahnybok, in der Deutschen Botschaft in Kiew neben unserem damaligen Außenminister und jetzigem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier für ein Foto posierte. (Siehe Foto von dem trauten „Familientreffen“i). Wenn es um waschechte NAZIs mit Blut an den Händen geht, dann hat Steinmeier offensichtlich keine Berührungsängste. Allerdings ist er zu Hause in Deutschland sehr schnell bei Hand, um Andersdenkende, die nicht der Regierungspolitik folgen, als Rechtsextreme abzustempeln.

Wenn die Russen ihre Operation in der Ukraine als Maßnahme zu Denazifizierung und Entmilitarisierung bezeichnen, dann haben sie gute Gründe dafür. Zu diesen Gründen gehören auch die knapp 14 Tausend Zivilisten, meist Frauen und Kinder, die laut einem Bericht der UNO in den russisch sprechenden Dörfern des Donbass im Laufe der letzten 8 Jahre dem willkürlichen Terrorbeschuss durch die faschistischen Freiwilligen-Bataillone zum Opfer gefallen sind. Hallo, liebe Leser und Zuhörer: der Krieg in der Ukraine hat nicht erst vor ein paar Tagen mit der russischen Intervention angefangen, sondern schon vor fast einem Jahrzehnt. Und jetzt wollen ihn die Russen beenden, denn seit 8 Jahren hat Kiew mit Unterstützung des NATO-Wertewestens jeden Weg zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes, wie z.B. Minsk II, blockiert.

Zum Glück gibt es wenigsten in den USA noch Politiker, die nicht der hysterischen Russenhatz verfallen sind, wie das hierzulande der Fall ist. So hat die allseits bekannte, demokratische Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard per Twitter wissen lassen:

„Dieser Krieg und dieses Leiden hätte leicht vermieden werden können, wenn Biden, US/NATO einfach die legitimen Sicherheitsbedenken Russlands in Bezug auf den Beitritt der Ukraine zur NATO anerkannt hätte, was bedeuten würde, dass US / NATO-Streitkräfte direkt an der russischen Grenze stationiert wären.” (4:57 BIN · Februar 24, 2022 · Twitter Web A)

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der Russlands Forderung nach gleicher Sicherheit bei den Verhandlungen als legitim bezeichnet hatte, hat sich in der Ukraine-Frage weder von Washington noch von der NATO überfahren lassen. Zwar kritisiert er weiter scharf die russische Militäroperation in der Ukraine, aber zugleich hat er am gestrigen Donnerstag (3.3.22) erklärt, dass er den Kontakt zu Wladimir Putin weiter aufrecht erhalten wird.

In Deutschland findet man in der Friedensbewegung nur noch vereinzelte mutige Stimmen, die sich vom anti-Russenmob nicht haben niederschreien lassen. Denn wie zuvor bei Corona zwei Jahre lang eingeübt, wird jeder, der der offiziellen Doktrin widerspricht, mit kaum vorstellbarer Wut weggemobbt. Eine dieser mutigen Stimmen ist die von Heinrich Bücker, vom „Coop Antikriegscafe Berlin“, der am letzten Tag des Februars mit seiner nüchternen Lagebeschreibung die russische Operation in der Ukraine in den richtigen Zusammenhang stellt. Hier die wichtigsten Passagen aus seiner Erklärung: ii

„Moskau spricht von einer „Sonderoperation“ in der Ukraine, die sich ausschließlich gegen militärische Ziele richtet und explizit nicht gegen die Zivilbevölkerung. Hauptmotiv ist die Demilitarisierung und Denazifizierung der Ukraine und die Forderung nach deren erklärten Neutralität. Bislang scheinen sich diese erklärten Ziele zu bestätigen und welchen plausiblen Grund sollte die russische Regierung auch haben, die Bevölkerung der Ukraine gegen sich aufzubringen.

Nach dem Fall der Berliner Mauer Ende 1989 zog sich Russland unter dem Versprechen, dass sich die NATO nicht nach Ost-Europa ausdehnen werde, und zwar wie es wörtlich hieß “nicht einen Inch“, aus allen Warschauer-Pakt Staaten zurück. Der chauvinistische Hochmut des Westens hat all dies ignoriert und ist immer weiter nach Osten vorgerückt und hat immer weitere Staaten in die NATO aufgenommen.

Zehn Jahre später, 1999 bombardierte die NATO Serbien. 2001 begann der Krieg gegen Afghanistan und weitere Länder im Nahen und Mittleren Osten wurden angegriffen und bombardiert.

Im Jahre 2014 orchestrierte der US-Präsident und Friedens-Nobelpreisträger Barack Obama 2014 einen Putsch in Kiew, an dem offen faschistische Gruppen teilnahmen.

Durch die Übernahme der Krim durch Russland konnte das Schlimmste verhindert werden, nämlich die Übernahme von Sewastopol durch die NATO. Dies wurde durch eine Abstimmung unter der Bevölkerung der Krim legitimiert, bei der sich die überwiegende Mehrheit für den Anschluss an die Russische Föderation aussprach.

Die von rechtsradikalen und nationalistischen Kräften dominierte ukrainische Putschregierung schikanierte daraufhin die russischstämmige Minderheit des Landes u.a. durch das Verbot der russischen Sprache. Als Selbstschutzmaßnahme kam es zur Ausrufung der beiden selbstproklamierten Volksrepubliken Donezk und Lugansk.

Die Bewohner der beiden Volksrepubliken wurden in Folge zu Terroristen erklärt und die Regierung in Kiew begann eine massive Militärkampagne gegen sie. Es begann ein täglicher Artilleriebeschuss durch die ukrainische Armee und Freiwilligenbrigaden, die von Faschisten und Neonazis dominiert sind. Es gab Tausende ziviler Opfer, und zwar fast ausschließlich unter der russischsprachigen Bevölkerung in den Gebieten der Volksrepubliken, vor allem auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen vor dem Minsk II Abkommen. Die Ukraine führte acht Jahre lang einen Krieg gegen die Bevölkerung des Donbass, toleriert von den Garantiemächten Deutschland und Frankreich, hochgerüstet von der NATO.

Die Unabhängigkeit der beiden Volksrepubliken hat Moskau jetzt anerkannt. Dies geschah auf Grundlage einer Empfehlung des russischen Parlaments an Präsident Putin, der diesem Wunsch entsprach. Nicht ohne zuvor immer wieder auf die Erfüllung der Bedingungen des Minsk II Abkommens zu dringen und nicht ohne die Regierung in Kiew immer wieder aufzufordern offiziell zu erklären, dass das Land nicht der NATO beitreten wolle. Dies wurde von Kiew und von der NATO immer wieder abgelehnt. Zuletzt erklärte Kiew sogar den Wunsch wieder Atommacht zu werden. Provokante Äußerungen aus Kiew sowie die zuletzt verstärkten Angriffe gegen die Volksrepubliken im Donbass spitzten die Lage weiter zu.

Nachdem alle Forderungen der Russischen Föderation nach Sicherheitsgarantien durch Kiew und die NATO zurückgewiesen wurden, hat sich die Regierung in Moskau vor einer Woche zu einer militärischen Operation entschlossen. Die Militäraktion begann also nach jahrelangen diplomatischen Initiativen Russlands zur Konfliktbewältigung in der Ukraine und mit dem Westen, einschließlich des geduldigen Beharrens auf die Umsetzungen des Minsk II Abkommens. Dies verpflichtet die Ukraine u.a. mit der politischen Führung der Republiken Donezk und Lugansk in direkte Verhandlungen zu treten. Die erhoffte Entspannung durch das Minsk II Abkommen blieb von Beginn im Jahre 2015 aus, weil die ukrainische Elite das Abkommen immer wieder brach.

Explizit erklärtes Ziel der jetzigen Militäraktion ist die Demilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine. Eine weitere zentrale Forderung ist die Erklärung der Neutralität der Ukraine.

Russland hat bewiesen, dass es zusammen mit der Volksrepublik China diejenige Macht ist, welche sich den aggressiven Provokationen des Westens und insbesondere der NATO entschlossen entgegenzustellen bereit ist. Der Westen hätte dies verhindern können, wenn man sich bereit erklärt hätte die Forderungen der Russischen Föderation nach Sicherheitsgarantien anzuerkennen.

Unsere Solidarität gilt der Zivilbevölkerung und den Flüchtlingen in der Ukraine und zugleich auch in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk. Die kriegerischen Auseinandersetzungen müssen schnellstmöglich beendet werden. Aber die Grundlage und Entstehungsgeschichte des Konflikts muss verstanden werden.

Unsere gemeinsame Forderung muss deshalb lauten: NATO raus aus der Ukraine! Keine weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein NATO-Beitritt der Ukraine! Die Ukraine muss sich neutral erklären! Gemeinsam sollte man zu Verhandlungen im Geiste von Minsk II zurückkehren!

Als Reaktion fast des gesamten Westens erleben wir jetzt eine extreme Welle von Strafsanktionen gegen Russland, wie sie bislang nur gegen Kuba, Venezuela, Iran, Syrien, Nordkorea, Jemen u.a. Staaten eingesetzt werden. Sanktionen dürfen aber nur von der UNO, speziell dem UN-Sicherheitsrat verhängt werden. Was die USA und zunehmend die EU-Staaten jetzt machen, ist Kriegsführung mittels Wirtschaftsmacht und zugleich illegal.

Mit seiner Stimme der Vernunft hat sich Heinrich Bücker wohltuend von der „Haut-den-Russen-Hysterie“ in unserem Land abgesetzt. Tatsächlich steht Europa aktuell am Scheideweg, was die Beziehungen zu Russland betrifft. Zugleich zieht Washington wie die Spinne im Netz die Fäden. Dabei geht es den Amerikanern in dieser Krise nicht um die Ukraine oder deren Zukunft, sondern die Ukraine ist nur das Mittel zum Zweck, nämlich, die deutsch-russischen Beziehungen nachhaltig zu vergiften. Das ist dem im Hintergrund agierenden Washington mit seinen Operationen in der Ukraine und seiner alles niederwalzenden, zeitgleichen Medien-Offensive im Westen brillant gelungen.

Washington hat erfolgreich einen dicken Keil in die deutsch-russischen Beziehungen getrieben. Wenn es jetzt den Amerikanern auch noch gelingt, mit Hilfe atlantischer Politiker und Medien die große Mehrheit der Menschen im westlichen Europa zu überzeugen, dass nur das US-Militär als unersetzbaren Beschützer sie vor den russischen Barbaren retten kann, dann hat Washington sein strategisches Ziel mit Bravour erreicht. Denn dann wird Washington für viele weitere Jahre seine politische, wirtschaftliche und militärische Dominanz über Europa unbehindert ausleben können. Zum Schaden aller Völker Europas.

Nur wenn möglichst viele Menschen – so wie Heinrich Bücker – jetzt ihre Stimme erheben und ihre Mitmenschen über die Hintergründe aufklären, kann diese düstere Zukunft verhindert werden.

Quellen:

Information zum Foto im Text:
epa09663021 Marching people carry torches and nationalist flags of far-right ultranationalist political party Svoboda during a rally of various nationalist parties to mark the 113th birthday of Stepan Bandera, in Kiev, Ukraine, 01 January 2022. Stepan Bandera was born on 01 January 1909 in what was then Galicia and Lodomeria and became a leader of the Ukrainian ultranationalist far-right Organization of Ukrainian Nationalists (OUN) and OUN-B. He was responsible for the proclamation of an independent Ukrainian state in Lviv on 30 June 1941, accompanied by the arrival of Nazi Germany troops. KGB agents assassinated him in his Munich, West Germany exile on 15 October 1959. EPA-EFE/SERGEY DOLZHENKO

ii https://cooptv.wordpress.com/(vom 28.2.22)

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Dutchmen Photography / shutterstock

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Kommentare (47)

47 Kommentare zu: “Nazis in der Ukraine? – Nein! Unmöglich | Von Rainer Rupp

  1. FizzyIzzy sagt:

    https://rumble.com/vw5iav-ep.-2074-russia-ukraine-and-nato.html

  2. @Redaktion: könnten Sie bitte das sehr lange Zitat von Heinrich Bücker deutlicher kennzeichnen – in kursiv zB, und in der Mitte vielleicht ein "Weiter sagt Heinrich Bücker …" einfügen. Mir ging es jedenfalls so, dass ich nach drei Absätzen nicht mehr wusste: wer redet hier eigentlich? Der bewundernswerte Autor Rainer Rupp oder immer noch Heinrich Bücker …

    Sehr aufschlussreicher Artikel. Danke!

  3. zivilist sagt:

    Verhandelt und schon erschossen

    https://greatgameindia.com/ukraine-assassinate-deligation-member-treason/

  4. libertine999 sagt:

    Gibt es denn eine zugängliche Quelle zu dem "Ernst-Jünger-Institut"? Das Internet schweigt leider …

  5. FizzyIzzy sagt:

    https://youtu.be/-8ofCWfMrgc

  6. Schramm sagt:

    Die Vernichtung Europas durch Atomkraftwerke,
    auch ohne Atomkrieg, darf Europa nicht riskieren!

    Ukrainische Atomkraftwerke

    Ihre Laufzeit und geplante Lebensdauer wurde bereits überschritten.

    »Das Land bezieht mehr als die Hälfte seines Stroms aus der Atomkraft. Alle ukrainischen Reaktorblöcke gehen auf sowjetische Pläne zurück. 13 Einheiten gehören zum VVER-1000-Typ, zwei weitere gehören zum Typ VVER-440, der nicht mehr vollständig den internationalen Sicherheitsstandards entspricht. Zwölf der 15 Reaktoren haben ihre geplante Lebensdauer von 30 Jahren bereits überschritten. Ihre Laufzeiten wurden um zehn Jahre (VVER-1000 Reaktoren) beziehungsweise um 20 Jahre (VVER-440-Reaktoren) verlängert.

    Neue atomare Brennstäbe werden importiert – zumeist aus Russland, aber auch vom US-Konzern Westinghouse. Der amerikanische Energieriese soll auch am Neubau von vier Reaktorblöcken an bestehenden Standorten beteiligt werden, wie im Herbst 2021 vereinbart wurde.«

    Quelle: RND – Redaktionsnetzwerk Deutschland

    05.03.2022, R.S.

  7. Vielen Dank, Herr Rupp, für diesen wieder einmal sehr guten Aritkel.

    Freundlicher Gruß
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  8. HarteEier sagt:

    Mein Nachbar stellt schon wieder Waffen an der Grundstücksgrenze auf …

    Ich würde auch alles andere als erfreut reagieren, wenn mein Nachbar, mit dem ich bereits jahrelang streite (Hypothese, es ist ja GsD nicht so) nahe unserer beider Grundstücksgrenze Waffen aufstellt. Er versichert mir zwar, er tue das nicht, um mich einzuschüchtern, und er werde mich auch nie angreifen, aber kann ich ihm das glauben?

    Was ist, wenn der Idiot nebenan sich mal hoffnungslos besäuft und ausprobieren will, wie das so ist, wenn man mal auf Rambo macht. Immerhin stammt der Film ja aus seiner Produktion …

    Natürlich werde ich versuchen, seine Waffen zu zerstörten, denn Waffen an oder nahe meiner Grundstücksgrenze sind auf jeden Fall gefährlich.

    Ja, das ist dann Demilitarisierung. Und wenn einer meiner Nachbarn mich eventuell bereits einmal überfallen hat (ich rede von D'land), dann passt auch Entnazifizierung.

    Ich weiss, viele werden auch das noch immer nicht verstehen wollen, und vielleicht mit dem Waffen aufgestellt habenden Nachbarn sympathisieren (NATO), aber soll ich deshalb mit dieser Gefahr leben … ich denke, nein.

    • Hallo "HarteEier",

      nein, die Waffen Deines Nachbarn sind nicht gegen Dich gerichtet.
      Die sind gegen den fünften Nachbarn von ihm gerichtet, Du bist nur der erste.

      Obama hat das doch auch vor Jahren im Bezug auf Rußland gesagt: die Waffen sind gegen den Iran gerichtet.
      Und Obama lügt Rußland und uns doch nicht an…. – Immerhin hat der den Friedensnobelbpreis bekommen (, noch bevor er überhaupt etwas getan hatte), und dann hat er 8 Jahre lang Krieg für den Frieden geführt.

      Immer diese Fehlinterpretationen.

      Gruß
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    • HarteEier sagt:

      Kasra:👍👍👍 wie wahr … leider …😭

      Mit 2 Worten: westliche Verlogenheit.

      Der Nachbar Russland hat sich das 20 Jahre angehört und glaubt es halt auch nicht mehr.

  9. Hartensteiner sagt:

    Zwar habe ich das "nebenan" schon gepostet, aber auch das Naziproblem wird sich in den nächsten Jahrzehnten von allein lösen:
    ALLE Probleme werden sich von allein lösen.
    Wie?
    Nun, da gab es ja die Verschwörungstheorien, dass u. a. durch die Impfung die Weltbevölkerung reduziert werden soll.
    Kann stimmen, kann auch nicht stimmen.
    Reduzieren – und zwar letztlich auf Null bis etwa 2040 – 2060 kündigt sich ohnehin an.
    Die Spermienzahl von Männern hat über die letzten Jahrzehnte längst auf ungefähr die Hälfte abgenommen und auch die Fruchtbarkeit der Frauen und das weltweit, sogar in Afrika nimmt die Geburtenrate exponentiell ab.
    Eine Professorin, Prof Shanna Swan of Mount Sinai, New York. hat Jahrzehnte in diesem Bereich geforscht, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass die Mount Sinai Klinik und Forschungseinrichtung zu den besten der Welt gehört.
    Also… keine Sorge…. die Menschheit vergiftet sich auf zahllosen wegen von diesem Planeten hinweg:

    https://www.youtube.com/watch?v=316Qi6H9d1Q

    Besonders gemein – ist dieser Weg einmal eingeschlagen, gibt es keine Umkehr. Auch die ohnehin ständig wachsende Inanspruchnahme der künstlichen Befruchtung kann da nur als Tropfen auf den heißen Stein gesehen werden.
    Übrigens…
    auch 100 Milliarden für die Aufrüstung helfen da nicht.
    Schließlich fällt mir ein… der Wahnwitz der Politik, dieses ständige OHNE RÜCKSICHT AUF VERLUSTE, könnte gerade aus diesem Wissen entstanden sein? Nach uns die Sintflut-Denken?

    • Hartensteiner sagt:

      Wetten? Das will natürlich wieder keine und keiner wissen – zu schlimm, also verdrängen und Wissenschaft zur Verschwörungstheorie erklären. Außer…. bei den Paaren, die gern ein Kind hätten und es wird und wird nicht.

  10. Canadagirl sagt:

    Hab gehört das Russlanddeutsche jetzt in Deutschland fertig gemacht werden. Dabei sind Russlanddeutsche nicht mal Russen sondern richtige deutsche. Nur 16% der Russlanddeutsche hat überhaupt russische Wurzeln.

    • Hallo "Canadagirl",

      "richtige Deutsche'" sind nur solche, die die US-Propaganda verinnerlicht haben, und alles gut finden, was die USA/EU/NATO machen. – Das solltest Du doch bereits wissen.
      Andere, die hier in D. wohnen, werden geduldet, wenn sich nicht gerade ein Grund findet, sie für etwas verantwortlich zu machen, und sie darüber zu bekämpfen. – Das haben wir doch in Sachen "Corona" gelernt.

      Die Rußlanddeutschen kommen aus Rußland, das ist Grund genug.

      Wer jemanden fertigmachen will, braucht keinen Grund am Objekt, er braucht nur einen eigenen oder geschürten Grund.

      In Polen und Tschechien werden russische Studenten ausgeschlossen, weil sie Russen sind.
      Da sehen wir, welche hohe Zivilisation wir hier in der EU haben.

      Gruß
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  11. FizzyIzzy sagt:

    https://dlive.tv/p/coronainvestigative+LcReMtLnR
    Harley Schlanger from 1h15min, very interesting

  12. FreedomRider sagt:

    Um Himmels willen, was war denn die Wiedervereinigung, natürlich der Anfang der Nato-Osterweiterung, oder glaubt jemand irgendeiner hier hätte die DDR vermisst, wusste bis dahin gar nicht dass dieses Konstrukt überhaupt existiert.
    Habs dann aber in Form von Reformen und steuerlichen Mehrbelastungen im Geldbeutel mitgekriegt – nur Nachteile.
    den Rest bis heute kennt ihr ja

    • _Box sagt:

      Dem Defizit kann abgeholfen werden:

      Wir sollten daher bei der Suche nach den Verlierern nicht an der Oberfläche der offiziellen Rahmengeschichte bleiben. Denn die Sieger stehen hier berechtigterweise in dem Ruf, in globalem Maßstab Verlierer zu produzieren. Auf materieller Ebene ist der Kapitalismus schon seiner Funktionslogik nach darauf angelegt, Verlierer geradezu im Überfluss zu produzieren. Wie dies ganz konkret funktioniert, hat die ostdeutsche Bevölkerung nach 1990 in einem von den westdeutschen Eliten veranstalteten Crashkurs lernen können. Zu den verordneten Lerneinheiten gehörte die systematische Zerstörung der ostdeutschen Volkswirtschaft, die Privatisierung ihres Volkseigentums, bei der 80 Prozent des von der Treuhandanstalt verwalteten ehemals ostdeutschen Produktionsvermögens an Westdeutsche und nur sechs Prozent an DDR-Bürger fielen sowie der Verlust von mindestens 2,5 Millionen Jobs.

      Aus Sicht der Sieger haben diese gesellschaftlichen Verwüstungen übrigens rein gar nichts mit der Funktionslogik des Kapitalismus zu tun, sondern sind — wie der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, jüngst feststellte — schlicht eine Konsequenz daraus, „dass die Ostdeutschen das Pech hatten, 40 Jahre auf der falschen Seite der Geschichte gestanden zu haben.“

      Ein erfolgreiches Verbrechen zeichnet sich bekanntlich gerade dadurch aus, dass es dem Täter gelingt, den Opfern die Überzeugung zu vermitteln, dass sie ihr Schicksal verdient hätten.

      Zu den traumatischen Lehreinheiten gehört auch die Erfahrung, dass Korruption nicht einfach zu den Auswüchsen des Kapitalismus zu zählen ist, sondern dass sie Teil seiner natürlichen Funktionsweise ist. — Es waren wahrlich paradiesische Zeiten für westdeutsches Kapital, in denen sich die Funktionslogik des Kapitalismus ungehemmt offenbaren konnte.

      Dennoch müssen wir bei der Suche nach den Verlierern von 1989 noch tiefer unter die Oberfläche dringen, denn es geht um mehr: Es geht um den Verlust an mühsam errungener zivilisatorischer Substanz. Der folgenschwerste Verlust betrifft die zivilisatorische Leitidee von Demokratie — einen der bedeutendsten zivilisatorischen Schutzbalken gegen das rohe Recht des Stärkeren.

      Aus:
      Die verhinderte Demokratie
      Nach der Wiedervereinigung eroberten die Sieger die Deutungshoheit und vereitelten so die historische Chance eines wirklichen Neubeginns.
      von Rainer Mausfeld
      https://www.rubikon.news/artikel/die-verhinderte-demokratie

      Und so kommt Stein auf Stein:

      Georg Kreisler: Kapitalistenlied
      https://www.youtube.com/watch?v=CzxSVgzevzw

    • Schramm sagt:

      _Box sagt: „die systematische Zerstörung der ostdeutschen Volkswirtschaft, die Privatisierung ihres Volkseigentums“

      ►Eine Mehrheit der Ostdeutschen wollte es so!

      Im Berliner Schuldienst konnte ich es so selbst erleben, wie sich ohne persönliche Anstrengung der ostdeutschen Lehrerschaft bspw. an Berufsschulen deren Einkommen von Ende 1990 bis 1994/1995 vervierfacht hatte. Von rund 1000 Mark der DDR auf Netto von rund 4000 DM. Und zugleich ergab sich ein Kampf um einen Beamtenposten für ostdeutsche Lehrer: so auch unter vormaligen Mitgliedern und Kulturschafenden der SED.

      Zudem wurden die vormals Linientreuen der (implodierten) SED durch ostdeutsches Denunziantentum und vorauseilenden Gehorsam gegenüber den Erwartungen der eingesetzten neuen westlichen Administration aus dem Schuldienst entfernt. Ein Gerangel um Anerkennung im neuen bürgerlichen Schulapparat.

      ►Empfehlenswert, das Gespräch von Johannes Supe mit Inge Viett: „Zu stark war das unerreichbare Konsumgeflimmer des Westens. …“ – siehe in »junge Welt«, Nr. 229.

      ►In diesem Zusammenhang sei auch an das Gespräch von Jakob Augstein mit Egon Krenz auf »YouTube« erinnert. Demnach hatte die SED vor ihrer ideologischen Implosion rund 2,4 Millionen Parteimitglieder. Wären davon nur 70 Prozent im marxistischen Sinne klassenbewusst gewesen, eine demokratische und antiimperialistische Republik würde heute noch existieren und eine Osterweiterung der NATO hätte niemals stattgefunden. PS: Die Zerschlagung Jugoslawiens wäre nicht erfolgt und ein Krieg in der Ukraine und die offizielle Androhung eines möglichen Einsatzes von Nuklearwaffen schon gar nicht.

    • _Box sagt:

      Schramm sagt: "Eine Mehrheit der Ostdeutschen wollte es so!"

      Dazu:

      Verfestigt hat sich ein wohl beabsichtigtes Bild, wonach gleich nach dem sogenannten Mauerfall die Massen zu schneller Einheit drängten, verbunden mit dem Wunsch nach bedingungsloser Übernahme der westlichen Ordnung. Derart seien die bedachtsam zögernden Bonner Politiker nur so zur Tempoeinheit getrieben worden. Doch schon zwei Tage nach Maueröffnung gab Kanzler Kohl vor der Bundespressekonferenz die Marschrichtung vor: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Deutschen die Einheit ihrer Nation wollen.“ Obwohl Ende November 1989 die meisten DDR-Bürger die Erfahrung hinter sich hatten, wie es ist, mit Begrüßungsgeld durch westliche Konsumtempel zu schreiten, entschieden sich 86 Prozent für „den Weg eines besseren, reformierten Sozialismus“, nur fünf Prozent wollten einen „kapitalistischen Weg“, neun Prozent einen „anderen Weg“ (1).

      Rückblickend ist es eher erstaunlich, dass die Menschen der Minderheit von Oppositionellen, Theologen und Bürgerrechtlern mit ihren Angeboten einer grundlegenden Erneuerung für eine kurze Zeit die Regie überließen. Als der damalige Vorsitzende der Ost-CDU Lothar de Maizière zehn Tage nach Öffnung der Mauer der Bild am Sonntag ein Interview gab, konnte er sich sicher sein, mit seiner Meinung nicht allein zu stehen:

      „Ich halte Sozialismus für eine der schönsten Visionen des menschlichen Denkens. (…) Wenn Sie glauben, dass die Forderung nach Demokratie zugleich die Forderung nach Abschaffung des Sozialismus beinhaltet, dann müssen Sie zur Kenntnis nehmen, dass wir unterschiedlicher Auffassung sind.“
      (…)
      Auf Seiten der als Revolutionäre Bezeichneten war die Zuversicht, endlich mitgestalten zu können, noch ungebrochen. Dass es wichtig war, den taumelnden Verhältnissen durch neue Gesetze Stabilität zu geben, war klar. Ich saß zu dieser Zeit in zwei Arbeitsgruppen, eine vom Schriftstellerverband, die ein neues Pressegesetz mit innerredaktioneller Mitbestimmung entwarf. Und eine von der ersten unabhängigen Untersuchungskommission der DDR, die sich nach den gewaltsamen Vorkommnissen im Oktober um ein bürgernahes Polizeigesetz kümmerte, wie es auch heute noch ein Fortschritt wäre.

      Im Osten hoffte man noch, so könne Demokratie funktionieren. Wir gingen unverzüglich dazu über, den Augiasstall selbst auszumisten. Und ahnten nicht, dass finanzstarke Kräfte am Werk waren, die den Stall so schnell wie möglich mit allem Unrat kaufen wollten. Weil der Mist den Preis senkt und überdies bestens geeignet ist, ihn uns ein Leben lang vor die Nase zu halten. In seiner „Rede an die Deutschen in der DDR“ warnte der langjährige Ständige Vertreter der Bundesrepublik in der DDR, Günter Gaus:

      „Während sonst Leute, die Geld haben, die Orte von Revolutionen fliehen, kann man hier, etwa im Palasthotel, wo ich wohne, die westlichen Gesichter studieren — die Aufkäufer sind da!“
      (…)
      Gegen Tausende Träger schwarz-rot-goldener Fahnen — wo immer die herkamen — rückte ein großer Trupp Studenten an mit Losungen wie: „Reinigen statt einigen“, „Kommt die DM zu früh, kommt die Vernunft zu spät“. Die meist etwas Älteren mit den Fahnen skandierten daraufhin: „Rote aus der Demo raus!“ Die Jungen wehrten sich mit: „Nazis raus!“ Es kam zu Tumulten. Plötzlich regnete es vom Himmel 100-DM-Scheine. Mit dem umseitigen Aufdruck: Schon eingekauft? Für einen Moment verschlug es beiden Seiten die Sprache. Wird die Demo als Erstes gekauft? Wer bei ARD und ZDF in der ersten Reihe saß, bekam künftig fast nur noch die nationale Flagge zu sehen und Demonstranten, die eine schnelle Einheit forderten, als das nachweislich noch nicht Mehrheitsmeinung war.

      Am heftigsten wurde die DDR in dieser Zeit dadurch destabilisiert, dass täglich etwa 2.000 Menschen durch die offene Mauer das Land verließen. Der sowjetische Botschafter Kwizinskij sprach am 5. Dezember im Bundeskanzleramt vor. Die sowjetische Führung sei besorgt, dass die westlichen Massenmedien die Menschen in der DDR zur illegalen Ausreise aufstacheln.

      Die Bundesregierung kam in dieser den Lebensnerv treffenden Frage dem Modrow-Kabinett keinen Millimeter entgegen. Euphorische Empfänge in den Aufnahmestellen, Begrüßungsgeld und bevorzugte Hilfe bei der Suche nach Wohnung und Arbeit waren garantiert und wurden öffentlichkeitswirksam propagiert. „Wir sind uns darüber im Klaren“, notierte Kohl-Berater Horst Teltschik in sein Tagebuch, dass erst „nach der Wahl Übersiedler so behandelt werden müssen wie Bundesbürger, die ihren Wohnort wechseln“ (2). Kohl frohlockte im In- und Ausland, dass die DDR „die Lage nicht im Griff“ habe. Und auf dem Ku’damm demonstrierten 20.000 Westberliner unter dem Motto: Unheilbares Deutschland.
      Wahlbeeinflussung und endgültiger Bruch mit dem Sozialismus

      Bei seinem ersten großen Wahlkampfauftritt in Erfurt verkündete der führende Historiker unter tosendem Beifall ein achtes Weltwunder. Nach den Hängenden Gärten zu Babylon nun die Blühenden Landschaften in Kohlrabien. Auf der Montagsdemo in Leipzig wurde indessen ein Bürgerrechtler, der vor drohender Arbeitslosigkeit warnte, von Aufhören-Rufen unterbrochen. Eine Sprecherin, die Wuchermieten prophezeite, falls westdeutsche Eigentümer zurückkehren, wurde ausgebuht. Verteilt wurden massenhaft Flugblätter der bundesdeutschen Parteien. Diese haben für den vom Runden Tisch unerwünschten Wahlkampf in der DDR 7,5 Millionen DM ausgegeben, wie erst später bekannt wurde. Der Löwenanteil ging von der CDU an die neue Ostschwester und von der CSU an die rechtskonservative DSU.

      Hatte sich der „Demokratische Aufbruch“ (DA) in seiner Anfangsphase noch gegen die Unterstellung verwahrt, „die DDR in kapitalistische Verhältnisse zurückreformieren zu wollen“, so hat er im Laufe des Herbstes einen Rechtsruck vollzogen und es dem machtbewussten Kohl leicht gemacht, den zwielichtigen Vorsitzenden des DA, Wolfgang Schnur, für die „Allianz für Deutschland“ zu vereinnahmen. Bei dem im kleinsten Kreis von Kohl-Vertrauten in Westberlin gegründeten Wahlbündnis dieser drei ging es wohlgemerkt um Volkskammerwahlen der DDR – kann man sich mehr Wahlbeeinflussung vorstellen? Doch, kann man. Und daran zu erinnern ist nicht der Schnee von gestern, sondern betrifft das bis heute im Osten anhaltende Dilemma.

      Aus:
      Die gekaufte Revolution
      Aus Ruinen der DDR hätte etwas ganz Neues auferstehen können — stattdessen siegte das alte BRD-System auf ganzer Linie. Exklusivabdruck aus „Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute“.
      von Daniela Dahn
      https://www.rubikon.news/artikel/die-gekaufte-revolution-2

    • Schramm sagt:

      _Box, die Fakten sind entscheidend: ein Blick auf das Ergebnis der Volkskammerwahl vom 18. März 1990 genügt.

      ►Die Mehrheit wollte einen kapitalistischen Konsumtempel haben und keinen „reformierten Sozialismus“. Mag sein, dass sich viele brave Bürger eine Symbiose von Kapitalismus und Sozialismus vorstellten, aber idealistisches Wunschdenken ist kein Abbild und bestimmt auch nicht die Wirklichkeit – die vom subjektiven Wunsch unabhängige Realität der gesellschaftlichen Entwicklung.

      _Box, so werfe doch nur einen ungetrübten Blick auf die vom Westen und seinen Medien gefeierte (sogenannte) Bürgerbewegung der DDR in den Jahren vor 1989/1990. _Box, schau dir hierzu nochmals in Ruhe das Wahlergebnis für die idealistischen Knospen der von wenigen Bürgern bewegten Bündnisse vom 18. März 1990 an. In allen westlichen privaten und öffentlich-rechtlichen GEZ-Medien wurden sie unablässig gefeiert, um so größer deren Erschütterung über ihre desaströse Niederlage. Unbeabsichtigt dienten sie letztlich nur der westlichen imperialen massenpsychologischen Strategie für die Beseitigung der antikapitalistischen Gesellschaftsordnung in Mittel- und Osteuropa, weltweit.

      ►Von dieser tiefenpsychologischen Kriegsführung zum Ende des 20. Jahrhunderts und in der aktuellen Gegenwart, davon konnten die Kapitalfaschisten der NSDAP von vor 1945 nur träumen. Sie haben in allen kapitalistischen Wirtschaftsmetropolen daraus gelernt und müssen heute nicht mehr als Kapital und Monopolverband offensiv in den Medien und der Politik auftreten. Sie können es heute auch ihrer olivbraun-grünen und liberal-sozialdemokratischen Bundesregierung in Deutschland überlassen, ihre wirtschaftspolitischen und gesellschaftspolitischen Ziele umzusetzen und realisieren.

      Empfehlung:

      ▪ Rainer Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer? »Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören.« Westend Verlag 2018/2019.

      ▪ Akademie der Wissenschaften der DDR: Studien zum politischen System des Imperialismus.
      Das politische System der BRD. Geschichte und Gegenwart. Staatsverlag der DDR, Berlin 1985

      05.03.2022, R.S.

    • _Box sagt:

      Schramm, die Fakten sind entscheidend. Sensationelle Feststellung. Behauptet wer das Gegenteil? Fakten fallen nicht vom Himmel sie werden geschaffen. Früher war dieses Fakt, heute etwas Anderes. Es ging um Manipulation und Korruption.
      Ebenfalls dürfte ihnen aufgefallen sein und wenn nicht, weise ich darauf hin, daß ich häufiger aus den Werken von Herrn Mausfeld zitiere.

    • hog1951 sagt:

      Ich grätsche hier einfach mal so rein, Schrammn, ohne mit Fakten zu glänzen, aber mit einer Portion Verschwörungstheorie.
      Der Manager Detlev Rohwedder, uebernahm die Treuhand und versuchte seinerzeit die eh. DDR Betriebe umzugestalten, aber auch sie zu erhalten. Das war nicht im Sinne des Kapitals, das nach Jahren der „Entbehrungen“ nun all das nachholen wollte, was seit ‚45 auf der Strecke blieb, weil Systemkonkurrenz war der bestimmende Faktor westl. Politik.
      Da passte es ins Konzept, dass es noch die RAF (sog. 3. Generation) gab, der man einen Anschlag/Mord auf einen Repräsentanten des westl. Kapitals anhängen konnte.
      Als Nachfolgerin war bekanntlich die B. Breuel eingesetzt worden, die nun richtig privatisieren konnte, ohne Ruecksicht zu nehmen auf das genossenschaftliche Eigentum der eh. DDR Buerger.
      Ja, noch ein letzter Satz: Der Mord wurde nie aufgeklärt, Täter unbekannt.

      mfG

  13. Alex C sagt:

    Der arme Putin tut mir auch ganz doll leid.
    Erst steckt Putin Milliarden in die Ukraine und in die Bewaffnung der Separatisten und hat trotzdem noch keine Kontrolle über die Ukraine.
    Und jetzt ist noch die ganze Welt(nicht nur die Nato) bis auf 4 Staaten gegen ihn weil er jetzt mit aller Gewalt sein Spielzeug haben will.
    Der arme Putin, der kann einem echt leid tun.

    Achja die Nazi Partei Svoboda in der Ukraine hat in der letzten Parlamentswahl 2019 weniger als 2% der Stimmen bekommen. Soviel zu den Faschisten…
    Dass Stepan Bandera noch so beliebt ist könnte vielleicht daran liegen dass er 1941 die unabhängige Ukraine ausgerufen hat. Dazu muss man wissen dass vorher Russen und Polen die Ukraine beherrscht haben und versuchten eine ukrainische Identität zu verhindern. Dass Bandera dann mit den Deutschen gegen die Russen gezogen ist lag eher daran dass er Feind der Russen und nicht Freund der Nazis war. Die Russen waren die jahrelangen Unterdrücker der Ukrainer

    • GTMT sagt:

      @Alex C.

      Ich dachte erst, Sie sind nur jung & ungebildet, praktisch ein Opfer der dt. Bildungsmisere.
      Hier zeigen Se sehr schön, dass Sie tatsächlich ihre Nazigesinnung ausleben. Wer Bandera zum "Helden" erklärt, gehört mindestens in die geschlossene Anstalt. Ihnen ist nicht mehr zu helfen.

    • Alex C sagt:

      Ich bin links orientiert und sicher nicht jung.
      Aber man muss bei der Wahrheit bleiben. Auch wenn Ihnen die Fakten nicht ins Weltbild passen

    • GTMT sagt:

      @Alex C.
      Dann sind Sie ein linker Nazi?!
      Die Fakten sind, dass Bandera schon 1934 als Mörder gerichtlich verurteilt wurde. Später dann tausende Juden, POlen & Russen hat ermorden lassen & gemeinsam mit den dt. Nazis die Division Galizien hatte, astreine Faschisten.

      Auch wenn Ihnen die Wahrheit nicht gefällt – Sie machen sich mit Nazis gemein & die sind noch nie von alleine verschwunden.

    • Andreas I. sagt:

      @ Alex C
      "Ich bin links orientiert"

      Dann ist das halt Ihre Selbstwahrnehmung.
      In meiner Wahrnehmung unterstützen Sie die allergrößten Ausbeuter (die dreistelligen Multimilliardäre mit Sitz in USA, so wie Sie hier schreiben wollen Sie, dass die russische Bevölkerung sich von diesen US-Oligarchen aussaugen lässt) und damit sind Sie in meinem Koordinatensystem rechts, denn Solidarisierung mit Ausbeutern ist typisch rechts.

    • Alex C sagt:

      Anscheinend lest ihr nicht richtig.
      Ich habe nirgends geschrieben dass ich Bandera Fan bin.
      Ich habe nur die Gründe erklärt warum der Bandera in der Ukraine so beliebt ist. Und das liegt daran dass er für eine unabhängige Ukraine gekämpft hat gegen Polen und Russland. Polen und Russland waren die Unterdrücker der Ukraine zu der Zeit.

      1934 wurde er wegen Beteiligung der Ermordung des polnischen Innenministers von den Polen lebenslang eingesperrt.
      Ob er tatsächlich beteiligt war würde ich anzweifeln. Man wollte ihn einfach weg haben da er für eine unabhängige Ukraine gekämpft hat.
      Als die Milizen, die von Bandera gegründet wurden, den Mord an Juden und Russen begangen haben ging die Ermordung von 4000 ukrainischen Häftlingen seitens der Russen vorraus. Das war quasi die Rache der Milizen.
      Bandera wurde 1941 von den Nazis verhaftet und nach Sachsenhausen gebracht weil den Nazis eine unabhängige Ukraine auch nicht gefallen hat.
      Die Russen haben auch nach dem zweiten Weltkrieg Jagd auf ihn gemacht um zu verhindern dass er keine unabhängige Ukraine erschafft.

      Wie man sieht ..nicht so einfach das ganze. Aber es erklärt warum dieser Mensch in der Ukraine noch bis heute beliebt ist und Straßennamen und Denkmäler vorhanden sind. Das liegt nicht daran dass alle Ukrainer Nazis sind sondern weil dieser Mann für die Unabhängigkeit der Ukraine gekämpft hat. Die Ukrainer sind schon seit Jahrhunderten Opfer der Nachbarn und es hört bis heute nicht auf.

      Putin meint, Russland habe unter der Regierung Lenins die heutige Ukraine geschaffen, sie unter Stalin reorganisiert und beherrscht, unter Chruschtschow (mit der Krim) beschenkt und schließlich unter Gorbatschow und Jelzin notgedrungen in Unabhängigkeit entlassen. Wenn nach Putins Darstellung die Ukraine nur von Russlands Gnaden existiert, mag es in der Binnenlogik dieser Argumentation nur folgerichtig sein, dass Russland nun auch über die Sezession einzelner Teile bestimmen darf. Mit dem Prinzip der souveränen Gleichheit aller Staaten ist das aber nicht vereinbar.
      Mehr dazu unter: https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/putin-ukraine-krise-voelkerrecht-historisch-anspruch-sowjetrepublik/

    • Hallo "Alex C",

      schon wieder fällt auf, daß Sie anderen etwas vorwerfen, was Sie selbst nicht halten:
      die ganze Welt sei also gegen den russischen Präsidenten, außer 4 Staaten.
      Aha, also soweit ich informiert bin, sind vor allem die USA und ihre "Partner" kräftig mit Sanktionen dabei.

      Welche Staaten bisher keine Sanktionen gegen Rußland verhängt haben, sind:
      – die ganzen afrikanischen Staaten,
      – die ganzen südamerikanischen,
      – die ganzen mittelamerikanischen Staaten,
      – die meisten asiatischen Staaten, außer Japan, Taiwan und Südkorea,
      – die ganzen arabischen Staaten / Naher Osten,
      – einige andere Staaten, z.B. Moldau, Kasachstan.

      Ich nehme an, das sind die "4" Staaten von denen Sie sprachen, oder?

      Zudem könnte es sein, daß jetzt auch nicht alle NATO-, EU- und G7-Staaten gegen den russischen Präsidenten / Rußland sind, sondern sie "mitspielen", weil es von ihnen verlangt wird. –
      Z.B. haben die USA dieser Tage von sich gegeben, daß alle, die jetzt nicht mit ihnen gegen Rußland sind, automatisch für Rußland sind.
      Komisch, komisch, nicht: hier sehen wir wieder, was die USA unter "Freiheit" verstehen.

      Sie haben es mit den Nazis in der Ukraine. – Keiner hat bisher – glaube – behauptet, daß eine kleine oder große Mehrheit in der Ukraine Nazis seien.
      Daß diese beiden Wahlen nur 2% erhalten habe, ändert nichts an der Sachlage, daß Nazis, und vor allem gewaltanwendende Nazis, in der Ukraine nicht nur "hoffähig" sind, sondern auch wesentlichen Anteil am dortigen Krieg haben.

      Die Sowjetunion hätte Bandera verfolgt, weil sie Angst hatte, er würde einen ukrainischen Staat schaffen?
      Vielleicht hat sie ihn auch verfolgt, weil er ein Nazikollaborateur und Massenmörder war?

      Gruß
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    • Alex C sagt:

      141 der UNO-Mitgliedstaaten fordern von Russland einen „sofortigen Waffenstillstand“ sowie den „sofortigen, bedingungslosen und vollständigen Rückzug“ der russischen Streitkräfte aus der Ukraine.

      https://taz.de/UN-Generalversammlung-verurteilt-Krieg/!5839174/

      Die Behauptung dass "Nazis in der Ukraine nicht nur "hoffähig" sind, sondern auch wesentlichen Anteil am dortigen Krieg haben" halte ich für Quatsch.
      Fakt ist: Wenn die Russen dort die Separatisten nicht militarisiert hätten dann hätten die Ukraine diese Probleme schon lange selber geregelt. Stattdessen schwelt dort ein Krieg seit 2014.
      Ich denke Rot ist Russland schon lange nicht mehr und die Ideale, mit denen viele linksgerichtete Menschen die Nation Russland verbinden, sind längst Geschichte. Um so entäuschender auch für mich. Die Nazikeule wird hier einfach als Rechtfertigung genutzt und ist kein Ideal von Putin. Das ist moderner Kolonialismus.
      Dieser Krieg ist so zum Kotzen

    • Hallo "Alex C",

      sind 141 Staaten "die ganze Welt… bis auf 4 Staaten"?
      Etwas von einem Staat zu fordern, ist etwas anderes, als auch gegen diesen zu sein.

      Ihre Weigerung, Nazis in der Ukraine als wesentliches Problem zu sehen, ist schon sehr auffällig. – Manche Foristen haben daraus ja schon ihre Schlüsse gezogen.
      Ob oben im Text, ob Bilder von deutschen Politikern mit ukrainischen Nazis mit SS-Runen auf den Helmen, ob der Schandtaten in der Ukraine nach dem Putsch gegen die Regierung in 2014…., Sie bleiben hartnäckig dabei: das ist eigenartig und sehr auffällig.
      Hier könnten Sie das nochmals in einer weiteren Version hören, z.B. werden hier einige dieser paramilitärischen Nazigruppen benannt:
      https://apolut.net/nato-gespraechsrunde-26-02-2022-ukraine-konflikt-krieg-in-europa/

      Zitat:
      "Die Behauptung dass "Nazis in der Ukraine nicht nur "hoffähig" sind, sondern auch wesentlichen Anteil am dortigen Krieg haben" halte ich für Quatsch.
      Fakt ist: Wenn die Russen dort die Separatisten nicht militarisiert hätten dann hätten die Ukraine diese Probleme schon lange selber geregelt. Stattdessen schwelt dort ein Krieg seit 2014."

      Mir scheint nicht, daß das Fakt ist: denn Sie ziehen scheinbar den Schluß, daß die Reihenfolge so ist:
      Rußland militarisiert die Separatisten –> die Ukraine kommt damit nicht klar –> es entstehen gewaltanwendende Nazigruppen.
      Wenn das so sein sollte, dann haben sie gewaltige Kenntnislücken ukrainischer Geschichte: o.g. Video zeigt das u.a. auf:
      diese gewaltbereiten Nazisoldatengruppen in der Ukraine gibt es schon lange.

      Auch haben Sie offensichtlich ein Problem mit dem westlichen Imperialismus.
      Sie werfen Rußland in der Ukraine Kolonialismus vor, sind jedoch blind für den Westimperialismus dort.
      Hätte "der Westen" die ukrainische Regierung in 2019 nicht weggeputscht = US-Imperialismus, hätte es die Separierung im Osten und auf der Krim gar nicht gegeben.
      Sie machen es so, wie die Politiker im "Westen" seit 2014: der Putsch wird komplett ausgeblendet oder als "Volkaufstand" deklariert, und dann wird erzählt, die "ukrainische Geschichte" 2014 hätte mit der Separierung und der "Krim" begonnen.
      Das ist Geschichtsglitterung a la "westliche Wertegmeinschaft".

      "Rot" war Rußland doch wohl nur bis zum Ende der Sowjetunion.
      Ich betrachte die europäische Geschichte der letzten 30 Jahre, und sehe den imperialen Westen, der sich einen Sch… um Freiheit, "Selbstbestimmung der Völker", Völkerrecht usw. schert (siehe z.B. die Angriffskriege der USA auf den Irak, Syrien etc.), sondern mit dem "Recht des Stärkeren" Politik macht, und Rußland – gemäß des US-Imperialismus "die USA in Europa drinnen-, die Russen draußen- und Deutschland untenzuhalten" – immer weiter zurückdrängt, und alle Verhandlungsangebote des russischen Präsidenten seit 20 Jahren zurückweist (oder geschlossene Abkommen nicht einhält). – Vor diesem Hintergrund ist das Verhalten Rußlands völlig zu verstehen, denn Rußland ist es, der die "europäische Friedensordnung" in den letzten Jahren bewahrt hat: statt sich gegen den US-/EU-/NATO-Imperialismus zu wehren, hat es immer wieder zurückgesteckt:
      die EU schwafelt von der "europäischen Friedensordnung", und hat sie spätestens 2014 ihrem Imperialismus geopfert.

      Gruß
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    • Hier sind Satzfehler:
      der Satz
      "Auch haben Sie offensichtlich ein Problem mit dem westlichen Imperialismus." muß heißen:
      "Auch haben Sie offensichtlich kein Problem mit dem westlichen Imperialismus."

      Und: der Putsch gegen die ukrainische Regierung war natürlich 2014.

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  14. Roman sagt:

    Ja ja, in der Ukraine gäbe es ja angeblich keine Nazis…

    1. In Kiew wurde bereits die Hauptverkehrsstraße in Spepan Bandera Straße umbenannt. Stepan Bandera war ein Kriegsverbrecher, der an der Seite der Wehrmacht an der tausendfachen Ermordung von Polen, Juden und anderen Minderheiten mitgewirkt hat.
    2. Auch wurde in Kiew der Lenin-Platz kürzlich umbenannt in Platz des Roman Schuchewitsch, welcher ebenfalls ein ukrainischer Nazi-Kollaborateur war, der mit der Wehrmacht während Operation Nachtigall massenweise Kriegsverbrechen beging.
    3. Selbst von höchster Ebene, vom Kiewer Parlament wurde bereits im Sommer 2014 – man mag es kaum glauben – Stepan Bandera posthum zum Nationalhelden(!) erklärt, ein Nazi-Kriegsverbrecher. Wie würdest du über die politische Landschaft in Deutschland denken, wenn der Bundestag mit überwiegender Mehrheit Alois Brunner oder Karl Dönitz posthum zum Nationalhelden erklärt? Oder wenn ganze Plätze oder Straßennamen wie "unter den Linden" jetzt nach Nazis umbenannt werden? So etwas ist unvorstellbar! In der Ukraine kein Problem. Die Presse schweigt darüber.
    4. der 14. Oktober, ein nationaler Feiertag in der Ukraine ist der Gründung der ukr. Widerstandsarmee unter Leitung des Kriegsverbrechers Roman Schuchewitsch gewidmet.
    5. Gegen ganz offene Nazisymbolik wie SS Runen und Hakenkreuze beim Asow-Batallion und anderen Verbänden, welche dem Innenministerium unterstellt sind, wird rein gar nichts unternommen.
    6. In der Ukraine wurden solchen Kriegsverbrechern und Nazi-Kollaborateueren schon viele Denkmäler errichtet. Beispiel: Das Denkmal für Roman Schuchewitsch in Lviv.

    Und selbst das sind nur wenige Beispiele von vielen.
    Dass dieses von der ukrainischen Politik offen ausgelebte ultranationalistische, braune Gedankengut
    von unserer Presse totgeschwiegen oder als nicht-existent abgestempelt wird verwundert kaum. Denn sonst müsste man ja erkennen, dass die Position Russlands durchaus begründet ist. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Der Klassenfeind hat nun mal unrecht, selbst wenn er sagt, dass 2+2=4 sind, dann hat er eben trotzdem unrecht.

    • Alex C sagt:

      Du hast nicht verstanden wer Stepan Bandera war und was er gemacht hat.
      Dass Stepan Bandera noch so beliebt ist wird daran liegen dass er 1941 die unabhängige Ukraine ausgerufen hat. Dazu muss man wissen dass vorher Russen und Polen die Ukraine beherrscht haben und versuchten eine ukrainische Identität zu verhindern. Dass Bandera dann mit den Deutschen gegen die Russen gezogen ist lag eher daran dass er Feind der Russen und nicht Freund der Nazis war. Die Russen waren die jahrelangen Unterdrücker der Ukrainer

    • hog1951 sagt:

      Moin, Roman, dieser Forist, der sich Alex nennt treibt hier als Troll sein Unwesen, schon seit geraumer Zeit. Bitte nicht einschuechtern lassen!

    • Alex C sagt:

      hog du bist der Troll
      Alles was ich schreibe kannst du gerne recherchieren. Nichts daran ist falsch.
      Ich habe dich mehrfach gebeten meine Aussagen zu widerlegen aber bis auf deine Meinung kam nichts.

    • Roman sagt:

      @Alex: Was ein Wahnsinns-Argument. Auch Hitler hat sich für Deutschland eingesetzt und hat den Deutschen wieder Hoffnung auf ein besseres Leben gemacht. Hat die Industrie angekurbelt, Arbeitslosigkeit bekämpft und Deutschland wieder in der Welt – jedenfalls bis 1939 – Achtung und Ansehen beschert. Auch Deutschland wurde bevor Hitler an die Macht kam, von Furcht und Hoffnungslosigkeit beherrscht. Angst vor dem Heute und Angst vor dem Morgen. Hitler kam und sagte: Ihr seid Deutsche – und ihr müsst stolz drauf sein!
      Und jetzt?

    • Alex C sagt:

      Quatsch, Hitler hat ein Angriffskrieg geführt. Deutschland wurde nicht unterdrückt.
      Der Bandera hat gegen die Unterdrücker der Ukraine gekämpft. Deshalb ist er so beliebt und nicht weil in der Ukraine alle Nazis sind. Mehr dazu habe ich auch unter einem anderem Kommentar geschrieben.

    • Hallo "Alex C",

      Roman hatte nichts davon geschrieben, daß Deutschland unterdrückt worden wäre.
      Das müssen Sie nochmals nachlesen.

      Gruß
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    • Alex C sagt:

      Darum geht es doch nicht was er geschrieben hat sondern darum wer Bandera war und warum Bandera so beliebt ist. Ein Vergleich mit Hitler ist da fehl am Platz weil Hitler kein Freiheitskämpfer war sondern aus freien Stücken einen Angriffskrieg gestartet hat. Putin hat das jetzt auch gemacht aber egal oder?

      Dass Stepan Bandera gegen die Russen und Polen kämpfte mit den Deutschen liegt auf der Hand.
      Polen und Russland waren Besatzer der Ukraine. Der Stepan Bandera war ein Freiheitskämpfer für die Ukraine.
      Er verfolgte eigene Ziele und zwar die unabhängige Ukraine. Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

      Die Massaker von Babijn jar und den Mord von 100.000 polnischen Zivilisten 1943 und 1944 fanden in der Zeit statt als Stepan Bandera in Sachsenhausen von den Nazis eingesperrt war.

      Da die Milizen von Bandera da mitgemacht haben kann man denen eine Teilschuld geben.
      Aber Sie vergessen evtl. dass die Russen vorher 4000 ukrainische Häftlinge getötet haben und die Ukraine unterworfen haben.

      Ich vermute wenn Russland und Polen damals eine unabhängige Ukraine zugelassen hätten dann hätte die Ukraine zu 100% an der Seite der Russen gekämpft …auch Bandera.

      Wer sind denn die Badera Anhänger und was wollen diese Leute? Diese Leute wollen eine unabhängige Ukraine und sicher gibt es auch noch viel Hass gegenüber den Russen da eben diese Russen die Ukraine Jahrzehnte evtl kann man auch sagen Jahrhunderte lang unterdrückt haben und deren Besatzer waren.
      Leider benutzt die ukrainische rechte Partei Svoboda heutzutage auch den Namen Bandera um Anhänger zu finden.
      Aus diesem Grund kann man aber nicht den Bandera und dessen Fans pauschal als Nazis bzw Faschisten bezeichnen.

  15. _Box sagt:

    Wer sich mit der Mythologie der Blutsäufer befasst, weiß daß sie keine Reflektion in einem Spiegel oder einem Objekt gleichen Zwecks hervorrufen. Da erscheint es nur logisch, wenn die Verantwortlichen aus Deutschland in die Ukraine blickend, keine Faschisten sehen.

    Anbei:

    Bästleins Fazit zum DDR-Prozess: «Diese Zusammenhänge wurden in Deutschland erstmals im Globke-Urteil umfassend dokumentiert. Das Oberste Gericht nahm dabei durchweg richtige historische Einordnungen vor, und diese übertrafen das damals herrschende Niveau bei weitem. … Die juristischen Ableitungen und Einordnungen der von Globke entworfenen NS-Normativakte waren fehlerfrei; die deutsche Geschichtswissenschaft erreichte diese Niveau erst mehr als 40 Jahre später.»
    Ohne die Vorarbeit des Juristen Globke wäre der Holocaust nicht möglich gewesen. Er schuf die juristischen Voraussetzungen für den Massenmord. «Globke gehört zu den Haupttätern in diesem Bereich.» Seine Verurteilung zu lebenslanger Haft war nach nationalem und internationalem Völkerrecht korrekt.
    Schlimmer konnte es nicht kommen, zwischen dem CDU-Staat und dem Antifaschismus. Im ND hieß es in einem Kommentar: Adenauers rechte Hand ist rechtskräftig ein Zuchthäusler. Bästlein sieht darin Propaganda, aber der Satz beschreibt eine Tatsache. Dieses Skandalon lag nicht beim ND. Auch wenn es insgesamt mit Begriffen wie «Weltgericht» oder «Fortsetzung des Eichmann-Prozesses» die eigene Wahrnehmung in der Welt stark überhöhte und damit Glaubwürdigkeit verlor.

    Adenauer war jedoch durch nichts zu bewegen, auf diesen Mann im Kanzleramt zu verzichten. Globke war «der zweite Mann im Staat». Er bereitete jede Regierungsentscheidung vor, hatte die Justiz fest im Auge, legte die Prioritäten fest. Das erste Gesetz, das im Bundestag verabschiedet wurde, war 1950 das Amnestie-Gesetz für NS-Täter! Über Globkes Schreibtisch gingen alle wichtigen Personalfragen. Er bestimmte den Umgang mit dem umstrittenen Art. 131 GG, der den Weg frei machte zur Weiterbeschäftigung der NS-Eliten. Und stand etwa die Frage im Raum, wer Präsident des Bundesgerichtshof werden sollte, so hatte ein jüdischer Liberaler keine Chance gegen ein Mitglied des einstigen Reichsgerichtes. Globke ebnete der Organisation gehlen den Weg und Ließ über sie die Opposition geheimdienstlich überwachen (auch SPD-Politiker wie Heinemann, Posser, Brandt, Wehner).
    Die öffentliche Kritik an diesen Zuständen hielt sich in der Bundesrepublik im Kalten Krieg in Grenzen. Außer der jüdischen Journalistin Inge Deutschkron hat eigentlich niemand gegen den Altnazi protestiert, sagten die Historiker bei jener Buchvorstellung. Stattdessen habe Globke bei der Renazifizierung ganze Arbeit geleistet: Zwei Drittel der 9000 westdeutschen Richter und Staatsanwälte hatten schon unter Hitler gedient. Im Bundesjustizministerium, etwa in der Abteilung Strafrecht, waren 77 Prozent der leitenden Beamten einstige NSDAP-Mitglieder. Im Bundeskriminalamt war es nicht besser: Ende der 1950er Jahre kamen im höheren Dienst zwei Drittel aus der SS. Beim BND hatte die Hälfte der Mitglieder eine NS-Vergangenheit.
    Auch die DDR wollte oder konnte nicht völlig auf ehemalige NSDAP-Mitglieder verzichten. Aber ihre Personalpolitik zeigte doch, das man nicht in solch perversem Ausmaß auf das Nazi-Erbe von acht Millionen NSDAP-Mitgliedern angewiesen war. Im Bereich Innere Sicherheit, also in der Staatssicherheit, der Volkspolizei und der höchsten Leitungsebene des Innenministeriums, arbeiteten bis 1970 zehnmal weniger einstige Parteigenossen (Pgs), nämlich 7 Prozent. Auf der mittleren Ebene des Innenministeriums sollen es 20 Prozent gewesen sein; auch die Armee setzte auf Sachkenntnis. Doch wirklich Schwerbelastete kamen nirgends in Verantwortung. Die Wiederverwendung beschränkte sich, bis auf wenige Ausnahmen aus der mittleren Ebene, auf niedere Chargen und nominelle NSDAP-Mitglieder, deren Werdegang überprüft wurde, was im Einzelfall Jahre dauern konnte.
    Im Westen dagegen gehörten schwer Belastete aus der NS-Funktionselite sehr bald wieder zur neu-alten Elite im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft. Als Kanzleramtschef Globke, der in der Bundesrepublik als unbelastet entnazifiziert worden war, im Oktober 1963 zusammen mit Adenauer zurücktrat, hatte er das Werk der personalen Renazifizierung der Bundesrepublik abgeschlossen. Es habe in der BRD bestenfalls «Streicheleinheiten für Mördernazis» gegeben, so im selben Jahr der Philosoph Ernst Bloch. Von Globkes Erbe hat sich die Bundesrepublik bis heute nicht erholt.
    ( Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung, S. 107-109)

    Wenn man auf Frankreich schaut wird es aber angesichts deren Funktionseliten nicht besser. Der Präsident (Jupiter) der Franzosen, hat neben zahlreichen klassenrassistischen Äußerungen auch seine Bewunderung für Pétain bekundet.

  16. Karin sagt:

    "Mit ihrer Entscheidung, tödliche Waffen zu liefern, hat sich die EU endgültig auf die Seite des Kiewer Regimes gestellt, das eine Politik des Völkermords an einem Teil der Bevölkerung betreibt.
    Russland wird seine nationalen Interessen auch weiterhin ohne Rücksicht auf Sanktionen und Drohungen des Westens verfolgen.
    EU-Bürger und -Strukturen, die an der Lieferung tödlicher Waffen an die AFU beteiligt sind, werden für die Folgen solcher Handlungen im Rahmen einer speziellen Militäroperation zur Verantwortung gezogen – Russisches Außenministerium."
    (übersetzt aus Владимир Путин – Президент Российской Федерации. Ссылка: @ptn_tg;
    Nachricht vom 28.02.22 20:03)

    Deutschland hat doch formal keinen Friedensvertrag? Oder? Wie soll Russland die deutschen Waffenlieferungen werten? Als Bruch der bestehenden Waffenruhe-Ähnlichen Situation?

    • Karin sagt:

      Korrektur: verschrieben statt AFU
      Ukrainische Streitkräfte = ВСУ= Вооружённые силы Украины

    • Hallo "Karin",

      das hatte ich auch schon mal irgendwo gelesen, vielleicht auf RT.

      Was ich an dieser Äußerung komisch finde, ist, daß Rußland das jetzt so sagt.
      Es war die ganze Zeit klar, daß die EU mit den USA am Ast des "Friedenshauses Europa" sägt, und die Ukraine dafür mißbraucht, Rußland zu provozieren. – Und natürlich ist man dabei mit dem Regime in Kiew: als nützliche Idioten werden sie ge- und mißbraucht, und man wird sie im Stich lassen (bzw. unterstützen "bis zum letzten Ukrainer"), da man – zumindest derzeit noch – keinen Krieg mit Rußland riskieren will.

      Hatte Rußland bis zuletzt gehofft, daß dem nicht so sei?

      Gruß
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    • Ergänzen möchte ich noch:
      die "westliche Terrorgemeinschaft" führt ja schon seit Jahren Krieg gegen Rußland: politisch und wirtschaftlich, und provoziert militärisch, nur scheut man derzeit noch die militärische Auseinandersetzung (was seine Grund in den russischen Atomwaffen haben könnte).

      Gruß
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  17. Schramm sagt:

    „Derweil sind … fast alle Deutschen, vor allem auch Linke, über Nacht zu Russen-Hassern geworden. … In Berlin gibt es jetzt große Friedensdemonstrationen gegen Russland, so groß, wie die Stadt sie in den Zig US- und NATO-Angriffskriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien nicht gesehen hat.“

    ►Nur zur Erinnerung: nahezu 9. Millionen waren vor 1945 freiwillig in der NSDAP organisiert. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung waren vor 1945 freiwillig in faschistischen Massenorganisationen organisiert. Entgegen der ideologischen und politischen Propaganda in Westdeutschland (BRD) und Ostdeutschland (DDR) wurde im Massenbewusstsein, – vor und nach der jeweiligen Staatsgründung 1949 –, die modifiziert kapital-faschistische, nationalistische und imperialistische Gesinnung im Massenbewusstsein nicht überwunden. Die gesellschaftspolitische Erfolglosigkeit der Bemühungen der Antifaschisten in der KPD und SPD (Ost) wie in deren gemeinsamen SED spiegelte sich nicht nur in der staatlichen Implosion der DDR und der widerstandslosen Selbstauflösung aller staatlichen Institutionen und gesellschaftspolitischen Massenorganisationen. Das Ergebnis der Volkskammerwahl vom 18. März 1990 steht für die historische Niederlage einer antifaschistischen und antiimperialistischen Demokratie.

    Die führenden Wirtschaftsvertreter und weltanschaulichen Freunde wie vormaligen Mitglieder der NSDAP waren nach ihrer zeitweiligen Niederlage 1945 lernfähig: Auf einer internen Beratung führender Vertreter der Wirtschaftsmonopole und der westdeutschen Regierung, die am 21. November 1957, also unmittelbar nach den Bundestagswahlen, bei dem Bankier Pferdemenges stattfand, erklärte der Bankier Hermann Josef Abs: „… es werde auf die Dauer unmöglich sein, das privatwirtschaftliche System der Bundesrepublik nahe dem Eisernen Vorhang aufrechtzuerhalten, falls es nicht gelinge, einige Millionen Westdeutsche als Kleinaktionäre mit diesem System enger zu verbinden.“ – Vgl.: Der Spiegel, 18. Februar 1959, S. 18.

    Inge Viett in einem Interview der »jungen Welt«: „Selbst auf den Parteischulen war das theoretische Niveau der Lehrmaterialien unglaublich niedrig. Dabei hatte die DDR doch hochkompetente marxistische Historiker, Politikwissenschaftler und Philosophen. Die Gegenpropaganda der DDR zur westdeutschen Propaganda war dieser überhaupt nicht gewachsen. Zu stark war das unerreichbare Konsumgeflimmer des Westens. Was war schon der Trabi gegenüber dem Audi, Mallorca gegen Usedom? …“ –

    „Die Betriebskampfgruppen konnten doch nicht gegen die davonrennende Bevölkerung in Stellung gebracht werden, sie waren ein Teil davon und fielen auseinander. Niemand wollte einen Bürgerkrieg gegen die »Schwestern und Brüder« im kapitalistischen Deutschland. So haben sich die Betriebskampfgruppen mit ihrem Auftrag, die Betriebe zu verteidigen, letztlich 40 Jahre lang als schöne sozialistische Folklore erwiesen. …“ Siehe: Gespräch mit Inge Viett, über ihr Exil in der DDR und die gesellschaftliche Realität nach dem Verschwinden der sozialistischen Alternative in Deutschland. In: Die Tageszeitung: junge Welt, 2./3./4. Oktober 2015, Nr. 229.

  18. wasserader sagt:

    Der Umgang der gleichen Politik mit Rechts in der Ukraine und Rechts in Deutschland ist ein gutes Beispiel, wie wenig Inhalte/Werte und wie sehr handhabbare Feindbilder zur Durchsetzung konzerngesteuerter globalistischer Interessen die veröffentlichte Meinung und Politik bestimmen .
    Wenn eine freie und selbstbestimmte Gesellschaft ein Ziel ist,
    ist die Frage der Manipulierbarkeit der Massen und ihre Verhinderung eine erste entscheidende Fragestellung .

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