Homo demens | Von Tom-Oliver Regenauer

Ein Standpunkt von Tom-Oliver Regenauer.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Digitalisierung und Propaganda haben bei den meisten einen Zustand passiver Dumpfheit erzeugt, der sie außerstande setzt, selbstständige Entscheidungen zu treffen.

Ein Kanzler, der unter partieller Amnesie leidet. Ein Wirtschaftsminister, der sich verhaspelt. Ein schlafkranker Gesundheitsminister, der sich andauernd selbst widerspricht … Ist diese Politikerriege nur Vorbotin eines allgemein feststellbaren Trends zur Vertrottelung? Oder hat der Wahnsinn System? Bei Annalena Baerbock jedenfalls weiß man nicht so genau, ob ihr ihre die Bürger verachtende Äußerung („Egal, was meine deutschen Wähler denken“) nur so herausgerutscht ist oder ob es ein gezielter Affront war. Die politischen Ereignisse der letzten Zeit lassen uns alle zunehmend an unserer Weltwahrnehmung zweifeln. Ist es Wirklichkeit, ist es ein böser Traum oder ein dystopischer Film? Bin ich verrückt geworden oder der einzige Gesunde in einem riesengroßen Tollhaus? Das Erzeugen von Verwirrung könnte tatsächlich Methode haben. Die meisten Wähler sehen sich ausweglos zwischen Pest und Cholera gefangen, machtlos selbst angesichts aufgeregter Protestaktivitäten. Schon die Gewöhnung an Fernseher, Computer und Smartphone hat über Jahrzehnte eine Form geistiger Zerrüttung erzeugt, deren Früchte jetzt erkennbar werden. Verwirrt, manipuliert, entwurzelt und ihrer Urteilskraft beraubt, gleichen die Bürger Herbstblättern im Wind, die mal hierhin, mal dahin geblasen werden. Sie verlieren die Fähigkeit, selbstbestimmt eine Entscheidung zu treffen, und werden dadurch unfähig, ihr Schicksal im Gegenwind hoheitlicher Manipulationsversuche selbst in die Hand zu nehmen.

„Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient“ (Joseph de Maistre).
In Deutschland bedeutet das augenscheinlich: eine Regierung, der es absolut gleichgültig ist, was die Bevölkerung weiß, wählt oder wünscht. Eine Regierung, deren dunkelgrüne Außenministerin, Annalena Baerbock, bei einer Podiumsdiskussion von „Forum 2000“ in Prag am 31. August 2022 mitteilt, dass sie ihren abstrusen Kurs in Sachen Ukrainekrise beibehalten werde, „egal was ihre deutschen Wähler denken“.

Eine Regierung, deren Kanzler an selektiver Amnesie leidet, wenn es in entsprechenden Untersuchungsausschüssen um die Aufklärung des CumEx-Skandals geht, dem massivsten Fall von Steuerhinterziehung der deutschen Geschichte. Eine Administration mit einem Kanzler, dessen CumEx-Komplizen und ehemalige Parteigenossen 200.000 Euro aus unbekannten Quellen in Schließfächern deponiert haben und der als Innensenator von Hamburg verfügte, dass mutmaßliche Drogendealer mit Brechmittel gefoltert werden — woran der 19-jährige Kameruner Achidi J. starb. Ein Regierungschef, der auch im Korruptionsskandal um Wirecard jegliche Transparenz verweigert und dessen Bruder — Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig Holstein und Leopoldina-Mitglied — in Millionenhöhe vom Intensivbetten-Betrug während der Coronakrise profitierte.

Die Deutschen scheinen eine Regierung verdient zu haben, deren soziophob wirkender SPD-Gesundheitsminister auf berechtigte Nachfragen zum jüngst für Aufregung sorgenden Maskengate schon mal feudalistisch entgegnet: „Das ist eben so.“ Eine Koalition mit einem Gesundheitsminister, der mehr Pharma-Lobbyismus als Politik betreibt. In einem Ausmaß, dass unlängst sogar der handzahme Markus Lanz vom ZDF nach einem Redebeitrag von Karl Lauterbach süffisant kommentierte: „So weit der Werbeblock für Paxlovid“, nachdem dieser zuvor ausladend über die Großartigkeit des Produktes räsoniert hatte. Pfizer, der Hersteller des neuen COVID-Medikamentes und einer der kriminellsten Konzerne der Welt, sponserte — ganz nebenbei bemerkt — den Parteitag der SPD am 11. Dezember 2021 sowie diverse andere Veranstaltungen der hiesigen Spitzenpolitik.

Eine von Hegemonialmächten korrumpierte Staatsführung, die kein Geld für die Flutopfer im Ahrtal zur Verfügung stellt, dafür aber US-Stellvertreterkriege oder Bundeswehreinsätze in Mali finanziert und Steuermillionen mit vollen Händen ins Ausland verteilt. Eine Regierung, deren FDP-Innenminister eine Aufhebung der Pandemie-Maßnahmen versprach und das exakte Gegenteil veranlasst. Eine Regierung, die aufgrund ihrer Verpflichtungen gegenüber supranationalen Interessengruppen technokratische Kontrollstrukturen implementiert, den Mittelstand vernichtet, die Bürger über eine hausgemachte Energiekrise enteignet, damit einen Wut-Winter in Dunkeldeutschland provoziert, potenzielle — und berechtigte — Proteste gegen diesen menschenverachtenden Korporatismus aber prophylaktisch als „Delegitimierung des Staates“ diffamiert.

Bezeichnend für die abgehobene Arroganz der Regentenkaste dieser Tage ist ein Statement von Sigmar Gabriel, ehemaliger SPD-Chef sowie Vizekanzler und aktueller Vorsitzender des 1952 von US-Bankiers gegründeten Oligarchen-Netzwerks Atlantikbrücke, der Annalena Baerbock im Shitstorm um ihre Äußerungen in Prag medial zur Seite springt und die empörten Wähler noch zusätzlich desavouiert, indem er am 2. September 2022 schreibt:

„Keine Ahnung, ob das Zitat von Baerbock stimmt. Aber diejenigen, die sich hier künstlich aufregen, sollten mal Art. 38 (1) der Verfassung lesen. Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen verpflichtet und keinem anonymen Wählerwillen.“

Folgt man der Logik des eingangs zitierten Vertreters der Gegenaufklärung, Joseph de Maistre, hat es diese anonyme Masse von Wählern, der niemand verpflichtet ist, also verdient, dass sie von ihren vermeintlichen Volksvertretern ignoriert, verhöhnt, wirtschaftlich vernichtet und unterjocht wird.

Immerhin legitimiert das Votum der Bundestagswahl die derzeitigen Amtsinhaber, über das Stimmvieh zu herrschen. Selbst schuld, möchte man sagen.

Doch diese Argumentation greift zu kurz. Denn der Standpunkt, dass die Bevölkerung selbst die Verantwortung für die Misere trägt, vernachlässigt den Umstand, dass bei Wahlen stets nur Pest und Cholera zur Selektion stehen. Keine fundamentalen Richtungswechsel oder neuen Ideen. Darüber hinaus ignoriert diese argumentative Position, dass nur einem geringen Teil der Menschen heutzutage alternative Organisations-, Gesellschafts- und Regierungsformen geläufig sind — sprich Alternativen zum herrschenden System —, was die dysfunktionale repräsentative Demokratie alternativlos erscheinen lässt.

Weiterhin impliziert diese „Selbst-schuld-Rhetorik“, dass die Bürger beim Urnengang ihrem freien Willen gefolgt sind. Dass sie als Souverän mit informierter Partizipation ihr Schicksal selbst gestalten, Autonomie leben. Und damit, zu guter Letzt, dass den Menschen alle relevanten Werkzeuge, Prozesse und Informationen zur Verfügung gestellt werden, die zur objektiven wie kritischen politischen Willensbildung beitragen, weil diese das Fundament jeder freiheitlich organisierten Zivilgesellschaft bildet.

Doch ist dem so? Legen die monopolistischen Strukturen der Medienlandschaft, die korporatistische Verwobenheit von Staat, Konzernkartellen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sowie die Entwicklung des Bildungssystems in den zurückliegenden Dekaden nicht eher das Gegenteil nahe? Nämlich dass sich eine Deutungselite etabliert hat, die sich mit allen Mitteln Lufthoheit über dem Debattenraum verschafft? Dass Staatsapparat, Konzerne, Digitalwirtschaft und fragwürdig finanzierte NGOs sich bemühen, relevante wie brisante Informationen zurückzuhalten? Dass der öffentliche Diskurs usurpiert, kontrolliert, kuratiert und massiv zensiert ist? Dass der Wissenschaftsbetrieb längst derart von Fördermitteln durchsetzt, unterwandert und abhängig geworden ist, dass er dadurch de facto zur Regierungswissenschaft verkam?

Und dass man Kinder im staatlichen Schul- und Bildungssystem schon lange nicht mehr darauf vorbereitet, eine selbstbestimmte Existenz zu gestalten, die ihren persönlichen Fähigkeiten und Präferenzen Rechnung trägt? Dass man sie nicht dazu ermutigt und befähigt, Verantwortung für sich selbst, ihre Ideen und ihr Handeln zu übernehmen?

Als Ideal werden dem Nachwuchs moderne Leibeigenschaft bei einem Großkonzern, wirtschaftliche Sicherheit sowie soziale Akzeptanz gepredigt, sprich Konformismus und Abhängigkeit. So werden aus Kindern keine kreativen, informierten, motivierten, charakterstarken, mutigen Demokraten und Entrepreneure, sondern eingeschüchterte, unselbstständige und horizontlose Mitläufer.

In Konsequenz dieser Umstände ist der moderne Mensch unter Umständen gar nicht mehr in der Lage, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und informierte, demokratische Partizipation zu leben. Denn aufgrund systeminhärenter Devolutionsprozesse ist der Homo consumens längst in der unbewussten Unmündigkeit angekommen. Fremdgesteuert. Ein Homo demens.

Er hat sich zwar die zunehmend illiberalen Lebensumstände im Habitat seiner postfaktischen, wertewestlichen Fassadendemokratie selbst geschaffen. Dies allerdings mit jenen beschränkten Mitteln, die ihm das System offeriert und suggestiv als Gesamtheit der Optionen präsentiert.

Kann der überforderte Mensch der Postmoderne für den Status quo noch Verantwortung übernehmen, wenn ihm kaum mehr bewusst zu sein scheint, dass die repräsentative Demokratie schon bei den alten Griechen nur ein geschicktes Mittel zum Machterhalt der Eliten war, weil Widerstand aus der unterdrückten Bevölkerung ihre Herrschaftsstrukturen fortwährend gefährdete und auf Dauer schlichtweg ein kostspieliges Unterfangen war? Kann man von Selbstverschulden ausgehen, wenn Entscheidungen in finanzieller, kultureller und ideologischer Abhängigkeit, ohne Vorhandensein von Selbstbewusstsein — im Wortsinn — getroffen werden, ohne Basisinformationen, ohne Wissen um Alternativen und die mentalen Fähigkeiten, über den Tellerrand hinausblicken zu können? Wenn seine Bildung den Horizont einschränkt und zur Indoktrination degradiert wird?

Darüber lässt sich trefflich philosophieren. Nicht jedoch über die Tatsache, dass elitäre Zirkel schon seit Jahrhunderten, oder Jahrtausenden, darum bemüht sind, die Massen zum singulären Ziel des Machterhalts zu manipulieren. Das dürfte unstrittig sein. Historisch betrachtet gewannen diese Bestrebungen ein neues Momentum, als die Massenmedien an Bedeutung zulegten. Man könnte bis zur Initialzündung dieser Entwicklung, der Erfindung des Buchdrucks, zurückblicken, um zu kontextualisieren. Eine entsprechende Analyse mit dem Titel „The Gutenberg Conspiracy“ (Die Gutenberg-Verschwörung) veröffentlichte der Journalist James Corbett am 18. Juli 2022. Für die dekonstruktivistische Postmoderne ist jedoch vor allem die Geschichte der elektronischen Massenmedien — Radio, TV und Internet — von Belang.

Exemplarisch für die ungekannten Auswirkungen der medialen Omnipräsenz steht der 30. Oktober 1938. Ein Sonntag. Der Tag, an dem Millionen von Radiohörern in blanke Panik ausbrachen, weil im Radio das Hörspiel „Krieg der Welten“ von Orson Welles gesendet wurde — und sie Realität nicht mehr von Fiktion unterscheiden konnten. Sie erlagen dem Trugschluss, die Erde werde tatsächlich von Außerirdischen überfallen, und verhielten sich so irrational, wie es von Menschen in Todesangst zu erwarten ist.

Dieses neuartige Phänomen rief sogleich die Reichen und Mächtigen auf den Plan. Denn sie erkannten die mit der technologischen Entwicklung verbundenen Möglichkeiten zur effizienten Manipulation weiter Bevölkerungsteile. Der Rockefeller-Clan ließ die Vorgänge um- und eingehend von Sozialwissenschaftlern analysieren. Die superreiche Oligarchenfamilie finanzierte bereits seit 1913 kontroverse Umtriebe wie die Eugenik, ab spätestens 1918 auch Projekte im Bereich „Social Engineering“, und spielt bis dato eine elementare Rolle bei der Weiterentwicklung entsprechender Forschungszweige, die zwischenzeitlich euphemistisch als „Biosoziale Wissenschaft“ oder „Bioethik“ vermarktet werden.

Darüber hinaus waren die Rockefellers, die erste Milliardärsfamilie des Planeten, tonangebend bei der Schaffung supranationaler Institutionen wie den Vereinten Nationen (UN), dem Council on Foreign Relations (CFR) oder der Trilateralen Kommission. Dieser globalistische Elan ergänzt sich selbstredend optimal durch den Vorsatz, die Massen über Medien und manipulativ-invasive Technologien kontrollieren zu wollen. Insbesondere wenn man neofeudalen Weltmachtsfantasien nachhängt.

Das unterstreicht gleichsam die Frühgeschichte des Fernsehens als dominierendes Massenmedium der vergangenen 70 Jahre. Denn während in den Vereinigten Staaten im Jahre 1946 gerade einmal ein paar Tausend Haushalte ein TV-Gerät besaßen, man also keinesfalls von einem relevanten Publikum sprechen konnte, beschäftigten sich einflussreiche Kreise des angloamerikanischen Establishments bereits mit der Frage, wie diese neue Technologie künftig zur Manipulation der Bevölkerung eingesetzt werden könnte.

Vorneweg die British Broadcasting Company (BBC), die im Verlauf des Jahres 1946 verschiedene Experimente mit Hypnose durchführte. Im Dezember 1946 berichtete eine Vielzahl von Zeitungen im englischsprachigen Raum über diese Vorgänge. Ein initial von Associated Press verfasster Artikel findet sich in multiplen Versionen — mal kürzer, mal länger — bei The Lewiston Daily Sun, The Baltimore Sun, The San Francisco Examiner oder dem Tallahassee Democrat. Für circa eine Woche waren die vom Profi-Hypnotiseur Peter Casson durchgeführten BBC-Versuche ein heißes Thema dies- und jenseits des großes Teiches. Die entsprechenden Artikel sind nach wie vor bei diversen Zeitungsarchiven aufrufbar. Auch das 1979 bei Oxford University Press erschienene Buch „Sound and Vision —The History of Broadcasting in the United Kingdom“ von Asa Briggs beschreibt die verstörende Versuchsreihe ausführlich (Seiten 196 folgende).

Verstörend deshalb, weil diese Experimente von Beginn an unglaublich erfolgreich waren. Die Probanden schliefen ein oder saßen wie gelähmt auf ihrem Stuhl. Peter Casson musste sie zum Teil eigenhändig wieder aufwecken, da die Hypnose nicht von einer anderen Person gelöst werden konnte. Erstaunlich auch, dass selbst Menschen, die nicht direkt am Versuch teilnahmen — Kameraleute, Toningenieure oder Techniker — ebenfalls hypnotisiert wurden. Sogar dann, wenn sie am anderen Ende des Ganges, viele Meter entfernt vom betreffenden Fernsehgerät standen. Das funktionierte wohlgemerkt ohne jegliche technische Modifikationen der alten Röhrenfernseher.

Offiziell stellte die BBC diese Versuche nach kurzer Zeit wieder ein. Als Grund gab die Rundfunkanstalt an, dass man befürchte, die Zuschauer zu Hause könnten in Hypnose verfallen, während niemand in der Nähe sei, um sie wieder aufzuwecken. Oder sie fielen im schlimmsten Falle vom Stuhl und verletzten sich. Nicht erwähnt wurde die überschwängliche Begeisterung der Geldgeber im Hintergrund, die sich bereits lebhaft ausmalen konnten, welche Möglichkeiten im Bereich Social Engineering ihnen die von George Orwell in „1984“ als „Telescreens“ bezeichneten Propaganda- und Manipulationsmaschinen alsbald verschaffen sollten.

Im Jahr 1969 untersuchte der Wissenschaftler Herbert Krugman, ehemaliger Präsident der American Psychological Association (APA), die Effekte des Fernsehkonsums auf das menschliche Gehirn. Um diese zu verstehen, muss man sich zunächst veranschaulichen, um welche Signale, Frequenzen und Wellenlängen es dabei geht, wie das Gehirn mit diesen arbeitet und wie es auf den Empfang von Signalen verschiedener Wellenlänge reagiert. Entscheidend für seine Untersuchungen sind die sogenannten Alpha-, Beta- und Theta-Wellen.

Theta-Wellen (3 bis 8 Hertz (Hz)): Treten zumeist mit der Dämmerung auf. In der Zeit zwischen vollem Bewusstsein und Schlaf. Gelten als Frequenzspektrum des Unterbewusstseins.

Alpha-Wellen (8 bis 12 Hz): Dies ist ein Ruhezustand des Gehirns. Er zeichnet sich durch einen ruhigen, wachen Zustand aus, in dem es zum Beispiel leichtfällt, zu lernen.

Beta-Wellen (12 bis 38 Hz): Das ist unser normales Wachbewusstsein. Wir sind wachsam und entscheiden aktiv. Am oberen Ende dieses Frequenzbandes entstehen Angstzustände.

Die Hypnotiseurin Tammie Mohn fasst die Untersuchungsergebnisse von Herbert Krugman auf ihrer Webseite wie folgt zusammen:

„Gemäß Forschungsergebnissen kann schon eine Minute Fernsehen eine Person vom Beta-Wellen-Bereich in den Alpha-Wellen-Zustand versetzen. Mit anderen Worten: von einem wachen, bewussten Zustand in einen ruhigen Gehirnwellenzustand. Die meisten logischen Funktionen des Gehirns sind während des Alpha-Zustands ausgeschaltet. Was bedeutet das? Nun, Hypnose tritt in den Gehirnwellenzuständen Alpha und Theta auf. Das bedeutet, dass das Fernsehen die Menschen viel empfänglicher für Vorschläge während des Fernsehens oder der Fernsehprogrammierung machen kann. Mit der Konsequenz, dass Werbung effektiver wird. (…) Die meisten Menschen sind überrascht, wie viele Logos sie kennen. Sobald wir uns in einem Zustand der Hypnose befinden, wird es wahrscheinlicher, dass irgendwelche positiven oder negativen Suggestionen unser Unterbewusstsein und damit unser Leben beeinflussen.

Hypnose bedient sich eines weiteres Werkzeugs: Emotion. Je emotionaler eine Person ist, je näher sie einem Trauma steht, desto stärker ist ihr Unterbewusstsein betroffen. Wenn eine Person eine Fernsehsendung ansieht und emotionale Beziehungen zu den Charakteren herstellt, werden emotionale Zustände der Empathie erzeugt. So können wir weinen, wenn unsere Lieblingsfigur verletzt wird oder stirbt. Und wir können Freude empfinden, wenn einer der Figuren etwas Wunderbares widerfährt. Diese emotionalen Zustände tragen gleichsam zu den hypnotischen Effekten des Fernsehens bei. Es ist leicht, Meinungen des Autors oder verzerrte Standpunkte in einem nicht objektiven Muster einfließen zu lassen.

Unterbewusste Programmierung kann auch durch Wiederholung erreicht werden. Das gleiche Thema oder die gleiche Botschaft immer wieder zu sehen, kann das Äquivalent dessen sein, was wir in der Hypnose Programmierung nennen. Manche nennen es Gehirnwäsche. (…) Es gibt noch einen letzten Punkt zu berücksichtigen: Das sind die Kinder. Auch unsere Kinder sind dem Fernsehen ausgesetzt, meist in einem sehr frühen Alter. Von der Geburt bis zum Alter von sieben oder acht Jahren befinden sich alle Kinder in einem Theta-Wellen-Gehirnzustand. Auf diese Weise trägt Mutter Natur dazu bei, uns zu schützen, während wir aufwachsen. Wir lernen nicht nur, dass das Berühren einer heißen Pfanne wehtut, wir verankern es auch in unserem Unterbewusstsein, sodass heiße Pfannen in Zukunft automatisch eine Gefahrenreaktion auslösen. Und obwohl es für Kinder völlig natürlich ist, in diesem Gehirnwellenzustand zu sein, sollte es uns definitiv dazu bringen, zweimal darüber nachzudenken, was sie sehen, da sie sozusagen der dreifachen Dosis hypnotischer Einwirkungen durch TV-Konsum ausgesetzt sind.“

Die Menschheit ist seit mehr als einem halben Jahrhundert dem Einfluss dieses manipulativen Massenmediums ausgesetzt. Und um sich vorzustellen, dass die Experimente der BBC nach ihrem durchschlagenden Erfolg nicht eingestellt, sondern vermutlich unter diskretem Ausschluss der Öffentlichkeit und zugunsten der herrschenden Kaste fortgesetzt wurden, braucht es nicht allzu viel Fantasie. Heutzutage überwachen ja auch alle Fernseher der Marke Samsung ihre Zuschauer aktiv. Eine Kamera oder ein Sensor an der Gerätefront verfolgt die Silhouetten im Raum und speichert die Bewegungsmuster. Die Daten werden automatisch an die Konzernzentrale weitergeleitet, wo man diese zur Optimierung des Produktes verwendet. Was Optimierung in diesem Zusammenhang bedeutet, kann man sich aufgrund der vorgängig angeführten Informationen vorstellen.

Nun hatte der Familienfernseher zu Hause auch einen großen Vorteil — er war stationär. Man schaltete ihn aus, und es herrschte Ruhe. Bis Mitte der 1990er-Jahre gab es sogar noch den offiziellen Sendeschluss. Nach einer bestimmten Uhrzeit kam einfach nichts mehr. Ein Testbild oder Flimmern ersetzte die Übertragung aus dem Sendezentrum. Doch das änderte sich rasch. Die Dauerberieselung setzte ein. Ungleich fatalere Auswirkungen hatte die Einführung des Smartphones im Jahr 2007. Denn nun hatte man den Bildschirm in der Hosentasche und immer dabei. Und wie schon bei der großflächigen Adaption des Fernsehens hat auch dieses Mal niemand die Zivilisation vor den potenziell negativen Effekten dieses technologischen Paradigmenwechsels gewarnt. Die Auswirkungen sehen wir heute.

Mit dem unreflektierten Einsatz derart psychisch-invasiver Technologien tut sich die selbst ernannte Krone der Schöpfung offensichtlich keinen Gefallen, wie Martin Korte, Professor für Zelluläre Neurobiologie an der Technischen Universität (TU) Braunschweig, in einem Interview vom 11. Juli 2019 gegenüber Chip.de ausführt. So sei die Kapazität des menschlichen Arbeitsgedächtnisses seit Beginn der massiven Nutzung dieser neuen Technologien bereits von fünfzehn auf elf Sekunden abgefallen — eine dramatische Entwicklung. In diesem Kontext ist es bezeichnend — und entbehrt nicht einer gewissen Ironie —, dass bereits im Jahr 2015, gerade einmal acht Jahre nach Markteinführung des iPhone, der Neologismus „Smombie“, eine Fusion aus Smartphone und Zombie, vom Langenscheidt-Verlag zum Jugendwort des Jahres gewählt wurde. Vielsagend für die Selbstwahrnehmung der heranwachsenden Generationen.

Die Digitalisierung machte und macht den Homo sapiens schlichtweg dümmer. Seine kognitiven Fähigkeiten entwickeln sich zurück. Er wird zum Homo demens. Denn er hat nie gelernt, mit diesem technologischen Quantensprung rational umzugehen. Es geht dabei nicht darum, technologischen Fortschritt per se zu verteufeln oder in Revisionismus zu verfallen, denn so, wie man mit einem Hammer einen Nagel in die Wand oder jemandem den Kopf einschlagen kann, sind auch Internet und Smartphone nützliche Werkzeuge, werden sie bewusst eingesetzt.

Bedauerlicherweise wird der Mensch des digitalen Medienzeitalters aber zusehends zum Sklave seiner Geräte und der dahinterstehenden Aufmerksamkeitsökonomie. Es hat gute Gründe, warum die Tech-Gurus der großen Social-Media-Plattformen, zum Beispiel Sean Parker von Facebook, ihre Entwicklungen selbst nicht verwenden und ihren Kindern verbieten, ein Smartphone zu benutzen.

So stellt sich ausgangs und in Bezug auf das Zitat von Joseph de Maistre nochmals die Frage: Hat die Bevölkerung nun die Regierung, die sie verdient? Hat die Menschheit das Leben, das sie verdient? Es gibt allen Grund zur Annahme, dass dem nicht so ist. Denn bei genauerer Betrachtung setzt sich die Realität des Medienzeitalters aus oktroyierten wie pervertierten Werten, Überzeugungen, Meinungen, Prozessen, Werkzeugen, Regierungs-, Gesellschafts-, Wirtschafts- und Lebensformen zusammen. Es ist ein dystopisches Puzzle, dessen Einzelteile so mancher noch an der richtigen Stelle zu platzieren vermag, dessen Gesamtbild aber bedauerlicherweise — und vermutlich mit Vorsatz — nur die wenigsten jemals zusammenfügen und wahrnehmen werden. Der Homo demens ist zur orientierungslosen Verfügungsmasse eines Systems verkommen, das ihm nur einen schmalen Bewegungskorridor zugesteht und das seiner Natur den Krieg erklärt.

So lässt sich auf philosophischer Ebene auch der Standpunkt vertreten, dass der Mensch sich seiner selbst und seiner Umgebung seit Langem nicht mehr bewusst ist. Aus dieser Position heraus kann er demnach keine freien Entscheidungen mehr treffen. Ihm bleiben lediglich vorgefertigte Denkschablonen und Lebensentwürfe.

In Folge kann er auch nur partiell Verantwortung für den Status quo übernehmen, da er ihn nie aktiv beeinflussen konnte und kann. Seine Feudalherren entscheiden, was gut für ihn ist oder für das Kollektiv.

Nie war diese Hybris, diese arrogante Anmaßung aufseiten der Machteliten deutlich spürbarer als in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren. Und da Propaganda, Indoktrination und Kulturrevolution primär über die vielen Bildschirme befeuert werden, die den modernen Menschen permanent umgeben, schließe ich mit einem Rat des 2016 verstorbenen Peter Lustig, der am Ende seiner ZDF-Kindersendung „Löwenzahn“, die von 1981 bis 2005 ausgestrahlt wurde, stets zu sagen pflegte: „Und jetzt einfach mal abschalten.“

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 10. September 2022 bei rubikon.news

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: DisobeyArt/ shutterstock

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Kommentare (9)

9 Kommentare zu: “Homo demens | Von Tom-Oliver Regenauer

  1. vizero 13 sagt:

    Wenn man sich das hier so anhört und dann noch weiß, was die gepulste (mit 10Hz!) Mobilfunk- und w-Lan-Strahlung mit dem Gehirn anfangen (selber Effekt wie Fernseher, Hirn wird per Resonanz auf Alphawellen geschaltet), sowirktes doch ein wenig absurd, dass im Abspann die übliche Werbung für mobile Teilhabe erscheint.
    Ich glaube, das sollte man sich mal besser abgewöhnen. Mich hat es als Nichtfernseher und Nichtmobiltelefonierer von Anfang an abgestoßen, aber hier wirkt es auf mich wirklich wie der Bescheid zu einem gesperrten Bankkonto in Verbindung mit der Aufforderung, für dieselbe Bank zu werben.

  2. Irwish sagt:

    Fernsehen macht nicht nur dumm, sondern auch süchtig

    Durch die im Artikel beschriebenen Mechanismen (Alphawellen und hypnoseähnliche Zustände) ausgelöste Denkfaulheit und Kritiklosigkeit, die beim Fernsehkonsum unweigerlich entstehen, wird nicht nur die systematische Verblödung der Konsumenten sichergesellt, sondern wie bei den meisten anderen Drogen eine regelrechte Sucht im Kopf des Konsumenten etabliert. Das ist wie beim Alkohol oder beim Rauchen: Wer einmal daran gewöhnt ist, kommt nur sehr schwer wieder davon los. Und genau das garantiert den Nutznießern der systematischen Verblödung der Massen die fortlaufenden Profite, die sich daraus ergeben.

    Die allermeisten Menschen antworten, wenn man sie nach ihrer Anfälligkeit für Werbung befragt, daß sie zwar wüßten, daß Werbung auf viele wirkt, sie selbst aber nicht davon betroffen seien, denn sie würden das durchschauen und schon lange nicht mehr darauf hereinfallen. Daß sie selbst jedoch zahlreiche Waren kaufen, deren Attraktivität durch Werbung erzeugt wurde, wehren sie wie selbstverständlich als Zufall ab: sie würden Produkte natürlich aufgrund rationaler Entscheidungen erwerben.

    Das gilt auch für die hier und andernorts anwesenden Kommentatoren, wie ich seit langer Zeit beobachte: Inhalte, die verdrängte und abgespaltene Bereiche ihrer Psyche betreffen, finden kaum Resonanz. Sie werden gleichsam ignoriert oder heftig abgewehrt. Ein häufiger Vorwurf, der mich diesbezüglich erreicht: Ich versuche angeblich, die Bevölkerung zu pathologisieren. Daß mir so etwas, selbst wenn ich es beabsichtigen würde, als Einzelner niemals gelingen kann, wird dabei ausgeblendet. Derartige Vorwürfe sind unter der Rubrik Abwehrmechanismen einzuordnen, was bedeutet, daß die Betroffenen durchaus auf solche Inhalte reagieren, gerade weil in ihnen ein unterdrückter Teil ihrer Persönlichkeit damit in Resonanz tritt. Getroffene Hunde bellen, lautet ein altes Sprichwort, und wer sich den Schuh anzieht, obwohl er doch eigentlich gar nicht paßt, dem paßt er sehr wohl.

    Das im Artikel verlinkte Interview mit Herbert Krugman ist zwar auf englisch, läßt sich aber automatisch ins Deutsche übersetzen. (1) Ein Auszug:

    —– Zitat-Anfang —–
    Krugman schaltete den Fernseher ein und begann, die Gehirnwellen des Probanden zu überwachen. Durch wiederholte Versuche fand er heraus, daß die Gehirnwellen innerhalb von etwa dreißig Sekunden von überwiegend Beta-Wellen – was auf wache und bewußte Aufmerksamkeit hinweist –, zu überwiegend Alpha-Wellen wechselten. was auf einen unkonzentrierten, rezeptiven Mangel an Aufmerksamkeit hinweist: der Zustand zielloser Phantasie und Tagträumen unterhalb der Bewußtseinsschwelle. Als sich Krugmans Versuchsperson dem Lesen einer Zeitschrift zuwandte, tauchten wieder Beta-Wellen auf, die darauf hindeuteten, dass bewußte und wache Aufmerksamkeit den Zustand des Tagträumens ersetzt hatte.

    Was Krugman überraschte, der sich vorgenommen hatte, einige McLuhaneske Hypothesen über die Natur des Fernsehens zu testen, war, wie schnell der Alpha-Zustand auftauchte. Weitere Untersuchungen ergaben, daß die linke Gehirnhälfte, die Informationen logisch und analytisch verarbeitet, abschaltet, während die Person fernsieht. Dieses Abschalten läßt die rechte Gehirnhälfte, die Informationen emotional und unkritisch verarbeitet, ungehindert funktionieren. »Es scheint«, schrieb Krugman in einem Bericht über seine Ergebnisse, »daß die Reaktion auf das Fernsehen mehr oder weniger konstant ist und sich stark von der Reaktion auf Print unterscheidet. Das heißt, die grundlegende elektrische Reaktion des Gehirns richtet sich eindeutig nach dem Medium und nicht nach Inhaltsunterschieden …«

    Bald beschäftigten sich Dutzende von Agenturen mit ihrer eigenen Erforschung des Phänomens des Fernsehgehirns und seiner Auswirkungen. Die Ergebnisse führten zu einer vollständigen Überarbeitung der Theorien, Techniken und Praktiken, die die Werbebranche und in gewissem Maße die gesamte Fernsehbranche strukturiert hatten. Der Schlüsselsatz in Krugmans Ergebnissen war, daß das Fernsehen »Informationen überträgt, an die zum Zeitpunkt der Exposition nicht gedacht wurde«.

    Wie Herbert Krugman in der Forschung feststellte, die die Branche veränderte, kümmern wir uns nicht bewußt oder rational um das Material, das zum Zeitpunkt der Übertragung mit unseren unbewußten Tiefen in Resonanz steht. Wenn uns aber später ein Schaufenster im Laden, eine reale Situation wie in einer Anzeige oder ein Name auf einem Stimmzettel begegnet, der unsere Fernseherfahrung mit dem Kandidaten heraufbeschwört, werden eine Fülle von Assoziationen ausgelöst. Schwartz erklärt: »Die Funktion eines Displays im Geschäft besteht darin, die Erfahrung des Verbrauchers mit dem Produkt in der Werbung in Erinnerung zu rufen … Du fragst nicht nach einem Produkt: Das Produkt fragt nach dir! Das heißt, die Erinnerung einer Person an einen Werbespot wird durch das Produkt selbst hervorgerufen, das auf einem Regal oder einem Inseldisplay sichtbar ist und mit den gespeicherten Daten in unserem Gehirn interagiert.« Genau wie in den alten Kulturen von Julian Jaynes.

    Da die reale Erfahrung zunehmend durch die vermittelte »Erfahrung« des Fernsehens ersetzt wird, wird es für Politiker und Marktforscher aller Art einfach, sich auf eine Basis vermittelter Massenerfahrungen zu verlassen, die durch geeignete Auslöser hervorgerufen werden können. Die Fernseh-»Welt« wird zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung: Der Massenverstand nimmt Gestalt an, seine Teilnehmer handeln gemäß den von den Medien stammenden Impulsen und glauben, daß dies ihr eigener persönlicher Wille ist, der sich aus ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen ergibt. In einer solchen Situation kontrolliert derjenige, der den Bildschirm kontrolliert, die Zukunft, die Vergangenheit und die Gegenwart.
    [p. 82, Joyce Nelson, DIE PERFIKTE MASCHINE; New Society Pub., 1992, 800-253-3605; ISBN 0-86571-235-2
    —– Zitat-Ende —–

    Solcherlei Offenbarungen bestätigen meinen vor mehr als 36 Jahren getroffenen Entschluß, zukünftig auf Fernseher und Radio zu verzichten. Damals lag dieser bis heute durchgehaltenen Entscheidung die Beobachtung zugrunde, daß mir dieser Konsum nichts bringe, sondern lediglich meine Zeit stehle, eine Zeit, die ich vorwiegend mit fremdbestimmter Arbeit verbringen mußte; meine Freizeit wurde für mich allein schon deshalb besonders wertvoll, ich wollte sie nicht auch noch fremdbestimmt verbringen.

    Früher dachte ich immer, ich sei deswegen ein Außenseiter – egal wo ich hinkomme –, weil ich durch die beinahe täglichen Prügel in meiner Kindheit und Jugend als geknickter und damit leicht zu mißhandelnder Mensch sichtbar war. Das mag damals tatsächlich zugetroffen haben, doch heute gründet die Ablehnung meiner Person vorwiegend auf automatischen Abwehrreaktionen dessen, was ich vertrete und wie ich mit diesen Inhalten auftrete. Durch die zahlreiche Lektüre, die sich mit diesen Themen befaßt, ist mir längst klargeworden, daß ich in einer ziemlich pathologischen Gesellschaft lebe.

    (1) https://cognitive-liberty.online/dr-herbert-krugman-1969-watching-television-induces-alpha-brain-waves-similar-to-hypnosis/

    • Nevyn sagt:

      Interessanter Beitrag, danke Irwish.
      Es wäre spannend heraus zu finden, wie viele, die sich dem Corona-Genexperiment widersetzt haben, keinen Fernseher zu Hause haben. Inzwischen ist man da technisch weiter und ersetzt die Glotze durch das Handy Bling Bilng, mit dem man noch näher am Menschen dran ist. Viele wissen vielleicht gar nicht, dass man damit auch telefonieren kann. ;)
      Am liebsten würde dem Menschen ja in den Kopf kriechen. Das wäre dann der nächste Schritt.

      Der Computer (das digitale Endgerät) ist im Grunde der neue Fernseher; er hat einen Vor- und einen Nachteil.
      Der Vorteil ist, dass er interaktiv gestaltet werden kann. Damit zieht man den Menschen noch intensiver aus der Wirklichkeit auf eine vom Programmierer gestaltete illusionäre Ebene.
      Der Nachteil für die Medienkrieger ist, dass das Medium weitaus agiler und schwerer beherrschbar ist. Beim Fernsehen kann der Nutzer zwar zwischen den Programmen wählen, die hat man aber alle unter Kontrolle. Bei Internetinhalten, neudeutsch Content, gestaltet sie diese Dominanz weitaus schwieriger. Man arbeitet daran und die ersten Ergebnisse scheinen recht erfolgreich zu sein. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht, wie beim Fernsehen "zu Tode siegt".
      Es braucht ein paar Honigtöpfe wie Alopult. ;)

      Was wäre der Ausweg? Man nutzt den inneren Fernseher: Meditation, Trance-Reisen, Jahrtausende alte Tempelschlafriten. Der Mensch hat eine natürliche Verbindung zum Astralen, er muss sich dazu keiner Geräte bedienen. Wer hat sich das letzte Mal mit seinen Träumen beschäftigt? Auch hier hilft der Hippocampus. Man weiß bei bewusstem Umfang immer, ob man gerade hier oder dort ist.
      Ansonsten hilft Erden, also Dinge zu tun, mit denen man fest in der Realität bleiben muss, Umgang mit Tieren, Gartenarbeit, Sport, alles Körperliche, vor allem wo man die Hände braucht, die Welt neu beGREIFEN.
      Möge es gelingen!

  3. wasserader sagt:

    Die meisten Menschen sehen es als völlig normal ,
    ein Fernsehgerät oder ein Radio bisweilen ständig in ihrer Umgebung, in ihrem Zimmer eingeschaltet zu haben .
    Sie sind Teil ihrer Welt .
    Und wenn die katholische Kirche die Menschen etwa einmal in der Woche mit ihrer Mission zum Zuhören brachte ,
    wird die ideologische Agenda der Machthaber der Gegenwart
    in Permanenz über die Menschen gebracht .
    Die Permanenz hat zur Folge dass
    die vermittelte Ideologie zur einzig denkbaren Welt wird .
    Demokratie ist unter diesen Umständen – die Vielfalt dient nur um alle Interessenbereiche der Menschen im Rahmen der Matrix abzudecken ,
    ein Mittel die Politik der Machthaber als Wille des Volkes verkaufen zu können und die Verantwortung von den tatsächlichen Machern der Politik auf die Wähler abzuwälzen .

  4. Ru Lai sagt:

    Die Antworten auf die meisten eingangs gestellten Fragen des Autors wurden bereits hier gegeben:

    https://apolut.net/mindcontrol-die-systematische-zerstoerung-der-menschlichen-psyche/

    ++++++++++++++++++++

    "Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen verpflichtet und keinem anonymen Wählerwillen.“

    Im Kontext liest sich das ganz anders:

    "(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen."

    Die Vertreter des ganzen Volkes? (Gleich anonymer Wählerwille, oder nicht?)
    An Weisungen (des finanziell-militärisch-digitalen Komplexes) nicht gebunden, und
    nur dem Gewissen, so es das denn noch geben sollte, unterworfen.

    Ich möchte nicht versäumen, dieser deutschen Bundesregierung meine allertiefste Verachtung auszudrücken.

    • Nevyn sagt:

      Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen medial hypersensibel, hyperaktiv und hypermoralisch gehalten werden, doch nicht jedem ist vielleicht der Sinn solcher MC-Techniken bewusst:

      Wer ständig außer sich ist, kann nicht bei sich sein. Aber was heißt es, bei sich zu sein?
      Viele Angriffe zielen auf eine bestimmte Hirnregion, den präfrontalen medialen Kortex, in dem der sogenannte Hippocampus sich befindet. Es gab 2014 den Nobelpreis für die Entdeckung, dass dort eine Art GPS des Menschen verankert ist.
      https://www.dasgehirn.info/entdecken/meilensteine/gesucht-und-gefunden-orientierungszellen

      Über die Hippocampusfunktion wissen wir also wer wir sind, wo wir uns räumlich und zeitlich aktuell befinden und was wir gerade tun und genau das wissen Menschen, die im Hier und Jetzt leben und ihrer selbst gewahr sind. Damit sind sie klar orientiert, entscheidungs- und handlungsfähig.

      MC-Techniken dienen aber der Desorientierung und greifen darum genau dort an. Bei schweren Traumata z. B. verliert das Gehirn genau die Fähigkeit dieser Selbstbestimmung, man erlebt eine psychisch sehr belastende Situation vergisst sie auch nicht, verliert aber den Kontext. Daher weiß man bei Flashbacks auch nicht, dass sie in Wahrheit Erinnerungen sind, man erlebt sie wie hier und jetzt, denn ohne Kontext geht das Gehirn davon aus, dass es „jetzt und hier gerade“ passiert.
      Das Opfer kann hinterher gar nicht genau sagen, ob ihm seine Erinnerungen wirklich passiert sind oder ob es sich diese nur einbildet, weil die Metadaten dazu fehlen. Das Wirklichkeitserleben geht verloren. Alles scheint wie ein Traum, eben weil das GPS ausgefallen ist.

      Psychologische Kriegführung hat als Angriffspunkt immer die geistige Verwirrung in Bezug auf Identität, Raum und Zeit. Man führt den Menschen in mediale Traum(a)welten, in denen er das nicht mehr unterscheiden kann.
      Nur wenige Menschen beherrschen die Fähigkeit, selbst im Traum zu wissen, dass sie träumen.
      Wenn die Grenzen der Orientierung verschwinden, löst sich die Identität auf. Man kennt das von den sogenannten Samadhi-Tanks. Die Möglichkeit, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, existiert dann nicht mehr.
      Ich verzichte bewusst auf tiefer gehende Erklärungen, die den meisten Lesern hier sowieso nichts bringen würden, weil sie nicht in ihr Weltbild passen.

    • Nevyn sagt:

      Je jünger ein Mensch, desto empfänglicher ist er grundsätzlich für solche Techniken. Das liegt daran, dass der präfrontale Kortex erst mit Anfang 20 ausreift. Daher wohl erlangte man früher die Mündigkeit erst mit 21 Jahren.

    • Ru Lai sagt:

      "Ich verzichte bewusst auf tiefer gehende Erklärungen, die den meisten Lesern hier sowieso nichts bringen würden, weil sie nicht in ihr Weltbild passen."

      Ja schade. Wie sollen sie ohne GPS sinnvolle politische Arbeit tun?

      Allein das Thema mit den Wachträumen finde ich hochspannend. Da wirst Du zum Schöpfer.

      DIE Frage schlechthin:

      (Wer ständig außer sich ist, kann nicht bei sich sein.) Aber was heißt es, bei sich zu sein?

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