Ganz linke Leute von rechts | Von Roberto de Lapuente

Die größte Gefahr für unsere Zukunft, darüber sind wir uns hoffentlich mittlerweile im Klaren, sind nicht irgendwelche Rechte – es sind die Jünger der Wokeness, die jeden Diskurs zerstören und als Sprach- und Boykott-SS auflaufen.

Ein Kommentar von Roberto de Lapuente.

Jasmina Kuhnke war keine besonders prominente Autorin oder Bloggerin in Deutschland. Bis die Buchmesse sie zu einer machte. Aber nicht, indem sie dort recht wortgewandt auffiel, nein, ganz im Gegenteil: Weil sie nicht dort war, die Buchmesse boykottierte. Grund dafür war, dass auch rechte Verlage auf der Messe Stände haben durften. Für sie, die sie sonst aus rechten Kreisen Drohungen bekomme, sei das nicht zumutbar. Die dunkelhäutige Frau, die so Sachen twittert wie “privilegierte weiße Deutsche sollten sterilisiert werden, um die Umwelt zu schonen”, stand auf diese Weise für fünfzehn Minuten im Mittelpunkt jenes fadenscheinigen Ruhmes, den unser Medienbetrieb zuweilen abwirft. Sie wurde dabei fast hymnisch von etlichen Mitstreitern verteidigt – und die Buchmesse, die sachlich und nüchtern darlegte, dass es zur Kultur des Dialogs und der Meinungsfreiheit gehöre, auch die zu ertragen, deren Ansichten man nicht teilt, stand freilich am Pranger.

Man könnte nun natürlich empathisch auf Frau Kuhnke zugehen, Verständnis für ihre Situation haben. Mal großzügig an dem Umstand vorbeisehen, dass jene rechten Verlage sicher nicht die waren, die ihr irgendwann vorher mal Drohungen zukommen ließen. Man könnte rücksichtsvoll mit ihr umgehen, ihr einen Safe Space zugestehen. Die Frage wäre dann aber: Warum eigentlich? Woken Leuten wie ihr geht es doch so oder so nicht um Dialog. Sie hat ihren Boykott doch auch nicht gestartet, um ihre verletzte Seele darzulegen. Solche Aktionen sollen ja was bewirken, sollen Druck ausüben, die Buchmesse im nächsten Jahr zur Duckmäuserei anhalten. Da ist nichts Verletzliches in solchen Kampagnen – es geht um Druck, Manipulation und um ein Ringen um Deutungshoheit mit den dreckigsten Mitteln, die man sich denken kann: Mit der Selbstinszenierung als Opfer.

Rechte haben doch keine Deutungshoheit …

Wie, ich spreche einer dunkelhäutigen Frau in Deutschland die Opferrolle ab? Ja, das tue ich. Wie kann ich das wagen? Ganz einfach: Ich habe genug von diesem Opfer-Abo, das man allerorten vorgesetzt bekommt. Jeder ist nur noch Opfer irgendwelcher Umstände. Manche sind es doppelt oder dreifach. Weil sie Frau, homosexuell und anders aussehend sind etwa. Sie erzählen aber auch dauernd, ja ohne Unterlass, dass sie total anders als die andern sind. Und sie sprechen anderen ab, dass sie für sie sprechen können, weil sie ja nicht im gleichen Boot sitzen; weil sie weiß sind, heterosexuell sind und nicht wissen wie es ist als Schwuler oder Schwarzer. In endlosen Exegesen erläutern sie die Dinge, die sie von der Allgemeinheit trennen. Diversität wird gefeiert, Gleichheiten abgelehnt. Aber bitte, wir haben alle gleich zu sein, erklären sie paradoxerweise. Wie geht das eigentlich zusammen, wenn man dauernd darum bemüht ist, Unterschiede hervorzuheben?

Menschen als Opfer zu sehen, lehne ich mittlerweile völlig ab. Denn das ist eine “Opferfalle” – so nannte der italienische Literaturwissenschaftler Daniele Giglioli dieses Phänomen in seiner Kampfschrift von 2015. Darin thematisiert er die in heutiger Zeit verbreitete Lust, sich als Opfer zu sehen, was aber gleichzeitig eine politische Suche nach der Zukunft erschwert oder sogar ersetzt. Das Gefühl der Viktimisierung suggeriert eine Ohnmacht, die es eigentlich abzustellen gilt, sofern man als Subjekt der Geschichte gestalterisch werden möchte. Die Opferfalle macht wehrlos, wo politisch um Mitbestimmung und Veränderung gekämpft werden sollte.

Giglioli hat die Zeichen der Zeit erkannt, aber falsch eingeschätzt. Die Opferfalle macht nicht etwa stumm: Sie erpresst den Diskurs, engt die Meinungsfreiheit ein und skandalisiert in einem fort, um auf diese Weise unliebsame Debattenbeiträge a priori zu diskreditieren. All das wirft man aber den Rechten vor, wer immer das dann sein mag – AfD oder rechte Verlage, unbequeme Blogger oder skeptische Bürger? Dabei haben die schon lange die Deutungshoheit verloren. Ihre Positionen haben überhaupt keine Chance auf Kenntnisnahme. Was bei dem vielen Unsinn, den sie erzählen, sicher kein Verlust ist – aber sie haben ja nicht nur Quatsch im Sortiment, sondern treffen hier und da auch mal richtige Töne, bilden ab, was die Menschen bewegt, wie sie die Welt und die Gesellschaft sehen. Doch mittlerweile sind wir so weit, AfD und Konsorten könnten behaupten, dass heute der Himmel grau ist und jene Kreise würden wider besseren Wissens Zweifel anmelden.

… aber vermeintlich links sind alle

Die woken Vorturner würden nicht einfach das Gegenteil behaupten, sie würden lang und breit Textanalyse betreiben und Silbe für Silbe dekonstruieren, um danach zu beweisen: Nein, der Himmel ist nicht grau, er ist eigentlich hellblau, es sei nur eine Frage der richtigen Haltung, die man seiner eigenen Wahrnehmung bitte endlich zumuten sollte. Und je kurioser die Begründung, je abgefahrener das Urteil, desto mehr Aufmerksamkeit schenkt man einem solchen Giganten der Realitätsverdrehung. Wenn er das auch noch mit dem Brustton von Selbstvorwürfen und Selbstkasteiung fertigbringt, ist ihm ein Platz im Olymp des völlig abgehobenen Feuilletons sicher, wird er als neuer Stern am Firmament der Philosophie gefeiert. Dass seine Hirngrütze keinem Realitätscheck standhält, er nur Micky-Maus-Argumente anführt, kümmert dabei keinen aus dem Medien- und Politikbetrieb. Ganz im Gegenteil, der woke Kapitalismus ist einfach zu praktisch, um alle sozialen Nöte zu bedecken.

In den Vereinigten Staaten haben das die Eliten längst kapiert. Und seit Jahren drängen sie dieses Modell auch ihren “Freunden” auf. In Deutschland ist das Modell der Wokeness besonders erfolgreich, weil sie hier auf eine besonders artverwandte Weltanschauung stößt, die den normalen Wokeness-Wahnsinn aus Übersee blendend ergänzt: Nämlich auf die Weltsicht der Antideutschen. Das behauptet jedenfalls die Autorin Eva C. Schweitzer sehr beredt und argumentativ reichhaltig in ihrem aktuellen Buch. Die deutschen Woker adaptieren einfach die amerikanischen Verhältnisse und tun so, als sei bei uns alles ganz genauso. Dabei sei es für einen Schwarzen in den USA ungleich schwieriger als in der Bundesrepublik. Schweitzer, die selbst in den Staaten lebt, erklärt, dass das recht amerikanische Phänomen der Wokeness von den Antideutschen nur zu gerne aufgegriffen wurde, weil es das verspricht, was sie antreibt: Selbsthass und die Abneigung gegen dieses Deutschland, das sie gerne verrecken sehen würden.

Und sie docken hierzulande auch überall an, wie Judith Sevinç Basad unlängst in ihrem Buch »Schäm dich! Wie Ideologinnen und Ideologen bestimmen, was gut und böse ist« darlegte. Antideutsche Thesen, Rassismus gegen Weiße und Deutsche etwa, werden in diesem Lande nicht nur geduldet, sondern an vielen Stellen sogar staatlich subventioniert und gefördert. Das alles verkauft man den Bürgern dann als fortschrittlichen Antirassismus, der aber mit strikten manichäischen Versatzstücken arbeitet und einen kruden bis esoterisch eingefärbten Schuldkomplex nährt.

Wir woken uns zu Tode

Die Antideutschen sind in dieser Beziehung den amerikanischen Neocons recht nahe. Auch sie speisen ihr Weltbild aus einem Gut-Böse-Schema, das ein bisschen wie vom Christentum abgekupfert scheint. Dass die Antideutschen und die Neocons sich so gut ergänzen, gemeinsam die bellizistischen Stützen der Atlantikbrücke sind, ist damit gar kein Zufall, erklärt Schweitzer in dem bereits vorher erwähnten Buch. Die Antideutschen sind dabei so urdeutsch, wie man sich das nur gerade vorstellen kann. Denn sie treiben die woke Ideologie auf die Spitze, frei nach Brecht: “Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen übertreiben.” Für sie ist es eine Manie, ein Projekt, dem sie sich mit Haut und Haaren verschrieben haben – sie wollen die Gesellschaft vom Grunde auf umkrempeln, jeden falschen Gedanken, der in den Köpfen der Menschen irrlichtert, verbannen und verbieten. Drunter machen sie es nicht.

Entspannt sein, Fünfe gerade sein lassen, mal wegsehen, nicht überbewerten, auch mal lächeln und Humor zeigen: Das ist diesen Leuten absolut nicht möglich. Sie wirken dabei wie das Stereotyp des preußischen Beamten, für den Dienst Dienst und Schnaps Schnaps ist. Wobei sie sicher keinen Schnaps trinken, da könnten sie ja außer Kontrolle geraten und mal kurz die Contenance verlieren. In ihrer Weltwahrnehmung gibt es nichts zu lachen, keine Leichtigkeit – jeder Satz muss zerlegt, geprüft und eingeordnet werden; Menschen kommen darin nur als Ideologiemaschinen vor, als Roboter politischer Korrektheit. Humor ist ein Frevel, daher ist auch jede Ausrede, dieser oder jener von der Öffentlichkeit kritisierte Tweet sei nur Spaß, nur Satire gewesen, total unglaubhaft: Solche Leute lachen nicht. Nie! Sie erwachen jeden Tag nur dafür, das Gute in die Welt zu bringen, etablieren aber mehr und mehr ganz böse Umstände. Sie diskreditieren, diffamieren und vorverurteilen, betreiben einen als Antirassismus verbrämten Rassismus, kanzeln ältere Generationen ab und nehmen eine Opferrolle ein, die ihnen der Täter namens alter weißer Mann angeheftet haben soll.

Die Woken haben sich dabei eine auf Erpressung basierende Deutungshoheit erschlichen, die sich einen progressiven Anstrich gibt, aber degressive Folgen zeitigt. Wenn man jemand fürchten muss, dann diese Fanatiker, die drauf und dran sind, Gesellschaft zu einem sehr ungemütlichen Ort der Überwachung, Kontrolle und Bekenntnisschule auswachsen zu lassen. Sie sind totalitär, übergriffig und menschenverachtend, während sie so tun, als seien sie die Opfer. Von den Lebens- und Arbeitsumständen der Menschen haben sie keinen blassen Schimmer – aber darum geht es ihnen auch nicht. In ihrer Welt sind alle Weißen begünstigt – auch der Penner am Hauptbahnhof. In so einer Haltung schlummert widerlichster Sozialdarwinismus und Elitarismus. Nein, wirklich nicht, mit solchen Leuten hat man kein Mitleid, da wiederhole ich mich: Als Demokrat bekämpft man sie.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 02. November 2021 bei neulandrebellen.de

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Bildquelle: Drazen Zigic / shutterstock

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Kommentare (26)

26 Kommentare zu: “Ganz linke Leute von rechts | Von Roberto de Lapuente

  1. UBP-2 sagt:

    Ich kann das nicht so schön ausdrücken wie Herr de Lapuente. Für mich sind das widerlich totalitäre NeuSA/SSler für die nur ein "linker" schwarzer schwuler Jude aus Asien nach der Geschlechtsumwandlung zur Frau_inn ein Mensch sein kann.

  2. Laurenz sagt:

    Sehr treffender Artikel, nur leider ist das ganze noch eine Dimension schlimmer.
    Was soll das Gewoke? Es hat nämlich einen klaren Zweck, es ist die Anwendung kolonialer Machttechnik im Inneren.
    Dieser Diskurs liegt quer zu den Macht- und Ausbeutungspraktiken, die für die gemeinen Menschen in ihrer Lebenslage schwere Folgen haben, und verschleiert sie systematisch. Natürlich gibt es Vorurteile und Diskriminierung, und oft kommen sie so gut verpackt daher, dass Mann/Frau sich sogar edel und gut dabei fühlen können. Intellektuelle Wachsamkeit und Selbstreflektion sind daher wirklich notwendig.
    Aber: Dieser woke Diskurs teilt. Er splittert auf in Minderheiten und verleiht vorgeblich kompensatorische Privilegien. Die Privilegien gibt es aber für etwas ganz anderes, und deshalb wird dieser Diskurs von den realen Machtstrukturen nach Kräften gefördert: Wer sich als benachteiligte Minderheit versteht, braucht den großen Bruder, weil nur er setzt die vorgeblich kompensatorischen Privilegien durch. Natürlich nur, wenn Mann/Frau stromlinienförmig mit den wirklichen Machtstrukturen konform geht – diese geben ja vorgeblich Schutz gegen die geprangerten Täter, und Täter ist jeder, der das Spiel der eigenen Delegitimierung nicht mitspielen will.
    In den britischen Kolonien gab es drei einfache Prinzipien, die das Empire hochgehalten haben: Ziehe nationale Grenzen durch Kerngebiete ethnischer Gruppen, so dass sie in den entstehenden Territorien Minderheiten werden und durch Grenzen geteilt sind. Mache eine bestehende Minderheit, die bislang kaum Einfluss hatte, zu den privilegierten Kollaborateuren der Kolonialverwaltung. Privilegien für die Minderheiten sind günstig, sie sind auch willig, Ausbeutungsstrukturen für den großen Rest der Bevölkerung durchzusetzen, und sie sind auf Gedeih und Verderben auf den Schutz der Kolonialmacht angewiesen. Spuren sie nicht, fallen sie Ruck-Zuck in die Bedeutungslosigkeit und sind dann ob ihre Verhasstheit oft auch einen Kopf kürzer, ohne dass man sich als Kolonialmacht die Hände schmutzig machen muss. Alternativen lassen sich meist problemlos rekrutieren, und die kennen dann die Regeln schon.
    Die dritte ist: Lasse nur Extraktionslinien der Verkehrswege zu den Häfen zu. Bekämpfe jede überregionale Verbindung, die Alternativen schaffen könnte, mit allen Mitteln. Im Inneren angewendet bedeutet das: Unterbinde Kooperation und Austausch zwischen sozialen Gruppen und Individuen mit gemeinsamen Interessen, so unterschiedlich und divers sie auch sein mögen. Beschränke sie auf kontrollierte Interaktionen und maximiere Abhängigkeiten. Unterbinde Kleinhandel und Schattenwirtschaft, und schaffe Oligopole, deren Konkurrenz ausgelöscht ist. Nur so ist der Tributfluss gesichert.

  3. Mutantenstadel sagt:

    Woke, dies und das, ist doch sowieso schon alles idiocracy. Man blickt morgens in die Schlüpper und soll schon nicht mehr wissen, ob man Weib oder Kerl ist. Über sowas hätte man früher nicht mal im Kabarett gelacht, weil es viel zu dümmlich ist.

    Wir haben vornweg 2/3 unseres Bruttos, welches sich der Staat abzwackt und dann schafft er nicht einmal Energiesicherheit herzustellen, empfiehlt stattdessen Verzicht bei gleichzeitigem Verbot freier Forschung.

    Verzichtsethik für eine bessere Zukunft. Oh. Mein. Gott!

    Das nenne ich mal sozialistischen Output. Alle abkassieren bis der Adler quietscht und dennoch den ganzen Laden verkacken!

    Wir brauchen eine Befreiung und nicht mehr Staat. Ein Denken out of the box!

    • _Box sagt:

      Klar, denn es geht ja um nichts Wesentliches. Bzw. hauptsächlich darum, daß die Machtunterworfenen gegeneinander gehetzt werden.
      Bzw. ist es das was jene tun sollen die noch ein restpolitisches Engagement haben, sich über Ablenkthemen gegenseitig zerfleischen. Damit der Geldadel ungestört die Welt transformiert.
      Die meisten Anderen haben sich bitte schön vollends apathisiert gefälligst pausenlos mit ihrer Selbstoptimierung für den Markt zu befassen.
      So war das doch, oder?

    • Mutantenstadel sagt:

      Dieser sogenannte Geldadel (Geht es noch abgedroschener?) führt seit Jahrzehnten einen neuen Sozialismus ein. Und das mit der Unterstützung der Dummen und der noch Dümmeren.

      Und da ist die Frage nach einer Apathie auch schon beantwortet, denn diese kennzeichnet jeden Sozialismus nach relativ kurzer Zeit.

      Apathie der Massen, Opportunismus der Leistungsfähigen und Verfolgungswahn der Parteikaste / Ideologen.

  4. "Divide et impera: Es ist immer interessant für die Herrschenden, wenn die Konflikte nicht von oben nach unten geführt werden, sondern wenn sich in der Horizontalen die Leute die Köpfe einschlagen."
    Matthias Burchardt (Philosoph, Pädagoge und Publizist) ln :
    Schöne neue Welt 2030 | Gespräch & Buchpräsentation
    Aufzeichnung des Livestreams vom 19.10.2021 im Aktionsradius Wien.
    https://aktionsradius.at/content/de/medien/videoarchiv-themenveranstaltungen#Veranstaltung_2021-10-19

  5. Hartensteiner sagt:

    Ich bezeichne mich gelegentlich als links. Was meine ich damit? Ganz einfach… vergessen wir, was dereinst links oder rechts war und fragen uns einfach, wie wir selbst leben möchten. Zum Beispiel als selbstbestimmte Individuen, die mit anderen selbstbestimmten Individuen kooperieren und ohne, dass da irgendeine Macht irgendwo dräut. Und dann machen wir den Rest unter uns aus.
    Ist das einfach, oder? Und das ist nun links – wenn wir den ganzen Schrott der Vergangenheit und Gegenwart auf den Müll werfen. Es gibt sogar ein paar Altlinke und Altrechte, die einverstanden wären und mit denen man zusammenarbeiten könnte. Wo ist das Problem? :-)
    So gab es u.a. auch im republikanischen Spanien schon ein paar analphabetische Bauern, die sicher keinen Marx gelesen hatten und die spontan auf diese Weise wussten, wie ihr linker Sozialismus auszusehen hatte. Das haben sie dann erfolgreich gemacht, bis sie von Franco auseinander getrieben wurden.
    Einfachheit hat was.

  6. Der Fall Sarah-Lee Heinrich:

    Ein anderer aktueller prominenter Fall von Rassismus ist der Fall Sarah-Lee Heinrich. Die Grünen, eine große Mainstreampartei, lässt diese Frau weiterhin als eine Sprecherin und Führerin ihrer Jungorganisation amtieren, obwohl sich Frau Heinrich vor nicht extrem langer Zeit weißenfeindlich, männerfeindlich, schwulenfeindlich und behindertenfeindlich geäußert hat. Und viele Mainstreammedien geben dieser Frau nun ständig eine Plattform (als sei nichts gewesen) ohne auf ihre früheren rassistischen Äußerungen hinzuweisen und ohne diese zu kritisieren.

    Zwar war Frau Heinrich dabei zum Teil noch unter 18, jedoch war sie insoweit zum Teil auch schon über 18 und selbst die ältesten ihrer Äußerungen waren nicht bereits so lange her, als dass man diese im Hinblick auf ihr Parteiamt als unbedeutend abtun könnte. Dessen ungeachtet ist man auch mit zum Beispiel 15 Jahren für seine Äußerungen verantwortlich. Schließlich ist man ja auch schon mit bereits 7 Jahren geschäftsfähig. Abgesehen davon sollte keine Partei jemandem, der vor nicht allzu langer Zeit eine solche Äußerung gemacht hat, zur Sprecherin wählen und kein Medium sollte so jemandem eine Plattform bzw. ein Sprachrohr geben.

    Zwar hat sie sich inzwischen von ihren Äußerungen distanziert, jedoch ging insoweit nicht die Initiative von ihr aus, sondern sie tat dies erst, nachdem ihre früheren Äußerungen publik wurden und auf ihr öffentlicher Druck lastete. Zudem behauptete sie, dass sie sich an ihre früheren Äußerungen nicht mehr erinnern könne.

    • Mutantenstadel sagt:

      Heinrich ist ja schon so eine Ulknudel. Für Karriere redet man schon mit eklig weißen Männern.

      Die kommt noch einmal ganz groß raus.

      n-tv.de/mediathek/magazine/fruehstart/Nicht-Name-muss-sich-aendern-sondern-das-System-article22902545.html

      Aton nein. Kohle nein. Gas nein.

      Da lacht sich doch die Welt schlapp.

  7. zivilist sagt:

    Rechts oder links konnte mir schon meine hochgeschätzte Großmutter nicht überzeugend erklären, ich bin dann einfach auf ihren Sofa rumgehüpft, um 180°, und schon war links, was eben noch rechts war und umgekehrt.

    Ein aktuelles Beispiel:

    Gaddafi, der war doch links ?! Als er seine Rede vor der UNO in NY hielt, hatte er das Problem, daß er keinen Platz für sein Zelt fand, im Hyde Park wollte man ihn nicht lassen, auch auf Campingplätzen nicht, aber schließlich ließ ihn ein gewisser Donald Trump in seinem Garten zelten. Trump ist doch rechts. oder? Und war so lange Demokrat, bis klar war, daß er auf dem ticket nicht Präsident werden kann, seither ist er Republikaner.

    Und Gaddafi macht, zur Zeit der Schweinegrippe, interessante Prognosen bezüglich der Fischgrippe, die sich heute gerade bewahrheiten. Sucht man den Text dieser Passage auf Deutsch, landete man beim AfD (die ist doch rechts ?!) Mann für Rosenheim. Das wiederum hat Bing/ Microsoft zwischenzeitlich 'korrigiert'.

    • _Box sagt:

      Vielleicht kann es ja jemand anders erklären, denn vor allem macht es keinen Sinn einen Begriff zu erklären, indem man eine Person heranzieht und behauptet sie sei dieses oder jenes, ohne ein anschauliches Bsp. zu liefern warum es so ist. Damit ist dann ebenso viel erklärt als wie zuvor:

      Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld.
      05. August 2016 um 9:55 Ein Artikel von: Redaktion

      Die NachDenkSeiten beschäftigen sich von Beginn an mit dem Thema Manipulation und mit der Frage, wie man sich davor schützen kann. Ein großer Experte dafür ist auch Professor Mausfeld. Ihn hatten wir im vergangenen Sommer mit den NachDenkSeiten-Leserinnen und Lesern bekannt gemacht. Jens Wernicke hat ihn jetzt aus aktuellem Anlass ein zweites Mal für die NachDenkSeiten interviewt.
      (…)
      Wenn, wie Sie sagen, viele der Probleme, mit denen wir gegenwärtig konfrontiert sind, so komplex sind, dass es keine klaren oder einfachen Lösungen gibt und geben kann, hat dann nicht auch die historische Unterscheidung von linken und rechten Haltungen ihre Bedeutung verloren? Geht es dann nicht in erster Linie darum, pragmatisch konkrete Lösungen für konkrete Probleme zu finden? Einige Akteure im politischen Spektrum deuten derlei aktuell ja gern einmal an…

      Das ist genau die Ideologie, mit der – ziemlich erfolgreich – versucht wird, demokratische Strukturen durch eine Herrschaft technokratischer Eliten zu ersetzen. Daniel Bell hatte ja schon 1960 das „Ende der Ideologie“ verkündet und Francis Fukuyama 1992 gar das „Ende der Geschichte“ durch den Siegeszug des Kapitalismus. Beide Thesen sind rasch in sich zusammengefallen und haben sich als das erwiesen, was sie sind: als Versuche, eine Ideologie zu schaffen, mit der sich der Status der herrschenden Eliten stabilisieren und ihre Macht vergrößern läßt.

      Links und rechts sind ja nicht lediglich – in ihrem Bezug auf die Sitzordnung in der verfassunggebenden französischen Nationalversammlung von 1789 – historische Einteilungen entlang einer eindimensionalen Eigenschaft. Als solche wären sie in der Tat nicht nur historisch überholt, sondern auch hoffnungslos unterkomplex. Links steht vielmehr für die normativen moralischen und politischen Leitvorstellungen, die über den Menschen und über die Möglichkeiten seiner gesellschaftlichen Organisation in einem langen und mühsamen historischen Prozeß gewonnen wurden und die in der Aufklärung besonders prägnant formuliert wurden. Den Kern dieser Leitvorstellungen bildet ein universeller Humanismus, also die Anerkennung einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen.

      Bereits aus dieser Leitvorstellung ergeben sich schwerwiegende und weitreichende Folgerungen. Beispielsweise schließt ein universeller Humanismus Positionen aus, die auf der Überzeugung einer prinzipiellen Vorrangstellung der eigenen biologischen, sozialen, kulturellen, religiösen oder nationalen Gruppe beruhen; er schließt also Rassismus, Chauvinismus, Nationalismus oder Exzeptionalismus aus. Zudem beinhaltet er, dass alle Machtstrukturen ihre Existenzberechtigung nachzuweisen und sich der Öffentlichkeit gegenüber zu rechtfertigen haben, sonst sind sie illegitim und somit zu beseitigen.

      Aus dem universellen Humanismus ergibt sich also das spezifische Leitideal einer radikal-demokratischen Form einer Gesellschaft, in der ein jeder einen angemessenen Anteil an allen Entscheidungen hat, die die eigene ökonomische und gesellschaftliche Situation betreffen; er schließt also Gesellschaftsformen aus, die auf einer Elitenherrschaft oder auf einem Führerprinzip beruhen. Diese in der Aufklärung erstmals klar formulierten Leitideale sind seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und verfeinert worden und stellen den Identitätskern des linken Projektes dar.

      Da diese Leitideale gewaltige politische Konsequenzen haben, wurden sie seit je auf das schärfste bekämpft; historisch war das der Kern der sogenannten Gegenaufklärung, der es wesentlich um die Wahrung des jeweiligen Status quo ging. Die Behauptung, eine Links-Rechts-Unterscheidung hätte sich historisch überlebt, würde also letztlich beinhalten, dass sich die Leitideen einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen und einer ernsthaften demokratischen Gesellschaftsorganisation überholt hätten – eine These, die natürlich gerne von denen vertreten wird, deren Macht gerade auf rassistischen, chauvinistischen, nationalistischen oder exzeptionalistischen Ideologien basiert.
      (…)
      In der Sache sind links und rechts in der Tat Gegenpole und können daher in der Substanz so wenig Berührungspunkte miteinander haben wie Aufklärung und Gegenaufklärung oder wie Demokratie und Elitenherrschaft. Blickt man jedoch statt auf die Sache auf die Ebene einzelner Personen oder auf die Ebene konkreter politischer Gruppierungen, die sich als links bezeichnen, so lassen sich aus naheliegenden Gründen alle möglichen Konstellationen von Haltungen finden, die in der Sache völlig unvereinbar miteinander sind.

      Das war auch zur Zeit der Aufklärung nicht anders. Beispielsweise gilt der große schottische Philosoph David Hume als zur Aufklärung gehörig; gleichwohl sah er Schwarze „von Natur aus den Weißen unterlegen“ an, vertrat also rassistische Auffassungen. Auf der Ebene einzelner Personen können also Überzeugungen gleichzeitig nebeneinander bestehen, die in der Sache völlig unverträglich miteinander sind. Das ist eine Konsequenz unserer beschränkten Rationalität und anderer Eigenschaften unseres Geistes. Wir sind oft nicht in der Lage zu erkennen, dass einige unserer Überzeugungen in der Sache miteinander unverträglich sind. Beispielsweise können uns bestimmte Affekte daran hindern, derartige Unverträglichkeiten zu bemerken.

      So war Hume einerseits von den Leitidealen der Aufklärung fasziniert; zugleich vertrat er – weil er eine mögliche Gefährdung seiner eigenen privilegierten Lebensform fürchtete – ein gesellschaftliches Weltbild, das die damalige gesellschaftliche und kolonialistische Praxis rechtfertigte. Doch auch unter denjenigen, die sich aufrichtig und konsequent der radikalen Aufklärung und den genannten Leitidealen verpflichtet fühlten, fanden sich zahlreiche, die Bedenken hatten, das Volk über diese Leitdeale aufzuklären, weil sie fürchteten, durch den dadurch möglicherweise ausgelösten gesellschaftlichen Transformationsprozess Nachteile hinsichtlich ihres privilegierten Status quo zu erleiden. Erst kommt bei den Privilegierten eben die Sicherung des eigenen gesellschaftlichen Status quo, dann kommt die Moral.

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=34504

      Wegen Politikern. Es gibt derzeit im parlamentarischen Apparat der sog. "Demokratien" keine linke Kraft, selbst nicht bei denen die sich dieses Etikett angeheftet haben.
      Überhaupt haben diese Leute nun noch viel weniger zu melden als vor dem aktuellen Putsch der Oligarchen über die von ihnen kontrollierten Institutionen.

      Evtl. empfiehlt es sich hier auch mal Herrn Pohlmann anzuschauen:

      Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand"
      https://serv1.wiki-tube.de/videos/watch/c9eab6a5-480b-42bf-b8d5-fabc5d4cf148

  8. KTrein sagt:

    Danke für diesem überaus treffenden Beitrag!
    Auch ich ärgere mich schon lange über diese Zustände.
    Wenn das, was die anders denkenden Menschen antun, an Leuten ihrer woken "Gemeinde" vollzogen würde, die Berichterstattung darüber fände wochenlang kein Ende… was die (im Allgemeinen zumindest) wollen, ist nicht Gleichberechtigung und Fairness, sondern Privilegierung und – Beifall.

  9. _Box sagt:

    Vor allem geht es um die Installation von Ablenkthemen und Ablenkzielen, um von den systemischen Ursachen und deren Nutznießern abzulenken:

    Der Klassenkrieg
    Die Armut in Deutschland führt in jedem Jahr zu vorzeitigen Todesfällen in sechsstelliger Zahl — global gesehen, sind es weitaus mehr, für die unser Land mitverantwortlich ist.
    von Carl Rheinländer

    Der Begriff Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und/oder der sozialen und ökonomischen Position. Klassismus ist der versteckte große Bruder des Rassismus oder, wie der US-Ökonom Chuck Baron sagte, der „arme Vetter der Diskriminierungsformen“. In Deutschland ist der Begriff bislang wenig gebräuchlich, was wohl hauptsächlich daran liegen mag, dass alle politischen Strömungen den Unterschied zwischen Arm und Reich immer noch als eine Art natürlichen Zustand ansehen, der sich nicht ändern lässt.

    Statt die Existenz stabiler Armut auf breiter Basis in der Gesellschaft als eindeutigen Beweis dafür anzuerkennen, dass das herrschende Wirtschaftssystems als Modell zur solidarisch ausgewogenen Versorgung dieser Gesellschaft völlig untauglich ist, werfen strukturkonservative und wirtschaftsliberale Politiker den Diskriminierten noch vor, selbst für ihr Schicksal verantwortlich zu sein.

    Auch aufseiten der politisch Linken in den Parlamenten ist der Klassismus allenfalls ein Pflichtthema in Überschriften ohne schlüssige Konzeption und zielorientierte Absicht, für das man nun einmal die Kernkompetenz beansprucht, aus welcher jedoch selten Schlaueres herauskommt als Forderungen nach mehr Geld für die Betroffenen.
    (…)
    Statt mit sozial benachteiligten Menschen befasst man sich dann doch lieber mit den in eigenen „moralisch coolen“ Kreisen populären „Nebenwidersprüchen“ (wie Karl Marx es nannte) wie Rassismus, Sexismus und Diskriminierung geschlechtsspezifischer Minderheiten. Diese Themen sind ohne Zweifel immens wichtig. Ihre Herausstellung bleibt aber bloße Heuchelei, wenn der Klassismus, durch den im Gegensatz zu den Nebenwidersprüchen viele Tausend Menschen vorzeitig zu Tode kommen, nicht den ersten Rang im Engagement bekommt.

    So diskutiert man hier gerne, laut und enthusiastisch, empört sich bräsig auf vertrautem Niveau der eigenen Blase, ändert klassische Erzählungen von Astrid Lindgren, Otfried Preußler und anderen in der Wortwahl, schleift Denkmäler, mobbt in Shitstorms bekannte Personen für eine „politisch inkorrekte“ Äußerung, übertünscht Sinnsprüche an Universitätsgebäuden, schreit konservative Professoren von der Bühne und steigert sich in andere Seltsamkeiten des eigenen Unvermögens, Solidarität jenseits von übernommenen, vorgegebenen Wertungen zu definieren.

    Dabei erfährt man viel verbale Unterstützung vonseiten der herrschenden Strukturen, denn für die Kämpfe gegen die Lieblings-Ismen der Nebenwidersprüche sind keine einschneidenden Änderungen des ökonomischen Ordnungsrahmens nötig. Warum sollte man sich unter Linksliberalen um mehr kümmern, wenn auch mit rein verbalen Reformen wie der autoritären Einführung des Gender-Sprechs die selbstgesteckten Ziele in puncto Solidarität erfüllt sind?

    https://www.rubikon.news/artikel/der-klassenkrieg

    Des einen Migrant ist des anderen alter weißer Mann oder der Ungeimpfte, oder eine beliebige Gruppe die gerade opportun zur Feindbildgenerierung erscheint. Hauptsache der Elefant im Raum bleibt unbemerkt. Vor allem wenn er gerade umhertrampelt und alles zu Klump haut.

    • Mutantenstadel sagt:

      Naja, zu stabiler Armut fällt mir folgendes ein:

      Der Kapitalismus macht aus Luxusgütern Alltagsgegenstände. Der Sozialismus macht aus Alltagsgegenständen Luxusgüter.

      Denk mal out of the box!

  10. Rulai sagt:

    "Was bei dem vielen Unsinn, den sie erzählen, sicher kein Verlust ist – aber sie haben ja nicht nur Quatsch im Sortiment, sondern treffen hier und da auch mal richtige Töne, bilden ab, was die Menschen bewegt, wie sie die Welt und die Gesellschaft sehen. Doch mittlerweile sind wir so weit, AfD und Konsorten könnten behaupten,.."

    Ich möchte dazu anregen, diese Sätze auf Ihre eigenen Verlautbarungen zu beziehen.
    Wo die Gefahr herkommt, sehen Sie offenbar immer noch nicht. Trotz dieses so tollen, so kritischen, so antiwoken Artikels.

    • Rulai sagt:

      Der Kontraphobiker flieht ja gerne in Überheblichkeit, Arroganz, Verblendung. Und in dieser Position weiß er dann alles am besten.
      Zuerst geht ihm der A….. auf Grundeis und er kann sich gar nicht mehr retten, soviel Angst macht ihm alles, was ihn gerade umgibt. Und dann hat er einen raus, der dermaßen überheblich ist, daß man nach Bodenkontakt (da, wo die Angst entsteht, Sie wissen schon, die unteren Chakren vor allem) mit dem Geigerzähler suchen muß.

  11. Wenn man alle weißen Deutschen sterilisieren würde, dann würde es bald keine weißen Deutschen mehr geben, d.h. man würde langfristig/letztendlich/mittelbar die Rasse der weißen Deutschen ausrotten/ausmerzen. Im Hinblick auf diese Folge ist ihre Aussage daher u.a. rassistisch.

    Fraglich ist, ob sie meinte, dass man die weißen Deutschen zwangssterilisieren sollte. Für diese Auslegung spricht, dass sich die allerwenigsten weißen Deutschen freiwillig sterilisieren lassen würden. Zudem legt dies der Wortlaut ihrer Äußerung nahe, da sie von „sterilisiert werden“ sprach, d.h. die Passivform wählte, anstatt z.B. die Formulierung „sich sterilisieren lassen“ zu verwenden. Wenn sie also gemeint haben sollte, dass man die weißen Deutschen zwangssterilisieren sollte, dann war ihre Äußerung faschistisch.

    Dessen ungeachtet ist der Wunsch, nur Weiße zu sterilisieren, d.h. Weiße schlechter zu behandeln, auch rassistisch.
    Sie will, dass andere sterilisiert werden, während sie selbst überproportional viele Kinder bekam.
    Zu sagen, dass alle weißen Deutschen (angeblich) „privilegiert“ seien, erinnert mich an das rassistische Vorurteil, dass (angeblich) alle Juden reich seien.

    Frau Kuhnke wollte, dass rechte Andersdenkende von der Buchmesse, d.h. von einer staatlichen Veranstaltung, ausgeschlossen werden und da dies nicht geschah, boykottierte sie die Buchmesse. Würde man Andersdenkende (wie z. B. LGBT, Sozialisten, Rechte, Anhänger einer alternativen Medizin, Querdenker oder Verschwörungstheoretiker) oder z. B. Weiße oder Schwarze von staatlichen Veranstaltungen auszuschließen, so wäre dies m.E. totalitär und verfassungswidrig.

    Viele reichweitenstarken Medien und andere Gruppen gaben Frau Kuhnke eine Plattform ohne auch nur ein Wort über ihre z.T. rassistischen und faschistischen Äußerungen zu verlieren. Sie sind das eigentliche Problem, nicht die den meisten Menschen völlig unbekannte Frau Kuhnke, über die sonst fast niemand ein Wort verloren hätte.

    • Korrektur: es gibt keine Rasse der weißen Deutschen. Gemeint war im ersten Absatz, dass es langfristig keine weißen Deutschen mehr geben würde, wenn man alle weißen deutschen sterilisieren würde. D.h. der deutsche Ableger der weißen Rasse würde langfristig/letztendlich ausmerzt/ausgerottet werden (ohne allerdings einen weißen Deutschen umzubringen). Rassistisch ist ein solcher Wunsch aber allemal.

    • Hartensteiner sagt:

      Genauer: Es gibt nur eine einzige Menschenrasse und das ist der Homo Sapiens (Wobei "Sapiens" nicht gerade gut passt).
      Und dieser Mensch lebt(e) in ganz unterschiedlichen Gegenden und Kulturen, was zu recht interessanten Unterschieden geführt hat, bis hin zu unterschiedlichen Völkern etc., die meist auch innerhalb unterschiedlich sind. So sage ich als Süddeutscher gern, dass nördlich der Mainlinie für mich Ausland ist :-) Neben den Unterschieden gibt es immer auch viele Gemeinsamkeiten. Der erste Afrikaner aus Liberia, den ich näher kannte und mit dem ich viel geredet habe, kam mir immer vor, als kämen wir aus dem gleichen Dorf, wie es dann auch wieder Leute aus anderen Ländern gibt, die mir sehr fremd erscheinen. Schlimmer… ich treffe auch in Deutschland, also unter "meinem Volk" immer wieder Leute, die mir vorkommen wie Aliens von einem anderen Planeten.
      Kurz: Das ganze Rassismusgeschwätz ist vollkommen unsinnig.
      Ich verstehe schon, wenn Leute, die unter "Rassismus" gelitten haben (oder ihre Vorfahren) einfach mal den Spieß umdrehen und einen neuen Rassismus pflegen, doch die sind dann mindestens so dumm, wie die "alten" Rassisten, wobei
      "Dummheit" natürlich unter den Homo Sapiens (Ha! Sapiens :-) – immer schon eine große Tradition hat und überall mit Fleiß gepflegt wird. Das weisen gerade die globalen Maskenträger nach und zwar durch alle "Rassen" und Völker hindurch.
      Auf jeden Fall wird in Sachen Dummheit schon mal die "Einheit aller Rassen" unübersehbar.

    • Hartensteiner sagt:

      Vielleicht wäre hier noch (knapp) zu ergänzen: Die "alten Rassisten" pflegten den immer deshalb, weil eine "niedrigere Rasse" natürlich "zu recht" und mit gutem Gewissen ausgeplündert werden kann. Die "neuen Rassisten" möchten vielleicht nun dort plündern, wohin in der Vergangenheit (auch heute noch) ihr Reichtum hingeflossen ist . Nur ist der da schon gar nicht mehr, sondern "lock, stock und barrel" (fast zur Gänze) zur "Internationalen des Finanzkapitals" geflossen. Dort können sie von mir aus mal tüchtig plündern. Da machen wir mit. Nur… das wird weder ihnen noch uns gelingen :-(

    • Ergänzung zum Fall Kuhnke:

      Wenn sie sich dabei eine Zwangssterilisierung gewünscht haben sollte, dann hat sie sich eine schwere Körperverletzung i.S.v. § 226 StGB, d.h. ein Verbrechen, zu Lasten eines jeden fortpflanzungsfähigen weißen Deutschen gewünscht.

      @ Hartensteiner:

      Natürlich gibt es streng genommen mangels klarer Abgrenzbarkeit keine Rassen, da der Übergang hinsichtlich des Merkmals „Hautfarbe“ und hinsichtlich aller anderen vermeintlichen Rassenmerkmale fließend ist. Auch die Bezeichnung „weiß“ und „schwarz“ ist unsinnig. Es gibt keinen Menschen, der so hell oder so dunkel wäre. Übrigens könnte ich mich auch als Farbiger bezeichnen, und zwar einmal partiell, da ich Sommersprossen habe, und einmal potentiell, da ich die Möglichkeit hätte, meine Haut mittels Sonnenlicht tief braun zu färben.

  12. Wenn die auch nur geahnt Linke sind, war Adolf Hitler ein Buddhistischer Bettelmönch

    • Nevyn sagt:

      Wenn es dazu beitrüge, noch mehr Leute an die Nadel zu bekommen, dann WÜRDEN alle einschlägigen Medien ab morgen verkünden, er SEI ein buddhistischer Bettelmönch gewesen und wer etwas anderes behaupte, sei ein Verschörungsschwurbler und Buddismusleugner und dem gehöre wenigstens das Konto und der Job gekündigt.

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