Die Zeit der Imperien ist vorbei | Von Jochen Mitschka

Aber nicht ihre Macht, den Schein von Realität zu erschaffen

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Seit Vietnam gelingt den USA zwar die Zerstörung, nicht aber die dauerhafte Eroberung und Domestizierung von Ländern, außer Kleinststaaten mit nur geringsten Einwohnerzahlen. Selbst aus Afghanistan mussten sie, und auch der Verbündete Deutschland flüchten. Aus dem Irak wurden sie bereits einmal herauskomplimentiert, demnächst wohl wieder. Und ihren Lehrlingen, die gerne wenigstens die regionale Dominanz im Schatten des großen Imperiums und mit seiner Hilfe klarstellen wollen, drohen ähnliche Schicksale. So wird der Jemen, lange vorhergesagt von nicht in öffentlichen Medien vorkommenden Analysten, das Vietnam Saudi-Arabiens werden.

Wenn Wikipedia, die Medien und die Presse uns weismachen wollen, dass es sich um einen Bürgerkrieg handelt, in dem die “legitime Regierung” wieder eingesetzt werden soll, können informierte Menschen nur noch müde lächeln. Wie in dem Buch “Jemens Befreiungskampf” von Jay Tharappel eindrücklich klar gestellt, ist dieser “Bürgerkrieg” der vielleicht letzte Versuch, neokoloniale Macht über ein unterlegenes Land mit Waffengewalt auszuüben. 

Während unsere Medien also in der Regel behaupten, der Krieg gegen Jemen würde von Saudi-Arabien mit Hilfe der USA geführt, um eine legitime Regierung gegen Terroristen, die angeblich vom Iran unterstützt werden, an die Macht zurück zu bringen, beschreibt Karim Shami in einem Artikel in “The Cradle” sehr eindrucksvoll, dass dieser Krieg der Befreiungskrieg eines unterdrückten Landes ist. Daher hier nun einige Auszüge aus seinem Artikel vom 6. Dezember.

“‘Sag ihm, Sanaa ist weit weg, aber Riad kommt näher’, rufen die Jemeniten, wenn ihre Hauptstadt Ziel von Luftangriffen der saudischen Koalition ist. Das ‘er’ in diesem Schlachtruf bezieht sich auf den saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman (MbS), der die sechsjährige Aggression gegen die ärmste Nation der arabischen Welt eingeleitet hat.

Nach jedem saudischen Angriff auf Sanaa überschwemmt dieser Satz die sozialen Medien und beschwört den jemenitischen Widerstand, sich direkt an Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens, zu rächen. Während die Saudis und ihre sich langsam auflösende Koalition von Verbündeten in den letzten Tagen ihres gescheiterten Krieges unerbittlich auf Sanaa einschlagen, fragt man sich, warum sie noch nicht begreifen, mit welcher Feuerkraft sie Vergeltung einfordern.

Und so begann es …

Im März 2015, ein Jahr nachdem die jemenitische Widerstandsbewegung Ansarallah die Kontrolle über die Hauptstadt übernommen hatte, wurde eine Zehn-Nationen-Koalition unter Führung Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gebildet, die von den USA und dem Vereinigten Königreich logistisch und politisch unterstützt wurde. Kurz darauf begannen Kampfjets und Bodentruppen mit Operationen in den Provinzen rund um die Hauptstadt.

Bis Ende 2016 wurden mehr als zehntausend Luftangriffe gemeldet, wobei Sanaa mit 2 600 Angriffen den Löwenanteil davon abbekam – das entspricht einem Luftangriff alle 3,5 Stunden an jedem Tag in zwei aufeinanderfolgenden Jahren.

Parallel zu den ununterbrochenen Luftangriffen begann eine Invasion der von der Koalition geführten Landstreitkräfte – hauptsächlich jemenitische Söldner und sudanesische Soldaten – die der Ansarallah Tausende von Quadratkilometern abrungen.

Die Ansarallah, die sich zum ersten Mal in ihrer kurzen Geschichte als Herrscher über die Bevölkerung sah, hatte ihre Autorität in Sanaa erst ein Jahr vor der Aggression gesichert. Die Freiheits-Bewegung hatte noch nicht die Zeit und die Ressourcen, um ihre Infrastruktur, Wirtschaft, militärische Macht und außenpolitische Beziehungen aufzubauen.

Das Blatt wendete sich im Jahr 2018

2018 war der Krieg, der ‘höchstens Wochen bis Monate’ – und laut MbS selbst nur ‘ein paar Tage’ – dauern sollte, lang, richtungslos und kostspielig geworden, vor allem nachdem die Feindseligkeiten zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gegen Katar zutage traten und den Zusammenhalt am Golf sprengten.

Das 10-Nationen-Militärbündnis gegen die jemenitische Unabhängigkeit, das einst aus Ägypten, Jordanien, Sudan, Marokko, Senegal und den Golfstaaten (außer Oman) bestand, schrumpfte über Nacht auf zwei: die VAE und Saudi-Arabien.

Im Jahr 2018 hatten sich die von Saudi-Arabien unterstützten Milizen im Westen (Hodeidah) und Osten (Marib) von Sanaa sowie an den südlichen Grenzen Saudi-Arabiens verschanzt, angrenzend an die Hochburg der Ansarallah in der nordjemenitischen Provinz Saada. Die Vereinigten Arabischen Emirate verfolgten eigene, nicht näher zu erläuterternde Interessen und verlegten ihre Milizen vor allem in den Süden, sowohl zum Schutz als auch zur Kontrolle der strategischen Häfen und Wasserwege des Jemen.

Die Ansarallah hatte den Schock von drei Jahren ausländischer Aggression bereits verkraftet und wertvolle Erfahrungen in Kampf und Militärtaktik gesammelt. Ihre Fähigkeiten in der Waffenherstellung (hauptsächlich ballistische Raketen und Drohnen) und ihre technologischen Fortschritte waren in der Umgebung von Sanaa, das seit Kriegsbeginn von der Koalition und ihren westlichen Verbündeten belagert und mit einer Blockade gepeinigt wird, stetig gewachsen.

Im Jahr 2018 war die Ansarallah also in der Lage, die Richtung des Krieges zu ändern und von einer reinen Verteidigungsstrategie zu proaktiven Angriffskämpfen überzugehen.

Der Wendepunkt im Jemenkrieg kam 2019, schnell und hart. Nach vier Jahren der Verteidigung begann die Ansarallah mit einer Reihe von Operationen unter dem Namen ‘Gleichgewicht der Abschreckung’. Die erste dieser Operationen fand am 17. August statt, als der jemenitische Widerstand selbstgebaute und modifizierte ballistische Raketen sowie Dutzende von Selbstmorddrohnen auf 1200 km entfernte Ziele abfeuerte, was der Entfernung zwischen London und Madrid oder New York und Miami entspricht. Bei den Zielen handelte es sich um die saudi-arabischen ARAMCO-Sheba-Ölfelder und Raffinerien an der saudi-arabischen Grenze.

Die zweite Operation, die am 14. September stattfand, betraf ARAMCO-Anlagen im östlichsten Gebiet Saudi-Arabiens, in Dammam. Diesmal waren die Angriffe von spektakulärem Ausmaß und erregten die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit; Fotos und Videos verbreiteten sich in den sozialen Medien, bevor die Saudis Zeit hatten, die Einzelheiten zu vertuschen.

Es bedurfte weiterer fünf ähnlicher Operationen, um die Saudis zu der Einsicht zu bringen, dass ein Angriff auf Sanaa einen Vergeltungsschlag in die strategische Tiefe Saudi-Arabiens auslösen würde. Nach den Vergeltungsschlägen der Ansarallah gingen die Luftangriffe auf Sanaa von etwa einem Angriff alle drei Stunden auf drei Angriffe pro Jahr zurück.

Das letzte Kapitel des Krieges zeichnet sich ab

Nach raschen Vorstößen im Jahr 2018 und gezielten Vergeltungsschlägen in den Jahren 2019-20 haben die Ansarallah die meisten der verlorenen Gebiete zurückerobert, so dass nur noch Marib, die letzte Hochburg der Saudis im Osten des Jemen, übrig geblieben ist, die in Kürze befreit werden soll.

Im vergangenen Monat flohen die von den Saudis und den Emiraten unterstützten Milizen und Söldner aus Hodeidah, der letzten saudischen Hochburg im Westen des Jemen, nachdem die Ansarallah angekündigt hatten, die Stadt zu befreien und das Gebiet der Vereinigten Arabischen Emirate anzugreifen.

Mit diesem Schlag verloren die Saudis ihren Halt im Jemen. Militärisch gesehen haben die ausländischen Landstreitkräfte den Krieg bereits verloren und stellen für die von den Ansarallah geführte Regierung keinerlei Bedrohung mehr dar.

Schlimmer noch: 2021 kam es in den von der Koalition kontrollierten Provinzen zum ersten Mal in dem sechsjährigen Krieg zu zahlreichen öffentlichen Protesten, bei denen sich die Jemeniten darüber beklagten, dass die Lebensqualität in den von den Ansarallahs regierten Gebieten besser sei als in ihren eigenen, da dort die Kriminalitätsrate niedriger, die Währung stabil und die Rohstoffe billiger seien.

Anstatt sich um einen gesichtswahrenden Ausweg aus dieser sicheren Niederlage zu bemühen, hat Riad stattdessen damit begonnen, die Luftangriffe auf Sanaa und Marib zu verstärken, um die Ansarallah mit allen Mitteln zu schwächen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.

Im November 2021, gab die Ansarallah ihre achte Erklärung zum Gleichgewicht der Abschreckung (siehe oben) ab und startete strategische Vergeltungsschläge gegen militärische Ziele in Riad, Dschidda, Abha, Jizan und Nadschran, um die Saudis an ihre roten Linien zu erinnern.

Die Saudis bombardieren vollkommen irrational weiterhin die Bevölkerung in Sanaa, ohne sich um die Folgen der Vergeltungsmaßnahmen oder die weltweite Wahrnehmung dieser Brutalität zu kümmern. Am 23. November versuchte der Sprecher der Koalition, Turki al-Maliki, die Bombardierung dicht besiedelter Gebiete sogar mit der Behauptung zu rechtfertigen, dass die ‘militärischen Einrichtungen der Ansarallah Krankenhäuser, Organisationen und Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt haben’.

Der Krieg ist so gut wie vorbei, warum also diese unnötigen Luftangriffe auf Sanaa? Warum sollte Saudi-Arabien bewusst provozieren und zu Militärschlägen gegen Riad und ARAMCO einladen? Warum zieht man sich nicht über Nacht aus dem Jemen zurück, so wie es die USA in Afghanistan getan haben? So peinlich es auch sein mag, ein schneller, nicht veröffentlichter Rückzug würde zumindest die saudischen Städte schützen.

Diese Eskalation auf den letzten Drücker hat nichts mit Kriegsstrategie, dem Aufbau von Druckmitteln oder Innenpolitik zu tun.

Saudi-Arabien ist ein 2,1 Millionen Quadratkilometer großes Land mit 20 Millionen Einwohnern und 10 Millionen Ausländern, das über große Öl- und Mineralienvorkommen verfügt, aber kein Parlament, keine Wahlen und keinerlei demokratische Prozesse kennt.

Die gesamte Innen- und Außenpolitik wird von einem einzigen Mann bestimmt: Mohammad bin Salman, dem saudischen Kronprinzen, stellvertretenden Premierminister, Verteidigungsminister, Vorsitzenden des Rates für Wirtschaft und Entwicklung und Vorsitzenden des Rates für politische und Sicherheitsfragen.

MbS ist ein ‘Bestrafer’. Er hat die Ermordung und Zerstückelung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet. Er entführte und verprügelte den ehemaligen libanesischen Premierminister Saad Hariri, bevor er ihn zwang, seinen Rücktritt von Riad aus zu verkünden. Er belagerte Katar, destabilisierte den Irak und boykottierte den gesamten Libanon wegen einer einzigen Bemerkung zum Jemen-Krieg. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Vor einigen Jahren erzählte Ben Rhodes, der stellvertretende nationale Sicherheitsberater des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, während des Abschiedsbesuchs seines Chefs in Riad eine erschreckende Geschichte. Als Obama bei König Salman gegen die kürzliche Hinrichtung von 47 Dissidenten im Königreich protestierte, erhob sich der damalige stellvertretende Kronprinz MbS von seinem Zuschauerplatz und belehrte den US-Präsidenten folgendermaßen:

‘Sie verstehen das saudische Justizsystem nicht’, sagte er. Er argumentierte, dass die saudische Öffentlichkeit Rache an Kriminellen verlange, und dass diejenigen, die geköpft worden waren, ‘um der Stabilität des Königreichs willen getötet werden’ müssten.

Möglicherweise ist MbS in diesen letzten Wochen und Monaten seines ganz persönlichen Krieges im Jemen einfach in den ‘Bestrafer’-Modus zurückgefallen. Die ‘Rache’ für seine Niederlage ist verdient, und das Töten ist ‘im Interesse der Stabilität des Königreichs’.

Die Bombardierung von Sanaa wird aber auch das ‘Gleichgewicht der Abschreckung 9’ rechtfertigen, eine neue Reihe von Vergeltungsschlägen, die von der Ansarallah noch angekündigt werden.

Zweifellos werden ARAMCO und wichtige saudische Städte in nächster Zeit ins Visier genommen. Jede ballistische Rakete, die das Sandkönigreich erreicht, wird zu einem schwächeren Saudi-Arabien und einem stärkeren Jemen führen, was der Ansarallah einen Grund gibt, die Saudis derzeit zu disziplinieren und in Zukunft vielleicht in sie einzufallen. So entstand das Zitat ‘Sanaa ist weit weg, aber Riad rückt näher’.

Unter dem Kommando von MbS ist es unwahrscheinlich, dass die Saudis den Jemen in Ruhe lassen, selbst wenn der Krieg zu Ende ist – sie werden versuchen, das zu tun, was sie im Irak, im Libanon, in Afghanistan, in Katar und in Syrien immer getan haben: die Bevölkerung mit Geld und Waffen zu spalten.

Aber der Jemen ist anders. Die Ansarallah werden ihre eigenen Institutionen einrichten, im Gegensatz zu den anderen Ländern, in denen die USA und ihre regionalen Verbündeten Gesetze und Politiken schaffen, um die Abhängigkeit und Stagnation eines Landes zu gewährleisten, sobald sie abziehen. Nach dem Krieg wird der Jemen eher dem Iran und seiner Entschlossenheit ähneln, mit von außen auferlegten Agenden zu brechen.

Schnallen Sie sich an. Auf der arabischen Halbinsel wird es bald zu Vergeltungsmaßnahmen und Revolutionen kommen.” (Aus: Buckle up: Yemen is about to deliver a Saudi lesson)

Aber zunächst geht die Blockade weiter, mit der Kaperung von Schiffen und dem Stehlen von Öl, was für die Bevölkerung des Jemen bestimmt war, oder mit Bombardierungen der wenigen noch intakten Infrastrukturteile des weitgehend zerstörten Landes. Alles unterstützt von der Wertegemeinschaft westlicher Länder bzw. der NATO. 

Ähnlich wie der “Friedensnobelpreisträger” Kissinger im Vietnamkrieg, und ähnlich wie Deutschland im Krieg gegen Afghanistan versuchen Kriegsverbrecher eine Niederlage so lange wie möglich zu vertuschen, die Ursachen und Hintergründe zu verschleiern, und die Geschichtsbücher und Kinofilme mit heldenhaften eigenen Soldaten zu füllen, die sich verzweifelt gegen übermächtige terroristische Gegner verteidigen. So wie Kissinger meiner Meinung nach einer der größten Kriegsverbrecher des letzten Jahrhunderts ist, so wird er als Held und Ikone von den Herrschenden verehrt. So ist es im Fall von “Karl dem Großen”, der angeblich der erste Europäer war, ohne zu erwähnen, dass dies auf Massenmorden, Massakern, Städte-Raubzügen und den Leichen von Hundertausenden basierte, so wird vermutlich der Kronprinz von Saudi-Arabien auch einmal mit den Attributen versehen, welche ihm die deutsche Politik gab: “Hort der Stabilität”. 

Fazit

Immer wenn Sie etwas in den offiziellen Medien, der Politik oder Geschichtsbüchern hören oder lesen, versuchen Sie, die Geschichte einmal aus der Sicht derjenigen beschrieben zu finden, welche als Aufrührer, Aufständische, Bösewichte, Diktatoren, Verlierer oder einfach Unterlegene beschrieben werden. Versuchen Sie einmal die andere Sicht zu erkennen, und oft werden Sie sich verwundert die Augen reiben. Die Zeit der Imperien ist vorbei, nicht aber ihre Fähigkeit, die Geschichte zu fälschen. Zum Schluss noch eine Videoempfehlung aus Österreich: “REPORTAGE | Wie die Bevölkerung von Politik und Medien gesteuert wird“.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: anasalhajj / shutterstock

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Kommentare (29)

29 Kommentare zu: “Die Zeit der Imperien ist vorbei | Von Jochen Mitschka

  1. Ralle002 sagt:

    SZ, 29. Dezember 2014
    Ex-Geheimdienstler James Bamford
    :
    "Snowden ist der perfekte Whistleblower."
    Die Angriffe auf das World Trade Center, der Angriff auf das Kriegsschiff USS Cole, der 11. September, der Unterwäsche-Bomber, die Anschläge in Boston: Es gibt dutzende Beispiele, in denen die Terroristen nicht von der NSA entdeckt wurden. Ich habe kein einziges Beispiel dafür, dass die NSA jemals Informationen geliefert hat, mit denen ein Terrorangriff verhindert werden konnte.

    http://edition.cnn.com/, October 19, 2000
    Gen. Anthony Zinni Testifies Before Senate Armed Services Committee on USS Cole Disaster

    bibliotecapleyades.net, December 2, 2000
    The Intentional Use of Microorganisms or Toxins to Produce Death or Disease
    At an Oct.19 hearing of the Senate Armed Services Committee investigating the recent terrorist attack on the USS Cole, here is what retired Marine general and former Commander-in-Chief of the U.S. Central Command Anthony Zinni had to say: "We will eventually see a weapon of mass destruction used in a terrorist act. And, I would say we had better start thinking about how we’re going to be prepared for the threat, because we’re woefully unprepared for that event, and that’s inevitable."

    Welt, 15.09.2002
    Der Coup gelang am Jahrestag
    Mit der Verhaftung von Ramzi Binalshibh am 11. September ist pakistanischen und amerikanischen Ermittlern ein entscheidender Schlag gegen das Terrornetzwerk der Al Qaida gelungen

    Neues Deutschland, 19.09.2002
    CIA und US-Marines bereit für Überfall auf Jemen
    Landungsschiff mit Elitesoldaten bereits vor der Küste/Fanden Ermittler neue Anschlagsziele auf Binalshibhs Laptop?

    Zeit, 28. Dezember 2009
    Kampf gegen al-Qaida:
    USA eröffnen Front gegen Terror im Jemen

    Spiegel, 16.06.2015
    Drohnenattacke im Jemen
    CIA-Angriff auf al-Qaidas Nummer zwei

    Spiegel, 29.05.2004
    Terror in Saudi-Arabien
    Mindestens 16 Tote bei al-Qaida-Attacke
    Das Terrornetzwerk al-Qaida hat sich zum Angriff auf westliche Firmengelände in der saudi-arabischen Stadt Chobar bekannt. Bei dem Angriff wurden 16 Menschen getötet, darunter sieben Ausländer. Fünf Geiseln kamen mit dem Leben davon.

    derstandard.at, 7. Juni 2004
    Saudi-Arabien: El Kaida nennt Einzelheiten zu Khobar-Anschlag

    de.euronews.com, 26.08.2015
    Mutmaßlicher Drahtzieher des Khobar-Anschlags festgenommen

    Zeit, 5. April 2016
    Sipri-Bericht:
    Saudi-Arabien überholt Russland bei Rüstungsausgaben

    Spiegel, 08.03.2021
    Jemenkrieg
    Huthi-Rebellen greifen saudi-arabische Ölanlagen an

    Zeit, 17. September 2016
    Jemen-Krieg: Saudi-Arabien bombardiert offenbar Schulen und Krankenhäuser

    Spiegel, 21.10.2018
    McKinsey soll Königshaus beim Kampf gegen Kritiker geholfen haben

    blick.ch, 28.10.2018
    Krieg im Jemen – exklusives Foto beweist
    Saudis töten mit Schweizer Sturmgewehren

    Stern, 02. November 2017
    Deutscher soll gigantische Waffenschmiede in Saudi-Arabien aufbauen

    WiWo, 21. August 2010
    RÜSTUNG
    Heckler & Koch baut Waffenfabrik in Saudi-Arabien

    taz, 20. 10. 2021
    Ermittlungen des Generalbundesanwalts:
    150 private deutsche Krieger

    Welt, 25.05.2019
    NATIONALER NOTSTAND ERKLÄRT
    Trump verkauft an Kongress vorbei Waffen an Saudi-Arabien

    Handelsblatt, 19.01.2019
    HUTHI-REBELLEN
    Vereinte Nationen werfen Iran Kriegsfinanzierung im Jemen vor

    Nuoviso-Video,
    Khashoggi, Saudi Arabien und der Jemenkrieg

    • _Box sagt:

      "Es gibt dutzende Beispiele, in denen die Terroristen nicht von der NSA entdeckt wurden," ist eine Verniedlichung denn die Geheimdienste sind selbst mit der Planung und Durchführung von Operationen im Bereich des Terrors betraut. Sie befassen sich damit sog. "patsys," dt. Sündenböcke zu erschaffen, während sie das Fachpersonal für die Terroranschläge selbst qualifizieren und zur Ausführung einsetzen.

      Anbei auch mit dem aktuellen Gesundheits-Terror:

      Zurück in die Realität!
      VonReinhard Maaß
      Dez 31, 2021

      Die Lüge ist viel monströser, als es uns massenhaft gefälschte Statistiken, Halbwahrheiten und die vielen kleinen wie großen Entstellungen, Verfälschungen, Konnotierungen, Diffamierungen und Angsttrigger vermitteln können. Und die Monströsität lässt sich auch nicht erfassen, wenn man nur auf Corona starrt. Corona ist lediglich eine Chimäre für „Größeres“, so wie der „Kampf zur Rettung des Klimas“ oder der gegen den „internationalen Terrorismus“ oder auch der gegen „Cyber-Terrorismus“. Diese umfassende Lüge bloßzustellen, ist gleichbedeutend mit dem Aufzeigen des wirklich Geschehenen und Geschehenden. Der Jahreswechsel bietet eine gute Gelegenheit, sich dieser Aufgabe zu stellen, meint Reinhard Maaß.

      Es sei nur noch einmal bekräftigt, dass ich die Neue Weltordnung spätestens seit 2001 mit den einstürzenden Hochhäusern als grundsätzlich etabliert ansehe.

      Eigentlich müsste jedem Menschen mit Mittelschulbildung auffallen, das eine hohe Konstruktion aus Stahlträgern mit daran angebrachten weiteren Hochhaus-Bauteilen, die an einer kleinen Stelle irgendwo hoch oben erhitzt wird, niemals so einstürzen kann, wie im Fernsehen gezeigt. Stellen wir uns modellhaft 4 lange aufrechte Eisenstangen, oder ein Klettergerüst ähnlich des Wolkenkratzers vor. Zwischen die Eisenstangen/träger hängen wir Beton, Steine, Glas — egal, was auch immer. Jetzt nehmen wir 4 Schweißbrenner und durchtrennen gleichzeitig die Eisenstangen des Klettergerüstes vom Kinderspielplatz parallel an einer Stelle im oberen Drittel. Schön langsam schweißen wir daran herum. Was wird passieren ?

      Wenn Millionen Architekten, Statiker, Ingenieure, Baumeister, Stahlbauschlosser überall auf der Welt das nicht sehen wollen, dann leben wir schon lange in einer geistigen Parallelwelt, in welcher nur die Autorität zählt.

      Es herrschen überall verbreiteter Gehorsam und blinder Autoritätsglaube auf der Welt. Ein Zivilisationsproblem, anscheinend.

      Es ist egal, was für Statiker mit Doktortitel irgendwelche Modellrechnungen anstellen, wie die Masse der oberen Turmteile sich durch die Gravitation beschleunigt hat. Völlig egal.

      Alle wissen, dass man Stahlrohre oder Stahlträger mit Schweißgeräten an einer Stelle trennt, und beim Rest bleibt die Struktur des Stahls links und rechts oder oberhalb und unterhalb erhalten. Stahlträger verhalten sich von allein nicht so, wie im Fernsehen gezeigt. Es gibt auch nirgendwo auf der ganzen Welt vergleichbare Hochhausbrände.

      Nach dem Brand wurden die grundlegenden Beweismittel — die Stahlträger, weggeschafft und eingeschmolzen. Warum wohl? Man braucht überhaupt keine wissenschaftlichen Berechnungen oder Gutachten, um den Sachverhalt zu verstehen. Schon gar keine Propaganda im Fernsehen.

      Ähnlich ist es mit der Pandemie.

      Wenn nicht die Menschen in den Einkaufszentren oder Stadien alle hustend hinter ihren Masken nach Luft ringen und wir keine Rettungswagen sehen, welche halbstündlich durch die Straßen eilen und unsere Nachbarn auf die Intensivstationen transportieren — dann haben wir keine Pandemie.

      Wir brauchen uns deshalb auch nicht über Virustheorie oder falsche Zahlen streiten.

      Es geht um die grundlegenden Probleme — sich des eigenen Verstandes zu bedienen — nicht zu Autoritäten oder dem Fernsehen aufzusehen. Wir haben keine Pandemie, aber sie wird uns im Fernsehen und durch angebliche Autoritäten vorgespielt.

      Eine Aufklärung sollte meiner Meinung nach niederschwellig ansetzen, nicht bei einzelnen Zahlen, Virentheorien, falschen Statistiken. Der gesunde Menschenverstand sagt uns: Wir haben keine Pandemie.

      Keine Ahnung, was in Bergamo war, aber das war weit weg, und darum müssen sich die Italiener selbst kümmern. Bei uns war kein Bergamo und kann auch kein Bergamo oder Wuhan sein — bei uns ist Deutschland.

      Wenn bei uns Krankenhäuser geschlossen und Intensivbetten abgebaut werden, dann haben wir offensichtlich keine Pandemie. Es sei denn, unsere Regierung will uns absichtlich umbringen. Darüber müssen wir sprechen. Über die einfachen Dinge. Wahrnehmungskontrolle welche über die bezahlten Massenmedien ausgeübt wird. So stark, dass die einfachsten natürlichsten Dinge aus dem Blickfeld der Menschen geraten.

      Fernsehen ausschalten, spazieren gehen. Niemand bricht hustend und nach Luft ringend auf der Straße zusammen. Auch von 10.000 Spaziergängern nicht. Da müsste doch wohl wenigestens einer dabei sein, wenn wir eine Pandemie hätten, oder?

      Also kann es die Pandemie nicht geben. Das ist die Realität. Alles andere ist Propaganda. Ist Mache. Weg damit, abschalten.

      Ein gesundes neues Jahr wünsche ich allen!

      https://peds-ansichten.de/2021/12/zurueck-in-die-realitaet/

  2. Während die Nato gerade Afghanistan den Taliban überlassen hat, sind manche Falken der Meinung, dass wir hingegen die Ostukraine nicht sich selbst oder Russland überlassen dürfen und Taiwan nicht den Chinesen überlassen dürfen und dass wir gefälligst um diese fremden Länder notfalls mit der Atommacht Russland oder mit der Atommacht China kämpfen sollten. Völlig absurd! Zumal die Natostaaten ja schon in der Westukraine ihre Lieblinge an die Macht gepusht haben. Und zumal in der Ostukraine überwiegend Russen leben, die wir unbedingt von ihrer Russophilie befreien müssen:-)
    Dort zu kämpfen würde nicht der Landesverteidigung dienen und wäre daher m.E. verfassungswidrig. Außerdem ist es uns nicht zumutbar für fremde Vermögensinteressen zu kämpfen und unser Leben zu riskieren, sodass es unverhältnismäßig und verfassungswidrig wäre.

  3. 1. Januar 2022.
    Ein neues Jahr.
    Alles wird neu.
    Alles wird neu?
    Nein. Der Krieg geht weiter. Welcher Krieg? Der Krieg gegen DICH!
    Und wie der geführt wird und wie es mit Widerstand aussieht, das kannst Du Dir durch den Kopf gehen lassen, wenn Du zum Beispiel dies hier liest: „Schlussakkord in Groll“ von Tom-Oliver Regenauer
    bei RUBIKON:
    https://www.rubikon.news/artikel/schlussakkord-in-groll
    Ein neues Jahr.
    Alles wird neu?
    UNS ALLEN EIN GUTES NEUES JAHR!

    • _Box sagt:

      Anfang November veröffentlichte die katholische „Tagespost“ ein Thesenpapier von fünf Medizinern, vier von ihnen anerkannte Hochschullehrer und Institutsdirektoren an Universitätskliniken, das den Titel „Weltweite Gesundheit ist eine Utopie“ trägt. Das Dokument wird mit einem Satz von Hannah Arendt eingeleitet, welcher, wenn man ihn als Kommentar zur Corona-Pandemie und zur Pandemie-Politik liest, die Sorgen der Autoren auf den Punkt bringt:

      „Gekommen ist heute die furchtbare Zeit, in der jeden Tag bewiesen wird, dass der Tod seine Schreckensherrschaft genau dann beginnt, wenn das Leben das höchste Gut geworden ist.“

      Nun ist Hannah Arendts Satz aber kein Kommentar zu einer Pandemie oder überhaupt zu einer Politik der Gesunderhaltung und Lebensbewahrung. Der Satz stammt aus einer Kolumne von 1942. Es lohnt sich, ihn im Zusammenhang des ganzen Absatzes zu zitieren:

      „Es war einmal eine glückliche Zeit, als Menschen frei wählen konnten: Lieber tot als Sklav‘, lieber stehend sterben als auf Knien leben. Und es war einmal eine verruchte Zeit, in der schwachsinnig gewordene Intellektuelle behaupteten, das Leben sei der Güter höchstes. Gekommen ist heute die furchtbare Zeit, in der jeden Tag bewiesen wird, dass der Tod seine Schreckensherrschaft genau dann beginnt, wenn das Leben das höchste Gut geworden ist; daß der, der es vorzieht, auf Knien zu leben, auf Knien stirbt; daß niemand leichter zu morden ist, als ein Sklave.“

      Die letzten Worte verweisen auf das, worum es hier historisch konkret geht: um die Shoa, die Deportation und Ermordung der Juden durch die deutschen Nationalsozialisten.

      So, wie die Autoren der Thesen zur Utopie einer weltweiten Gesundheit den Satz von Hannah Arendt zitiert haben und ihm eine „beklemmende Aktualität“ bescheinigen, lädt seine Verwendung ganz offensichtlich zu Missdeutungen oder wenigstens zu Missverständnissen ein. Das „heute“ ist bei Arendt eben 1942, das „Furchtbare“ jener Gegenwart ist die Ermordung der Juden, die „Schreckensherrschaft des Todes“ ist das Geschehen in den Gaskammern der deutschen Konzentrationslager. Das alles hat mit dem Thema der Unerreichbarkeit einer globalen Gesundheit nicht das Geringste zu tun.

      Es ging Hannah Arendt um die Frage, warum sich die deutschen Juden so weitgehend widerstandslos haben in die Vernichtungslager schicken lassen. Ihre Antwort: Sie wollten nicht kämpfen, weil sie um keinen Preis sterben wollten, sie unterlagen dem Trugschluss, dass sie sich durch Widerstandslosigkeit ihr nacktes Leben würden retten können, und in diesem Irrtum machten sie es den Nazis leicht, sie massenhaft umbringen zu können. Ein „Vorgang, über den Arendt sich noch ungefähr zwanzig Jahre später, als sie vom Eichmann-Prozess berichtete, nicht beruhigen konnte“, wie Peter Trawny in „Denkbarer Holocaust: die politische Ethik Hannah Arendts“ schreibt.

      Aus:
      Das Regime des nackten Überlebens
      24. Dezember 2021 um 9:00 Ein Artikel von Jörg Phil Friedrich | Verantwortlicher: Redaktion

      Die Besinnung auf Hannah Arendt kann zeigen: Wenn wir uns von der Idee der Vermeidung des Todes um jeden Preis treiben lassen, bleibt vom Leben nicht mehr viel übrig. Alles, was Lebendigkeit ausmacht, ist mit Gefahr fürs Leben verbunden. Wir müssen unsere Endlichkeit und unsere Sterblichkeit zunächst und als erstes akzeptieren. Sodann müssen wir, muss jeder Einzelne sich fragen, wofür es sich zu leben lohnt und wofür sich auch das Risiko, zu sterben, lohnt. Von Jörg Phil Friedrich.

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=79336

    • Nevyn sagt:

      Bei dem Begriff "Werte" wird gern vergessen, dass man dafür bezahlen muss, wenn man sie haben will, ggf. sogar mit seinem Leben. Sie sind, wen wundert es, genau dann am teuersten, wenn sie am seltensten sind.
      So entscheiden sich viele schon zu Lebzeiten für das Sterben und laufen fortan als Hüllen, als lebende Tote durch die Gegend.
      Nur wenige, die echten Fortschritt für die Menschheit brachten, starben eines natürlichen Todes. Man bemächtigte sich ihrer Körper, doch ihre Seelen entglitten den Häschern in genau diesem Moment.
      Wie man auch Liebe nie mit Gewalt erreichen kann, so kann sich die dunkle Seite die Seele des Menschen nie mit Gewalt rauben. Es bedarf der die Entscheidung, sie zu verkaufen. Das tun gerade ganz viele auf diesem Planeten. Und viele andere haben wohl auch gar keine, sie sind nichts weiter als Bioportale in menschlicher Gestalt. Denn was der Mensch böse nennt, ist Bewusstsein in seiner niedrigsten, materiellen, maschinellen Form. Transhumanismus ohne Mitgefühl, ohne Anteilnahme, ohne Verbundenheit . Hass auf alles wirklich Lebendige, unstillbare Gier nach Besitz und Macht. Eine Maschine, funktioniere sie nun auf Kohlenstoff- oder Siliziumbasis will die Welt sich selbst ähnlich machen. Sie folgt ihrem Programm und hasst nichts mehr als echtes Leben oder höheres Bewusstsein, dessen Sinn sie nie verstehen wird.
      So ist der Mensch als Wesen der Mitte hinein geworfen in diesen Kampf und muss sich entscheiden. Versinkt er im Schlamm der Materie oder erinnert er sich seiner wahren Herkunft und seines Adels – mit allen Konsequenzen für sein irdisches Leben. Unter dem Dreschflegel des Schicksals trennt sich die Spreu vom Weizen. Zu sehr waren wir eingewoben in materiellen Wohlstand und vermeintliche Sicherheit, beides Illusionen. Nun wird sich zeigen, wer Mensch ist.

    • _Box sagt:

      Ob man es so sehen mag oder nicht, auch die die grausam und/oder gedankenlos handeln sind Menschen. Ich für meinen Teil ziehe es beim Kampf gegen Despoten und Rassisten vor, nicht selbst zum Despoten und Rassisten zu werden.

      Nichts für ungut.

    • Nevyn sagt:

      Ich bezweifle nicht, dass Menschen grausam und gedankenlos handeln können. Dazu bin ich viel zu nahe am Thema.
      Doch ich bezweifle, dass das, was wir böse im engeren Sinne nennen und aktuell erleben, menschlicher Natur ist. Hier wird Krieg gegen die Menschheit geführt. Das entstammt einer zwar hoch intelligenten aber genauso kalten, lebensfeindlichen und berechnenden Macht, die jenseits dessen liegt, wozu Menschen fähig sind, auch wenn sie sich massenhaft dort hinein ziehen lassen. Und natürlich geht es für den Menschen genau darum, auch unter widrigsten Umständen Mensch zu bleiben. Insofern ist das Thema nicht neu. Wer sich in den Hass ziehen lässt, ist verloren. Er vergiftet und zerstört sein Herz schneller als es jede Spritze könnte.

    • _Box sagt:

      Hochintelligent? Wohl kaum. Die Intelligenz wurde ausgeschaltet. Die selbstzerstörerische Anklammerung an alte Regime, Machtverhätnisse, die zur aktuellen Situation führten, kann man wohl kaum als intelligent bezeichnen. Bösartige Verschlagenheit zeitigt auch nicht von besonderer geistiger Regsamkeit, viel mehr von ausgesprägter Triebhaftigkeit welche auf dem kannibalischen System fußt.

      Und wenn sie sich das Personal, die Funktionseliten und andere Knechte der Machteliten anschauen, dann drängt sich doch der Gedanke auf, daß es um Folgsamkeit und nicht um Befähigung geht.

      Diese Leute haben keine Lösungen für ihre Probleme, sie stapeln sie nur immer höher. Immer mehr vom Gleichen, Raub, Mord und Zerstörung, drumherum ein Lügengespinst, ist einfach nur blöd.

      Herr Mausfeld meinte im Gespräch mit Frau Kosubek, mit den intelligenten Lösungen für die Probleme der Menschheit können sie Bibliotheken füllen. Allerdings werden sie nicht in Angriff genommen, da sie die derzeitigen Machtverhältnisse obsolet machen würden.

    • Irwish sagt:

      @Nevyn: Naja, es gibt schon allerlei Geschichten und Erzählungen darüber, daß irgendwelche außerhalb der Menschheit stehende Mächte an allem schuld wären, aber das ist nicht nachweisbar und deshalb glaube ich nicht daran. So kann man beispielsweise bei Castaneda im Buch »Das Wirken der Undendlichkeit« (1) nachlesen, daß vor 10.000 Jahren irgendwelche anorganischen Wesen, die aus einer dunklen Energie bestünden, damit begonnen hätten, die Menschen zu versklaven, indem sie sich irgendwie in das menschliche Gehirn, ganz besonders in den Neokortex einklinkten. Dann gibt es noch die Erzählungen über die Anunaki wie auch über ominöse Außerirdische, doch weil mich das alles nicht wirklich überzeugt und ich mich mehr damit befasse, wie der Mensch über die Gehorsams-Erziehung seiner Nachkommen dafür sorgt, daß Menschen andere zu dominieren suchen, habe ich in dieser Richtung nicht weitergeforscht. Aber was weiß ich schon, im Prinzip ist alles möglich, nur diejenigen, die an feste Welterklärungen glauben (Urknall, Paradies Eden, Himmel, Gott, Engel etc.), lassen keinerlei Zweifel mehr zu. Zwischen Glauben und Wissen besteht dann auch kein wesentlicher Unterschied: beide zeichnen sich dadurch aus, daß sie Zweifel unterdrücken.

      @_Box: Ich fürchte, hier gibt es ein Mißverständnis: Nevyn meinte, diese dunklen nichtmenschlichen Kräfte, die sie (oder er?) vermutet, seien hochintelligent. Tatsächlich benötigt man aber keine außerhalb der Menschheit stehenden ominösen Kräfte, um erklären zu können, wie die kalte, lebensfeindliche und berechnende Macht von Psychopathen zustande kommt. Darüber haben wir ja schon gesprochen.

      Ich stimme mit Ihnen überein, wenn Sie schreiben, daß bösartige Verschlagenheit nicht wirklich ein Zeichen »geistiger Regsamkeit« sei, denn um rein mechanisch und systematisch seinen Vorteil zu wahren, genügt oft das Intelligenzniveau gewisser Tiere. Auch ein Tiger oder Löwe ist dafür (in seiner Welt) schlau genug. Es bedarf schon einer gewissen Schulung und Bildung (nicht unbedingt an den üblichen Schulen), um die Komplexität des Lebens erkennen zu können. Im Prinzip befinden sich diese Psychopathen wie im Grunde auch ihre Anhänger und ihr Gefolge (die ihnen folgen bzw. gehorchen) auf einer kindlichen Entwicklungsstufe und müssen daher als infantil bezeichnet werden.

      (1) Auszug über Anorganisches Bewußtsein:
      http://irwish.de/PDF/_Esoterik/Castaneda_Carlos/Castaneda_Carlos-Anorganisches_Bewusstsein.pdf

    • _Box sagt:

      Ich weiß. Auch daß die Verklammerung mit Pseudowissenschaften eine angewandte Methode zur Delegitimierung von realen Anliegen ist.
      Wie weit wir uns allerdings im Realitätsverlust und in der Barbarei der Herrschenden befinden, das wird einem dieser Tage immer öfter vor Augen geführt. Mr. Gates meinte ja, „wir“ werden sieben Milliarden Menschen impfen.
      Nun gerade kommt einer der Herolde des Adels daher, wirbt fürs Militär und meint „wir“ müssen die Infrastruktur schaffen um die gesamte Bevölkerung in einem Monat impfen zu können.
      Die Zeit drängt also und bei Bedarf soll es eben schnell gehen. Wenn das der Führer noch erleben könnte.

      Christian Lindner Bild und Welt:

      Lindner: „Ich möchte mich nicht an der früheren Bundesregierung reiben. Wir haben einen ständigen Krisenstab mit einem General an der Spitze eingesetzt. Im Januar sollen weitere 30 Millionen Menschen eine Auffrischung erhalten. Wir wissen nicht, welche Entwicklung die Pandemie nimmt. Deshalb sollten wir bald in der Lage sein, nötigenfalls binnen eines Monats die gesamte Bevölkerung zu impfen. Wir müssen die dafür notwendige Infrastruktur schaffen sowie uns Zugriff auf entsprechend viel Impfstoff sichern. Deutschland sollte nie wieder unvorbereitet von einer Infektionswelle überrascht werden.“

      https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/finanzminister-im-bams-interview-lindner-kuendigt-corona-steuergesetz-an-78695528,view=conversionToLogin.bild.html

      Hier zusammen mit der anderen kommunizierenden Röhre:

      https://www.welt.de/vermischtes/article235983870/Lauterbach-erwartet-fuer-Freitag-auf-jeden-Fall-neue-Corona-Beschluesse.html

  4. _Box sagt:

    Nebenbei bemerkt, "die Zeit der Imperien ist vorbei," ist eine Behauptung, die, berücksichtigt man die Definition und richtet zudem den Blick über die USA und prinzipiell über Nationen hinaus aus, durch keinerlei Erkenntnis gestützt ist. Im Gegenteil, der Imperialismus ist mit Macht bei der Arbeit.

    Die Anteilseigner an den Rüstungsschmieden haben vor allem Interesse daran, daß ein Konflikt möglichst lange läuft, ob dabei auch geschossen wird ist nachrangig, wichtig ist die Aufrechterhaltung des Bedrohungsszenarios. USA, China und Russland spielen dabei auf dem Schulhof fangen. Wenn China und Russland temporär, da mal mehr, mal weniger, liiert sind, ist das dem Umstand geschuldet, daß die USA immer noch dominieren, was bei weitem nicht allein den militärischen Komplex meint.

    Orwell bleibt aktuell:
    Die herrschende Klasse führt den Krieg gegen ihre eigenen Untertanen, und Zweck des Krieges ist nicht der Sieg über Eurasien oder Ostasien, sondern die Aufrechterhaltung und Stabilisierung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung.
    (George Orwell, 1984)

    Wie angedeutet gilt es zudem, zu den großen Nationen, auch die großen Konzerne zu berücksichtigen, die oftmals mächtiger sind als viele der Nationen. Gleichfalls die Umwandlung Petro-Dollar in Pharma-Dollar, einhergehend mit dem gesellschaftlichen Gesamtumbau zum totalüberwachten totalausgebeuteten "Individuum":

    Für die Clique, die das Orchester des Gesundheitlichen Notstands leitet, geht es nur darum, die Profitmaschine zu füttern. Jeder einzelne Schritt ist darauf ausgerichtet und wird durch die Unterstützung einer opportunistischen Koalition aus Politk und Medienabgesichert. Im gleichen Maße, wie die Rüstungsindustrie Kriege benötigt, braucht die Pharmaindustrie Krankheiten. Es ist kein Zufall, dass die “öffentliche Gesundheit” der bei weitem profitabelste Sektor der Weltwirtschaft ist, und so profitabel, dass Big Pharma etwa dreimal so viel wie Big Oil und doppelt so viel wie Big Tech in politische Lobbyarbeit investiert.

    https://alschner-klartext.de/2021/09/11/selbsterfuellende-prophezeiung/

    Die Imperatoren sind immer noch die Gleichen, lediglich die Organisationsformen und Technologien wurden variiert und erweitert.

    • Irwish sagt:

      Wie sich die Gesellschaften und Nationen dieser Welt weiter entwickeln werden, steht buchstäblich in den Sternen. Das weiß kein Mensch zutreffend vorherzusagen, denn alles hängt im Grunde davon ab, ob und wie sich das Bewußtsein der Menschen, die in diesen Gesellschaften leben, im weiteren Verlauf der Geschichte gestaltet. Die Hemmschwelle zur Erkundung der wahren Verhältnisse ist im Vergleich zu früher, als es noch kein Internet gab, wesentlich geringer geworden, was dazu führt, daß sich immer mehr Menschen – weniger werden's nicht werden, da man nicht wirklich »zurücklernen« kann – über Zusammenhänge und Hintergründe informieren, die in den Mainstream-Medien unterdrückt, verzerrt oder komplett weggelassen werden. Da hilft auch keine Zensur in Foren und auf Social-Media-Plattformen, denn die sog. alternativen Medien lassen sich damit nicht ausrotten. Eigentlich sind ja die Mainstream-Medien die alternativen Medien: sie erfinden Alternativen der Realität, die einer genaueren Betrachtung oft nicht standhalten.

      Natürlich erscheinen dem Einzelnen Staatengebilde, Institutionen, Konzerne usw. erst einmal mächtig und unüberwindbar. Letztendlich besteht deren Autorität jedoch hauptsächlich in den Köpfen der Menschen, wie auch die Gültigkeit des Geldes, der Gesetze und all der anderen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Mythen Konstrukte des menschlichen Verstandes sind. Hat man das erst einmal begriffen, erscheinen die Hürden, die einer menschen- und naturfreundlichen Gesellschaft im Wege stehen, gar nicht mehr so hoch und daher auch nicht mehr unüberwindbar.

      Mag sein, daß es erst einmal noch schlimmer werden wird, bevor es besser wird. Mag sein, daß viele der Roboter-Menschen, die heute bereits verloren scheinen, niemals aufwachen werden, aber eines ist doch unbestreitbar: Noch immer kommen Menschen nicht als Roboter auf die Welt, noch immer regt sich in den Organismen namens Mensch Widerstand, auch schon im Kindesalter, und auch weiterhin wird es Menschen geben, deren Empathiefähigkeit ausreichend entwickelt ist, um ihren Kindern nicht das anzutun, was seit Jahrtausenden Kindern angetan wird, um sie zu willfährigen Untertanen zu erziehen.

      Auszug aus dem Vorwort von HÖRT IHR DIE KINDER WEINEN? von Lloyd de Mause:

      ––––– Zitat-Anfang –––––
      Es dürfte inzwischen kein Zweifel mehr daran bestehen, daß die Geschichte der Kindheit für das Studium der menschlichen Gesellschaft von höchster Bedeutung sein muß, denn wenn, wie es heißt, das Kind der Vater des erwachsenen Menschen ist, müßte es möglich sein, durch das Verstehen der Vergangenheit eines Individuums oder einer Gruppe zu einem klügeren Urteil über die Erwachsenenphase des Individuums wie der Gruppe zu gelangen. Aus diesem Grunde kann man den hier vorgelegten Versuch, die Einstellungen und Verhaltensweisen von Eltern gegenüber ihren Kindern systematisch zusammenzutragen, nur sehr begrüßen. Wie immer die Befunde der Forscher, die zu der in diesem Band dokumentierten Pionierarbeit beigetragen haben, im einzelnen aussehen – sie werden unser Wissen über die Vergangenheit der Menschheit wesentlich erweitern und dadurch unser Verständnis des Prozesses, in dem Einstellungen und Verhaltensweisen sich verändern, vertiefen.

      Die hier vorgelegten Forschungsergebnisse sind leider höchst deprimierend. Sie berichten von der langen und traurigen Geschichte der Mißhandlung von Kindern, die in frühester Zeit begann und heute noch nicht zu Ende ist. Wir müssen nicht annehmen, daß die hier formulierten allgemeinen Schlußfolgerungen für die ganze Menschheit und für alle Zeiten gelten. Zweifellos hat es zu allen Zeiten auch Eltern gegeben, die ihre Kinder liebten und ihnen zärtlich zugetan waren, und ebenso zweifellos sind viele Fehler, die sie beim Großziehen ihrer Kinder gemacht haben, eher ihrer Unkenntnis als ihrer Böswilligkeit zuzuschreiben. Noch immer gibt es eine erschreckend hohe Zahl von Kindesmißhandlungen, aber es ist auch eine Tatsache, daß sich seit dem achtzehnten Jahrhundert allmählich eine menschlichere Einstellung zu Kindern herausbildet.
      ––––– Zitat-Ende –––––

      Allen Lesern ein glückliches neues Jahr …

    • _Box sagt:

      Hannah Arendt zitiert Karl Jaspers in ihrem Buch „Die verborgene Tradition“

      „Wir leben“, wie sie in Genf sagten, „als ob wir pochend vor den Toren ständen, die noch geschlossen sind. Bis heute geschieht vielleicht im ganz Intimen, was so noch keine Welt begründet, sondern nur dem einzelnen sich schenkt, was aber vielleicht eine Welt begründen wird, wenn es aus der Zerstreuung sich begegnet.“

      Hätte Karl Jaspers die Kinder gekannt, die ich kennenlernen durfte, dann wäre er noch optimistischer gewesen.

      Kinder sind nicht unsere Zukunft — wir sind die Zukunft unserer Kinder.

      Aus:
      An die Kinder
      Eine langjährige Kita-Leiterin hängt ihren Beruf an den Nagel — in einem offenen Brief an die Kinder erläutert sie ihre Beweggründe.
      von Ursula Wesseler

      Was muss geschehen, damit eine leidenschaftliche Kita-Leiterin das Handtuch wirft? Es sind diese Zeiten, die uns Menschen alles abverlangen und uns auf die Probe stellen. Wie weit gehen wir mit? Wo können wir bestimme Vorgaben nicht mehr mittragen, da sie mit dem eigenen Gewissen nicht vereinbar sind? In einem offenen Brief an die Kinder schildert eine ehemalige Kita-Leiterin, warum sie ihren Beruf nicht mehr ausführen kann. Das Leid, die Traumata und die Verletzungen, die Kindern derzeit zugefügt werden, kann sie beim besten Willen nicht mehr hinnehmen. Es ist Zeit zu gehen.

      https://www.rubikon.news/artikel/an-die-kinder

  5. zivilist sagt:

    Etwas ins Grübeln gekommen bin ich; wenn das Verhältnis zwischen USA und MBS so ist, wie beschrieben, dann könnte es ja auch sein, daß die USA die Angriffe der Hutis gar nicht abwehren wollen, sicher ist nur, daß die Amis den Saudis Waffen verkaufen wollen, ein Interesse daran, daß die auch funktionieren, müssen sie nur insofern haben, weil sie auch in Zukunft Waffen verkaufen wollen. Aber eine Drohne, die mit 500 km/h+ 10 m über dem Boden fliegt, ist mit einer Luftabwehr noch viel schwerer abzufangen, als ein Motorrad.

    https://linkezeitung.de/2019/10/03/wie-die-huthis-mit-hilfe-dummer-saudi-prinzen-alle-f-35-abschiessen/

    Wohl mehr für Russland, als für VAR selbst ist es ein Riesenglück, daß VAR von Russland Panzir S-1 hat entwickeln lassen, seither beißen sich die USA via Israel in Syrien daran die Zähne aus, prima Objektschutz.

  6. zivilist sagt:

    Link Oskar KAREM, schönes Product Placement @ 26:18

    Zum Thema auch hier auf apolut Ploppa:

    HIStory: Der Erfinder der modernen Massenmanipulation – Edward Bernays

  7. Irwish sagt:

    Macht- und Kontrollwahn sind Ausdruck von Angst

    Ein fauler Apfel im Korb »infiziert« früher oder später alle anderen Äpfel, wenn man den faulen Apfel nicht rechtzeitig von den guten trennt. Analog dazu drängen einige wenige oder gar nur einzelne unfriedliche Menschen in einer weitgehend friedlichen Gruppe die Leute dazu, ebenfalls mit Aggression und Gewaltbereitschaft zu reagieren. So hat man beispielsweise eher dem Frieden zugeneigte politische Parteien (Grüne, Linke) unterwandert, bis sie in die genau entgegengesetze Richtung zu laufen begannen und zu Kriegshetzern und zu einer hetzenden Meute wurden.

    Doch was bedeutet dieses »faul« beim Menschen im Gegensatz zum faulen Obst oder Gemüse? Man sagt z.B. auch, an dieser oder jener Sache sei was faul oder mit diesem oder jenem Menschen stimme was nicht. Stimmigkeit kann man hier synonym mit innerer Harmonie gleichsetzen, einer sorgfältig aufeinander abgestimmten Arbeit der inneren Organe. Das führt dazu, daß der Betreffende ganz bei sich ist. Seine Orientierung bezieht er weitgehend nicht aus dem Außen, aus der herrschenden Meinung und der kursierenden Propaganda, sondern aus seinem Inneren, zu dem er eine gute, auf Vertrauen und guter Erfahrung basierende Verbindung hat. Dieses Vertrauen beginnt sich im günstigsten Fall bereits im Säuglingsalter zu entwickeln, wenn eine empathiefähige Mutter ihr Kind darin bestärkt, daß es richtig fühlt, wenn sie den Ausdruck von Gefühlen ihres Kindes weder anzweifelt noch gar verbietet. Eine gute Mutter fühlt mit ihrem Kind, sie kann sich in dessen Gefühlswelt einfühlen, weil sie selbt nahe bei ihren eigenen Gefühlen ist.

    Doch was geschieht seit undenklichen Zeiten in den meisten Familien und Mutter-Kind-Beziehungen? Die Mutter wurde schon in der frühen Kindheit von ihrer Gefühlswelt mehr oder weniger abgeschnitten und kann daher Gefühle, die sie selber nicht mehr fühlt, auch beim Kind nicht nachempfinden. So kam der Mythos des tyrannischen Säuglings in die Welt: Das Kind will doch nur seinen Willen durchsetzen, und ich als Mutter muß dagegenhalten, sonst wird das Kind später zum Tyrann. Das Kleine muß lernen, daß es nicht alles haben kann. Die Mutter wie auch der Vater werden so zum Agressor gegen das Kind, und weil das Kind es sich nicht leisten kann, die Zuwendung der Eltern zu verlieren, gibt es quasi klein bei und beginnt damit, sich mit dem Aggressor zu identifizieren. Die Identifizierung mit dem eigenen, sich gerade im Entstehen befindlichen Selbst wird dadurch nachhaltig gestört. Es bildet sich kein sog. Urvertrauen in die eigene Wahrnehmung und die eigene Urteilsfähigkeit heraus. Angetrieben wird diese Identifizierung mit dem Aggressor durch Angst vor Verlust – eine Angst, die den Betroffenen nicht nur ein Leben lang erhalten bleibt, sondern vielmehr immer weiter aufgebaut wird.

    Man geht heute in psychoanalytischen Kreisen davon aus, daß Kinder, die unter solchen Umständen heranwachsen, das Rollenverhalten ihrer Eltern und später weiterer Autoritätspersonen nachahmen, um die unerträgliche Situation des autoritären Verhaltens dieser Personen zu mildern: Aha, wenn ich das so mache, wie sie es mir vorleben, dann gibts kein Gebrülle, keine Strafen, keine Prügel und ich werde sogar gelobt. Auf der Strecke bleibt dabei der Bezug zum eigenen inneren Kern, zu eigenen Selbst, dessen Entwicklung blockiert und durch eine künstliche Ego-Instanz ersetzt wird. Die Verbindung zu den unerwünschten Gefühlen wird soweit abgetrennt, daß diese Bereiche nicht mehr ins Bewußtsein dringen; diese Bereiche werden durch die Drohungen und Aggressionen der Eltern bzw. der Autoritätsfiguren mit großer Angst besetzt, die der Säugling bzw. das Kleinkind als Todesangst erleben. In Gesellschaften, in denen weitgehend mit dieser Methode »erzogen« wird, bleibt die Angst vor dem Tode ein regelrechtes Tabuthema und stellt letztendlich den »Nasenring«, die Zügel dar, an dem man die Menschen stets genau dorthin zu lenken vermag, wo man sie haben will.

    Kürzlich hat mir ein gewisser Wolfgang Hauke via Mail einen Link zu seiner Abhandlung »2035 – Der Mensch schafft sich ab« zugesandt, und ich muß sagen, dort hat er das alles sehr gut zusammengefaßt. So beschreibt er beispielsweise die seit Jahrtausenden herrschende Standeskultur in menschlichen Gesellschaften als übernatürlich – in dem Sinne, daß sie vom Menschen über die Natur gestellt wird. Diese Standeskultur dient mit ihren Ständen, Kasten und Klassen seinen Worten nach der Aufrechterhaltung der Sklaverei, der Ausbeutung der Vielen durch eine parasitäre Minderheit. Aber lest selbst:

    http://www.2035-der-mensch-schafft-sich-ab.de/

    Die Angst vor Menschen, die man nicht einzuschätzen vermag, führt zum Bedürfnis, diese Menschen zu kontrollieren. Da der heutige Mensch nur eine rudimentäre Urteilsfähigkeit heranbilden durfte, ist er auf das Urteil seiner Autoritätspersonen angwiesen. Die ebenfalls nur rudimentär bis gar nicht entwickelte Empathiefähigkeit verindert die Entstehung von Vertrauen zwischen den Menschen; fehlendes Vertrauen erzeugt Angst, und die darf nicht sein. Um andere Menschen kontrollieren zu können, benötigt man Macht über sie, und genau darum geht es allen Menschen, die nach Macht und Kontrolle streben.

    Doch begehen Sie jetzt bitte nicht den Fehler, Macht- und Kontrollsucht nur bei den »oberen Zehntausend« zu vermuten. Diese parasitäre Minderheit könnte mir ihrer Macht- und Kontrollsucht absolut nichts ausrichten, wären die meisten Menschen nicht ebenfalls so gestrickt, die einen mehr, die anderen weniger, aber keiner gänzlich ohne diese aufgezwungenen Reaktions- und Verhaltensmuster. Es kostet schon einiges an Ausdauer und Anstrengung, sich die eigenen autoritären Verhaltensmuster bewußt zu machen, und noch mehr, sie bei sich selbst zu entfernen. Ein erster Schritt könnte darin bestehen, sich dem täglichen Triggern dieser eindressierten Verhaltensmuster zu entziehen, indem man die Manipulation durch Mainstream-Medien verweigert: Kein Fernsehen und kein Radio mehr konsumieren, keine Mainstream-Presse und keine Mainstream-Artikel lesen. Ich selbst habe seit über 36 Jahren weder Fernseher noch Radio und lese auch keine der üblichen Zeitungen und Magazine, nicht mal im ärztlichen Wartezimmer, falls es mich dort überhaupt hin verschlägt.

    Beginnen Sie – HEUTE + JETZT Ihre eigene innere Reinigung von Fremdeinflüssen, indem Sie zuerst einmal Ihren Fernseher entsorgen. Überstehen Sie die Zeit des Entzugs, weil Sie erkannt haben, daß Fernsehen nicht nur süchtig macht, sondern noch weit mehr den eigenen Geist vergiftet, so daß man früher oder später vollkommen verblödet. Verbringen Sie die Zeit, in denen Sie den Entzug Ihres Lieblings-Suchtmittels durchleben, mit dem Lesen seriöser Sachbücher, mit Spaziergängen in der Natur und mit dem eigenhändigen Zubereiten gesunder Nahrung. Sammeln Sie z.B. Brennessel und brühen Sie damit einen Tee, um ihren Körper von Giften zu befreien. Machen Sie Atemübungen, um das Bewußtsein für Ihren Körper wieder zu erlangen. Zählen Sie, wenn man sie verbal drangsaliert und Sie aus Ihrer Mitte zu vertreiben versucht, in Gedanken langsam bis 10, bevor Sie sich eine Reaktion erlauben; Sie werden feststellen, daß die aggressive Erwiderung, die ihnen sofort auf den Lippen lag, verschwunden ist und einer Verwunderung über die Blödheit des Aggressors Platz gemacht hat. Lassen Sie auch Ihr Smartphone nicht mehr Ihre Augenblicke dominieren, nur weil Sie sich unruhig fühlen, wenn Sie gerade nichts anderes zu tun haben. Hören Sie auch mit dem Zigarettenrauchen auf, unterdrücken Sie dieses künstliche Bedürfnis mit bewußten Gegengedanken, indem Sie sich bewußt machen, daß eine Zigarette Sie nur vom Zugang zum eigenen Selbst abhält und ansonsten keinerlei Nutzen aufweist. Wenn Sie bei welchem Entzug auch immer rückfällig werden, machen Sie sich nichts daraus und bleiben Sie am Ball; versuchen Sie es immer und immer wieder, so wie Sie versuchen würden, einen häßlichen Dämonen, der Ihnen im Nacken sitzt, loszuwerden.

    • zivilist sagt:

      Sehen Sie's doch mal andersrum, als Erfolgsgeschichte, die Kleinen erobern die Großen, Apfel für Apfel . . .

    • Irwish sagt:

      Warum sollte ich? Worauf wollen Sie damit hinaus?

    • zivilist sagt:

      positiv ist immer gut, schon allein, weil wir ohne Lebensfreude kaputt gehen.

      Sehen Sie, ich habe meine Wohnmobilchen gut abgeparkt (zum Glück wg. Corona) Aber es gibt dort Mäuse und ich war so dumm, mich zu ärgern, daß sie meine Womos erobern.

      Aber ich bin jetzt schlauer und freue mich auf das weitere Studium dieser äußerst pfiffigen Zeitgenossen ! Meine erste Lebendfalle war eine 1,5l PET Flasche, darin kann man so ein Kerlchen super beobachten. Ich werde nie vergessen, wie die Maus einen Sonnenblumenkern in ihren Händen rotierte, total geschickt. Ich weiß, Sie würden sagen: Pfoten, wie würden Sie's bei Affen nennen ? Der Clou ist, das habe ich im Netz nachgeschaut, die haben nicht nur 5 geschickte Finger, in der Handfläche und auf der Fußsohle haben sie Spikes für den Blitzstart, den sie jederzeit hinlegen, die brauchen kein Addidas.

      Die Großen sind natürlich auch interessant. Sie sind als einzelne Äpfel organisiert, wenn ein Baum nur einen Riesenapfel machen würde, wäre der verloren, wenn die Hefe oder Bakterien (die ja auch gegeneinander Front machen) Attacke an einem Punkt erfolgreich ist. Obwohl, der Apfel wiederum ist in einzelne Zellen aufgeteilt, zum Glück, sonst wäre der Biß in den Apfel eine gefährliche Sache, so etwa wie ein platzender Luftballon.

      Noch toller sind Himbeeren, angeblich sind sie gut gegen Krebs, der angeblich auch von Schimmel verursacht wird, dem sie leicht zum Opfer fallen. Auf dem Markt gibt's immer mal ganze Stiegen von Himbeeren zu einem Spottpreis, weil sie schon minimal angeschimmelt sind. Jetzt hab ich das richtige handling raus: Ab ins Gefrierfach, das stoppt den Schimmel, und wenn man dann ein Schälchen raus nimmt, kann man die einzelnen angeschimmelten Kügelchen mit dem Messer raussezieren, geht super.

      Was hat das jetzt mit Jemen zu tun ?

      Schon 'ne Menge, es geht nämlich um die Frage, wie eine Gesellschaft organisiert ist, das bestimmt die Handlungsoptionen. Klar nehm ich auch den einen faulen Apfel raus, aber das ist ja nur für mein Interesse, den Vorrat zu erhalten, die angemessene Verhaltensweise.

    • Irwish sagt:

      Achso & Aha: Ablenkungsmanöver und Derangierung, wenn auch ziemlich plump … Gehen Sie weiter und lassen Sie mich mit Ihrem … was auch immer … in Ruhe …

    • _Box sagt:

      Irwish,

      ergänzend zu ihren Ausführungen:

      Flüchten oder Standhalten?
      09. Januar 2020 um 9:33 Ein Artikel von Udo Brandes | Verantwortlicher: Redaktion

      So heißt ein sozialpsychologischer Klassiker, den der 2011 verstorbene Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter geschrieben hat. Richter fragt darin, wodurch der Mensch eingeschüchtert wird und wie er sich dagegen wehren kann. Dieses Buch, das vor 44 Jahren erstmals erschien, ist heute so aktuell wie 1976. Unser Autor Udo Brandes hat das Buch deshalb noch einmal für die NachDenkSeiten gelesen und ist der Meinung: Auch wenn der Text phasenweise etwas spröde zu lesen ist: Diese Lektüre lohnt sich. Sie ist nicht nur aus politischen Gründen wichtig, sondern kann auch so etwas wie eine philosophische Lebenshilfe sein.
      (…)
      Von der Anpassung zur Überanpassung

      Das Bedrückende an sehr angepassten Menschen ist weniger, dass sie sich am Arbeitsplatz in ihrem Verhalten äußerlich anpassen, weil sie Angst haben, anzuecken und ihren Job zu verlieren. Denn jeder muss schließlich sein Brot verdienen, und die Alternative Hartz-4 ist wahrlich keine schöne Alternative. Aber was ich immer nur schwer verstehen konnte: Wieso geht das so weit, dass auch im Privatleben eine entsprechend angepasste Meinung vertreten wird? Wieso also passen Menschen nicht nur ihr äußeres Verhalten am Arbeitsplatz an, sondern denken und fühlen häufig auch so, wie ihre Chefs es von ihnen erwarten? Anders ausgedrückt: Wie ist es zu erklären, dass so viele Menschen sich nicht nur anpassen, um im System zu überleben, sondern überanpassen und sich die Erwartungshaltungen ihrer Machtautoritäten zu eigen machen – und zu einem Spiegelbild ihrer Machtautoritäten werden?
      (…)
      Wovon handelt das Buch? Richter störte sich daran, dass seine Zunft, die Psychoanalytiker, die psychischen Probleme und Lebenskonflikte von Menschen primär mit traumatischen Kindheitserlebnissen und mangelnder „seelischer Reife“ erklärten und die Bedeutung des Sozialen für psychische Probleme völlig vernachlässigten. Ganz nach dem Motto „Ist die Kindheit erst aufgearbeitet, haben wir einen reifen, psychisch stabilen Erwachsenen“:

      „Diese illusionäre Phantasie von einem souveränen Verhältnis des Individuums zur sozialen Wirklichkeit wird u. a. auch daran erkennbar, dass die psychoanalytische Theorie lange Zeit überhaupt nur die Umweltkonstellationen des Kindes und des Jugendlichen als wirksame Konfliktfaktoren betrachtet hat. Das machte deutlich, dass man der Umwelt der Erwachsenen gar keine neuartigen und spezifischen Einflussmöglichkeiten auf das seelische Leben zutraute“ (Richter 2001, S. 10).

      Es lasse sich aber nicht ernsthaft bestreiten, dass die soziale Umwelt als psychisch wirkender Faktor ein Eigengewicht habe und ebenso psychische Konflikte auslösen könne wie traumatische Kindheitserlebnisse:

      „Es gibt demnach eine Selbsttäuschung des naiven Individuums, das an Stelle der gegenwärtigen sozialen Realität immer wieder nur seine projezierten Kindheitsprobleme vor sich sieht. Und es gibt die andere Selbsttäuschung, u. a. mancher Analytiker, welche umgekehrt daran glauben, die soziale Welt des Erwachsenen wiederhole nur in zahlreichen Variationen die Konfliktkonstellationen der Kindheitsphase“ (Richter 2003, S. 10-11).
      (…)
      Isolationsangst ist ein psychisch hochgradig wirksamer Faktor

      Wenn man dieses Zitat liest, dann wird einem klar, wieso so viele Journalisten sich selbst für ausgesprochen kritische Geister halten und meinen, sich niemals angepasst zu haben. Dies ist nach Richter eindeutig eine angstbedingte Verleugnung. In der Realität sei aber Isolationsangst ein hochgradig psychisch wirksamer Faktor, der ständig in Schach gehalten werden müsse:

      „Der Einzelne kann seine Angst dadurch leidlich in Schach halten, dass er sich durch eine konformistische Anklammerung an schützende Partner, Gruppen, Institutionen einen Zustand von unzerstörbarer Geborgenheit suggeriert. Unsere Neigung, die Bedeutung dieser Anklammerung für unsere Selbstsicherheit zu bagatellisieren, erklärt sich sehr einfach aus dem Grund, dass wir das Ausmaß unserer realen Gefährdung nicht ertragen können“ (Richter 2001, S. 20).

      Mit anderen Worten: Wir Menschen sind zutiefst soziale Wesen und für unsere emotionale Stabilität darauf angewiesen, uns „im Außen“ auf etwas stützen zu können. Einen Arbeitsplatz, sichere soziale Kontakte, eine Wohnung usw. usf. Und selbst wenn in unserer äußeren Stützmauer nur wenige Steine wegbröckelten, könne dies schon unbewusst Isolationsangst auslösen. Richter erklärt mit einem interessanten Beispiel, dass die Isolationsangst bei jedem Menschen existiert und auf ihn einwirkt wirkt.
      (…)
      Was bedeutet dies alles für unsere Gesellschaft und ihre Institutionen?

      Wenn Isolationsangst so mächtig in allen Menschen wirkt, dann wird klar, dass Anpassung für die meisten Menschen der einzige Weg ist, damit fertig zu werden. Dementsprechend vertritt Richter die These, dass Hörigkeit kein Ausnahmefall ist, sondern ein Merkmal des durchschnittlichen Menschen. Ein anderer Weg, Isolationsangst zu bekämpfen, ist es, sich Macht über andere Menschen anzueignen. Richter beleuchtet dies anhand des Karrieristen in sozialen Berufen, weil ihm diese besonders vertraut waren.

      „Das psychoanalytische Studium solcher Karrieristen zeigt, dass sie ursprünglich meist besondere Ängste haben, sich in einer Gruppe von Gleichgestellten zu behaupten. Sie leiden unter maßlos gesteigerten Befürchtungen, gedemütigt und kleingemacht zu werden. Nur wenn sie eine Gruppe von oben kontrollieren können, fühlen sie sich einigermaßen sicher, dass sie von anderen nicht kaputtgemacht werden. Deshalb können sie eigentlich von vornherein keine echten Freundschaften schließen, und für sie bedeutet die Wahl eines sozialen Berufes tatsächlich eher die Sicherung einer überlegenen Position, die man als Lehrer, Arzt oder dergleichen gegenüber Schülern oder Patienten hat“ (Richter 2001, S. 205).

      Dieser angstgetriebene Ehrgeiz hat nach Richter Folgen für die Gesellschaft:

      „Überdurchschnittliche Aussichten zum Erklimmen von Führungspositionen haben diejenigen, die im Grunde mehr Ängste als andere Menschen haben, sich unbefangen in Gruppen zu integrieren, in denen sie nicht eine besonders verwöhnende Beschützung genießen. Ihre angstbedingte Unfähigkeit zu einem solidarischen Verhalten lässt sie den Weg nach oben suchen und finden, wo es ihnen letztlich nur um die Machtmittel geht, sich die Mitmenschen vom Leibe zu halten, vor denen sie sich auf gleicher Ebene bedroht fühlen“ (Richter 2001, S. 205).

      Warum sollte man sich nicht in die Anpassung flüchten, sondern standhalten?

      Warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen, sich im Beruf, in der Politik und sonstigen relevanten Zusammenhängen gegen sachlich unvernünftige Forderungen zu wehren und zu widersetzen? Sich also nicht in die Anpassung flüchten, obwohl es doch vielleicht das bequemere Leben bedeutet? Meine Antwort darauf ist: Wer sich immer wieder beliebig anpasst, auch wenn er sieht, dass dies in der Sache falsch ist, der verliert sein Ich und weiß am Ende nicht mehr, wer er ist. Außerdem verliert man durch stetige Anpassungsbereitschaft das Vertrauen in sich selbst und seine Selbstsicherheit. Umgekehrt macht es einen stärker, wenn man lernt, sich zu widersetzen. Dies allerdings sollte man auch nicht blind machen, sondern auf Basis genauer Beobachtung des eigenen sozialen Umfelds. Mit anderen Worten: Mit politischem Gespür dafür, was möglich ist, und wie man es durchsetzen kann. Man muss sich also durchaus auch mit der Theorie und Praxis der Macht beschäftigen.

      Horst-Eberhard Richter hat übrigens in einem anderem Buch (Bedenken gegen die Anpassung. Psychoanalyse und Politik) folgende Antworten darauf gegeben:

      „Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht, was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist. Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt, wohl wissend, dass er ihnen mit vertretbaren Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, das heißt, die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen. Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr als Verzicht erlebt“ (Richter 1995, Bedenken gegen Anpassung, S. 7).

      Auf dem Klappentext desselben Buches heißt es:

      „Anpassung wird zu innerer Unfreiheit, wenn Menschen und Gruppen sich mit dem verwechseln, was durch äußeren Druck aus ihnen gemacht worden ist. Wer widerstehen will, muss an seiner Unterwerfungsbereitschaft ebenso arbeiten, wie an den Umständen, die falschen Gehorsam fordern. Wie schwierig, aber notwendig es ist, beides zugleich zu leisten, erfährt die Psychoanalyse aus ihrer eigenen Geschichte. Und wir erfahren es neuerdings alle, wenn wir erkennen, dass uns die Anstrengung, unsere eigenen Lebensformen zukunftsgerecht zu verändern, nicht erspart bleibt.“

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=57520

    • Irwish sagt:

      An den Kommentator _Box:

      Danke erstmal für den Hinweis auf ein Buch von H.-E. Richter, das ich noch nicht gelesen habe. Um zu erkennen, was für mich und auch viele andere bislang in der Lage war, Einschüchterung zu bewirken, muß ich aber kein Buch lesen. Man hat mich von Beginn meines Lebens an eingeschüchtert. Wir waren vier Jungs mit einer hysterischen Mutter und einem brutalen, alkoholverseuchten Vater, und es setzte beinahe täglich Prügel, so weit ich mich zurück erinnern kann.

      Schüchternheit ist Konfliktvermeidugsverhalten, meist in Bezug auf das andere Geschlecht verwendet, im Grunde aber identisch mit allen anderen Ängstlichkeiten, die den Menschen – und vermutlich auch Tiere – befallen können.

      Ich habe erst mit ca. 14 Jahren angefangen, mich zur Wehr zu setzen, und zwar erstmal nur körperlich, indem ich die Hemmung, zurückzuschlagen, aufgegeben oder verloren habe. Das Resultat bestand in wüsten Schlägereien, in deren Verlauf ich meist rücksichtslos, hart und brutal zugeschlagen habe, weil ich selbst keine Schläge mehr einstecken wollte. Hat mich in der Schule einer angefaßt, hats immer sofort mächtig bumm gemacht. Dieses Reaktionsmuster hab ich dann in der Realschule aufgegeben, denn dort gab es diese dummen Herausforderungen und Kräftemessungen nicht. In Kindheit und Jugend habe ich mich weitgehend in meine Bücherwelt zurückgezogen, wo man mich meist in Ruhe ließ. Den Fernseher im Wohnzimmer bekam ich kaum zu Gesicht, ich hatte fast immer Fernsehverbot – was sich später als Glücksfall herausstellte, denn tägliches Fernsehen verblödet nachhaltig.

      Reaktionsmuster, die auf Gewaltanwendung beruhen, stellen die wohl ältesten und wirkungsvollsten, aber nicht die nachhaltigesten Kontrollwerkzeuge dar. Meine Eltern waren zu blöde, was anderes zu versuchen, und so hab ich diese Anfangsepisode meines Lebens zumindest psychisch einigermaßen gut überstanden. Meine jüngeren Brüder hatten dieses Glück nicht, einige sind schwer kriminell geworden, alle hoch angepaßt und von Bildung so gut wie keine Spur.

      Natürlich werden Menschen auch im Erwachsenenalter gedemütigt, entmutigt, frustriert, abgewiesen und ausgegrenzt, und selbstverständlich versuchen fast alle, irgendwie um diese gesellschaftlichen Strafen herumzukommen. Daß man auf Dauer nicht im Job so und zu Hause anders sein kann, ist für mich eine Binsenweisheit. Ich hab das nie ernsthaft versucht, und so kam es denn auch, daß ich kaum einen Arbeitsplatz länger als zwei Jahre durchhalten konnte bzw. durfte, danach war ich für die Kollegen sozusagen verbrannt, das heißt, in einem derart schlechten Licht, daß ich deren Haß und Abwehrreaktionen nicht mehr ertragen konnte und wollte. Letztendlich kann man da nur davonlaufen, oder besser: Man entzieht sich einer unerträglichen Situation, und tut man es nicht, wird man unweigerlich daran erkranken auf die eine oder andere Weise.

      Ich würde sagen, die Manipulation durch den sozialen Druck und die frühkindliche durch die Eltern – die quasi als Agenten der Gesellschaft fungieren –, schließen sich nicht gegenseitig aus, im Gegenteil, ich behaupte, daß Menschen, die schon früh zu Abspaltungen gedrängt und dadurch schwer traumatisiert wurden, später nahezu automatisch zu Überanpassung neigen. Die anderen, denen ein Mindestmaß an Empathie und freundlicher Unterstützung gewährt wurde, tun sich dagegen schwer in Jobs mit menschenfeindlichem Betriebsklima. Mir selbst war das alles früher nicht so bewußt wie heute, nachdem ich etliche soziale und psychologische Modelle kennengelernt habe.

      Apropo Modell: Kein Modell ist in der Lage, alle Aspekte einer Sache, die vom Modell repräsentiert wird, abzubilden. Das bedeutet, daß kein Modell jemals vollständig ist, was die Leute aber nicht davon abhält, den Modellcharakter ihrer Vorstellungen vollständig zu vergessen. Viele scheinen zu glauben, wenn da einer kommt mit dem Schild WISSENSCHAFTLER, dann kann das, was er sagt, nur die Wahrheit sein, egal, um welches Fach es sich handelt. So wie sie einst ihren Eltern alles geglaubt haben, ja glauben mußten, so glauben sie auch später an die Wahrheit in den Worten von sog. Autoritäten. Das ist im Grunde kindliches Verhalten und hängt eng damit zusammen, daß die meisten Menschen eigentlich nie erwachsen geworden sind, weil ihnen die Ganzheit ihres Selbst verwehrt wurde.

      Ob es Menschen mit einem nahezu ganzen Selbst überhaupt gibt in der Welt der Menschenställe (durchorganisierte Industrienationen mit streng hierarchischer Ordnung), weiß ich nicht – mir ist jedenfalls noch keiner begegnet, soweit ich weiß, und wenn doch, habe ich ihn nicht erkannt. Ich fürchte jedoch, in dieser Welt wäre ein solcher Mensch kaum überlebensfähig, weil man ihn hart und schwer von allen Seiten bekämpfen würde. Das weiß ich zum Teil aus eigener leidvoller Erfahrung, obwohl ich mich kaum als Mensch bezeichnen würde, der alle seine abgespaltenen Selbstanteile ins Bewußtsein integriert hat. Die Arbeit daran dauert wohl ein Leben lang …

      Und ob solche Menschen, falls sie tatsächlich existieren, dann tatsächlich in der Lage oder auch nur willens wären, Teile von sich aufzugeben, nur um Anerkennung zu erfahren, bezweifle ich stark. Aber was weiß ich schon …? Ich selbst lebe inzwischen lieber sehr zurückgezogen, statt mich irgendwelchen Gesellschaftsmoralisten auszusetzen, die mich erziehen und unterdrücken wollen. Wozu auch sollte ich das wollen mit 61 Jahren? Den Rest meines Lebens will ich in gefühlter Freiheit durch größtmögliche Selbstbestimmtheit verbringen. Und sollte es morgen zu Ende sein, weil man mich zu bezwingen sucht, dann ist das eben so. Ein Leben am Nasenring erscheint mir schon lange nicht mehr erstrebenswert, auch wenn es bedeutet, in oft bitterer Armut zu leben.

    • Nehmen wir diesen Satz von weiter oben: "Das Bedrückende an sehr angepassten Menschen ist weniger, dass sie sich am Arbeitsplatz in ihrem Verhalten äußerlich anpassen, weil sie Angst haben, anzuecken und ihren Job zu verlieren. Denn jeder muss schließlich sein Brot verdienen…."
      Der beschreibt den jüngsten Fortschritt des Kapitalismus zum Neoliberalismus – soweit er nicht schon früher auch galt.
      Worin besteht nun der Fortschritt?
      Der Sklaventreiber mit der Peitsche konnte entfallen. Man hat den Menschen beigebracht, sich selbst – bei der Arbeit, bei Tag und bei Nacht – zu geißeln und zu einem höheren Zustand des Ausgebeutet-Werdens anzutreiben.
      Da konnte man denn auch die Bezahlung der der Peitsche schwingenden Antreiber auf die psychologischen Einpeitscher übertragen.

  8. ".. versuchen Sie, die Geschichte einmal aus der Sicht …" der Unterdrückten, Gepeinigten, aufrichtigen Widerstandskämpfer etc. zu sehen.

    Die herrschende Ideologie ist immer die Ideologie der Herrschenden – seit ca. 5000 Jahren mit der Entstehung des Patriarchats als lebensfeindliche Herrschaftsform (verkörpert im Staat),
    – die immer an übermäßigen materiellem Eigentum (Land, Edelmetalle, Schulden, später Bergwerke, Manufakturen, Fabriken, mit der Monetarisierung (durch Zwang) ganzer Gesellschaften Geld, ..)
    – bzw. an die Verfügungsgewalt darüber für eine verschwindend kleine parasitäre, patriarchale Herrschaftsschicht gebunden ist
    und in erster Linie mit physischer Gewalt in Form von Killerarmeen (später auch Polizei) und struktureller (z.B. Justiz) und ideologischer Gewalt gesichert wird, alimentiert durch vom Volk abgepresste direkte und indirekte Steuern.

    So ist es in jedem Staat:
    Die parasitäre Oberschicht hatte und hat immer mindestens zwei Feinde:
    Im Innern das eigene Volk – genauso wie heute – und nach außen andere parasitäre Herrscher- genauso wie heute oder andere Staaten mit vermuteten Schätzen wie im Jemen das vermutete Öl.

    Immer war man getrieben von Macht- und Beutegier nach innen und nach außen – genauso wie heute.
    Die von der bürgerlichen "Geschichtswissenschaft" gepriesene "Zivilisationsentwicklung", die angeblich erst mit der Entstehung von "weisen Eliten" beginne, entpuppt sich als ewiger Krieg nach innen und nach außen. Der "Fortschritt" in patriarchalen Herrschaftsgesellschaften ist immer erst nur ein militärischer, das Motiv für "technischen Fortschritt" ist immer erst ein militärisches – bis heute.

    Mit dieser einfachen aber der Geschichte seit 5000 Jahren näher kommenden Basistheorie hat man ein zuverlässiges theoretisches Konzept, um die heutigen Geschehnisse, die in eine weltweite Katastrophe zu münden scheinen, zu verstehen.

    p.s.:
    vor der sogenannten "Geschichte" gab es nur herrschaftsfreie Kulturen (keine (Gewalt-)Staaten) bis hin zu Hochkulturen z.B. in Ägypten und Mesopotamien. (Die Phinx ist beispielsweise über 10.000 Jahre alt)
    Das wird von der bürgerlichen Geschichtswissenschaft im günstigsten Fall als "vorhistorisch" diffamiert und geflissentlich ignoriert – es stört die herrschenden Machteliten, denn es könnte ihre "Tauglichkeit" in Frage stellen.

  9. Nevyn sagt:

    Danke für den interessanten Artikel. Hier der Link zu einer Seite, die das aktuelle Geschehen (nicht nur im Jemen) wiedergibt: https://southfront.org/military-situation-in-yemen-on-december-30-2021-map-update/

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