Der Covidianische Kult | Von C. J. Hopkins

Die Gemeinschaft der Corona-Gläubigen gleicht einer Sekte — mit der Mitgliederzahl einer Weltreligion.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Eine wirre Ideologie, die einen Plan verfolgt, ihre Anhänger Schritt für Schritt zu transformieren. Totale Kontrolle des Bewusstseins und der Versuch, Menschen radikal aus ihrem bisherigen Lebensumfeld herauszureißen. Systematische Erzeugung eines Ohnmachtsgefühls. Ein rigides System von Belohnung und Verhaltenskontrolle. Autoritäre Strukturen und die Neigung, Abweichler zu brandmarken und zu verstoßen (…) Denkt man da nicht automatisch an einen gefährlichen religiösen Kult? Nur weil die Anzahl der betroffenen Menschen so groß ist, fällt den meisten Beobachtern des Corona-Geschehens der Begriff „Sekte“ nicht ein. Aber auch ein Wahn mit sehr vielen Anhängern bleibt ein Wahn. Bereits im Oktober 2020 schrieb der Autor einen Aufsatz mit dem Titel „Der Covidianische Kult“ (1), in dem er die sogenannte Neue Normalität als eine globale totalitäre ideologische Bewegung beschrieb. Die Entwicklungen der letzten sechs Monate haben die Richtigkeit dieser Analogie bewiesen.

Ein Kommentar von C. J. Hopkins.

Ein volles Jahr nach der anfänglichen Verbreitung der äußerst schockierenden und völlig fiktiven Fotos von auf der Straße tot umfallenden Menschen, der prognostizierten 3.4 Prozent Todesrate und dem ganzen Rest der offiziellen Propaganda, trotz des Mangels an jeglichen tatsächlichen wissenschaftlichen Beweisen für eine apokalyptische Seuche — und der Fülle der gegenteiligen Indizien —, verhalten sich Millionen Menschen weiterhin wie Mitglieder eines riesigen Todeskultes, laufen in der Öffentlichkeit mit medizinisch aussehenden Masken herum, wiederholen roboterhaft nichtssagende Plattitüden, quälen Kinder, ältere Menschen, Behinderte, verlangen, dass jeder sich gefährliche experimentelle „Impfstoffe“ injizieren lässt, und verhalten sich einfach generell wahnhaft und psychotisch.

Wie sind wir bloß an diesen Punkt gekommen …? An den Punkt, an dem, wie ich es in The Covidian Cult formuliere, „anstatt dass der Kult als eine Insel innerhalb der dominanten Kultur existiert, der Kult die dominante Kultur geworden ist, und diejenigen von uns, die dem Kult nicht beigetreten sind, zu isolierten Inseln innerhalb dieser Kultur geworden sind“.

Um das zu verstehen, muss man wissen, wie Sekten das Denken ihrer Mitglieder kontrollieren, denn totalitäre ideologische Bewegungen funktionieren mehr oder weniger auf die gleiche Weise, nur in einem viel größeren, gesellschaftlichen Maßstab. Es gibt eine Fülle von Forschungen und Wissen zu diesem Thema (ich habe Robert J. Lifton in meinem früheren Aufsatz erwähnt), aber um die Sache zu verdeutlichen, werde ich einfach Margaret Singers Sechs Bedingungen der Bewusstseinskontrolle“ aus ihrem Buch von 1995, Cults in Our Midst, als eine Linse verwenden, durch die man den Covidianischen Kult betrachten kann. (Die Kursivschrift ist von Singer, der Kommentar ist von mir.)

Sechs Bedingungen der Bewusstseinskontrolle

1. Die Person wird im Unklaren darüber gehalten, was vor sich geht und wie sie oder er Schritt für Schritt verändert wird.

Potenzielle neue Mitglieder werden Schritt für Schritt durch ein Programm zur Verhaltensänderung geführt, ohne dass sie die endgültige Agenda oder den vollständigen Inhalt der Gruppe kennen.

Rückblickend ist es leicht zu erkennen, wie die Menschen Schritt für Schritt darauf konditioniert wurden, die „New-Normal“-Ideologie zu akzeptieren. Sie wurden mit erschreckender Propaganda bombardiert, eingesperrt, ihrer Bürgerrechte beraubt, gezwungen, in der Öffentlichkeit medizinisch aussehende Masken zu tragen, absurde „Social-Distancing“-Rituale zu praktizieren, sich ständigen „Tests“ zu unterziehen, und was sonst noch alles dazugehört. Jeder, der sich diesem Programm zur Verhaltensänderung nicht fügte oder den Wahrheitsgehalt und die Rationalität der neuen Ideologie in Frage stellte, wurde als „Verschwörungstheoretiker“, „Covid-Leugner“, „Anti-Vaxxer“ verteufelt, im Grunde ein Feind der Sekte, wie eine unterdrückerische Person in der Scientology-Kirche.

2. Kontrolle des sozialen und/oder physischen Umfelds der Person; insbesondere Kontrolle der Zeit der Person.

Seit über einem Jahr kontrollieren die „New-Normal“-Behörden das soziale/physische Umfeld und die Art und Weise, wie die „New Normals“ ihre Zeit verbringen, mit Lockdowns, Abstandsritualen, Schließung „nicht systemrelevanter“ Geschäfte, allgegenwärtiger Propaganda, Isolierung älterer Menschen, Reisebeschränkungen, obligatorischen Maskengeboten, Protestverboten und nun auch mit der Segregation der „Ungeimpften“.

Im Grunde wurde die Gesellschaft in etwas verwandelt, das einer Infektionsstation oder einem riesigen Krankenhaus ähnelt, aus dem es kein Entkommen gibt.

Sie haben ja die Fotos der glücklichen „Neuen Normalen“ gesehen, die in Restaurants essen, sich am Strand entspannen, joggen, zur Schule gehen und so weiter, die mit ihren medizinisch aussehenden Masken und prophylaktischen Gesichtsschilden ihrem „normalen“ Leben nachgehen. Was Sie hier sehen, ist die Pathologisierung der Gesellschaft, die Pathologisierung des Alltags, die physische (soziale) Manifestation einer morbiden Besessenheit von Krankheit und Tod.

3. Systematische Erzeugung eines Ohnmachtsgefühls.

Welche Art von Mensch könnte sich machtloser fühlen als ein gehorsamer New Normal, der zu Hause sitzt, obsessiv die Anzahl der „Covid-Todesfälle“ protokolliert und Fotos seiner medizinisch aussehenden Maske und seines Post-„Impf“-Pflasters auf Facebook teilt, während er auf die Erlaubnis der Behörden wartet, nach draußen zu gehen, seine Familie zu besuchen, seine Geliebte zu küssen oder einem Kollegen die Hand zu geben? Die Tatsache, dass im Covidianischen Kult der traditionelle charismatische Sektenführer durch eine Menagerie von medizinischen Experten und Regierungsbeamten ersetzt wurde, ändert nichts an der völligen Abhängigkeit und elenden Machtlosigkeit seiner Mitglieder, die auf einen Zustand reduziert werden, der dem eines Kleinkindes ähnelt. Diese elende Ohnmacht wird nicht als negativ empfunden, im Gegenteil, sie wird stolz gefeiert. Daher die mantraartige Wiederholung der „New-Normal“-Plattitüde „Trust the Science!“ (Vertraue der Wissenschaft!) von Leuten, die, wenn man versucht, ihnen die Wissenschaft vor Augen zu halten, völlig durchdrehen und anfangen, aggressiven Unsinn zu faseln, um einen zum Schweigen zu bringen.

4. Manipulation eines Systems aus Belohnungen, Bestrafungen und Erlebnissen in einer Art und Weise, die ein Verhalten verhindert, das die frühere soziale Identität der Person widerspiegelt.

Es geht hier um die Verwandlung der ehemals grundsätzlich rationalen Person in eine ganz andere, vom Kult anerkannte Person, in unserem Fall eine gehorsame „New-Normal“-Person. Singer geht darauf näher ein, aber ihre Diskussion bezieht sich hauptsächlich auf Subkultur-Sekten, nicht auf groß angelegte totalitäre Bewegungen. Für unsere Zwecke können wir dies in Bedingung 5 einbeziehen.

5. Manipulation eines Systems aus Belohnungen, Bestrafungen und Erlebnissen, um das Erlernen der Ideologie oder des Glaubenssystems der Gruppe und der von der Gruppe gebilligten Verhaltensweisen zu fördern. Gutes Verhalten, die Demonstration von Verständnis und Akzeptanz der Überzeugungen der Gruppe und die Einhaltung der Regeln werden belohnt, während Hinterfragen, das Äußern von Zweifeln oder Kritik mit Missbilligung, Zurechtweisung und möglicher Ablehnung begegnet wird. Wenn jemand eine Frage äußert, wird ihm das Gefühl gegeben, dass etwas mit ihm nicht stimmt, wenn er etwas in Frage stellt.

OK, ich werde Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Es ist eine Geschichte über eine persönliche Erfahrung, die Sie sicher auch schon gemacht haben. Es ist eine Geschichte über einen gewissen Neuen Normalen, der mich schon seit einigen Monaten nervt. Ich nenne ihn Brian Parks, denn, nun ja, so heißt er halt, und ich habe keine Skrupel mehr, seinen Namen zu nennen…

Brian ist ein ehemaliger Freund/Kollege aus der Theaterwelt, der sich ganz dem „New Normal“ verschrieben hat und total sauer ist, dass ich das nicht getan habe. Brian ist so erbost darüber, dass ich dem Kult nicht beigetreten bin, dass er im Internet unterwegs ist und mich als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet und andeutet, dass ich eine Art Nervenzusammenbruch gehabt hätte und sofortige psychiatrische Behandlung bräuchte, weil ich das offizielle „New-Normal“-Narrativ nicht glaube. Nun, das wäre eigentlich nicht weiter schlimm, außer dass Brian meinen Charakter anzweifelt und versucht, meinen Ruf auf den Facebook-Seiten anderer Theaterkollegen zu beschädigen, wozu er sich berechtigt fühlt, da ich ein „Covid-Leugner“, ein „Verschwörungstheoretiker“ und ein „Anti-Vaxxer“ oder was auch immer sei, und da er die Macht des Staates, der Medien und so weiter auf seiner Seite hat.

So funktioniert das in Sekten und in größeren totalitären Systemen. Es ist normalerweise nicht die Gestapo, die Sie holen kommt. Es sind normalerweise Ihre Freunde und Kollegen.

Was Brian tut, ist, dieses System aus Belohnungen und Bestrafungen zu benutzen, um seine Ideologie durchzusetzen, weil er weiß, dass die meisten meiner anderen Kollegen in der Theaterwelt auch voll auf „New Normal“ abfahren, oder zumindest wegschauen und schweigen, während es umgesetzt wird.

Diese Taktik ist bei Brian offensichtlich nach hinten losgegangen, vor allem, weil es mir scheißegal ist, was irgendwelche Neuen Normalen von mir denken, egal ob sie in der Theaterwelt oder sonst wo arbeiten, aber ich bin in einer ziemlich privilegierten Position, denn ich habe erreicht, was ich im Theater erreichen wollte, und würde lieber meine Hand in einen Mixer stecken, als meine Romane bei Konzernverlagen einreichen, damit sie von „Sensibilitätslesern“ begutachtet werden, also gibt es nicht viel, womit man mir drohen könnte. Zudem habe ich keine Kinder zu unterstützen oder Behörden, denen ich Rechenschaft ablegen muss (im Gegensatz zu, zum Beispiel, Mark Crispin Miller, der derzeit von der „New-Normal“-Behörde an der NYU gegängelt wird.)

Die Sache ist die, dass diese Art der ideologischen Konditionierung überall tagtäglich stattfindet, sei es am Arbeitsplatz, unter Freunden, sogar in der Familie. Der Druck, sich anzupassen, ist stark, denn nichts ist für eingefleischte Sektierer oder Mitglieder totalitärer ideologischer Bewegungen bedrohlicher als diejenigen, die ihre grundlegenden Überzeugungen in Frage stellen, sie mit Fakten konfrontieren oder auf andere Weise zeigen, dass ihre „Realität“ überhaupt nicht der Realität entspricht, sondern vielmehr eine wahnhafte, paranoide Fiktion ist.

Der Hauptunterschied zwischen der Funktionsweise von Sekten und totalitären ideologischen Bewegungen besteht darin, dass eine Sekte normalerweise eine subkulturelle Gruppe ist und daher Nicht-Kult-Mitglieder die Macht der Ideologie der dominanten Gesellschaft haben, auf die sie sich stützen können, wenn sie sich den Bewusstseinskontrolltaktiken der Sekte widersetzen und versuchen, ihre Mitglieder zu deprogrammieren (…) wohingegen in unserem Fall dieses Gleichgewicht der Macht umgekehrt ist. Totalitäre ideologische Bewegungen haben die Macht der Regierungen, der Medien, der Polizei, der Kulturindustrie, der Wissenschaft und der willfährigen Massen auf ihrer Seite. Sie brauchen also niemanden zu überzeugen. Sie haben die Macht, die „Realität“ zu diktieren. Nur Sekten, die in völliger Isolation operieren, wie Jim Jones’ People’s Temple in Guyana, genießen dieses Maß an Kontrolle über ihre Mitglieder.

Diesem Konformitätsdruck, dieser ideologischen Konditionierung, muss heftig Widerstand geleistet werden, ungeachtet der Konsequenzen, sowohl öffentlich als auch in unserem Privatleben, oder die „Neue Normalität“ wird mit Sicherheit unsere „Realität“ werden. Trotz der Tatsache, dass wir „Covid-Leugner“ derzeit den Covidianer-Kultisten zahlenmäßig unterlegen sind, müssen wir uns so verhalten, als ob wir es nicht wären, und uns an die Realität, die Fakten und die echte Wissenschaft halten, und die „Neuen Normalen“ als genau das behandeln, was sie sind, Mitglieder einer neuen totalitären Bewegung, wahnhafte Sektierer, die Amok laufen. Wenn wir das nicht tun, werden wir bei Singers Bedingung 6 ankommen …

6. Ein geschlossenes System der Logik und eine autoritäre Struktur, die kein Feedback zulässt und sich weigert, modifiziert zu werden, außer durch die Zustimmung der Führung oder durch einen Befehl. Die Gruppe hat eine Top-Down-Pyramidenstruktur. Die Führer müssen verbale Mittel haben, um immer im Recht zu sein.

Noch sind wir nicht so weit, aber wir steuern darauf zu … auf einen globalen krankhaften Totalitarismus. Also, bitte, sprechen Sie es aus. Nennen Sie die Dinge beim Namen. Konfrontieren Sie die Brians in Ihrem Leben. Auch wenn diese sich selbst versichern, dass sie versuchen, Ihnen zu helfen, „zur Vernunft zu kommen“ oder „die Wahrheit zu sehen“ oder „der Wissenschaft zu vertrauen“, so tun sie das gerade nicht.

Sie sind Sektierer, die verzweifelt versuchen, Sie dazu zu bringen, sich ihren paranoiden Überzeugungen anzupassen, sie setzen Sie unter Druck, manipulieren Sie, schikanieren Sie, bedrohen Sie. Lassen Sie sich nicht auf ihre Bedingungen ein, oder lassen Sie sich von ihnen dazu bringen, ihre Prämissen zu akzeptieren.

Wenn sie Sie erst einmal in ihr Narrativ eingesponnen haben, haben sie gewonnen. Entlarven Sie sie, konfrontieren Sie sie mit ihren Taktiken und ihren Motiven. Sie werden sie wahrscheinlich nicht im Geringsten umstimmen, aber Ihr Beispiel könnte anderen Neuen Normalen, deren Glaube ins Wanken gerät, helfen, zu erkennen, was ihrem Verstand angetan wurde, und mit der Sekte zu brechen.

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://consentfactory.org/2020/10/13/the-covidian-cult/

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C. J. Hopkins ist ein preisgekrönter Dramatiker, Romanautor und politischer Satiriker/Kommentator mit Sitz in Berlin. Seine Stücke wurden international an Theatern und Festivals produziert. Seine politischen Satiren und Kommentare werden von Consent Factory, RT.com, OffGuardian, ZeroHedge, ColdType, Dissident Voice und anderen Publikationen veröffentlicht. Sein dystopischer Science-Fiction-Roman „Zone 23“ wurde 2017 bei Snoggsworthy, Swaine & Cormorant veröffentlicht.

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Redaktionelle Anmerkung: Diese Kolummne erschien zuerst am 21. April 2021 unter dem Titel „The covidian cult part II““ bei Consent Factory. Sie wurde von Sabine Amann vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzerteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratteam lektoriert.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 7.5.2021 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Anna Tryhub / shutterstock

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