Das Verblödungssystem | Von Willy Meyer

Das World Economic Forum fantasiert über eine dystopische „Schulform“, in der es keine Tafelkreide, keine Kreativität und auch kein physisches Miteinander mehr gibt.

Schulen sind die Labore unserer Zukunft, denn hier bündeln sich die Energien des Wandels. Ein anschauliches Beispiel bieten da physikalische Kräfte und deren Auswirkungen auf das menschliche Miteinander. So ist gemeinhin bekannt, dass das regelmäßige Lüften ein zentrales Element im Kampf gegen die weiterhin grassierende Pandemie darstelle. Alle zwanzig Minuten gilt es, möglichst viele Fenster der Unterrichtsräume aufzureißen, damit die virentragenden Aerosole entweichen können. Unterstützt wird diese simple Reinigungsmaßnahme seit einiger Zeit durch abertausende Luftfilter, die zumeist im Doppelpack im Klassenraum vor sich hin brummen (1).

Plötzlich jedoch wirft auch der schreckliche Ukrainekonflikt seine Schatten auf unsere Lehranstalten, heißt es doch nun, gemeinsam und solidarisch Energie zu sparen. Darum dürfen die Luftfilter mit einem Mal schweigen. Das gewöhnliche Lüften, so die Experten, stelle einen genügenden Schutz der einzuatmenden Luft dar. Letztere allerdings, so steht zu befürchten, wird sukzessive kühler durch die Fenster hineinwehen, zumal Bundesländer wie Brandenburg der maximalen Raumhöchsttemperatur im Rahmen des deutschen Boykotts russischer fossiler Energieträger bei 20 Grad Celsius einen Riegel vorgeschoben haben (2).

Überraschende Synergieeffekte

Was im Sommer noch den Anschein eines erfrischend anregenden Lernklimas erweckt, könnte im Winter schnell jene andere, schulbehördlich festgesetzte Temperaturmarge ins Spiel bringen, nach welcher bei unter 16 Grad Celsius eine Beschulung nicht mehr möglich sein wird.

Die Lösung dieses physikalischen Dilemmas liegt hingegen längst auf der Hand, denn wohin kann Schule ausweichen, wenn ein Zusammenkommen in schulischen Räumlichkeiten, aus welchen Gründen auch immer, unmöglich ist? Da trifft man sich natürlich im digitalen Raum!

Sind nicht, pandemiebedingt, Schüler wie Lehrer geübt und vorbereitet auf diese segensreiche Alternative? Immerhin musste Unterricht über viele Monate auf diesem Wege stattfinden, sodass sich Schülerschaft wie Lehrkörper nicht nur daran gewöhnen konnten, sondern so mancher auch vermeinte, dem Notzustand förderliche Aspekte abgewinnen zu können.

Was sich hier durch die physikalischen Gegebenheiten von Temperatur und Raum auf simpelsten Rechenwegen vorausahnen lässt — also „gemeinsam frieren für die Gesundheit“ plus „gemeinsam frieren für den Frieden“ ergibt digitalen Fernunterricht —, für das wird an anderer Stelle seit langem eine pseudo-erziehungswissenschaftliche Grundlage herbeigeschrieben, die da heißt: Education 4.0 (3).

Die Education 4.0 Alliance

Die Vordenker der globalen Eliten um Klaus Schwab und das Weltwirtschaftsforum (WEF) widmeten anlässlich ihrer diesjährigen Zusammenkunft vom 22. bis 26. Mai in Davos ihre Aufmerksamkeit gleich mehrfach dem Themenkomplex Bildung und Erziehung, so in „Growing up in the Pandemic“ und auch in „Restating the Economic Case for Education“. In den Verlautbarungen der „Education 4.0 Alliance“ tritt die gedankliche Stoßrichtung recht unverblümt zutage, gelte es doch erstens, sich über die in Bildung und Erziehung zu vermittelnden Schlüsselfertigkeiten zu verständigen und die zentrale Bedeutung derselben durch ein öffentliches Narrativ zu transportieren; zweitens seien öffentlich-private Partnerschaften zu fördern, die diese Erziehungsziele 4.0 entwickelten; und drittens müssten Anreize und Belohnungen für die Übernahme jener Ziele in die Bildungssysteme geschaffen werden.

Abgesehen von der an sich schon unerhörten Verschiebung der Hoheit über die jeweils nationale Bildungspolitik von Nationalstaaten hin zu öffentlich-privaten Partnerschaften, was für die WEF-Pläne stets von zentraler Bedeutung ist (4), stellt sich die entscheidende Frage, um welche Bildungsziele es da gehen könnte.

Ein dystopischer Blick voraus

Einen Blick darauf ermöglicht der WEF Beitrag „What will education look like in twenty years“ (5) aus dem Jahre 2021, welcher auf die vier wesentlichen Zielvorgaben eines OECD Handbuchs hinweist (6):

Einmal soll formaler Bildung mehr Raum gegeben werden — siehe auch die neuen Hamburger Bildungspläne (7) —; dann geht es darum, Bildung auszulagern, um den sukzessiven Zusammenbruch der Schulsysteme aufzufangen, wobei der Digitaltechnologie eine entscheidende Rolle zukommt; drittens sollen Schulen in sogenannte Lernzentren („Learning Hubs“) verwandelt werden, wo Diversität und Herumexperimentieren („Diversity and Experimentation“) zur Norm geworden sind; und schließlich verschiebt sich Lernen in einen „Learn-as-you-go“-Modus, es soll überall und zu jeder Zeit stattfinden, Bildungsgrenzen verschmelzen in dem Maße, in welchem die Gesellschaft sich insgesamt „der Macht der Maschine“ unterwirft.

In welchem Ausmaß die Digitalisierung Bildung und Schule verändern solle, verdeutlichte das WEF schon 2019 mit seiner Schrift „DQ-Digital Intelligence. DQ Global Standards Report 2019“ (8). In dieser Schrift werden acht digitale Bürgerkompetenzen formuliert, mit denen jedes Kind ausgestattet sein müsse, insbesondere eine „digitale Bürgeridentität“, eine „digitale Empathie“ sowie „Cybersicherheitsmanagement“.

Lernen in VR und mit KI

Lehrbücher, Hefte und Stifte seien ein Auslaufmodell, da die Virtuelle Realität (VR) und der Klimawandel ganz neue Maßstäbe für Schule und Lernen setzten (9). Die neue Spitzentechnologie böte den Schülern völlig neue Unterstützungsmöglichkeiten an, indem sie aus ihren Körpern Informationen ablese, ihren Gesichtsausdruck deuten könne, sogar nervliche Signale erkenne. Schule könne mit Mark Zuckerbergs kollektivem und virtuellem Raum „Metaverse“ gekoppelt werden. Die Vorteile lägen auf der Hand, da Lehrern wie Schülern hier ein standardisiertes, reproduzierbares Lernumfeld geboten werde, welches zudem „Gamification“ — auf Deutsch in etwa „Spielifizierung“ —, Bewertungsraster und die Interaktion per Avatar in seiner Software enthalte, wodurch Peer-Interaktionen ebenso ermöglicht werden wie aktives Lernen, Spaß und Leistungsfeedback.

Schule im klassischen Sinne, das ahnen wir spätestens jetzt, hat ausgedient angesichts der scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten, die Künstliche Intelligenz und Virtuelle Realität moderner Bildung bieten.

Da nutzen am Ende auch all die Fortbildungsanreize nichts, die das WEF Lehrern und anderen Lernenden in Aussicht stellt (10). Allein, was kann an sich träge Bildungssysteme, die auch noch notorisch klamm sind, dazu bringen, solch herkulische Anstrengungen auf sich zu nehmen, um die gewünschte Veränderung herbeizuführen?

Auch hier ist ein kausaler Zusammenhang rasch herbeigeführt, betrachtet das WEF doch die immer noch andauernde sogenannte Corona-Pandemie als das disruptive Element par excellence der jüngsten Geschichte, dem ein besserer Neuaufbau („build back better“, (11)) zu folgen habe. In diesem Sachzwang sieht das WEF natürlich auch Schule und Bildung, die sich mit gesteigerter systemischer Flexibilität und Reaktionsfähigkeit vor kommenden Verwerfungen schützen sollen.

Cui bono oder: Wem nützt es?

Würden die Veröffentlichungen des WEF nicht stets auf die zu erwartenden Teilhaber-Gewinne — „Stakeholder“ — und den antizipierten ökonomischen Vorteil des dargestellten Umbaus des Erziehungswesens zurückkommen (12), wäre man tatsächlich versucht zu glauben, Wohl und Nutzen aller Kinder und Jugendlichen im schulfähigen Alter lägen dem WEF am Herzen.

Lifelong Learning at its best:

Ohne Schule, ohne Klassenzimmer, dafür isoliert vor dem eigenen Rechner mit einer Metaverse-Maske auf dem Kopf „entdecken“ die jungen Menschen die Welt des Wissens vermittels ihres Avatars, während eine unsichtbare Hand sie durch einen Parcours von Aufgaben und Informationen führt, gleichzeitig im Feedback ihrer Reaktionen und Emotionen die nächsten Lernschritte für sie zurechtlegt und am Ende ihren Kompetenzzugewinn misst.

Freies, selbstbestimmtes Lernen und kreative Selbstentfaltung hingegen stehen nicht auf dem Lehrplan des Metaverse. Dafür würden Schule und Unterricht mit KI und VR zu einer weiteren tragenden Säule der Vierten Industriellen Revolution, die das WEF für uns alle heraufziehen sieht (13).

Und was sollte schon schiefgehen, wenn sich Philanthropen solchen Schlages um unsere Jugend kümmern? Oder könnten die Avatare im Universum des Metaverse auch frieren?

Quellen und Anmerkungen:

(1): https://www.hamburg.de/coronavirus/schulen/#15048902_15048930
(2): https://www.bz-berlin.de/brandenburg/plaene-von-ernst-unterrichtsverbot-ab-16-grad-in-brandenburg
(3): https://www.weforum.org/projects/education-4-0
(4): https://www.weforum.org/projects/reskilling-revolution-platform
(5): https://www.weforum.org/agenda/2021/01/future-of-education-4-scenarios
(6): https://www.oecd-ilibrary.org/education/back-to-the-future-s-of-education_178ef527-en
(7): https://www.hamburg.de/bsb/pressemitteilungen/16017886/2022-03-24-bsb-entwuerfe-fuer-neue-bildungsplaene/
(8): https://www.dqinstitute.org/wp-content/uploads/2019/03/DQGlobalStandardsReport2019.pdf
(9): https://www.weforum.org/agenda/2022/05/the-future-of-education-is-in-experiential-learning-and-vr
(10): https://www.wam.ae/en/details/1395303051345
(11): https://es.weforum.org/reports/building-back-better-an-action-plan-for-the-media-entertainment-and-culture-industry
(12): https://www.weforum.org/reports/catalysing-education-4-0-investing-in-the-future-of-learning-for-a-human-centric-recovery
(13): https://www.weforum.org/focus/fourth-industrial-revolution

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 08.09.22 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Bildquelle: shutterstock / Tverdokhlib

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Kommentare (17)

17 Kommentare zu: “Das Verblödungssystem | Von Willy Meyer

  1. Schramm sagt:

    Aspekte zum System der geistigen Manipulierung in Deutschland.

    Das Monopolkapital Deutschlands verfügt gegenwärtig über eine reale Machtbasis im ideologischen und kulturellen Bereich, über einen ideologischen Machtapparat, der die Propagandamaschinerie des deutschen Faschismus an Umfang und durch raffiniertere, vielfältigere, schwerer durchschaubare, aber gerade dadurch auch alle Schichten der Bevölkerung erreichende Methoden weit übertrifft.

    So ist in der BRD ein dichtes Netz der ideologischen Massenbeeinflussung, ein Apparat zur geistigen Manipulierung errichtet worden, der auf alle Lebensbereiche einwirkt. Er erfasst die Vorschulerziehung und Schulbildung, die Ausbildung an Hochschulen und Universitäten und in der Bundeswehr, erstreckt sich über Rundfunk, Fernsehen und Internet, imperialistische Presse, Film, Verlagswesen, Musik- und Unterhaltungsindustrie und die Mehrzahl der kulturellen Einrichtungen, reicht über die Werbung und Reklame, die ideologische Beeinflussung in den Konzernbereichen und die Öffentlichkeitsarbeit der bürgerlichen Parteien bis zu den Institutionen des Staates und den Meinungsinstitutionen, die privaten und gewerkschaftlichen Stiftungen und Bildungseinrichtungen, die entscheidenden Anteil an der Konzipierung und praktischen Durchsetzung imperialistischer Strategien im ideologischen und kulturellen Bereich haben.

    Im Unterschied zu bestimmten Praktiken des deutschen Faschismus, in enger Anlehnung an Erfahrungen des amerikanischen Imperialismus, war das Monopolkapital der BRD von Anfang an bestrebt, das Funktionieren seines ideologischen Machtapparates vor allem über das unmittelbare Zusammenwirken dreier Hauptelemente zu sichern: über die marktbeherrschende Stellung einer kleinen Gruppe von Presse- und Kulturkonzernen wie Springer und Bertelsmann, über den weitreichenden Einfluss sogenannter Anstalten des öffentlichen Rechts wie Rundfunk und Fernsehen im ideologischen und kulturellen Bereich, über die wachsende Rolle ideologischer und kultureller Institutionen des Staates.

    18.09.2022, R.S.

  2. Charly1 sagt:

    Wir erleben gerade die totale Verblödung der politischen Entscheidungsträger, Journalisten und leider auch vieler Angehöriger der Gesundheitsberufe!!!
    Was ich gegenwärtig beobachte, ist eine kollektive Verblödung der Menschheit – und dagegen hilft auch keine Impfung!

  3. Reinhardas sagt:

    Das Universum ist von Nano bis Giga offensichtlich elektrisch. Menschen, wie wir sie kennen, sehr wahrscheinlich Avatare in einer großen Simulation. Ähnlich, wie in den Matrix-Filmen dargestellt. Ganz einfach zu begreifen: Wir bestehen letztlich aus Atomen und noch kleineren Teilchen, welche mittels elektrischer Kräfte funktionieren. Ein Atomkern hat das Größenverhältnis zur Hülle wie eine Briefmarke im Fußballstadion. Also bestehen wir aus ziemlich viel Zwischenraum. Mit unseren 5 Sinnen, bei denen ein elektrischer Sinn nicht vorhanden ist, können wir das natürlich nicht erkennen. Unsere Gehirne sitzen immer noch in Platos Höhle. Sie können sehr leicht programmiert und getäuscht werden. Erziehung in der Schule war schon immer Programmierung. Die Menschen sollten in der vorhandenen Gesellschaft mit der vorhandenen Technik zum Funktionieren als mehr oder weniger kleines Rädchen im System gebracht werden. Den Sinn der wirtschaftlichen Tätigkeit in der Erzielung von Geld-Gewinn zu sehen, ist so ein anerzogener Blödsinn im Weltmaßstab. Insgesamt war dieses System schon im 20. Jahrhundert so idiotisch, dass nur eine massive Verbildung auf allen Ebenen der Bildungssysteme den Kapitalismus noch einigermaßen aufrecht erhalten konnte. Das ist jetzt vorbei. Das Zeitalter der hierarchischen Gesellschaften läuft ab. Das WEF möchte mit seinen transhumanistischen Plänen letztlich eine Matrix in der Matrix schaffen, in welcher die an die elektronischen Medien gekoppelten Schüler die eigentliche, uns natürlich erscheinenden Realität, zunehmend nicht mehr wahrnehmen können. Über die elektronischen Kanäle können fast beliebige Realitäten vorgespielt werden. Besser geht Manipulation erst einmal gar nicht.

    • Ursprung sagt:

      Das mit dem Zwischenraum der Atome ist wohl so aber wie Heisenbergs Unschaerfe nicht relevant fuer die Welt, in der Baeume, Mensch &Tier existieren. Eben nicht in einer "digitalen".
      Es ist also idiotisch "digitale Schulung" zu denken oder zu tun. Zumal "Schule" als Heranziehung zu menschlicher Nutzviehhaltung entstand. Und nicht etwa als "Lebensschulung".

      Wer "Schule" sagt, will erstmal Andere formen. Individuelle Freiheiten unterbinden.
      Versklaven. Als Parasit leben.
      Selbst dann, wenn er zu anderen Sternen fliegen moechte, was er durchaus mit einer guten Schule realisieren koennte.

  4. Alex C sagt:

    Der Autor scheint es als Problem anzusehen dass Kinder nicht mehr in die Schule gehen und geht von völlig falschen Annahmen aus wenn man technische Möglichkeiten nutzt.
    Dieser gezwungende Frontalunterricht, unabhängig von den Fähigkeiten des Kindes, ist nicht jedermanns Sache und absolut unflexibel.
    Wenn ein Kind ein Thema nicht interessiert wird es das auch nicht lernen. Zumindest nicht auf Dauer. Das ist einfach verschwendete Lebenszeit.
    Nur weil ein Kind via Computer lernt heisst es nicht dass es keinen Kontakt zu anderen Kindern möglich ist. Ganz im Gegenteil.
    Natürlicherweise könnten sich Kinder ihre Freizeit besser einteilen und ebenso mit anderen Kindern spielen.
    Und wie letztendlich die Kinder erzogen werden ist immer noch Aufgabe der Eltern. Dafür kann man die Schule nicht in Haft nehmen.

    • Nevyn sagt:

      Ich finde in dieser Aussage viel Richtiges. Die Eltern stehen an erster Stelle für das Kind, von ihnen sollte es am meisten lernen, vor allem in den ersten sechs Jahren. Aber lernen heißt hier und auch später, in Beziehung treten. Wir haben immer die Vorstellung man müsse sich irgendwo hinsetzen und etwas pauken.

      Kinder sind in besonderem Maße auf menschliche Beziehungen angewiesen und das heißt im Normalfall auf die Anwesenheit ihres Gegenüber, nicht nur körperlich sondern auch seelisch und geistig zugewandt.
      Wir wissen doch alle, dass wir nicht viel gelernt haben, wenn der Lehrer "doof" war und andererseits der Stoff fast egal, wenn er "cool" war.

      Der Mensch ist in der ersten Hälfte seines Lebens gehalten, in die Welt hinein zu wachsen und sich einen Platz in ihr zu schaffen. Welt ist aber Beziehung und Gegenständlichkeit. Immer mehr schulden wir der Welt unsere Anwesenheit, weil wir uns in virtuellen Räumen herum treiben, die uns eben gerade nichts über die wirkliche Welt lehren, weil sie astraler Natur sind. Der Mensch braucht den Menschen zum Menschsein. Er wird am Du zum Ich, wie Martin Buber es einmal ausdrückte.

      Wir wissen alle, dass virtuelle Welten faszinierend sein können. Sie sind es, weil wir von dort kommen, bevor wir uns in Materie einkleiden. Es bedarf aber für die Entwicklung des Menschen, ganz in der Realität anzukommen, auch wenn sie ihm lästig oder gar unerträglich erscheint, weil er nur hier wirklich reifen kann. Das Abdriften in Traumwelten, seien sie nun astral oder virtuell oder drogenvermittelt, führt ihn genau davon weg.

      Man glaubt ja gern, der ganze Esokram meine, man solle die Realität meiden. Das Gegenteil ist der Fall.

  5. helli-belli sagt:

    "Das Übermaß von den Unterricht stützender Künstlicher Intelligenz macht die Entwicklung von natürlicher Intelligenz eher schwerer. "

    … ich wage zu bezweifeln, dass sich "natürliche Intelligenz" auf irgendeine Art & Weise positiv entwickeln lässt.

    Um was es geht, nennt sich "Bildung".
    … und diese kann, wird & muss sich in Zukunft in Richtung Individualisierung und Digitalisierung bei der Erfassung der individuellen Fähigkeiten & Interessen sowie der Zuteilung der situativ optimalen Lerninhalte und Lehrkräfte / Unterstützer & Förderer hin entwickeln.

    und klar: da wird zukünftig nach anderen regeln ausgesiebt werden – bei jenen, die ihre "Lehrkraft" als Leistung anbieten wollen ebenso wie bei jenen, die bisher in erster Linie aufgrund ihrer Herkunft sehr viel bessere Bildungs- & Zukunftschancen genießen durften …

    Und dass nun die Frösche schreien, wenn der Sumpf trockengelegt wird, verwundert auch nicht weiter.

    PS:
    klar: nicht alles geht digital.
    Der Umgang miteinander und die spielerische Kreativität benötigen Kontaktmöglichkeiten und Freiräume.
    Und ja: gerade wenn in der Zukunft die KI sehr viel von all dem was bisherige Generationen sich mühselig haben an Kenntnissen aneignen müssen sehr viel besser wird erledigen können als jeder Mensch, dann wird die "stupide Paukerei" immer mehr zum kreativitätszerstörenden Element – aber um hier optimale und situativ auf das Individuum zugeschnittene Angebote anbieten zu können, wird es ohne kontinuierliche Datenerfassung & Auswertung via "KI" kaum gehen …

    Ich bin da positiv – das wird schon…

    • Zara Trusta sagt:

      KI kann letztlich nur ein tool sein, denn die Creative Intelligenz einer Rechenmaschine kann über die reduktive Analyse nicht hinaus.
      Was uns fehlt ist jedoch´ botton-up Stabilität´ und dazu wird Synergy benötigt, die wiederum setzt feed back loops voraus . Werte bzw -Qualtäten aller Art entstehen in der Regel am effizientesten aus kreativer Zusammenarbeit. Betriebe wie Google und Apple nutzen das sehr erfolgreich. Und auch da musste man feststellen, das noch nicht einmal da bei der Softwareentwicklung ,ein Joystick den Real-Deal ersetzen kann.

    • Irwish sagt:

      Was ist das eigentlich, Intelligenz? Allein wenn man nur versucht, diesen Begriff zu analysieren, kommt man ganz schön ins Schwimmen. Gewöhnlich wird unter Intelligenz das verstanden, was einen Menschen gesellschaftlich und somit wirtschaftlich erfolgreich macht. Der sogenannte Intelligenzquotient basiert aber lediglich auf kognitivem Wissen und Können. Ein Autist mit hohem IQ wird daher kaum gesellschaftlich aufsteigen, dazu sind seine sozialen und kommunikativen Fähigkeiten zu wenig ausgebildet bzw. durch seinen Autismus behindert. Menschen mit aktiven Traumafolgen sind dagegen oft dafür prädistiniert, wenn sie ihr psychisches Defizit mit Macht- und Kontrollstreben zu kompensieren gelernt haben.

      Es gibt Menschen, die Intelligenz – was auch immer sie darunter verstehen – geringschätzen und oft sogar regelrecht verachten. Deren Meinung nach sind die Intelligenzbolzen jene, die in der Schule verprügelt wurden (Mobbing erfuhren), weil sie sich nicht männlich genug aufgeführt haben. Es gibt so viele Definitionen des Intelligenzbegriffs, wie es Menschen gibt, denen der Begriff etwas sagt. In der allgemeinen Bevölkerung gilt hohe Intelligenz als etwas Besonders, sozusagen als Auszeichnung, und wird hoch anerkannt. Dabei ist es egal, ob der Betreffende wirklich intelligent ist oder die Intelligenz nur gut vorzuspielen gelernt hat. Wer erfolgreich ist, muß intelligent sein.

      Nun von einer künstlichen Intelligenz zu reden, erscheint mir völlig unangebracht. Nicht die sogenannte KI ist intelligent, sondern allenfalls ihre Programmierer. Eine Sichtweise, die Maschinen Intelligenz zubilligt, basiert auf der weitverbreiteten Entfremdung des Menschen von seiner Gefühlswelt. Intelligenz – womit zumeist die kognitive Intelligenz gemeint ist – ist nichts ohne Integration des gesamten menschlichen Gefühlslebens in das Bewußtsein. Wer ständig nur rational unterwegs ist und Gefühle als störend empfindet, der hat ständig Angst. Der Angstbegriff weist auf emotionale Enge hin; der Fokus ist ständig auf Berechnungen, Planungen, kognitive Abwägungen usw. gerichtet. Die Basis des kümmerlichen Restlebens, das solchen Menschen verblieben ist, besteht nicht in der biologischen Grundverfassung, sondern in erlerten Glaubenssätzen, die sie gehorsam internalisiert haben. Das sie dann davon träumen, ihr Bewußtsein bzw. das, was sie dafür halten, einst in eine Maschine übertragen zu können, wenn ihr alter Körper nicht mehr mitmacht, ist daher kaum überraschend.

      Lese-Empfehlung:

      Theodore Roszak, DER VERLUST DES DENKENS
      Über die Mythen des Computer-Zeitalters (1988)
      »Wer den Bekenntnissen der Computer-Gläubigen mehr als nur Emotionen entgegenhalten möchte – in diesem Buch findet er Argumente in Hülle und Fülle und solide Bestätigungen für sein zuvor vagen Bedrohungsängste.«
      http://irwish.de/PDF/Roszak-Der_Verlust_des_Denkens.pdf

    • Zara Trusta sagt:

      @Irwish
      Der Begriff ist sehr eindeutig definiert als ´´Die Fähigkeit´´ zu lateinisch intellegere „erkennen“, „einsehen“; „verstehen“;
      Für den Einzelnen bedeute er Unterschiedliches , je nach dem wie diese Fähigkeit entwickelt ist.
      Es besteht schlicht eine Interdependenz zwischen Ausgeprägtheit und Bedeutung.
      Mit IQ hat das gar nichts zu tun.
      Intelligenz ist immer in erster Linie Fähigkeit, die also auch davon abhängt wie die Wahrnehmung ausgerichtet ist. .Gefühl und Intention eingeschlossen .
      Im Paradigma des reduktiv-analytischen Denkens erfassen wir nur polynominales als maximal etwa ein Viertel der Realität..Wie kann ma da überhaupt intelligent sein..

  6. Zara Trusta sagt:

    Das Ganze ist doch nichts als scharlatanistische Verarschung und perverse psychopathische Quälerei.
    Wie kann man da überhaupt von Bildung sprechen. Einstein wies bereits darauf hin, dass wenn dieser Stand der Technik erreicht ist, dem Vollidiotentum damit immenser Vorschub geleistet wird.
    Die VR- Technik kann Realität nicht ersetzen, so wie Glauben. nicht den Verstand ersetzen kann.
    Die VR -Masken verirren das Nervensystem und sind von der Gamer-Comunity abgelehnt, da gestörtes Abstandsempfinden unfähig macht z.B. ein Fahrzeug zu führen..
    Computing Pover CP mit KI zu bezeichnen bringt uns davon ab, an den entscheidenen Punkten weiter zu forschen, die tatsächliche Erkenntnis bewirken.
    Dabei hat man nebenbei erhebliche Fortschritte im Umgang mit Komplexität gemacht.
    Pfade zur definitiven Ergänzung der vorgeschriebenen Paradigmen sind in der Bildung jedoch ohnehin nach wie vor Tabu.

  7. FreedomRider sagt:

    Vor 20 Jahren hatte ich einen Burnout und musste eine Psychiaterin konsultieren.
    Meine größten Ängste waren die Verrohung und Verblödung , sowie das idiotische Konsumieren der Leute um mich herum.
    Ich hatte einen gut bezahlten Job, mit eigenem Büro und Geschäftswagen, konnte mir meinen Arbeitstag frei einteilen, und bei Bedarf auch zwischen Home und Office frei entscheiden. Das wiederum hat mir den Neid von Kollegen eingebracht, der in Mobbing mit nächtlichen Drohanrufen endete.
    Schliesslich konnte ich nicht mehr unter Menschen sein.
    Die Ärztin konnte mich sehr gut verstehen und ein Jahr später war ich mit 52 in Rente, klar weniger Geld, aber 24/7 Freiheit – unbezahlbar

  8. Irwish sagt:

    Wann fing schulische Verblödung wirklich an?

    Folgt man der Sichtweise von Willy Meyer, haben wir bis heute ein Schulsystem, das Kinder in ihrer natürlichen Entwicklung fördert, und erst die Interventionen des WEF würden diese indirekt behauptete Tendenz abschaffen wollen. Dem ist aber leider nicht so.

    Schulen waren seit seit eh und jeh Indoktrinationsanstalten. Es galt das Motto, funktionsfähige Bürger zu erzeugen. Die erste Voraussetzung gesellschaftlicher Anpassung ist der Gehorsam. Schulen sind daher vor allem Filteranstalten, die den Braven – den Gehorsamen – gute Zensuren geben und den Ungehorsamen schlechte. Die Benotung, das Schulzeugnis, entscheidet dann darüber, ob ein Schüler im weiteren Verlauf seines Lebens gesellschaftlich und wirtschaftlich weiterkommt oder ob er sein Leben lang »niedrige« Arbeiten verrichten muß.

    Verschiedenen Quellen nach gab es bereits vor 4000 oder 5000 Jahren Schulen, um Kinder an die jeweils herrschenden Narrative anzupassen. Der Schrift kamen in ihren Anfängen vor allem Verwaltungsaufgaben zu, und so lernten die Schüler beispielsweise im alten Sumer oder in Ägypten, wie man den Warenverkehr mittels Schriftzeichen (Keilschrift, Hieroglyphen) Warenein- und Ausgang, Zahlungen, Schulden usw. verwaltet

    Wirklichkeitsnahe Kenntnisse im Sinne von Wahrhaftigkeit wurden in den Schulen eher nicht vermittelt, sondern ganz im Gegenteil Legenden und Mythen darüber, was und wie der Mensch sei. Das ist bis heute so, auch in Fächern wie Sozialkunde (was früher Heimatkunde genannt wurde), Geschichte oder Religion. Neuere Erkenntnisse fließen kaum bis gar nicht in den Lehrplan ein, Psychologie als Fach gibt es meines Wissen nach nicht.

    Eigentlich ist es nicht verwunderlich, daß hierarchische Gesellschaften, in denen das Funktionieren der Bürger vorwiegend auf Gehorsam (Unterwerfung unter den Willen eines anderen) basiert, entfremdende Schulsysteme entwickeln. So hat die Katholische Kirche bereits im fünften Jahrhundert, nachdem das Römische Reich untergegangen war, damit begonnen, in Klosterschulen künftige Nonnen und Mönche auszubilden – nicht etwa, um sie in ihrer natürlichen Entwicklung zu unterstützen, sondern einzig zu dem Zweck, gehorsame und untertänige Mönchs- und Nonnenherden zu erzeugen. Das »Wissen« wurde den Kindern meist auf grausame Art und Weise eingetrichtert.

    Daneben gab es bald auch die Söldnerschulen, die als Militärakademien bekannt wurden und deren Schüler man Kadetten nannte. Auch hier ging es nicht darum, den Schülern echte Bildung zu vermitteln, sondern sie zu Kanonenfutter und zu untertänigsten Kampfherden zu erziehen.

    Auch das heutige Schulsystem, das meiner Kenntnis nach auf Wilhelm von Humboldt zurückgeht, arbeitet nicht anders. Zwar gibt es heute eine Schulpflicht, die als Grundbildung der Bürger gerechtfertigt wird, letztendlich aber wiederum Mythen und Legenden über das Leben, die Gesellschaft und weitere Hintergründe und Zusammenhänge vermittelt bzw. wahrhaftige Zusammenhänge unterschlägt.

    Eltern, die sich der oben genannten Tatsachen bewußt sind, schützen ihre Kinder vor dem verblödenden Einfluß staatlicher Schulen, indem sie ihre Kinder entweder selbst unterrichten oder alternative Schulen gründen bzw. ihre Kinder dort anmelden. Eine kleine und sicherlich unvollständige Übersicht bietet:

    https://www.besser-bilden.de/reformschule-reformpaedagogik/

    Das heutige Verblödungssystem beginnt nicht erst im Kindergarten oder in der Schule und hört bei letztgenannter Einrichtung auch nicht auf. Heutige Blödmaschinen durchziehen die gesamte Lebenszeit der in Menschenställen (städtische Kasernierung) lebenden Herde und treten in verschiedensten Formen auf. So ist heute der Fernseher (1) eine der wichtigsten Blödmaschinen. Dazu habe ich vor einigen Tagen einen Kommentar veröffentlicht. (2)

    Ein dickes, aber sehr erhellendes amüsant geschriebenes Buch stammt von den beiden Autoren Markus Metz und Georg Seeßlen:
    BLÖDMASCHINEN, DIE FABRIKATION DER STUPIDITÄT (3)
    Darin wird eine lange Geschichte der Bevölkerungsverdummung skizziert und die Mechanismen, nach denen diese systematische Verblödung funktioniert, aufgedeckt. »Wer sich der Dynamik der ›Blödmaschinen‹ nicht blind oder – noch schlimmer – sehend ergeben möchte, muß ihre Strukturen begreifen. Nur so entsteht die Chance, sie zu zerschlagen.«

    SEICHTGEBIETE – WARUM WIR HEMMUNGSLOS VERBLÖDEN von Michael Jürgs ist ein weiteres lesenswertes Buch. (4) »Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. Bei Gott kein überraschender erster Satz für ein Buch, in dem es um Blöde und um Blödmacher gehen wird und warum es ihnen – seid hiermit verschlungen, Millionen – Arm in Arm, gelungen ist, die Gesellschaft grundlegend zu verändern, indem sie diese tieferlegten so wie einen Opel Manta.«

    Dann wäre da noch Axel Klingenberg mit seinem Buch DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN. (5)

    Es gibt noch viele weitere Bücher, die sich mit der systematischen Verblödung befassen, doch wer soll das alles lesen? Die hier versammelten Kommentatoren wohl eher nicht, denn die Leute hier wissen ja schon alles, was es zu wissen gilt, nicht wahr?

    (1) https://apolut.net/homo-demens-von-tom-oliver-regenauer/

    (2) https://apolut.net/homo-demens-von-tom-oliver-regenauer/#comment-249211

    (3) http://irwish.de/PDF/Psychologie/_Sonstige/Metz+Seesslen-Bloedmaschinen.pdf

    (4) http://irwish.de/PDF/_GesKrit/Juergs_Michael/Juergs_Michael-Seichtgebiete-Warum_wir_hemmungslos_verbloeden.pdf

    (5) http://irwish.de/PDF/_GesKrit/Klingenberg_Axel/Klingenberg_Axel-Das_wird_man_ja_wohl_noch_sagen_duerfen-Wie_Deutschland_verbloedet.pdf

    • Zara Trusta sagt:

      So ist es .
      Die eigentliche Wissenschaft basiert auf der Arbeit weniger meist aufgeklärter Kreise, die den Mainstream jeweils widerlegt haben.

    • How - Lennon sagt:

      Ich gebe Ihnen Recht. Will man "was erreichen", so muss man sich fügen und Stück für Stück seinen Geist und seine Seele verkaufen.
      Working Class Hero – John Lennon

      Psychologie gibt es allerdings zumindest an manchen Gymnasien. Ich selbst hatte den Grundkurs Psychologie bis zum Abitur und das war schon Anfang der 90er.

  9. wasserader sagt:

    Das Eugenik – und Menschenformprogramm der 1930er Jahre, das heute mit den Nazis in Verbindung gebracht wird war vergleichsweise harmlos
    gegen die Menschenvorstellung die heute z.B über das IWF und den Great Reset , über das Programm des Transhumanismus versucht wird der Menschheit überzustülpen .
    Dieses Programm ist längst nicht mehr nur in einigen psychopathischen Gehirnen , dieses Programm ist in Umsetzung .
    Die Menschheit völlig von der Natur getrennt in einer digitalen Matrix skrupelloser ideologischer Sektierer .

  10. rote Flora sagt:

    Gott möge diese Verbrecherbande strafen.

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