Das Ende dieser Welt | Von Tom J. Wellbrock

Ein Standpunkt von Tom J. Wellbrock.

Wenn man sich einige Bereiche des aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehens ein wenig genauer ansieht, zeichnet sich ab, dass so etwas wie der Große Umbruch“ nicht in der Zukunft liegt. Er findet statt, jetzt und unüberwindbar.

1. Der persönliche Teil

Nehmen Sie die Hand vom Tresen! Ihr Bereich ist vor der Scheibe!“ So oder so ähnlich hörte ich es vor kurzem, als eine Apothekerin mich mit weit aufgerissenen Augen darauf aufmerksam machte, dass sie mich als zu Fleisch gewordene Lebensgefahr betrachtet.

Es könnte mir egal sein. Was interessiert mich eine Apothekerin mit einer Angststörung? Doch die Angststörung hat sich aufgemacht, durchs Land zu ziehen und so viele Menschen wie möglich anzustecken. Als ich mich im Supermarkt vor einer Weile einer Mitarbeiterin offenbar zu aufdringlich genähert habe, sprang mir ein Gehen Sie auf Abstand!“ entgegen, und wieder sah ich Augen unter einer Maske, die geweitet waren. Ich stand wohl ca. einen Meter von dieser Frau entfernt.

Einzelfälle? Ja, vielleicht, aber sie haben sich gehäuft in letzter Zeit. Und ich selbst spüre in gewissen Momenten ebenfalls, dass ich unbewusst einen Schritt zurück oder zur Seite gehe. Später wird mir klar, was da passiert ist, und ich ärgere mich über mich selbst. Aber warum sollte ausgerechnet ich mich nicht einfangen lassen von der Bleib-auf-Distanz-Erzählung? Ich will das nicht, kann mich aber nicht völlig davon befreien. Nicht mehr.

Und so gibt es vieles nicht mehr. Das völlig selbstverständliche Betreten eines Geschäfts, wenn ich ein Hemd sehe, das ich gern hätte. Das Bummeln durch ein Kaufhaus, weil ich meiner Frau ein Geburtstagsgeschenk kaufen will, aber noch unentschlossen bin, was es sein soll. Es tröstet wenig (im Gegenteil!), dass auch die Menschen mit Impfung es nicht mehr so leicht haben, wie es ihnen versprochen wurde. Man kann es durch die Masken erkennen, dass auch sie unglücklich sind.

Neben den Einschränkungen, mit denen ich mal besser, mal weniger gut leben kann, ist es jedoch der unglaubliche Druck, der ausgeübt wird und der sich verheerend auswirkt. Politisch, medial, durch Wissenschaftler, die vor zwei Jahren mit meinem Leben nicht das Geringste zu tun hatten. Christian Drosten ist für mich eine Reizfigur geworden, ich nehme ihm seine wankelmütigen Befehle übel. Er spricht inzwischen sogar ganz offen von politischen Maßnahmen. Dazu hat er kein Recht! Er ist ein Wissenschaftler, der sich um seinen eigenen Kram kümmern soll. Wer hat ihm erlaubt, mich zu maßregeln, der Politik vorzubeten, wie sie mit mir umzugehen hat?

Ich sehe einen Kanzler, der sich hinstellt und behauptet, es gebe keine Spaltung in der Gesellschaft. Derselbe Mann gehört zu den führenden und extremistischen Spaltern dieses Landes, er provoziert, droht, hat gedanklich längst den Rang eines Despoten eingenommen. Gewählt haben ihn ungefähr so viele Leute wie die, die er jetzt als extremistische Minderheit bezeichnet. Eine Minderheit, Scholz ist durch eine Minderheit Kanzler geworden, er feiert sich als großer Gewinner und führt sich auf wie ein gestörter Familienvater, der normalerweise dafür sorgt, dass die Ehefrau sich die Kinder schnappt und in ein Frauenhaus flüchtet.

2. Der allgemeine Teil

Verunsicherung geht vor!

So stark wie der Druck der Politik ist ihre Inkompetenz. Seit fast zwei Jahren gibt es keine verlässlichen Zahlen, immer wieder kommen Lügen ans Licht, werden Daten und Grenzwerte korrigiert und manipuliert. Allein die Inzidenz! Im Grunde spielt sie keine Rolle mehr, weil es vernünftig ist, stattdessen die Auslastungen der Kliniken in Augenschein zu nehmen. Doch auch diese vermeintliche Vernunft verpufft, weil die Bettenbelegungen in den Krankenhäusern manipuliert wurden, um zusätzliche Gelder abzustauben. Nebenbei werden seit Ausbruch der Krise fleißig Krankenhäuser geschlossen. Da wirkt es in der Öffentlichkeit bedrohlicher und somit effizienter, die allgemeine Inzidenz, die eigentlich längst in die letzte Reihe gerückt ist, wieder in die Pole-Position zu bringen.

Habe ich eben Inkompetenz geschrieben? Pardon, ich muss mich korrigieren. Ich glaube inzwischen, dass wir von einer Art Kompetenz der Verunsicherung“ sprechen müssen. Wohl auch deshalb wurde Lauterbach Gesundheitsminister. Weil er morgens nicht weiß, was er am Abend äußert. Widersprüchlich muss es sein, ebenso wie bei Drosten und all den anderen. Keine klare Linie, keine eindeutige Strategie, und vor allem kein Verständnis für die Bevölkerung. Sicherheit geht vor? Nein, keineswegs! Verunsicherung geht vor. Niemand soll genau wissen, was eigentlich los ist, ob es Grund zum Aufatmen gibt oder wenigstens geben könnte. Selbst auf den ersten Blick positive Nachrichten werden im nächsten Moment relativiert, die Gefahr sei noch immer da, man dürfe jetzt kein Risiko eingehen, müsse weiter Strenge walten lassen, die Zügel anziehen, Menschen ausgrenzen und mit Angst eincremen.

Gestern war es Delta. Heute ist es Omikron. Morgen wird es eine neue Variante sein, die dazu dienen wird, uns weiterhin in Schach zu halten. Und übermorgen? Haben wir uns längst von der alten Normalität verabschiedet und an die neue Normalitätgewöhnt. Diese „alte Normalität, die unser damaliger Finanzminister Scholz für beendet erklärt hatte, als hätte er einen Pofalla gefrühstückt. Scholz sagte das zu einem Zeitpunkt, da wusste seine Existenz vorausgesetzt nicht mal Gott, wie sich die Lage weiter entwickeln würde.

Sie haben schnell Blut gerochen, unsere Politiker. Der vermutlich einzige wirkliche Plan, den sie schon in einem frühen Stadium der Krise hatten, war der, die Bevölkerung klein, stumm und ängstlich zu machen. Zu charmant war und ist die Aussicht, nach Gutdünken Maßnahmen durchsetzen zu können, Grundrechte und Freiheiten zu zersägen und die eigene Macht auszubauen. Und zu dominant sind die IT-Konzerne, die Pharmalobby und die Vermögensverwalter, die im Hintergrund dafür sorgen, welche Räder wie schnell und in welche Richtung gedreht werden.

Die Impfreligion

Dabei ist es so einfach, die Politik zu durchschauen. Weniger leicht fällt es, den persönlichen Hintergrund der einzelnen Akteure zu erkennen, sprich: zu sehen, wer genau welche konkreten Vorteile durch diese Form des Totalitarismus hat. Doch im Prinzip ist das zweitrangig und daher für den Großteil der Bevölkerung irrelevant.

Wichtig ist nur eines: Wir werden mit einer Impfkampagne gequält, die keine vernünftig begründbare Grundlage hat. Die Impfung wirkt nur sehr eingeschränkt, sie kann weder Infektionen noch Krankheit verlässlich verhindern. Sie ist schon aus medizinischen Gründen abwegig, weil man nicht in eine bestehende Pandemie hinein impft, um die Bildung weiterer Varianten zu verhindern. Sie ist für Kinder und Jugendliche sozusagen ein Schuss ins Blaue, weil die ein Immunsystem haben, das sich gut gegen die Infektion von Covid-19 zur Wehr setzen kann. Wie gut sie sich aber mit der Impfung arrangieren können, ist weitgehend ungewiss.

Die Impfpflicht ist die Krönung der Erschöpfung logischen Denkens. Eine ganze Bevölkerung mit einem Impfstoff behandeln zu wollen, obwohl nach wie vor so viele Fragezeichen im Raum stehen, ist nicht einfach dumm, es ist auch nicht fahrlässig, sondern eine Tat mit Vorsatz. Wenn die gesamte Bevölkerung geimpft wird, ohne sich dagegen wehren zu können, und wenn dann auch nur ein Mensch stirbt, dann ist das staatlich angeordneter Mord, vielleicht auch nur“ Totschlag, aber so oder so bedeutet es, dass die Bundesregierung den Tod von Menschen in Kauf nimmt, wissentlich in Kauf nimmt, da es faktisch Todesfälle geben wird. Die Frage ist hier nicht, ob ein Mensch an der Impfung stirbt und 10 andere vor einer theoretischen Erkrankung (oder gar lediglich einer Infektion) geschützt werden. Denn dieser eine Todesfallkandidat hatte keine Wahl, er durfte sich nicht anders entscheiden, musste sich impfen lassen. Damit liegt die Verantwortung für seinen Tod beim Staat. Ganz abgesehen davon, dass der Staat diese Argumentation überhaupt nicht verwenden darf.

Der Hass aufs Volk

Macron sagte kürzlich:

“Ich werde Ungeimpfte bis zum bitteren Ende nerven, indem wir ihnen soweit wie möglich den Zugang zu den Aktivitäten des sozialen Lebens einschränken [] Ich habe große Lust, die Ungeimpften zu ärgern. Deshalb wird meine Regierung dies auch weiterhin tun, bis zum bitteren Ende, das ist die Strategie.”

Man kann diese bewaffnende Ehrlichkeit Macron schon fast zugutehalten. Hierzulande passiert in den politischen Köpfen zwar Ähnliches, doch die meisten verpacken es subtiler (was es keinen Deut besser macht). Hass mag ein großes Wort sein, aber anders kann ich die charakterlichen Eigenschaften unserer Regierungsvertreter nicht mehr einordnen. Menschen, die nicht der anerkannten Erzählung folgen, werden behandelt, als wären sie Mörder, sie werden zuweilen sogar so genannt. Menschen, die auf Demonstrationen gehen, werden pauschal als Leugner, „Antisemiten“ und Extremisten“ bezeichnet. Das ist die Sprache des Hasses, ausgesprochen von denen, die sich voller Großkotzigkeit auf ihre Fahnen schreiben, gegen Hass und Hetze“ angehen zu wollen.

Kontrolle, die unsere Fantasie übersteigt

Immer wieder hört man Kritik daran, auf der einen Seite fehlenden Datenschutz zu beklagen, auf der anderen Seite aber Facebook & Co. zu benutzen. Schließlich seien der Handel und die Analyse von Daten vorrangiges Ziel sozialer Medien. Das ist auf der einen Seite korrekt, auf der anderen aber unvollständig. Als die Arbeit der sozialen Medien begann, war vielen Nutzern nicht klar, dass im Hintergrund haufenweise Daten verarbeitet wurden. Als es bekannt wurde, waren aber vielfach schon Abhängigkeitsverhältnisse entstanden. Für die einen waren soziale Medien eine Möglichkeit, andere Menschen kennenzulernen (wenn auch auf sehr unpersönliche Ebene). Für die anderen bestand die Option, ihr Geschäft voranzutreiben. Inzwischen muss man von einer Art Sucht sprechen (was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, es fällt schwer, mein Sendungsbewusstsein zu zügeln, wenn ich weiß, dass ich gewisse Reichweiten erreichen kann, auch wenn das Shadowbanning vermutlich Leute wie mich künftig stark einschränken oder weitgehend ausblenden wird).

Doch vermutlich wird das, was schon jetzt erhebliche Ausmaße angenommen hat, künftig wie ein kleiner Trainingsbesuch auf unseren Rechnern und Smartphones erscheinen. Man mag darauf verweisen, dass so etwas wie ein Impfregister die Bundesregierung hoffnungslos überfordert. Und die Tatsache, dass in etlichen Behörden immer noch das Fax die bevorzugte Methode der Nachrichtenübermittlung ist, scheint diesem Verweis recht zu geben. Doch machen wir uns nichts vor bei der Digitalisierung hat und bekommt die Bundesregierung Hilfe von ganz oben. Google und andere Tech-Giganten werden der Politik weltweit gern unter die Arme greifen, um die altertümliche IT-Struktur auf ein neues Niveau zu heben.

Die Folgen werden vermutlich doppelt wirken: Einerseits wird die Politik zwangsläufig besser werden in der Verarbeitung von Daten und deren Ge- bzw. Missbrauch. Andererseits werden sich auch die Tech-Unternehmen fleißig bedienen, wahrscheinlich werden sie unterm Strich mehr Daten zur Verfügung haben als die Regierungen der Länder dieser Erde.

Es wird vermutlich nicht mehr lange dauern, bis so etwas wie ein Impfregister nicht mehr als eine Lehrlingsaufgabe darstellen wird. Wir gehen auf eine Kontrolle unserer Daten insbesondere der Gesundheitsdaten zu, deren Konsequenzen zu schildern hier den Rahmen sprengen würden, die aber zu einem neuen Menschenbild mit neuen Anforderungen, Möglichkeiten, aber auch Ausgrenzungen und Vernichtung menschlicher Existenzen einhergehen wird.

Großer Neustart?

Wie man es auch nennen mag, ob Great Reset oder Großer Umbruch, faktisch stehen wir einem solchen Umbruch nicht bevor, er ist nichts, was wir in Büchern lesen und am Horizont bedrohlich auf uns zukommen sehen. Wir sind mittendrin in der neuen Gestaltung, die Klaus Schwab gern als kreative Zerstörung“ bezeichnet.

Und zerstört wird mit viel Eifer. Schwab selbst behauptet in seinem Corona-Buch zwar ganz selbstverständlich, es sei das Virus, das uns diese Situation eingebrockt hat. Aber das ist natürlich Unsinn. Selbst der größte Maßnahmen-Überzeugte kann im Grunde nicht leugnen, dass es die Maßnahmen der Politik sind, die weltweit zu Verwerfungen und Zerstörungen führt, die in keinem Verhältnis zur Gefahr durch ein Virus steht, das es in erster Linie auf bestimmte Risikogruppen abgesehen hat.

Risse hat das neoliberale System schon lange, spätestens seit der Finanzkrise 2008/2009. Doch es war zu keinem Zeitpunkt bereit und damit sind selbstredend die politischen und wirtschaftlichen Akteure gemeint -, Fehler auszubessern, um sich selbst längere Zeit am Leben zu erhalten. Die Tatsache, dass das neoliberale System in seiner Gier und seiner Zerstörungswut so weit gegangen ist, dass jetzt die eigene Konstruktion auf dem Spiel steht, entbehrt zwar nicht einer gewissen Ironie. Doch für all die Menschen, die seit Jahrzehnten unter dem System leiden, dürfte diese Ironie kein Grund für auch nur ein leises Lächeln sein.

Wir sind also mittendrin im Neustart, und es ist nicht auszuschließen, dass selbst die, die hinter dieser Idee stehen und sie konkret angesteuert haben, jetzt überrascht sind ob des Tempos, das aufgenommen wurde und das wohl nicht mehr zu stoppen sein wird.

Ob von langer Hand geplant oder schneller als eigentlich gewollt, eines ist sicher: Scholz hatte recht, als er sagte, dass es die „alte Normalität nicht mehr geben werde.

Und womöglich wusste er das damals sogar schon.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: MIA Studio / shutterstock

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Kommentare (28)

28 Kommentare zu: “Das Ende dieser Welt | Von Tom J. Wellbrock

  1. Antares sagt:

    Liebe Apolut-Autoren,

    könnt ihr nicht mal solche negativen Äusserungen wie die folgenden unterlassen?

    ZITAT: "Menschen, die auf Demonstrationen gehen, werden pauschal als „Leugner“, „Antisemiten“ und „Extremisten“ bezeichnet."

    Muss dieser Mist immer und immer wieder wiederholt werden? (Dies geschieht auch auf anderen, politisch ähnlichen Plattformen.)

    ZITAT: "Scholz hatte recht, als er sagte, dass es die „alte Normalität“ nicht mehr geben werde."

    Nein, hat er nicht. Dieser Pessimismus nervt. Auf welcher Seite steht ihr eigentlich?

    • Rulai sagt:

      Genau, da fehlt einfach die tiefere Einsicht.

      https://www.kla.tv/Quanten/21258&autoplay=true
      Keine drei Minuten fürs Umdenken.

  2. Rulai sagt:

    Hog1951 schrieb:

    „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

    Schwierig, Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen und außerdem keine wirkliche spirituelle Einsicht in das Gesagte zu haben.
    Das Schwert ist das Unterscheidungsvermögen; ein Insturment, das Falsche vom Wahren zu trennen; die Anhaftung an Familienclan (wenn sie nicht die Wahrheit und Liebe leben) abzuschneiden; das Verwickeltsein in inhumane und lügnerische Systeme zu beenden.

    "Der "ach so" friedliche oder liebevolle Jesus"?

    Sparen Sie sich Ihren Spott und ihre Verhöhnung für jene auf, die es verdient haben.

    Frieden ist nicht gleich Frieden.
    Es gibt einen scheinheiligen Frieden, der alles zudeckt und zudeckelt, was unangenehm ist.
    Da werden dann die Mitmenschen dazu verwendet, Beziehungen zu führen, die unseren inneren Schatten unten halten.
    Da werden die Lebensumstände dazu verwendet, vor uns selbst zu flüchten.
    Da wird vor allem eine permanente Gedankentätigkeit, die sich dann erdreistet über Menschen, die ihr vollkommenes Potential ausgeschöpft haben, zu lästern und zu urteilen, dazu verwendet, sich selbst in etwas hinein zu erheben, was man gar nicht ausfüllen kann und was beim ersten Schlag durch Aussagen der Wahrheit bis in die Grundfesten hinein erschüttert wird.

    Wer nicht lebt, was Jesus vorgelebt hat, der hat nicht die geringste Ahnung von dem, was seine Aussagen in ihrer Tiefe wirklich bedeuten.
    Ich würde die mentalen Goldstücke, die Sie in Ihrem Wissenstresor gestapelt haben und für einen Tempel der Klugheit halten, liebend gerne umwerfen und Sie aus diesem Tempel hinausjagen.

    • Rulai sagt:

      Ich sehe, ich habe Sie falsch zitiert. Bei Ihnen klingt das ja so:

      "Und selbst der ach so heilige und angeblich so friedliche Jesus …"

    • hog1951 sagt:

      Moin, Rulai, bevor Sie sich hier ins Spirituelle verfluechtigen, einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass sich die Juden im Widerstand gegen die römische Okkupation befanden.
      Fuer all die Kreuze, die von den Römern mit daran befestigten Widerstandskämpfern (und nur die Römer hatten das Recht auf diese Tötungsart, wegen Landfriedensbruch; hauptsächlich Zeloten, Sikarier und die grosse Gruppe der Pharisäer) gab es keinen anderen Begriff als Krieg und Unterdrueckung gegen die Juden.
      Sich auf den gedanklichen Irrweg der verschiedenen Interpretationen von Freiheit zu begeben, hiesse die historischen Erkenntnisse des judäischen Krieges zu leugnen.

    • Rulai sagt:

      Ja klar, und genau das ist das normale Vorgehen des denkenden Geistes, der nichts kennt, außer der Materie und seinen Sinneswahrnehmungen und der Interpretion derselben. Er kommt mir mit Geschichte und versucht, sich irgendwie aus seinen dummen, gewalttätigen Aussagen herauszuwinden. Sie sind ein Sklave; ein Sklave Ihres denkenden Geistes, der mit Ihnen machen kann, was er will.
      Aber wenn man jemandem, der mit dem denkenden Geist 100%ig identifiziert ist, sagt, daß er das ist, dann hat er keine Ahnung, wovon ich überhaupt rede.
      Es gibt nicht den Hauch einer Differenz zwischen Ihnen und Ihrem Sklavenhalter. Aber Sie merken es nicht.

      Und ich "verflüchtige" mich nicht ins Spirituelle, wenn ich der Ignoranz und Anmaßung, hier von Ihnen präsentiert, feurig gegenübertrete.
      (Vielleicht haben Sie ja einen kleinen Geschmack von dem Schwert bekommen, von dem Jesus sprach.)

      Ich war noch nie so präsent, gegenwärtig und irdisch kraftvoll HIER und JETZT, wie seit ich den spirituellen Weg gehe. Noch nie so bewußt, noch nie so intuitiv und – Sie werden es nicht mögen – weise.

      Aber das Schlimmste an Ihrem Manöver ist die Uneinsichtigkeit da hinein, daß Sie und solche, die ähnlich denken und das dann auch noch verteidigen, daß Sie vorbereitet haben und immer noch an dem festhalten und es stützen, was jetzt geschieht; denn der Transhumismus ist die logische Konsequenz des Materialsimus, des wissenschaftlichen und des historischen. All das jetzt zu erleben, und immer noch am Materialismus festzuhalten, das ist schon wahrlich teuflisch in seiner Selbstverleugnung, im Verrat dessen, was wahr, schön und gut im Menschen ist; liebevoll und lebendig.

      Und dazu paßt ja dann auch, wie Sie über einen vollkommenen spirituellen Meister gesprochen haben.

    • palatinus liber sagt:

      Wenn die materiellen Verdichter den Vorwurf des spirituellen Verflüchtigens vortragen, dann erkennt man den Unterschied zwischen vir bonus und komplett wirr malus.

    • hog1951 sagt:

      Hallo, warum so empört? Nur ein wenig Vernunft und Rulai flippt förmlich aus? Da hat wohl jemand ins Schwarze getroffen!?

    • Rulai sagt:

      Ich würde mal sagen, Sie haben mich unfreiwillig inspiriert.
      Wenn ich ausflippen würde, dann würden Sie das mitbekommen.

    • palatinus liber sagt:

      Der eine findet in sich seine Wahrheit, ein anderer stochert im Außen und verbittet sich, verschiedene Interpretationen von Freiheit haben zu können und damit die eine und einzige zu leugnen.

      Freiheitsmutantenleugner?

    • Rulai sagt:

      Hier etwas mehr, als nur "ein bißchen Vernunft".

      " Denn nur 3 Jahre nach seinem (Steiners) Tod fand in Brüssel die sogenannte 5. Slovay Konferenz für
      Physik statt. Auf dieser widmeten sich namhafte führende Physiker der Welt wie Albert Einstein, Max
      Planck, Werner Heisenberg und viele mehr der zentralen Frage nach dem Zusammenhang von Geist und
      Materie. Dabei waren es Werner Heisenberg und Nils Bohr, welche zum ersten Mal den Gedanken
      äußerten, dass der Beobachter eines Experimentes durch seine Gedanken unmittelbar auf den Ausgang
      des Experimentes Einfluss habe. Albert Einstein wollte diese – allen bisherigen materialistischen
      Sichtweisen widersprechende – Beobachtung zunächst nicht gelten lassen. Jedoch beschäftigte ihn diese
      Frage intensiv weiter. So kam er schließlich nach Jahren zu der Erkenntnis:

      „Jeder der sich ernsthaft mit der Wissenschaft beschäftigt, gelangt zu der Überzeugung, dass sich in den Gesetzen des Universums ein Geist manifestiert.“

      Auch Max Planck kam aufgrund seiner Forschungen zu dem Ergebnis:
      „Alle Materie entspringt und existiert nur durch eine Kraft. Wir müssen annehmen, dass hinter dieser Kraft ein
      bewusster, intelligenter Geist steht.“

      Warum aber konnte sich diese Sicht auf die Dinge, in der sich letztlich Einsteins und Plancks
      physikalische Forschungen mit dem geistigen Forschen Rudolf Steiners hätten treffen können, in der
      Welt nicht durchsetzen, obwohl sie von derart hochkalibrigen Wissenschaftlern zum Ausdruck gebracht
      wurde? Warum berichtet Wikipedia, wenn man nach der besagten Konferenz sucht, nichts von diesen
      bahnbrechenden Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft? Gibt es ein Interesse in der Welt,
      welches dem Menschen

      das Wissen von einem in ihm und in der Welt real und konkret waltenden Geist

      vorenthalten möchte, weil mit diesem Wissen der Menschheit auch die Möglichkeit gegeben wäre, sich
      durch eine Schulung und Weiterentwicklung dieser Geistigkeit zu einer größeren Würde, Freiheit,
      Selbstbestimmung und geistigen Schöpferkraft aufzurichten?

      Gibt es Kräfte in der Welt, die den Menschen vielleicht lieber als unmündiges Wesen haben wollen, und denen deshalb der Gedanke eines konkret wirkenden freien Geistes nicht genehm ist?"

  3. « Les non-vaccinés, j’ai très envie de les emmerder. » Emmanuel Macron, vor einer Woche im Le Parisien.

    Ist aber nett übersetzt mit: "Ich werde Ungeimpfte bis zum bitteren Ende nerven".

    Mehr Verachtung, mehr Spaltung seinem Volk gegenüber geht nicht. Darf ich daran erinnern, dass ein Bonmot dieser Art zu viel Blutvergießen geführt hat?

    « S'ils n'ont pas de pain, qu'ils mangent de la brioche » Marie Antoinette, ein Wort dass ihr in den Mund gelegt wurde – vielleicht um sie besser guillotinieren zu können?

    In diesem Fall aber, ist dieses Wort belegt, schwarz auf weiß! Wenn es endlich zu Gerichtsverhandlungen kommen wird, bleibt das nicht vergessen. Alle die Lügen, Menschenverachtung der Politiker-Kaste wird hoffentlich zur Verhandlung kommen! Ich verlasse mich auch auf die Autoren von apolut eine Liste zu erstellen, mit all den Falschaussagen, gebrochenen Versprechen, manipulierten Zahlen der Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und Mediziner.

    Die europäische Presse hatte große Schwierigkeiten, das sehr französische Fäkalverb "emmerder" des Presidenten zu übersetzen. Dazu auch ein netter Artikel hier (en Français): https://www.20minutes.fr/arts-stars/medias/3211387-20220105-interview-macron-traduire-emmerder-presse-etrangere-bien-embetee

  4. Norbert sagt:

    Was soll dieser Artikel, Tom J. Wellbrock? Ich selbst habe seit 2007 keinen Fernseher mehr. Seit 2014 bin ich in der Friedensbewegung 2.0, Montagsmahnwache, auf der Straße. Dass den von der Geldkaste benutzten Parteien das Leben der Untertanen egal ist, ist doch keine neue Erkenntnis. Dass die ReDIERenden sich einen Dreck um Wahlversprechen und Wähler kümmern, ist doch längst klar. Durch die Montagsspaziergänge, den Austausch, gewachsene Freundschaften, die positiven Ausblicke des Corona-Untersuchungsausschusses bin ich in meiner Mitte. Im kategorischen Imperativ heißt es. "Handle nur nach der Maxime…" Handle! In den von uns organisierten Schweigemärschen hatten wir erkannt, dass schon alles gesagt ist. Jetzt kommen die anderen allmählich auf uns zu, um letztendlich zu kapieren, warum ein (alternative) Freie Presse entstehen musste. Die Zeit war reif! Verschwörungen hat es in in der Menschheitsgeschichte schon immer geeben. Durch den Entfall der Blöcke und Internet ist diese nun gobal.

  5. Irwish sagt:

    MACHTGEFÄLLE: DARF'S EIN BISSCHEN MEHR SEIN?

    Macht ist wie viele andere Begriffe ein Wort, das auf nichts mit den Händen Greifbares oder mit den Augen Erblickbares deutet. Auch mit der Nase und mit dem Tastsinn kann man Macht nicht erfassen, und hören kann man sie auch nicht direkt. Ergo stellt der Machtbegriff erst einmal ein gedankliches, das heißt abstraktes Konzept dar. Von Macht spricht man einerseits, wenn es um die Selbstermächtigung geht, also um die Beseitigung von Ohnmacht und Hilflosigkeit, und andererseits, wenn es um die Kontrolle eines Menschen durch einen anderen geht, also um Herrschaft.

    Da wir seit undenklichen Generationen in strikten Hiierarchien leben – in gedanklichen Pyramiden, wo ganz unten die vielen Machtlosen das ganze System auf ihren Schultern tragen und ganz oben eine winzige Minderheit davon profitiert –, sind wir so vollständig daran gewöhnt, daß nahezu jede Interaktion mit anderen Menschen ein Machtgefälle zeigt, so daß uns dieser Umstand nicht mehr auffällt: Einer von beiden oder auch mehrere in Gruppen verfügen immer über mehr Macht als andere, sei sie nun eingebildet, angedroht, in körperlicher Überlegenheit manifestiert, in der gesellschaftlichen Hackordnung begründet oder in der Menge des Geldes, die einer hat. Man nennt das auch Dominanz; in nahezu jeder Beziehung, insbesondere bei Sexualbeziehungen, dominiert der eine oder andere, meistens wohl der Mann (bzw. bei homosexuellen Paaren der oder die männlichere Person).

    Die über Jahrtausende zunehmende Gewöhnung an eine hierarchische Gesellschaft führt dazu, daß wir die Hierarchie nicht mehr bewußt wahrnehmen, sondern sie uns vielmehr als selbstverständlich, um nicht zu sagen natur- oder gottgegeben erscheint. Schon kleine Kinder lernen in der Familie sehr schnell, wer dort das Sagen hat, wie das Beispiel von Gerald Hüther deutlich zeigt. Ich will einmal versuchen, dieses Beispiel sinngemäß wiederzugeben:

    In einem Experiment wurde kleinen, noch nicht der Sprache mächtigen Kindern ein kleiner Zeichentrickfilm gezeigt, in dessen Verlauf ein blaues Männlein mit großer Anstrenung einen Berg hinaufging. Doch da kam ihm immer wieder ein gelbes Männlein entgegen, das das blaue Männlein wieder hinunterstieß. Schließlich kam ein grünes Männlein und halft dem Blauen den Berg hinauf, indem es ihn von hinten anschob. Nach diesem kurzen Film wurde den Kindern jeweils eine grüne und eine gelbe Männlein-Figur auf einem Tisch präsentiert, um in Erfahrung zu bringen, nach welchem Männlein die Kleinen wohl greifen würden. Ohne Ausnahme griffen die Kleinkinder nach dem grünen Männlein, das geholfen hatte. Das Experiment wurde nach einiger Zeit (Monate oder Jahre, keine Ahnung, finde das Video nicht mehr) mit denselben Kindern wiederholt, und nun griffen die Kleinen fast alle nach dem gelben Männlein, das das blaue immer heruntergestoßen hatte. Was war da passiert? Hüther erklärt diese Wendung damit, daß die Kinder im weiteren Verlauf ihres Heranwachsens in der Familie erleben mußten, daß nicht der eher kooperative Typ, oft die Mutter, sondern der eher strafende Typ, meist der Vater, das Sagen in der Familie hatte; um eigene Ohnmachtsgefühle zu kompensieren, haben sich die Kinder auf die Seite des Mächtigeren gestellt.

    Erwachsene machen es sehr häufig genauso: Um die Wahrnehmung von Hilflosigkeit und Ohnmacht zu vermeiden, schlagen sie sich auf die Seite der Mächtigeren und verweigern den Ohnmächtigeren ihre Unterstützung. Es geht sogar so weit, daß Menschen, die ohnmächtiger und hilfloser erscheinen, als man sich selbst einschätzt, regelrecht verachtet werden: als Schwächlinge, Warmduscher, Mamakinder und dergleichen. Diese ausgeprägten Tendenzen werden via Massenmedien noch verstärkt, verbunden mit anderen, im Grunde angsterzeugenden Mitteilungen wie z.B. der, daß Hartz-IV-Empfänger das Sozialsystem ausbeuten und deshalb die Steuern für die arbeitende Bevölkerung so hoch seien oder daß Migranten den Deutschen die Frauen und die Jobs wegnähmen. In unzähligen, meist zuvor gescripteten Shows wird dem Bundesbürger seit Jahrzehnten der angeblich typische faule und verwahrloste Arbeitslose vorgeführt, um auf diese Weise einen brauchbaren Sündenbock zu produzieren – eine Vorgehensweise, die man schon in den Zeiten vor dem Dritten Reich beobachten konnte, z.B. in dem Film JUD SÜSS.

    Das Sündenbockthema geht aber schon viele Jahrtausende zurück, wie z.B. Eberhard Th. Haas in seinem Buch DAS RÄTSEL DES SÜNDENBOCKS – Zur Entschlüsselung einer grundlegenden kulturellen Figur (2009) zeigt:

    —– Zitat-Anfang —–
    Bei der oben aufgeworfenen Frage, was heute als der Kern der Neurose gilt, drängt sich überraschenderweise die Opfer-Sündenbock-Tragödie in den Vordergrund. Der ein Zeremoniell erfindende Zwangsneurotiker, der Trauernde, dem sich ein Anniversar aufdrängt oder das Kind, das nach einer Trennungserfahrung böse Geister sieht, zeigen Sakralisierungsprozesse im Stadium der Entstehung. Auslösendes Ereignis ist eine Krise. Trennung und Tod stellen universelle Krisenerfahrungen dar. Auch die Ödipussage beginnt mit einer Krise, der Pest. Folgt man der Lesart Girards, die der nahesteht, die Freud in TOTEM UND TABU entwickelt hat, so bietet sich die Möglichkeit, der Flut von Deutungsoptionen zu entkommen, die übrigens alle einer kohärenten Kulturtheorie entgegenstehen. Zahlreiche in der Weltliteratur vorkommende Darstellungen einer Krise, von Homer über Sophokles und Boccaccio zu Shakespeare, Dostojewskij und Thomas Mann (Girard 1974), enthalten Gemeinsamkeiten, die darin bestehen, daß soziale Unordnung und Entdifferenzierung sprunghaft anwachsen und sich Anarchie ausbreitet. Ein anderes Element, das sich bis heute finden läßt, ist die Auffassung der Krise als Strafgericht. Dazu gehört die Schuldfrage, die sich in früheren Zeiten als Verstoß gegen ein göttliches Gebot darstellt. In Theben soll der Schuldige Inzest und Vatermord begangen haben. Ödipus wird als solcher erkannt, erkennt sich selbst als solcher, und mit seiner Verstoßung reinigt sich die Stadt. Sophokles’ letztes Drama, ODIPUS AUF KOLONOS, handelt von der Divinisierung des vormals Verstoßenen. Ödipus wird für das Gemeinwesen wertvoll, Athen und Theben streiten sich um das Heroengrab, von dem sie sich Schutz erhoffen.

    Was sich in der Seele des Kindes und der Neurotiker abspielt, findet sich auch massenpsychologisch wieder. Das mythische Denken bringt die entdifferenzierenden Wirren der Pest oder einer anderen Katastrophe mit Inzest, Vatermord oder weiteren, die kulturelle Ordnung umstürzenden Verbrechen in Zusammenhang. Bei Licht betrachtet – hier hat Girard recht – können weder Inzest noch Vatermord, selbst wenn sie stattgefunden hätten, für die Pest verantwortlich sein. Dieses archaische Denken besteht weiter, aber schwächt sich dank der Entmythisierung des Sündenbock-Mechanismus ab. Wenn es um Verfolgungen und Hexenverbrennungen im Mittelalter oder heute noch beispielsweise in Afrika geht, ist die Glaubwürdigkeit dieser Anschuldigungen, die oft ödipalen Typs sind, erschüttert. Hinzu kommt, daß solche Sündenböcke nicht mehr zu reinigen und zu erlösen vermögen. Die Affektentlastung, die sie ermöglichen, spielt sich außerhalb jeder rituellen Ordnung ab. Die Divinisierung, das positive sacer, hat sich entzogen. (2)
    —– Zitat-Ende —–

    Der Autor zeigt in diesem Buch, daß auch heute noch – trotz des viel beschworenen »Wir leben doch im 21. Jahrhundert!« – archaische und oft brutale Bräuche und Sichtweisen herrschen. Ob die Masse nun an eine religiöse Institution glaubt oder an eine «wissenschaftliche«, spielt dabei kaum eine Rolle. Glauben wird häufig als Wissen behauptet, obwohl doch beiden Begriffen dasselbe anhaftet, nämlich die strikte Verbannung von Zweifeln. Ob man nun glaubt oder zu wissen glaubt – allermeist sind im Hinter- bzw. Untergrund des betroffenen Individuums Strömungen am Werke, die es nicht einmal erahnt.

    Macht über andere Menschen ist ein äußerst starkes Suchtmittel. Der Beginn der Weltwirtschaftskrise von 1929 ging mit einer hohen Zahl von Selbstmorden einher, zahlreiche Banker und ehemals wohlhabende oder sogar reiche Geschäftsleute konnten den Gedanken, hinfort in (relativer) Armut leben zu müssen nicht ertragen und stürzten sich von Hochhäusern in dieTiefe. Sie hatten mehr Angst vor den Entzugserscheinungen durch Machtverlust als vor dem Tod. Insofern ist es auch nicht überraschend, daß Mächtige, um ihre Macht zu erhalten, leichtfertig den Tod von anderen Menschen in Kauf nehmen. Für nicht wenige stellt das Töten sogar eine weitere Lusterfahrung dar, denn es ist ein besonderer Kick, wenn man sich so mächtig wähnt, daß man Tausende oder sogar Millionen quasi durch einen Federstrich zu töten imstande ist. So mancher Reiche und Superreiche fühlt sich dadurch unsterblich. Auch heute, und nicht erst im Zeichen der lebensfeindlichen Corona-Maßnahmen, steigen die Selbstmorde wieder an. Am 15. April 2012 hatte der Spiegel einen Artikel veröffentlicht, (1) der bezeugte, daß seit Beginn der europäischen Wirtschaftskrise die Selbstmordraten in den betroffenen Ländern anstiegen.

    Doch zurück zum eigentlichen Thema, dem Phänomen des Machtgefälles und dem daraus erzielten emotionalen Profit. Wie bereits erwähnt, realisieren die allermeisten Menschen erst gar nicht, daß sie sich immer, egal wo, egal mit wem, in einem Herrschaftsverhältnis befinden – in einer Situation mit mehr oder weniger ausgeprägtem Machtgefälle. Dieser Haltung liegen gewöhnlich eingefleischte Vorurteile zugrunde, über sich selbst und über andere. Menschen in Industrienationen denken tatsächlich meist in Geldwerten und beurteilen andere Menschen danach, wie gut oder schlecht sie gekleidet sind, ob ihre Zähne in Ordnung sind, ob sie mit dem Auto oder mit dem Fahrrad gekommen sind usw. Analog dazu beneidet oder verachtet man andere je nach ihrem Vermögen und damit nach ihrer Machtfülle. Die eigene Unterwerfungsbereitschaft gegenüber in der Pyramide höherstehenden Menschen wird in der Regel nicht bemerkt, sondern ganz ungewußt ausgeführt. Wenn wir etwas von einem anderen haben wollen, verhalten wir uns meist freundlich zu ihm; wenn da allerdings nichs zu holen ist, oft abweisend, und das auch dann, wenn wir den vermeintlich Unterlegenen disziplinieren wollen. … Mit den unteren Schichten möchte man meist nichts zu tun haben, außer man kann Macht über sie ausüben. Das betrifft nicht selten auch sogenannte karitative Tätigkeiten, wie man sie z.B. bei den Tafeln sieht: Dort herrscht meiner eigenen Beobachtung und Erfahrung nach (ca. 10 Jahre wöchentliche Tafelgänge) oft ein rauher Ton gegenüber den Hilfesuchenden, der nicht zwingend sein müßte und Ausdruck für das Machtbedürfnis so mancher Tafel-Mitarbeiterin (die meisten sind Frauen) ist.

    Die angstgeweiteten Augen von Menschen, die tatsächlich an einer Angststörung leiden, sind heute längst zum Alltag geworden. Auch das damit verbundene Kompensationsbedürfnis, nämlich Macht und Kontrolle über die vermeintlich angsterzeugenden Mitmenschen ausüben zu wollen, kann man jeden Tag beobachten. Eine ziemlich übergewichtige junge Mitarbeiterin im Rewe schrie mich einst an, ich solle gefälligst die Maske über die Nase ziehen, sonst flöge ich in hohem Bogen raus. Und im selben Laden raunzte mich an einem anderen Tag ein ebenfalls dicker junger Mann an: »Maske hoch!« Als ich ihn nicht beachtete, schickte er ein verächtliches »Arschloch!« hinterher, auf das ich ebenfalls nicht reagierte und ihn so wohl zum Schweigen brachte. An der Kasse hat sich dann keiner mehr darüber aufgeregt, daß meine Nase nicht bedeckt war.

    Das heftigste diesbezügliche Erlebnis hatte ich in einem Bio-Laden, wo ich bereits an der Kasse stand, als ein Herr mittleren Alters mich anschnauzte, ich solle doch meine Maske über die Nase ziehen. Zuvor war ich zufällig mit der Geschäftsführerin ins Gespräch gekommen, diese junge Frau hatte keinerlei Einwände gegen meine freie Nase vorgebracht.

    Doch zurück zur Kasse: Diesmal half das Ignorieren nicht, der Mann blieb hartnäckig; er schien sich nicht vor mir zu fürchten, dazu hatte er auch keinen Grund, denn er stand an der Parallelkasse an. Offenbar hatte er Ausschau gehalten, um einen zu entdecken, der die Maske nicht richtig trug oder gar keine auf hatte. Kaum eine Minute später floh die Dame, die vor mir an der Kasse stand und deren Waren gerade eingescannt wurden, in sichtlich gespielter Manier zehn Meter auf den Ausgang zu. Ich begriff erst nicht, was da gerade geschah und rief ihr hinterher, sie habe an der Kasse noch ein paar Sachen vergessen einzupacken. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie zu mir zurück und entgegnete: »Ziehen Sie erst ihre Maske hoch!« Nun mischten sich noch weitere Leute, die an den Kassen standen, ein und suchten mich dazu zu bewegen, meine Maske über die Nase zu ziehen. Mein Einwand, daß ich durch die Nase nur ein- und durch den von der Maske bedeckten Mund ausatme, wurde nicht wahrgenommen. Schließlich, als sogar die Kassiererin meinte, ich müsse die Maske über die Nase ziehen, gab ich nach, sonst hätte sich vielleicht noch ein Lynchmob gebildet. Der Mann, der all das ausgelöst hatte, ließ das nicht unkommentiert; mit einem »Na endlich …!« suchte er mich weiter zu provozieren, jedoch vergeblich, ich ging nicht darauf ein und ließ mich in diesem Bioladen seither nie wieder blicken. Meinen Rohrzucker kaufe ich inzwischen beim Edeka um die Ecke, wo man sich nur selten daran stört, wenn einer seine Nase freiläßt, und kürzlich sogar eine alte Dame ganz ohne Maske unbehelligt ließ.

    Auf mich wirken solche Erfahrungen, die ich zum Glück nicht täglich machen muß, sehr hemmend und bedrückend. Ich gehe inzwischen nur noch äußerst ungern unter Leute, außer wenn ich muß, wie z.B. beim Einkaufen. Ärzte suche ich seither keine mehr auf, ich müßte dann im Wartezimmer stundenlang meine eigenen Abgase einatmen, und das kann nicht gesund sein. Kürzlich wollte ich in den Telekomladen, mir wurde der Zutritt verweigert, nur 2G, genesen oder geimpft. In unserer Mietskaserne hängen überall Ermahnunen, man solle im Anwesen Maske tragen. Außer zwei oder drei von 33 Mietsparteien hält sich aber keiner daran, und angemeckert wurde ich hier auch nur einmal von einer – seltsamerweise wiederum sehr dicken – Mieterin, die mich frecherweise fragte, ob ich geimpft sei. Meine Reaktion fiel diesmal ziemlich häßlich aus, seitdem geht mir diese offensichtlich dumme Frau aus dem Weg.

    (1) https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/selbstmord-durch-wirtschaftskrise-die-zahlen-steigen-a-827618.html

    (2) http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Haas_Eberhard_Th-Das_Raetsel_des_Suendenbocks.pdf

    • Sehr toller Beitrag:
      Die Auswirkung von Macht im persönlichen Bereich gespickt mit persönlichen mutigen Erfahrungen.

      Macht ist nicht nur definiert als psychologisches Phänomen zwischen Einzelpersonen.

      Macht ist soziologisch definiert als Unterdrückungs-und Ausbeutungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Klassen,
      als Herrschaft einer (oft materiell sehr reichen) Minderheit an der Spitze der Pyramide über die Mehrheit.

      Und diese Macht ist die gefährlichere, denn sie ist organisiert und asymmetrisch (Rainer Mausfeld).
      Einer der wichtigsten Vorträge hierzu:
      Prof. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk
      https://kenfm.de/rainer-mausfeld-die-angst-der-machtelite/

      Heute stehen plutokratische Machteliten (s.u.) im Zentrum der Macht
      Sie bestimmen bzw. bewahren u.a. auch die Sozialisierung zur Unterdrückung des einzelnen in die uns voneinander entfremdenden Zustände hinein, die Sie beschreiben.

      Erziehung zur Konkurrenz dient der Spaltung der Gesellschaft zwecks ihrer Beherrschung durch eine Minderheit.
      siehe KenFM im Gespräch mit: Franz Hörmann (September 2016)
      https://apolut.net/kenfm-im-gespraech-mit-franz-hoermann-september-2016/

      Die Herrschaftselite will und muss uns immer wieder die Fähigkeit zur Selbstermächtigung rauben mit jeder Generation, sonst könnte man uns nicht beherrschen.

      Beispiel:
      Als der Eroberer, Kreuzfahrer und Massenmörder Kolumbus auf "Salvador" eintraf, begegnete er den sogenannte "Wilden", dessen ihn empörende Eigenschaft es war, einen unbeugsamen Willen zu haben: Deshalb wurden sie in kurzer Zeit ausgerottet. Die Gier der spanischen ja mitteleuropäischen Machteliten (Fugger und Co.) war so groß, dass sie keine Zeit zur "Umerziehung" hatten:
      50 Millionen sind von ihnen in einem bestialischen Völkermord vernichtet worden.
      1. Kolumbus und der Mythos vom großen Entdecker – die Landsichtung
      https://www.youtube.com/watch?v=eOr0GPfDVBo&list=PLefYHty6SMyOyS8hUkKLDJCE4iY4gESKT&index=2

      Die immer wieder sich selbst reproduzierende psychologische, materielle und strukturelle Pyramidisierung der Gesellschaft bis in die Kleinfamilie hat sich über Jahrtausende entwickelt hat und ist immer wieder von den jeweils gesellschaftlich Herrschenden modifiziert und weiterentwickelt worden.

      Heute sind die Zentren der Macht die globalen Geldeliten, die reichsten Individuen, Familien oder Clans mit einem Vermögen deutlich über 1 Mrd. $ und ihre Netzwerke, die wir nicht haben: Neben ihrem materiellen Reichtum macht dies die Asymmetrie ihrer Macht aus gegenüber dem Rest der Gesellschaft.

      Bill Gates hat z.B. seinen Reichtum durch Ausbeutung seiner Arbeiter, durch Betrug am Kunden und durch Erpressung in einer Monopolstellung erlangt. Das gilt praktisch für alle Milliardäre.
      Aber möglich ist ihnen das durch die drei Säulen der Macht:
      1. Physische Macht (Militär, Geheimdienste, Polizei,…),
      2. strukturelle Macht (Gesetze zum Vorteil der Besitzenden, struktureller Lobbyismus,…) und
      3. ideologische Macht (in Schulen und Universitäten, Geschichtsfälschung, Kontrolle der Massenmedien durch die Plutokraten,…).

      Ein sehr zu empfehlendes Buch hierzu, das die historische Entwicklung von Gewaltgesellschaften zeigt seit der Antike, ist:
      "Das Ende der Megamaschine: Geschichte einer scheiternden Zivilisation" von Fabian Scheidler
      https://www.megamaschine.org/
      Und
      NSC #129: Ullrich Mies in Aachen: Fassadendemokratie und Tiefer Staat.
      https://www.youtube.com/watch?v=DLUL9fqbGMs&list=PLefYHty6SMyM7z_3tGG4J76rrEhyVHLi-&index=2

      Zu Freud:
      Freud selbst hat seine bahnbrechende Entdeckung (die Libidotheorie) später selbst widerrufen auf Druck der damals herrschenden Klasse, nämlich die, dass die sexuelle Unterdrückung des heranwachsenden Kindes in der Kleinfamilie selbst ein etabliertes Machtinstrument ist durch die jeweils herrschende Klasse über Jahrtausende etabliert.
      Libidotheorie: Wilhelm Reich hat diese gegen alle gesellschaftlichen Widerstände weiterentwickelt.

      Siehe:
      Bernd Senf über Wilhelm Reich
      https://www.youtube.com/watch?v=i8-A9d_VbyM&list=PLefYHty6SMyM3U-dqoEH75vxSSlvgQkNq&index=1

      Zur Frau:
      Frauen sind neben den Kindern die am meisten betroffenen Opfer der Macht schon immer gewesen mit der Entstehung des Patriarchats vor ca. 5ooo Jahren und heute als Alleinerziehende und die Kinder durch die besondere Unterdrückung angeblich im Namen von Gesundheit.

      Vor dem Patriarchat gab es das Matriarchat als herrschaftsfreie Gesellschaft, wo die Frau eine sehr zentrale Stellung hatte als Spenderin des Lebens – aber keine organisierte Herrschaft bestand im obigen Sinne.

      Dr. Heide Göttner-Abendrot: Matriarchat
      https://www.youtube.com/watch?v=xFW_PFE2vnw&list=PLAQuD5G1gTT0AlSyGxwm5XHPTnPkfSdva&index=1

      und zum in unserer Epoche kapitalistischen Patriarchat:
      Claudia von Werlhof, West-End
      https://www.youtube.com/watch?v=Nzl8ipJfY0c&list=PLefYHty6SMyNV4VvP-EJ8FNeswy-t7Dfl&index=25&t=773s

    • Irwish sagt:

      Antwort an rolftheus@yahoo.de:

      Sie schrieben: »Macht ist nicht nur definiert als psychologisches Phänomen zwischen Einzelpersonen. Macht ist soziologisch definiert als Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Klassen, als Herrschaft einer (oft materiell sehr reichen) Minderheit an der Spitze der Pyramide über die Mehrheit.«

      Korrekt. Meine Ausführungen sind nicht vollständig, und das ist auch nicht mein Anspruch. Mir ging es hier darum, das individuelle Erleben von Macht zu erhellen. Kein Mensch erlebt die Machtfülle der Gesellschaft oder das Machtgefälle zwischen gesellschaftlichen Klassen direkt. Wie der Machtbegriff selbst ist auch das Machtgefälle zwischen Großgruppen mehr ein gedankliches Konstrukt, ein Modell, Teil einer geistigen Landkarte, woraus folgt, daß solche Begriffe nicht wirklich auf etwas Greifbares hinweisen. Modelle sind hilfreich, sie unterstützen uns bei der Orientierung, aber man darf und sollte niemals vergessen, daß das Modell nicht die Wirklichkeit abbildet, sondern lediglich Orientierungspunkte.

      Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie würden mit diesem Modell im Kopf einem Individuum begegnen, das sich im Verlauf Ihres Gesprächs als Mitglied einer höheren Klasse herausstellt. Sobald Sie sich dessen bewußt werden, fangen Vorurteile, die man unweigerlich mit einem solchen Modell verbindet, an zu arbeiten und beeinflussen womöglich, wenn auch nur in Nuancen, Ihre Haltung und damit auch die Wahl Ihrer Worte. Ich beobachte bei mir selbst immer wieder, wie ich durch die Vielzahl der Modelle, die ich mir seit über 20 Jahren sozusagen angelesen habe, vom direkten Wahrnehmen und Deuten dessen, was mein Gegenüber zu berichten weiß – ein innerer Prozeß, auf den ich achte –, zum Interpretieren meines Gegenübers anhand irgend eines plötzlich auftauchenden Modells übergehe und diesem Menschen dann nicht mehr richtig zuhören kann. Das heißt mit anderen Worten: Ich verlasse dabei meine Mitte – meine empathische Bereitschaft, seine Botschaft aufzunehmen – und begebe mich ins Außen, in die systematische Beurteilung, also ins Vorurteil.

      Wie gesagt, Modelle wie das der soziologischen Definition von Macht als Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnis haben durchaus ihre Berechtigung, doch im direkten Dialog empfinde ich sie eher als störend und ablenkend, weil sie da allermeist Vorurteile hervorrufen.

      Mausfelds Vorträge und Bücher kenne ich längst alle, und ich stimme ihm vor allem darin zu, daß wir direkt bzw. unmittelbar nichts an den herrschenden Machtverhältnissen zu ändern vermögen. Das einzige, was wir ändern können, ist unser eigenes Verhalten hinsichtlich dessen, daß wir alle, die wir in diesem System leben (müssen), darauf achten sollten, wo wir das System mit Energie füttern und es damit stärken, und wo wir diesen Energiefluß umlenken oder ihm Einhalt gebieten können. Dazu müssen wir als Individuen ganz persönliche und oft unangenehme Erfahrungen zulassen und immer wieder darüber reflektieren, was wir da tun, wenn wir z.B. ein neues Auto kaufen oder irgend ein technisches Spielzeug wie Smartphone oder Spielekonsole, oder ob wir wirklich da und dort jetzt mit dem Auto hinfahren müssen oder ob's nicht auch mit dem Rad geht usw.

      Es geht vor allem auch darum, die eigene (Anspruchs-) Haltung ständig zu überwachen, um mit der Zeit ein brauchbares Bild (Modell, Konzept) davon zu bekommen, wie wir tatsächlich zu den einzelnen sozialen Phänomenen stehen: Muß ich mich da einmischen, wenn sich, wie gerade hier im Forum gelesen, zwei zu streiten beginnen? Will ich wirklich einfach weitergehen, wenn ich beobachte, wie ein Passant einen anderen tätlich angreift? Warum will ich jetzt durch die Innenstadt flanieren; um mir Schaufenster anzusehen und mir Appetit auf irgendwelche Dinge machen zu lassen, die ich nicht wirklich benötige? Wäre es nicht besser, eher in den Wald oder Park zu gehen? Warum muß ich jetzt was essen, wo ich doch erst vor einer Stunde ein reichliches warmes Mahl genossen habe? Wieso glaube ich, jetzt ein Bier trinken zu müssen, eine Zigarette rauchen zu wollen oder sonstige Drogen zu mir zu nehmen?

      Es gibt zahllose dieser wie selbstverständlich erscheinenden Glaubenssätze und automatischen gedanklichen oder Willensbekundungen. Früher hörte man sehr oft: Jetzt brauch ich'n Schnaps. Natürlich BRAUCHT niemand einen Schnaps, er will einen, vielleicht weil er sich daran gewöhnt hat, in Streßsituationen einen zu heben, also im Grunde Alkoholiker ist. Warum will ich jetzt nach dem Essen vor der Glotze hocken? Ja, weil ich mich doch informieren muß, oder weil ich ein wenig Zerstreuung suche. Tatsächlich aber sucht der Glotzengucker Betäubung, denn der Fernseher ist ein stark abhängig machendes Suchtmittel, das durch die leichte bis schwere Trance, die es auslöst, zur Ausschüttung von Glückshormonen führt. Und daran gewöhnt man sich sehr schnell.

      Verstehen Sie, worauf ich hinaus will? Die zahlreichen Sozialmodelle und Machtkonzeptionen sind hilfreich, wenn man die größeren Zusammenhänge auf der eigenen inneren Landkarte markieren will, doch macht das noch lange keinen Menschen aus, der sich von den vielen Zwängen, die er im Laufe seines Lebens gelernt hat, befreit. Im Gegenteil erlebe ich an mir selbst oft die Wirkung des immer wieder auftauchenden (falschen) Glaubenssatzes: Du kannst dich jetzt zurücklehnen, du hast ja kapiert, wie der Hase läuft … und dabei trinke ich ein Bier und/oder schaue mir irgend einen doofen Film auf YouTube an und füttere damit das System. Das geht gar nicht! Und ich merke das, weil ich dabei unruhig werde, und dann höre ich damit auf – das Bier wird dann meistens trotzdem leergetrunken, auf daß nichts verkommt.

      Gerade heute im Zeichen der sog. Corona-Krise erleben wir, wie angesehene Sozialkritiker einknicken und sich nicht nur den staatlichen Maßnahmen unterwerfen, sondern sie auch noch befürworten (z,.B. Habermas, Chomsky, Precht und viele weitere). Genau das meine ich: Deren durchaus sinnvolle und hilfreiche Werke haben sie nicht zu besseren Menschen gemacht.

      Wir können uns diesen, von Ihnen völlig zu Recht als die gefährlichere Macht dargestellten Einflüsse nur entziehen, wenn wir uns selbst mehr und mehr unbeeinflußbar machen. Am Machtstreben bzw. an den Machenschaften der Machteliten können wir so gut wie nichts ändern, aber daran, daß sie uns überhaupt erreichen, daß sie uns an unserem eingebauten Nasenring packen und immer dorthin zerren, wo sie uns haben wollen, daran können wir tatsächlich arbeiten.

      Ich lese immer wieder von allerlei Vorschlägen und alternativen Gesellschaftsmodellen, die alle denselben Makel aufweisen: Wo sind die Menschen, die aufgrund ihres Bewußtseins und ihrer Haltung überhaupt dazu in der Lage wären, diese Vorschläge umzusetzen? Es gibt sie nur vereinzelt, die Masse hat dieses Bewußtsein noch nicht einmal ansatzweise entwickelt. Und letztlich geht es genau darum: Die herrschenden Verhältnisse sind nämlich nicht nur die von den Herrschenden eingerichteten Verhältnisse, sondern viel mehr der Ausdruck dessen, was und wie wir sind. Das meint letztlich der Spruch, daß jede Gesellschaft die Regierung hat, die sie verdient.

      Mit konsumverwöhnten, weitgehend außengeleiteten und entfremdeten Menschen ist keine echte Demokratie zu machen. Natürlich kann und wird beides, die Entwicklung einer innerseelischen wie auch einer äußeren Demokratie, parallel entwickelt werden, aber das dauert, da braucht man ganz viel Geduld und Ausdauer. In der Zwischenzeit kann und sollte aber jeder, der diese Ziele teilt, an sich selbst arbeiten, ununterbrochen, jeden Tag, anders geht es nicht. Diese Arbeit hält, hat man erst einmal ernsthaft damit begonnen, ein Leben lang an, weil man nie wirklich fertig damit wird, dabei aber dennoch unvorstellbare Veränderungen und Verbesserungen des eigenen Lebens bwirkt. Der Weg ist tatsächlich das Ziel, das Ideal ist nur ein Stern am Nachthimmel, der der Orientierung dient. »Kein Seefahrer würde zur Venus reisen wollen, nur weil er diesen Leuchtpunkt als Richtungsgeber verwendet.«

      —————————–

      Sie schrieben: »Die Herrschaftselite will und muss uns immer wieder die Fähigkeit zur Selbstermächtigung rauben mit jeder Generation, sonst könnte man uns nicht beherrschen.«

      Korrekt, und das ist aus meiner Sicht eine gute Nachricht. Wir sind durch diese Jahrtausende währende Unterdrückung und Entfremdung noch immer nicht genetisch so verändert, daß wir keine freien Menschen mehr hervorbringen können. Im Gegenteil, jeden Tag werden Menschen geboren, die keine Roboter sind, die man erst zurechtstutzen muß, um sie der kapitalistischen Verwertung zuführen zu können. Eltern müssen endlich damit aufhören, sich als Agenten der Gesellschaft zu betätigen, indem sie ihre Kinder schon im Säuglingsalter unterdrücken. Ich glaube, dieser Erkenntnisprozeß ist bereits im Gange, aber es wird noch eine Weile dauern, bis ein relevanter Teil der Gesellschaft seine Kinder nicht mehr im Krankenhaus zur Welt kommen läßt, sich nicht mehr unempathisch abwendet, wenn das Baby schreit und seine Kinder nicht mehr in Kindergärten und staatliche Schulen schickt.

      —————————–

      Auch Scheidlers Megamaschine habe ich gelesen, dazu noch Mumfords Mythos der Maschine, auf den sich Scheidler teilweise beruft: »Ich benutze dafür den metaphorischen Begriff der ›Megamaschine‹, der auf den Historiker Lewis Mumford (1895-1990) zurückgeht.«

      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Scheidler_Fabian-Das_Ende_der_Megamaschine-Geschichte_einer_scheiternden_Zivilisation.pdf

      http://irwish.de/PDF/_Soziologie/_Sonstige/Mumford_Lewis-Mythos_der_Maschine-Kultur_Technik_und_Macht.pdf

      Vielen Dank für die Links, vor allem für die zur Matriarchatsforschung. Letztere hatte ich eher noch nicht auf dem Zettel, außer Bachofen hatte ich dazu bislang noch nichts gelesen. Göttner-Abendrot und von Werlhof habe ich mir notiert und schaue mal, ob und wo ich die Literatur herbekommen kann (Geld hab ich ja keins übrig, und die hiesige Landesbibliothek verweigert mir den Zugang wegen 2G).

      http://irwish.de/PDF/Psychologie/Fromm/Fromm-Bachofens_Entdeckung_des_Mutterrechts.pdf

      http://irwish.de/PDF/__Scans/Bachofen-Mutterrecht(scan).pdf

  6. Hartensteiner sagt:

    hog 1951 – mit "Also, wir muessen/sollten uns das Herrschaftsgebilde zum Ziel machen! Und nicht nur kommentieren wie schlimm alles sei!" – hast dann nun auch wieder recht 😀

  7. An Tom J. Wellbrock: was mich mal beeindruckte:
    als junger Bursch war ich mal mit den Eltern unterwegs nach Deutschland. An einer Raststätte musste ich mal pipi machen
    In der Toilette war an einer Wand gekritzelt: es lebe der Kommunismus.
    Darunter stand ebenfalls gekritzelt: Idioten sterben nie aus.
    Das hab ich bis heute(fast 75 Jahre alt) nie vergessen, und das fällt mir immer wieder ein, wenn ich so einen Blödsinn lesen , wieder von Ihnen oben beschrieben.
    Idioten sterben nie aus!

    • FreedomRider sagt:

      Meine Oma sagte im November 89 – Jetzt kommt Adolf in Rot

    • Hartensteiner sagt:

      Interessant. Sowohl "Tt5B5DwK9QjduiF" und "FreedomRider" scheinen zu wissen, was unter Kommunismus bzw. Sozialismus zu verstehen ist. Toll. Solche Leute suche ich schon lange. Seid doch so nett und erklärt mir das in 2, 3 Sätzen.

    • _Box sagt:

      Hartensteiner,

      machen sie sich mal nichts draus, wer meint eine ernsthafte Debatte mit fiktiven Geschichtchen und einigen hingeworfenen Schmähwörtern zu bestreiten, leistet zunächst einmal intellektuelle Selbstauskunft. Das finden sie auch häufig bei den Verantwortlichen (Edeltrollen) in Politik und Medien, die sich das kaum selbst ausgedacht haben dürften

      Um jedoch einer Sinnstiftung Vorschub zu leisten, anbei, Nah- und Fernziel einer Demokratiebewegung:

      Volkssouveränität als Fernziel

      Jede demokratische Widerstandsbewegung sollte ihre Bemühungen in der Tradition der emanzipativen Bewegungen wie etwa der Radikalaufklärung des 18. Jahrhunderts oder der sozialistischen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts sehen. Wie diese Strömungen sollte sie ihr langfristiges Ziel in der Sicherung von Freiheit von Fremdbestimmung für maximal viele Menschen erblicken. Es ist durch die düstersten Kapitel der Menschheitsgeschichte sehr gut belegt, dass die Autonomie von Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit in solchen Situationen beträchtlich beschädigt wird, in denen große Machtungleichgewichte herrschen. Man kann es als historische Konstante verbuchen, dass Macht in den Händen Weniger dazu tendiert, sich immer stärker bei immer kleineren Personenkreisen zu konzentrieren und in immer ungezügelterem Ausmaß zur Interessensicherung der Mächtigen eingesetzt zu werden. Die geschichtlich nahezu ununterbrochene Blutspur von ethnischen Säuberungen, Angriffskriegen oder Völkermorden ist ein beredtes Zeugnis dieser Konstante (9).

      Die Radikalaufklärung gewann die Einsicht, dass extreme Machtasymmetrien, die freiheitszerstörend für die Mehrheitsbevölkerung wirken, zu vermeiden sind, indem Macht vergesellschaftet wird. Diese Grundidee entfaltete sich am konsequentesten in den Demokratiekonzepten, wie sie am Ende des 18. Jahrhunderts von Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant entwickelt worden sind.
      (…)
      Rationale Öffentlichkeit als Nahziel

      Es wäre naiv anzunehmen, dass angesichts der oben beschriebenen Machtstrukturen und dem Indoktrinationsgrad von großen Teilen der Bevölkerung das beschriebene adäquate Fernziel in naher Zukunft realisierbar sei.

      Die Machteliten haben mit intensivem Einsatz verschiedener Macht-und Manipulationstechniken eine Reihe von notwendigen Bedingungen für Volkssouveränität schlicht eliminiert.

      Unter den wichtigsten dieser Techniken finden sich die beiden strategischen Notwendigkeiten, von denen im ersten Abschnitt die Rede war: die Dezentralisierung beziehungsweise Fragmentierung der sichtbaren Machtausübung und die systematische Verzerrung des Demokratiebegriffs.

      Ein adäquates Nahziel von demokratisch gesinnten Widerstandsunternehmungen besteht darin, den demokratieverhindernden Wirkungen, die beide Techniken entfalten, entgegenzuarbeiten. Es sei auf die Wirkungen beider Techniken kurz eingegangen. Die Fragmentierung von sichtbarer Machtausübung führt zu einer verkümmerten Wahrnehmung von Machtungleichgewichten bei großen Teilen der Bevölkerung und lässt die Fähigkeit, gesellschaftliche Normen auf ihre Legitimität hin zu befragen, immer randständiger werden (14).

      Dies zusammen mit durchgreifenden Techniken der Apathie- und Angsterzeugung lässt die kognitiven Voraussetzungen für Demokratie und auch für das Bewusstsein ihrer Abwesenheit erodieren. Dazu zählt etwa die Befähigung zu rationalen, herrschaftsfreien Diskursen, in denen die relevanten gesellschaftlichen Fragen bei gleichen informationsbezogenen Zugangsmöglichkeiten für alle Beteiligten diskutiert werden können. Solche Diskurse konstituieren das, was als rationale Öffentlichkeit bezeichnet werden kann. Dies ist in demokratischer Perspektive keine zu vernachlässigende Größe. Im anspruchsvollen Demokratiekonzept Kants und Rousseaus ist dies der Ort der formalen Prozesse, die demokratische Rechtsnormen produzieren und rechtfertigen. Die rationale Öffentlichkeit ist in demokratischer Sicht das Machtzentrum der Demokratie.

      Um sich den Wirkungen der ersten der beiden Machttechniken zu erwehren, müssen die realexistierenden Machtverhältnisse allererst wieder größeren Teilen der Bevölkerung durchsichtig gemacht werden.

      https://apolut.net/die-rueckkehr-des-ungehorsams-von-kollektiv-gui#comment-219051

      Die Machtzentren sichtbar zu machen leistet hier im vorliegenden Beitrag Herr Wolff oder erfolgt z.B. hier:

      Samstag, 08. Januar 2022, 15:59 Uhr
      ~5 Minuten Lesezeit
      Die globale Machtergreifung
      Im Rubikon Exklusiv-Gespräch diskutieren die Publizisten Norbert Häring, Ullrich Mies und Hermann Ploppa mit Walter van Rossum über Global Governance.
      von Walter van Rossum

      https://www.rubikon.news/artikel/die-globale-machtergreifung

      Abschließend noch eine Erläuterung zu dem dürftigen Getrolle:

      Ich gehe davon aus, dass die Trolle nicht oder nur zu sehr geringen Teilen selbstständig diese Kritiken verfassen. Dazu findet man auch viel zu viele aufgeschnappte Formulierungen aus den sgg. Qualitätsmedien.

      Was auch noch dafür spricht ist die geringe intellektuelle Leistungsfähigkeit der Trolle. Ich habe vor einigen Jahren eine Anwerbekampagne für solche Trolle mitbekommen. Damals hat ein Vorarbeiter einer Trollhorde Nachschub angeworben. Dabei wurden in erster Linie die von Ihnen schon erwähnten Prekären angesprochen. Dabei ging es aber hauptsächlich um Schlicht- und Nichtdenker. Keiner der dort Angesprochenen wäre zu einer sachlichen Kritik jenseits seiner auswendig gelernten Dogmen fähig. Intelligente Menschen wurden bei der Anwerbung gemieden.

      Bei den Prekären handelte es sich gelegentlich auch um akademisches Subproletariat. Eine akademische Bildung ist nicht automatisch mit Intelligenz gleichzusetzen. Daher findet man ausreichend Nachschub für die Trollhorden an den Hochschulen. Der Klavierlehrer Kopilot/Jesusfreund auf Wikipedia ist da ein mahnendes Beispiel was da alles im Bildungssystem schief gehen kann.

      Dokumentarfilm: „Die dunkle Seite der Wikipedia“

      Einige dieser Trolle sitzen an öffentlich finanzierten „Kampfplätzen für den sozialen Unfrieden“. Da wird aus dem Bildungsetat Verdummung bezahlt. Nicht nur in Wikipedia, auch in vielen Foren haben diese Trolle Sympatisanten bei den Admins und in den Redaktionen. Als nicht marktkonforme Diskutante oder -onkel – ich hoffe so korrekt gegendert zu haben – kann man das schnell selber erfahren.

      Aus:
      Leserbriefe zu „Werden Trolle gezielt aktiviert? Wie sind sie organisiert?“
      07. Januar 2021 um 17:15 Ein Artikel von: Redaktion
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=68615

    • Hartensteiner sagt:

      Box – offenbar war McCarthy et al eine Seuche, gegen die Corona bis Omicron nicht mal erwähnenswert sind.
      Mir kommt dazu noch ein Bild in den Sinn: Man stelle sich eine fast unendlich große Baumwollplantage von mit fast unendlich vielen Sklaven. AM SONNTAG! Da sitzen die Sklaven alle da, Reihe auf, Reihe ab, und polieren ihre Ketten.
      Na, sowas. Warum machen die das? Nun, sie wollen, dass ihr Herr am Montag eine Freude hat.
      EIN Sklave war nicht dabei. Der war damit beschäftigt, den Griff der Peitsche des Herrn zu polieren….

    • Sabine G. sagt:

      Hallo Buchstabensalat,

      Früher habe ich die Leute sagen hören:
      Davon haben wir nichts gewußt….

      Letztens noch habe ich zu jemanden gesagt:
      Du kannst später mal nicht behaupten:
      Davon habe ich nichts gewußt!

      Wenn ich Deinen Kommentar lese, dann befüchte ich, daß die Menschen irgendwann
      noch nicht mal intelligent genug sind, sich mit:
      "Davon habe ich nichts gewußt"
      herauszureden!

      Alles Gute
      Sabine

  8. Hartensteiner sagt:

    Im Artikel fällt das Wort "Neustart". Ich zitiere: "Wir sind also mittendrin im Neustart…" Wenn es das wenigstens wäre – aber es ist etwas Anderes. Die "Macher" dieser Welt haben längst begriffen, dass es ein Dutzend oder eher mehr Aspekte gibt, deren jeder im Begriff ist, die ganze Welt an die Wand zu fahren. Sie wissen, dass das gegenwärtige System moribund ist – haben aber beschlossen, diesen Todeskampf solange hinzuhalten, wie irgend möglich. Das alte Rom hat sogar Jahrhunderte gebraucht, um endlich zu versinken. Diesmal wird es zweifellos schneller gehen. Zudem betraf das alte Rom nicht den ganzen Planeten, der diesmal mit lautem Krach an der Wand des real Möglichen zerschellen wird.
    Ernst Wolff hat bereits beschrieben, wie das Finanz- und Wirtschaftssystem in sich zusammenbrechen wird. Ein Weiteres, das hinter dem Coronavorhang verborgen wird, ist die endgültige Vernichtung der Umwelt. Da wird mit Sicherheit nichts getan, um diesen Prozess aufzuhalten, den man leicht aus der Überlegung ableiten kann, dass ein dem Kapitalismus nötiges Endloswachstum auf einem endlichen Planeten nicht sein kann. Auch deshalb ist das gegenwärtige Wachstum vor allem auf Kannibalismus ausgerichtet. Das Kapital frisst am eigenen Körper, frisst den Mittelstand auf.
    Und die Umwelt? Da wird etwas von CO2 geschwafelt und von nachhaltiger Energieerzeugung, die in Wirklichkeit nur deshalb verfolgt wird, weil das nicht nur neue Profite erbringt, sondern vor allem den stetig weiter wachsenden Energiebedarf der Welt gegenüber den fossilen und natürlich weiter verwendeten Energieträgern ausgleichen soll. Weiter geht die Verschwendung, weiter geht die Vergiftung der Böden, weiter geht die Vergiftung der Nahrungsmittel, weiter geht die Vergiftung von Wasser und Luft…. wenngleich es doch wenigstens ein wenig helfen soll, um den Zusammenbruch hinaus zu zögern, denn schließlich wollen ja auch die "Eliten" noch eine Weile Macht und Reichtum "genießen". Allein aus den genannten Aspekten lassen sich zahllose weitere ableiten, die alles vernichten werden. Vergiftete Nahrungsmittel, vergiftetes Wasser, vergiftete Luft usw. werden zu eine immer kränkeren Menschheit führen, die mittel seine "Impfung" nicht zu heilen sein wird. Erst recht, wenn das Leben des transhumanen Menschen daraus besteht, auf dem Sofa vor einem Bildschirm zu sitzen, während "Robbie" das nächste Bier holt, aus dem Kühlschrank, der schon einkaufen war (Internet der Dinge). Allein dieser Bewegungsmangel wird einen ganzen "Cluster" von Krankheiten nach sich ziehen und ob die Leute recht haben, die vor 5G warnen, werden wir erfahren. Aber auch ohne dies finden sich ausreichend Gründe, sich vorzustellen, wie es wohl weiter geht. Wie viele Arten von Lebewesen haben wir in letzter Zeit zum Aussterben gebracht? Wie viele werden morgen noch übrig sein? Wir lassen die Biodiversität mitsamt den bereits stark reduzierten Regenwäldern veschwinden, damit wir Fensterrahmen aus astfreiem Exotenholz fertigen können und Soja zumindest kurzfristig anbauen können, damit die Massentierhaltung weiter ausgeweitet werden kann?
    Nun, ich kann die ganze Geschichte nicht in einem Kommentar ausbreiten, doch wer es wissen will, weiß es längst.

    • Hartensteiner sagt:

      Kleine Ergänzung: Seien wir doch froh, dass uns der Coronavorhang den Blick auf die Bühne verbirgt, denn dort verbirgt sich der wahre Horror. So hören wir es allenfalls ein wenig rumpeln – Umbau der Bühne – haben aber keine Ahnung (nur die Wenigen, die einen Zipfel des Vorhangs angehoben haben und geschaut, was da vor sich geht) von dem, was für uns alles so vorbereitet wird bzw. konsequent aus den vielen Jahrzehnten "Vorlauf" sich ergeben wird. Gleichsam das nächstbeste zu einem Perpetuum Mobile: Die Maschine läuft und läuft und läuft….

      Nun muss ich mich aber gehörig bei all denen entchuldigen, die uns immer die Hoffnung predigen, damit wir weiterhin ruhig bleiben.
      Zugegeben, vielleicht schaffen es die Spaziergänger, den Vorhang hochzuziehen – doch dann… geht "es" erst richtig los, wenn plötzlich die ganze Realität sichtbar würde. (Deshalb rechne ich schon mit der nächsten Panikwelle und dem nächsten Vorhang, der ja den Mächtigen das Überleben sichert).

    • hog1951 sagt:

      Moin, Hartensteiner,
      „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“
      (Mat. 10 Vers 34)
      In Anlehnung an Marxens 11. These zu Feuerbach:
      „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt drauf an sie zu verändern“,
      sollten wir uns die Veränderung auf die Fahnen schreiben.
      Und selbst der ach so heilige und angeblich so friedliche Jesus kommt zu solch einem Schluss.
      Also, wir muessen/sollten uns das Herrschaftsgebilde zum Ziel machen! Und nicht nur kommentieren wie schlimm alles sei!

      mfG

    • Rulai sagt:

      „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

      Schwierig, Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen und außerdem keine wirkliche spirituelle Einsicht in das Gesagte zu haben.
      Das Schwert ist das Unterscheidungsvermögen; ein Insturment, das Falsche vom Wahren zu trennen; die Anhaftung an Familienclan (wenn sie nicht die Wahrheit und Liebe leben) abzuschneiden; das Verwickeltsein in inhumane und lügnerische Systeme zu beenden.

      "Der "ach so" friedliche oder liebevolle Jesus"?

      Sparen Sie sich Ihren Spott und ihre Verhöhnung für jene auf, die es verdient haben.

      Frieden ist nicht gleich Frieden.
      Es gibt einen scheinheiligen Frieden, der alles zudeckt und zudeckelt, was unangenehm ist.
      Da werden dann die Mitmenschen dazu verwendet, Beziehungen zu führen, die unseren inneren Schatten unten halten.
      Da werden die Lebensumstände dazu verwendet, vor uns selbst zu flüchten.
      Da wird vor allem eine permanente Gedankentätigkeit, die sich dann erdreistet über Menschen, die ihr vollkommenes Potential ausgeschöpft haben, zu lästern und zu urteilen, dazu verwendet, sich selbst in etwas hinein zu erheben, was man gar nicht ausfüllen kann und was beim ersten Schlag durch Aussagen der Wahrheit bis in die Grundfesten hinein erschüttert wird.

      Wer nicht lebt, was Jesus vorgelebt hat, der hat nicht die geringste Ahnung von dem, was seine Aussagen in ihrer Tiefe wirklich bedeuten.
      Ich würde die mentalen Goldstücke, die Sie in Ihrem Wissenstresor gestapelt haben und für einen Tempel der Klugheit halten, liebend gerne umwerfen und Sie aus diesem Tempel hinausjagen.

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