Ein Meinungsbeitrag von Dirk Ellerbrock.
Wer in Deutschland das Wort „zionistisch“ liest, denkt an Theodor Herzl, an den Zionistenkongress von Basel, an europäische Juden, die vor dem Antisemitismus einen eigenen Staat suchten. Ich habe es selbst lange so gelesen. In einem Gespräch der „Neutralitätsstudien“ zwischen Pascal Lottaz, dem Historiker Jakov Rabkin und dem Ökonomen Jeffrey Sachs wurde mir klar, wie einseitig dieses Bild ist. Sachs sagte dort beiläufig, die Wurzeln des Zionismus seien zum Teil christlich, und der christliche Zionismus sei der Vorläufer des jüdischen gewesen. Man wisse heute gar nicht mehr genau, welcher von beiden in der Partnerschaft mit Israel die Führung habe. Das ist zugespitzt, aber es lohnt, der Sache nachzugehen, denn hier liegt eine Hälfte der Geschichte, die im deutschen Diskurs kaum vorkommt.
Vom Bibelvers zum Programm
Der christliche Zionismus beginnt nicht mit dem Staat Israel, sondern mehr als ein Jahrhundert davor. Der irische Geistliche John Nelson Darby entwarf im frühen 19. Jahrhundert eine Lehre, die man Dispensationalismus nennt: Er teilte die Heilsgeschichte in aufeinanderfolgende Zeitalter ein und las die Verheißungen an das jüdische Volk als weiterhin gültig. Ihre Erfüllung sollte in der Rückkehr der Juden in das Land Israel münden. Das widersprach der Haltung der meisten Kirchen, die seit der Spätantike lehrten, die Kirche sei an die Stelle des alten Israel getreten. Fachleute nennen das Substitutionstheologie. Darbys Lehre war auch eine Antwort auf ihre Zeit: Sie entstand als Reaktion auf die Erschütterungen nach der Französischen und der Amerikanischen Revolution und auf die Herausforderung der Bibel durch die Aufklärung. Er verstand Weltgeschichte als Fahrplan, und die Rückkehr der Juden stand auf diesem Fahrplan. theisraelbibleecclesio
Was in England als Zirkel begann, wurde in Amerika zur Massenbewegung. Den größten Anteil hatte die Scofield-Bibel von 1909, eine Ausgabe der Heiligen Schrift mit erklärenden Randnotizen, die Darbys Gedankengebäude als schlichte biblische Wahrheit präsentierte, mit strikter Trennung von Israel und Kirche und einer künftigen Rolle für das Volk Israel einschließlich der Rückkehr in das Land. Wichtig war vor allem die Auslegung von Genesis 12,3, wonach Segen und Fluch über Nationen und Einzelne davon abhängen, ob sie Israel segnen oder verfluchen. Wer das verinnerlicht hat, für den wird Israelpolitik zur Gewissensfrage. Und schon die Anfänge waren politisch: Der Laienprediger William Blackstone, dessen Buch „Jesus Is Coming“ von 1878 ein Bestseller war, soll sechs Jahre vor Herzls erstem Zionistenkongress die erste proisraelische Lobbykampagne in den USA organisiert haben, mit Zeitungseditorials an Präsident Harrison für einen jüdischen Staat in Palästina. Auch Arthur Balfour, dessen Erklärung von 1917 den Zionismus zur britischen Politik machte, sah die Sache nach MERIP, einer nahostkritischen Zeitschrift, nicht nur imperial, sondern zugleich durch sein Verständnis der biblischen Prophetie gestützt. Die Juden, die ab Ende des 19. Jahrhunderts den Zionismus begründeten, waren, wie Sachs im Gespräch betonte, vor allem säkulare Nationalisten. Die religiöse Begründung brachten die Christen mit. Christian Zionism +3
Eine Bewegung wird gemacht
Nun liegt die Versuchung nahe, daraus eine einfache Kausalkette zu bauen: Endzeitglaube erzeugt Israelpolitik. Die Forschung spricht dagegen. Der Historiker Daniel Hummel hat in seinem Buch „Covenant Brothers“ gezeigt, dass die evangelikale Unterstützung für Israel nach der Staatsgründung 1948 entstand und nach dem Sechstagekrieg von 1967 an Tiefe gewann, und dass neben der Theologie auch Geschichte, politische Philosophie, Diplomatie im Kalten Krieg, pragmatische Erwägungen und sogar Tourismus eine Rolle spielten. Die Bewegung entstand aus Werbung, Organisation und Zusammenarbeit, und wird heute eher von einem transnationalen Netzwerk von Pfingstlern geprägt als von den südlichen Baptisten und Dispensationalisten der Klischees. Auch die Evangelikalen sind keine Einheit: Sie streiten über Judenmission, Prophetie und politisches Handeln. Und die Christlichen Zionisten sind laut Hummel eine organisierte Minderheit, nicht die evangelikale Mehrheit. daniel hummel covenant brothers zionism israel evangelicals +2
Damit verschiebt sich die Frage. Nicht der Glaube „steuert“ die Politik. Es gibt vielmehr eine über Jahrzehnte gepflegte Verbindung zwischen einem Staat, der Fürsprecher braucht, und einer Kirchenwelt, die Deutung und Wählerstimmen liefert. Die Theologie ist dabei das Bindemittel, das aus Interessen eine Überzeugung macht.
Was man weiß, und was Werbung ist
Wie groß ist diese Basis? Belegt ist ein deutlicher Unterschied zum Rest der Bevölkerung. In einer Pew-Erhebung von 2003 glaubten 72 Prozent der weißen Evangelikalen, Gott habe den Juden das Land Israel gegeben, und 63 Prozent, der Staat Israel erfülle die biblische Prophezeiung von der Wiederkunft Christi, bei Mainline-Protestanten waren es 21 Prozent. Noch 2022 meinten 70 Prozent der weißen Evangelikalen, Gott habe das Land den Juden gegeben, unter amerikanischen Juden selbst nur 32 Prozent. Das ist bemerkenswert: Der Landanspruch wird von der christlichen Seite stärker geglaubt als von der jüdischen. pewresearchreligionnews
Die Zahlen, die in der Debatte kursieren, sollte man dagegen vorsichtig behandeln. Die „50 Millionen christlichen Zionisten“ stammen von Pastor John Hagee, dem Gründer der Lobbyorganisation Christians United for Israel (CUFI). Er sprach 2007 von 50 Millionen Evangelikalen in Amerika mit einem tiefen, glaubensbasierten Wunsch, Israel zu lieben, für Israel einzutreten und es finanziell zu unterstützen. Das ist die Sprache eines Lobbyisten, der sein Potenzial beziffert. Auch die CUFI-Mitgliederzahl wächst in den eigenen Angaben der Organisation sehr schnell: Ende 2020 verkündete sie, die Marke von zehn Millionen Mitgliedern überschritten zu haben. Wie gezählt wird, ist aus den veröffentlichten Angaben nicht ersichtlich. Sicher ist nur, dass es eine große, gut organisierte Gruppe gibt. gfmarchives.com +2
Der Apparat
Entscheidend ist ihre Stellung im politischen System. Der Politikwissenschaftler Shibley Telhami hat in Umfragen der Universität Maryland gezeigt, dass die evangelikalen Haltungen den größten Teil der republikanischen Unterstützung für Israel erklären, und dass ohne die Evangelikalen die Haltung der Republikaner nicht wesentlich vom Rest der amerikanischen Bevölkerung abweicht. Das ist der Schlüsselsatz. Die Unterstützung Israels ist also keine „natürliche“ Haltung der amerikanischen Rechten, sondern hängt an einem bestimmten Wählerblock. Wer diesen Block bedient, bekommt dessen Stimmen und Spenden, und wer ihn verprellt, verliert sie. Jeffrey Sachs beschrieb im Gespräch das Muster mit dem ihm eigenen Sarkasmus: Die Megakirchen seien großes Geld, und man bekomme für wenig Geld erstaunlich viel politischen Einfluss. brookings
Der Apparat reicht bis in die Staatsführung. Der amerikanische Botschafter in Israel, Mike Huckabee, ein früherer baptistischer Pastor, bezeichnet sich offen als Christlicher Zionist. Im Februar 2026 fragte ihn der Moderator Tucker Carlson in seinem Podcast, ob Israel Anspruch auf das Land zwischen Nil und Euphrat habe, wie es Genesis 15 beschreibt. Huckabee antwortete, es wäre „fine“, wenn Israel alles nähme. Dann ruderte er zurück: Er nannte die Aussage überspitzt und erklärte, Israel wolle das Land, das es jetzt bewohne. Die arabischen Staaten reagierten trotzdem mit einer gemeinsamen Verurteilung. Bemerkenswert ist, wer die Frage stellte: Carlson, den Malay Mail als rechtsgerichteten Kommentator und Kritiker Israels bezeichnet. Der Streit um den Christlichen Zionismus läuft inzwischen mitten durch das rechte Lager. US ambassador Huckabee says Israel has right to take over ‘all' of Middle East +2
Krieg und Endzeit
Seit dem 28. Februar führen die USA gemeinsam mit Israel Krieg gegen den Iran. Die Military Religious Freedom Foundation, eine Organisation, die sich für die Religionsfreiheit in den Streitkräften einsetzt, meldet seit Kriegsbeginn über 200 Beschwerden von Soldaten, Vorgesetzte hätten den Krieg als Teil eines göttlichen Plans dargestellt und dabei auf biblische Endzeitvorstellungen verwiesen. Die Beschwerden selbst hat sie nicht veröffentlicht. Das muss man wissen, wenn man sie zitiert. Verlässlich ist: Eine Gruppe von Abgeordneten hat die Aufsichtsbehörde des Pentagons um eine Untersuchung der gemeldeten Beschwerden gebeten. Unklar bleibt, wie verbreitet die Haltung tatsächlich ist. Verteidigungsminister Pete Hegseth hat sich nach CNN öffentlich nicht zu Endzeitprophezeiungen oder zur Vorstellung geäußert, Israels Rückkehr ins heilige Land leite die Offenbarung ein. Sein Bibelkreisleiter begründet die Israelunterstützung sogar anders, nämlich mit dem Prinzip, dass Gott Israels Verbündete segnet und seine Feinde verflucht. Jeffrey Sachs' Formulierung, das Kabinett werde „von extremem christlichem Zionismus geführt“, geht deshalb über das Belegte hinaus. Belegt ist, dass diese Weltsicht im Umfeld der Macht vertreten ist und dass sie in der Truppe Anklang findet. As Iran war expands, some conservative Christians interpret the conflict through biblical prophecies +4
Nähe aus Zweckgründen
Jakov Rabkin erinnert im Gespräch an einen Satz, den Herzl nach seiner Wiedergabe in sein Tagebuch geschrieben habe: Die Antisemiten würden die besten Freunde und Verbündeten der Zionisten sein. Rabkins Deutung: Beide Seiten wollten dasselbe, nämlich die Juden dort, wo sie leben, loswerden beziehungsweise nach Palästina bringen. Die Interessen überschneiden sich, ohne dass die Motive dieselben wären. Der Christliche Zionismus hat eine ähnliche Doppelstruktur. Er liebt die Juden als Werkzeug der Heilsgeschichte. In der klassischen Endzeitlehre kehren sie zurück, damit der Fahrplan weiterlaufen kann, und am Ende werden sie bekehrt. Das ist eine Nähe, die auf einem Zweck beruht. Israel und seine Fürsprecher wissen das, und sie nehmen es in Kauf, weil der Nutzen größer ist. So funktionieren Bündnisse zwischen Gruppen, deren Ziele nur ein Stück weit zusammenfallen.
Der Weg nach rechts
Viele Beobachter, vor allem in Nordamerika, zeigen sich enttäuscht von Israel. Sie beschreiben ein Projekt, das einmal sozialistisch war, geprägt von Kibbuzim und Gleichheitsidealen, und das plötzlich rechts und faschistisch geworden sei. Die Schuld suchen sie bei Benjamin Netanjahu. Jakov Rabkin hält diese Erzählung für falsch. Sein Argument: Die Rechtswendung sei in der Geschichte des Zionismus von Anfang an angelegt gewesen. Der Zionismus sei ein siedlerkolonialistisches Projekt gewesen und habe das selbst offen gesagt. Die erste Finanzinstitution der Bewegung trug den Namen Jewish Colonial Trust, eine Bank zur Finanzierung der Besiedlung Palästinas.
Rabkin erklärt die Entwicklung strukturell. Eine politische Bewegung, die auf Diskriminierung und ethnischem Nationalismus beruhe, bewege sich nach seiner Überzeugung fast zwangsläufig von links nach rechts. Entscheidend ist für ihn der Unterschied zwischen ethnischem und zivilem Nationalismus: In einem zivilen Nationalismus kann man Mitglied der Nation werden, in einem ethnischen nicht. Man gehört dazu oder nicht, und daran lässt sich nichts ändern. Wer eine Bevölkerung kontrollieren müsse, die vertrieben, ausgegrenzt und zuletzt, in seinen Worten, einem Völkermord ausgesetzt werde, erzeuge zwangsläufig Widerstand, und dieser Widerstand werde dann nicht als legitim behandelt, sondern als Antisemitismus gedeutet. Netanjahu, Smotrich und Ben-Gvir sind in dieser Sicht nicht die Ursache, sondern verkörpern einen Trend, der von Anfang an da war.
Hier trifft die jüdische Seite auf die christliche. Eine Bewegung, die sich nach rechts und ins Religiös-Nationale verschiebt, findet in den amerikanischen Evangelikalen einen Partner, der ihren Anspruch auf das ganze Land biblisch beglaubigt. Umgekehrt stärkt dieser Rückhalt die Kräfte in Israel, die keine Kompromisse wollen. Die beiden Zionismen bedingen sich gegenseitig.
Die Bruchlinie
Die Konstruktion aus Bündnis und Zweck ist nun unter Druck. Bei jungen Evangelikalen sank die Unterstützung für Israel Umfragen zufolge zwischen 2018 und 2021 deutlich, laut Barna Group von 69 auf 33,6 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen. Brookings nennt für denselben Zeitraum 75 auf 34 Prozent, die Werte schwanken also je nach Auswertung, aber die Richtung ist eindeutig. Nach einer von Al Jazeera zitierten Erhebung glaubten 2021 nur noch 21 Prozent der jungen Evangelikalen an den Prämillennialismus, die Lehre von der Wiederkunft Christi vor dem Tausendjährigen Reich, gegenüber 65 Prozent 2011. Der Anteil weißer Evangelikaler mit günstigem Bild vom israelischen Volk fiel nach Pew seit 2024 um zehn Punkte auf 74 Prozent, und der Konservative Mark Tooley spricht von einer Krise, weil der Christliche Zionismus keine neuen Generationen erreiche. Dazu passt, dass Carlson das Thema öffentlich gegen einen Botschafter wendet. Es gibt auf der amerikanischen Rechten inzwischen ein Milieu, das Israel weniger bedingungslos sieht. The Coming Conservative Turn Against Israel Goes Much Deeper Than You Realize - NOTUS — News of the United States +2
Das heißt nicht, dass der Block verschwindet, aber seine Zukunft ist offen. Wer die Bewegung nicht als Schicksal, sondern als Bündnis begreift, versteht, warum ihre Wortführer so nervös werden, wenn die Jüngeren nicht mehr mitziehen. Rabkin und Sachs sagten im Gespräch etwas Ähnliches über die jüdische Seite: Je länger die Gewalt im Nahen Osten dauere, desto mehr Unterstützung verliere Israel, bei Juden wie, bis zu einem gewissen Grad, bei christlichen Zionisten.
Und Deutschland?
In Deutschland wird die Israelpolitik anders begründet. Hier ruht die Staatsräson auf der Erinnerung an den Völkermord an den europäischen Juden, nicht auf Endzeitlehre. Die Begründung ist eine andere, die Politik dieselbe. Für die Debatte über deutsche Waffenlieferungen ist das nicht gleichgültig. Wer sie allein mit Schuldgefühl begründet, sollte wissen, dass dieselbe Politik in Washington auf einem ganz anderen Fundament steht, und dass dieses Fundament eine Laufzeit hat. Eine Politik, die in den USA von Wahlkalkül, Kirchengeld und Prophetie getragen wird, und in Berlin von Erinnerungskultur, ist auf zwei verschiedenen Füßen gebaut, und keiner davon steht so fest, wie man glaubt.
Die zweite Hälfte
Wer den Zionismus nur als jüdische Bewegung liest, übersieht, dass er aus Europa und Amerika gespeist wurde, von Nationalisten und von Bibelauslegern, von Staaten und von Kirchen. Das entlastet niemanden. Es macht nur sichtbar, dass eine Politik, die in Jerusalem gemacht wird, einen großen Teil ihrer Rückendeckung aus Washington bekommt, und dass diese Rückendeckung von Menschen kommt, die in Israel eine Station auf dem Weg zum Weltende sehen. Das sollte man wissen, bevor man über Frieden im Nahen Osten redet.
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Bildquelle: EAZN / shutterstock
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Quellen
Die Quellen folgen der Reihenfolge der Abschnitte im Entwurf. Wo eine Quelle für eine Belegstelle zu schwach ist, steht dahinter ein Hinweis auf bessere Belege.
Ausgangsgespräch
- Pascal Lottaz im Gespräch mit Jakov Rabkin und Jeffrey Sachs, „Neutralitätsstudien“, youtube.com/watch?v=evtMRyCWBo8&t=13s.
Vom Bibelvers zum Programm
- Darby, Scofield, Genesis 12,3: Daniel Hummel, The Rise and Fall of Dispensationalism (Eerdmans, 2023; Verlagsinfo: publishersweekly.com/9780802879226
- Blackstone und die Lobbykampagne, Balfour und die Prophetie: MERIP, „For Zion's Sake“, 2002 (merip.org/2002/06/for-zions-sake/).
Eine Bewegung wird gemacht
- Daniel Hummel, Covenant Brothers: Evangelicals, Jews, and U.S.-Israeli Relations (University of Pennsylvania Press, 2019). Zusammenfassungen: Christianity Today (christianitytoday.com/2020/04/daniel-hummel-covenant-brothers-zionism-israel-evangelicals), Kenny Kolander, Rezension, Mosse Program (mosseprogram.wisc.edu/2019/07/10/kolander/), Penn Press (pennpress.org/9780812251401/covenant-brothers/). Die Aussage, Christliche Zionisten seien eine organisierte Minderheit, stammt aus einer Podcast-Beschreibung (buzzsprout.com/2601903/episodes/19407962).
Was man weiß, und was Werbung ist
- Pew-Umfragen: „American Evangelicals and Israel“, 2005 (pewresearch.org/religion/2005/04/15/american-evangelicals-and-israel/) und Pew 2003, Teil III (pewresearch.org/religion/2003/07/24/part-iii-religion-belief-and-policy/).
- Pew 2022 (70 Prozent der weißen Evangelikalen, 32 Prozent der US-Juden): Religion News Service (religionnews.com/?p=3973822). Der Vergleichswert für Juden stammt aus einer Pew-Erhebung von 2020.
- Hagees „50 Millionen“: Bericht über den zweiten CUFI-Gipfel (gfmarchives.com/?p=22560).
- CUFI-Mitgliederzahlen: 10-Millionen-Meldung vom Dezember 2020 (heritagefl.com/story/2021/01/01/news/cufi-reaches-10-million-members/14286.html). Die Zahlen für 2012 (eine Million) und 2018 (5,1 Millionen) nur aus einem Wikipedia-Spiegel.
Der Apparat
- Telhami: Brookings, „As Israel increasingly relies on US evangelicals for support, younger ones are walking away: What polls show“ (brookings.edu/articles/as-israel-increasingly-relies-on-us-evangelicals-for-support-younger-ones-are-walking-away-what-polls-show/). Dazu die Umfrageauswertung der Universität Maryland (sadat.umd.edu/sites/sadat.umd.edu/files/Young%20Republicans%20Final.pdf).
- Huckabee und Carlson: Al Jazeera, 20.02.2026 (aljazeera.com/news/2026/2/20/us-envoy-suggests-it-would-be-fine-if-israel-expands-across-middle-east); Middle East Eye (middleeasteye.net/news/us-ambassador-huckabee-israel-has-right-to-take-over-all-middle-east); Malay Mail, 22.02.2026 (malaymail.com/news/world/2026/02/22/arab-muslim-countries-condemn-us-envoy-remarks-on-israels-biblical-right-to-region/209943).
Krieg und Endzeit
- MRFF-Beschwerden: The Conversation (theconversation.com/as-iran-war-expands-some-conservative-christians-interpret-the-conflict-through-biblical-prophecies-277488); Middle East Eye (middleeasteye.net/news/us-troops-told-iran-war-anointed-jesus-bring-armageddon-watchdog-says). Dort auch der Hinweis auf Hegseths Bibelkreisleiter Ralph Drollinger.
- Untersuchungsersuchen der Abgeordneten: Snopes, Faktencheck (snopes.com/fact-check/hegseth-iran-war-christian-rhetoric/). Dort steht ausdrücklich, dass keine Beschwerde den Begriff „Christian end-times fascism“ verwendete.
- Hegseth und Endzeit: CNN-Analyse vom 13.03.2026 (cnn.com/2026/03/13/politics/hegseth-iran-israel-war-american-crusade-analysis).
Rabkins Gesamtthese
- Yakov Rabkin, What Is Modern Israel? (Pluto Press, 2016; aus dem Französischen übersetzt von Fred A. Reed). Dort argumentiert er laut Katalogeintrag, dass der Zionismus als Bruch mit dem Judentum gedacht war und Israels Geschichte im Zusammenhang mit europäischem ethnischem Nationalismus und kolonialer Expansion gesehen werden müsse. Die Protestantismus-Wurzeln erklären nach der Verlagsbeschreibung die besondere Unterstützung, die Israel in den USA findet.
- Yakov Rabkin, A Threat from Within: A Century of Jewish Opposition to Zionism (Fernwood Publishing, 2006). Es wurde für den Governor General's Award 2006 als beste Übersetzung aus dem Französischen nominiert. Für die Aussage, dass religiöse Strömungen des Judentums den Zionismus ablehnten.
- Yakov Rabkin, Israel in Palestine (2024; laut Blackwell's Verlagsbeschreibung eine Sammlung seiner Texte nach dem 7. Oktober).
Jewish Colonial Trust
- Die Bank wurde auf dem Zweiten Zionistenkongress gegründet und am 20. März 1899 in London eingetragen; sie sollte das Finanzinstrument der Zionistischen Organisation sein, um Kapital und Kredit für die Erlangung eines Charters für Palästina zu beschaffen. Quellen: Jewish Virtual Library (jewishvirtuallibrary.org/jewish-colonial-trust) und Center for Israel Education (israeled.org/jewish-colonial-trust). jewishvirtuallibraryjewishvirtuallibrary
- Zum Zweck: Die Zentrale für Israel-Bildung nennt als Ziele wirtschaftliche Entwicklung und Stärkung jüdischer Kolonien in Palästina, Landkauf für neue Siedlungen, Kredite „für die Zwecke der Kolonisation“ und Sparkassen in den Kolonien. Das stützt Rabkins Befund, dass die Bewegung das Wort „Kolonisation“ selbst verwendete. israeled
- Zur Einordnung: Das Kapital blieb weit hinter dem Ziel zurück, aufgebracht wurden 395.000 von geplanten 8 Millionen Pfund. Die eigentliche Tätigkeit in Palästina lief über die Tochter Anglo-Palestine Bank (gegründet 1902), die später zur Bank Leumi wurde.
Arbeiterbewegung bis 1977
- Für die Aussage, das Projekt sei einmal sozialistisch geprägt gewesen, und den Zeitpunkt der Wende: Die Wahl vom 17. Mai 1977 beendete fast 30 Jahre Herrschaft der linksgerichteten Allianz und ihrer Vorgängerin Mapai; Likud kam erstmals an die Macht. Quellen: Wikipedia, „1977 Israeli legislative election“; Center for Israel Education, „May 17, 1977“ (israeled.org/?p=13266). Fachliteratur: Avi Shilon, „1977: The Mahapakh“ (muse.jhu.edu/article/708228) und Colin Shindler, Israel, Likud and the Zionist Dream (Rezension von Avi Shlaim, lrb.co.uk/v18/n09/avi-shlaim/the-fighting-family). Shindler beschreibt 1977 als Triumph des Revisionistischen Zionismus nach einem halben Jahrhundert Kampf gegen den Arbeiter-Zionismus. Wikipedialrb
Die Bruchlinie
- Junge Evangelikale, Barna/UNCP: Times of Israel (timesofisrael.com/support-for-israel-among-young-us-evangelical-christians-drops-sharply-survey/); NOTUS (notus.org/perspectives/the-coming-conservative-turn-against-israel-goes-much-deeper-than-you-realize).
- Prämillennialismus 21 Prozent / 65 Prozent: Nur sekundär über Al Jazeera (aljazeera.com/features/2026/5/17/is-christian-zionism-in-the-us-on-a-decline) und eine Zusammenfassung (ozarab.media).
- Pew, zehn Punkte seit 2024, und Tooley: Christianity Today, Juli 2026 (christianitytoday.com/2026/07/israel-gaza-war-american-evangelical-christians-survey/).
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Dirk Ellerbrock, Jahrgang 1946, ist Diplom-Sozialwissenschaftler. Nach Studien der Wirtschafts-, Politikwissenschaften und Sozialpsychologie arbeitete er viele Jahre in der Finanzwirtschaft, Unternehmensberatung und als Management-Coach.
Mitte der 1990er wandte er sich mystischen Traditionen zu – Advaita-Vedanta, Zen-Buddhismus, Taoismus, Tantra und christliche Mystik –, vertieft durch Stephen Wolinskys „Quantenpsychologie" und die Unterweisungen Ramesh Balsekars in Bombay. Er leitete Meditationsgruppen und veröffentlichte 2010 unter dem Pseudonym Manaschu sein erstes Buch, „Das Geheimnis ewigen Glücks – Texte zur Menschwerdung" (ISBN 978-3-8391-4517-3). 2026 entstand sein noch unveröffentlichtes zweites Buch, „Die Schlange der Moral – Gift und Gegengift", das moralisches Urteilen als strukturelle Gewaltform durchleuchtet.
Heute schreibt er regelmäßig politische und gesellschaftliche Kommentare, u. a. für apolut und auf seinem Substack: https://substack.com/@dirkellerbrock
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