Wenn der Glaube an die Demokratie zerfällt | Von Jochen Mitschka

Leben in einem potemkinschen Dorf

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Als Jugendlicher hatte ich einen Traum. Ich glaubte, man müsse den Menschen nur die Wahrheit sagen, dann würden sie alles verstehen und die Welt wäre ein besserer Ort. Weil sie dann natürlich Einfluss auf die Politik nehmen, so glaubte ich, und die wäre dann eben eine zum Wohle der Allgemeinheit. Mein Vater meinte dann lakonisch:

“Junge, glaub mir, die Wahrheit will keiner wissen, und nicht Politiker, sondern Geld regiert die Welt.”

Ich dachte bei mir. “Was weiß der Alte schon von moderner Demokratie. Hat er doch als Soldat an mehreren Fronten geholfen, den Krieg Hitlers zu führen.” Auch seine  Verbitterung über die staatstragenden politischen Parteien, die er „Netzwerke zur Förderung der Karriere“ nannte, schrieb ich seiner Enttäuschung über die Behandlung als Schwerkriegsversehrter zu.

Naja, inzwischen habe ich meine Meinung geändert. Und ich habe mich posthum bei ihm entschuldigt. Ich war naiv, ich glaubte, was man mir sagte, was ich in der Schule lernte, und was ich in den Medien las, ich glaubte daran. So wie heute wieder die Jugend glaubt, was ihnen die Lehrer sagen, über Gendern, Masken, Impfen und gerade den bösen Russen.

Der Journalismus

Ich verschlang damals den Spiegel von den Leserbriefen bis zum Impressum. Ich fuhr mit der Straßenbahn schwarz zur Schule, um das Geld für die Zeitung zu haben, später schrieb ich Aufsätze für Mitschüler, die je Aufsatz 50 Pfennig zahlten, und damit meine Zeitungslektüren finanzierten.

Ein paar Jahre später begann ich zu begreifen, dass es mehrere Wahrheiten gab. Nach einer vergleichenden Untersuchung der Süddeutschen, Frankfurter Allgemeinen, Frankfurter Rundschau und dem Kölner Stadtanzeiger, in der ich einen Monat lang beobachtete, wie diese über verschiedene Ereignisse berichteten, oder sie einfach “vergaßen” begann ich langsam zu begreifen, dass man auf die gleichen Nachrichten vollkommen unterschiedliche Sichtweisen haben konnte.

Damals, Ende der 1960er Jahre waren Nachrichten noch von Kommentaren getrennt. Allerdings auch damals waren schon Unterschiede in den Betonungen, im Weglassen oder in Reihenfolgen von Nachrichten zu erkennen.

Inzwischen wurde aus Betonung und Weglassen offener Haltungsjournalismus. Unterschiede zwischen Nachrichten und Kommentare sind nicht mehr zu erkennen. Journalisten glauben, sie sind die Erzieher der Nation. Und wie sieht es bei den Lehrern aus?

Unsere Lehrer Ende der 1960er Jahre waren stolz darauf, wenn man Bildung nicht einfach auswendig lernte und wiederholte, sondern wenn man sie hinterfragte. Aber auch schon damals war es nur eine Minderheit der Schüler, die sich überhaupt die Mühe machte. Die Mehrheit wiederholte, was der Lehrer sagte, weil die Schüler in dem Glauben waren, damit auf der sichereren Seite zu stehen. Hätten die Lehrer sich eindeutig gegen Demonstrationen geäußert, wären die Schüler nicht gegangen. Im Studium war es nicht anders.

Daher habe ich volles Verständnis für die Mehrheit der heutigen Jugend, die auch nur den Lehrern und Medien folgt, deren empfindliches Gemüt leicht mit Horrorszenarien zu allen möglichen Dingen getrieben werden kann.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich nach dem Lesen des Berichtes vom Club of Rome an den baldigen Weltuntergang glaubte. Alles war logisch. Und es waren führende Wissenschaftler, die damals zum Beispiel erklärten, wie lange nur noch das Öl verfügbar wäre. Natürlich ist nichts unendlich auf dieser Welt, deshalb glaubte ich auch später noch, dass sie sich halt nur um ein paar Jahre verschätzt hatten. Bis ich irgendwann dann sowieso den Glauben an die Wissenschaft verlor.

Der Bericht des Club of Rome hatte aus zwei Gründen weniger Einfluss auf die Jugend gegenüber der heutigen Propaganda in Bezug auf Migration, Corona, die Klimakrise oder die “Aggression Russlands”. Zum einen gab es Lehrer, welche beruhigend wirkten, dann gab es Medien, die sich kritisch äußerten, und letztlich gab es damals noch ein großes Interesse gewisser Industrien, dass keine ernsthafte Hysterie entstand. Die Entwicklung der Schockstrategie war noch ganz am Anfang.

Die Schock-Strategie

Das ist heute anders, denn heute gilt als politisches Instrument die militärische “shock and awe” Praktik. Daraus entstand der Katastrophen-Kapitalismus. Im Jahr 2007 erschien das Buch von Naomi Klein, in dem der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus erklärt wird. Die Autorin macht an historischen Beispielen deutlich, wie gesellschaftliche Schocks, die die Wirtschaft, Natur oder das Militär betreffen, dazu genutzt werden können, über politischen Einfluss Privatisierungen wie zum Beispiel von der Chicagoer Schule und insbesondere Milton Friedman vertreten, in Volkswirtschaften gegen den ursprünglich erklärten Willen der Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen.

In den letzten zwei Jahren haben wir zwei Paradebeispiele für die Nutzung der Schockstrategie zur Durchsetzung ursprünglich nicht mehrheitsfähiger politischer Entwicklungen in Deutschland, und teilweise weltweit erlebt. Da gibt es zum einen die Corona-Krise, in der die politische Führung endlich lästige Bürgerrechte schleifen konnte, und lange geplante Dinge wie Impfpflicht, flächendeckende Überwachung der Massen und digitale Personenkontrolle durchsetzt.

Und dann gibt es da die Ukraine-Krise. Hatte die Regierung Mühe, die ständige Erhöhung des so genannten Verteidigungshaushaltes, der in Wirklichkeit weltweite Kriegsbeteiligung finanziert, den Wählern schmackhaft zu machen, erhielten sie nun ein Geschenk. Und zwar durch das Einschreiten Russlands gegen die Aggression der Ukraine, die schon 14.000 Menschenleben durch die Bombardierung von nach Autonomie und jetzt Unabhängigkeit strebenden ehemaligen Provinzen gefordert hatte. Zack, wurde nicht nur die lange umstrittene Erhöhung der Verteidigungsausgaben zur Selbstverständlichkeit, unterstützt durch Horrormeldungen der Medien, Deutschland hätte keine Bomben mehr, die Flugzeuge könnten nicht fliegen, und überhaupt sei die Bundeswehr gar nicht fähig Deutschland zu verteidigen. Darüber hinaus wurden der Rüstungsindustrie und in erster Linie dem Tribut zu zollenden Imperium eben mal 100 Milliarden Euro zugeführt. Ein Vorgang, der ohne die politische und mediale Begleitung der Krise in der Ukraine nicht vorstellbar war. Surfen auf der Krise. So wie man auf der Corona-Krise surfte, geschah es nun auf der Ukraine-Krise.

Es ist durchaus im Rahmen der Möglichkeiten, dass nun die nächste Stufe folgt, nämlich die Provozierung eines großen Krieges gegen Russland. Denn auch den würde man wunderbar dank einheitlicher politischer und medialer Erklärungen dem Wahlvolk als “alternativlos” darstellen. Und wer nicht dafür sein wird, ist eben ein Außenseiter, ein Querdenker, ein Volksschädling, der die Oma töten will … Ach nein, das hatten wir ja schon im Vorfeld der Impfpflicht. Jedenfalls würde ein solcher Krieg dann schließlich die Schuld an der wirtschaftlichen Katastrophe haben, und nicht die Politik und die Gier der Oligarchen. Wobei die Verschuldungen durch die weitgehend unnötigen und unwirksamen Coronamaßnahmen, die unnötigen Ausgaben für Militärgüter zur Besänftigung des Imperiums und der Großmachtgier der eigenen Politiker, die exorbitanten Ausgaben für “Freiheitsgas” statt umweltschonendes russisches Gas usw, nur noch der Nachbrenner für die katastrophale gesellschaftliche Entwicklung ist, und dann endlich der “schönen neue Welt” nach der entstehenden Finanz- und Wirtschaftskrise zum Durchbruch verhelfen soll. Und wieder werden die Verursacher zu Rettern werden, und die Menschen werden es glauben.

Diesmal besteht Grund zu der Annahme, dass die Menschen jenseits des dann hochgezogenen Eisernen Vorhangs weniger unglücklich sein werden, als die Menschen auf dieser Seite des Vorhangs. Aber ich vergaß natürlich, dass auf dieser Seite den Menschen erklärt werden wird, dass, wer darüber unglücklich ist, ein Quertreiber, Querulant und Volksschädling sei. Weshalb die Mehrheit sich wieder versuchen wird, in der neuen Ordnung einzurichten.

Die neue Ordnung

Wie die neue Ordnung aussehen soll? Nun Vorbild ist China. Dort wird sie angewandt, um das Zusammenleben der Menschen eines Riesenreiches möglichst reibungslos zu gestalten, während gleichzeitig die Gier der Oligarchen in die Schranken gewiesen wird, und nebenbei Widerstand gegen die politische Kaste unterdrückt wird. Im Westen wird nun die Technik als Vorbild genommen, perfektioniert, allerdings zum Nutzen der Oligarchen und ihrer Politiker, nicht zum Nutzen der Bauern auf dem Schachbrett.

Denn hier wird die Entwicklung getrieben durch einen Club von Ultrareichen, welche sich das WEF und die WHO gefügig gemacht haben, und so mit dem “Great Reset” und der “Vierten Industriellen Revolution” ihre Macht unantastbar machen werden.

Ihr Club, das Weltwirtschaftsforum (WEF) vertritt die totalitärsten Zukunftsvisionen, die sich ein Mensch ausmalen kann, die aber dem Wahlvolk von Politik und Medien als Großtaten angepriesen werden. Werbevideos beginnen bereits die sozialen Medien zu überfluten und Berichte über den “Fortschritt” der “Freiheit und Sicherheit” bringen soll.

Dieser “fortschrittliche” Plan will geimpfte Bürger durch eine Mobiltelefon-App Freiheiten geben. Wer dann die eigentlich an keine Bedingungen geknüpften grundsätzlichen Menschenrechte bekommen will, der muss zuerst eine Blutprobe abgeben.

“Der «blutbasierte QR-Code» wird dem modernen Sklaven nach Analyse auf das Smartphone gesendet. Dank der Blutprobe erhalte man ein «100-prozentig sicheres Ergebnis», begeistert sich das WEF. Die App ermögliche «nichtinfektiösen» Menschen das problemlose Reisen und den Zutritt zu Veranstaltungen. Sie spare Zeit und Geld. Ausdrücklich betont wird, dass die App über keine Tracking-Funktion verfüge. Die privaten Gesundheitsdaten seien geschützt.” (1)

Die meisten werden es wieder glauben. Auch wenn sie tausende Male belogen wurden, egal wie oft die Regierung Versprechen brach, und ohne die historische Tatsache zu begreifen, dass Mächtige jede Technik zur Machtkonsolidierung anwenden, wenn sie einmal darüber verfügen.

Das WEF behauptet, dass Mithilfe des Abgleichs von Echtzeitdaten und Zutrittsinformationen und dank des gescannten QR-Codes Staaten jederzeit “epidemiologische Daten” erfassen und entsprechend darauf reagieren werden können. Gerade so, als ob es keine skandalösen Datenschlampereien, Betrügereien und offizielle und bewusste Falschinterpretationen von Daten in den letzten zwei Jahren gegeben hätte. Aber so das WEF, durch dieses System würden keine Lockdowns mehr notwendig.

Wer nun einwirft, dass sich Lockdowns doch als unnötig und sogar kontraproduktiv im Nachhinein gezeigt haben, dem ist halt nicht zu helfen. Nur die Blutprobe und die Handy-App schützen zukünftig vor einem Shutdown. In etwa so, wie die Impfung vor Corona.

Aber die Verhinderung des Lockdowns soll ja nicht der einzige Vorteil sein. Der so genannte “Covid-Pass” enthält auch einen Gradmesser für den “Carbon-Fussabdruck” des Trägers. Mit anderen Worten, man kann genau sehen, wer und wohin sich Menschen mit Auto und Flugzeug bewegen. Der nächste Schritt ist dann die Aufteilung in Menschen, welche mehr und jene, welche eben weniger reisen dürfen. Praktisch auch, wenn mal wieder Demonstrationen verhindert werden sollen, aber eingesetzt natürlich nur um eine Pandemie zu bekämpfen oder das Weltklima zu retten. Weltklimarettung ersetzt heute die Floskel von Weltfrieden. Und die Maßnahmen sind genau so verlogen wie jene Aufrüstung, welche uns einmal den Weltfrieden bringen sollte. Und der Wunsch nach Freiheit und Demokratie, na der könnte sich ja auch zu einer Pandemie ausweiten.

Der dubiose Verein der Superreichen, das WEF, bemüht sich sehr, diesen blutbasierten QR-Code einzuführen. Das passt zu dem Bemühen, ein digitales Ausweissystem “Known Traveller Digital Identity” (KTDI) zu verbreiten. Dieser digitale Ausweis soll Reisenden angeblich ermöglichen, schneller und problemloser durch die Kontrollsysteme von Ländern oder Regionen zu gelangen. Den staatlichen bzw. regionalen Mitgliedern, die sich dem System anschließen, so sagt die Werbung, ermögliche es “auf überprüfbare Angaben zu den Identitätsdaten von Reisenden zuzugreifen, um deren Glaubwürdigkeit zu bewerten, die Passagierabfertigung zu optimieren und Risiken zu verringern”. Bewegungsmuster zu erstellen wird so noch einfacher.

Nun raten Sie, welches Land sich bereits als Pilotpartner gemeldet hat? Richtig, Kanada. Das Land, das bereits dabei erwischt wurde, wie es illegaler Weise (aber natürlich nur zum Besten der Menschen) die Mobiltelefone von 33 Millionen kanadischen Bürgern bespitzelt hat. (2) Wer Kanada mal als Hort der Liberalität und Demokratie ansah und als Auswanderungsland ins Auge fasste, sollte es sich noch einmal überlegen.

Demokratie

Mal abgesehen davon, dass die meisten Kriege der letzten 100 Jahren von so genannten Demokratien begonnen wurden, ergibt sich angesichts des vorher Erklärten nun die Frage, ob Demokratie überhaupt “funktioniert”. D.h. ob die Menschen überhaupt so entscheiden, wie es logischerweise in ihrem eigenen Interesse angebracht wäre.

Vor 20 Jahren hatte ich einen sehr anregenden Briefwechsel mit einem überzeugten Vertreter des Monarchismus. Er hatte auf meine Forderung nach Demokratie in südostasiatischen Ländern geantwortet, dass ein “wohlwollender” Monarch auf Grund seiner Geburt sehr wohl ein besserer Staatschef sei als ein Präsident, der von Netzwerken, Unterstützern und Populismus abhängt. Er könne von Kind auf für die Führung des Landes vorbereitet werden, müsse keine Allianzen zur Karriere eingehen, habe keine pekuniären Interessen, könne sich auf die besten Köpfe des Landes stützen und habe nur das Wohl des Landes im Sinn.

Nun gibt es sehr wohl Beispiele in der Geschichte, in denen das System des “gütigen Landesvaters” furchtbar schief gegangen ist. Aber ist das System einer, durch eine machtgierige Elite gelenkte, so genannten Demokratie wesentlich besser? Schauen wir uns die letzten Jahrzehnte an, die von solchen Systemen beherrscht wurden. Gab es weniger Kriege? Wurden die größten Probleme der Menschheit wie Hunger und Armut beseitigt? Wurde das Vermögen “demokratisiert” oder war es nicht vielmehr das Gegenteil, wurde gemeinsames Vermögen nicht privatisiert? Haben die einfachen Menschen die Pyramide der Maslowschen Bedürfnishierarchie heraufklettern können? Oder war die Entwicklung in erster Linie zugunsten von egoistischen Kleptomanen, deren Vermögen ein größeres Ausmaß annahmen als viele Länder besitzen, und deren Einfluss dadurch größer ist als die irgendwelcher gewählter Politiker?

Was ist eine Alternative?

Es gibt die Alternative vor und nach der Wahl. Vor der Wahl können nur neutrale Medien, welche nicht nur Nachrichten in altmodischer Form ohne Kommentare wiedergeben, sondern auch das ganze Spektrum der Meinungen und Argumente wiederspiegeln, Demokratie ermöglichen. Aber dann gibt es auch noch die Alternative nach der Wahl. Damit nach der Wahl der Vertreter des Wählers sich auch wirklich an seine Versprechen hält, wird natürlich das imperative Mandat benötigt. D.h. nicht das so genannte Gewissen des “Repräsentanten” entscheidet über seine Meinung und sein Abstimmungsverhalten, sondern der Willen der Wähler.

Aber, um mal realistisch zu sein, es würde für den Anfang ja schon mal genügen, wenn es eine echte Gewaltenteilung gäbe. Wenn die Regierung gewählt würde, aber nicht vom Parlament, und nicht Teil desselben sein darf, sondern von den Wählern. Und wenn die Wähler ihre Vertreter in das Parlament wählen würden, statt Vorschläge der staatstragenden Parteien abzunicken. In ein Parlament, welches vollkommen unabhängig von der Regierung die Gesetze und deren Einhaltung bestimmt. Und wenn die Justiz vollkommen unabhängig von der Regierung sich selbst verwalten würde, ihre obersten Richter vom Wähler bestimmt werden, und die Richter nur den Wählern gegenüber rechenschaftspflichtig wären. Und wenn die meinungsgestaltenden Medien, also nicht die kleine lokale Zeitung oder der Blog im Internet, nicht durch Politiker und Investoren beeinflusst würden, dabei auch noch mit einem “Tendenzbetrieb”s-Gesetz davor geschützt werden, neutrale Informationen zu verbreiten. Wenn diese Meinungsmacher den Medienkonsumenten selbst gegenüber verantwortlich wären, und von ihnen kontrolliert würden. Aber das ist wohl unter den gegebenen Umständen ebenso futuristisch wie eine Kolonie auf fremden Planeten.

Fazit

Ich glaube, dass Menschen schon sehr verzweifeln können, wenn sie erkennen, wie die Wahrheit aussieht. Rolf Peter Sieferle wurde von einem anerkannten Historiker zu einem „Neurechten Vordenker“, also einem „Nazi“, als er begann die politische Realität zu hinterfragen, und der sich dann, so scheint es, aus Verzweiflung über die Erkenntnis der Hoffnungslosigkeit hinsichtlich der politischen Entwicklung in dieser Gesellschaft das Leben nahm. Andere versuchen die Flucht ins Private und lernen die Realität da draußen zu verdrängen. Wieder andere aber begreifen dass wir eine von hunderten von Generationen sind, in denen es immer wieder Bewegungen gibt, die versuchen ein selbstbestimmtes Leben für die Menschen zu erreichen.

Letztere wiederum geraten in eine Krise, wenn sie feststellen, dass die Mehrheit auch dieser ihrer  Generation wieder gar nicht „selbstbestimmt“ leben will, sondern es vorzieht, zu glauben und zu folgen. In diesem Moment helfen dann nur noch Albert Camus und seine Interpretation des Sisyphos. Abgewandelt auf die beschriebene Situation könnte man sagen, dass der Mensch das scheinbar Absurde besiegt, indem er das Schicksal annimmt und erkennt, dass er nur ein winziger Teil in der langen Geschichte der Generationen ist. Nicht die Überwindung des Absurden ist das Ziel, sondern die Absurdität selbst anzunehmen und damit zu leben.

Wie Sisyphos, der dazu verdammt ist, einen Felsbrocken den Berg hinauf zu rollen, nur um dann hinter ihm her wieder und wieder den Berg hinunter zu gehen, muss Glück und Zufriedenheit dadurch entstehen, dass man die Absurdität und die scheinbare Sinnlosigkeit seines Tuns annimmt und glücklich darüber ist, dass man dadurch das Absurde besiegt.

Wem das zu abstrakt ist, dem sei die Interpretation von Manfred Jendryschik über das Ende der Arbeit des Sisyphos empfohlen. Er sagt, dass die Arbeit des Sisyphos den Sinn ergibt, den Felsblock am Hang abzuschleifen, bis er die richtige Größe hat, um „gegen seinen Wärter“ eingesetzt zu werden. Nehmt das Schicksal an und schleift den Felsbrocken, auch wenn er nicht in Eurem Leben so klein werden wird, dass er genutzt werden kann, um die Fesseln des scheinbar unüberwindbaren Schicksals der Menschen zu sprengen. Bedenkt, dass es über 2000 Jahre schon Menschen gibt, die an diesem Felsbrocken schleifen.

Quellen:

(1) https://corona-transition.org/mainstream-im-desinformationstaumel

(2) https://www.lifesitenews.com/news/canadian-govt-used-cell-phone-towers-to-spy-on-more-than-33-million-citizens-during-covid/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: rangizzz / shutterstock

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Kommentare (19)

19 Kommentare zu: “Wenn der Glaube an die Demokratie zerfällt | Von Jochen Mitschka

  1. Boris Nemzow sagt:

    Wenn der Glaube an die Demokratie zerfällt, dann sollte einem schon Besseres einfallen,
    als weiter an das Gute in Putin zu glauben und das Heil in seinen Mafiastrukturen zu suchen.
    Das tun leider hier viele Verirrte, Verwirrte, Irregeleitete und Heil suchende arme Seelen.
    Es darf nicht sein, dass solche Figuren wie Putin & Konsorten ungeschoren davonkommen. Dabei muß man auch keine Wut im Bauch haben. Es genügt ein klarer Kopf.

    • rhabarbeer sagt:

      Hallo Boris

      Danke für deine Interpretation, jedoch nehme ich ganz anders auch hier hauptsächlich Menschen wahr, die sich gegen JEDE
      gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit *
      stellen und auch mehr oder weniger das Problem von (zu lange). akzeptierten, schein-baren `Authoritäten` und `erzeugten/veröffentlichten Feindbildern/Ängsten` beim Etablieren von * wahrnehmen und hinterfragen.

      Vielleicht hast Du ja konkrete Beispiele, auf die du dich hier beziehen willlst?
      Danke vorab!

      Ansonsten will ich gerne nochmal hierzu
      https://apolut.net/ukraine-krieg-deutschland-in-der-filterblase-von-hermann-ploppa/#comment-240274
      nachfragen:
      Zitat:
      du kannst mir/uns bestimmt erläutern, warum die zb auch hier
      Leben und Sterben im Donbass
      https://odysee.com/@DruschbaFM:4/leben_und_sterben_im_donbass-(1080p):f
      beschriebenen Lebenserfahrungen der Menschen in der Ukraine
      a) selbstverschuldet
      b) durch russischen Einfluss
      c) frei von unrechtmäßiger Gewalt anderer
      d) …ergänze selbst…
      in die Welt gekommen sind
      oder?

      Danke vorab
      und viele Grüße in die Runde

  2. Ursprung sagt:

    Mitschkas Anregung des Autobiographischen regt an, die eigene Weltvorstellungs-Genese mal zu pruefen.
    Ich stelle dabei Profanes fest:
    1.
    habe ich Dinge aus Dummheit getan, die ich danach erneut zu tun zoegere.
    2.
    Habe ich mal Dinge aus Bosheit getan? Nicht AUS Bosheit (das koennen nur Teufel) aber bei einigem wusste ich vorher, dass sie mit Bosheit verwechseltwerden koennten. Warum tat ichs trotzdem, verdammt noch mal?
    3.
    Ich bin m. E unterm Strich ein guter Mensch. Prima. Jedenfalls nicht nur ein schlechter wie die Milliardaere, die Gerafftes nicht teilen wollen.
    4.
    Wer bewusst etwas Boeses tut oder nicht mehr teilt, muss also ein schlechter Mensch sein, folglich Parasit.

    Danke Mischka. Ich habe mich nun entschlossen, ab sofort nur noch starker Verfechter einer strikten Demokratie mit imperativen Mandatstraegern zu sein. Das scheint mir die groesste Sicherheit zu bieten, die Welt von Milliardaeren und Boshaften, also Kriegen und Versklavungen frei zu halten.

  3. Jack-in-the-Box sagt:

    Frage mich, wem es auch so geht: Werfe ich einen Blick auf die MM, dann sehe ich, dass denen nichts Besseres einfällt, als weiter an einer Parallelwelt zu basteln. Entweder die haben keine Ahnung, wo die Welt real steht oder sie wollen es verheimlichen. Also entweder dumm oder böse. Es ist nicht zu fassen….durch und durch, nichts als Müll und noch mehr Müll. So etwas, würde ich meinen, steuert auf ein unerfreuliches Erwachen zu. Daran wird man, werden wir nicht vorbeikommen.

  4. Fritz B sagt:

    Ein Zitat von Robert A. Heinlein aus dem Science-Fiction-Roman „Straße des Ruhms“ ,1963 geschrieben und einem Außerirdischem in den Mund gelegt:

    Demokratie kann nicht funktionieren. Es ist eine Theorie, die auf der Annahme basiert, alle Bürger eines Staates seien politisch mündige Menschen. Ein solcher Idealzustand ist natürlich nie erreicht worden. Noch in jeder sogenannten Demokratie haben sich sehr bald militärische oder wirtschaftliche Machtcliquen herausgebildet, denen es auf die Stabilisierung ihrer Herrschaft ankam. Die aber wäre äußerst gefährdet, wenn sie dumm genug wären, die breite Mehrheit des Volkes zu politisch selbständigen Individuen zu erziehen. Also hält man die Massen in einem Zustand politischer Ignoranz und lässt sie zugleich ein bisschen mitspielen, damit sie glauben, sie könnten bei den Entscheidungen mitwirken. Aber in Wirklichkeit wird dem Wählervolk keine echte Alternative geboten. Mal gewinnt die eine Partei, mal die andere, und so kommen die paar rivalisierenden Machtcliquen abwechselnd zum Absahnen an die Reihe. Oder es sind immer dieselben Leute, die die Fäden in der Hand behalten und sich die politischen Repräsentanten durch Wahlhilfe und so weiter hörig machen.

    • Genau das ist mir so um die 20 klar geworden. Sollte es wirklich als "echte" Demokratie funktionieren sollen, müsste der Anspruch der Bildung sein politisch mündige Bürger hervor zu bringen. Mit verlaub, es ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Und in der letzten Zeit konnte man deutlichst erkennen, was der Apparat von mündigen Bürgern hält. Glück auf.

  5. Fritz B sagt:

    Dieser ganze Zirkus ist meiner Meinung nach nur möglich weil der Mensch von Natur aus ein Herdentier ist. Er hat die längste Zeit wie eine Affenhorde gelebt in der der Stärkste das sagen hatte. Dieser konnte jeden einzelnen besiegen aber wenn er sich nicht benehmen konnte und den Unmut der ganze Horde erzeugte dann hatte er kein Chance mehr.
    Dieses ausgleichende Regel gibt es heute nicht mehr da Herrscher und Beherrschten nicht mehr im gleichem Dorf leben und keinen direkten Kontakt mehr haben.

  6. Ralle002 sagt:

    In den westlichen Ländern werden Wahlen mit einem entsprechenden Wahlkampfbudget und fast gar nicht mit Inhalten gewonnen.

    Etwa Fabio de Masi, ehemaliger Finanzexperte Der Linken im Bundestag, betätigte sich als "Finanzdetektiv", aber seine Themenarbeit überzeugt nicht.

    Die von Gerhard Schick gegründete Bürgerbewegung "Finanzwende" stellt ihm auf ihrer Webseite folgende Frage:
    Wie sieht der Finanzmarkt nach einer erfolgreichen Finanzwende aus?

    Fabios Antwort:
    Ich streite für einen Finanzmarkt, der Investitionen finanziert und uns befähigt, Pandemien, Ungleichheit oder Klimawandel zu bekämpfen. Dies erfordert eine demokratische Öffentlichkeit, der es nicht schwindelig wird, weil sich das Finanz-Karussell dreht, sondern die dem Finanzmarkt auch mal ins Getriebe greift. Die kurzfristige Renditeorientierung mächtiger Player muss dafür durch kluge und zuweilen auch harte Regulierung zurückgedrängt werden, um langfristige Investitionen und Schlüsseltechnologien zu finanzieren.

    Hierzu:
    Fabio versteht es insofern nicht, dass das heutige (Fiat-) Geld wegen seiner fehlerhaften Schuldscheinlogik gar nicht funktionieren kann.

    jacobin.de, 13.11.2020
    Fabio de Masi: Die Schuldenbremse wäre glatter Selbstmord

    Hierzu:
    Hier hat Fabio zwar recht, aber die von ihm jetzt jüngst bei Twitter geforderte "Lockerung der Schuldschein-Bremse", ist angesichts der derzeitigen Schuldenorgien unserer Regierung mehr als fehlplatziert.
    Der Fabio weiß es insofern nicht, dass man mit Staatsschulden zwar Konjunktur machen kann. Der spätere Schuldenabbau ist jedoch bei Staatsschulden gar nicht möglich, weil das viele Geld, das der Staat eben auch mit Deficit Spending etc. ständig in Umlauf bringt, als solches eine Schuld ist.

    Dann sagt es Sarah Wagenknecht zwar mitunter schon, dass sie die Marktwirtschaft für gescheitert hält.

    Welt, 29.01.2011
    Wagenknecht hält Marktwirtschaft für gescheitert

    Dann sagt sie aber etwa ein Jahr später im Spiegelgespräch etwa folgendes:

    Spiegel, 30.12.2012
    SPIEGEL-GESPRÄCH
    »Wir brauchen Märkte«
    Sahra Wagenknecht, 43, stellvertretende Fraktionschefin der Linken, lobt die Gründungsväter der sozialen Marktwirtschaft und erklärt, warum Ludwig Erhard heute in ihrer Partei am besten aufgehoben wäre.

    Hierzu:
    Auch hier versteht Frau Wagenknecht es nicht, dass Geld kein Tauschmittel, sondern etwas Ähnliches wie ein Schuldschein ist.

    taz, 19. 10. 2014
    Sahra Wagenknecht über Finanzen
    :„Eine komplett absurde Geldpolitik“
    Sahra Wagenknecht fordert höhere Zinsen für Kleinsparer. Sie findet, dass Reiche ruhig 50 Prozent Vermögensteuer zahlen dürften.

    Hierzu:
    Es fällt auf, dass Frau Wagenknecht die Schuldscheinlogik unseres Geldes wirklich gar nicht versteht. Sie weiß es beispielsweise auch ohnehin nicht, dass die EZB ihr vieles Gelddrucken nie wieder beenden kann, weil das Finanzsystem sonst kollabieren müsste.

    Wenn Frau Wagenknecht sich aber ständig mit YouTube-Werbung in den Bundestag "hineinkauft", wodurch sie jede Politik mit Inhalten insofern ausbremst, dann hat sie eben auch eine Mitschuld am derzeitigen Ukraine-Krieg.

    Ähnlich ist es auch bei der AfD der Fall, dass sie zwar etwa den Soli abschafft oder die Steuer- und Abgabenquote reduzieren möchte, aber es trotzdem versäumt, es etwa in Diskussionsforen herauszufinden, dass Geld gar kein Tauschmittel, sondern etwas Ähnliches wie ein Schuldschein ist.
    Die AfD-Spitzenpolitiker/innen nehmen stattdessen ganz einfach bequem fragwürdigste Spenden, etwa aus der Schweiz, an, und kaufen sich damit Facebook-Likes.

    Dann hat das Karlchen heute die Anhebung der Krankenkassenbeiträge angekündigt.

    Focus, 24.03.2022
    Kassen fehlen 17 Milliarden Euro
    Riesige Finanzierungslücke: Lauterbach will Krankenkassenbeiträge erhöhen

    Das Karlchen macht insofern Religion und es müsste sich stattdessen an Geldsystem-Diskussionen beteiligen.
    Beispielsweise weiß es nicht, dass es beim Fiatgeld gar keine Schnittstelle zwischen Real- und Finanzwirtschaft gibt.
    Es gibt auch keinen Ort, an dem das Karlchen mit der Bevölkerung irgendwelche Diskussionen um gute Inhalte führt.
    Es sei doch auch allzu offensichtlich, dass wir einen Impfzwang bräuchten.

    Er ist schlauerweise in der SPD und insofern in derjenigen Partei, die mit ihrem Wahlkampfbudget bei Wahlen ständig entsprechende Prozentpunkte holt.

    Jedenfalls sind vor allem die SPD und auch Die Linke besonders reiche Parteien.

    BZ, 7. Mai 2019
    106 Mio. Euro Immobilienbesitz
    Sie ist die reichste Partei! Muss sich die SPD selbst enteignen?

    Welt, 23.06.2020
    DIE GRÖSSTEN PROFITEUR
    Die D-Mark machte die SED zur reichsten Partei Deutschlands

    Aber die CDU erinnert mit ihrem Wirken doch eher an eine Drücker-Kolonne und nicht so sehr an eine Volkspartei:

    YouTube-Video:
    Rede von Max Otte, Bundesvorsitzender, auf der Landesversammlung der WerteUnion
    vom 21.10.2021.

    Da hatte es dann Herr Maaßen bemerkt, dass ihn der Herr Otte möglicherweise von seinen gut gefüllten Futtertrögen des Bundestages wegzerrt. Daher griff er zu seinem Kampf-Vokabular.

    t-online, 25.01.2022
    Austritt aus "Werte-Union"
    Maaßen wirft Otte "Verrat an Mitgliedern" vor

    Wie es dann auch kaum anders sein könnte, machen unsere ("Plutokratie") Parteien im Bundestag stets eine Politik zum maximalen Schaden der Bevölkerung.

    Aber Frau Le Pen weiß es sehr wohl, was ihr beim Wahlkampf nützt und was nicht.

    Die Rheinpfalz, 01. März 2022
    Le Pen vernichtet Wahlkampfbroschüren mit Putin-Foto

    Jetzt distanziert sich etwa die deutsche Linke von Herrn Putin.
    Das Problem ist aber nicht nur Herr Putin. Es tritt bei Der Linken eben auch der Umstand hinzu, dass ihre "Berufspolitiker/innen" stets eine Politik im Interesse ihres geklauten Stasi-Vermögens und eben gerade keine Bürgerpolitik machen.

    Unabhängig davon, dass Herr Putin mit Waffengewalt Krieg "bekämpft", eignet sich seine Themenarbeit keinesfalls, dass sie einen Dritten Weltkrieg verhindert.

    Focus, heutiges Datum
    Putin: EU-Staaten müssen russische Gas-Lieferungen künftig

    Hierzu:
    Wenn der Wladimir Russlands Medien verbietet oder auch mit der Androhung langjähriger Haftstrafen insofern einschüchtert, Demonstrations-Teilnehmer einsperrt etc., dann braucht er sich auch nicht wundern, dass seine Themenarbeit für Armut, Kriege und ähnlich sorgt.

    Ukraine Nachrichten, 24. März 2022
    Der Region Sumy droht wegen der Leichen russischer Soldaten eine Umweltkatastrophe

  7. hog1951 sagt:

    Ja, ich kann das nur zu gut nachvollziehen!
    Den Spiegel hatte ich bis zum 1. Golfkrieg abboniert gehabt. Danach begann fuer mich die Abkehr von der Lauterkeit. Sei‘s drum.
    Bevor wir uns aber an die Arbeit des Sisyphos machen, muessen aber noch die Herrschaften der 1. Reihe vor ein unabhängiges Gericht gestellt werden. Es darf nicht sein, dass solche Figuren wie Scholz, Habeck, Baerbock, Lauterbach und all die anderen Mitverschwörer aus dieser Sache ungeschoren davon kommen.

    mit freundlichen Gruessen und Wut im Bauch

  8. Der Autor Jochen Mitschka ist einer derjenigen, die mir immer wieder auch durch die Betrachtung der psychischen/geistigen Effekte positiv in Erinnerung bleibt.
    Hier bestimmt er den Glauben als Weltbild-konstituierend; damit liegt er in der Analyse wohl nicht ganz falsch. Zwei Kommentare jedoch, Herr Mitschka:
    1. Über die Glaubensschranken anderer zu philosophieren, wird dann eindringlicher und glaubhafte, wenn die eigenen Glaubensschranken auch reflektiert werden/sind. Die Infektionstheorie ist auch etwas, woran Herr Mitschka "glaubt"; jedoch wiederum nur an den Teil, der seinen Glaubenssystem entspricht. Eine reflektieren dessen ist im Text nicht erkennbar.
    2. Die Betrachtungen im Kapitel Journalismus sind etwas "dünn". Verallgemeinerungen sind nicht so nützlich bei einer gewissen Tiefe der Medienanalyse; war der (lese-) zeitliche Rahmen hier limitierend?

    PS: Es immer wieder erstaunlich, welch Kommentare zu allen möglichen Apolut-Artikeln zu lesen sind. Haben die Autoren ein solch starkes Ego, dass ein kleiner Trigger ausreicht, um einen Kommentar teils ohne Bezug zum Artikel, und in epischer Länge ausgebreitet, zu verfassen?

    • Boris Nemzow sagt:

      Es stimmt, oft reicht bei etlichen Leuten ein kleiner Trigger aus, um einen Kommentar
      teils ohne Bezug zum Artikel und in epischer Breite hier einzutippen. Oft muß man sich fragen,
      was der Kommentar mit dem Artikel überhaupt zu tun haben soll.
      So läuft das nun mal bei apolut. Manche Leute versacken mitunter in irrealen Scheinwelten,
      wobei auch gute Psychiater nur staunend zuhören oder mitlesen können.

    • rhabarbeer sagt:

      Hallo Boris

      Danke für deine Interpretation und mein Tip: beschäftige dich mal mit PROJEKTION und der Frage an sich selbst: warum?

      Ansonsten will ich gerne nochmal hierzu
      https://apolut.net/ukraine-krieg-deutschland-in-der-filterblase-von-hermann-ploppa/#comment-240274
      nachfragen:
      Zitat:
      du kannst mir/uns bestimmt erläutern, warum die zb auch hier
      Leben und Sterben im Donbass
      https://odysee.com/@DruschbaFM:4/leben_und_sterben_im_donbass-(1080p):f
      beschriebenen Lebenserfahrungen der Menschen in der Ukraine
      a) selbstverschuldet
      b) durch russischen Einfluss
      c) frei von unrechtmäßiger Gewalt andere
      d) …ergänze selbst…
      in die Welt gekommen sind
      oder?

      Danke vorab
      und viele Grüße in die Runde

  9. wasserader sagt:

    Wir haben als Realität das Schlechteste das Demokratie leisten kann :
    Die totale Diktatur eines machtgierigen und psychopathisch veranlagten Kapitals,
    das über gleichgeschaltete Politik und Medien und Schule und über thinktanks und NGOs
    den Menschen ihren Willen aufnötigt und über Wahlen , die keine reale Wahl darstellen, den Menschen vorgauckelt der Wille der Menschen werde umgesetzt und somit die Verantwortung von den tatsächlichen politischen Wirkkräften auf die Schultern der Wähler legt .

  10. helli-belli sagt:

    Alle Macht geht von der Gewalt über die Ressource aus…
    (materielle wie immaterielle…)

    Die Kaste der Eigner hat überhaupt gar kein Interesse an "Demokratie".
    Es geht alleine darum, die Eigentumsverhältnisse und damit die "etablierte Ordnung" aufrecht zu erhalten.

    … und das primäre Vehikel zum Aufrechterhalt sind die Massenmedien – über diese wird die Fasadendemokratie als Demokratie verkauft, Angst & Unsicherheit sowie Konflikte zwischen den einfachen Menschen induziert…

    ——————————————————————————————
    https://www.youtube.com/watch?v=qgZs8aJKVY4
    ( Marius Krüger: Die Geschichte der Demokratie – Zwischen Ideal und Pervertierung )
    ——————————————————————————————

    PS: die Gefahr eines Machtmisbrauchs durch Einsatz der Digitalisierung seitens der Oligarchen dürfte wohl auf ein Akzeptanzproblem stoßen…

    … unsere "Religion & Gott" ist nämlich nicht der Oligarch und dessen Reichtum/ dessen "Horte an Ressourcen" – sondern der Markt (und für die primitiven Geister das Götzenbild, das "Geld" sowie diverse Statussymbole)…

    … und dank CBDC wird sich die argumentative Grundlage FÜR das Privateigentum am Produktivkapital in das Gegenteil entwickeln.

    Kapitalerträge machen im Zeitalter der Digitalisierung & des CBDC gar keinen Sinn mehr – sie sind ja schon heute der soziale Sprengstoff, und neben dem "Gorilla im Raum" der "Elefant", der nie genannt werden darf…

    PPS: vielleicht sollte man noch auf diese "verzweifelte Führung in ihrem Führerbunker" verweisen, welche nun offenbar klar machen will, dass sie auch den "Totalen Krieg" vom Zaun brechen lassen werden, wenn es ihnen nun peu a peu an den Kragen geht …
    … zumindest wird mal damit gedroht …
    … und "Wag the Dog" realisiert …

  11. Jack-in-the-Box sagt:

    Ich weiß noch eine bessere Lösung für all die Probleme, die der Autor aufzählt.
    Die ist sogar besser, als klaglos den Stein zu wälzen.
    Man sagt, dass im Mittelalter den Menschen gepredigt wurde, dass sie es klaglos hinnehmen sollten, wenn ihr Leben elend ist, denn dadurch würden sie sich Schätze im Himmel sammeln und wenn sie nach ihrem Tod dort eingehen, würden sie dafür belohnt.
    Siehst Du? Man muss eben nur glauben.
    Dann muss man nicht mal den Sisyphos geben.

    • Irwish sagt:

      Sicher möchten Sie das satirisch verstanden wissen; dennoch: Glauben stellt eine elemantare Funktion des menschlichen Geistes dar. Wir glauben unter anderem:

      ► was sich uns logisch erschließt, als wissenschaftlich begründet erscheint;
      ► was von einem Sender kommt, dem wir vertrauen;
      ► was unsere – meist unbewußten – Glaubenssätze vorgeben.

      Auch das, was wir mit Sicherheit zu wissen meinen, beruht auf der Funktion des Glaubens. Daß wir das meist nicht so sehen bzw. erkennen können, hängt damit zusammen, daß wir uns meistens nicht bewußt sind, mit all unseren unhinterfragten Begriffen mit hochkomplexen Denkgebäuden umzugehen. Auch wissen die allermeisten offenbar nicht, daß all unsere Gedanken Modelle darstellen, die mehr oder weniger komplex sind und niemals auch nur annähernd das vollständige Ding, auf das sie verweisen, darstellen können. Mit anderen Worten: Modelle werden nach dem jeweiligen Interesse an einer Sache entwickelt oder übernommen; Aspekte einer Sache, die uns nicht interessieren, lassen wir gewöhnlich weg, weil wir nichts damit anfangen können oder wollen.

      Ein weitverbreiteter Glaubensverstärker ist das Idol (ein starker Sender). Was ein Idol sagt, wird gewöhnlich wenig bis gar nicht hinterfragt. Die Glaubwürdigkeit von Idolen wird durch einen Mechanismus gespeist, der in seiner neurologischen Manifestation noch nicht allzu lange bekannt zu sein scheint, wie z.B. Joachim Bauer in einem Vortrag erläutert:

      »Wir-Netzwerke sind Netzwerke, die bei Individuen, die Teil einer sozialen/kulturellen Gemeinschaft sind, für einen gemeinsamen bedeutenden Anderen kodieren.« Hirnforscher haben nämlich herausgefunden, daß Menschen bei der Beschäftigung mit sich selbst dieselben Hirnbereiche aktivieren wie beim Beschäftigen mit einem nahestenden Anderen. Religiöse Menschen machen meist das Ido ihrer Religion – Jesus, Buddha, Mohammed etc. – zu einer solchen nahestehenden Person. Das bedeutet letzten Endes unhinterfragtes Vertrauen in die Äußerungen einer solchen Person, und die kann sogar fiktiv sein, oder bei Jugendlichen ein Musiker oder Schauspieler. Weil man die Wirkung aber schon lange kennt, werden in der Werbung bevorzugt solche bedeutende Andere eingesetzt, um den Menschen ein Produkt anzudrehen.

      In einer reizüberfluteten Welt die Macht zurückgewinnen?
      »Die menschliche Freiheit und unser Glück hängen davon ab, dass wir zwischen den auf uns einwirkenden Reizen und unseren Reaktionen einen Zwischenraum des Innehaltens und der Muße schalten. Hoher Druck in der Arbeitswelt, Konsumangebote und eine ständige Exposition gegenüber den Signalen der digitalen Welt drohen den Menschen zu einer Reiz-Reaktions-Maschine zu machen. Wie können wir die Macht über unser Leben zurückgewinnen? Und warum ist die für unsere Gesundheit von Bedeutung?«
      https://www.youtube.com/watch?v=icJGTGUFh14

  12. Ist das Bild aus der Realversion von Max von Bocks Trickfilm "Wie funktioniert Geld"? Rollende Prozentzeichen waren wohl aus? :D
    https://www.youtube.com/watch?v=k8VzXfwtsZg

    • Out-law sagt:

      Diese faulen " Außerirdischen " sind vermutlich die gefallenen Engel aus der Gate´snochstraße. Nun fehlt nur noch der Finanzteufel der alten Weltordnung ,der umhergeht wie ein brüllender Löwe und eine Politikerseele nach der anderen verschlingt :-))

  13. zivilist sagt:

    Interessanter Werdegang,

    aber ich muß doch eine Lanze für Herrn Potemkin brechen. Katharina LE grands Favorit war in Ungnade gefallen, bei den Neidern schon lange, und versuchte sich durch besondere Leistung in Neu- Russland, den vom Osmanischem Reich eroberten Gebieten um die Krim, wieder beliebt zu machen. Dazu gehörten die Holzhäuser, das know how dürfte er in den Aufzeichnungen des großen Peter und den Erinnerungen an Schwedens Karl des 12. Truppen, als sie bei Poltava überwinterten, gefunden haben.

    Eine ähnliche historische Figur ist übrigens der Portugiese Pombal.

    Und Club of Rome war auch schon Alarmismus, initiiert von David Rockefeller, der natürlich bemüht war, aus Scheiße Gold zu machen. Zuerst muß man beachten, daß die befragten Experten aus Unternehmen kamen und daß Unternehmen zu vorsichtiger Bewertung gezwungen sind. Das gilt für Elemente wie Eisen, Mangan, Phosphor. Für Stoffe, die aus Elementen zusammengesetzt sind, liegt der Fall komplizierter, man muß nämlich die Verfügbarkeit der Elemente und das Zustandekommen der Verbindung dokumentieren, also beim ÖL. Und genau das unterbleibt – Verdummung gelungen ! Im Prinzip sind Erd -Öl und -Gas die Biomasse der Ozeane, bzw ein Teil davon, von der Erde bereits vorverdaut. Ärgerlicherweise gibt es dazu aber keine belastbaren Zahlen mangels Interesse.

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