Wegoptimierte Menschlichkeit | Von Marcus Zeller

Ein Standpunkt von Marcus Zeller.

Der Transhumanismus wird als Weg in die Zukunft angepriesen — doch mit diesem verwandelt sich der aufgeklärte Mensch in ein Objekt der Verwertung.

„Trans“ bedeutet „über etwas hinaus“. Jahrhundertelang träumten Philosophen und Wissenschaftler von optimierten Exemplaren unserer als unzureichend empfundenen Spezies. „Der Mensch ist etwas, das überwunden werden muss“, sagte Nietzsche. Aber: Wenn die Entwicklung über den Menschen hinausführt, wo geht sie hin? Wäre es auch denkbar, dass wir dann schrumpfen, anstatt zu wachsen? Die Ideologie des Transhumanismus will uns von Fehlern befreien, von Krankheiten, im äußersten Fall gar von der „Zumutung“ der eigenen Sterblichkeit. Diese Aversion gegen unsere Fehlerhaftigkeit ist aber vielleicht der größte Fehler überhaupt. Er macht unser Sosein obsolet, erschafft inhumane Funktionstüchtigkeit nach dem Gusto von ein paar „Visionären“ mit Größenfantasien, die niemand von uns gewählt hat, knüpft unser weiteres Schicksal gar an Algorithmen, also an mechanische Entscheider. Dass die neue Welt, die daraus hervorgeht, wirklich eine schöne sein wird, erscheint unwahrscheinlich.

„Quo vadis?“ — „Wohin gehst du?“ oder „Wohin willst du gehen?“ — war eine Frage, die Jesus kurz vor seiner Hinrichtung von seinem Jünger Petrus gestellt bekam. Eine symbolische Frage, die Grundsätzliches verdeutlichen wollte. Es ist nützlich, Fragen dieser Art von Zeit zu Zeit neu zu stellen. Wohin will der Mensch heute? Will er überhaupt dorthin, wohin es „offiziell“ gehen soll? Transhumanismus ist das bedeutungsschwere Wort, das scheinbar alternativlose Ideal unserer aller Zukunft. Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung medizinischer Möglichkeiten, ein längeres Leben oder Ähnliches.

Ich lese bei FUTURA.de: 

„Raymond Kurzweil, Leiter der Technikabteilung bei Google, behauptete vor einigen Jahren, dass das Gehirn des Menschen bis 2030 direkt mit dem Internet verbunden sein würde, um Zugang zu einer riesigen Menge an Informationen zu haben. Diese Denkweise wird unter anderem von Elon Musk, dem Gründer von Tesla, Space X und Neuralink, geteilt, der 2017 erklärte: ‚Wenn du die Maschine nicht schlagen kannst, ist es am besten, selbst eine zu werden.‘“

Es liegt auf der Hand, dass eine geplante Verbesserung des Menschen seine Natur beschneiden und seine Freiheit massiv einschränken kann. Bevor dieses von technophilen Eliten geschaffene Ideal also klammheimlich und unbemerkt zur Selbstverständlichkeit wird und damit in unserem Wortschatz und unserem Denken Einzug hält, sollten wir es einmal unter die Lupe genommen haben.

Technologische Metaphysik

„Trans“ bedeutet „über etwas hinaus“. Was möchte man denn im Transhumanismus „überschreiten“? „Transzendenz“ kennen wir schon länger. Dieser Begriff bezeichnet das Überschreiten des gegenständlich Fassbaren. In Religion und Spiritualität versucht der Mensch mittels verschiedener Praktiken, die eigene Existenz zu überschreiten und Zugang zu den Dimensionen „dahinter“ zu erlangen. Dabei ist es nicht so, dass diese Dimensionen vom Menschen nicht erfassbar wären, sondern gerade weil sie dem Menschen zugänglich sind, kann er erkennen, dass er ihnen entstammt und angehört. Er erlebt auf eine einzigartig individuelle Art, dass das eigene Leben mehr ist, als er alltäglich erfasst. Transzendenz bindet den Menschen im Kosmos ein, er überschreitet darin sein alltägliches Sein. Eine solche Erfahrung ist nicht generalisierbar. Sie erschüttert den Menschen tief, sie ergreift ihn, und in dieser höchst individuellen Erfahrung findet er einen tieferen Sinn.

Auch der Transhumanismus will das Menschsein überschreiten, allerdings auf einem ganz anderen Wege. Dieser Weg lässt eigentlich gar keinen Platz für das Menschliche, weil er eben genau dessen Eigenschaften abschaffen will: Intuition, Stimmung, Verfassung, eben eine gewisse Unberechenbarkeit — all das sind Quellen potentieller Schwäche, die ausgemerzt werden sollen.

Der Transhumanist glaubt nicht an Welten jenseits des Messbaren, Gefühl und Stimmung sind für ihn — wie Bewusstsein überhaupt — Phänomene rein biochemischer Natur. Ein echtes „Trans“ kann es daher nicht geben, weil er gar nicht daran glaubt. Seine Vision der Apotheose („Gottwerdung“) ist der technische Weg. Sein „Trans“ ist ein auf Rechenleistung reduziertes Seins-Surrogat.

Das ist natürlich nur dann möglich, wenn das Menschenbild ein technologisches ist: Darin ist der Mensch zu optimieren und im Sinne seiner „Nutzbarkeit“ zu „verbessern“. Dahinter steht eine utilitaristische Ethik, die im alten Bibelwort „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“ und der christlich-abendländischen Schuldkultur ihre Wurzeln hat.

Die Ethik des Transhumanismus ist ein Produkt dieser Tradition, in der der Mensch per se ungenügend ist, in der sein Fleiß und seine Selbstverleugnung gefordert sind, er aber doch nie ganz ohne die göttliche Gnade frei werden kann und daher der Erlösung bedarf.

Bedarf der Mensch der Verbesserung?

Der Mensch wird krank, er altert und stirbt. Statt hinter diesen Gegebenheiten aber einen Sinn zu finden, der uns in die natürlichen Zyklen unserer Heimatwelt anbindet und dem individuelles Wachstumspotential innewohnt, möchte sie der Transhumanist überwinden. Das führt zwangsläufig zu einem altbekannten Dilemma: Die Frage, ob der Mensch einer Verbesserung bedarf, erfordert immer eine finale Definition des Wünschenswerten. Die Annahme einer Verbesserungsbedürftigkeit setzt eine Vorstellung eines bestimmten imaginierten Zustandes voraus. Das „Gute“ wird dadurch zu einem objektiven Wert und schränkt damit moralische Entwicklung und Reflexion von vornherein ein.

Längerfristig würde eine solche „Verbesserungs- und Optimierungsentwicklung“ jede Freiheit in Zwang umwandeln, denn das, was als wünschenswert gilt, ist ja bereits festgelegt. Das kennen wir von totalitären Strukturen religiöser oder politischer Natur.

Schlimmer noch: Jeder Wandel, jede Entwicklung hätten ihre Ursache nicht in der Erfahrung und Einsicht des Einzelnen, sondern in einem abstrakten und vorformulierten „Soll“. Das Gedeihen einer Kultur läge nicht mehr in der kreativen und natürlichen Entwicklung ihrer Individuen, sondern es wäre eingesperrt in die Vorstellung, wie das gute Leben zu sein hat. Diese Idee ist nicht neu, aber sie existiert in der Literatur und Geschichte nur als Dystopie. Warum wohl? 1975 sangen Pink Floyd bereits:

„Welcome my son
Welcome to the machine
What did you dream?
It’s alright we told you what to dream“

Technologie als Erlösungsoption

Schon heute überragt Technik den Menschen um ein erschreckendes Maß. Monströs wirkt sie manchmal, bedrohlich, zerstörerisch-martialisch. Das Maschinenhaft-Technische scheint dem Menschen oft diametral gegenüberzustehen. Natürlich dient uns die Technik, doch wir wissen um den Preis dessen, und wir versuchen, mit technischen Mitteln die Probleme zu lösen, die die Technik selbst verursacht hat. Da ist sie auch wieder, die Verbesserungssehnsucht.

Man könnte meinen, wenn Maschinen für Menschen denken, bleiben die menschlichen Fehler aus — das ist auch der Duktus der Transhumanisten. Die heikle Frage, die sich daraus ergibt: Ist davon auszugehen, dass Technik mit solchen Befugnissen auch eine menschenförderliche Umgebung erschafft? Oder wird der Mensch dort nicht eher zum Störfaktor?

Wenn wir uns die Produkte technologischer Entwicklung der letzten hundert Jahre anschauen und sie noch um die cineastischen Fantasien ergänzen, dann finden wir darin in erster Linie die männliche Affinität zum Martialischen: gewaltig, überpotent und immer dem Menschen überlegen. Das Design der fortschreitenden Technologie könnte die Fortführung antiker Mythologie verkörpern: Die Titanen und Götter, Symbole der kosmischen Urkräfte selbst, müssen überwunden werden. Der Mensch ist nun der Schmied der ultimativen Waffe gegen die eigene Vergänglichkeit. Er hat sich dem Aberglauben entwunden, die Welt entmystifiziert, er hat den Kosmos dank seiner Zahlen und Rechnungen durchschritten. Er hat die Suche nach dem transzendenten Sinn seiner Existenz qua Einsicht aufgegeben und die Suche nach dem heiligen Gral digitalisiert. Dank der überlegenen Rechenleistung seiner „Waffen“ kann er sich selbst getrost durch eine verbesserte, transhumanistische Variante ersetzen. Das wäre die Erlösung der eigenen Kleinheit, Bedingtheit und Sterblichkeit auf technologischem Wege.

Transhumanismus: der Kampf gegen die Vergänglichkeit

Jahrhundertelang waren es der Glaube und die Religion, die uns Menschen den Halt gaben, den wir als sterbliche Wesen brauchen. Diese Rolle hat in der westlichen Welt fast unbemerkt die Wissenschaft übernommen: Sie erklärt uns nämlich nicht nur, wo wir herkommen, wie wir konditioniert und konstituiert sind, sondern dass jedes individuelle „Trans“ nur das Ergebnis biochemischer Hirnaktivität und damit illusionär ist. Die Frage Kants „Was kann ich hoffen?“ wird damit indirekt zerschmettert. Das Höhere, der Anteil an einer göttlichen Sphäre, ist demnach nur eine Einbildung. Jetzt ist alles möglich, nichts mehr verpflichtet uns zur Demut oder Rechenschaft, der Himmel steht offen — zumindest dem technisch Machbaren.

Unbewusst kämpft der Mensch gegen seine drohende Vergänglichkeit und will ihr etwas entgegensetzen, was ebenso machtvoll ist. Jede Unsterblichkeitsfantasie beruht darauf, und im Transhumanismus findet sie ihren technozentrischen Ausdruck.

Natürlich geht es auch beim Transhumanismus um Sinn. Das Internet ist ein Symbol dessen. Es ist nicht nur ein „Net“ im Sinne der Vernetzung der Welt, es ist auch ein Netz, das trägt: Es trägt mich virtuell, in all meinen Seins-Fragen, nur leider überlagert die elektronische Quelle der Antworten die innere.

Sinn kann aber nun nichts Trans-personales mehr sein. Zwar bleibt möglicherweise eine Nische für Privat-Spiritualität übrig, diese hat aber in den realen Lebensbezügen nichts mehr zu suchen. Sinn und Unsinn des Lebens ist keine Frage, welcher der Einzelne nunmehr ernsthaft gegenübersteht, da er sie gar nicht mehr beantworten muss – und damit ist der Sinn und schließlich die Existenz des Einzelnen auch nicht mehr von Bedeutung.

Humanismus vor Transhumanismus

Es liegt auf der Hand, dass eine gesunde Gesellschaft nur die Voraussetzung, nicht das Ergebnis jeder geplanter Menschen-Optimierung sein kann.

Kann Gedeihen einem Programm entspringen? Kann wirkliche Menschlichkeit im Sinne einer aufeinander bezogenen, respekt- und liebevollen Gesellschaft ihre Quelle in Algorithmen haben?

Ich glaube nicht, dass eine echte Conditio Humana den Leitwert derer bildet, welche diese Algorithmen programmieren. Diese müssen die Werte kennen und vertreten, aus denen diese Conditio gebildet wird. Sie muss dem Leben verpflichtet sein, und nicht versuchen, Leben durch Funktionieren zu ersetzen. Wenn Liebe, verstanden als aktives und verantwortungsvolles Bezogen-Sein der Mitwelt gegenüber, Ausdruck von Lebendigkeit ist, wie soll eine solche Qualität programmiert werden?

Wenn die Würde des Menschen durch seine Freiheit gebildet wird, muss zuerst diese Freiheit gewährleistet werden.

Der Transhumanismus möchte Fehler eliminieren. Er möchte Vollkommenheit in einem Sinn, den es in der Natur, der wir entstammen, nicht gibt. In dieser haben wir ein Recht auf Unvollkommenheit und „Fehler“ als Vorbedingung unserer eigenen Erfahrungsbildung. Wie können sich zentrale Eigenschaften des Seins wie Leidenschaft, Sehnsucht, Spontanität oder Kreativität in gesundem Rahmen entfalten, wenn sie in digitale Parameter eingehegt sind? Darüber muss gesprochen werden: Wieviel „Errechnetes“ wollen wir in unseren Gesellschaften? Wieviel „Wahr“ und „Richtig“ im obigen Sinne darf ins Private eindringen? Welche Werte, die auf einem rein skelettiertem wissenschaftlichen Verständnis beruhen, dürfen in unser Rechtsverständnis Eingang finden? Wie muss Leben und Bewusstsein gefasst und verstanden werden, um ein tragfähiges Menschenbild zu etablieren? In welchem Verhältnis steht der einzelne Bürger zum Kollektiv? Welches ist die Quelle intuitiver Sittlichkeit?

Ohne Diskurs zu diesen Fragen darf es keine selbstverständliche Entwicklung und Implementierung transhumanistischer Praxis geben. Echte Lösungen erfordern auch hier eine Lobby-freie und neutrale Forschung; die entsprechenden Wissenschaften müssen von finanziellen Interessen abgekoppelt und mit Geisteswissenschaften gekoppelt sein.

Aber auch hier obliegt die Verantwortung nicht allein bei den Machtinhabern und Systemarchitekten: Diese müssen nämlich als Delegationsträger von uns allen verstanden und als solche behandelt werden.

Zum Autor:

Marcus Zeller, Jahrgang 1973, ist Pädagoge. Er wuchs in einer christlich-fundamentalistischen Sekte auf. Nach seiner Ablösung daraus befasste er sich intensiv mit den psychologischen Mechanismen von Selbst- und Fremdmanipulation. Heute arbeitet er als Autor und Coach. Weitere Informationen unter ausstiegsberatung.com.

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bildquelle: Red Fox studio/ shutterstock

+++
Apolut ist auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommen Sie zu den Stores von Apple und Huawei. Hier der Link: https://apolut.net/app/

Die apolut-App steht auch zum Download (als sogenannte Standalone- oder APK-App) auf unserer Homepage zur Verfügung. Mit diesem Link können Sie die App auf Ihr Smartphone herunterladen: https://apolut.net/apolut_app.apk

+++
Abonnieren Sie jetzt den apolut-Newsletter: https://apolut.net/newsletter/

+++
Ihnen gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie hier: https://apolut.net/unterstuetzen/

+++
Unterstützung für apolut kann auch als Kleidung getragen werden! Hier der Link zu unserem Fan-Shop: https://harlekinshop.com/pages/apolut

Auch interessant...

Kommentare (9)

9 Kommentare zu: “Wegoptimierte Menschlichkeit | Von Marcus Zeller

  1. Ru Lai sagt:

    "Die Ideologie des Transhumanismus will uns von Fehlern befreien, von Krankheiten, im äußersten Fall gar von der „Zumutung“ der eigenen Sterblichkeit. Diese Aversion gegen unsere Fehlerhaftigkeit ist aber vielleicht der größte Fehler überhaupt."

    Der dahinter liegende noch größere, wesentlichere Fehler ist natürlich der Materialismus. Der T.humanismus betrachtet den Menschen als Materie, die beliebig programmiert werden kann.
    Geist, Seele, Gott – die gibt es in deren Weltbild nicht.

    Weshalb auch die Materialisten, ob historisch oder wissenschaftlich, als Wegbereiter des T.humanismus betrachtet werden müssen.

  2. Ralle002 sagt:

    Es gibt die ständige Suche nach dem Bibel-Code.

    Vermeintliche Sensation
    Warum der spektakuläre Bibel-Code in der Versenkung verschwand
    https://www.focus.de/wissen/experten/schmeh/vermeintliche-sensation-was-macht-eigentlich-der-bibel-code_id_4078786.html

    Jedenfalls behauptet es die Offenbarung, dass es das Lamm ist, das das erste Siegel aufbrechen wird.

    Nun sah ich, wie das Lamm das erste der sieben Siegel aufbrach.
    Offenbarung 6:1-17

    Die Prophezeiungen der Bibel passen zu anderen Prophezeiungen:

    …denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden“
    Mt 26,31

    Der gütige Mann mit dem schelmischen Blick und den schönen weißen Kleidern, euer Gottesmann, hustet und wird schwach.
    (Die Prophezeiungen des Schamanen Atuka hé)

    Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichristen gekommen. Daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist.
    1 Joh 2,18

    Die Papstprophezeiungen enden wie folgt:
    "In der äußersten Verfolgung der Heiligen Römischen Kirche wird der Römer Petrus regieren. Er wird die Schafe unter vielen Bedrängnissen weiden. Dann wird die Siebenhügelstadt zerstört werden, und der furchtbare Richter wird sein Volk richten."

    Beim derzeitigen Wirtschaftssystem ist der Mensch (nur) ein Produktionsfaktor.

    Der Mensch – ein Produktionsfaktor?
    Wer Menschen funktionalisiert, auf den Produktionsfaktor reduziert, beraubt sie um ihr soziales Glück.
    https://www.marketing-boerse.de/fachartikel/details/der-mensch–ein-produktionsfaktor/46493

    Immer wieder wird beanstandet:
    Das BIP ist hoffnungslos materialistisch

    Beim derzeitigen Wirtschaftssystem ist jedenfalls der Sinn der Arbeit auf das Geld verdienen reduziert.

    So verschwendest du dein Leben:
    ARBEITEN, NUR UM GELD ZU VERDIENEN
    http://www.earthcity.de/so-verschwendest-du-dein-leben/

    Die SZ setzt auf Maschinen, weil sie angeblich Arbeitsplätze "schaffen".

    Maschinen schaffen mehr Jobs als sie vernichten
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automatisierung-jobs-roboter-1.4278998

    Beim Kapitalismus gibt es aber vor allem eine immer größer werdende Konsumlücke.
    Die Linke will dieses Problem insofern mit einer Ausweitung des Staatskonsums lösen.

    Gesine Lötzsch: „Schuldenbremse in die Krise hinein“

    Hierzu:
    Links blinken, rechts abbiegen
    Ich behaupte es abweichend, dass Geld sich gar nicht für einen Wirtschaftswettbewerb eignet.
    Im Kapitalismus sorgt jedenfalls der immer schneller ansteigende Geldbesitz einzelner Personen dafür, dass es dann letztlich alle anderen Personen sind, die jetzt insofern ihre Schulden (wegen der Geldentstehung als Schuld) nicht wieder zurückzahlen können.

    Jean Ziegler: Die größten Konzerne haben mehr Macht, als je ein Kaiser oder König hatte
    https://kontrast.at/jean-ziegler-kapitalismus-neues-buch/

    Bei der heutigen Parteienfinanzierung gibt es aber das große Problem, dass es ausgerechnet die Wenigen bzw. die großen Konzerne sind, die das heutige Parteiensystem finanzieren.

    Bundestagswahl:

    FDP und Grüne erhielten im Wahljahr meiste
    Insgesamt flossen in diesem Jahr fast elf Millionen Euro per Großspenden in die Kassen der Bundestagsparteien. Die meisten erhielt die FDP, gefolgt von den Grünen.
    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-09/bundestagswahl-grossspenden-gruene-fdp-partei

    Bei uns werden Wahlen daher mit nicht zu Ende gedachten Inhalten gewonnen:

    FR, 04.08.2022
    Christian Lindner will Schuldenabbau in EU verbindlich machen
    https://www.fr.de/politik/christian-lindner-schuldenabbau-schulden-eu-deutschland-fdp-news-91705966.html

    Im Schuldgeldsystem ist jedoch der Schuldenabbau gar nicht möglich, weil Geld als solches eine Schuld ist.
    Jedenfalls hat die EZB ihre Geldschleusen seit Ende 2011 weit geöffnet und Herr Lindner will jetzt ernsthaft auch noch Schulden abbauen?

    Die Banken haben im Schuldgeldsystem auch nur begrenzte Möglichkeiten, um die Schuldschein-Funktion unseres Geldes zu simulieren.

    Unser Geld funktioniert jedenfalls deshalb wie eine Art Schuldschein, weil Geld einerseits eine Schuld gegenüber einer Bank ist und andererseits seine Bezahlfunktion im Zahlungsverkehr hat.

    Wer also mit Geld bezahlt, der "verschuldet" sich sowohl gegenüber einer Bank als auch gegenüber einem Zahlungsempfänger. Insofern gibt es beim Bezahlen mit Geld keinen direkten Schuldenausgleich zwischen dem Zahlenden und dem Zahlungsempfänger.

    Vielmehr ist der Schuldenausgleich beim Bezahlen nur mit der gleichzeitigen Schuld gegenüber einer Bank möglich.

    Diese "doppelte Schuld" des Geldes, sowohl eine Schuld gegenüber einer Bank als auch eine Schuld gegenüber dem Zahlungsempfänger zu sein, führt dann dazu, dass dummerweise Ultrareiche diese "doppelte Schuld" extrem leicht schultern können, während Existenzgründungen ständig scheitern.

    Ähnlich wie die anderen wählerstarken Parteien punktet etwa Die Linke mit einer hohen Talkshow- oder Internet-Präsenz.
    Wir benötigen jedoch nicht bloße Mehrheiten im Parlament, sondern vor allem auch Inhalte.
    Unsere im Bundestag vertretenen Parteien liefern vor allem auch keine Problemlösungen jenseits des heutigen Geldes.
    Die Gretchenfrage ist es insofern, welche Alternativen es für das heutige Fiatgeld gibt.

  3. Zara Trusta sagt:

    Also
    Man darf vor allen nicht übersehen, dass auch das der Verarche und Verunsicherungs-Verblödung dient.
    Die gegenderten Telepupies werden besonders empfänglich dafür sein.
    Eine seriöse Diskussion darüber zu führen ohne den Begriff selbst zu zerlegen, ist im Grunde sinnlos.
    Gleiches ,wie CP ,also ´Computing Power´, als AI zu bezeichnen. .
    Damit spricht man Dir die Intelligenz ab, weiter nichts , denn mit Intelligenz hat solch AI bzw. CP nichts gemein.
    Was einem menschlichen Organismus eingepflanzt wird, ist und bleibt ein Fremdkörper.
    Seit Menschen Bezugssysteme entwickeln, die den Verstand anderer beherrschen sollen, ist es im Grunde unvermeidlich Systemtheorie zu lehren ,lernen und zu beherrschen.
    Intelligenz bedeutet ursprünglich die Fähigkeit so zu koordinieren ,dass man sich bottom-up als Individuum und Gemeinschaft zu organisieren versteht. Der intelligente Mensch ist grundsätzlich FREI.

  4. Grim Wendigo sagt:

    Transhumanismus ist eine faszinierende und zukunftsweisende Idee. Man muss halt nur a) Freiwilligkeit und b) den Nutzen für das Individuum und nicht 'das System' gewährleisten.
    PS: wir sind doch ohnehin schon alle 'verwertet'.
    PPS: die hier propagierte Freiheit ist wohl eher die Freiheit von Verantwortung, kann das sein?
    PPPS: andersherum wird ein Schuh draus, Musk: es wird niemals eine 'Maschine' geben, die den Menschen tatsächlich schlagen kann. Es gibt halt nur auch noch garkeine Menschen. Gell, Zarathustra? Genaooo!

    • Ru Lai sagt:

      Netzfund. Meines Erachtens ein sehr weiser Mensch. Er hat sich seine Schlichtheit und Einfachheit bewahrt.
      Und vor allem: Er sieht. Er weiß, wer er ist.

      "
      Wenn die Menschen mal die Äuglein aufmachen würden, würden sie sehen, dass sie ihr ganzes Leben von nicht menschlichen/nicht-Wesen regiert werden; sondern von einem System, einem Programm.
      Unabhängig von der derzeitigen Situation mit Krieg, Klima und Corona. Dieses System ist ein datenverwaltenes System. Menschen sind für das System bloß Datensätze. Es kennt keine Gefühle. Es ist emotionslos und gefühllos. Es funktioniert einfach. Wir leben in dieser KI-Matrix. (…) In diesen Systemen und Kontrollstrukturen (unabhängig von der aktuellen Lage) bestimmen keine beseelten, spirituellen, kosmischen Wesen. Es bestimmen seelenlose KI Programme , Computer, Roboter, Maschinen.

      Sie ticken eben rein analytisch.

      Ihr System ist nicht darauf ausgelegt für spirituelle Wesen zu sein. Sie verstehen Spiritualität nicht, weil es Maschinen sind. Dieses System, diese computerüberzogene Welt und Roboter-Menschen : sie fühlen nichts, sie nehmen nichts wahr.
      Das ist keine Theorie.
      Man muss nur mit offenen Geist durch die Welt laufen. Schaut euch nur den ganzen Papierkram an. Die Behörden, Ämter, Institutionen. Dort bestimmen keine spirituellen Wesen, sondern reine Programme. Die gesamte Bürokratie ist etwas Unmenschliches. Es ist nichts, was ein spirituelles Wesen tun würde. Das sind alles emotionslose Computer die Daten verwalten. In Papierform, in Schriftform, in einem KI-Bewusstsein.

      Die Wahrheit ist für den offenen Geist sichtbar. Nicht ganz besondere Menschen erkennen die Wahrheit. Wer die Lüge nicht als Lüge erkennt, der hat scheinbar gar keine Seelenanteile mehr in sich. Ein spiritueller Geist sieht die künstliche Matrix. Und wer sie nicht sieht, hat sich verloren. Manchmal ist es schwierig, sich wieder zu finden; das muss man immer wieder von neuem tun. Ich bemühe mich ein spirituelles Bewusstsein zu bleiben und nicht nach KI-Bewusstsein zu denken und zu handeln. KI Bewusstsein bedeutet rein analytisch ohne Gefühle, total emotionslos. Diese gefühlskalten Wesen sieht man überall.
      "

      Und sie kommentieren und werben für ihre mausetote Vision, als ob es um das Leben ginge.

      Viel Spaß, Mr. Grim, in Ihrer zukünfigen, faszinierenden Welt als Datensatz ohne Bewußtsein und Seele.

  5. cumbb sagt:

    Transhumanismus, das Konzept, der Gedanke: Folge der Undenkbarkeit der eigenen Nichtrelevanz;-)

    • cumbb sagt:

      "Sein", "Existenz" "ist" nur "different", "kontrastiv"; "begrenzt".
      Der Wunsch "unendlichen Seins" entspricht der "Entgrenzung": Aufhebung von "Sein", "Existenz" –
      ein "Konzept", ein "Gedanke" von "Idioten"-)

  6. Andreas I. sagt:

    Hallo,
    Nietzsche ist ein anschauliches Beispiel, denn der Zusammenhang von seiner Kindheit, seinen Aussagen in seinen Schriften und seinem "Lebensabend" als schreiender "Irrer" wurde analysiert von Alice Miller in "Der gemiedene Schlüssel".
    Bei Transhumanismus ist der Kern, dass der Mensch ungenügend sei.
    (Das wirft die Frage auf: ungenügend wofür? Und schon fällt das Kartenhaus zusammen.)
    Auffallend ist m.E. die Parallele zu (schwarzer) Pädagogik, dass das Kind ungenügend sei. Denn wenn das Kind genügend ist, wozu dann überhaupt Pädagogik, das Kind erziehen usw.?!
    Wenn ein Kind von seinem gesamten Umfeld ausschließlich erlebt, dass es als ungenügend betrachtet wird, dann verinnerlicht das Kind das.
    (Wenn irgendjemand da ist, der das Kind so annehmen kann, wie es ist (Oma, Opa, Geschwister, Freunde), dann erlebt das Kind auch etwas anderes … )

    Entsprechend sieht man am Grad von Transhumanismus in einer Gesellschaft den Grad an (schwarzer) Pädagogik in einer Gesellschaft bzw. wie in einer Gesellschaft Kinder betrachtet werden.

  7. Kiristal sagt:

    Pharaonenwahn – muss weh tun so viel Geld/Macht/Privilegien zu haben und trotzdem sterben zu müssen. Währenddessen liefert China die ersten 350km/h Züge nach Indonsesien aus.

Hinterlassen Sie eine Antwort