In zwei Wochen finden in den USA am 03. November 2026 die sogenannten Midterms (Zwischenwahlen) statt. (1) Laut der Prognosen und Umfragen sieht es für den amtierenden US-Präsidenten, Donald J. Trump nicht gut aus.
Ein Kommentar von Claudia Töpper.
Zwischenwahlen in den USA
Bei den Zwischenwahlen wird eine Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat gewählt. Beide zusammen bilden den US-Kongress, also das Parlament und beide müssen Gesetzen zustimmen, damit diese verabschiedet werden können.
Eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus würde bedeuten, dass die Demokraten oder Republikaner mindestens 218 Sitze von insgesamt 435 Sitzen erreichen. Für eine Mehrheit im Senat müsste eine Partei genügend der zur Wahl stehenden Sitze gewinnen, um die Kontrolle über die Kammer zu übernehmen. Bei den diesjährigen Midterms stehen im Senat von insgesamt 100 Sitzen 35 Sitze zur Wahl. Insgesamt muss eine Partei 51 Sitze haben, um die Mehrheit im Senat zu erhalten. Die aktuelle Ausgangslage vor der Wahl ist, dass die Republikaner im Senat 53 Sitze haben und die Demokraten mit ihren verbündeten Unabhängigen 47 Sitze. Das heißt, die Demokraten müssten bei den diesjährigen Midterms 4 Sitze dazu gewinnen, um die Mehrheit im Senat zu erhalten. Bei den Midterms 2026 werden im Repräsentantenhaus alle 435 Sitze neu gewählt.
Die Ergebnisse in den Umfragen sind gemischt. Einige Umfragen sehen eine Mehrheit der Republikaner im Senat und eine neue Mehrheit der Demokraten im Parlament.(2) Eine klare Bestätigung der Republikaner und damit des amtierenden US-Präsidenten, Donald J. Trump zeigen die Umfragen damit aktuell nicht.
Diesel-Deal scheint fehlzuschlagen
Diese Situation kurz vor den Midterms ist vermutlich auch der Grund für den Russisch-Amerikanischen Diesel-Deal, den Trump und der russische Präsident, Wladimir Putin am 09. Oktober 2026 verabschiedet haben.(3) Diese Maßnahme sollte die Spritpreise kurz vor den Wahlen deutlich senken und Trump somit Wählerstimmen verschaffen.(4)
Die EU und die Ukraine scheinen jedoch alles daran zu setzen, den Diesel-Deal zwischen Russland und den USA scheitern zu lassen. In der vergangenen Woche, neun Tage nach dem Bekanntwerden des Diesel-Deals, griff die Ukraine den Hafen von St. Petersburg in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2026 mit Drohnen an. Dabei wurden unter anderem ein Ölterminal im Hafen und weitere Energie- und Logistikanlagen getroffen.(5)
Von diesem Hafen aus sollte das russische Öl nach Amerika transportiert werden. Da dies nun die Lieferungen erschwert, erreicht Trump sein Ziel, kurz vor der Wahl die Spritpreise zu senken und dadurch Wählerstimmen zu generieren, vermutlich nicht.(6)
Drohende Eskalation im Iran?
Dies ist möglicherweise ein Grund, warum scheinbar eine erneute Eskalation im Irankrieg unmittelbar geplant ist und bevorsteht. Seit dem 22. Oktober 2026 ziehen die USA ihre Diplomaten aus den Golfstaaten ab.(7) Das US-Außenministerium ordnete die Ausreise bestimmter Diplomaten und Familienangehöriger an. Die Ereignisse in der Vergangenheit haben oft gezeigt, dass dies ein untrügliches Zeichen für einen bevorstehenden Angriff sein kann. Unter den aktuellen Umständen ist es durchaus denkbar, dass Trump versucht, durch einen harten Schlag gegen den Iran, Wählerstimmen in den USA zu gewinnen.(8)
Präsidentschaftswahlen in Israel
Parallel dazu finden am heutigen Dienstag, den 27. Oktober 2026 in Israel Parlamentswahlen zur 26. Knesset statt.(9) Diese Wahl entscheidet, ob der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen Posten behält oder ob eine neue politische Mehrheit entsteht. Die Wahl ist entscheidend für das Verhältnis zwischen Israel und den USA, dem Krieg im Nahen Osten und für die Politik mit Palästina.(10) Zur Wahl stehen unter anderem die Partei von Benjamin Netanjahu: Likud, welche nationalkonservativ und rechts eingestuft wird und die Partei von Gadi Eisenkot: Yashar, die zentristisch eingestuft wird.(11) Eisenkot ist der ehemalige Generalstabschef der israelischen Streitkräfte und gilt als einer der wichtigsten Herausforderer Netanjahus.
In Israel steht der Ministerpräsident nicht direkt zur Wahl, sondern es werden Parteien und deren Kandidatenlisten gewählt. Anschließend muss sich eine Regierung bilden, die im Parlament ausreichend Unterstützung erhält. Die Knesset hat 120 Sitze, für eine absolute Mehrheit sind 61 nötig.(12)
Die vor der Wahl veröffentlichten Umfragen sehen ein enges Rennen zwischen Netanjahus Lager und der Opposition um Eisenkot. Jedoch kann sich keine Seite sicher sein, die für eine stabile Regierung nötigen 61 Sitze zu erreichen.(13)
Kommentar
Könnten die Wahlen in Israel und den USA bedeutend für die politische Weltbühne sein? Falls die Republikaner keine Mehrheit erreichen, ist Trump außenpolitisch faktisch Handlungsunfähig und für Netanjahus Pläne, bezüglich des Irankriegs, das iranische Regime endgültig zu stürzen, sähe es schlecht aus.(14) In einem Interview vom 19. Oktober 2026 erklärte er:
„Wir haben noch zwei Jahre in der Amtszeit meines Freundes Präsident Trump, und genau dies ist die Zeit, um unsere Hauptaufgaben an allen Fronten zu erfüllen.“
Zuvor erklärte er, dass Israel momentan gegen folgende sieben Länder Krieg führe: den Gazastreifen, das Westjordanland, den Libanon, Syrien, den Irak, den Iran und den Jemen.(15)
Des Weiteren sähe es auch für einen Frieden im Ukrainekrieg schlecht aus. Schließlich hat sich Trump in dieser Angelegenheit um einen Frieden bemüht, auch, wenn er in der Vergangenheit als Vermittler immer wieder eher als Spielball für den ukrainischen Präsidenten, Wolodymyr Selenskyj und Putin fungiert hat, statt standfest und neutral aufzutreten. Dennoch sollen die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. So ist vom 19. bis 20. November ein trilaterales Treffen zwischen Xi Jinping (China), Donald Trump (USA) und Wladimir Putin (Russland) am Rande des APEC in China geplant.(16) Da dieses Treffen jedoch erst nach den Midterms stattfinden soll, ist unklar, ob dieses Treffen tatsächlich ein entscheidender Schritt zu einem Frieden in der Ukraine ist oder ob sich hier drei Mächte gegen die EU verbünden oder ob sich an der jetzigen Situation nichts ändert. Denn, sollten die Republikaner im Parlament keine Mehrheit erreichen, hat Trump außenpolitisch praktisch keinerlei Handhabe mehr, da ihm die Mehrheit im Parlament fehlt. In diesem Fall wäre es also fraglich, ob das geplante Treffen zwischen den drei Ländern überhaupt stattfinden würde.
Ein weiteres interessantes Szenario könnte folgendes sein. Sollten die Republikaner und somit Trumps Partei die Mehrheit im Parlament verlieren, könnte ihm ein Impeachmentverfahren (Amtsenthebungsverfahren) drohen. Dies könnte dazu führen, dass der jetzige US-Vizepräsident, J.D. Vance im Sommer den Platz als Präsident einnimmt. Sollte dies der Fall sein, ist es fraglich, ob die sieben Angriffskriege die Israel momentan führt, weiter geführt werden, und Netanjahu, sollte er heute die Wahl für sich entscheiden, seine Kriegsziele erfüllt. J.D. Vance hatte sich im Sommer 2026 vehement für ein Friedensabkommen mit dem Iran eingesetzt und sich damit gegen Donald Trump gestellt. Zudem hat er Benjamin Netanjahu scharf kritisiert.(17) Jedoch gilt Peter Thiel, Tech-Milliardär und Mitgründer von PayPal als einer der wichtigsten Förderer von Vance. Thiel unterstützte ihn finanziell beim Einstieg in die Politik. Zudem arbeitete Vance früher bei Thiels Investmentfirma Mithril Capital. Dies zeigt, dass auch Vance die Agenda 2030 weiter vorantreiben würde.
Dies ist unserer Welt nicht zu wünschen. Es wird Zeit, dass auf der Erde und in den Menschen Vernunft und Frieden einkehrt und der Ruf nach Frieden nicht als rechtsextremistisch gelabelt wird, wie es aktuell durch die Politiker in Deutschland leider der Fall ist. Wer hätte gedacht, dass nach dem 2. Weltkrieg die Menschen, die sich nach Frieden sehnen und den Frieden einfordern, als Feinde betrachtet werden und dies auch noch bei den Menschen Anklang findet.
Die Erfahrung in den letzten Jahren zeigt jedoch auch, dass es bisher kaum einen Unterschied gemacht hat, wer gewählt wird. Die vorgeschriebene Agenda 2030 wird in jedem Fall weitergeführt. Und sollte doch aus Versehen jemand gewählt werden, der diese nicht verfolgt, werden die Wahlstimmen so manipuliert, dass der gewählte sein Amt nicht antreten kann. Das jüngste Beispiel ist die Präsidentschaftswahl in Brasilien. Hier wurde nach dem regulären Wahlende um 17:00 Uhr durch den Verfassungsrichter Cristiano Zanin die Abstimmung landesweit um zwei Stunden verlängert. Diese Verlängerung kam jedoch so abrupt, dass zahlreiche Wahllokale davon erst um 17.49 Uhr in Kenntnis gesetzt wurden. Fast eine Stunde nach dem offiziellen und regulären Wahlende. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits viele elektronische Urnen endgültig geschlossen und konnten nicht wieder geöffnet werden. Während einige Wahllokale also bis 19 Uhr weiterwählen ließen, standen Bürger andernorts trotz der angekündigten Verlängerung vor verschlossenen Türen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, wer die Wahlverlängerung beschlossen hat. Hierbei handelt es sich nämlich um den früheren Anwalt von Lula da Silva, der mit 51,79 Prozent der Stimmen nun zum Sieger der brasilianischen Präsidentschaftswahl erklärt worden ist.(18)
Quellen und Anmerkungen
(1) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/midterms-umfragen-trump-100.html
(2) https://www.pollingforecast.com/us; https://www.rasmussenreports.com/public_content/politics/mood_of_america/generic_congressional_ballot_oct26; https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/midterms-umfragen-trump-100.html; https://votes.decisiondeskhq.com/forecast/2026
(5) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-krieg-angriffe-st-petersburg-100.html
(7) https://www.axios.com/2026/10/24/iran-war-us-embassies-evacuations-threat
(12) https://eprs.europarl.europa.eu/EPRS_ATA(2026)796983
(13) https://eprs.europarl.europa.eu/EPRS_ATA(2026)796983
(14) https://www.washingtonpost.com/world/2026/10/22/netanyahu-says-us-israel-must-topple-iranian-regime/
(15) https://en.vestikavkaza.ru/news/Netanyahu-to-end-Israel-military-conflicts-before-US-presidential-election.html; https://www.aljazeera.com/amp/news/2026/9/24/benjamin-netanyahu-attacks-israels-enemies-and-allies-in-un-speech
(17) https://currently.att.yahoo.com/att/vance-tough-talk-israel-alienating-090000044.html; https://www.politico.com/news/2026/06/27/israel-problem-bigger-jd-vance-00978621
(18) https://t.me/auf1tv/22039
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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: WASHINGTON D.C., USA – 7. April 2025: US-Präsident Donald Trump trifft sich im Weißen Haus in Washington D.C. mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu.
Bildquelle: noamgalai / shutterstock
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