Telegram: Warum die Bundesregierung zum Lukaschenko-Versteher werden müsste | Von Thomas Röper

Ein Kommentar von Thomas Röper.

Weißrussland wurde vom Westen vorgeworfen, gegen Telegram-Kanäle vorzugehen. Nun fordert der deutsche Justizminister das Gleiche, und auch noch mit den gleichen Argumenten. Verkehrte Welt?

Nach den Präsidentschaftswahlen in Weißrussland 2020 hat der Westen Fälschungsvorwürfe erhoben und die Proteste gegen den gewählten Präsidenten Lukaschenko angefeuert. Da die Proteste in Minsk vor allem über einige Telegram-Kanäle mit Sitz in Polen gesteuert wurden, hat Weißrussland diese Telegram-Kanäle im Land als extremistisch eingestuft und versucht, sie zu verbieten. Im Westen wurde das letztes Jahr als Einschränkung von Menschenrechten und Unterdrückung kritisiert und Telegram als eine Art Hort von Freiheit gefeiert.

Nun jedoch fordert der deutsche Justizminister exakt das gleiche Vorgehen gegen Telegram, das der Westen gerade noch in Weißrussland kritisiert hat. Und plötzlich wird Telegram auch in westlichen Medien als „Gefahr für die Demokratie“ bezeichnet. Was ist bei diesen Geschichten vergleichbar und was nicht?

Die deutschen Vorwürfe

Die FAZ berichtet unter der Überschrift „Buschmann fordert europäische Maßnahmen gegen Telegram“ über die Gründe für die Forderungen des neuen deutschen Justizministers: 

„In den vergangenen Monaten ist der Messengerdienst Telegram in den Fokus der Diskussion gerückt, weil sich dort neben vielen normalen Nutzern auch Verschwörungstheoretiker, Kriminelle und Rechtsextreme austauschen. Sie tun dies über Direktnachrichten, aber auch in öffentlichen Kanälen oder Chatgruppen, die mehr als hunderttausend Teilnehmer haben. Dort werden immer wieder Menschen eingeschüchtert und beleidigt. Gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer sollen auch Mordabsichten geäußert worden sein.“

Das sind zum Teil die gleichen Kritikpunkte, die auch in Minsk vor einem Jahr geäußert wurden. Auch dort waren der Stein des Anstoßes „Kanäle und Chatgruppen, die mehr als hunderttausend Teilnehmer“ hatten und die zu verbotenen Demonstrationen und sogar offen zu einem Staatsstreich aufgerufen haben. Das waren also wesentlich radikalere Gruppen als die, über die sich die deutsche Regierung beschwert. 

Und dass „immer wieder Menschen eingeschüchtert und beleidigt“ werden, ist geradezu niedlich im Vergleich zu dem, was die aus Polen gesteuerten Telegram-Kanäle der weißrussischen Opposition vor einem Jahr veranstaltet haben. Die weißrussische Opposition hatte sogar einen Kanal, in dem sie offen ein „Schwarzbuch Weißrusslands“ geführt hat. Dort wurden Wohnadressen von weißrussischen Journalisten und Polizisten veröffentlicht und es wurde gedroht, man könne sie besuchen kommen und sich an ihren Kindern vergreifen. Das waren Morddrohungen gegen Journalisten und Polizisten und sogar gegen deren Familien. 

Das wäre so, als wenn Telegram-Kanäle in Deutschland die Wohnadressen der Chefredakteure der großen deutschen Zeitungen und der Nachrichtensprecher von ARD und ZDF mit der Empfehlung veröffentlichen würden, ihnen und ihren Familien etwas anzutun. So ein Vorgehen ist hochkriminell, aber der Westen hatte nichts daran auszusetzen, dass die weißrussische Opposition Angst und Schrecken verbreitet hat. 

Für den deutschen Justizminister sind schon Beleidigungen auf Telegram Grund genug, gegen Telegram vorzugehen. Da war die böse weißrussische Diktatur wesentlich geduldiger, denn Beleidigungen auf Telegram gegen Unterstützer von Lukaschenko sind dort seit Jahren an der Tagesordnung, dort ging es um Morddrohungen, wovon wir in Deutschland (vielleicht von ganz wenigen Ausnahmen) Gott sei dank weit entfernt sind.

Extremismus und Drogen

Weitere Vorwürfe erhebt der deutsche Justizminister gegen Telegram, weil über Telegram auch Drogen verkauft werden und weil dort radikale Chatgruppen zum Beispiel des IS existieren, wobei Telegram anscheinend zumindest gegen letztere vorgeht und sie löscht. Die FAZ schreibt:

„Im Kampf gegen Radikalisierung und Hetze im Netz hat sich Bundesjustizminister Marco Buschmann für ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen die Online-Plattform Telegram ausgesprochen. Dies mache auf die Betreiber von Telegram „mehr Eindruck, als wenn das jedes Land allein versucht“, sagte der FDP-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Beim Umgang mit dem IS (Islamischen Staat) ist es auf diese Weise gelungen, dass die Kanäle der Terrororganisation einfach abgestellt wurden.““

Justizminister Buschmann fordert, dass die EU gemeinsam gegen Telegram vorgehen solle, um den Messengerdienst dazu zu bringen, Kanäle abzuschalten, die offen illegal sind, weil dort mit Drogen gehandelt wird oder weil sich dort Islamisten vom IS absprechen.

Als Russland vor einigen Monaten im Streit mit Twitter lag, ging es um exakt die gleichen Vorwürfe. Twitter hatte in Russland Kanäle, auf denen mit Drogen gehandelt wurde, in denen Kinderpornografie zu finden war und außerdem noch radikale Kanäle, die verfassungsfeindlich unterwegs waren. Als Russland mit Twitter deswegen im Streit lag und drohte, Twitter in Russland vom Netz zu nehmen, wenn diese illegalen Inhalte nicht gelöscht werden, haben westliche Medien und Politiker Russland vorgeworfen, die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen. 

Die Unterschiede 

Wir sehen, dass die Vorwürfe, die der deutsche Justizminister gegen Telegram erhebt, ziemlich identisch mit denen sind, die auch Weißrussland und Russland gegen Telegram und andere soziale Netzwerke erheben. Obwohl die Vergehen, die über Telegram begangen werden oder zu denen über Telegram aufgerufen wird, in Russland und Weißrussland wesentlich schlimmer waren als das, was man Telegram (bisher) in Deutschland vorwirft, hat man im Westen keinerlei Verständnis dafür, wenn Russland und Weißrussland gegen Telegram und andere soziale Netzwerke vorgehen.

Hinzu kommt ein weiterer großer Unterschied: Die Telegram-Kanäle, die in Weißrussland und Russland zu Protesten aufrufen, sitzen im Ausland und werden aus dem Ausland bezahlt und organisiert. In Deutschland gibt es keinerlei Hinweise (und auch keine Vorwürfe), dass die regierungskritischen Telegram-Kanäle aus dem Ausland finanziert, befeuert oder organisiert werden.

Jedes Land hat laut Völkerrecht das Recht dazu, sich gegen Einflüsse aus dem Ausland zu wehren. Auf dieses Recht pocht der Westen selbst ständig, wenn er mal wieder (unbelegte) Vorwürfe erhebt, Russland oder China würden sich in irgendeine Wahl einmischen. Aus irgendwelchen Gründen gesteht der Westen Russland, Weißrussland und anderen Staaten aber nicht das Recht zu, was der Westen für sich selbst in Anspruch nimmt.

Die Proteste und radikalisierten Telegram-Kanäle in Deutschland sind nicht aus dem Ausland angefeuert worden, sie sind das Ergebnis der deutschen Politik, sie sind – im Gegensatz zu Russland und Weißrussland – hausgemacht. In Weißrussland war die Opposition aus dem Ausland, genauer gesagt aus Polen, gesteuert und Nawalny in Russland ist ebenfalls ein Produkt des Westens, der – nachweislich – aus dem Westen finanziert und unterstützt wurde. 

Wie groß wäre wohl das Geschrei in Politik und Medien in Deutschland, wenn Russland oder China die Reichsbürger oder Querdenker finanziell und organisatorisch unterstützen und auch offen anfeuern würden?

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 22. Dezember 2021 auf dem Blog anti-spiegel.

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Bildquelle: Allmy / shutterstock

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Kommentare (16)

16 Kommentare zu: “Telegram: Warum die Bundesregierung zum Lukaschenko-Versteher werden müsste | Von Thomas Röper

  1. Wem noch schlecht ist und wer noch Magenschmerzen hat, nachdem er oder sie die Neujahrsansprachen unserer obersten Marionetten angehört haben, kann sich auch mal eine gute Neujahrsansprache anhören, wie z.B. die von Eugen Drewermann:
    https://www.youtube.com/watch?v=ei3NWeRgTE0

  2. Irwish sagt:

    Das kranke System, in dem wir leben

    Wie ich bereits in meinem letzten Kommentar hier (1) beschrieben habe, stellen all die verworrenen und verwirrenden gesellchaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Ereignisse im Grunde nur Symptome dar. Es ist zwar wichtig für all jene, die noch immer an das gesellschaftlich-wirtschaftlich-politische System des Kapitalismus glauben, auch solche Informationen aufzunehmen und dadurch erkennen zu können, daß es sich hier um ein menschen- und damit lebensfeindliches System handelt. Doch sollte die Erkenntnis nicht an diesem Punkt enden, denn das ist erst die Spitze des tödlichen Eisbergs, den man gewöhnlich übersieht.

    Dieses System ist nicht darauf angelegt, den Menschen auf diesem Planeten ein angenehmes Leben in bescheidenem Wohlstand zu ermöglichen, und auch nicht dazu, das Leben aller anderen auf diesem Planeten lebenden Wesen zu gewährleisten. Ganz im Gegenteil dient es dazu, einer winzigen Minderheit von Geldmächtigen – Reichen und Superreichen (2) ihre Macht über den Rest der Welt sichern und ausweiten zu können. Das gilt mehr oder weniger für alle Nationalstaaten dieser Welt; mir ist derzeit keine Nation bekannt, in der dieses System nicht vorherrschend ist, in der also nicht Kaufkraft und damit Wohlstand von unten nach oben geschaufelt wird. Ferdinand Lundberg weist schon aus den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts starke kriminelle Energien beim Aufbau von Geldmacht via Konzernmacht nach:

    —– Zitat-Anfang —–
    Auf der ewigen Suche nach dem ganz großen Geld werden häufig dunkle Seitenstraßen benutzt, die wir nun etwas näher untersuchen wollen. In den letzten Jahren sind sachkundige Beobachter zu dem Schluß gekommen, die organisierte Unterwelt sei ein wahres Treibhaus für neue Vermögens-Ballungen von bedrohlichen Ausmaßen. (weiterlesen im Buch)
    —– Zitat-Ende —–

    Auch der deutsche Reichtumsforscher Hans-Jürgen Krysmanski widmet sein Buch (3) der Untersuchung jener winzigen Minderheit, die die Welt mit ihrer Geldmacht brutal an der Kandarre hält:

    —– Zitat-Anfang —–
    Welche Gruppen, Schichten, Organisationen steuern den Globalisierungsprozeß? Wer sind die Global Players? Nicht erst seit dem 11. September 2001 gibt es darauf viele Antwortversuche, darunter wilde Gerüchte und Verschwörungstheorien. Der Soziologe Ralf Dahrendorf spricht von einer neuen »globalen Klasse«, andere sehen die Illuminaten am Werk. Autoren wie Michael Hardt und Antonio Negri entwickeln in ihrem Buch EMPIRE ein neues Konzept von Geopolitik. Soziologen entdecken den Begriff der Machtelite wieder. Kein Zweifel kann daran bestehen, daß viele Angehörige der »globalen Klasse« US-amerikanische Pässe besitzen. Ich zeichne den Aufstieg der amerikanischen Machteliten zu ihrer gegenwärtigen beherrschenden Position nach. Und frage abschließend nach Politikmöglichkeiten.
    —– Zitat-Ende —–

    In einem von Roland Tichy empfohlenen (4) Buch schreibt der Autor Douglas Murray davon, daß man die Ursachen nicht sehe, sondern immer nur die Symptome:

    —– Zitat-Anfang —–
    Wir befinden uns inmitten einer großen Verwirrung der Massen. Privat wie öffentlich, online wie offline verhalten sich Menschen zunehmend irrational, emotional, herdenartig und schlicht unangenehm. Die Nachrichten berichten immer wieder von den Folgen eines solchen Verhaltens. Erstaunlicherweise sehen wir zwar die Symptome, nicht aber die Ursachen. Es kursieren verschiedene Erklärungen dieses Phänomens, die allesamt den Schluß nahelegen, daß dieses Chaos maßgeblich durch den Ausgang einer Präsidentschaftswahl (in den Vereinigten Staaten) oder einer Volksabstimmung (im Vereinigten Königreich) verursacht sei. Doch keine dieser Erklärungen erfaßt das eigentliche Problem. Hinter diesen alltäglichen Ereignissen stecken größere Bewegungen und weitreichendere Geschehnisse. Es ist an der Zeit, sich genauer anzusehen, weshalb zurzeit einiges schiefläuft.
    —– Zitat-Ende —–

    Daß Menschen, die nicht wirklich – d.h. nur theoretisch auf dem Papier, faktisch jedoch nicht – sich selbst gehören, weil sie den größten Teil ihres Lebens fremdbestimmt verbringen (müssen?), im Grunde (moderne) Sklaven sind, kann kaum betritten werden. Alle Weltreiche der Vergangenheit, der Antike wurden auf den Schultern von Sklaven errichtet. Sklaven sind Menschen, die man gefangen hält, um ihre Arbeitskraft auszubeuten. Den Sklavenhaltern gelten sie als Untermenschen und im Falle der nach den USA deportierten Afrikaner sogar als Halbaffen. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts galten »Neger« in den USA als derart minderwertig, daß man sie hochoffiziell auszurotten gedachte. Bereits im Vorwort seines Buches (5) schreibt der bekannte Autor Hermann Ploppa, wie er darüber erschrak, als er folgendes erkennen mußte:

    —– Zitat-Anfang —–
    Als ich dieses Buch schrieb, wollte ich eigentlich nur das Wissen der interessierten Öffentlichkeit um eine Reihe neuer Fakten und Argumente bereichern. Nun stellt sich jedoch für mich heraus: ich habe in ein Wespennest gestochen. Ich fand heraus, dass Schrecklichkeiten wie z.B. Eugenik, Euthanasie, Rassenaufartung, Aufnordung, „Eliminierung“ unerwünschter Existenzen keine originelle Erfindung deutschen Schaffensdranges darstellen. Dass vielmehr bereits am Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts in den USA durch Öffentlich-Private Partnerschaft von Stiftungen, Universitäten und Regierung ein ausgefeilter Plan zur Rassenaufartung sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für die ganze Welt existierte. Das war offensichtlich zu viel für deutsche Verlagsicktoren. Sie betrachteten mein Exposé und mein Probekapitel. Dann bekreuzten sie sich und riefen „Apage Satanas!“. Kein einziges Ablehnungsschreiben der Verlage zu meinem Manuskriptangebot lässt erkennen, dass die inspizierenden Lektoren Zweifel an der Richtigkeit meiner Dokumentationen gehegt hätten. Man schrieb von „verkürzter Darstellung“; man befand, den Scheußlichkeiten in den USA hätte ich auch die Scheußlichkeiten in Deutschland als Gegengewicht hinzufügen müssen. Insgesamt hatte man sich gar nicht mit meiner Argumentation im Einzelnen auseindergesetzt.
    —– Zitat-Ende —–

    Diese Machteliten sind auch heute noch immer am Werk – von den meisten unbemerkt im Hintergrund agierend steuern sie die Menschheit mit ihren vergifteten Hirnen auf schreckliche Abgründe zu. Derselbe Autor Ploppa hat auch hierzu (6) hochbrisante Recherche-Ergebnisse veröffentlicht:

    —– Zitat-Anfang —–
    Die Geschichte mit den aufgehenden und rasch wieder verglühenden Politiker-Sternschnuppen wirkt auf uns in etwa wie dumpfer Kopfschmerz: es tut was weh, aber wir wissen nicht genau, wo der Schmerz herkommt. Wir wissen, das kann alles nicht mit rechten Dingen zugehen, hier passiert nichts zufällig, hier wird massiv an einem Rad gedreht. Aber wer dreht? Und wie? Wer gegen wen? Das ist kein behagliches Gefühl in einer Demokratie.
    —– Zitat-Ende —–

    Hatte ich schon erwähnt, daß all diese Verwerfungen, alle Krisen und Kriege dieser Welt ihre Ursachen in – den meisten Menschen verborgenen – Kindheitserfahrungen haben? In der Tat, das tue ich schon seit fast 20 Jahren, Anfangs mit Beiträgen im Forum eines bekannten Single-Treffs, danach auf Telepolis, bei Sputnik und RT.de sowie bei KenFM und heute bei Apolut. Ob das irgend eine Wirkung zeitigt, kann ich nicht feststellen, doch beobachte ich seither ein zunehmendes Interesse für diese umfassende Problematik. Ausgangspunkt meiner Erkenntnisse waren die Werke von Erich Fromm (7), die ich damals, als ich micht auf den Weg machte, regelrecht verschlungen habe. In einem Vortrag aus dem Jahre 1958 spricht Fromm darüber, wie gesellschaftliche Gegebenheiten die Kindesentwicklung nachhaltig beeinflussen. (8)

    —– Zitat-Anfang —–
    Nehmen wir als Beispiel eine primitive Gesellschaft, einen Stamm, der auf einer kleinen Insel in der Mitte des Ozeans lebt und der sein Überleben nur durch Fischen sichert. Nehmen wir des weiteren an, daß die Fischart in diesen Gewässern die Zusammenarbeit der Fischer erforderlich macht. Es liegt auf der Hand, daß die Bewohner solch einer Insel den Wunsch nach Kooperation entwickeln und zu einer friedlichen Koexistenz genötigt sind. Dasselbe gilt für bestimmte Arten von ausschließlich agrarischen Gesellschaften. Im Gegensatz dazu werden die erforderlichen Charakterzüge eines Jäger- und Kriegerstammes, dessen Leben von der Jagd oder der Eroberung anderer Stämme abhängt, eher Aggressivität, Kampfbereitschaft und Stolz auf persönliche Tapferkeit sein.
    Noch einmal anders lagen die Dinge in einer feudalen Gesellschaft: Die Mitglieder der oberen Klasse mußten die Fähigkeit zur Führerschaft und, wir könnten hinzufügen, das Bedürfnis zur Ausbeutung anderer entwickeln; der Einzelne hatte sich ein Gefühl von Stolz anzueignen, das an Arroganz grenzt, und er mußte es lernen, an der Überfülle von Zeit und ihrer Verschwendung Befriedigung zu finden. Zugleich hatten die Mitglieder der unteren Klassen die Qualitäten des Gehorsams und der Geduld zu erlernen, die zum Ertragen des Elends nötig sind.
    —– Zitat-Ende —–

    Daß solche Zustände, wie wir sie heute haben, im Grunde schon seit Jahrtausenden herrschen, belegt Lewis Mumford in seinem unvergleichlichen Werk (9) über die Zusammenhänge von Kultuir, Technik und Macht.

    —– Zitat-Anfang —–
    Lewis Mumford entrollt in einem gewaltigen Entwurf auf fundierte und anschauliche Weise das Panorama der gesamten Kultur- und Zivilisationsgeschichte der Menschheit. Schufen sich die Menschen in der vorgeschichtlichen Phase ihrer Entwicklung »EinMann-Werkzeuge«, so wandten sie beim Bau der Pyramiden zum ersten Mal das Prinzip der Maschine an. In einem Wunderwerk von Organisation wurden Menschenmassen gezielt eingesetzt und in Bestandteile einer Maschinerie umgewandelt. Der zweite »Sündenfall« ereignete sich am Beginn der Neuzeit, mit der Mechanik von Kopernikus, Galilei, Kepler und Newton. Die moderne Großtechnologie nahm ihren Anfang. Ein Prozeß, den wir heute noch verarbeiten müssen, wie zum Beispiel die Auseinandersetzung um die Atomkraftwerke zeigt.
    —– Zitat-Ende —–

    Über die ethischen Folgen wirtschaftlichen Denkens schreibt Jonathan Aldred in seinem Buch DER KORRUMPIERTE MENSCH. (10)

    —– Zitat-Anfang —–
    Im Laufe der vergangenen etwa 50 Jahre haben »neue« Ideen, wie wir uns verhalten sollten, unser Denken korrumpiert. Inzwischen sehen wir Schwarz als Weiß an, Schlechtes als Gutes: Es ist moralisch, unmoralisch zu sein. Dieser Wandel hat enorme Auswirkungen, wurde jedoch durch viele kleine, kaum erkennbare Schritte erreicht. … Wie ist es so weit gekommen? Und wie sind wir zu einer Welt geworden, in der die reichen Länder immer reicher werden, während immer mehr ihrer Bürger auf Suppenküchen und gemeinnützige Tafeln angewiesen sind? Könnte es unter anderem daran liegen, daß uns gesagt wurde, die Reichen noch reicher zu machen, sei gut für die Wirtschaft, aber die Armen reicher zu machen, sei schlecht? Wie kommt es, daß so viele von uns all diese Dinge glauben, obwohl es noch gar nicht so lange her ist, daß wir ganz andere Überzeugungen und Wertvorstellungen hatten?
    —– Zitat-Ende —–

    Über die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit (11) schreiben die beiden Autoren Peter Berger & Thomas Luckmann:

    —– Zitat-Anfang —–
    »Die« Gesellschaft hat eine doppelgründige Wirklichkeit. Sie ist eine objektive Gegebenheit infolge der Objektivierung der menschlichen Erfahrung im gesellschaftlichen Handeln, in sozialen Rollen, Sprache, Institutionen, Symbolsystemen. Obwohl die letzteren Produkte menschlichen Handelns sind, gewinnen sie eine Quasi-Autonomie. So übt Gesellschaft auf den Einzelnen Zwang aus, während sie zugleich Bedingung seinermenschlichen Existenz ist. Denn Gesellschaft ist auch eine subjektive Wirklichkeit: sie wird vom Einzelnen in Besitz genommen, wie sie von ihm Besitz ergreift.
    —– Zitat-Ende —–

    Auch wenn es so scheint, als stellten all diese Literaturhinweise ein kaum zu bewältigendes Pensum dar – der Schein trügt. Hat man erst einmal »Blut geleckt«, sprich: hat sich erst einmal das Interesse für diese Zusammenhänge entwickelt, erkennt man beim Lesen nach und nach, daß man bislang in einer Scheinwelt lebte, in einer Täuschung der Sinne, der Wahrnehmung – und damit auch einer Untergrabung des eigenen Urteilsvermögens erlegen war oder noch ist. Man kann ohne all diese Erkenntnisse nicht wirklich mitreden bei der Beurteilung der Welt, der Hintergründe und der wahren Zusammenhänge. Ohne solche Literatur ist es nicht möglich, die Tatsachen zu erkennen, und man bleibt den offiziellen Geschichten, die einem von Kindheit an erzählt wurden, verhaftet. Dadurch, daß wir mitmachen in diesem kranken System, füttern wir es jeden Tag aufs Neue mit Energie. Die Profiteure »da oben« lachen sich klammheimlich ins Fäustchen. Hält man uns zu Recht für völlig degeneriert und geistig verblödet, wie Markus Metz & Georg Seeßlen in ihrem 2011 erschienenen Buch nahelegen? (12)

    —– Zitat-Anfang —–
    »Fernsehen macht dumm«, »Unser Bildungssystem produziert karrieristische Fachidioten«, »Der Kapitalismus braucht Konsumtrottel«. Wenn eine Gesellschaft auf das in ihr (zu Recht) grassierende Unbehagen an »allgemeiner Verblödung« statt mit handfesten Gegenmaßnahmen bevorzugt mit kulturpessimistischen Slogans und Verschwörungstheorien reagiert, wird klar, wie sehr sie sich bereits in ihrem Dummsein eingerichtet, es gar zum System erhoben hat. Markus Metz und Georg Seeßlen analysieren die Mechanismen, mit denen Dummheit heute produziert wird, nebst den fatalen Strategien, mit denen die meisten Individuen sie »bewältigen« und dadurch noch verstärken. Wer sich der Dynamik der »Blödmaschinen« nicht blind oder – noch schlimmer – sehend ergeben möchte, muß ihre Strukturen begreifen. Nur so entsteht die Chance, sie zu zerschlagen.
    —– Zitat-Ende —–

    (1) https://apolut.net/wird-die-bundeswehr-ueber-die-hintertuer-zur-ordnungsmacht-von-wolfgang-effenberger/#comment-235023

    (2) Ferdinand Lundberg: Die Reichen und die Supperreichen – Macht und Allmacht des Geldes
    http://irwish.de/PDF/_Soziologie/_Sonstige/Lundberg_Ferdinand-Die_Reichen_und_die_Superreichen.pdf

    (3) Hans-Jürgen Krysmanski: Hirten & Wölfe – Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen
    http://irwish.de/PDF/_Soziologie/_Sonstige/Krysmanski_Hans-Juergen-Hirten+Woelfe.pdf

    (4) Douglas Murray: Wahnsinn der Massen – Wie Meinungsmache und Hysterie unsere Gesellschaft vergiften
    http://irwish.de/PDF/_Soziologie/_Sonstige/Murray_Douglas-Wahnsinn_der_Massen.pdf

    (5) Hermann Ploppa: Hitlers amerikanische Lehrer – Die Eliten der USA als Geburtshelfer des Nationalsozialismus
    http://irwish.de/PDF/Dienste+Kriege/Ploppa-Hitlers_amerikanische_Lehrer.pdf

    (6) Hermann Ploppa: Die Macher hinter den Kulissen – Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern
    http://irwish.de/PDF/Dienste+Kriege/Ploppa-Die_Macher_hinter_den_Kulissen.pdf

    (7) http://www.irwish.de/Site/Biblio/Fromm.htm

    (8) http://www.irwish.de/PDF/Psychologie/Fromm/Fromm-Der_Einfluss_gesellschaftlicher_Faktoren_auf_die_Entwicklung_des_Kindes.pdf

    (9) Lewis Mumford: Mythos der Maschine – Kultur, Technik und Macht
    http://irwish.de/PDF/_Soziologie/_Sonstige/Mumford_Lewis-Mythos_der_Maschine-Kultur_Technik_und_Macht.pdf

    (10) Jonathan Aldred: Der korrumpierte Mensch – Die ethischen Folgen wirtschaftlichen Denkens
    http://irwish.de/PDF/_Soziologie/_Sonstige/Aldred_Jonathan-Der_korrumpierte_Mensch.pdf

    (11) Peter Berger & Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – Eine Theorie der Wissenssoziologie
    http://irwish.de/PDF/_Soziologie/_Sonstige/Berger+Luckmann-Die_gesellschaftliche_Konstruktion_der_Wirklichkeit.pdf

    (12) Markus Metz & Georg Seeßlen: Blödmaschinen – Die Fabrikation der Stupidität
    http://irwish.de/PDF/Psychologie/_Sonstige/Metz+Seesslen-Bloedmaschinen.pdf

    • Irwish sagt:

      Nachtrag weiterer wichtiger Werke

      Michael Hardt & Antonio Negri: Empire – Die neue Weltordnung
      (Originalausgabe erschienen 2000, deutsche Übersetzung 2012)
      Damit diese Gesellschaft funktioniert und ihre Regeln und Mechanismen des Ein- und Ausschlusses befolgt werden, bedarf es Institutionen der Disziplinierung, wie etwa Gefängnis, Fabrik, Heim, Klinik, Universität, Schule und so weiter. Sie gliedern das gesellschaftliche Terrain und implementieren Logiken, die der disziplinären »Vernunft« entsprechen.
      Disziplinarmacht herrscht tatsächlich, indem die Möglichkeiten und Grenzen des Denkens und des Handelns geregelt sind und normales und/oder abweichendes Verhalten sanktioniert und vorgeschrieben ist. Foucault bezieht sich gemeinhin auf das Ancien Régime und die klassische Epoche der französischen Gesellschaft, um die Entstehung der Disziplin zu illustrieren, doch allgemeiner könnte man die gesamte erste Phase der kapitalistischen Akkumulation (in Europa wie anderswo) als durch dieses Machtparadigma gekennzeichnet beschreiben. Die Kontrollgesellschaft hingegen wäre als eine am äußersten Rand der Moderne entstandene und der Postmoderne zugewandte Gesellschaft zu verstehen, in der die Herrschaftsmechanismen »demokratisiert« sind, das heißt, sie sind dem gesellschaftlichen Feld immer stärker immanent und auf die Köpfe und Körper der Bürger verteilt. Die Art und Weise herrschaftskonformer gesellschaftlicher Integration und Exklusion ist entsprechend zunehmend von den Subjekten internalisiert. Machtausübung findet durch maschinische Systeme statt, die direkt auf die Köpfe wirken (Kommunikationssysteme, Informationsnetzwerke etc.), die Körper organisieren (Sozialsysteme, kontrollierte Aktivitäten etc.) und einen Zustand autonomer Entfremdung (vom Sinn des Lebens, vom Wunsch nach Kreativität) herbeiführen. Die Kontrollgesellschaft könnte man also durch die Intensivierung und Verallgemeinerung der normalisierenden Disziplinarmechanismen charakterisiert sehen, die, nunmehr verinnerlicht, unsere gewöhnlichen und alltäglichen Praktiken regeln, doch im Gegensatz zur Disziplin dehnt sich die Kontrolle über die strukturellen Orte sozialer Institutionen hinaus durch flexible und modulierende Netzwerke aus.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Hardt_Michael+Negri_Antonio-Empire-Die_neue_Weltordnung.pdf

      Theodore Roszak: Der Verlust des Denkens – Über die Mythen des Computer-Zeitalters (1986)
      Roszaks »Konservativer Appell eines Humanisten« könnte ähnlich wie vor Jahren David Riesmanns Buch DIE EINSAME MASSE eine Diskussionswende auslösen und dem von mächtigen Interessengruppen strahlend aufpolierten Image der Informationstechnologie einige realistische Kratzer beibringen … Wer den Bekenntnissen der Computer-Gläubigen mehr als nur Emotionen entgegenhalten möchte – in diesem Buch findet er Argumente in Hülle und Fülle und solide Bestätigungen für sein zuvor vagen Bedrohungsängste. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
      http://irwish.de/PDF/Roszak-Der_Verlust_des_Denkens.pdf

      David Riesman: Die einsame Masse – Eine Untersuchung der Wandlungen des amerikanischen Charakters (1956)
      Verschiedene, sehr offen erkennbare Zeichen deuten darauf hin, daß der Amerikaner sich selbst heute Problem Nr. 1 geworden ist. Die führende Rolle, die den Vereinigten Staaten in den letzten zwei Jahrzehnten in der Weltpolitik und Weltwirtschaft, in der Wissenschaft und Technik zugefallen ist, steht mit allzu vielen Traditionen ihrer weltpolitisch verhältnismäßig isolierten Vergangenheit im Widerspruch, um sich nun in ein Infragestellen des geschichtlichen, sozialen und geistigen Selbstbewußtseins der Menschen und in einen Appell an ihre innere Wandlungsfähigkeit umzusetzen. Gegenüber dieser nach innen geschlagenen Problematik der weltpolitischen Situation des Amerikaners scheint Riesman Entscheidendes, Überraschendes und Bestätigendes zu sagen gewußt zu haben. … Ein weiterer Reiz dieses Buches liegt darin, daß es zwar ein wissenschaftliches, nicht aber ein eigentlich gelehrtes Werk ist; dazu ist es zu »literarisch« geschrieben, unter Verwendung vieler Slogans und Formeln der Alltagssprache – es will ja die Wirklichkeit des alltäglichen Menschen erfassen – und mit einem Humor und Witz, der sich erst im sprachlichen Ausdruck konkretisiert. In der Welt der amerikanischen Soziologie fällt dieses Buch offensichtlich dadurch aus dem Rahmen, daß es sich nicht der üblichen empirischen Detailforschung mit Fragebogen, Statistiken usw. bedient, sondern ein Bild des geistigen und sozialen Strukturzusammenhanges seiner Zeit auf Grund durchgehender, prinzipieller Einsichten und Wesensbestimmungen zu entwerfen versucht.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Riesman_David-Die_einsame_Masse.pdf

      Ludwig A. Pongratz: Moderne Technik und Nekrophilie – Notizen zum Nekrophiliekonzept bei Erich Fromm
      Die Frage nach der Lebensfeindlichkeit oder -notwendigkeit moderner Technik ist zweifellos aktuell, wenn auch nicht umwerfend neu. Entsprechend findet sich in der Debatte eine Palette von Antworten vorgezeichnet. Sie reicht vom Modell des Sündenfalls durch naturbeherrschende Rationalität über die These von der Neutralität des Arsenals technischer Mittel bis zum philantropischen Lob des wissenschaftlich-technischen Fortschritts.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Pongratz_Ludwig_A-Moderne_Technik_und_Nekrophilie.pdf

      Alberto Acosta: Buen Vivir – Vom Recht auf ein gutes Leben (2012)
      Die Welt steht an einem Scheideweg. Die Situation ist extrem kompliziert. Um die gegenwärtige Kultur und den hohen Lebensstandard einer kleinen Minderheit von Menschen zu erhalten, müssen die Mühlen des Fortschritts ständig angetrieben werden. Das führt zu einer immer größeren Güterproduktion und stetig steigendem Konsum, der wiederum eine ständig wachsende Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen zur Folge hat. Wir müssen akzeptieren, dass es trotz dieses ›Fortschritts‹ nicht gelungen ist, die Armut großer Teile der Weltbevölkerung oder zumindest den Welthunger zu besiegen, obwohl wir heute über eine in der Menschheitsgeschichte nie zuvor erreichte Fülle an wissenschaftlichen Errungenschaften verfügen, die durchaus die Möglichkeit mitbringt, allen Lebewesen auf dem Planeten ein würdiges Leben zu bescheren. Die Realität zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Menschheit nicht in den Genuss des sogenannten Fortschritts kommt und dass all der Aufwand ihre Lebensqualität in keinster Weise verbessert hat. Selbst jene, welche die unmenschlichste Stufe der Armut überwunden haben, leben in ständiger Bedrohung, in die Armut zurückzufallen, und in einer steigenden Frustration darüber, dass das Ideal eines Lebens in Wohlstand in immer weitere Ferne rückt. Auf diesem krummen Weg der Entwicklung beginnen sich die Risse eines Systems zu zeigen, das die Grundlagen nachhaltigen Lebens zerstört. Die biophysischen Grenzen des Planeten werden alarmierend überschritten.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Acosta_Alberto-Buen_vivir-Vom_Recht_auf_ein_gutes_Leben.pdf

      Sascha Adamek: Die Machtmaschine – Sex, Lügen und Politik (2013)
      »Bald kam es zur Zügellosigkeit, die weder vor Privat- noch vor Amtspersonen haltmachte, und da jeder auf seine Art lebte, fügte man sich täglich tausendfaches Unrecht zu.« Vor genau 500 Jahren begann der florentinische Politiker, Diplomat und Gelehrte Niccolò Machiavelli mit der Niederschrift seiner Überlegungen zu den Verführungen der Macht. Er schilderte, wie eine zügellose Günstlingswirtschaft den Nährboden für allerlei Verschwörungen und Intrigen bot, und wie das perfide politische Mittel der persönlichen Verleumdung seit Jahrhunderten in den Netzwerken der Macht wirkte: »Was die Ehre betrifft, so verletzt die Männer am tiefsten die Entehrung ihrer Frauen, sodann die Beschimpfung der eignen Person.« Doch Machiavelli war kein Voyeur, ihm ging es darum, einen gesellschaftlichen Zerfall zu beschreiben, der zur ständigen Umwidmung der Macht von der Fürstenherrschaft zur Volksherrschaft und bald darauf wieder zur Fürstenherrschaft führte. Er lebte in kriegerischen Zeiten, in denen sich Machtverhältnisse häufig – und vielfach auf gewaltsame Art – änderten. Dennoch war Machiavelli, vielen gern wiederholten Zitaten zum Trotz, kein »Machiavellist«. Er war nicht, wie Friedrich der Große schrieb, der »Unhold, wie ihn kaum die Hölle hervorbrächte« Machiavelli war ein kühler Verfechter der Machtbesessenheit und zugleich ihr früher Kritiker und Analyst. Er beschrieb, was geschieht, wenn Macht ungehindert auswuchert und nicht im republikanischen Sinne geteilt wird. Dabei allerdings distanziert er sich klar von der christlichen Ethik und den aus ihr abgeleiteten Tugenden. In seinem Standardwerk der Regierungskunst "Der Fürst", geschrieben und gedacht als Fürstenberater, formuliert er: »Ein kluger Herrscher kann und soll sein Wort nicht halten, wenn ihm dies zu Schaden gereicht und die Gründe, aus denen er es gab, hinfällig geworden sind. Wären alle Menschen gut, so wäre dieser Rat nichts wert; da sie aber nicht viel taugen und ihr Wort gegen dich brechen, so brauchst du es ihnen auch nicht zu halten.«
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Adamek_Sascha-Die_Machtmaschine-Sex_Luegen_und_Politik.pdf

      Niccolò Machiavelli: Der Fürst
      Niccolò Machiavelli, geboren am 3. Mai 1469 in Florenz, ist am 22. Juni 1527 ebenda gestorben. Von seinen zahlreichen Schriften hat vor allem eine seinen Namen verewigt: die kleine Schrift Der Fürst, die er in den Jahren 1523 bis 1524 geschrieben hat. Der Principe ist bis in neueste Zeit immer wieder aufgelegt worden, er wurde in alle Kultursprachen übersetzt, immer wieder kommentiert, angefochten und leidenschaftlich verteidigt. Zahllosen Fürsten und Staatsmännern diente er als Handbuch der Politik. Er ist Grundlage und zum Typus einer ganzen Schule des Staatsrechts, des Machiavellismus, geworden und zugleich Ausdruck des Geistes der italienischen Renaissance.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/Machiavelli_Niccolo/Machiavelli_Niccolo-Der_Fuerst.pdf

      Horst Afheldt: Wirtschaft die arm macht – Vom Sozialstaat zur gespaltenen Gesellschaft (2003)
      Wirtschaften wir uns arm? Von dem einstigen Ziel der sozialen Marktwirtschaft, Wohlstand für alle zu schaffen, ist schon lange nicht mehr die Rede. Im Gegenteil: »Reform« heißt seit über zehn Jahren: Löhne senken, Wachstum steigern, Beseitigung aller Handelshemmnisse und Entlastung der Unternehmen von Steuern und Abgaben. Doch die alten Patentrezepte greifen nicht mehr. Brauchen wir eine neue Wirtschaftsordnung, die nicht auf Kosten der Gesellschaft geht, und gibt es dafür erfolgversprechende Modelle?
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Afheldt_Horst-Wirtschaft_die_arm_macht.pdf

      Liaquat Ahamed: Die Herren des Geldes – Wie vier Bankiers die Weltwirtschaftskrise auslösten und die Welt in den Bankrott trieben (2010)
      Banden arbeitsloser Jugendlicher und Männer, die nichts zu tun hatten, trieben sich ziellos an den Straßenecken, in den Parks, in Bars und Cafés herum. Als immer mehr Menschen ihre Arbeit verloren und sich keine vernünftige Wohnung mehr leisten konnten, entstanden in Städten wie New York und Chicago Slums mit Behausungen aus Kisten, Eisenschrott, Ölfässern, Leinendecken und Autowracks – sogar im Central Park gab es eine solche Siedlung. Ähnliche Slums gab es an den Stadträndern von Berlin, Hamburg und Dresden. In den USA flohen Millionen Obdachlose aus der Armut in den Städten und machten sich auf die Suche nach Arbeit – irgendeiner Arbeit. Die Arbeitslosigkeit führte zu Gewalt und Unruhen. In den USA brachen in Arkansas, Oklahoma und in den Staaten im Zentrum und im Südwesten des Landes Unruhen aus, weil die Menschen nichts zu essen hatten. In Großbritannien streikten die Bergarbeiter, gefolgt von den Arbeitern in den Baumwollfabriken und den Webern. In Berlin herrschte beinahe Bürgerkrieg. Bei den Wahlen im September 1930 erreichten die Nazis, die mit den Ängsten und Frustrationen der Arbeitslosen spielten und allen anderen die Schuld gaben – den Alliierten, den Kommunisten, den Juden – fast 6,5 Millionen Stimmen und erhöhten die Zahl ihrer Sitze im Reichstag von 12 auf 107. Das machte sie zur zweitstärksten parlamentarischen Kraft nach den Sozialdemokraten. Gleichzeitig gab es jeden Tag Straßenkämpfe zwischen Banden der Nazis und der Kommunisten. In Portugal, Brasilien, Argentinien, Peru und Spanien kam es zu Staatsstreichen.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Ahamed_Liaquat-Die_Herren_des_Geldes-Wie_vier_Bankiers_die_Weltwirtschaftskrise_ausloesten_und_die_Welt_in_den_Bankrott_trieben.pdf

      Joel Bakan: Das Ende der Konzerne – Die selbstzerstörerische Kraft der Unternehmen (2004)
      Sind Konzerne destruktiv für die Gesellschaft und ihre Moral? Es ist die ureigenste Aufgabe jedes Unternehmens, nur seine eigenen Interessen zu verfolgen. Es ist ihm »weder möglich, moralische Gründe anzuerkennen, noch aufgrund dieser davon abzusehen, anderen Schaden zuzufügen«. Bakan beschreibt die Entstehung der Konzerne – vom Beginn der Industrialisierung bis heute. Und er führte Interviews mit Fachleuten, unter anderem mit dem Vorstandsvorsitzenden des Pharma-Riesen Pfizer ebenso wie mit dem Nobelpreisträger Milton Friedman und mit Noam Chomsky. Bakan legt aber auch Vorschläge vor, wie die Macht der Konzerne zu begrenzen ist. »Das Ende der Konzerne« entwickelt kein Horrorszenario ohne Ausweg, sondern ist ein Aufruf zur Verteidigung der Menschenrechte und für das couragierte Eintreten gegen die Logik des Profits und die ungehemmte Ausweitung dieser Logik auf alle Lebensbereiche.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Bakan_Joel-Das_Ende_der_Konzerne-Die_selbstzerstoererische_Kraft_der_Unternehmen.pdf
      Siehe dazu auch die Doku The Corporation, mit deutschen Untertiteln:
      https://www.youtube.com/watch?v=mFxThCM_gVM
      https://www.youtube.com/watch?v=OoxH9iPZrcs (gekürzte bzw. zesierte Version)

      Dorothee Beck & Hartmut Meine: Wasserprediger und Weintrinker – Wie Reichtum vertuscht und Armut verdrängt wird (1997)
      »Der Hamburger FDP-Politiker Hans-Joachim Widmann hat gefordert, die Almosen von Bettlern zu besteuern.
      Konzernchefs brüsten sich damit, kaum noch Steuern in Deutschland zu zahlen. Manager lassen sich in Luxussanatorien für die nächste Runde im globalen Spielcasino fit machen, sägen bei ihrem Personal aber an der Lohnfortzahlung bei Krankheit. Sie alle predigen Wasser und trinken Wein.« Dorothee Beck und Hartmut Meine nennen Namen und Zahlen. Wer sind die Superreichen in Deutschland? Wieviel Millionäre gibt es? Wieviel tragen unsere Politiker nach Hause? Wer zahlt wieviel Steuern? Was können sich Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger noch leisten? Es geht um Ursachen und Perspektiven: Verkommt die Politik zum Anhängsel der Konzerne und Banken mit nur einer Aufgabe, nämlich den Standort Deutschland um jeden Preis für den globalen Wettbewerb fitzumachen? Wie kann eine Reformperspektive aussehen, die wieder mehr Verteilungsgerechtigkeit und sozialen Ausgleich zum Ziel hat?
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Beck_Dorothee_&_Meine_Hartmut-Wasserprediger_und_Weintrinker-Wie_Reichtum_vertuscht_und_Armut_verdraengt_wird.pdf

      Frank Böckelmann & Hersch Fischler: Bertelsmann – Hinter der Fassade des Medienimperiums (2004)
      Bertelsmanns Fassade blendet und beschwichtigt. Wer mit Bertelsmann zu tun hat, sieht zunächst ein großes Aushängeschild mit einer Achtung gebietenden ethischen Selbstverpflichtung: Einer der größten Medienkonzerne der Welt ordnet das Geschäft dem Gemeinwohl unter. Seit seiner Gründung im Jahr 1835 legitimiert sich das Unternehmen durch den selbst erteilten höheren Auftrag. Dieser wurde zunächst rein religiös, dann sehr weltlich ausgelegt. Im 19. Jahrhundert verrichtete der protestantische Verlag Gottes Werk, indem er Erbauungsliteratur für die Gläubigen druckte. Im 20. Jahrhundert bescherte er dem Volk die Volksausgabe, den Wehrmachtssoldaten die Frontliteratur und den Lesering-Mitgliedern die Allgemeinbildung. In der Gegenwart überzieht man von Gütersloh aus die Medienlandschaft mit einem Rundum-Freizeitangebot an seichter Unterhaltung, spannt ein weltweites Netz von Fusionen und Beteiligungen und präsentiert sich nebenbei über die Bertelsmann Stiftung als Geld- und Ideengeber in allen kulturellen und sozialen Belangen. … Darüber hinaus dient die Bertelsmann AG selbst als Fassade – für die hauseigene Stiftung. Die Aktiengesellschaft repräsentiert die Sphäre von Profit, Macht und Einfluß, von der sich die Bertelsmann Stiftung als unabhängige und gemeinnützige Denkfabrik vorteilhaft abhebt. So läßt der Konzern vergessen, daß die Stiftung einen immensen politischen Einfluß ausübt und dabei stets den Profit des Unternehmens im Auge behält, aus dem sie hervorgegangen ist. Sie ebnet dem Medienimperium die Bahn für aktuelle Vorhaben, sorgt für die notwendigen Kontakte und vermag es, bei schwierigen Entscheidungsprozessen in den passenden Momenten nachzuhelfen. Über die Stiftung wirkt der Konzern in Deutschland und Europa auf undurchsichtige Weise an fast allen bedeutsamen sozial- und bildungspolitischen Reformen und sicherheitspolitischen Entscheidungen mit. Diese doppelte Fassade reizte uns, Bertelsmanns Geschichte und gegenwärtige Verfassung eingehend zu untersuchen.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Boeckelmann_Frank-Bertelsmann-Hinter_der_Fassade_des_Medienimperiums.pdf

      Heinz Bude: Gesellschaft der Angst (2014)
      Ein wichtiger Erfahrungsbegriff der heutigen Gesellschaft ist der Begriff der Angst. Angst ist hier ein Begriff für das, was
      die Leute empfinden, was ihnen wichtig ist, worauf sie hoffen und woran sie verzweifeln. In Begriffen der Angst wird deutlich, wohin die Gesellschaft sich entwickelt, woran Konflikte sich entzünden, wann sich bestimmte Gruppen innerlich verabschieden und wie sich mit einem Mal Endzeitstimmungen oder Verbitterungsgefühle ausbreiten. Angst zeigt uns, was mit uns los ist. Die Soziologie, die ihre Gesellschaft verstehen will, muss heute die Gesellschaft der Angst in den Blick nehmen.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Bude_Heinz-Gesellschaft_der_Angst.pdf

      Professor Dr. med. Arne Burkhardt: Pathologie des Maskentragens – Die Maske: „Devil in Disguise“ – heimlicher Pandemie-Treiber? (März 2021)
      Die Folgen für den Organismus bei Schaffung eines künstlichen äußeren (Neo-)OberenLuftweges sind durch typische Beschwerden und objektiv nachweisbare physiologischorganische Veränderungen gekennzeichnet und führen zu einem
      charakteristischen Krankheitsbild der Masken-Dyspnoe. Jeder Maskenträger, auch ohne Vorerkrankung, weist dieses Krankheitsbild bzw. entsprechende physiologische Veränderungen des Gesamt-Organismus auf. Das subjektive Empfinden oder der Leidensdruck sind individuell sehr unterschiedlich, von Euphorie aufgrund „happy hypoxemia“ über subjektiver Beschwerdefreiheit („gesunde Kranke“) bis zu hochgradiger Einschränkung, Bewusstlosigkeit und erhöhter Unfallgefahr mit potentieller Gefährdung auch Anderer. Maskentragen oder -Abgabe dürfte entsprechend nur mit einem „informed consent“ und Hinweise auf erhöhte Unfall-Gefahr erlaubt sein.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Burkhardt_A-Pathologie_des_Maskentragens.pdf

      Matthias Drobinski: Diese Wirtschaft tötet – ​Mit einem Vorwort von Heribert Prantl (2014)
      Diese Wirtschaft tötet! Das hat nicht Karl Marx gesagt, das hat Papst Franziskus in Rom geschrieben. Der Papst, ein Kommunist? Er hat eine Wahrheit gesagt. Diese Wirtschaft tötet, weil sie den Profit über den Menschen setzt, weil sie elber zu einer innerweltlichen Religion geworden ist. Und so, wie einst die Aufklärung der Religion zu Leibe rückte, ist es heute Zeit für eine zweite Entzauberung: Diese Wirtschaft ist nicht heilig. Und eine Wirtschaft, die dem Leben dient, ist möglich.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Dobrinski_Matthias-Diese_Wirtschaft_toetet-Streitschrift_SZ.pd

      Viviane Forrester: Die Diktatur des Profits (2000)
      Woher kommt es, daß dieses System mit immer der gleichen Arroganz weiteragieren kann, daß seine eigentlich so hinfällige Macht wächst und wächst und seine Vormachtstellung sich immer weiter vergrößert? Woher kommt es vor allem, daß wir immer stärker den Eindruck haben, mitten im Einflußbereich einer verhängnisvollen »weltweiten«, »globalisierten« Macht gefangen zu sein, die so groß ist, daß es vergeblich wäre, sie in Frage zu stellen, sinnlos, sie zu analysieren, absurd, sich ihr entgegenzustellen, und wahnsinnig, auch nur davon zu träumen, sich von einer solchen Allgewalt zu befreien, die angeblich mit der Geschichte selbst eins sein soll? Woher kommt es, daß wir nicht reagiert, sondern nachgegeben haben, ja, daß wir sogar ständig wieder zustimmen und einwilligen, wie gelähmt, wie in einen Schraubstock gespannt, von repressiven, diffusen Kräften umgeben, die sich auf alle Gebiete auszubreiten drohen?
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Forrester_Viviane-Diktatur_des_Profits.pdf

      Norbert Häring: Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen – Der Weg in die totale Kontrolle (2016)
      Stehen Sie gern nackt vor Ihrem Bankberater? Das tun Sie künftig aber, weil er jede einzelne Zahlung von Ihnen kennt. Er weiß deshalb auch, was Sie mit wem letztes Wochenende gemacht haben. Das Finanzamt ebenfalls. Und der Hacker sowieso. Weltweit arbeiten Regierungen und Banken daran, Münzen und Scheine abzuschaffen – vorgeblich im Kampf gegen Terrorismus und Steuerhinterziehung. Dabei gefährdet das Bargeld nicht unsere Sicherheit und Freiheit, es bewahrt sie. Der Wirtschaftsjournalist Norbert Häring zeigt, wie Politik und Finanzwelt alles daran setzen, um die völlige Informationskontrolle über uns und unser Leben zu bekommen. Stasi war gestern. Bargeldlos ist heute.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Haering_Norbert-Die_Abschaffung_des_Bargelds_und_die_Folgen.pdf

      Volker Handon: Die Psycho-Trader – Aus dem Innenleben unseres kranken Finanzsystems (2015)
      Ganz offensichtlich halten die allermeisten meine Arbeit für einen echten Traumjob, bei dem man ohne große Mühe auf ein paar Tasten drückt und stinkereich wird. Freunde, das alles ist ein großer Irrglauben! Wenn man als junger Mensch bei einem renommierten Unternehmen im Börsenhandel ausgebildet wird, wirkt das Ganze wirklich erst einmal verzaubernd. Es ist nicht nur das Einstiegsgehalt, das dich sofort von deinem besten Schulfreund für immer abgrenzt, es ist vor allem diese eigenartige Parallelwelt, in die du als Frischling eintauchst und die dich sehr schnell gefangen nimmt. Du stehst plötzlich vor neuen Kollegen und Vorgesetzten, die alle sehr viel Geld verdienen und es gerne zur Schau tragen. Der Weg durch die Tiefgarage gleicht einer Automobilausstellung von Nobelkarossen. Die ersten privaten Partys, zu denen dich deine Kollegen in ihre Luxuswohnungen einladen, erledigen dann den Rest. Man muss schon über eine starke und charakterfeste Persönlichkeit verfügen, um dieser Glamourwelt und ihren Trugbildern zu widerstehen.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Handon_Volker-Die_Psycho-Trader-Aus_dem_Innenleben_unseres_kranken_Finanzsystems.pdf

      Günter Hannich: Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise – Der Weg in den Dritten Weltkrieg (2000)
      Viele Leser werden beim Studium dieses Buches erschrecken, wenn ihnen klar wird, daß die scheinbar vorhandenen Sicherheiten überhaupt nicht existieren. Aus logischen Zusammenhängen wird ihnen klar, daß unser System letztlich für die meisten zu unerträglichen Zuständen wie Armut und Elend führen muß, am Ende unter Umständen sogar zu einem neuen Weltkrieg. Durch die technischen Errungenschaften steht damit die Menschheit erstmals vor dem Abgrund, in den sie durch ein fehlerhaftes Kapitalsystem zu stürzen droht. Besonders erstaunlich ist es, daß die Verantwortlichen nicht versuchen, den Zerfall aufzuhalten. Im Gegenteil: Sie verschärfen die Lage sogar noch durch falsche Entscheidungen und Inkompetenz. Die Angst vor einer drohenden Wirtschaftskrise sitzt den Entscheidungsträgern offenbar so tief in den Knochen, daß sie keine Mühen und Kosten scheuen, beispielsweise einen effizienten Überwachungsapparat aufzubauen, um die Bevölkerung, die sie eigentlich vertreten und schützen sollten, zunehmend zu kontrollieren. Damit laufen scheinbar gezielte Vorbereitungen auf einen Crash ab, in dem die Bevölkerung weitgehend enteignet werden wird. Erstaunlicherweise stehen die meisten Menschen dem Geschehen völlig tatenlos gegenüber und haben jede Hoffnung auf eine Besserung der Lage aufgegeben. Sie verhalten sich wie der Gefangene im Kerker, der sich mit seiner Unfreiheit abfindet. Er wird nie die Freiheit finden, selbst wenn alle Türen offen stehen würden, weil er nie darauf vorbereitet war. Hingegen wird derjenige frei werden, der sich mit den Hintergründen beschäftigt hat und die Gelegenheit nutzt. Deshalb ist der Leser dazu aufgerufen, die Zusammenhänge mit wachen Augen zu betrachten und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Nur so kann der Ablauf der Geschehnisse beeinflußt und geändert werden.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Hannich_Guenter-Boersenkrach_und_Weltwirtschaftskrise.pdf

      Wolfgang Hetzer: Finanzmafia – Wieso Banker und Banditen ohne Strafen davonkommen (2011)
      Die pflichtwidrige Vernichtung fremden Kapitals ist eine Straftat. Diese Auffassung hatte der amtierende Bundespräsident Christian Wulff zu Beginn des Jahres 2009 noch in seiner Eigenschaft als Ministerpräsident Niedersachsens vor dem Hintergrund der Finanzkrise öffentlich geäußert. Sie beschreibt weder die Rechtslage noch die
      Realität zutreffend. Es gibt keinen Straftatbestand der »Kapitalvernichtung«. Und bislang ist noch niemand wegen der Verursachung der Finanzkrise rechtskräftig verurteilt worden. Hinter der Aussage des jetzigen Bundespräsidenten steckt wohl nur ein Wunschdenken, wenn auch ein sehr nachvollziehbares.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Hetzer_Wolfgang-Finanzmafia-Ohne_Strafe_davonkommen.pdf

      Franz Hörmann: Das Ende des Geldes – Wegweiser in eine ökosoziale Gesellschaft
      Heute befindet sich die Menschheit jedoch in einer vollkommen anderen Situation. Es herrscht kein Mangel mehr an Gütern und Dienstleistungen, sondern, jedenfalls in den westlichen Industrienationen, ein geradewegs unerträglicher Überfluss. In immer kürzeren Zyklen müssen Produkte vorsätzlich versagen, damit immer neue verkauft werden können. Diese sogenannte „planned obsolescence“ (also geplante Überalterung) ist deshalb notwendig, weil die Unternehmen der Realwirtschaft immer höhere Umsätze benötigen um die in der Geldmenge niemals erzeugten Bankzinsen zurückzahlen zu können. Doch der viel höhere Preis dafür wird mit der Zerstörung der Ökologie und der gesamten Lebensgrundlagen auf diesem Planeten bezahlt.
      http://irwish.de/PDF/_GesKrit/_Sonstige/Hoermann_Franz-Das_Ende_des_Geldes-Wegweiser_in_eine_oekosoziale_Gesellschaft.pdf

      Da dürfte nun für alle, die am Ende des Jahres Zeit und Lust verspüren, was dabei sein …

    • Zu Irwish: ! ! !
      und… in dem Maße, wie die – vor allem digitale – Technologie wächst und komplizierter wird, wird der Mensch "SIMPLIFIZIERT" bis er neidisch auf die Freiheit und Kreativität (die nicht vorhanden sind) eines Roboters blickt.

    • Warum müssen Kreativität und dem Menschen inhärente Fähigkeiten bis hin zu simpler Lebenslust AUSGELÖSCHT werden?
      Verschaffte man ihnen Geltung, wäre es vorbei mit dem laufenden System des entgrenzten Kapitalismus.

  3. Hier kannst Du einen Film aus Israel sehen (deutsche Untertitel), der die "Nebenwirkungen" der Impfung vorstellt.
    Starker Tobak – der reinste Horror!
    https://www.kla.tv/21100
    Da können wir froh sein, dass die "Impfung" in Deutschland sicher ist und keine Nebenwirkungen bekannt sind. (Wenigstens nicht in den MM). Deshalb steht auch die überwiegende Mehrheit der Ärzte hinter der "Impfung" und verpasst Dir gern auch den 3. und den 4. Schuss. Sicher ist sicher.

    • Irwish sagt:

      In der Tat: kaum zu ertragen. Um mich vor Alpträumen zu bewahren, hab ich den Film abgebrochen, für spätere Sichtung jedoch gespeichert. Klagemauer-TV wird nicht ohne Grund von allen Seiten geächtet und angegriffen: Sie bringen wirklich gute und wichtige Informationen auf den Tisch, und man kann mit Rechtsklick auf das Video auf Festplatte herunterladen.

  4. Gnil sagt:

    COVID-Impfstoffe: Warum sie nicht wirken können und zwingende Beweise für ihre ursächliche Rolle bei Todesfällen nach der Impfung

    https://rumble.com/vrccvb-covid-impfstoffe-warum-sie-nicht-wirken-und-zwingende-beweise-fr-ihre-rolle.html?newsletter=111&ecmId=4RFHIT6G-K1QE5A&ecmEid=4RH36LY3-4RFHIT6G-3YSQH8&utm_source=Newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=DE+Corona-Impfungen+Video+-+ZG+1&utm_term=24-12-2021&utm_content=DE+Corona-Impfungen+Video+-+ZG+1&ws_tp1=nl&ref=newsletter%2FDE+Corona-Impfungen+Video+-+ZG+1%2F24-12-2021_DE+Corona-Impfungen+Video+-+ZG+1&log=extern&ws_tp2=4RFHIT6G-K1QE5A&ws_tp3=2JQ5SEJ1-XXG1DW3

  5. Gnil sagt:

    "Ich sehn' mich so nach einem Land der Ruhe und Geborgenheit. Ich glaub', ich hab's einmal gekannt, als ich den Sternenhimmel weit und klar vor meinen Augen sah, unendlich großes Weltenall. Und etwas dann mit mir geschah: Ich ahnte, spürte auf einmal, daß alles: Sterne, Berg und Tal, ob ferne Länder, fremdes Volk, sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl, daß Regen, Schnee und jede Wolk, daß all das in mir drin ich find, verkleinert, einmalig und schön. Ich muß gar nicht zu jedem hin, ich spür das Schwingen, spür die Tön' ein's jeden Dinges, nah und fern, wenn ich mich öffne und werd' still in Ehrfurcht vor dem großen Herrn, der all dies schuf und halten will. Ich glaube, daß war der Moment, den sicher jeder von euch kennt, in dem der Mensch zur Lieb' bereit: Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!"

    Weihnachten von Hermann Hesse

    • Poseidon sagt:

      Gnil,Sie muessen nicht jeden Ball auffangen der Ihnen in diesen verrueckten Zeiten zugespielt wird.
      Starke Menschen, die jetzt notwendig sind, bewahren ihre goettliche Mitte und goettlich ihre Mitte.
      Der Vortex droht sonst alles und jeden aufzusaugen.
      https://youtu.be/oyUN-5nuXRo

  6. Da kann ich nur dieses wunderschöne Bild auf Telegram empfehlen, das allen ein schönes Weihnachten vor Augen führt:

    https://t.me/DemokratischerWiderstandTelegram/2121

    Und so feiert eben Jede und Jeder nach ihrer bzw. seiner Façon :-)

  7. Hutmacher sagt:

    „In den vergangenen Monaten ist der Messengerdienst Telegram in den Fokus der Diskussion gerückt, weil sich dort neben vielen normalen Nutzern auch Verschwörungstheoretiker, Kriminelle und Rechtsextreme austauschen. …"
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

    Hmmm, dies findet doch Tag für Tag in einigen Parteien, dem Bundestag und den dortigen Fraktionen und natürlich auch im Mainstream statt.

  8. Poseidon sagt:

    Wer hat Lust auf ein echtes Weihnachtwunder bei Telegram?
    https://youtu.be/ZRx5g6nuc6M

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