Selensky oder Assange: Wer bekommt den EU-Menschenrechtspreis? | Von Thomas Röper

Die EU vergibt jedes Jahr ihren Menschenrechtspreis. Für 2022 sind unter anderem Wladimir Selensky und Julian Assange nominiert. Die EU kann nun zeigen, wie ernst es ihr mit dem Kampf für Menschenrechte wirklich ist.

Ein Kommentar von Thomas Röper.

Das Europäische Parlament verleiht seit 1988 den Sacharow-Preis, der auch „EU-Menschenrechtspreis“ genannt wird. Er wird an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Der Preis ist nach dem Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow benannt, wird mit 50.000 Euro dotiert und wird jährlich in Straßburg verliehen.

Der undemokratische Menschenrechtspreis

Dass es sich bei der Verleihung des Sacharow-Preises um eine pro-westliche Propaganda-Veranstaltung handelt, bei der im Grunde schon im Vorwege feststeht, wer den Preis bekommt, erkennt man am Prozedere der Auswahl der Preisträger. Der Preis wird zwar offiziell vom EU-Parlament verliehen, aber die Abgeordneten haben kein Stimmrecht bei der Wahl der Preisträger. Das ist Demokratie à la EU.

Stattdessen ist das Prozedere folgendes: Abgeordnete des EU-Parlaments dürfen Kandidaten vorschlagen, wozu sie zur Nominierung eines Kandidaten 40 Unterschriften von Abgeordneten sammeln müssen. So weit, so demokratisch.

Danach entscheiden jedoch der Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten, der Ausschuss für Menschenrechte und der Entwicklungsausschuss des EU-Parlaments über eine Shortlist von drei Kandidaten, die in die enge Wahl kommen. Welcher der drei Kandidaten den Preis verliehen bekommt, entscheidet die Konferenz der Präsidenten des Europaparlaments, die aus dem Präsidenten des EU-Parlaments und den Vorsitzenden der Fraktionen des EU- Parlaments besteht.

Mit anderen Worten: Der Preisträger wird nicht demokratisch im EU-Parlament bestimmt, sondern von den „Spitzenpolitikern“ des Parlaments hinter verschlossener Tür ausgekungelt.

Assange als Kandidat für den Preis

Die italienische Abgeordnete Sabrina Pignedoli von der Fünf-Sterne-Bewegung hat nun mitgeteilt, sie habe die nötigen Unterschriften gesammelt, um Assange als Kandidaten für den EU-Menschenrechtspreis zu nominieren. Als Begründung erklärte sie:

„Julian Assange ist in erster Linie ein Symbol: ein Symbol für das Recht der Bürger, die Wahrheit zu erfahren. Sein Fall und seine Inhaftierung sind ein Beispiel dafür, wie die Macht versucht, diejenigen zu „bestrafen“, die sich nicht den vorgefertigten Wahrheiten anpassen.
Wikileaks hat mit den führenden Zeitungen der Welt zusammengearbeitet. Assange hätte die Geheimnisse, in deren Besitz er gekommen ist, verkaufen können und hat das im Namen der Pressefreiheit nicht getan. Deshalb ist er ein Bollwerk der Meinungsfreiheit und des Schutzes der Menschenrechte.“

Die politische Verfolgung von Assange im Westen ist ein Skandal, zumal er in London seit Jahren gefoltert wird, wie die UNO mehrmals beklagt hat. Das hat jedoch in keinem westlichen Land für Proteste von Regierungen gesorgt, die Bundesregierung zum Beispiel hat vor knapp drei Jahren allen Ernstes erklärt, die UNO-Berichte über die Folterung von Assange nicht einmal zu lesen.

Das „Verbrechen“ Assange ist es, dass er Kriegsverbrechen der US-Armee öffentlich gemacht hat. Bestraft wurden dafür aber nicht die US-Soldaten, die wahllos irakische Zivilisten abgeschlachtet haben, sondern Assange und der Whistleblower, der Assange die Informationen zugeleitet hat. Die USA bestrafen nicht die Kriegsverbrecher, sondern diejenigen, die Kriegsverbrechen aufdecken.

Die Kriterien für die Preisverleihung

Vor einigen Jahren wurden die Kriterien für die Preisverleihung bekannt gegeben. Dort stand zu lesen:

Der Preis wird für eine besondere Leistung in einem der folgenden Bereiche verliehen:

  • Verteidigung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, insbesondere des Rechts auf freie Meinungsäußerung,
  • Schutz der Rechte von Minderheiten,
  • die Achtung des Völkerrechts,
  • Entwicklung der Demokratie und Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit.

Selensky als Kandidat für den Preis

Eine deutsche EU-Abgeordnete der EVP, zu der CDU/CSU gehören, hat mitgeteilt, wen sie nominiert haben und warum:

„Das ukrainische Volk, angeführt von Präsident Wolodymyr Selenskyj, verteidigt seit dem 24. Februar jeden Tag nicht nur die ukrainische Heimat, sondern auch unsere gemeinsamen europäischen Werte und damit auch die geistige Freiheit. Die Menschen in der Ukraine wären würdige Preisträger des Sacharow-Preises 2022. Wir haben sie deshalb für diesen renommierten Preis vorgeschlagen und fordern die anderen Fraktionen des Europäischen Parlaments dazu auf. diese Nominierung zu unterstützen.“

Schon diese Erklärung zeigt, dass die Dame vor allem durch Unwissen glänzt. „Die Menschen in der Ukraine“ sind in ihren Augen „würdige Preisträger des Sacharow-Preises 2022“ – gilt das auch für die Menschen im Donbass und all die anderen Millionen von Ukrainern, die mit Russland sympathisieren oder gar Teil Russlands sein wollen?

Daher halten wir uns an Selensky, den die Dame de facto als Preisträger vorgeschlagen hat. Selensky glänzt seit Jahren dadurch, dass er die Opposition unterdrückt und schon Anfang 2021 alle kritischen Medien verboten hat. Ist Selensky damit würdig, für die „Verteidigung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, insbesondere des Rechts auf freie Meinungsäußerung“ ausgezeichnet zu werden?

In der Ukraine wurde unter Selensky ein Rassengesetz eingeführt, das die ukrainischen Staatsbürger nach ethnischen Gesichtspunkten in drei Kategorien mit unterschiedlichen Rechten einteilt, außerdem verbietet das ukrainische Sprachengesetz die Benutzung der Sprachen der ethnischen Minderheiten in der Ukraine in fast allen Bereichen des Lebens. Ist Selensky damit würdig, für den „Schutz der Rechte von Minderheiten“ ausgezeichnet zu werden?

Das Minsker Abkommen wurde nach seinem Inkrafttreten per Resolution des UNO-Sicherheitsrates in den Rang einer völkerrechtlichen Bestimmung erhoben. Selensky hat seit 2019 offen gesagt, dass er das Abkommen nicht umsetzen wird und es seitdem konsequent sabotiert, was ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht war. Ist er damit würdig, für „die Achtung des Völkerrechts“ ausgezeichnet zu werden?

Selensky hat das, was in der Ukraine nach dem Maidan von Spuren einer Demokratie noch übrig geblieben ist, konsequent abgeschafft, indem er regierungskritische Medien verboten und die Opposition verfolgt hat. Von Rechtsstaatlichkeit konnte dabei keine Rede sein, denn er hat dazu nicht etwa Gesetze erschaffen, sondern per Dekret beschlossen, Sanktionen gegen die Opposition und regierungskritische Medien zu verhängen, was im ukrainischen Recht gar nicht vorgesehen ist. Am 15. September wurde die größte im ukrainischen Parlament vertretene Oppositionspartei endgültig verboten. Ist Selensky damit würdig, für die „Entwicklung der Demokratie und Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit“ ausgezeichnet zu werden?

Der Sacharow-Preis

Der Sacharow-Preis ist nicht einmal die Karikatur eines Menschenrechtspreises, denn mit ihm werden keine Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet, sondern Personen, die der westlichen Politik – also der Politik der USA – genehm sind. Im letzten Jahr wurde der Preis an einen bekennenden Rassisten vergeben, der sich bei der Auszeichnung gegen eine Frau durchgesetzt hat, die eine demokratisch gewählte Regierung weggeputscht hat und dann die Proteste dagegen vom Militär zusammenschießen ließ. Das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie es hier nach.

Wer den Sacharow-Preis in diesem Jahr erhalten wird, dürfte als schon feststehen. Assange dürfte keinerlei Chancen haben, denn beim EU-Parlament bleibt man sich treu. Dort hat man eben ein ganz besonderes Verständnis von Menschenrechten.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Text erschien zuerst am 16.9.22 auf dem Blog von Thomas Röper anti-spiegel.ru

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Bildquelle: shutterstock / DexonDee

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Kommentare (17)

17 Kommentare zu: “Selensky oder Assange: Wer bekommt den EU-Menschenrechtspreis? | Von Thomas Röper

  1. UBP-2 sagt:

    Wer bekommt den EU-Menschenrechtspreis?
    Ich weiß wer! Rob Pot, Bruder Nr.1 von den grünen Khmer. Und wenn der nicht dann könnte man ihn posthum an Kaiser Bocassa, Idi Amin oder Augusto Pinochet vergeben. Alles ausgewiesene Menschenrechtsexperten.

  2. Ralle002 sagt:

    Julian Assange hat sich mit dem Tiefen Staat angelegt.

    Ob der Tiefe Staat sich aber dermaßen gerne in seine Karten schauen lässt?

    Beispiel für ein mögliches Geheimnis des Tiefen Staates:
    Im Jahr 2016 wurde folgendes im Darknet veröffentlicht:

    Ein NASA-Video aus dem Jahre 1968 zeigt auf der Rückseite des Mondes eine beleuchtete Stadt ein Jahr vor der berühmten Mondlandung.

    DIRECT FROM THE DEEP WEB ,THE PICTURES CLASSIFIE OF THE CITY ON THE MOON .
    https://www.youtube.com/watch?v=RTREe5MsT-Y

    Geheimakte Mond – Riesige Objekte auf der Rückseite des Mondes
    https://youtu.be/P4GboqL1j30

    Jedenfalls gibt es auf dem Mond eben auch Bodenschätze, so dass es durchaus denkbar ist, dass die beiden Videos kein Fake sind.

    Der vermeintliche Kampf von Wolodymyr Selenskyj für die Freiheit ist bei genauerer Betrachtung in Wirklichkeit kein solcher.
    Herr Selenskyj macht Selbstbedienung und dient auf diese Weise letztlich den großen Rüstungskonzernen.

    21. April 2020
    Ein Jahr Ukraine unter Selenski: nun „Diener des IWF“?
    https://www.kla.tv/IWF/16186

    21.04.2020
    PRIVATBANK-VERSTAATLICHUNG
    Die Angst vor einem Staatsbankrott in der Ukraine wächst
    Wolodimir Selenski hat es vom TV-Komiker zum Präsidenten der Ukraine geschafft. Nun muss er einen Streit lösen, um einen Staatsbankrott abzuwenden.
    https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/angst-staatsbankrott-ukraine-w%C3%A4chst-104113586.html

    06. Oktober 2021
    Die zwei Gesich­ter des Wolo­dymyr Selenskyj
    https://ukraineverstehen.de/trubetskoy-zwei-gesichter-des-praesidenten-selenskyj/

    16.10.2021
    Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident und sein peinliches Netzwerk
    Im Wahlkampf versprach Wolodymyr Selenskyj, gegen Korruption zu kämpfen. Laut den Pandora Papers hat er in Wirklichkeit ganz anders gehandelt.
    https://prod.berliner-zeitung.de/wochenende/pandora-papers-volodymyr-selenskij-der-ukrainische-praesident-und-sein-peinliches-netzwerk-li.188923

    April 14, 2022
    Selenskyj in “Pandora-Papers” Offshore-Skandal verwickelt
    https://wolf-medien.ch/selenskyj-in-pandora-papers-offshore-skandal-verwickelt/

    2. August 2022
    Offshore-Konten und Medien-Kontrolle: Biografie enthüllt Selenskyjs geheime Geschäfte
    https://exxpress.at/offshore-konten-und-medien-kontrolle-biografie-enthuellt-selenskyjs-geheime-geschaefte/

    Herr Selenskyi unterscheidet sich mit seinem Fehlverhalten insofern nahezu gar nicht vom engsten Umfeld von Wlad (dem Pfähler) Putin.

    Aber auch unsere Politiker:innen lügen bis sich die Balken biegen.
    Wo Ursel von der Leyen etwa mit einer Übergewinnabgabe entlastet, da steigt doch die (nicht sichtbare) Geldmenge im Hintergrund in Wirklichkeit noch sehr viel schneller an, wodurch auch die Weltkriegsgefahr immer mehr ansteigt.
    Frau UvdL leidet insofern am Dunning-Kruger-Effekt, weil sie sich auf irrigste Weise für fähig hält.

  3. Ursprung sagt:

    Schon der Titel dieses Aufsatzes ist pure Blasphemie. Von Roeper womoeglich auch so gewollt.
    Allein diesen Luegner, Verbrecher, verlogenen Schausteller Selenski in einer Zeile mit Assange zusammenzufuehren ist schon maximale Provokation.
    Aber was ist diese faulige Gemeinheit Weltpolitik und sind ihre elenden Akteure denn anderes als menschliches Auschusskonzentrat krank gewordener Hirnfunktionen?

  4. Nostrovia sagt:

    Danke für diesen informativen Beitrag. Immer schön zu sehen wie "demokratisch" die EU agiert.

  5. Alex C sagt:

    Röper betreibt mal wieder Russenpropaganda und trägt seinen Teil zur Volksverblödung und Spaltung in Deutschland dazu.
    Er macht mal wieder den Bock zum Gärtner.
    Tatsächlich wollte kaum ein Ukrainer zu Russland gehören. Selbst in den russischsprachigen Teilen der Ukraine wollten nur 15-20% der Menschen zu Russland und mehr als 60% waren zufrieden mit der aktuellen Regierung und noch mehr wollten auf jeden Fall weiterhin zur Ukraine gehören.
    Diese 15-20% der Pro Russlandanhänger kann man zu den Parteien zuordnen die von Russland finanziert worden sind und die auf die russische Propaganda reingefallen sind. Diese einfältigen Leuten haben tatsächlich geglaubt dass es in Russland besser ist. Sie wussten nichts von Polizeigewalt, Unterdrückung der Opposition und Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Sie wussten nicht dass Russlands Marionetten die Ukraine regiert und zu einem der ärmsten Ländern gemacht haben. Jetzt haben diese "cleveren" Leute tatsächlich die Macht dort ergriffen mithilfe Russlands …und mit Fakereferenden versucht man sich zu legitimieren

    • ne utrum sagt:

      Die einen sind wegen mir auf die Russen reingefallen, wie sie hier sicher fundiert zu berichten wissen, während die anderen total aufgeklärt und klar zwischen den Ohren Kiew ganz freiwillig zugewandt waren. Ja, ist schon wieder Märchenstunde?
      Komm schon, Kamerad, wir sind hier nicht bei der Muppet Show!

    • Schramm sagt:

      Laut M. Schischkin: »Am 17. März 1991 liess er [die Administration unter Gorbatschow] das einzige Volksreferendum der Sowjetgeschichte durchführen: «Soll die Sowjetunion als einheitlicher Staat bestehen bleiben?» Mit einem klaren «Ja» antworteten 70 Prozent in der Ukraine, 82 Prozent in Weissrussland, 93 Prozent in Usbekistan, 94 Prozent in Kasachstan, 93 Prozent in Aserbaidschan, 96 Prozent in Kirgistan, 96 Prozent in Tadschikistan, 97 Prozent in Turkmenistan.«

      Das Volksreferendum vom 17. März 1991:

      Auf die Frage: « Soll die Sowjetunion als einheitlicher Staat bestehen bleiben? »

      Mit einem klaren « Ja » antworteten:

      70 Prozent in der Ukraine,
      82 Prozent in Weissrussland,
      93 Prozent in Usbekistan,
      94 Prozent in Kasachstan,
      93 Prozent in Aserbaidschan,
      96 Prozent in Kirgistan,
      96 Prozent in Tadschikistan,
      97 Prozent in Turkmenistan.

      Michail Schischkin, 1961 in Moskau geboren, gehört zu den führenden russischen Gegenwartsautoren.

      * Vgl. Michail Gorbatschow Sein Leben war ein grandioses Missverständnis (nzz.ch)
      https://www.nzz.ch/feuilleton/michail-gorbatschow-sein-leben-war-ein-grandioses-missverstaendnis-ld.1700690

    • ne utrum sagt:

      Naja, schön und gut, ist aber schon ein paar Tage her, was will ich mit einem Referendum von übervorgestern, damit kann ich doch für heute recht wenig argumentieren.
      Die Russen wollten wollen 1917 auch eine Revolution – im März. Und dann kamen die paar Roten aus dem Ausland zurück und haben diese Revolution geklaut.

      Jetzt ist es schon lange eine andere Zeit und 1991 ist einfach vorbei.

      Das ist ja wie diejenigen, die sich auf die Verfassung von 1871 beziehen.

      Heute muss eine Lösungher mit den Menschen, die jetzt leben und jetzt für sich eine Wahl treffen würden.

      Ich bin der Meinung, dass der Westen seit 91 versucht hat, Russland immer weiter an die Wand zu drücken. Die Tragik ist, dass sich Russland erst nicht wehren konnte und nun vielleicht sogar zu spät den Baum geschüttelt hat.

      Denn dieses Kriegsgewürge war sicher nicht im Plan der Russen. Auch wenn Russland hier in die Enge getrieben scheint, rein faktisch ist diese Spezialoperation zu einem riesengroßen Haufen Müll mutiert.

      Und wenn nicht irgendwann idiotenglasklar auf den Tisch gepackt wird, was Kiew / Nato and friends so getrieben und konkret teuflisch geplant hatten, dann hat sich Russland ins Knie fegickt. Aber mal so richtig und sie haben sich für Jahrzehnte zu den neuen Deutschen gemacht. Schuldkult fett!

      Aber die Russen sind vielleicht doch einfach Maulhelden: Bei 9 / 11 hat man wie oft gehört, man hätte Beweise…Und dann, was? Genau: Nichts!

      Nun kommt die Ära Brics, der Dollar soll nach manchen Predigern schon abgelöst sein und das neue Zeit wird russisch geprägt sein. Kann sein.

      Wenn es gegen Russland kippt, dann werde sie 100 Jahre auf den Knien kriechen müssen.

      Und ich bin mir nicht sicher, ob dieses Risiko mit irgendwas zu rechtfertigen sein wird. Wenn ja, dann ist es was mich angehet wie beim Poker:

      Ich will sehen. Und dann reden wir weiter.

    • Schramm sagt:

      Ukrainische Oligarchen an der Schlüsselstelle von Wirtschaft und Politik.

      »Oligarchen nennt man die Unternehmer, die sich in Russland, der Ukraine und anderen früheren Sowjetrepubliken nach dem Kollaps des Kommunismus während der wilden Privatisierungen der 1990er Jahre große Teile des staatlichen Vermögens aneigneten. Sie bauten daraus riesige, vertikal integrierte Wirtschaftsimperien. Viele der Neureichen entstammten der [anti-] kommunistischen Parteielite, der Nomenklatur. Aus dieser privilegierten Position griffen sie zu.

      Aber es gab auch die Aussenseiter, die nicht aus dem alten Machtapparat kamen und sich nach dem Erwerb von Gütern, Minen und Fabriken mit den Politikern der Wende verbündeten, um so ihren Reichtum abzusichern. Heute finanzieren und kontrollieren Oligarchen Parlamentsabgeordnete verschiedener Parteien, sie verfügen über Vertrauensleute in Justiz und Polizei und besitzen Medienunternehmen, die die öffentliche Meinung in ihrem Sinn beeinflussen. Das wesentliche Merkmal der Oligarchenwirtschaft ist: Die Gewaltenteilung funktioniert nicht.

      Der reichste Oligarch der Ukraine ist der 55-jährige Rinat Achmetow, ein Wolga-Tatare aus Donezk. Seine ersten Millionen machte er unter unklaren Umständen im Bergbau und in der Stahlindustrie seiner Heimatregion. Heute besitzt er eine milliardenschwere Finanz- und Industriegruppe, zu der mehr als 500 Firmen gehören.

      Auch die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko und der ehemalige Präsident Petro Poroschenko gehören zu den Oligarchen. Laut der amerikanischen Zeitschrift «Foreign Policy» kontrolliert diese Gruppe den größten Teil der mittleren und großen Unternehmen des Landes. Dieser ist für etwa drei Viertel des Bruttoinlandeinkommens verantwortlich.

      Präsident Wolodimir Selenski versuchte nach seiner Wahl 2019 mit wenig Erfolg, die Macht der Oligarchen zurückzudrängen. Konflikte brachen immer wieder auf. Drei Monate vor Kriegsausbruch behauptete er, Achmetow sei in Putschpläne gegen ihn verwickelt. Und Poroschenko, der Wahlverlierer, drohte Selenski noch im Dezember mit «zeitlich unbeschränkten Protestaktionen».

      Doch der russische Überfall am 24. Februar änderte alles. Einen Tag davor rief Selenski fünfzig der reichsten Geschäftsleute des Landes zu sich. Sie versprachen, alles zu tun, um die nationale Einheit zu stärken und eine Besetzung des Landes zu verhindern.
      {…}

      Die plötzliche Einheitsfront der sonst notorisch zerstrittenen Oligarchen und ihr unbeugsamer Abwehrwille überraschen Silwia Nizowa nicht. Die bulgarische Politikwissenschafterin forscht an der Universität von North Carolina in Chapel Hill zur Ukraine. «Sie kämpfen um ihr Überleben. Die Oligarchen verteidigen ihren Reichtum, der bereits in den ersten beiden Kriegsmonaten schweren Schaden genommen hat», sagt Nizowa. Manche von ihnen, die im Februar noch Milliardäre gewesen seien, seien bereits im März nur noch Millionäre gewesen.

      Die Bedrohung der Souveränität der Ukraine sei auch eine Bedrohung des Systems, von dem die Oligarchen leben, sagt die Politikwissenschafterin. Denn der Kern dieses Geschäftsmodells ist die symbiotische Beziehung zwischen staatlichen und wirtschaftlichen Akteuren, von der beide Seiten auf Kosten der Allgemeinheit profitieren. Die ukrainischen Oligarchen hätten die von Russland annektierte Krim und die Separatistengebiete im Donbass vor Augen. Dort, so Nizowa, seien sie enteignet worden.

      Der Schulterschluss der Oligarchen mit dem Staat ist also mit ihrem Eigeninteresse erklärbar. Dazu kommt, dass die Ukraine eine reale Chance hat, als souveräner Staat zu überleben. Die ukrainische Armee schlägt sich unerwartet gut. Mit der massiven westlichen Waffenhilfe kann wohl zumindest ein Teil des Territoriums verteidigt werden.
      {…}

      Die Oligarchen und der Wiederaufbau nach dem Krieg

      Wie sieht die Zukunft der Oligarchen nach dem Krieg aus? Nizowa verweist auf die politischen Umbrüche von 2004 («Orange Revolution») und 2014 («Euromaidan»). Die Oligarchen hätten sich damals als sehr anpassungsfähig erwiesen und danach ihre «Arbeitsbeziehung» mit dem notorisch schwachen Staat meist unbeschädigt fortgesetzt.
      {…}

      Der Wiederaufbau, den in einer freien Ukraine zweifellos der Westen finanzieren wird, wird riesige Finanzmittel in das Land spülen. Manche Ökonomen diskutieren einen zweiten Marshall-Plan. —

      Diese Chance werden sich die Oligarchen nicht entgehen lassen. (NZZ)

      Vgl. Ukrainische Oligarchen im Kampf gegen Russland (nzz.ch)
      https://www.nzz.ch/international/ukrainische-oligarchen-im-kampf-gegen-russland-ld.1680817

    • HaJoe sagt:

      Eigentlich kann man als normal denkender Mensch gar nicht so blöd sein, wie hier fabuliert wurde. Sämtliche Logig ist ausgeschalten, aber das scheint sich seit Baerbocks "logischen Weisheiten" (Dunnung-Kruger lässt grüßen) als Norm zu entwickeln.
      Grundwissen ? Wozu, denn schließlich geht es gegen Russland und leider ist bei vielen Deutschen das immer noch im Gehirn"eingefräßt" (mal lesen: "Die Abenteuer des Werner Holt").
      Bismark ? ,,,Einheitsbrei Bundestag: Einen Schei…auf Bismark heutzuztage, von wegen niemals den russischen Bär angreifen… aber diese "Nichtgedienten", militärunwissenden Grünlinge wissen das natürlich besser.
      Wie ungebildet und unwissend sind eigentlich diese kriegstreibenden "Politiker", Strack-Zimmermann an der Spitze, wenn sie in ein "Siegeskriegsgeheul" ausbrechen, weil die Ukras einen doch erheblichen Landgewinn erzielt haben, (allerdings strategisch unbedeutend), und denken, mit ein paar Leo-Panzern Russland besiegen zu können (über 4 tsd ukrainische Panzer sind vernichtet worden).
      Und wie blöd muss man eigentlich sein, um zu glauben Russland schwächelt ?
      Russland hat nicht mal Mobilisiert und in der Ukraine sollen jetzt Frauen zum Militär eingezogen werden.
      Fazit:
      Russland kann nicht besiegt werden,…und wenn Russland wirklich in die Enge getrieben werden sollte (was ich für unwahrscheinlich halte), dann wird der nächste Krieg mit "Steinen und Stöcken" stattfinden.
      Wer das nicht wahrhaben will, ist ein Illusionist.
      Ach ja, deutsche Rechtschreibung lässt auch grüßen…

  6. Querdenker sagt:

    Gut, dass Assnage mal wieder auf die Agenda kommt, auch wenn es ihm persönlich wahrscheinlich nicht viel helfen wird. In Deutschland haben wir übrigens auch einen politisch Gefangenen, über den nicht viel in den Medien berichtet wird: Michael Ballweg.

    Aus gegebenen Anlass, hier mal einen aktueller Podcast zur Causa Ballweg:
    https://nichtohneuns-freiburg.de/querdenken-gruender-michael-ballweg-anwaltsteam-legt-haftbeschwerde-ein/

  7. ne utrum sagt:

    Wer alle Latten am Zaun hat, nimmt keinen Preis an. Von keinem Staat. Auch nicht von einem vermeintlich guten. Man muss hier doch wirklich nichts über den Zustand des Westens sagen.
    Mich wundert nur die klammheimliche Freude über den erwarteten russischen Sieg. Der nun schon fast da war, aber man interpretiert das "Zurückweichen" nun als raffinierte Taktik.
    Ich steige da aus. Es ist Krieg und kein Krieg kann ein guter sein.
    Es bleibt ein Dilemma. Und über Motive und total faire Kriegsführung der Russen kann ich nichts sagen, denn in jedem Krieg reden die Medien zur Heimatfront. Und wenn Frieden ist, ja auch.

    Und wie ich diese total neutralen Blogger und Alternativ-Journalisten einschätzen kann? Thomas Röper bemüht sich, eine andere Sicht einzubringen und bei Nuoviso hat er mit Robert Stein einen freundlichen Partner gefunden.
    In der letzten home office Sendung sind aber die Sichtweisen aufeinander geprallt und ich kann dieses ewige Schönreden von Krieg nicht mehr hören, selbst wenn es stimmt. Das arme Russland musste ja angreifen.

    Dass das tatsächlich so interpretiert werden kann, dafür haben wir nach wie vor nichts als Vermutungen.

    Und wirtschaftlich gesehehn, treiben "unsere" Politiker ganz Europa in die Hände von Putin – falls sich der Konflikt zieht und nicht komplett eskaliert, werden wir an einem vermuteten Ende Vasallen Moskaus sein.

    • Ru Lai sagt:

      https://www.youtube.com/watch?v=4MrTP048R1E

      "BITTERE REALITÄT: DIE WAHRHEIT IST KOMPLIZIERT UND DIE LÖSUNG UNBEQUEM ‼️"

    • ne utrum sagt:

      Wir alle kennen die Vorgeschichte bis zurück zu Bandera etc. und keiner würde den Extremisten in der Ukraine auch nur im geringsten Recht geben.
      Kann ja sein, es klärt sich dereinst im Wonnemonat Mai alles auf und wir verstehen, warum Moskau angreifen musste, warum nicht nur der Osten befreit und zurückgeholt wurde, warum der Fast-Durchmarsch auf Kiew etc. – noch sehen wir keine Gründe, man kann daran glauben, dass ein großer Angriff vereitelt wurde, die Biolabore gesichert wurden, Zucht- und Transhumanismushöllen ausgeräunmt wurden und nach dem Krieg alles besser wird, weil die überlegene Taktik und Technik der Russen so brillant war. Kann sein. Oder auch nicht.

      Wer heute dafür trommelt als gäbe es kein morgen – der ist für mich ein Depp, weil er es einfach bis jetzt nicht wissen kann. Es ist dumm, sich festzulegen.
      Röper spottet halt gern über Westen und in Russland ist alles knorke. Es ist ein simples Bild, aber es geht hier nicht um Bayern / Dortmund oder Bofrost / Eismann.

      Mag sein, dass die Russen noch ein Taktikgewitter abfeuern, aber im Moment sieht es nicht nach übermäßigem Erfolg aus.
      Es sei denn, Putins Job ist ein anderer…

    • wasserader sagt:

      Wenn die Realität der totalen Kontrolle der Transatlantiker über Deutschland und die EU in ein Scenario : "werden wir an einem vermuteten Ende Vasallen Moskaus sein." mündet .
      Bereits 2019 stand der Plan in Kiew, über das Massaker an der russischen Bevölkerung Russland zum Eingreifen in Osten der Ukraine zu nötigen .
      Dirk Pohlmann 04 09 2022 .
      https://www.youtube.com/watch?v=-ZmRxSQkdyI

  8. Kiristal sagt:

    Unfair. Sicherheit ist DAS Super-Menschen-Grundrecht. Ohne Sicherheit ist alles andere Nichts. Und niemand hat sich darum mehr verdient gemacht als Gina Haspel.

    .queen of pain queen of pai-in
    .you got me hanging from a chain..

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