Schuldenschnitt durch Krieg? | Von Christian Kreiß

Ökonomische Hintergründe des Ukraine-Krieges

Ein Kommentar von Christian Kreiß.

Fragestellung

Die weltweiten Schulden sind so hoch wie noch nie. Die führenden Notenbanken der Industrieländer haben so viel frisches Geld gedruckt wie noch nie. Während Corona wurden ungeheuer viele Schecks auf die Zukunft gezogen, die unmöglich jemals eingelöst werden können. In irgendeiner Form muss ein Geld- und Schuldenschnitt kommen. Wäre ein großer Ukraine-Krieg eine Lösung für unsere Finanzprobleme?

Die ökonomische Entwicklung seit 1980

Seit etwa 1980 sehen wir in den USA, aber auch in vielen anderen Industrienationen, eine zunehmende Ungleichverteilung. Die Schere zwischen arm und reich, genauer, zwischen den Wohlhabenden und der Mittelschicht bzw. den unteren Einkommensschichten ist aufgegangen. Das war auch politisch durchaus so gewollt. Von der „konservativen Revolution“, die 1980 in den USA und Großbritannien begann, ging das Motto aus: Macht die Reichen reicher, entlastet die Unternehmen steuerlich, dann wird mehr investiert und das Wachstum steigt. Das hat auch funktioniert, allerdings unter Inkaufnahme zunehmender Ungleichverteilung, das heißt, dass ein großer Teil des zunehmenden materiellen Wohlstands nach oben, zu den ohnehin schon Wohlhabenden geflossen ist.1

Massenproduktion ist aber nur möglich bei Massennachfrage und diese setzt wiederum Massenkaufkraft voraus. Aber just die Massenkaufkraft ist nur sehr wenig gestiegen, da die Löhne zurückgeblieben sind. Wie war also das starke Wirtschaftswachstum überhaupt möglich? Wer hat mit welchem Geld die ganzen zusätzlichen Produkte und Dienstleistungen gekauft? Das funktionierte nur über zunehmende Schulden.2 Die weltweiten Schulden sind derzeit mit 296 Billionen Dollar, das entspricht 353 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft, so hoch wie noch nie3 und können unmöglich jemals zurückbezahlt werden.

Was ist also von 1980 bis heute geschehen? Das zusätzliche Geld und Kapital hat sich mehr und mehr bei einer kleinen Oberschicht konzentriert. Von dieser wurde es wieder renditemaximierend in neue Investitionen gesteckt, für die eigentlich die Massen-Nachfrage gefehlt hat. Die Massennachfrage hat man dann über zusätzlich Kredite geschaffen. Es hat also ein nicht organisches, nicht gesundes, sondern krankes, krebsartiges Wachstum stattgefunden.

2007 war ein unhaltbarer Zustand dieser Entwicklungen erreicht. Die Schulden waren zu hoch geworden und insbesondere die Immobilienmärkte (aber nicht nur diese) waren krebsartig gewachsen. Das führte zu der Finanzkrise 2007 bis 2009, die die Welt an den Rand eines Zusammenbruchs des Weltfinanzsystems führte. Das Schuldenproblem wurde „gelöst“, indem neue Schulden aufgenommen wurden. Das war möglich, weil die Notenbanken in fast allen Industriestaaten die Zinsen auf oder nahe Null gesetzt und frisches Geld in noch nie dagewesenem Maße gedruckt haben – der Fachausdruck dafür ist quantitative easing, quantitative Lockerung bzw. Geldmengenausweitung. Die USA haben die Zentralbankgeldmenge seit 2007 grob verelffacht, die EZB etwa verneunfacht.

So stehen wir heute nicht nur vor einem unlösbaren Schuldenproblem, sondern auch vor einer riesigen Geldblase, die beide das finanzielle Spiegelbild des eigentlich zu Grunde liegenden ökonomischen Problems sind: Die Massennachfrage ist zu gering, die Produktionskapazitäten sind, gemessen an den Masseneinkommen viel zu hoch, weil die Ungleichverteilung ständig gestiegen ist. Ein großer Teil des Wirtschaftswachstums der letzten 40 Jahre war krebsartiges, ungesundes, schuldenfinanziertes und daher nicht nachhaltiges Wachstum.

Krieg als Lösung der ökonomischen Probleme? Welche Interessen haben die USA?

„Die“ Lösung „der“ Finanzmarkt- oder Überkapazitätsprobleme ist zu allgemein. Ich möchte daher auf ganz bestimmte, konkrete Interessenlagen eingehen. Wie stellt sich die polit-ökonomische Lage aus US-Sicht dar? Aus Perspektive der USA ist Mitteleuropa, insbesondere Deutschland, ein beachtlicher ökonomischer Rivale. Deutschland ist die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Technik, Produktion, Produktivität, Effizienz sind im internationalen Vergleich ausgezeichnet. Dazu kommt, dass Deutschland seit der Wiedervereinigung von der Einwohnerzahl her deutlich größer als Frankreich, Großbritannien und Italien ist und daher zumindest das Potenzial hat, sich politisch stärker geltend zu machen. Ich fürchte, weder ein starkes Europa noch ein starkes Deutschland sind unter machtpolitischen Aspekten im Interesse der USA, im Gegenteil, das sind unangenehme Konkurrenten.

Von daher könnte die Schwächung Europas, insbesondere Mitteleuropas, ein mögliches wichtiges Kriegsziel der USA im Ukraine-Konflikt sein. Spinnt man diesen Gedanken fort, könnten Truppenbewegungen und das Austragen militärischer Konflikte auf mitteleuropäischem Boden, möglicherweise auch über den Rhein hinweg in französische, holländische und belgische Industriezentren hinein aus US-Sicht vorteilhaft sein: Das würde europäische Industriekapazitäten zerstören, damit Konkurrenz ausschalten und die problematischen weltweiten Überkapazitäten reduzieren – auf fremdem Boden und daher zu Gunsten der US-Industriebasis.

Ich sehe daher unter rein hegemonialpolitischen Gesichtspunkten keinen triftigen Grund für die USA, bei einem möglichen Vormarsch russischer Truppen nach Westen Polen oder Deutschland militärisch ernsthaft zu unterstützen. Im Gegenteil. Aus machtpolitischer Sicht könnte ein solcher militärischer Vorstoß nach Mitteleuropa den USA durchaus willkommen sein. Ich rechne daher für den nicht unwahrscheinlichen Fall russischer Truppenbewegungen nach Westen mit vergleichsweise geringem, lediglich gesichtswahrendem militärischen NATO-Beistand für Polen und Deutschland. Von daher könnte ein Vorstoß russischer Truppen bis tief nach Mitteleuropa hinein recht schnell gehen.

Unter Hegemonialgesichtspunkten wären für die USA eine echte, tiefe Völkerverständigung und Kooperation zwischen Russland und Deutschland geradezu ein Alptraum. Das riesige russische Land in einer Allianz mit Mitteleuropa, das technische, geistige, ökonomische know-how, die Effizienz Mitteleuropas kombiniert mit der gewaltigen Landmasse Russlands und dessen vielen Menschen: eine solche Allianz wäre eine gewaltige machtpolitische Bedrohung für die Hegemonialinteressen der USA. Daher ist meines Wissens seit über 100 Jahren ein zentraler Eckpunkt angelsächsischer Außenpolitik, zwischen Russland und Deutschland einen Keil zu treiben, Misstrauen und Feindschaft zu erzeugen. Durch den Ukraine-Konflikt bietet sich den USA eine neue hervorragende Chance dazu, die beiden Länder zu entzweien.

China

Unter machtpolitischen Gesichtspunkten wäre für China ein großer Konflikt zwischen der NATO und Russland auf europäischem Territorium vorteilhaft. Als lachender Dritter könnte man die kriegführenden Parteien mit allen Arten von zivilem und ggf. auch mit Kriegsmaterial beliefern. China hat daher großes Interesse daran, den Konflikt zu schüren und zum Krieg zu ermuntern. China hat sich bislang stark auf die Seite Russlands gestellt4, was eine mögliche Eskalation des Krieges umso wahrscheinlicher macht, da Putin nicht mit einem Zweifrontenkrieg rechnen muss, im Gegenteil.

Die Lösung ökonomischer Probleme?

Schon heute zeichnet sich ab, dass man durch den Ukraine-Konflikt sehr gut von eigenen Problemen ablenken und Putin leicht zum Sündenbock für viele Arten von ökonomischen und Finanzproblemen in der Weltwirtschaft machen kann. Ihm wird schon heute die Schuld an einer kommenden Inflation oder Stagflation gegeben5 – und nicht etwa dem Gelddrucken der Notenbanken oder den für die Finanzbranche lukrativen Schuldenexzessen der letzten Jahrzehnte oder den explosionsartig wachsenden Vermögen der Milliardäre.

In Kriegszeiten kann über Notstandsgesetze in die Märkte und in die Preise administrativ relativ einfach und ohne nennenswerte Widerstände der Bevölkerung eingegriffen werden, so dass beispielsweise tatsächlich vergleichsweise einfach über Inflationsprozesse ein Schuldenschnitt herbeigeführt werden könnte. Die Toleranz der Menschen gegenüber gravierenden Staatseingriffen, Inflation oder Vermögenseingriffen ist in Kriegszeiten und angesichts täglicher schauerlicher Kriegsbilder ungleich höher als in Friedenszeiten. Falls größere Teile der Produktionsanlagen in Mittel- und Osteuropa durch einen Krieg zerstört werden sollten, würde sogar das ursprünglich zu Grunde liegende Problem der Überkapazitäten gelöst – zu Gunsten der Länder, auf deren Territorien keine Kampfhandlungen stattfinden. Man kann danach am Wiederaufbau gleich mitverdienen.

Was kommt?

Bereits vor dem Ukraine-Konflikt gab es reichlich Grund zur Sorge um das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft: Die hohen Schulden, die Geldblase, überbewertete Aktien- und Immobilienmärkte, starke Armut und Hunger in Entwicklungsländern usw. – was alles durch die Corona-Maßnahmen noch dramatisch verschlimmert wurde.6 Durch die Kriegshandlungen schnellen derzeit (Stand 4.3.22) die Energie- und Lebensmittelpreise sowie die Preise einiger Rohstoffe in die Höhe. Das dürfte für sehr viele Unternehmen, Länder und zahllose Menschen eine große, vielleicht nicht mehr tragbare Belastung darstellen. Die Aktienbörsen sind seit den Kampfhandlungen abgestürzt und schwanken dramatisch. Wenn der Konflikt weiter anhält, womit ich rechne, dürften die Weltkapitalmärkte vor großen Turbulenzen und vermutlich einem Crash stehen. Große Teile der Weltwirtschaft dürften dann abstürzen, Arbeitslosigkeit, Leid und Elend 2022 und 2023 stark zunehmen. Möglicherweise kommen Hunger und soziales Chaos auf uns zu. Ich fürchte, die Zeichen der Zeit stehen auf Sturm.

Zum Autor:

Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Autor von sieben Büchern: Gekaufte Wissenschaft (2020); Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019); BWL Blenden Wuchern Lamentieren (2019, zusammen mit Heinz Siebenbrock); Werbung nein danke (2016); Gekaufte Forschung (2015); Geplanter Verschleiß (2014); Profitwahn (2013). Drei Einladungen in den Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte (Grüne, Linke, SPD). Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und Zeitschriften-Interviews, öffentliche Vorträge und Veröffentlichungen. Mitglied bei ver.di und Christen für gerechte Wirtschaftsordnung. Homepage www.menschengerechtewirtschaft.de

Quellen:

2) Vgl. Kreiß, Christian, Profitwahn, Marburg 2013, Tectum, S.89ff.

3) Global Debt Monitor September 2021

4) Wall Street Journal 3.3.2022: China Declared Its Russia Friendships had “No Limits”. It’s Having Second Thoughts.: https://www.wsj.com/articles/china-russia-xi-putin-ukraine-war-11646279098

6) https://www.heise.de/tp/features/Lockdowns-Wer-gewinnt-wer-verliert-6335550.html?seite=all

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: SergeyP / shutterstock

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Kommentare (19)

19 Kommentare zu: “Schuldenschnitt durch Krieg? | Von Christian Kreiß

  1. Es sollte klar sein, dass innerhalb des Systems nur gewaltsame "Lösungen" für die Plutokratie in Frage kommen:
    Krieg und/oder Bevölkerungsreduktion.

    Um die Plutokratie zu entmachten, muss man wissen, was man ihnen nehmen muss:

    Zu ihren direkten Bereicherungs- und damit Macht- und Herrschafts-Instrumentarien gehören (u.a.):
    – die Aktiengesellschaft als Unternehmensform,
    – das Eigentumsrecht auf große Kapital- und Produktivvermögen,
    – das Patentrecht.
    Wie das Patentrecht verheerend wirkt ist hier zu sehen: Patente auf Natur und Leben.
    Dr. Rath EU-Politische Perspektiven
    https://www.youtube.com/watch?v=6DYkWo59iqM&t=131s
    – ihr verzinstes Schuldgeldsystem mit Geldschöpfungsprivileg aus dem Nichts: zum Aufbau von "Schuldenfallen" international, zur Aneignung durch ursprüngliche Akkumulation (also Raub z.B. Landgrabbing im globalen Süden), zur massiven Förderung von Bestechung und Erpressung …
    – Das Gesetzsystem wird pervertiert, wie im 3. Reich:
    a)Komplizierte teilweise faschistoide (Ermächtigungs-)Gesetze werden von Anwaltskanzleien à la Freshfields Bruckhaus Deringer (Finanzmarktstabilisierungsgesetz, Infektionsschutzgesetze ?) entworfen, in die Parlamente lanciert, nicht gelesen, geschweige denn verstanden und dann abgenickt.
    b)"Externalisierungrechte" bzw. fehlende Verbote gegen Verwüstung unserer Mitwelt,
    c)das Steuerrecht zur "Befreiung" von öffentlichen Aufgaben und andere Gesetze: Parlamente sind zu Demokratieinszenierungen verkommen.
    d)"Public Private Partnership" wie hier Werner Rügemer treffend erklärt dient dem Diebstahl von Gemeineigentum durch Konzerne.
    https://www.youtube.com/watch?v=DPSugiA_3j8&list=PLefYHty6SMyNzJ0iCYJk_nXVsNwifu7Fg&index=5
    e)"Frei"handelsverträge insbesondere mit dem planetarischen Süden: Handelsdiktate, die mit den lokalen "Regimen" durch deren Teilhabe an der Ausbeutung (Zerstörung lokaler Wirtschaft, Enteignung und Vertreibung in die Elendsviertel der Metropolen zwecks Lohnsklaverei, …) ihrer eigenen Bevölkerung abgeschlossen werden.

    Neben diesen direkten Werkzeugen sind die Eigner dieser Großkonzerne (Plutokraten nicht Philanthropen) weltweit vernetzt:
    a) einmal über die direkten und indirekten Geschäftsbeziehungen – vor allem durch das internationale Netzwerk der Finanzoligarchie mit ihrer BIZ, ihren Zentralbanken und Großbanken,
    b) und dann in weltweit kooperierenden übergeordneten Organisationen wie WEF, IWF, Weltbank, WHO, UNO-Institutionen, Stiftungen, NGO's, …
    c) sowie strukturell mit überstaatlichen (z.B. EU) und staatlichen Organen (Ministerien, Behörden, …) z.B. über sogenannte "Beratungsunternehmen" (struktureller Lobbyismus).

    Diese Werkzeuge und Netzwerke werden von den Plutokraten für den riesigen weltweiten materiellen Umverteilungsprozess eingesetzt – von unten nach oben, von Nord nach Süd, vom öffentlichen in den privaten Bereich und wie wir jetzt wissen auch für den "The Great Reset" mit Bevölkerungsvernichtung, Transhumanismus und Etablierung einer "Weltregierung".
    Diese Strukturen gehören komplett abgeschafft, ihre Hauptprofiteure entmachtet.

  2. Ursprung sagt:

    Kreiss geht das Problem kognitiv. mit Logik an.
    Klingt gut, nicht wahr?
    Sind Menschen logik- oder gefuehlsgesteuert?
    Meinung:
    wir biegen Logik moeglichst so hin, dass sie unser Gefuehl stuetzt. Kreiss liebt es ordentlich, alles im Einklang., ein Harmoniker. Er fuehlt: es laeuft was falsch, kognitiv und "findet" Logik. Wie es so, logisch, kommen musste.
    Er verschiebt das Gefuehl der Menschen, der Logik lieber nicht zu gehorchen, zurueck bis in die 80er Jahre um alles scheinbar mit Logik zu erklaeren.
    Geht aber nicht; die Profitgier der Menschen in der Geldnomenklatura, ein Gefuehl also hat diese Leute Jahrzehnte angetrieben. Nicht Logik.
    Und mit Logik kreigt man die logikkranken Gefuehlsverbrecher auch nicht zur Raison. Auch nicht mit Empathie, Denn deren Hirne kennen das Gefuehlsregulativ Empathie nicht, sondern nur das Gefuehl: Gier.
    Egal, ob nach Geld oder Macht (Hirnforscher Fallon).
    Rein von der Logik her muesste die Allgemeinheit der Menschheitsfamilie also ihre Nomenklatura erst durch Hirnscans ziehen (wie Fallon es tat aus Neugier) und gleich abmurksen, (was Fallon nicht tat), wenn Empathie fehlt. Oder wie Pol Pot es mit den den Brillentraegern tat.
    Das wird aber nun nicht geschehen. Eben weil wir Menschen mehrheitlich nicht Logiker, sondere Gefuehlsduseler sind.
    Logikkranke gibts aber bei Nomenklaturisten: ohne Hemmungen bis 7 Milliarden von uns mit Spritzen euthansieren zu wollen. Denn wir koennten denen gefaehrlich werden, sobald wir nicht mehr gehorchen wollen.

  3. _Box sagt:

    Ja, ich schätze mal die Herrschenden, also nicht die Dienstboten in den "Regierungen," kalkulieren, soweit planbar, noch weitere gewalttätige Auseinandersetzungen ein. Pogrome, zivile Unruhen bis zum Bürgerkrieg und weitere Kriege. Möglich daß sie dann vor dem totalen Kontrollverlust stehen, wenn sie nicht bereits dort angelangt sind und lediglich versuchen nicht abgeworfen zu werden.
    Der Totalitarismus und das Terrorregime sind kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche. Das alte System war nicht mehr haltbar und kein Weg der Welt führt zurück in die "alte Normalität," die für sich bereits eine Barbarei gegenüber den meisten Menschen war.
    Die systemischen Schwächen traten bereits zuvor immer deutlicher hervor und werden das in Zukunft noch stärker tun, so wie gerade eben besprochen.

    Ich schätze mal auch, daß die Herrschenden denken daß das immer gilt:

    Zu den am meisten gehassten Arbeitgebern gehörte der kapitalistische Raubritter Jay Gould, Herr über ein 24 000 Kilometer langes Eisenbahnnetz. Gegenüber der Unterschicht hatte Gould nur Verachtung übrig und erklärte: »Ich kann die eine Hälfte der Arbeiterklasse einstellen, um die andere Hälfte der Arbeiterklasse zu erschiessen.«
    (Imperium USA, Daniele Ganser, S. 93)

    Allerdings haben sie sich auch schon geirrt.

    • Ursprung sagt:

      #:box
      Hirnforscher Huether hat die "Poentialentfaltung" entdeckt. Eine Art Gemeinsamkeitsgefuehl, welches Hirne mit aehnlichem "Anliegen" ergreifen und mitreissen kann samt Logiken und Gefuehlen. Dann wird Ausserordentliches, voher nicht Ausdenkbares moeglich.
      Womoeglich auch hierarchiefreie Gesellschften.
      Unmoeglich? Gabs schon. 300 T Jahre lang in der Altsteinzeit. Und bei Aborigins.
      Ist also nicht hoffnungslos.

  4. Ralle002 sagt:

    Wer hat uns verraten?
    Antwort:
    Die Sozialdemokraten

    Zeit, 18. Februar 2022
    Ukraine-Russland-Konflikt
    :
    Verteidigungsministerin fordert mehr Geld für die Bundeswehr
    Christine Lambrecht hält angesichts der Spannungen mit Russland einen höheren Verteidigungsetat für nötig. Eine "wirksame Abschreckung" sei wieder wichtig geworden.

    Handelsblatt, 25.02.2022
    Lindner und Habeck fordern mehr Mittel für die Bundeswehr
    Die Mittel für die Bundeswehr wären laut der Finanzplanung der alten Bundesregierung in den kommenden Jahren gesunken. Das passe nicht mehr in die Zeit, so Lindner.

    "Zweites Fernsehen", 07.03.2022
    Mehr Waffen für die Ukraine?
    -Lambrecht: "Sind dabei, weiter zu prüfen"
    "Wir haben große Defizite, denn in den Jahren davor ist ganz deutlich gespart worden und da geht es weniger um Aufrüstung als um Ausrüstung", so Christine Lambrecht, SPD, Bundesverteidigungsministerin.

    Hierzu:
    Unsere Politiker/innen verkaufen uns wieder eine für uns aus finanzieller Sicht maximal schädliche Politik, ohne dass wir dies merken sollen.

    In Wirklichkeit hatten die Ampel-Parteien ihren Einzug in den Bundestag mit Großspenden fragwürdigster Herkunft bestritten. Dabei hat die SPD solche Spenden meistens nicht nötig, weil sie eben auch ein Medienkonzern ist.
    Diese Spenden hat die Ampel bekommen, weil sie eben gerade keine Bürgerinteressen, sondern die Interessen der "Wirtschaft" vertritt.

    Frau Lambrecht sollte dringend zurücktreten, weil sie Politik gegen das Volk macht und die Bevölkerung auch noch täuscht.

    vgl. Spiegel, 24.02.2022, Unterstützung der Ukraine
    Bundeswehr steht aus Sicht von Heeresinspekteur »mehr oder weniger blank da«
    u.a. schreibt der Spiegel:
    Die Bundeswehr wurde laut Heeresinspekteur Mais kaputtgespart –

    In Wirklichkeit kann der deutsche Staat die zusätzlich benötigten Rüstungsausgaben nur mit dem mit den Banken nur möglichen Prinzip "Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren" finanzieren.

    Die Finanzierung der Rüstung ist nur mit einem immer weiteren Anstieg der globalen Verschuldung und insofern mit immer mehr Geld in der Welt möglich, wodurch sich die Kriegsgefahr immer mehr verschärft.

    Andererseits hat die Ampel aber auch recht. Wenn wir nicht aufrüsten, wenn der böse Putin den Westen überfallen.
    Insofern stecken wir in einer Zwickmühle.

  5. Hartensteiner sagt:

    Zunächst wurden mittels der Coronalügen unbegrenzt Schulden gemacht. Nun werden die Schulden mittels der Russlandlügen weiter enorm vermehrt (Aufrüstung).
    Man hat den Eindruck, dass eine der vornehmsten Aufgaben der deutschen Regierung ist, das deutsche Volk über Generationen in Schuldknechtschaft zu bringen.
    Das ist das gleiche Prinzip nach dem z.B. in Afrika oder auch Lateinamerika durch gekaufte Regierungen Länder in Schuldknechtschaft gebracht wurden. Ist das geschafft, kommen diese aus dem Zustand neokolonialer Herrschaft nicht mehr heraus.
    Nun war ja Deutschland seit 1945 ohnehin mehr oder weniger eine Kolonie und dieser Zustand wird jetzt für die Generationen der Kinder und Kindeskinder fixiert.
    Und „das Beste“ an dieser Geschichte:
    Die Masse der deutschen Bevölkerung stimmt dem begeistert zu, solange sie nur „Putin böse““ rufen darf.
    Mein Tipp: Wenn Du Dein Auto betankst und die neuen Preise siehst und erst recht, wenn Du die Rechnung für Deine Heizung und den Strom begleichst oder noch einfacher, wenn Du einkaufen gehst und die Inflation bezahlst – vielleicht solltest Du Dir da dann doch ein paar Gedanken machen?

    • Hutmacher sagt:

      "…Man hat den Eindruck, dass eine der vornehmsten Aufgaben der deutschen Regierung ist, das deutsche Volk über Generationen in Schuldknechtschaft zu bringen…"
      >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
      Und um dies alles hinzubekommen bedurfte es dann auch noch der schwächsten Regierung seit Gründung der Bundesrepublik. Irgendwie passt dies alles perfekt zusammen.
      Ist wie in einem Theater wo der Zuschauer gebannt darauf wartet, dass der Vorhang fällt um sich dann für den nächsten Akt wieder zu öffnen.

  6. FizzyIzzy sagt:

    Danke Herr Kreiß und Herr Jebsen, genau so sehe ich es auch. Mit einem Krieg rettet sich das Finanzsystem und die Akteure mal wieder selbst. Kriege kommen immer dann, wenn das System am Ende ist. Zum Verzweifeln, ehrlich. Und die Investoren investieren meistens in jede Kriegspartei, ist ja nichts neues. Also solange wie das System nicht abgeschafft wird, wird es Kriege geben; simple as that. Jeder, der internationale Politik, internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik, Geschichte usw studiert oder sich so damit beschäftigt, weiß das auch… https://www.e-elgar.com/shop/gbp/the-economics-of-war-9781788978514.html

  7. zurfall sagt:

    Stimme Herr Prof. Kreiß völlig zu. Schlimm ist, dass in unseren Medien dieses Thema so gut wie gar nicht angesprochen wird. Die einzige Leier die man hört ist…."Putin ist der Böse"…..In Wahrheit sind es die Schulden die aufgetürmt wurden. Auch der US Dollar als Leitwährung ist in Gefahr. Dies alles bringt unser kapitalistisches System ins anken. Jetzt suchtman dafür einen Schuldigen um den Leuten nicht sagen zu müssen dass wir selbst an dem Desaster schuld sind. Es hat schon seinen Grund warum bei uns ökonomisch völlig unbeleckte Leute wie Bärbock, Lindner oder Habeck platziert wurden. Das orwell'sche Neusprech greift ungehindert um sich.

  8. theDude sagt:

    vom prinzip klingt es logisch und ist eines globalisten feuchter traum. aber anfreunden mit dieser gedankenwelt will ich mich nicht. klingt zu brutal wobei geschichte einen immer des besseren belehrt hat….

  9. hog1951 sagt:

    Werter Herr Kreiss!
    Besteht die Gefahr des weiteren Vormarsches der Russen nach Westen?
    Schon der 2. WK hat gezeigt/bewiesen, dass der US-Imperialismus nicht das geringste Entgegenkommen aufbrachte, dass die damalige SU weiter als bis zur Oder/Neisse Linie vorruecken durfte.
    Das duerfte heute nicht anders beurteilt werden in den USA.
    Fuer China entwickeln Sie ein Szenario des Krieges zwischen Nato und Russland. Fuer China steht aber ein Faktum fest: fällt Russland, so ist der nächste Krieg der USA gegen China vorprogrammiert!

    mfG

    • Querdenker sagt:

      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass China so einfältig ist, sich über einen Krieg von Russland /Nato zu freuen …

    • Hartensteiner sagt:

      Ehe wir über einen Vormarsch der Russen nach Westen nachdenken, sollten wir überlegen, warum – wie gerade zu beobachten – schon wieder Zug um Zug, beladen mit Panzern, durch Deutschland nach Osten rollen.
      Es ist absurd, absurder, am Absurdesten, sich vorzustellen, dass Russland nach Westen will. Das größte Land der Welt hat einfach keinen Bedarf an Land. Worin es allerdings Bedarf hat, ist ein gewisses Maß an Sicherheit, damit es sich auch wirtschaftlich weiter entwickeln kann und nicht gleichsam unter einem westlichen "Atomschirm" leben muss.
      Auch den "failed state" Ukraine möchte es sich nicht an die Backe kleben, kam aber nicht umhin, gegen die Vernichtung der russischen Kultur und der Russischen Menschen aktiv zu werden (Ich würde sagen, ungern aber unvermeidlich).
      Was war das Ziel der ukrainischen Kolonialregierung? Donbas und Krim erobern, Russen vertreiben und den Rest russischer Menschen zwangsukrainisieren (Sprachverbot, Religionsverbot usw).
      Was wäre zu tun gewesen?
      In einer Neuauflage der Entspannungspolitik gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit zu pflegen.
      Wie auch Putin sagte: Dann wäre die Krim noch in der Ukraine und es hätte die Probleme mit dem Donbas nicht gegeben und auch jetzt keinen Krieg.
      So einfach hätte es sein können. Und wer hat das verseppelt?
      Das waren die, die aus der Ukraine einen unsinkbaren "Flugzeugträger" bzw. "ein Schlachtschiff" machen wollten, den bzw. das man schließlich und endlich in einem Vernichtungskrieg (Pentagon, Erstschlagphantasien) einsetzen kann.
      DAS WAR KEINE ENTSPANNUNGSPOLITIK, DAS WAR KRIEGSPOLITIK.
      Nein, die Russen kommen nicht.

    • Querdenker sagt:

      "Nein, die Russen kommen nicht."

      @Harteinsteiner: So einfach ist das leider nicht. Russland hat auch schon klar geäußert, dass wenn Flugzeuge von polnischem Territorium aufsteigen um in der Ukraine aktiv zu werden, wird Russland sie als feindliche Kombattanten betrachten und angreifen. Damit entsteht eine militärische Ausseinandersetzung mit einem NATO-Land. Dann braucht Polen nur noch Artikel 5 des NATO-Vertrages zu beanspruchen und schon haben wir NATO gegen Russland. Dann wird Russland selbstverständlich nicht nur auf dem eigenen Territorium bleiben.

      Und es gibt genug Idioten, Falken und Kriegsgeile im Wertewesten, die solches Handeln forcieren können. Die Chefdiplomatin von UK, Elizabeth Truss, hat ja schon Öffentlich geäußert, dass sie sich ein Eingreifen der NATO vorstellen kann, ohne dass ihr jemand wiedersprochen hätte. Bei ihrem kürzlichen Besuch hat sie Lawrow sogar gesagt, dass sie die beiden Russischen Gebiete Rostow und Woronesch, die schon immer(tm) Russisch waren, nie als Russisches Hoheitsgebiet anerkennen werde (es war so ungeheuerlich).

      Im Grunde, @Hartensteiner, ist Russland hier nicht handelder, sondern Getriebener :-(

  10. Norbert sagt:

    Nichts zu der finanzpolitischen Anylyse, besten Dank dafür. Was deutet aber "nicht unwahrscheinlichen Fall russischer Truppenbewegungen nach Westen"? Die Duma ist doch nicht wahnsinnig! Bisher spricht doch alles nur für die Sicherung der Grenzen Russlands.

    • Querdenker sagt:

      Wenn Russland weiter nach Westen vorrücken würde (warum eigentlich), würde es der Übermacht der Nato gegenüberstehen. Das wiederum würde einen Atomaren Vernichtungskrieg bedeuten. Denn Russland hat ganz klar in seiner Militärdoktrin stehen, Atomwaffen nicht als erster einzusetzen. Es sei denn, es wäre in einem Krieg konventionell unterlegen.

      Also, warum sollte Putin, die Duma einen Atomaren Vernichtungskrieg in Kauf nehmen?! Darauf hätte ich keine Antwort. Die selbe Frage an den Westen, da würde mir schon eher Gründe einfallen …

  11. Hartensteiner sagt:

    NOCH wird all das vom Kriegsjubel übertönt. Krieg gegen das Virus? Hurra! Krieg gegen Russland? Hurra! Hurra! Hurra! Geld massenhaft für diese Kriege (Aufrüstung) hinauswerfen? Hurra! Dieser Jubel lässt sich auch nicht durch einen Blick auf die eigene, leere Geldbörse mindern, selbst die Ärmsten hören nicht auf zu jubeln.
    Bis sich das ausgejubelt hat, hat Vernunft keine Chance. Und selbst dann reicht wohl keine Vernunft soweit, das willentlich geschaffene Chaos irgendwie wieder einzufangen. Und bei der deutschen Regierung schon gleich gar nicht.
    Kurz: Weder Annalena noch Olaf werden das Kind aus dem Brunnen holen, in den es gefallen ist.
    Vielmehr wird der leere Geldbeutel dann noch dem Pfandleiher angeboten, der dazu nur die Nase rümpft.
    Dumm nur…. "wir" haben wieder einmal von nichts gewusst. Wie denn auch.

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