“Klimaschänder” – Ein Buch von Andreas Markowsky

Klimaschändende Klimaschützer

Eine Rezension von Julian Aicher.

“Die Sonne schickt uns keine Rechnung”. So der Titel von Franz Alts berühmten Buch von 1994. Kostenlose natürliche Energien – billig. Das hat sich inzwischen bei vielen herumgesprochen. Zu erkennen etwa an günstigen Strompreisen dort, wo erneuerbare Energien besonders stark wirken. Wie in der Schweiz. Ähnlich niedrige Stromtarife könnten heute schon in Deutschland gelten – wenn nicht “Klimaschänder” solch sonnige Energienutzung hier blockiert hätten. Also Strom für 10 Cent pro elektrische Kilowattstunde vom eigenen Dach. Wer hat’s verhindert? Dazu nennt der erneuerbare Stromproduzent Andreas Markowsky Ross und Reiter. Und zwar  in seinem Buch “Kllimaschänder. Gewinner von gestern. Loser von morgen”.

Reichlich regenerative Erfahrung. Seit den 1980er Jahren haben Andreas Markowsky und seine “Ökostromgruppe Freiburg” erstaunlich viele Erneuerbare-Energien-Kraftwerke in bürgerschaftlichem Besitz ans Netz gebracht. Ein vielfach energisch erfahrener Praktiker also. Umso bemerkenswerter, wie Markowsky in seinem Buch “Klimaschänder” erläutert, dass “Deutschland die schon Anfang der Zwanzigerjahre dieses Jahrhunderts mögliche vollständige regenerative Stromversorgung” bisher nicht gelang.

Markowsky: “Die meisten Klimaschänder generieren sich gerne als Klimaschützer.” Dafür stehen Namen wie die ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und zuletzt Peter Altmaier (CDU). Wie sich die Blockade solcher Polit-Prominenz vor Ort auswirkte, beschreibt Andreas Markowsky an vielen Beispielen. Sie regen mal zum fassungslosen Kopfschütteln an, aber auch zum Schmunzeln.

Nistkästen im Grundbuch

So verzichten Forstverwaltungen nicht darauf, Bäume fällen zu lassen – auch dann, wenn an deren Stämmen, Ästen und Zweigen Fledermäuse ihre Freude finden könnten. Mussten stattdessen Bäume für Windtürme weichen, verlangte eine Fachbehörde von Windkraft-Planer Markowsky Nistkästen für die Nacht-Flatterinnen. Damit nicht genug, waren diese Vogelhäuschen dann auch noch im Grundbuch einzutragen. St. Bürokratius ganz gründlich. Kaum erstaunlich daher, dass Genehmigungsverfahren für neue Windriesen bisher schon mal sechs Jahre dauerten? Bei Wasserkraft dürfen sich die, die Genehmigungs-Anträge auf neue Anlagen stellen, auch schon mal 30 Jahre gedulden. So sank die Zahl der Wasserkraftanlagen in Freiburg von 30 im Jahr 1946 auf eine einzige 1998.

All diese politisch-behördlichen Blockaden verhinderten derweil nicht, dass Andreas Markowsky und seine “Ökostromgruppe Freiburg” mit dazu beitragen konnten, ganze Gemeinden im Schwarzwald zu 100% mit bürgereigen gewonnenem Strom aus Windkraftanlagen vor Ort auf zu werten. Und zwar im örtlich bürgerschaftlichem Besitz. Etwa Freiamt Landkreis Emmendingen. Im Süden bläst also durchaus ein kräftiger Wind. Wer möchte, dass künftig immer mehr Dörfer und Städte in Deutschland ähnlich billig naheliegend und bürgernah unabhängiger von fremden Einflüssen Erneuerbare Energien nutzen, muss Andreas Markowskys Buch “Klimaschänder” lesen. Veröffentlicht von der “Ökostromgruppe Freiburg”. Denn geschrieben ist der Band so kundig wie unterhaltsam.

Hier weiterführende Links zum Thema und zum Buch:

https://www.oekostrom-freiburg.de/

https://www.klimaschaender.de/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: Trong Nguyen / Shutterstock.com

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