Ist der Scholzomat zu stoppen? | Von Rob Kenius

Ein Standpunkt von Rob Kenius.

Rüstung bringt Krieg und Ideologie macht den Krieg zum Religionskrieg.

Religionskriege sind die sinnlosesten und grausamsten Kriege. Sie richten sich nicht nur gegen Militär, sondern gegen Frauen, Männer und Kinder, alte und junge, weil sie anderen Glaubens sind. Die Zerstörung von Kirchen und Häusern, das Abbrennen von ganzen Städten, das Abschlachten von Mensch und Vieh wird im Religionskrieg zur weihevollen Handlung, für Gott, gegen den Teufel, für die ewige Seligkeit, gegen Verbrecher, für die Erlösung vom Übel und für das Gute an sich.

Ein solcher Krieg hat in Deutschland von 1618 bis 1648 stattgefunden.

Vierhundert Jahre Entwicklung

In den vierhundert Jahren danach hat sich die Technik der Waffen, wie die gesamte Technik, explosionsartig entwickelt. Mit einem einzigen atomaren Sprengkörper kann man mehrere Millionen Menschen auf einen Schlag umbringen. Aber auch die Möglichkeiten, Verbrechen des Krieges mit psychologischen Mitteln zu rechtfertigen, haben sich enorm erweitert.

Man kann jede Tötungsabsicht überall verbreiten, wie damals die Religionen, und mit ständig wechselnden Narrativen täglich und stündlich Feindbilder und Gräueltaten durch die technischen Medien jagen.

Die Medienmassage wirkt bei ständiger Wiederholung wie tiefliegende religiöse Überzeugungen aus dem Mittelalter. Die Definitionen von Freund und Feind, Gut und Böse sind beliebig veränderbare Narrative der Medientechnik geworden. Man nennt das auch psychologische Kriegsführung.

Im religiösen Krieg sind zwei Komponenten entscheidend, die ineinander greifen. Erstens Waffen die es ermöglichen, aus immer größerer Ferne immer mehr Menschen zu töten und zweitens Medien, die ein Dauerfeuer aus Feindbildern und Aggressivität entfachen: Wir sind die Guten, die Gegner sind Verbrecher, wir sind im Recht, der Feind verachtet das Völkerrecht, Menschenrecht, Eigentumsrecht und unser Recht auf Wohlstand, Überfluss und Freiheit.

Krieg in der Ukraine, zu Gunsten der USA

Der Krieg in der Ukraine ist ein Sonderfall. Er ist das Ergebnis von etwa dreißig Jahren Rüstung gegen ein Land, das gar kein Feind ist und auch nicht sein will. Die Rüstung der USA und die der NATO-Staaten scheint ein Selbstläufer zu sein, eine Maschine, die schwer zu stoppen ist. Dieser Glaube an Rüstung kommt aus einem Land, dessen Bevölkerung vor 250 Jahren die besseren Waffen hatte und den Ureinwohnern das Land weggenommen hat.

Die Amerikaner lieben Waffen, weil sie den Waffen alles verdanken. Sie glauben, dass Waffen Sicherheit und Frieden bringen. Auch auf höchster Ebene glaubt man in Washington und in den Köpfen der NATO, Rüstung bringt Frieden. Das ist ein fataler Gedankensprung, ein Trugschluss.

Der Friede der USA mit den Ureinwohnern ist nicht durch Waffenbesitz, sondern durch den Einsatz von Waffen erreicht worden, genauer gesagt, durch die Vernichtung der Indianer mit Waffengewalt, bis hin zur totalen Marginalisierung.

Nachdem Nordamerika bis zum Pazifik erobert worden ist, und ein Konsens besteht, mit den Nachbarn Kanada und Mexiko, nicht mehr zu kämpfen, macht das Rüsten der USA keinen Sinn mehr. Ebenso fragwürdig ist eine Expansion in Länder wie Ukraine und Russland, von denen Amerikaner keine realistische Vorstellung haben. Das trifft auch auf Präsident Joe Biden zu.

Joe Biden scheint Größenverhältnisse nicht recht zu verstehen. Er stammt aus dem US-Kleinstaat und Steuerparadies Delaware. Die Ukraine ist 90 mal größer und Russland ist 2.650 mal so groß wie Delaware, auch 52 mal so groß wie Deutschland, dessen Kanzler Olaf Scholz große Zahlen klein denkt. Einhundert Milliarden für die Rüstung! Mal gerade so, ohne Diskussion.

So funktioniert der Geld schluckende Scholzomat

Dieser großkotzige Umgang mit unvorstellbaren Geldsummen, vorgetragen mit sanfter Stimme, ist das Markenzeichen von Olaf Scholz. Es kommt gut rüber, weil der Tonfall suggeriert: Das ist, für Leute wie uns, ganz locker zu stemmen. Diese Leichtigkeit gilt für Scholz und seine Umgebung, Minister, Banken, Bosse, Parlament und Systemjournalisten.

100 Milliarden bedeuten für jede Person, die mehr an den Staat abgibt, als sie vom Staat bekommt, etwa 2.500 Euro zusätzlich zu den direkten Steuern, Gebühren, Rundfunkbeiträgen, der Mehrwertsteuer und der Steuer auf Diesel. Die Parlamentarier, mit ihren satten Diäten, steuerfreien Pauschalen und Freifahrscheinen applaudieren laut. Wir, geschätzt 40 Millionen Nettozahler, auf dem Boden der Gesellschaft, kommen dabei nicht zu Wort, weder in der Politik, noch in den Medien. Das ist Neofeudalismus, genannt Westliche Demokratie.

Was bekommen wir für diese 2.500 Euro? Nichts, als ein wohlwollendes Zucken der Augenbrauen von Joe Biden, der wie seine Vorgänger die US-Rüstungsindustrie vertreten muss.

Der Scholzomat ist ein Glücksspielautomat, der nie auswirft, sondern nur freundlich lächelt, wenn man größere Summen hinein schmeißt. Die kleinste Münze, die er akzeptiert, ist die Milliarde.

Das Geld, das wir in den Scholzomaten stecken ist aber nicht weg. Für Geld gilt Kontinuität wie für Wasser und Energie. Nichts verschwindet wirklich.

Der größte Teil der 100 Milliarden landet auf den Konten der Rüstungsindustrie in den USA. Im Falle der Scholz-Milliarden für Corona landete der Löwenanteil bei der Pharma-Industrie, ebenfalls dominiert von USA, denn Pfizer hat sich schnell noch Biontech einverleibt. Der Scholzomat arbeitet zu Gunsten der amerikanischen Wirtschaft und zur Freude von Joe Biden.

Wo kommt das Geld her?

Aber warum kann Olaf Scholz so sicher sein, dass er dieses Geld auf dem Weg der Schuldenaufnahme bekommen wird? Es ist nicht die Zustimmung des Finanzministers Christian Lindner, sondern er weiß, dass die Banken und Notenbanken Geld aus dem Nichts erschaffen, wenn nur jemand die Schulden auf sich nimmt.

Staatsschulden sind für die Finanzwelt die besten Schulden. Erst recht deutsche Staatsschulden, besser geht es kaum. Die Geldmenge wird um 100 Milliarden erhöht, das Geld wird an Deutschland überwiesen und in den Einwurfschlitz des Scholzomaten gesteckt.

Schon für Corona-Maßnahmen haben Staaten mehrere Billionen (1 Billion = 1.000 Milliarden = 1 Million Millionen) an Neuschulden aufgenommen. Die Geldmenge wird immer um den Betrag der Staatsschulden erhöht.

Erhöhung der Geldmenge führt zur Inflation, so wie Rüstung zum Krieg führt.

Das lässt sich zwar ein wenig hinauszögern und in den offiziellen Medien verschleiern, aber es ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Rüstung und Schizophrenie

Die globale Expansion des US-Militärs ist die sinnloseste und gefährlichste Vergeudung von Ressourcen auf diesem Planeten: Stahl, Aluminium, Öl, Technik, Wissen und Seltene Erden, wertvoller als Gold. Dabei sehr wenig Einsatz von Intelligenz, Kultur und sozialem Verstand. Das alles wird gestützt durch den sogenannten Exzeptionalismus der USA.

Es gibt in den USA keine Staatsreligion, keine Kirche oder Sekte, welche das Feld dominiert, und es gibt auch sehr viel Materialismus, aber trotzdem existiert die tiefe Überzeugung: Gott ist auf unserer Seite und wir sind auf der Seite Gottes, auf der Seite des Guten, des Rechts, der unveräußerlichen Menschenrechte, der Demokratie, des unbegrenzten Geldes, des Konsums und des Wohlergehens.

Der Krieg in der Ukraine ist kein Religionskrieg, er wird nur von westlichen Politikerinnen, Journalisten und Medien mit einem Dauerfeuer an Ideologie-Fetzen und Narrativen dazu gemacht. Das geschah am 27.02.2022 erschreckender Weise auch im deutschen Bundestag.

Der Krieg wurde durch 30 Jahre Rüstung gegen Russland provoziert. Rüstung bringt immer Krieg; denn dazu ist sie da. Der Friede kommt erst später, nach dem Krieg, wenn man mit der Rüstung den Gegner fertig gemacht hat.

Wenn diejenigen, gegen die gerüstet wird, sich nicht unterwerfen wollen und stark genug sind, werden sie irgendwann zu den Waffen greifen, um Schlimmeres zu verhindern. Das haben alle Strategen vorhergesehen und gerade deshalb, weil man die aggressive Expansion der NATO leicht erkennen kann, ist das Gezeter der Politiker und Meinungsmacher so groß.

Friede ist realistischer als Rüstungswahn

Weil die Russen aber nicht für Gott und nicht gegen die westliche Demokratie, nicht gegen die gemeinsamen Werte, die Finanzmacht oder die westliche Kultur ankämpfen, sondern nur gegen die Aufrüstung ihres ehemaligen Bruderlandes Ukraine, deshalb ist dieser Krieg leicht zu beenden. Man muss nur den Frieden wollen, der nicht durch mehr Rüstung kommt, sondern durch weniger Rüstung, durch Verhandeln über die Begrenzung von Rüstung, wie seit 30 Jahren immer wieder vorgeschlagen.

Das bedeutet für die Ukraine, das größte und fruchtbarste Agrarland Europas:

Kein NATO-Beitritt, keine Stationierung von Angriffswaffen und Neutralität. Das ist etwa der Status von Österreich. Dann wären außerdem die inneren Probleme der Ukraine zu regeln, mit demokratischen Mitteln. Entmachtung der Oligarchen und Entschärfung der Nationalisten. Da sollten sich alle anderen raus halten.

Die USA sind nicht zum Frieden gewillt, weil sie am Krieg auf mehreren Ebenen enorm profitieren: Waffenexport, Fracking-Gas, sogenanntes Zusammenrücken der Nato, also Befehlsgewalt über europäische Länder. Auch Präsident Joe Biden profitiert, er will seinen Militär-Etat auf 813 Milliarden erhöhen, was normalerweise einen Kampf mit der Finanzmacht voraussetzt.

Biden nutzt dabei die diffusen Vorstellungen der Amerikaner von Ukraine und von Russland. Viele US-Bürger haben immer noch nicht kapiert, dass Russland nicht mehr kommunistisch, also kein ideologischer Feind mehr ist. Die kommunistische Bedrohung ist eine Art Höllenangst, die in den USA seit Generationen umgeht, obwohl es dafür nie einen Grund gegeben hat.

Die deutsch-russische Phantom-Feindschaft

Anders gelagert ist die Angst vor den Russen in Deutschland. Sie resultiert an erster Stelle aus einem schlechten Gewissen. Nicht Russland hat Deutschland angegriffen, sondern Deutsche sind 1941 in Russland eingefallen, um der Bevölkerung das Land und seine Rohstoffe wegzunehmen und um, nach Nazidoktrin, slawische Untermenschen zu unterjochen.

Im Gegenschlag ist die Rote Armee bis Berlin vorgedrungen und hat uns von den Nazis befreit. Politikerinnen wie Annalena Baerbock verzerren mit ihrer Rhetorik historische Tatsachen bis zur Karikatur. Wegen der technischen Überlegenheit der deutschen Armee sind in zweiten Weltkrieg mehr sowjetische Bürger umgekommen als Deutsche. Auch viele der ermordeten Juden waren Sowjetbürger. Russenhass ist eine irrationale, aber tief sitzende Wahnvorstellung, ein Relikt aus der Nazizeit.

Vom neuen Bundeskanzler hatte ich mir mehr Realismus erhofft. Der Versuch von Olaf Scholz, das Problem, das durch zu viel Aufrüstung in der Ukraine entstanden ist, durch mehr Aufrüstung in Deutschland zu lösen, geht voll daneben.

Die einzige Hoffnung, die realistisch besteht, ist die, dass wir alle (Wählerinnen, Wähler, Parlament, Parteien, Juristen, Demokratinnen, Demonstranten, Publizisten) den Wahnsinn des Sondervermögens für die Rüstung gegen Russland noch verhindern und den in Brain-Washington programmierten Scholzomaten stoppen.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf der systemkritischen Website kritilit.de

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Bildquelle: 360b / shutterstock

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Kommentare (32)

32 Kommentare zu: “Ist der Scholzomat zu stoppen? | Von Rob Kenius

  1. HarteEier sagt:

    Neueste Vorschreibungen vom Verbund für Haushaltsenergie (10mal/Jahr):

    Strom statt 9,– Euro nun 53,– E, das 6fache!

    Gas statt 30,– E nun 250,– E, das 8fache!

    bisherige Vorauszahlungen pro Jahr in Summe: 400,– E

    nunmehrige Vorauszahlungen pro Jahr in Summe:  über 3.000,– E, das 7,5fache!

    Dass das nicht bezahlbar ist, ist das eine.

    Das andere ist: wer bitte soll dann glauben, dass die Inflation bei "lächerlichen" 6% bleibt??

    Diw wird 2-stellig, und ich glaube nicht, dass die este Ziffer eine "1" sein wird …

    Geldwertverfall -> Bevölkerungsverarmung & Digitaltyrannei + -totalüberwachung

    Der Schuldige? Eh klar, die russ. Föderation!

    Die Wahrheit: the great reset, Gesellschaftsumbau, De-Industralisierung!

  2. Fritz B sagt:

    In schöner Regelmäßigkeit greift die Pharmaindustrie hunderte Milliarden ab. Vogelgrippe, Schweinegrippe und jetzt Korona. Soll das jetzt bis zum Ende alle Tage so weiter gehen? Wann wird dem endlich ein Riegel vorgeschoben, wegen Betrug, Bestechung ermittelt und das Geld zurück gefordert?

    Dazu 100 Milliarden für die Rüstungsindustrie. Als Kredit aus dem nichts geschaffen aber mit echten Zinsen belegt. Für 2021 werden, nur für den Bund, fast 10 Milliarden€ veranschlagt. <https://crp-infotec.de/deutschland-zinslast-bund/>

  3. Jack-in-the-Box sagt:

    Zunehmend habe ich den Eindruck, dass "unsere" Politiker derzeit deshalb vor keinem Wahnsinn mehr zurückschrecken, weil sie überzeugt sind, dass der ganze Unfug ohnehin im kommenden Krieg (dem letzten der Menschheit?) verschwinden wird, so dass man bedenkenlos jegliche Hemmung aus "normalen Zeiten" hinter sich lassen kann.
    Wir ja niemand mehr merken (können).

  4. Ursprung sagt:

    Busfahrer und Piloten muessen ihre Berufsausuebungstauglichkeit nachweisen und laufend ueberpruefen lassen.
    Aus naheliegenden Gruenden.
    Und unsere Funktionaere haben Narrenfreigeit?
    Ein gesellschaftlicher Funktionaer mit aufgesetzter, also gelogener Empathie ist allenfalls ein die Gesellschaft krank machender Psycho.
    Dabei waere eine Tauglichkeitspruefung so einfach: ein paar Bilder und Fragen in der Hirnscanroehre und schon weiss man, ob sie oder er (noch) berufstauglich waere und wir Restpack beruhigt unserem Leben nachgehen koennten.

  5. helli-belli sagt:

    BUILD BACK BETTER …

    → der Angriff gilt -wie so oft – keinem äusseren Feind.

    Das fiat-Geldsystem und damit das Gesamtsystem wird gerade so kontrolliert wie möglich gesprengt.

    —————–
    "BIS Innovation Hub work on central bank digital currency (CBDC)"
    [ https://www.bis.org/about/bisih/topics/cbdc.htm ]

    "A 2021 BIS survey of central banks found that 86% are actively researching the potential for CBDCs, 60% were experimenting with the technology and 14% were deploying pilot projects."
    ——————–

    PS: wie richtig erkannt – dann aber doch wieder falsch abgebogen ("kostet pro Steuerzahler…"): das Geld kommt aus dem Nichts – es geht um die Ressourcenbindung.
    … die Exportkolonie Deutschland liefert – und zurück kommt ein Schuldschein.

    und wenn nun Deutschland via fiat-100Mrd oder fiat-1000Mrd sich Waffen ins Land holt stellt sich im Fazit diesbezüglich höchstens die Frage: "wie viele Ingenieure und Facharbeiter werden dann dadurch gebunden – anstatt in Aufgaben & Projekten von welchen die eigenen Bürger einen Mehrwert hätten?"

    das aktuelle handelbilanzdefizit der USA liegt bei über 800MRD USD p.a. …
    —>> https://fred.stlouisfed.org/series/BOPGSTB

    • Rob Kenius sagt:

      Hallo helli-belli,

      du vergisst, das das Geld zwar aus dem Nichts kommt, dass wir bzw. unsere Kinder und Enkel es aber zurückzahlen müssen. Es kann natürlich etwas dazwischen kommen, aber Schulden sind zu begleichen. Darauf basiert das System. Scholz tut so, als wäre das nichts.

      Rob Kenius, https://kritlit.de

    • helli-belli sagt:

      "du vergisst, das das Geld zwar aus dem Nichts kommt, dass wir bzw. unsere Kinder und Enkel es aber zurückzahlen müssen. "

      Nein, ich glaube nur nicht mehr an den Weihnachtsmann…

      PS: die uneinbringlichen Forderungen im real existierenden "MONOPOLY mit Anschreibenlassen" können aus systemischen Gründen niemals zurückgezahlt werden.
      Frage: wo & wann wurden sie in der Geschichte denn jemals nennenswert zurückbezahlt?

      … die Analogie mit dem Weihnachtsmann ist so falsch nicht.

    • rhabarbeer sagt:

      Hallo helli-belli
      Hallo Rob Kenius

      da ihr beide euch ua auch im die Aussage `das Geld kommt aus dem Nichts` und dessen Bedeutungsmöglichkeiten dreht, möchte ich gerne etwas ergänzen:
      Natürlich können `alle` Verpflichtungen, die im Rahmen von (staatlich) aufgenommenen (Neu-)Verschuldungen / Vorfinanzierungen eingegangen wurden, niemals ausgeglichen werden!
      Jedoch ein aus meiner Sicht wesentliches, systemisches Detail liegt in der Beschreibung dessen, was bei einem VORfinanzierungsprozess denn eigentlich im Kern genau abgeht/gebucht/bilanziert wird.
      Denn das, was der `Nehmer` HINTERHER vom `Geber` zugeschrieben bekommt
      (zum einen einen Buchgeldbetrag auf dem Konto, zum anderen einen Schuldwert)
      war zwar VORHER nicht da (vllt. ein Teil entspr. der jeweiligen `Mindestreserve`;) ), entsteht jedoch eben nicht aus dem `Nichts`, sondern…
      … durch die normativ faktische Nutzung eines
      ! #BilanzierungsPRIVILEG !
      (weil
      https://pbs.twimg.com/media/FPgNwU0WYAUAxtL?format=jpg&name=medium
      )
      bei dem der `Geber` das Wertpapier des `Nehmers`
      (der von ihm unterschriebene Vertrag mit Zahlungsverpflichtung über Betrag/Monat*Jahr + dingliche Sicherheiten)
      für sich als `Haben` bilanziert und dann daraus…
      …warte mal:

      Wer ist eigentlich der `Geber` und wer der `Nehmer`?
      Und was bedeutet eigentlich die Offenbarung von Nichtigkeit?

      Auf ins Brainstorming
      https://cryptpad.fr/pad/#/2/pad/view/A5sES3+8lRGwbNAjCOCrEcHKnNFqqIBY+beyWrAemhM/

      …und viele Grüße in die Runde

    • Rob Kenius sagt:

      rhaberbeer hat Recht,
      bei der giralen Geldschöpfung kommt das Geld nicht völlig aus dem Nichst und ist zu einem geringen Teil durch Sicherheiten gedeckt. Der Rest ist ein Privileg der Banken, das sie sich einfach genommen haben, schon vor langer Zeit. Das Banken-Privileg ist ein Relikt feudalistischer Strukturen und hat in der Demokratie nichts zu suchen.

      Wer es noch genauer wissen will, liest mein Buch
      Geld stinkt zum Himmel https://kritlit.de/kob/gszh.htm

  6. Hutmacher sagt:

    Dieser schwächsten Regierung seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit einem 25% Kanzler an der Spitze fehlt es an allem was eine gute Regierung ausmachen könnte; Inspiration, Intellektualität, Souveränität alles Fehlanzeige. Stattdessen bemerkt man allenfalls einen pestilenzartigen, üblen Geruch von Fäulnis und intellektueller Armut welcher einem schier den Atem raubt.

  7. zivilist sagt:

    Hat Russland am 24.02 den Krieg in der Ukraine begonnen ? Die OECD dokumentiert, daß die Ukraine den Krieg am 17.02 mittags begonnen hat, demnach hat Russland am 24.02 begonnen, ihn zu beenden, nachhaltig.

    https://www.voltairenet.org/article216289.html

    Schweden und Finnland sollten neutral bleiben.

    Übrigens die Deutschen hat im WWII vor allem die königliche Luftwaffe ermordet, Zivilisten, mittels des wissenschaftlich optimierten Feuersturmes.

  8. zivilist sagt:

    Auch die Möglichkeiten des Krieges mit Medizinischen Mitteln wurden enorm potenziert.

    Der Corona Krieg beweist es.

    Scholz wurde von den Warburg Bankstern ja auch arg verwöhnt, nun ja, das Geld kam via Cum-Ex aus unserem Steueraufkommen.

    • sandra beimer sagt:

      CumEx == nur ein weiterer Trick um Geld in die Kriege umzuleiten. Kreative Sondersteuern.

  9. Ralle002 sagt:

    Bei Peer Steinbrück gab es im Zusammenhang mit der Ukraine ähnliche Verhaltensmuster wie bei Joe Biden:

    Zeit, 03.03.2015
    Steinbrück arbeitet als Berater an Modernisierung der Ukraine
    Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat soll den Finanzsektor der Ukraine umbauen. Gegen die Darstellung, Oligarchen beeinflussten die Arbeit, wehrt sich Steinbrück.

    Ähnlich wie Donald Trump glaubt auch Joe es, dass das Amt des US-Präsidenten mit allen möglichen "Privatgeschäften" verquickt werden könnte.

    nzz, 20.09.2019
    Familie Bidens undurchsichtige Ukraine-Connection

    Spiegel, 25.09.2019
    Gasgeschäfte des Juniors
    Joe Bidens ukrainischer Albtraum

    09.02.2020
    Ex-Generalstaatsanwalt in der Ukraine
    :Infarkt war Mordversuch
    Wiktor Schokin sollte vergiftet werden. Er behauptet, Spuren führten zu Joe Biden, einem der demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten.

    watergate.tv, 22. MAI 2020
    Erdbeben: Telefonate zwischen Biden und Poroschenko enthüllt

    Zeit, 19. Mai 2020
    Gesprächsmitschnitte belasten Joe Biden
    Die Mitschnitte geben angebliche Gespräche zwischen Joe Biden und dem ukrainischen Ex-Staatschef Petro Poroschenko wieder. Damals war Biden US-Vizepräsident.
    Darin soll Biden unter anderem mit dem ehemaligen ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko über Personalfragen in der Staatsanwaltschaft der Ukraine diskutiert haben.

    euractiv.de, 22. Mai 2020
    Jetzt ermittelt Selenskyj doch gegen Biden

    derstandard.de, 26. September 2019
    ERDGAS-UNTERNEHMEN
    Was hinter der Ukraine-Connection von Hunter Biden steckt

    Epochtimes, 4. Oktober 2019
    Ex-US-Vizepräsident Joe Biden unter Druck: Erhielt Hunter Bidens-Fonds 1,5 Mrd US-Dollar von der KP Chinas?

    en.interfax.com, 09.10.2019
    Burisma paid Joe Biden $900,000 for lobbying – Ukrainian MP

    Spiegel, 13.10.2019
    Korruptionsverdacht
    Biden verteidigt Geschäfte in Ukraine und China

    SZ, 13. Oktober 2019
    Korruptionsvorwürfe:
    Hunter Biden zieht sich aus chinesischer Firma zurück

    Spiegel, 15.10.2019
    Ukraineaffäre
    Hunter Biden räumt Fehler ein
    Er habe "unmoralischen Leuten" ermöglicht, seinem Vater zu schaden. In einem Interview spricht Joe Bidens Sohn Hunter über Fehler bei seinen Geschäften in China und der Ukraine.

    NZZ, 09.11.2019
    Am Bild der Bidens in der Ukraine-Affäre werden weitere Kratzer sichtbar

    watergate.tv, 24/09/2020
    Neuer Report legt offen: Hunter und Joe Biden im Zusammenhang mit Menschenhandel
    u.a. steht dort:
    Der Bericht besagt zudem, dass Hunter „bedeutende und beständige finanzielle Beziehungen“ mit dem Gründer Burismas, Mykola Zlochevsky, eingegangen sei und dass seine und die Firmen seines Geschäftspartners Devon Archer „Millionen von Dollar aus dieser Vereinigung erwirtschafteten“, während sein Vater Vizepräsident war.

    Obwohl Hunter doch keine Ahnung vom Erdgas-Geschäft hatte und sonst auch nichts mit der Ukraine zu tun hatte, eignete er sich eben auch wegen seines Papis für den Vorstand der Burisma Holding:

    New York Post, April 4, 2021
    Hunter Biden says taking a seat on Burisma board was no ‘mistake’

    heise.de, 15.02.2022
    Was ist denn daran "unaufgeklärt?"
    "Erinnert sei nur an die bis heute unaufgeklärte Ukraine-Affäre der Biden-Familie. Der Vorwurf, dass Biden selbst für die Entlassung eines ukrainischen Generalstaatsanwalts gesorgt habe, um Ermittlungen gegen seinen Sohn, der in der Ukraine geschäftlich aktiv war, zu verhindern, ist nicht aufgeklärt."

    infosperber.ch, 20.03.2022
    Delikate E-Mails von Bidens Sohn: keine russische Aktion

    Auch bei Joes Amtsgeschäften als US-Präsident bekommen wir das völlige Gruseln:

    uncutnews.ch, 09.10.2020
    Biden ernennt ein Vorstandsmitglied von Raytheon zum Anführer der US Kriegsmaschine

    wsws, 19. November 2020
    Biden nimmt Kriegsbefürworter aus Denkfabriken und ehemalige Pentagon-Funktionäre in sein Übergangsteam

    dw.com, 29.03.2022
    Biden will im neuen Haushalt Rekordausgaben für Verteidigung

    Beim Staat müssten doch die Ausgaben etwa ähnlich funktionieren, wie bei der sog. "Schwäbischen Hausfrau".

    derstard.de, 15. Juli 2020
    US-WAHL
    Biden will zwei Billionen Dollar in saubere Energie investieren

    Joe war aber auch bereits einer der wichtigsten Befürworter des Irakkriegs:

    ND, 20.11.2020
    Bei Bedarf: Krieg
    u.a. steht dort:
    Er (Joe) war einer der wichtigsten Befürworter des Irakkrieges und hat gute Beziehungen zur Rüstungsindustrie.

    Das ist also Joes Demokratieverständnis:

    Spiegel, 16.06.2020
    US-Präsidentschaftskampagne
    Joe Biden sammelt so viele Spenden wie noch nie

    dw.com, 14.09.2020
    USA
    Bloomberg gibt Biden riesige Finanzspritze

    n-tv, 17.08.2020
    Die dunkle Seite des Demokraten
    Biden kämpft auch gegen die Vergangenheit
    u.a. steht dort:
    So arbeitete Biden in den 1970er Jahren mit Befürwortern der Rassentrennung zusammen, womit er die Gleichstellung afroamerikanischer Kinder in Schulen erschwerte.

    Joe hat also nicht nur die Korruptionsermittlungen gegen Burisma gestoppt.
    Auch die heimischen sozialen Netzwerke hatte er bei seinem Präsidentschaftswahlkampf im Griff:

    nzz.ch, 15.10.2020
    Das unheilvolle Zusammenspiel zwischen unseriösem Journalismus und verunsicherten sozialen Netzwerken
    Twitter blockt einen negativen Artikel über Joe Bidens Sohn, rudert zurück – und zeigt damit die Nervosität der sozialen Netzwerke vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Das kann gefährlich werden.

    Zeit, 19. Oktober 2020
    Es gibt kein Korrektiv für soziale Medien
    Twitter und Facebook haben versucht, die Verbreitung eines Artikels über Joe Bidens Sohn zu verhindern. Sie sind zu Schiedsrichtern geworden, die niemand kontrolliert.

    Normalerweise müsste ein US-Präsident es verstehen, warum das Geld- und Bankensystem Kriege verursacht. Stattdessen scheint Joe in vielen Bereichen einfach nur gar keinen Durchblick zu haben:

    derwesten.de, 05.11.2020
    Joe Biden und Demenz-Gerüchte: Er verwechselte Enkelin mit seinem toten Sohn

    express.at, 17 März 2022
    US-Präsident Biden schickt Ukraine 20 Millionen Schuss Munition!

    das Wirken von Hunter Biden:

    germanic.news, March 18, 2022
    Der vergessene – und ignorierte – Kontext für die Entstehung der Laptop-Story von Hunter Biden

    FR, 20.03.2022
    Hunter Biden und sein Laptop – Was steckt hinter der Geschichte?

    thenationalpulse.com, March 24, 2022
    EXCLUSIVE: Hunter Biden Bio Firm Partnered With Ukrainian Researchers ‘Isolating Deadly Pathogens’ Using Funds From Obama’s Defense Department.

    Ähnlich wie Bill Gates kann sich aber auch Joe einen Fakten-Checker leisten:

    politifact.com
    The facts behind the Russian, right-wing narratives claiming Hunter Biden funded biolabs in Ukraine

  10. Andreas I. sagt:

    Ein Imperium ist auf den Gehorsam der Provinzfürsten angewiesen und deswegen kann da nicht mehr sein als sowas wie Kohl, Schröder, Merkel, Scholz.

    • _Box sagt:

      In dem Falle ist aber Scholz lediglich Haushofmeister und Friede Springer z.B. eine Provinzfürstin. Herr Schramm hatte das in Frau Merkels Kanzlerschaft einmal pointiert ausgeführt:

      „Daß Angela Merkel zur mächtigsten Frau der Welt gekürt wurde, ist eine Farce. Sie ist noch nicht einmal die mächtigste Frau im eigenen Land. Daß die Zeitungen jetzt schreiben Ursula von der Leyen ist die zweitmächtigste Frau in Deutschland ist eine Vertölpelung, Verdummbeutelung von ihnen und zwar eine Bewußte, der Presse die es schreibt. Die mächtigsten beiden Frauen in diesem Land sind Liz Mohn und Friede Springer. Bertelsmann und Bild-Konzern. Die Bild-Zeitung, die den Analphabetismus bereits im Namen und in die Lande trägt. Bertelsmann und Bild, die lautstarken Herolde eines maroden Systems, das weltweit an den Fäden der Geldverleiher zappelt.
      Eine Handbewegung von Friede Springer genügt und die Lohnschreiber werden die Kanzlerin endgültig vom Thron holen und werfen sie ihrer eigenen Partei zum Fraß vor.
      Vielleicht erleben wir es schon demnächst. Die wahrhaft Mächtigen sind gewiss, daß sie die Gunst des Volkes schon verloren haben. Das macht die Kanzlerin so wertvoll, denn solange sie die Gunst des Volkes hat, solange wird sie gebraucht. Aber nur solange sie die Gunst der Macht hat, wird sie es tun können.
      Eine Symbiose nennt man das in der Biologie. Aber wenn es zu Lasten des Wirtstiers geht nennt man es eine parasitäre Symbiose.
      Und das Wirtstier, das sind bedauerlicherweise wir.“
      (Prix Pantheon 2010 – Georg Schramm)

      Und wegen Wirtstier, das hängt auch ungemein mit Souveränität zusammen:

      Das deutsche Großkapital kam wie sein Pendant in den USA erheblich besser durch die Corona-Krise als die übrige Wirtschaft und die Normalbevölkerung. Die Bezeichnung »deutsch« ist dabei relativ. Das Aktienkapital der 30 DAX-Unternehmen befindet sich zu mehr als der Hälfte in ausländischem Besitz. Der Aktienindex der 30 größten deutschen Konzerne überwand am 7. Januar 2021 zum ersten Mal die Marke von 14 000 Punkten, kurz nachdem der Corona-Lockdown noch einmal verlängert und verschärft worden war. Über das Katastrophenjahr 2020 hinweglegte er um 3,5 Prozent zu. Am 30. März, als der sogenannte November-Lockdown seinen fünften Monat vollendete und Angela Merkel gerade ihre aus Panik vor der »dritten Welle« verfügte »Osterruhe« zurückgenommen und die deutsche Corona-Politik in einen Scherbenhaufen verwandelt hatte, als die Warnungen vor Masseninsolvenzen es schon nicht mehr in die Zeitungen schafften, schloss das Börsenbarometer zum ersten Mal über 15 000 Punkten. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die deutsche Wirtschaftsleistung 2020 um rund fünf Prozent einbrach und im ersten Quartal des Jahres 2021 nochmals um knapp zwei Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal zurückging.

      Perioden mit kräftigen Marktbewegungen bescheren den Managern von Hedgefonds und deren Kunden große Bereicherungsmöglichkeiten. Hedgefonds sind Investmentsfonds für Reiche und institutionelle Investoren, die die sich auf besonders riskante und ertragreiche Strategien spezialisieren. Nicht selten werden dabei die Grenzen des Legalen ausgetestet, was etwa die Nutzung von Insiderwissen oder Marktmanipulation angeht. Schon zu normalen Zeiten dürfen sich die erfolgreichsten Hedgefonds-Manager bisweilen über Milliardengeschäfte freuen. Das schreibt sich so leicht hin. Eine Milliarde sind eintausend Millionen, und wir sprechen vom Einkommen eines einzelnen Menschen in einem einzigen Jahr. Das Corona-Jahr 2020 war in dieser Hinsicht ein besonders gutes Jahr: Das Vermögen der 25 bestverdienenden Hedgefonds-Manager stieg um insgesamt 32 Milliarden Dollar. Ein Rekord. Das ist kein zusätzlicher Wohlstand, sondern reine Umverteilung. Wenn jemand mit Finanzjonglage in einem Jahr eine Milliarde verdient, dann bezahlt das jemand. Um die 32 Milliarden Dollar für diese zwei dutzend Menschen zusammenzubringen, müssen 32 Millionen Menschen je 1000 Dollar in den Topf tun.
      (Norbert Häring, Endspiel des Kapitalismus – Wie die Konzerne die Macht übernahmen und wie wir sie zurückholen, S. 24/25)

      Auch dazu:

      Viel in den Händen weniger
      27. Januar 2018 Arno Kleinebeckel

      Eine Studie zeigt, wie sich der Reichtum in Deutschland über 140 Jahre verteilt

      Erstmals in Deutschland wird die Einkommensverteilung über einen Zeitraum von rund 140 Jahren präsentiert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hat einen entsprechenden Report vorgelegt.

      Der Bericht basiert teilweise auf einem Diskussionspapier der World Wealth and Income Database 2017/18 ("Top incomes in Germany, 1871-2013"), er bildet außerdem die Grundlage für das Deutschland-Kapitel des World Inequality Report (WIR) 2018.

      Beständige Top-Ten

      Das Ergebnis der Untersuchung zeugt von Beständigkeit, zumindest was die oft zitierten oberen Zehntausend betrifft: Die Entwicklung der Spitzeneinkommen in Deutschland zeigt sich während des untersuchten Zeitraums überraschend stabil. Über alle politischen und ökonomischen Krisen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts hinweg hat sich der Einkommensanteil der Top-Ten-Prozent kaum verändert. Auf Basis von Steuerdaten lag er sowohl 1913 als auch 2013 bei rund 40 Prozent des Volkseinkommens.
      (…)
      Keine "Stunde Null" für Spitzenverdiener

      Angesichts der großen historischen Spanne und einiger handfester methodischer Probleme ist das Unterfangen doppelt zu würdigen. Und die Ergebnisse sind zum Teil überraschend. So gab es für die Spitzenverdiener nach dem Untergang des Nazistaats keine "Stunde Null": Die Nachkriegszeit in Deutschland weist eine hohe Einkommenskonzentration am oberen Rand aus.

      Dies widerspricht der geläufigen Annahme, dass die "Stunde Null" eine Zeit der relativen Gleichheit, und zwar auch der Einkommen, gewesen sei. Die DIW-Daten zeigen für den obersten Rand der Verteilung genau das Gegenteil.

      Der DIW-Report teilt den Zeitraum von 1871 bis 2013 in fünf Perioden ein. Grob gesagt, brachte die Industrialisierung eine klar ansteigende Einkommenskonzentration, gefolgt von explodierenden Spitzeneinkommen im Nationalsozialismus. Der Anteil des obersten Perzentils wuchs von 11 Prozent im Jahr 1933 auf 17 Prozent im Jahr 1938, was der Studie zufolge kaum zur Anti-Kapitalismus-Propaganda der Nationalsozialisten passt.

      Über die "untere Hälfte" nach dem Zweiten Weltkrieg bietet der Report wenig, weil nur ein Teil der Bevölkerung einkommenssteuerpflichtig war. Die Einkommenskonzentration am oberen Rand blieb bestehen. Die weniger Privilegierten jedoch büßten in der Folge ein.

      1960 erhielt die untere Hälfte der Bevölkerung – nach einem zunächst starken Zuwachs der Einkommensanteile – mehr als 30 Prozent des Volkseinkommens, 2017 hingegen waren es noch gerade mal 17 Prozent (vor Steuern und staatlichen Transferleistungen). Mit der deutschen Wiedervereinigung ist die Schere definitiv weiter auseinander gegangen.
      (…)
      Der Einkommensanteil des obersten Perzentils in Deutschland ist heute ähnlich hoch wie in Großbritannien. "Wir wissen", so die Autorin, "dass Unternehmens- und Vermögenseinkommen denjenigen am oberen Rand der Verteilung zufließen. Daher kann man spekulieren, dass wir eine zunehmende Spreizung zu erwarten haben, wenn wir nicht politisch auf irgendeine Art und Weise dagegen vorgehen."

      Teilhabe als Illusion

      Anders ausgedrückt: Ein Großteil des Vermögens in Deutschland ist in den Händen von wenigen Superreichen. So drückt es eines der sogenannten Diskussionspapiere des DIW aus, das ebenfalls gerade erschienen ist. Die 45 reichsten deutschen Haushalte besaßen demzufolge 2014 so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung.

      https://www.heise.de/tp/features/Viel-in-den-Haenden-weniger-3952477.html?seite=all

      Sie sehen alles was von übel für die Allermeisten ist, ist üblicherweise außerordentlich lukrativ für den Geldadel. Auf dieser Basis für ihn und durch ihn werden die Entscheidungen getroffen.

  11. rote Flora sagt:

    Die USA sind Leichenfledderer, man kann den Amerikanern leider gar nicht trauen. Und da wir kein souveräner Staat sind, sondern ein Vassall Amerikas, kann man unserer Regierung auch nicht trauen…leider.

  12. gabrieleweis sagt:

    Können wir über die Konflikte, die einmal mehr hochkochen, nicht doch vielleicht einmal anders nachdenken als in den oben stehenden Kommentaren, wenn wir ihre Zerstörungskraft meiden wollen ?!

    Alle hätten doch genug in ihren eigenen Bereichen zu kehren ! Schrägste Feindbilder und ´Strafvorstellungen´ – in den Wind !!

    Ich hätte da die folgenden Nachdenklichkeiten:
    http://www.buergerbeteiligung-neu-etablieren.de/000-blickwechsel/index.html

  13. hog1951 sagt:

    Moin, Rob Kenius, man kann es m.M. nach auch auf den Punkt bringen:
    Nachdem die Pharmaindustrie abgesahnt hat, fordert nun die Ruestungsindustrie ihren Anteil!

    mfG

  14. Remo sagt:

    Wir brauchen die direkte Demokratie, also daß wir als Bevölkerung über wichtige Entscheidungen abstimmen können. So wie das in der Schweiz möglich ist. Leider wird dies -ich weiß nicht, wie lange schon- von der Regierung verhindert.

    Allerdings muß vorher oder parallel dazu die Bevölkerung mehr Medienkompetenz erreichen, um nicht gehirngewaschen werden zu können.

    Wie das zu erreichen ist, weiß ich allerdings leider auch nicht.

    Ich selbst habe viel von Daniele Ganser gelernt. Für die, die ihn noch nicht kennen sollten, empfehle ich seinen Youtube-Kanal.

    • hog1951 sagt:

      Moin, #Remo,
      ja, direkte Demokratie und Medienkompetenz (…).
      Diese wichtigen Voraussetzungen sind leider nicht zum Nulltarif zu bekommen. Im Gegenteil, die Herrschenden tun alles dafuer, dass das Volk dumm bleibt (Stichwort: Bologna-Prozess) und die Demokratie ist fuer sie wie ein rotes Tuch.
      Was gälte, wäre die Obhut ueber diese Aspekte des gesellschaftlichen Lebens den Herrschenden aus der Hand zu nehmen.
      Ernst Wolff beschreibt in seinem Kommentar v. 4.4.22 die Konzentration der globalen Macht in den Händen der Konzerne. Dann wird es schwieriger sich ueber verschiedene Sprachen zu vereinheitlichen im Kampf gegen Missstände und Unterdrueckung.

      mfG

  15. Querdenker sagt:

    "Vom neuen Bundeskanzler hatte ich mir mehr Realismus erhofft."

    In welcher Welt lebt Herr Rob Kenius? In La La Land? So eine Hoffnung ist, gelinde gesagt, sehr naiv. Aber genau das ist auch immer wieder der Grund warum SPD, CDU, FDP und die anderen gewählt werden, man hofft halt, dass es beim nächsten Mal vielleicht besser wird. So brauchen wir uns nicht wundern, wo wir mit unserer Politkaste hingekommen sind :-(

  16. Alex C sagt:

    Niemand hat Russland zum Krieg gezwungen.
    Sie vergessen zu schreiben dass Russland schon seid fast 20 Jahren permanent aufrüstet und Waffen entwickelt die nichtmal die USA entwickelt haben wie zum Beispiel die Hyperschallraketen.
    Jelzin wollte langfristig in die Nato und hat die Wirtschaft reformiert. Dann jetzt noch etwas von Natoosterweiterung zu faseln ist im kalten Krieg hängen geblieben.
    Nutznießer Putin fährt jetzt die Karre gegen die Wand.
    Russland gab zeitweise 80 Milliarden pro Jahr, aktuell gute 60 Milliarden für Militär aus im Gegensatz zu Deutschland mit 30-50 Milliarden. Und das obwohl Russlands Bip gerade mal ein Drittel des deutschen Bip´s hat.
    Also trotz armen Menschen pumpt Russland Milliarden in die Armee und baut einen nationalistischen Staat auf.
    Keine Kohle aber den großen Macker spielen und weltweit militärisch mitmischen. Putin Größenwahn ist kaum zu toppen.
    Die Nato hätte schon längst Russland plattmachen können aber wer will denn das? Niemand!

    • Querdenker sagt:

      https://www.msnbc.com/opinion/msnbc-opinion/russia-s-ukraine-invasion-may-have-been-preventable-n1290831
      “The choice that we faced in Ukraine — and I'm using the past tense there intentionally — was whether Russia exercised a veto over NATO involvement in Ukraine on the negotiating table or on the battlefield, And we elected to make sure that the veto was exercised on the battlefield, hoping that either Putin would stay his hand or that the military operation would fail.”

    • Querdenker sagt:

      Oder zu gut Deutsch
      "Die Wahl, vor der wir [USA] in der Ukraine standen – und ich nutze absichtlich die Vergangenheitsform – war, ob Russland sein Veto zu einer NATO-Beteiligung in der Ukraine am Verhandlungstisch oder auf dem Schlachtfeld ausüben würde. Und wir [USA] entschieden uns, dafür zu sorgen, dass das Veto auf dem Schlachtfeld ausgeübt wird, in der Hoffnung, dass Putin sich entweder zurückhält oder der Militäreinsatz scheitert."

    • hog1951 sagt:

      Sagen Sie Alex C sind Sie nur naiv oder auch dumm?
      Sie kommen immer wieder mit dem gleichen Unfug. Diese ganze Geschichte hat etwas mit Geopolitik zu tun und so hat es Präsident Putin gesagt: Die Situation in Eurasien erfordert, unter der Prämisse, dass sich alle Staaten frei und friedlich entwickeln können, gewisse Voraussetzungen, die eingehalten werden muessen. Die sog. roten Linien.
      Nachdem nun Jelzin anfing die Ressourcen Russlands an die USA zu verscherbeln, war sein Nachfolger (Putin) gewarnt und stoppte diesen Ausverkauf, als er Präsident wurde.
      Da man aber (leider) den USA nicht trauen kann, dass sie abgeschlossene Verträge auch einhalten, war es sehr vorausschauend, dass RU sich selbst mit Waffen versorgte, um einen Angriff parieren zu können.
      Was den Zeitpunkt angeht, zu der die militärische Aktion begann, so hatte man hier mehrmals lesen können, dass sie erfolgte, nachdem die Ukraine das Scharfmachen auf die Spitze trieb und von atomarer Bewaffnung faselte.
      Man sollte sich IMMER fragen, wer den Nutzen hat. Und hier ist es so, dass wieder einmal die USA auf der anderen Seite des Atlantiks sich die Hände reiben und zusehen, wie sich die Deutschen und Russland gegenseitig bekämpfen.

    • Andreas I. sagt:

      @ Querdenker
      Offensichtlich träumen einige in USA davon, Russland ein zweites Afghanistan zu bereiten (hoffen, dass der russ. Militäreinsatz in der Ukraine scheitert).
      Solche Stimmen gab es auch schon seit 2015 betreffend Syrien.
      Aber es sieht eher so aus, dass auf beiden Feldern USA scheitert (nach Afghanistan).

    • Andreas I. sagt:

      @ hog1951
      USA würde niemals Russland angreifen; nein nein USA sind doch die GUUUUUUUUUUUUTEN !!1!11!!will das denn niemand endlich einsehen?! Jugoslawien, Irak und Libyen haben sich ja selbst zerstört, da hatte USA doch gar nichts mit zu tun! Das waren der böse Milosevic, der böse Hussein und der böse Gaddafi, ganz so wie jetzt nur der böse Putin ganz alleine! :-D

    • hog1951 sagt:

      Moin, #Andreas I,
      Hab´ ich irgendetwas nicht richtig verstanden? Oder pflichten Sie mir bei?
      Das was Sie schreiben (5.4.22 um 9.55) kann ich nur unterstuetzen!
      Ich hatte mit meinem letzten Satz darauf hinweisen wollen, wer den Nutzen hat z.Z.

      mfG

    • Out-law sagt:

      Man kann niemanden von seiner Meinung überzeugen ,doch man kann immer eines Besseren belehrt werden ,wenn der Geldbeutel geleert das Haus weg ,die Kid´s zum Militär eingezogen und Täuschland für die USA die Drecksarbeit machen darf . Spätestens dann könnte auch einem "Stolzomat" wegen absolutem Strommangel (das denk ich auch ) :-)) der Stecker gezogen werden .Und wer sich nicht an dem Schuldenberg dieser "Stolz&Bockbeckspringer-Regierung " beteiligen will,sollte schon mal die Koffer packen .:-))

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