Gedankenknoten – Naturphilosophie | Von Bernd Lukoschik

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Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.

Das Thema heute: Naturphilosophie

Was Kopernikus wirklich Kopfzerbrechen bereitete!

Statt weiterhin in der Erde den Mittelpunkt des Kosmos zu sehen, wollte Kopernikus die Sonne im Zentrum platzieren und die Erde und alle Planeten um sie drehen lassen. Das musste natürlich auf Widerstand stoßen, sowohl bei der zeitgenössischen Theologie als auch bei der von Aristoteles beherrschten damaligen Naturphilosophie.

Aber auch abgesehen davon stellten sich Kopernikus sehr schwerwiegende Probleme, und zwar aus dem physikalischen Teil der damaligen Naturphilosophie selbst. Angenommen, ein Körper falle von einem Turm herab. Er wird sich dann, einer geraden Linie folgend, direkt senkrecht nach unten bewegen. Während seines Falls bewegt sich jedoch die Erde weiter und mit ihr der Turm. Die Tatsache, so der Einwand des aristotelischen Physikers zu Kopernikus’ Zeiten, dass sich die Erde unter dem fallenden Körper weiterbewegt, hat keine Auswirkung auf seine eigene senkrechte Bahn. Er kann der Erde nicht nachlaufen, denn in Richtung Erdbewegung gibt es ja keine antreibende Kraft mehr, die nach Aristoteles’ Lehre nötig wäre. Also müsste er ein wenig versetzt vom lotrecht unter dem oberen Fixpunkt liegenden Fußpunkt des Turms auftreffen. Was er jedoch nicht tut!

Ein anderes Problem: Zusätzlich zur Vorwärtsbewegung soll die Erde noch um ihre Achse rotieren. Das müssten alle Dinge einschließlich der Lebewesen spüren, denn bei einer Rotationsbewegung dieses Ausmaßes würden Zentrifugalkräfte auf sie wirken, die alles von der Erde weg treiben würden. Auch so etwas ist nicht wahrnehmbar.

Schwerwiegende Probleme, wenn man wie Kopernikus noch der Physik des Aristoteles anhängt und noch keine andere Physik, vor allem keine andere Vorstellung von Bewegung und ihrer Ursache zur Verfügung hat! Eine andere Physik zu schaffen wurde die mühsame Arbeit eines Descartes, Galilei und Newtons.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock

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Kommentare (4)

4 Kommentare zu: “Gedankenknoten – Naturphilosophie | Von Bernd Lukoschik

  1. Ursprung sagt:

    Was physikalische Unpaesslichkeiten betrifft, haben Einstein und Planck mit spezieller und relativer sowie Unschaerfe-Theorie versucht, grundsaetzliche klassische Widersprueche aufzuloesen.
    Es gibt aehnliche Problematiken in der Sicht auf biologisch-evolutionaere Welten und deren Interpretationen. Beispielsweise verlangt ein Hang zur Weltregierung nicht zwingend die Schimaervorstellung eines Gottesstaates? Ist Schwab/WEF daher nicht kompletto absurd?
    Und wird Biologie etwa nach solchem Muster "gestreamt" (von uns "begutachtet")?
    Was bedeutet "Fuelle" in der Natur und ist sie deren "Geheimnis" der unendlich vielen Individuen z. B. per Gedaerminhalt oder Baumgeaest?
    Ist die Biowelt/Natur multipolar oder megalopolar (unendlich viele Pole) und ist Natur im Naturrecht womoeglich zwingend das einzig verbleibende Prinzip und zugleich die einzig moegliche Existenzbedingung in "einer Demokratie mit evolutionaerer Fuelle"?

  2. Eurythmuse sagt:

    Interessant, dass die Argumente, die heute von manchen "Flacherdlern" gebracht werden, denen der Zweifler an Kopernikus ähneln. Als ob es die ganzen Denker nie gegeben hätte, die sich seitdem wissenschaftlich mit den Problemen befasst hätten und das untermauert haben. Und dann soll plötzlich ausreichen, was man sich so beim Feierabendbierchen zusammenreimt, um das alles auszuhebeln? Man begegnet in unserer Zeit schon komischen Theorien. Danke, dass manchmal ein so kurzer Beitrag ausreicht, den Blick darauf wieder zu klären!

  3. Jack-in-the-Box sagt:

    Zu einer Naturphilosophie gehört natürlich auch "die neue Natur", die nach der Vernichtung der "alten Natur" nunmehr Platz greifen soll. Woran da gearbeitet wird – auch wenn wir nicht sicher wissen können, wie weit das alles wirklich schon funktioniert – wird hier berichtet:
    https://odysee.com/s97de
    (Corona Ausschuss)
    Der Vortrag des Amerikaners, Todd Calender, Rechtsanwalt, ist simultan übersetzt und beginnt ab 3 Stunden 15 Minuten.
    Da fällt wir wieder der bekannte Satz ein: "WIR SCHAFFEN DAS!".

  4. Und etwa 400 Jahre nach Kepler, Descartes, Galilei und Newton braucht man schon wieder eine Wende, weil sich inzwischen Annahmen über eine endliche Wirkbewegung (Lichtbewegung) weitgehend bestätigt haben und sich Uhren als Zeitmessgeräte als hochgradig unzuverlässig erwiesen.

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