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Gaza – das ausgesperrte Leid | Von Dirk C. Fleck

Gaza – das ausgesperrte Leid | Von Dirk C. Fleck

Ein Meinungsbeitrag von Dirk C. Fleck.

Von Anchorage bis Aserbaidschan, von Stockholm bis St. Louis, von Tokio bis Toronto, von Wembley bis in den Prinzenpark, vom Madison Square Garden bis in die O2-Arenen dieser Welt, von Großdemos bis zu stillen Gedenkveranstaltungen – überall auf der Welt erheben Menschen ihre Stimme gegen den Genozid in Gaza. Und es werden von Tag zu Tag mehr, die sich verzweifelt Luft verschaffen. Eine Flutwelle der Empörung und des Mitgefühls schwappt über den Globus. Die Wahrheit über Israels Vernichtungsfeldzug bricht sich vor allem im Internet Bahn. Es kommen Verbrechen von solcher Scheußlichkeit an die Öffentlichkeit, dass man sich fragt, wieso das abgeerntete Leid der Palästinenser die Politiker dieser Welt kaum zu beeindrucken vermag.

Ich versage mir an dieser Stelle den Verdacht, dass es womöglich mit Israels enormen Einfluss auf die internationalen Finanzmärkte zu tun haben könnte. Jedenfalls ist die Großmacht USA nicht in der Lage, sich des Knebels zu entledigen, der einen politischen Handlungsspielraum in Sachen Palästina unmöglich macht. Immerhin sind einige Länder inzwischen aus der Allianz der Genozid-Dulder ausgeschert, allen voran Spanien und Schweden. Gott sei ihnen gnädig …

Während die Welt eine noch nie da gewesene Welle der Solidarität erlebt, gibt es auf dem Globus ein kleines „gallisches Dorf“, das jede Sympathie-Bezeugung für das gemeuchelte palästinensische Volk im Keim zu ersticken versucht. Deutschland heißt dieses Dorf, in dem Medien und Politik in schöner Eintracht die Antisemitismus-Keule gegen jeden schwingen, der es wagt, an Israels Vernichtungswahn Kritik zu üben. Der Hinweis darauf, dass unter den Juden selbst die Kritik am zionistischen Amoklauf immer lauter wird, zählt nicht. Das tragen einer palästinensischen Flagge weist einen in Deutschland, das Israel weiterhin fleißig mit Waffen bedient, unweigerlich als Terroristen aus. Auch der Schreiber dieser Zeilen kann sich nicht sicher sein, ob es nicht morgens früh um fünf heftig an seiner Tür bollert. Die Reihen gegen die Kritiker Netanjahus („Geschenk Gottes“), die sich dem deutschen Schuldkomplex angesichts des Massenmordes in Gaza nicht unterwerfen mögen, sind fest geschlossen. Die AfD ist auch dabei, vergessen wir das nicht.

FREE PALASTINE! Das ist der Ruf, der wie ein akustischer Orkan um die Erde tobt. Er entströmt den Herzen von Millionen Menschen, die sich in ihrem Schmerz, ihrer Ohnmacht und ihrem Mitgefühl in guter Gesellschaft wissen. Hierzulande, wo man alles sagen darf, aber sich natürlich der Konsequenzen bewusst sein muss, wie es die Propaganda-Spritze des ZDF, Dunja Hayali am 29. Januar 2021 im „Morgenmagazin“ formulierte, ist Gaza in der öffentlichen Diskussion und Wahrnehmung ausgesperrt, ausgespart. Ist Gaza tabu. So tabu wie es einst der Holocaust in Deutschland war.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Blick auf die Stadt Beit Hanun (Nord-Gaza)
Bildquelle: Alan Kolnik / shutterstock


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