F 35 für die Bundeswehr? Der Starfighter lässt grüßen | Von Peter Haisenko

Ein Kommentar von Peter Haisenko.

Würden Sie ein Auto kaufen, von dem im Herstellerland bekannt ist, dass 845 Fehler eingebaut sind, von denen immerhin sechs zu einem tödlichen Unfall führen können? Oder gar ein Flugzeug? Das Kampfflugzeug F 35 aus US-Produktion befindet sich genau in diesem Zustand und die Bundesregierung will sogar 35 Stück für etwa 15 Milliarden kaufen.

Die F 35 hatte vom Anfang ihrer Entwicklung massive Probleme, die die Indienststellung um Jahre verzögerte. Aber selbst nachdem die US-Luftwaffe die ersten Exemplare hatte, rissen die Probleme nicht ab. So musste zum Beispiel der Schleudersitz, mit dem sich Piloten aus einem abstürzenden Flugzeug retten sollen, komplett neu gestaltet werden. Es hatte sich herausgestellt, dass dieses Rettungsgerät selbst den Piloten bei Gebrauch umbringen kann. Das gesamte Projekt war zu anspruchsvoll ausgelegt und kostete schließlich ein Vielfaches der anvisierten Entwicklungskosten.

Nach wie vor sind die Zuverlässigkeit und der Wartungsaufwand jenseits dessen, was von einem modernen Kampfflugzeug erwartet werden kann.

Auch was die Einsatztauglichkeit betrifft, ist die F 35 ein fragwürdiges Projekt. Sowohl was die Wendigkeit für den Luftkampf anlangt, als auch die Endgeschwindigkeit, kann dieser fliegende Computer nicht einmal mit dem Eurofighter mithalten. Zudem verlässt sie sich auf nur einen Motor und der ist so an seine Leistungsspitze getrieben, dass sich die Ausfälle häufen. Blöd nur, dass man notlanden oder abstürzen muss, wenn dieser eine Motor ausfällt — um sich dann einem Schleudersitz anzuvertrauen, der immer noch nicht das Gelbe vom Ei ist.

Das teuerste Flugzeug aller Zeiten hat die meisten bekannten Mängel

Die F 35 ist ein typisches Beispiel für das realitätsferne Vorgehen, das sich im Westen eingebürgert hat. Irgendwelche Strategen oder Kaufleute fordern ein neues Produkt mit großartigen Eigenschaften, ohne Rücksicht auf den Stand der Technik zu nehmen. Wie? Das gibt es noch nicht? Dann entwickelt es, und zwar in noch nie dagewesener Geschwindigkeit, wird den Ingenieuren aufgetragen. Die tun ihr Bestes, aber insbesondere wegen des Zeitdrucks sind die projizierten Lösungen weder ausgereift noch erprobt oder praxistauglich. Fühlt sich da jemand an die sogenannten “Corona-Impfstoffe” erinnert?

Jede F 35 wird mit Kosten von etwa 400 Millionen veranschlagt und da sind die Folgekosten für Wartung und Betrieb noch nicht dabei. Sie ist so das teuerste Flugzeug aller Zeiten und gleichzeitig dasjenige mit den meisten bekannten Mängeln. ntv meldet dazu: “Die von der Bundesregierung bestellten F35-Tarnkappenjets weisen angeblich laut einem Pentagon-Bericht erhebliche Mängel auf. Das berichtet die “Welt” unter Berufung auf die NGO “Project on Government Oversight” (POGO). Demnach seien 845 Fehler an dem zukünftigen Bundeswehr-Jet festgestellt worden – sechs davon seien schwerwiegend und könnten zum Absturz führen. Die USA sollen bereits erste Konsequenzen aus dem Bericht gezogen haben. Statt der ursprünglich 94 F35-Jets will die US-Luftwaffe nur noch 61 bestellen.”

Die USA selbst haben also bereits die Reißleine gezogen. Das bringt den Hersteller Lockheed Martin in die Bredouille. Wer muss da aushelfen? Natürlich die BRD. 35 Stück sollen gekauft werden und das kompensiert den Ausfall an Bestellungen des US-Militärs reichlich. Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz sagt dazu nur, “Mit der F-35 bekomme die Bundeswehr das modernste Kampfflugzeug weltweit”. Ja toll! Modern aber untauglich, wie der neueste Bericht des Pentagon aufzeigt: Demnach seien die Jets sehr unzuverlässig. Die sogenannte Verfügbarkeit der F35-Flotten liegt bei nur 65 Prozent. Damit ist der Anteil der Jets gemeint, die jederzeit einsatzbereit sind und nicht wegen Wartungsarbeiten ausfallen. Der Standard für andere Flotten liegt zwischen 75 und 80 Prozent. Da befindet sich die F 35 zwar im Rahmen der allgemeinen Einsatzfähigkeit der Bundeswehr, aber das ist nicht alles.

Die “fliegenden Computer” sind anfällig für Cyberattacken 

Auch das Hochleistungstriebwerk der F-35 weist Probleme auf. Nach Angaben der “Welt” standen Ende September mehr als 50 US-F35 mit Motorausfall im Hangar – ein Mangel an Ersatzteilen soll die Probleme verursacht haben. Im Pentagon-Bericht heißt es, dass der “Mangel an Ersatzteilbeständen und die begrenzten Reparaturkapazitäten auf Komponentenebene zu den Engpässen bei der Ersatzteilversorgung beitragen”, wie POGO berichtet. Nicht nur die Häufigkeit der F-35-Ausfälle wirkt sich auf die Gesamtleistung der Flotte aus, sondern auch die Dauer der Reparaturen. Wie POGO weiter berichtet, stellten Wartungsmitarbeiter fest, dass die Reparaturen im Durchschnitt mehr als doppelt so lange dauern, wie ursprünglich von Lockheed Martin vorgesehen.

Die Triebwerke der F-35, die Kabinenhaube und die Tarnkappenbeschichtung sind nur einige der Komponenten, die als Hauptursache für die langen Reparaturen genannt wurden.

Die F 35 soll den alten Tornado als Atomwaffenträger ersetzen. Ganz abgesehen davon, dass ich der Auffassung bin, dass Deutschland keine solchen Angriffswaffen haben sollte, liegt der Knackpunkt genau da. Wie die “Welt” berichtet, verzögert sich auch die Entwicklung eines Software-Updates, das die Kompatibilität mit bestimmten Freifall-Atombomben ermöglichen würde – ein wesentlicher Grund für das Interesse der deutschen Bundeswehr.

Da bliebe als Kaufargument nur noch die elektronische Ausstattung, aber auch da hakt es. Eine besondere Fähigkeit der F35-Flotte soll die digitale Vernetzung aller Jets sein. Sie sollen als “fliegende Computer” bezeichnet werden, wie POGO schreibt. Doch genau das könnte die Flotte zunehmend anfällig für Cyberattacken machen. Cybersecurity-Tests hätten eine Reihe von Schwachstellen aufgedeckt. Na toll, da kann dann jeder Hacker das Ding fernsteuern? Oder ist es sogar so, dass die USA damit die Kontrolle über alle Einsätze einer F 35 behalten, sie fernsteuern können wie eine Drohne?

Soll deutsches Geld wieder einen US-Rüstungskonzern retten? 

Die F 35 ist als “Eierlegende Wollmilchsau” konzipiert worden. Sie sollte für alle Einsatzgebiete tauglich sein. Dass das nicht so einfach funktioniert, sollte man spätestens mit dem Starfighter F 104 G gelernt haben. Der wurde dann auch “Witwenmacher” genannt. Aber die F 35 ist für russische Kampfjets wie Tontaubenschießen, wenn die sie erstmal im Visier haben. Die Russenjets sind bis 1.000 Km/h schneller und erheblich wendiger. Im direkten Luftkampf haben die F 35 keine Chance. Was also hat die Fachfrau für Verteidigung Lambrecht veranlasst, den neuen Witwenmacher zu bestellen? Ist es wieder so, wie bei der F 18, dem veralteten Modell aus den 1970-er Jahren, die 2018 ursprünglich als Ersatz für die Tornados vorgesehen war? Soll wieder ein US-Rüstungskonzern mit deutschem Geld gerettet werden? Ich habe schon am 28. April 2020 darüber berichtet.

Die Entscheidung für die Bestellung der F 35 fiel im Schatten der Ukraine-Krise. Sie ist also genauso ein unausgegorener Schnellschuss wie alles andere, was jetzt anlässlich der Krise angekündigt wird. Eines ist gewiß: Die Bundeswehr braucht die F 35 nicht und sie ist viel zu teuer. Aber was tut man nicht gehorsam, wenn der Hegemon Hilfe für seine Rüstungskonzerne braucht? Die anvisierten 15 Milliarden, was ist das schon? Und wenn es dann noch etwas oder viel teurer wird, wer wird es wagen, die Reißleine zu ziehen? 15 Milliarden, das wären etwa 6.000 € pro Rentner. Ach ja, da gibt es jetzt noch die 100 Milliarden, die für die Bundeswehr ausgegeben werden sollen. Rechnen Sie selbst und fragen sich dann, ob derartige Entscheidungen demokratisch mehrheitsfähig wären.

Das war der Starfighter:

Und das ist die F 35:

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 23. März 2022 bei anderweltonline.de

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Bildquelle: Mike Mareen / shutterstock

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Kommentare (11)

11 Kommentare zu: “F 35 für die Bundeswehr? Der Starfighter lässt grüßen | Von Peter Haisenko

  1. zivilist sagt:

    US reduziert die Abnahme so weit, daß die Serienfertigung gerade noch aufrecht erhalten werden kann, während D den Schrott zusätzlich ordert, also exakt die Situation, wie beim 'Atombomber' F-104 einst

    https://www.veteranstoday.com/2022/04/01/us-cutting-back-on-f-35-based-on-poor-performance-compared-to-cheap-ruskie-planes/

  2. Andreas I. sagt:

    Griechenland braucht bei seiner Geographie viele Leopard-Panzer, Deutschland braucht einige F-35; läuft.

  3. Poseidon sagt:

    Mich wuerde auch nicht wundern wenn die Schrauben des US "F*ck-Fighters 35" noch unverbaut im Handschuhfach liegen.

  4. Zara Trusta sagt:

    Also
    Wieder so ein ´Schwarzes Loch Deal ´um den nutzlose Nato-Monster-Komplex am Leben zu erhalten.
    Für lange werden die 100 Milliarden aber auch nicht reichen…
    Und dann….
    Allmählich hat es sich das ausgereizt.
    Eh schon zu hoch gepokert.
    Keiner mit Gorbi -Format hier im Westen .
    Halunken und Mad -Max -Freaks.. scharen sich um das Crashtest-Dummy . Das verheisst nichts Gutes

    • Out-law sagt:

      ……bekommt Monatsdiäten + Frühpension mit sehr guten Aussichten für einen Aufsichtsratposten in der Wirtschaft -Pharma oder Finanzmafia :-))

  5. FreedomRider sagt:

    Jemand der die DDR aufkaufte, kauft auch Schrott aus USA

    • _Box sagt:

      Die Herrenmenschen sind vom Fach:

      Otto Köhler, Die Grosse Enteignung – Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte, Verlag – Das Neue Berlin

      Auf 600 Milliarden D-Mark schätzte die Treuhand das Volksvermögen der DDR, als sie ihre Tätigkeit aufnahm. Nach nur fünf Jahren waren daraus 275 Milliarden D-Mark schulden geworden, ganz zu schweigen vom Verlust von 2,5 Millionen Arbeitsplätzen.
      Die Hintermänner dieses beispiellosen Bankrottunternehmens blieben bisher weitgehend im Dunkeln – zwei Schreibtischtäter im Bundesfinanzministerium entwickelten den Plan zur schnellen Wirtschafts- und Währungsunion: Horst Köhler und Thilo Sarrazin.

      Der Hamburger Publizist Otto Köhler, der mit „Die große Enteignung“ bereits 1994 ein Standardwerk zur Treuhandanstalt verfasste, hat sich nun auch den Beitrag der beiden Polit-Größen vorgenommen und liefert eine detaillierte Analyse der fatalen wirtschaftspolitischen Entscheidungen rund um die deutsche Einheit.

      (…)

      Wenn Angela Merkel, so fragte ich, als mögliche Bundeskanzlerin so grundlegende Reformen anpacken solle wie Maggie Thatcher – solle sie sich dann auch an dem Reformprogramm orientieren, mit dem der IWF unter Horst Köhlers Führung Argentinien in die Krise gestürzt habe? Die Antwort des eben gewählten Bundespräsidenten war kurz und angemessen. „Diese Frage“, sagte Horst Köhler, „ist nicht zielführend“.
      Aber Horst Köhler sagte noch etwas, wonach ich nicht gefragt hatte. Er sagte: „Im Übrigen, Herr Köhler, wir sind weder verwandt noch verschwägert.“
      Darüber war ich froh.

      (…)

      Was er sich nach der Großen Wende unter Horst Köhler in Waigels Finanzministerium zur richtigen Behandlung der Ostdeutschen ausdachte, das hat er auch als Senator im zusammengefügten Berlin angewandt: Die Stadt Berlin gebe zu viel für die Hartz-IV-Menschen aus, und wen die steigenden Heizkosten drücken, erklärte er, der darf keine Forderungen stellen, sondern muß gefälligst Vernunft annehmen. »Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten«, dann sollen sich »die Menschen« überlegen, ob sie »mit dickem Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können«. Der Staat jedenfalls könne da nichts tun. Seinesgleichen im vornehmen Golfclub Wannsee aber schob dieser Sparkommissar ein Risengrundstück zu so günstigen Preisen zu, dass sogar die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm. Doch da saß er schon – zuständig für Bargeld und Risiko-Controlling – im Vorstand der Bundesbank, die er bald wieder verließ, nachdem ihn »Deutschland schafft sich ab«, sein Kampfbuch gegen türkische Kopftuchmädchen, zum Millionär gemacht hatte.
      (…)
      Die korrekte Berechnung von Lebensverhältnissen für bestimmte Ethnien – darauf versteht sich Sarrazin schon immer. Der mutige Querdenker hatte sich schon mit seiner Dissertation »Logik der Sozialwissenschaften an den Grenzen der Nationalökonomie und Geschichte: Die New Economic History« die Grundlage für sein Handeln als Beamter und Politiker im freiheitlichen Staatswesten der Bonner Republik geschaffen. Zum Doktor promoviert für diese Schrift hat ihn an der Universität Heidelberg die »Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät«, Nachfolgerin jener »Staats- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät«, die im Dritten Reich hohes Ansehen errungen hatte wegen des Engagements, mit der sie der Regierung Hitler zuarbeitete.

      Sarrazins Arbeit beschäftigt sich nicht zuletzt mit der sehr befriedigenden Rentabilität der Sklaverei in den Südstaaten der USA. Sie wurde allerdings in der Öffentlichkeit nicht beachtet, obwohl sie 1974 unter dem neuen Titel »Ökonomie und Logik der historischen Erklärung« in der »Schriftenreihe des Forschungsinstituts der Friedrich-Ebert-Stiftung« erschien – Sarrazin war Angestellter dieser genuin sozialdemokratischen Forschungseinrichtung und ist bis heute trotz mancher Anfeindungen ein bedeutendes SPD-Mitglied geblieben.

      Die hohe sozialdarwinistische Kompetenz, die er in seinem Spätwerk »Deutschland schafft sich ab« bestätigt, zeigte sich schon in dieser frühen Arbeit. Seine eingehende Beschäftigung mit dem Problem, ob und wie Sklaverei in den Südstaaten der USA profitabel war, befähigte ihn auch, Gegenwartsprobleme zu bewältigen. Jedenfalls zeigt sich, dass Sarrazin schon 1974 anhand von beliebigem Datenmaterial die unterschiedliche Wertigkeit unterschiedlichen Menschenmaterials präzise zu berechnen verstand.

      Er vermag sorgfältig zu differenzieren; so beachtete er, dass »männliche und weibliche Sklaven unterschiedliche Produktionsfunktionen besaßen«: Bei den Männern liege »die Produktivität um ein Drittel bis um die Hälfte höher; dafür bekamen die Frauen Kinder, welche auch wieder Einnahmen brachten«.

      Es ist demnach, das geschieht in Sarrazins Doktorarbeit sehr gewissenhaft, eine »getrennte Analyse der Nettoeinkommen bei männlichen und weiblichen Sklaven notwendig«. Da galt es schon 1974, sechszehn Jahre vor der deutschen Einheit, alle möglichen Produktionsfaktoren zu berechnen: »Folgende Größen gehen in die Ermittlung der Nettoeinnahmen für männliche Sklaven ein: Die Nettoverkaufspreise ab Farm, also die Handelspreise minus Abschlag für Transport, Versicherung etc. Weiterhin die jährliche Produktion eines Sklaven und seine laufenden Unterhaltskosten. Auf dieser Grundlage werden unter wechselnden Annahmen bzgl. Kapitalkosten pro Kopf und Jahr, durchschnittlichen Nettoverkaufspreisen etc. fast durchweg positive Kapitalwerte ermittelt. Die ebenfalls ermittelten internen Zinsfüße schwanken zwischen 4,5% und 13%.«

      Ein prachtvolles Ergebnis angesichts der weitgehend lahmenden Zinsfüße in der gegenärtigen Finanzkrise. Aber auch mit Sklavinnen lassen sich ordentliche Gewinne erzielen, wie Sarrazin evaluiert und aufzählt:
      »a) Jede Negerfrau produzierte während ihres Lebens 5-10 Kinder, welche in der Produktion verwendet oder verkauft werden konnten. Die erfolgreichen Schwangerschaften lagen jeweils zwei Jahre auseinander.

      b) Die Negersklavin besaß die Hälfte bis zwei Drittel der Produktivität eines männlichen Sklaven. Dieses Verhältnis wurde ermittelt anhand der Relationen der Mietpreise bei Sklavenvermietung. Jede Schwangerschaft kostete drei Monate Arbeitszeit.

      c) Die Kinder begannen mit 6 Jahren zu arbeiten. Die Jungen konnten sich ab dem 9. Lebensjahr selbst erhalten, die Mädchen von dem 13. Lebensjahr an.«

      Aufgrund dieser und anderer Forschungsergebnisse bilanziert Sarrazin, dass »sich für weibliche Sklaven höhere Kapitalwerte und interne Zinsfüße als bei den Männern« ergeben.

      Das gilt allerdings wiederum nur mit Einschränkungen. Sarrazin: »Die Investition in einen weiblichen Sklaven trug längerfristigen Charakter und war darum mit höherem Risiko belastet.« Und – ein heute noch für Sarrazin sehr wichtiger Gesichtspunkt bei der Betrachtung anderer Ethnien: »Die Fruchtbarkeit weiblicher Sklaven war bei Kauf nicht immer bewiesen. Sklavinnen, welche schon ein Kind bekommen hatten, dürften höhere Preise erzielt haben.«
      Sarrazin räumt auch ein: »Sklavenaufzucht und -handel genossen kein sehr hohes Prestige.« Aber er kommt trotz aller möglichen Einwände gegen die schwankenden Werte diese dunkelhäutigen Humankapitals zum Ergebnis: »Insgesamt lässt sich der Schluss ziehen, dass die Sklavenhaltung mindestens ebenso profitabel war wie alternative Verwendungen des eingesetzten Kapitals.«

      Mit diesem exzellenten Sklavenhalter Fachwissen(*) besaß Sarrazin die richtige Expertise für die korrekte Behandlung der ostdeutschen Eingeborenen. Er hat somit in seiner Doktorarbeit von 1974 die wissenschftlichen Grundlagen für den Anschluss der DDR gelegt. Sarrazin konnte bei den Ossis anwenden, was er an den »Negersklaven« gelernt hatte.

      Die freiheitliche Ordnung des Westens, nicht etwa der Unrechtsstaat der SED, ermöglichte diesen methodischen Vorzug, einen vorhandenen Menschenschlag, das ostdeutsche Humanmaterial, nach rein ökonomischen Kriterien so zu evaluieren, dass man mit dem Ergebnis etwas anfangen konnte.
      Nur mit solchem theoretischen Rüstzeug konnte Sarrazin aus seiner schon zitierten Erkenntnis, dass nur 14,2 Prozent der Westbevölkerung in der Industrie beschäftigt sind, während dort 20,9 Prozent der Ostbevölkerung arbeiten müssen, den einzig richtigen Schluss ziehen. Eben das ist das von Köhler gebilligte und von Waigel akzeptierte Sarrazin-Grundsatzpapier vom 29. Januar 1990 »zur unverzüglichen Einführung der D-Mark in der DDR im Austausch gegen Reformen«. Sarrazin nennt eine solche Reform, sie heißt »Freisetzungspotential«.
      Das geht so: »… wird und muss es erhebliche Freisetzungen geben. Bei freisetzungen im Umfang von ca. 35 bis 40 v.H. der Industriebeschäftigten wäre der in der Bundesrepublik übliche Anteil der Industriebeschäftigten an der Wohnbevölkerung erreicht.«

      Eine einfache Rechnung, wenn man den Bildungshintergrund hat, den sich Köhler und Sarrazin in ihren Dissertationen erwarben. Aber ein Ossi wird das kaum je verstehen.

      Und mit diesem Rüstzeug arbeiteten Köhler und sein Sarrazin von nun an – bis aus den »Industriebeschäftigten« in der DDR ganz schnell Menschen im Anschlussgebiet und schließlich am Ende ihrer Entwicklung folgsame Hartz-IV-Menschen geworden waren.

      Allerdings machte Köhler noch am 25. Juni – fünf Tage bevor die D-Mark kam – im Kabinettsausschuss »Deutsche Einheit« erhebliche »Bedenken gegen eine uneingeschränkte Überleitung der Bundesgesetzgebung geltend, soweit damit Leistungen sowie Sach- und Verwaltungskosten verbunden wären.«
      Ja, »freisetzen«. Aber Leistungen für die Freigesetzten, Arbeitslosengeld, eher nicht. Jedenfalls nicht aus der Staatskasse. Das wurde dann – ein tiefer Griff – der westdeutschen Arbeitslosenversicherung aufgebürdet, in die die Ostdeutschen nie einbezahlt hatten. Und es endete bekanntlich im gesamtdeutschen Hartz IV.
      Die »Freisetzung von Arbeit durch technischen Fortschritt«, die der spätere Staatssekretär, IWF-Chef und Bundespräsident in seiner Dissertation berechnete, ist so mit Hilfe Sarrazins, zur Freisetzung von ostdeutscher Arbeit durch den brutalen Zuschnitt auf westdeutsche Statistik gediehen.

      (*) Ganz von ungefähr muss es nicht gekommen sein. Im Westberliner Tagesspiegel (»rerum cognosere causas« – Übers.: die Ursachen kennen) berichtete am 25. November 2010 die migrationshintergründige Autorin Rose-Anne Clermont unter der Überschrift »Cousin Thilo«, dass ihre aus Haiti zu Besuch weilende Mutter irritiert gewesen sei, überall in Berlin auf ihren Mädchennamen zu stoßen: »Der Name Sarrazin – mit dem übrigens häufig die muslimischen Einwanderer bezeichnet werden – ist höchstwahrscheinlich der Name eines hugenottischen Sklavenhalters meiner haitianischen Urverwandten.« Ein Leser fragte: »Gibt es ein Sklavenhalter-Gen?« Und antwortete: »Vermutlich hat der Mann tatsächlich recht mit seinen genetischen Thesen.«

    • zivilist sagt:

      Das war doch kein Aufkauf, nach westlichem wording war es eine Annexion !

  6. zivilist sagt:

    Der Starfighter. FJS wollte den weil er damit meinte dem red button für die Atombombe näher zu kommen, was aber eine Illusion war. Die Parlamentarier haben für den Vogel gestimmt, ohne den Preis zu kennen, nahmen aber an, ihn etwas günstiger zu bekommen, wie bereits die F-86 aus kanadischer Lizenzproduktion, das Gegenteil war dann der Fall und zwar zu einem Zeitpunkt, als die USA ihre F-104 bereits verscherbelte, an Staaten wie Türkei und Indonesien.

    Frankreich ging es damals schlecht und man hätte die Mirage zu 1/2 -1/3 des Preises haben können mit Extras und vielleicht auch Lizenzbau. Aus der Mirage und dem Starfighter Triebwerk J-79 machten die Israelis später das erste Flugzeug, das der Mig-21 Paroli bieten konnte, was damals freilich niemand ahnen konnte.

    Die F-104 war auf speed optimiert, was schon im Luftkampf nicht das einzige Kriterium ist, wenn man ihr aber eine Atombombe unterhängt, war sie eine Katastrophe, deutsche Piloten sollten US nukes nach Osten zustellen. Mit der Northop N-102 hatte die USA ein Projekt, das der Mig-21 wohl gewachsen gewesen wäre, aber es war nicht nach dem Geschmack der Generäle. Mit der F-5 entwickelte Northop ein weiteres Flugzeug ohne Auftrag, das so gut war, daß auch das Pentagon nicht dran vorbeikam und die in Vietnam zurückgelassenen Maschinen fliegen noch heute im Iran. Die Weiterentwicklung F-20 hatte etwa die Leistungsparameter der F-104 ohne die Probleme der F-104, aber der Export wurde zugunsten der etwas besseren und erheblich teureren F-16 verboten.

    Bezüglich der F-35 muß ich Peter Haisenko in einigen Punkten widersprechen. Bei Kampfflugzeugen mit zwei Motoren sind nicht alle Aggregate doppelt vorhanden und selten wird nur ein Triebwerk beschädigt, so daß bei Ausfall eines Triebwerkes die Maschine genau so flugunfähig wird, wie eine einmotorige Maschine. Obwohl das lange bekannt ist, haben die Generäle lange auf zweimotorigen Maschinen bestanden. Wie in der Zivilluftfahrt ist das größte Triebwerk das effizienteste und das Flugzeug mit den wenigsten Triebwerken das effizienteste. So endet man regelmäßig bei Flugzeugen mit einem oder zwei der größten Triebwerke, welche einer Macht zur Verfügung stehen.

    Mit der Schrumpfung der Elektronik und der Erhöhung der Treffgenauigkeit müssen heute Kampfflugzeuge nicht mehr so groß sein.

    Das gegenwärtig effizienteste Kampfflugzeug dürfte die Saab Gripen sein, mit einem der F-18 Triebwerke, das erheblich in der Leistung gesteigert wurde. Das künftig effizienteste Kampfflugzeug dürfte die Su- 75 sein, mit einem Triebwerk der Su-57 und einigen aerodynamischen Kniffen, wie man's von den Russen gewohnt ist.

    Die Entwicklung der F-35 hat unendlich lange gedauert, einerseits hat man sich hohe Ziele gesteckt, andererseits in einer Zeit, in der es keinen Gegner gab. Ich habe sogar den Eindruck, daß die vielen in der US Administration, die das Projekt blödsinnig fanden, es dadurch sabotierten, daß sie sich eifrig am Hochschrauben der Ansprüche beteiligten. Am Senkrecht – äh – Lander waren die USA sehr interessiert, seit die Briten im Falklandkrieg gezeigt hatten, daß der Harrier noch unter Wetterbedingungen landen kann, unter den das kein anderes Flugzeug kann. Der F-35 lag auch die Idee 'ein Flugzeug für alle' zugrunde, mit der die USA ja bereits mit der F-111 gründlich gescheitert sind. Auf einen Verkauf von 4000 Stück weltweit war das Projekt angelegt, das wird wohl nix.

    Wer eine F-35 kauft, dem gehört sie nur sehr eingeschränkt, einerseits wegen der Elektronik, anderseits wegen der Wartung, an die Stealth Beschichtung läßt die USA keinen ran. Das Flugzeug ist extrem auf kleines Radarecho optimiert (wie man es für den Angriff wünscht), aber wie stark sich eine kleine Beschädigung der Oberfläche darauf auswirkt, weiß man nicht, man versucht das mit Computerprogrammen zu prognostizieren. Stealth ist frequenzabhängig, die F-35 ist optimiert für Frequenzen, wie sie von den USA und ihren Kunden eingesetzt werden, die Russen arbeiten mit anderen Frequenzen, denen die F-35 keineswegs unsichtbar ist. Die NATO hat der Tschechei den Export entsprechender mobiler Anlagen verboten, sehr zur Freude Belorußlands, die solches Gerät auch im Angebot hat. D hat auch schon die F-35 blamiert, indem sie den Abflug von einer Flugshow ewig weit mit Passiv Radar dokumentierte.

    https://linkezeitung.de/2019/10/03/wie-die-huthis-mit-hilfe-dummer-saudi-prinzen-alle-f-35-abschiessen/

    Farsnews brachte kürzlich ein Video, demnach auch der Luftraum überm Libanon dicht gemacht wurde. Bei VeteransToday kam prompt die Meldung, daß die israelische Zivilluftfahrt sich über GPS Störungen beklagt mit einem Kurs aus flightradar.24, der nach besoffenem Pilot aussah und die Meldung, daß Israel eine eigene Drohne abgeschossen hat, weil es sie nicht identifiziren konnte. Scheint also was dran zu sein.

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