Digitales Zentralbankgeld – der Weg in ein neues Geldzeitalter | Von Ernst Wolff

Ein Kommentar von Ernst Wolff

Während ein Großteil der Weltbevölkerung noch immer wie gebannt auf die Ausbreitung des Corona-Virus starrt, läuft im Hintergrund ein für die Zukunft der sieben Milliarden Menschen auf unserem Planeten viel bedeutenderer Prozess, nämlich die Vorbereitung der Einführung digitaler Zentralbankwährungen.

Hier der Hintergrund:

Die großen Zentralbanken der Welt haben das globale Finanzsystem in diesem Jahr ein weiteres Mal vor dem Zusammenbruch gerettet, damit aber einen historischen Wendepunkt erreicht. Sie verfügen im Kampf gegen den Kollaps nämlich nur über zwei Waffen: Geldschöpfung und Zinssenkungen. Da die Zinsen im Rahmen der diesjährigen Rettung weltweit bei null angekommen sind und Negativzinsen das Bankensystem von innen her zerstören würden, heißt das: Den Zentralbanken steht in Zukunft nur noch ein Mittel, nämlich die Geldschöpfung, zur Verfügung.

Damit aber stecken sie in einem unlösbaren Dilemma: Kontinuierliches Geldschöpfen entzieht dem Geld nämlich seinen Wert. Da beständig höhere Summen erforderlich sind, um das System am Leben zu erhalten, schreitet dieser Wertverlust immer schneller voran. Zu sehen ist das aktuell in den USA. Die US-Zentralbank Federal Reserve (FED) hat in diesem Jahr die mit Abstand größten Geldsummen ins System gepumpt. Die Folge: Der US-Dollar hat innerhalb von nur sieben Monaten gegenüber den anderen großen Währungen mehr als zehn Prozent seines Wertes eingebüßt.

Diese Entwicklung zeigt: Das durch die Deregulierung geschaffene und über Jahrzehnte immer stärker außer Kontrolle geratene internationale Finanzcasino lässt sich mit den herkömmlichen Mitteln nicht mehr dauerhaft stabilisieren. Aus diesem Grund entwickeln diejenigen, die die Welt beherrschen, nämlich der digital-finanzielle Komplex mit Microsoft, Apple und Google an der Spitze, zusammen mit den Zentralbanken zurzeit unter Hochdruck das digitale Zentralbankgeld.

Wichtigstes Ziel dieses neuen Geldes ist es, die bestehenden Machtverhältnisse auch über die Abschaffung des bisherigen Geldsystems hinaus zu erhalten und auszubauen. Seine Etablierung wird zum einen das klassische Bankensystem in seiner bestehenden Form beenden, weil die Kreditvergabe ausschließlich in die Hände der Zentralbank gelegt wird. Zum anderen wird die neue Währung trotz anderslautender Beteuerungen halb-privat sein, denn ihre Ausgabe und ihr Umlauf werden in den Händen der großen IT-Konzerne liegen.

Die Verschmelzung des Staates mit dem digital-finanziellen Komplex wird damit nicht nur weiter vorangetrieben, sie wird ein neues Zeitalter einläuten. Die neue Währung wird diesen beiden Kräften nämlich mehr Macht verleihen als allen anderen Einrichtungen auf der Welt zusammengenommen, denn sie wird Eigenschaften besitzen, die keine Geldform bisher besessen hat.

Sie wird zum einen ein Verfallsdatum besitzen, so dass der Empfänger gezwungen werden kann, das Geld innerhalb eines bestimmten Zeitraums auszugeben. Sie wird dem Staat aber auch die Möglichkeit geben, Steuersätze oder Strafzahlungen willkürlich festzusetzen und einzubehalten oder Kredite zu unterschiedlichen Zinssätzen zu vergeben. Außerdem können Kredite zu Negativzinsen vergeben werden, so dass ausgewählte Empfänger sogar noch einen Bonus dafür erhalten, dass sie sich vom Staat Geld leihen. Zudem wird der Staat Zins und Tilgung in Einzelfällen unbegrenzt aussetzen und so praktisch auf eine Kredit-Rückzahlung verzichten können. Schlussendlich werden Staat und IT-Konzerne einzelne Konten jederzeit stilllegen können, ohne dass außer den Betroffenen jemand davon erfährt.

Egal wie man es dreht und wendet – digitales Zentralbankgeld wird mit dem Geld, wie wir es kannten und wie es sich über mehrere Jahrtausende entwickelt hat, nicht mehr viel gemeinsam haben. Dafür aber wird es das monetäre Grundgerüst für eine Gesellschaft liefern, in der die letzten Reste der Demokratie mit Hilfe des Geldsystems abgeschafft und wir alle der uneingeschränkten Willkür einer winzigen Elite ausgesetzt und ihrer Herrschaft vollends unterworfen werden.

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Die Bücher „Ernst Wolff erklärt das globale Finanzsystem“ und „Weltmacht IWF “ von Ernst Wolff werden in diesem Zusammenhang empfohlen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: sutadimages / shutterstock

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