Die Lage beruhigt sich | Von Thomas Röper

Die OVKS-Friedenstruppen sollen Kasachstan schon in zehn Tagen verlassen. Nach den Unruhen ist in Kasachstan weitgehend Ruhe eingekehrt, der Abzug der Friedenstruppen der OVKS soll in zwei Tagen beginnen und in zehn Tagen abgeschlossen sein.

(Anmerkung der Redaktion: Die OVKS, Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, ist ein von Russland geführtes internationales Militärbündnis.)

Ein Kommentar von Thomas Röper.

Die Unruhen in Kasachstan sind vorbei, im Land ist wieder weitgehend Ruhe eingekehrt, in Almaty wurden seit 24 Stunden keine Schießereien mehr gehört. Die Friedenstruppen der OVKS haben an den Kampfhandlungen anscheinend nicht teilgenommen, ihre Aufgabe war es vielmehr, strategische Objekte zu bewachen und so kasachische Sicherheitskräfte freizustellen, die gegen die Extremisten gekämpft haben. Nun wurde mitgeteilt, dass die internationalen Friedenstruppen schon in wenigen Tagen die Heimreise antreten werden.

Das russische Fernsehen hat am 11. Januar in den Abendnachrichten Korrespondentenberichte aus Almaty gesendet, die ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Waffenverstecke und Plünderungen: Almaty nach den Pogromen

Der internationale Flughafen von Almaty, der durch Angriffe von Extremisten beschädigt wurde, wird bald wieder geöffnet. Morgen wird der Devisenhandel an der Börse wieder aufgenommen, die Banken werden wieder Devisengeschäfte durchführen. Das Internet funktioniert. Das Militär hat Almaty jedoch noch immer nicht verlassen, die Ausgangssperre ist in Kraft und die Fahndung nach Extremisten geht weiter. Unsere zwei Korrespondenten berichten über die Lage in Kasachstan.

Die Präsenz der Soldaten wird in der Stadt immer weniger spürbar, sie haben den zentralen Teil der Stadt verlassen, obwohl der Bereich um das Akimat immer noch abgeriegelt ist und es nicht betreten werden darf, aber man sieht es: das Gebäude ist fast abgebrannt. (Anm. d. Übers.: Das Akimat ist der Sitz der Exekutive in Almaty) Das Internet funktioniert in Almaty den ganzen Tag über. Im Internet sind Aufnahmen aufgetaucht, die zeigen, wie Militante das Polizeigebäude gestürmt haben. Das Filmmaterial zeigt, dass die Angreifer schwer bewaffnet und organisiert waren. Mehr als 1.200 Menschen wurden festgenommen. Die Polizei fand Verstecke mit gestohlenen Waffen.

Geschäftsleuten wurde ein schwerer Schlag versetzt. Dieses Einkaufszentrum wurde von Plünderern verwüstet. Sogar zweimal. Alle Pavillons wurden zerschlagen, die Geldautomaten geplündert und es ist klar, dass sie hier in nächster Zeit keine Kunden mehr empfangen können. Tatjana muss ihr Geschäft von Grund auf neu aufbauen – in einer Nacht wurde ihr Laden verwüstet und die Waren zerstört. Die Schaufensterscheibe wurde zertrümmert. Die junge Frau verkaufte Schuhe und Kleidung. Den Plünderern gelang es, alles zu erbeuten, was die Extremisten nicht zerstören konnten. Die Strafverfolgungsbehörden sind nun auf der Suche nach denjenigen, die die Stadt verwüstet haben. Dieser 27-jährige Einwohner des Gebiets Pawlodar wurde wegen des Verdachts auf Diebstahl eines Militär-LKW und Plünderung festgenommen.

Die Polizei ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Bei der Hotline gehen täglich Hunderte Anrufe von Einwohnern Almatys ein. Während der Unruhen half dieses Nudelrestaurant den Spezialkräften, Rettungskräften und Militärangehörigen und verteilte kostenlos Essen. Jedes Paket enthielt Suppe, Nudeln und Brot. Sie verstehen, dass die Tragödie von Almaty alle betrifft. Und es wird jede Hilfe gebraucht. Gulbanu Maigarina, die Gründerin der Kette von Nudel-Fast-Food-Restaurants, sagte, dass ihre Restaurants in drei Tagen etwa 6.000 Mahlzeiten verteilt haben.

Die Stadt hat mehrere Dutzend Buslinien eingerichtet. Immer mehr Geschäfte, Drogerien, Cafés und Restaurants öffnen wieder. Die Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung mit Ausgangssperren von 20 Uhr bis 7 Uhr morgens und Kontrollpunkten an den Ein- und Ausgängen der Stadt, an denen jedes Auto gründlich durchsucht wird, bleiben jedoch in Kraft.

Diese tadschikischen Spezialeinheiten haben wiederholt an Anti-Terror-Übungen der OVKS teilgenommen. Heute sind sie für die Sicherheit im Wärmekraftwerk Almaty zuständig. Das Heizkraftwerk Nr. 1 ist das älteste in der Republik. Es versorgt die Haushalte und viele Unternehmen in Almaty mit Wärme und Warmwasser.

„Die Menschen sind sehr nett, freundlich und gastfreundlich, und sie haben uns gestern Abend sogar auf eigene Kosten Abendessen zubereitet und unseren tadschikischen Pilaw gekocht“, sagte der Erste Stellvertretende Stabschef der tadschikischen Streitkräfte, Mirovar Khushbakht.

In Almaty kehrt der Alltag ein und die Menschen lächeln wieder. Isakhan Syrgabayev, Geschäftsführer des Heizkraftwerkes Nummer 1 in Almaty, ist glücklich, weil gestern sein Enkel auf die Welt gekommen ist.

Diese Motorradschützen aus Armenien haben sich in der Bäckereifabrik von Almaty gut eingelebt. Als die Läden geschlossen waren, kamen die Leute zum Brotkauf direkt in die Fabrik. Das Backen von Kuchen und Gebäck musste aufgegeben werden, es wurde nur noch das Nötigste gebacken. Viele Bäcker wurden nach Hause geschickt. Während der Pogrome war die Großbäckerei von Almaty in Betrieb, aber es war für die Mitarbeiter schwierig, zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen. Jetzt, mit der Ankunft der Friedenstruppen, ist es morgens und abends nach der Arbeit wieder voll am Eingang. Der Mobilfunk und das Internet funktionieren in der Stadt wieder. Das ist zum großen Teil den Spezialkräften zu verdanken. Das Büro des größten Kommunikationsunternehmens des Landes wird von einer abgestellten Brigade der Luftlandetruppen aus Kubinka bewacht.

„Unsere Aufgabe besteht darin, illegale bewaffnete Gruppen und Plünderer daran zu hindern, in das Büro einzudringen. Wir sind für diese Art von Einsätzen ausgebildet, wir erfüllen nur unsere Pflicht“, sagt der Kommandeur der Einheit, Denis Ivanov.

Am Dienstagmorgen erwachte das Leben in der Stadt wieder. Der Präsident ist zuversichtlich, dass es keine neuen Anschläge geben wird.

„Die akute Phase der Anti-Terror-Operation ist vorbei. Die Lage ist in allen Regionen stabil. Daher erkläre ich, dass die Hauptmission der OVKS-Friedenstruppen erfolgreich abgeschlossen wurde. Der schrittweise Abzug des gemeinsamen OVKS-Friedenskontingents wird in zwei Tagen beginnen. Der Rückzug wird nicht länger als zehn Tage dauern“, sagte Kassym-Jomart Tokajew, das Oberhaupt der Republik.

„Die Friedenstruppen haben ihre Hauptaufgaben in nur einer Woche bewältigt. Das Kontingent wird jedoch schrittweise abgezogen, um die Stabilität in der Region zu erhalten. Die Einheiten aus Armenien, Kirgisistan und Tadschikistan ziehen zuerst ab, gefolgt von denen aus Weißrussland. Als letzte werden die russischen Friedenstruppen abreisen“, sagte Andrej Serdjukow, Kommandeur des OVKS-Friedenskontingents.

Ein weiterer Evakuierungsflug des russischen Verteidigungsministeriums hat stattgefunden und mehr als zweihundert Russen sind heute nach Hause zurückgekehrt.

„Wie meine Kollegen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, sagten: Die genauesten Uhren der Welt sind Schweizer Uhren, richtig? Nun, Schweizer Uhren sind nichts im Vergleich zu der Präzision unseres Militärs!“, ist Evgeny Bobrov, Generalkonsul des russischen Generalkonsulats in Kasachstan, überzeugt.

Dank der gemeinsamen Arbeit von Militär und Diplomaten konnten etwa zweitausend Menschen evakuiert werden. Auch die Friedenstruppen werden sehr bald nach Hause fliegen.

Ende der Übersetzung

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 11. Januar 2022 auf dem Blog antispiegel.ru

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Bildquelle: Svetlana Turchenick / shutterstock

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Kommentare (6)

6 Kommentare zu: “Die Lage beruhigt sich | Von Thomas Röper

  1. Ursprung sagt:

    Lernte mal einen Kasachen persoenlich kennen, da ich an seine Tuer wg. einer Fahrradpanne klopfte. Bei Wischafen. Der verfrachtete mich mit seinem SUV samt Fahrrad kurz mal rund 50 km nach Hause. Ich danke ihm auf diesem Weg.
    Kasachen sind also offenbar pragmatisch. Mit grossartigen Menschen wie normal.
    Was sich jetzt dort abgespielt hat, ist offenbar das genaue Gegenteil dessen, was im deutschen Ahrweiler passierte: Praezision, chirurgische Genauigkeit, erfolgreich gezielte Deeskalation oertlicher oder fremder Terroreinheiten, sofortige Entwaffnung von Pluenderungen und Verbrechern. Koennte Putin durchgegriffen haben?
    Macht Hoffnung im Vergleich zu Gates, Turner, Schwab, Bezos, Tubb, Banditenkonsorten.

  2. Schramm sagt:

    Rohstoffbeute Kasachstan.

    »Kasachstan fördert 16 % der weltweiten Produktion von Chromerzen, 6 % der Manganerze, 4 % des Zinks, 2 % des Kupfers sowie 3 % Prozent des Silbers. Mit 19 Mrd. US-Dollar trug der Erzbergbau einschließlich Verhüttung im Jahre 2012 zu 17 % der Industrieproduktion bzw. 10 % des gesamten Bruttoinlandproduktes des Landes bei. Deutschland bezieht aus Kasachstan insbesondere Stahlveredler, zum Beispiel: 27 % des benötigten Ferrosiliziumchrom, 18 % des Ferrochroms sowie bei Edelmetallen 28 % des benötigten Silbers.

    Eine sichere und langfristige Rohstoffversorgung ist für Deutschland von hoher Bedeutung. Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und der kasachische Minister für Industrie und Neue Technologien haben daher am 8.Februar 2012 in Berlin ein Regierungsabkommen über eine Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich unterzeichnet.

    Seit dem Jahr 2012 wurden der DERA im Rahmen dieses Abkommens vom geologischen Komitee Kasachstans Informationen über 250 Rohstoffvorkommen vorgelegt. Nach einer Vorauswahl hat die DERA die 50 attraktivsten Projekte und Lagerstätten in Kasachstan genauer untersucht und deren geologisches Potenzial sowie die Wirtschaftlichkeit der Vorkommen neu bewertet. Die DERA konnte hierbei umfangreiches Datenmaterial einschließlich Kernbohrungen aus sowjetischen Zeiten mit einbeziehen.

    Die untersuchten Lagerstätten umfassen Vorkommen für die Buntmetalle Kupfer, Blei, Zink und Zinn, die Stahlveredler Vanadium, Tantal, Wolfram, Molybdän und Titan, sowie Eisen und Flussspat.«

    Vgl. Quelle: DERA · Deutsche Rohstoffagentur · Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. BGR – Kasachstan (bund.de)
    https://www.bgr.bund.de/DERA/DE/Rohstoffinformationen/Länderkooperationen/Laender/Kasachstan/kasachstan_node.html

    13.01.2022, R.S.

  3. Schramm sagt:

    ►Das «System Nasarbajew»: Wie der Clan des Langzeitherrschers Kasachstan plünderte.
    Der Personenkult war eine wichtige Ingredienz des Regimes.

    Unter Nursultan Nasarbajew entstand in Kasachstan ein umfassendes System der Vetternwirtschaft. Es brachte dem Clan des Langzeitherrschers Milliarden ein – und es ist der Grund für die Wut, die die Menschen nun auf die Straßen treibt.

    «Kasachstan ist ein Privatunternehmen Nasarbajews geworden», sagte eine Demonstrantin in der kasachischen Wirtschaftsmetropole Almaty. «Das Einzige, was hier blüht, ist die Korruption!» Diese Sicht teilen viele Kasachinnen und Kasachen, die in den letzten Tagen auf die Straße gingen.

    Zwischen 1995 und 2005 wurden Gelder in Höhe von über einem Viertel der kasachischen Wirtschaftsleistung ins Ausland geschleust. Für einige wenige Kasachen wurden die Jahre um die Jahrtausendwende zur beispiellosen Selbstbereicherungs-Bonanza. **

    * Vgl. auf apolut.net: Die nächste Farbrevolution? Der kasachische Präsident spricht von einem Angriff aus dem Ausland – apolut.net – https://apolut.net/die-naechste-farbrevolution-der-kasachische-praesident-spricht-von-einem-angriff-aus-dem-ausland/

    ** Siehe auch Neue Zürcher Zeitung:
    https://www.nzz.ch/international/kasachstan-wie-der-nasarbajew-clan-das-land-pluenderte-ld.1663590

    • Schramm sagt:

      ►Natürlich mischen sich auch westliche, nahöstliche und fernöstliche Staaten politisch und wirtschaftlich verstärkt bei der Aufteilung und profitablen Plünderung der vorhandenen Rohstoffe und Bodenschätze ein. Das entspricht nun einmal dem inneren Wesen und der irrationalen Natur des Kapitalismus und Imperialismus. Es handelt sich ausnahmslos bei allen beteiligten Staaten, um geopolitisch, wirtschafts- und militärpolitisch konkurrierende und vor allem auf der Basis von Privateigentum an gesellschaftlichen Produktionsmitteln basierende kapitalistisch-imperialistische Gesellschaftssysteme. Das gilt so nicht nur für China, Japan und die USA, sondern auch für EU-Europa, insbesondere für Frankreich und Deutschland.

    • Schramm sagt:

      Kasachstans soziale und regionale Ungleichheit fördert Unmut und Protest

      »Das zentralasiatische Land hat sich in dreißig Jahren zu einem regionalen Vorbild entwickelt. Die wirtschaftliche und politische Monopolisierung führte aber zu einer sehr ungleichen Verteilung des Wohlstands – mit weitreichenden Folgen, wie die jüngsten Unruhen zeigen.«

      Last der Rohstoffwirtschaft

      »Die Kluft hat mehrere Dimensionen: sozioökonomisch, regional und politisch. Der statistisch ausgewiesene Erfolg widerspiegelt sich in den modernen Großstädten Almaty und Nursultan (Astana), im Rohstoffsektor und in eng mit dem Staat und der früheren Herrscherfamilie Nasarbajew verzahnten oligarchischen Strukturen und Quasimonopolen. Auch die Politik ist monopolisiert. Für frische Ideen und neuartige Ansichten gibt es nur sehr wenig Freiräume und Einflussmöglichkeiten. Auf dem Land und in den Regionen des riesigen Landes spielt sich das Leben in einer ganz anderen Welt ab – selbst dort, wo der Reichtum eigentlich ganz nah ist.«

      »Der Rohstoffreichtum gibt der Bevölkerung zwar Arbeit, aber keinen Wohlstand. Zu Argwohn führt auch der Umstand, dass der Rohstoffabbau ganz oder teilweise in den Händen ausländischer Unternehmen ist.«

      Vgl. Neue Zürcher Zeitung: https://www.nzz.ch/international/kasachstan-soziale-ungleichheit-foerdert-unmut-und-protest-ld.1664103

    • _Box sagt:

      Besten Dank. Wenn ich mich recht erinnere, äußerte sich Herr Ploppa dazu mal in einem Gespräch. Sinngemäß, daß sich in Kasachstan die Oligarchien Russlands, Chinas und aus dem Westen die Klinke in die Hand gäben. Anbei ein Artikel in dem er sich auch dazu äußert:

      Wales‘ mehr als zweifelhafte Aktivitäten in Kasachstan

      Zum Beispiel in Kasachstan. Kasachstan wird seit nunmehr fünfundzwanzig Jahren von Nursultan Nasarbajew regiert, der auch schon zu Sowjetzeiten ein mächtiger Mann war. Mit harter Hand sorgt Nasarbajew dafür, dass Investoren aus Ost und West ungestört Rohstoffe im Land abbauen können. Öl und Gas vor allen Dingen.

      Als im Dezember 2011 Nasarbajews Soldaten bei einem Streik in Zhanaozen im Südwesten Kasachstans sechzehn streikende Ölarbeiter wahllos erschossen, begann eine Welle der staatlichen Repression mit Verhaftungen, Folterungen und Ermordung von Oppositionellen. Diese Ereignisse brachten Nasarbajew schlechte Publicity im Westen.

      Um seinen Imageschaden zu reparieren, engagierte der Despot Tony Blair als PR-Berater. Blair eröffnete ein Büro in Almaty, der Hauptstadt von Kasachstan. Blair macht nun weltweit gut Wetter für seinen neuen Kunden, und erhielt dafür von Nasarbajew 16 Millionen Dollar Honorar.

      Exakt in dieser Zeit engagierte sich auch Wales in Kasachstan. Er half bei der Gründung einer Stiftung mit Namen Wikibilim, die der kasachischen Wikipedia Leben einhauchen sollte. Wikibilim genießt besondere Förderung durch die kasachische Regierung, und das nationale Lexikon übereignete seine Artikel der aufgefrischten Wikibilim-Wikipedia.Zudem ernannte Wales bei der Wikimania, einem Wikipedia-Festival im Jahre 2011 in Haifa/Israel, den Direktor von Wikibilim zum Wikipedianer des Jahres.

      Diese Unterordnung von Wikipedia unter die Kontrolle einer despotischen Regierung reiht sich ein in die bigotte Haltung westlicher Eliten gegenüber unappetitlichen, aber nichtsdestoweniger äußerst lukrativen Diktaturen.

      Unter dem Dach der staatseigenen Samruk Kazya Welfare Stiftung sind sämtliche Konzerne des Landes vereinigt. Im Direktorium sitzen neben Kasachen und Russen auch zwei Briten: Sir Richard Evans, ein hochkarätiger Rüstungsmanager, und Nigel John Stapleton, Londoner Finanzbroker.

      Das Vorwort für ein Buch, das Nasarbajew zu seinem eigenen Lobpreis schreiben ließ mit dem Titel "Epicenter of Peace" hat kein anderer verfasst als – Graham Allison, den wir schon als Direktor des Belfer Centers kennen.

      Aus:

      Jimmy Wales im Olymp der Superreichen
      23. Dezember 2015 Hermann Ploppa

      Der legendäre Onlinelexikon-Erfinder nutzt das Prestige seiner Erfindung Wikipedia, um seinem Freund Tony Blair bei der Werbung für despotische Regime behilflich zu sein. Teil 3

      https://www.heise.de/tp/features/Jimmy-Wales-im-Olymp-der-Superreichen-3377271.html?seite=all

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