Die Ankunft | Von Jochen Mitschka

Kommt nach dem Abschied der Kater?

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der Titel lässt schon vermuten, dass die letzten Hürden der Abreise überwunden wurden. Und in den letzten Tagen in Deutschland hatten sich viele Freunde als solche gezeigt. Und am Ende sind fast Tränen geflossen. Wie wir die letzten Probleme ausräumen konnten, nach zwei schlaflosen Nächten endlich in Swakopmund ankamen dann auf unsere Hunde warten und wie der Empfang hier war, soll dieser PodCast berichten.

Wir hatten Glück. Der Amtstierarzt war unglaublich hilfsbereit und die Papiere waren schnell zum zweiten Mal ausgefüllt und abgestempelt. Dann in der Nacht eine WhatsApp-Mitteilung: Die Genehmigungsnummer von Südafrika war vergessen worden einzutragen. Was die letzte Nacht vor dem Flug noch zu einer schlaflosen machte. Aber dann stellte sich heraus, dass der Tierspediteur sie schon nachgetragen hatte, bevor er die Papiere zur Lufthansa und nach Südafrika schickte. Am nächsten Morgen kamen auch die negativen PCR-Test-Ergebnisse. Es lief gut. Der preiswerte Shuttle Hoffman in Flammersfeld kam überaus pünktlich und brachte uns trotz Stau rechtzeitig nach Kelsterbach zum Tierspediteur, wo drei Personen bereits vor der Tür standen und auf uns warteten.

Verabschiedung und weiter ging es zum Terminal 1 in Frankfurt. Nun waren wir ja viele Stunden zu früh, nämlich vor 14 Uhr dort angekommen, während der Flug erst um 21:45 Uhr starten sollte. Und beim letzten Abgeben des Gepäcks hatten wir bis auf die Minute genau zwei Stunden vor Abflug warten müssen. Diesmal war es anders. Wir konnten sofort unser Gepäck loswerden. Aber dabei bekam unsere Euphorie den ersten Dämpfer. Die Maschine war überbucht. Es gab keine Möglichkeit des Upgrades. An Bord vergaß man dann uns Getränke zu bringen, was nach einer Reklamation dazu führte, dass Sekt und Bier kostenlos waren. Und so verlief der Flug ereignislos aber auch schlaflos. Denn weder Kniefreiheit noch Rückenlehne ließen einen Schlaf zu. Aber zumindest liefen keine Stewardessen in der Nacht durch das Flugzeug um Passagiere zu ermahnen, die Maske über der Nase zu tragen.

Aber kaum hatten wir das deutsche Flugzeug in Windhoek verlassen, erfasste uns die Namibische Freundlichkeit und Toleranz. Nach zwei Nächten ohne Schlaf und zu warm angezogen fielen wir bei der Temperaturkontrolle vor der Passkontrolle auf. Man empfahl uns einfach etwas auszuziehen und einen Moment zu warten, damit man eine erneute Messung vornehmen konnte. Und so huschten wir auch über diese Hürde. Dann kam die Kontrolle des PCR-Tests – auch ohne Probleme. Dann die Passkontrolle mit Visum.

Touristen dürfen im Laufe eines Jahres 90 Tage ohne besonderes Visum im Land bleiben. Nun waren wir aber in diesem Jahr schon zehn Tage in Namibia gewesen, also erwarteten nur 80 Tage. Aber falsch. Wir wollten 90 Tage bleiben, also erhielten wir 90 Tage. Grinsend und freundlich die Touristen begrüßend.

Dann zum Geldwechsel und danach zu WTC, dem wichtigsten Mobilfunkanbieter in Namibia. Die nette Dame erkannte uns sogar wieder und bestätigte, dass die SIM-Karten vom Januar noch aktiv waren. Allerdings hatten wir die entscheidenden PIN-Daten verlegt. Also mussten wir neue SIM-Karten kaufen und dabei für drei Wochen je 3 Gigabyte Internet. Was zusammen ca. 25 Euro kostete. Wie beim letzten Mal bewunderte ich die Schnelligkeit und Zielstrebigkeit, mit der die Mitarbeiterin die Tastatur bediente, die Karte einführte, uns den Vorgang, wie wir die Folgewochen aktivieren konnten, schnell erklärte. Trotzdem dauerte es natürlich. Und so drehte ich mich um und entschuldigte mich bei nachfolgend Wartenden. Aber Namibia schien auch auf Touristen zu wirken. „Ach macht nichts, hier in Afrika gibt es keine Hetze.“

Der Fahrer des Shuttle kam pünktlich um 10 Uhr und hatte sicherheitshalber doch noch ein Schild mit unseren Namen dabei, obwohl sein Chef uns ein Foto von ihm geschickt hatte. Beim Einsteigen in den Minibus stutzte ich dann. Das Auto sah innen aus wie neu. Man wagte kaum mit schmutzigen Schuhen einzusteigen. Aber später erfuhr ich, dass das Auto schon drei Jahre alt und über 200.000 Km gelaufen war. Denn damit fuhr man auch mal eben eine Familie 1,5 oder 2 Tausend Kilometer nach Südafrika.

Unterwegs wurden wir von der Polizei bei einer Geschwindigkeitskontrolle angehalten. Der Fahrer war sagenhafte 2 Km zu schnell gefahren. Was eigentlich ausgereicht hätte, um umgerechnet das Monatsgehalt eines einfachen Arbeiters zu kassieren. Aber nach einigen ruhigen Diskussionen beließ es der Polizist bei einer Ermahnung und erhielt vom Fahrer als Dank ein winzige Flasche Trinkwasser. Das war wieder einmal für uns ein Beispiel dafür, wie strikt die Vorschriften in Namibia waren, aber auch wie pragmatisch und relaxt damit umgegangen wurde, auch ohne echte Bestechung.

Die erste Unterkunft

Und so bezogen wir die Ferienwohnung in Swakopmund, welche von deutschen Auswanderern vor drei Jahren eingerichtet worden war. Und während ich den Text schreibe, läuft, wie in Deutschland in der Vor-Corona-Zeit das Radio. Aber nicht einer der deutschsprachigen Sender, der von der Konrad-Adenauer-Stiftung gesponsert wird. Sondern ein englischsprachiger Sender, der in erster Linie lockere, moderne Musik mit Anlehnung an die klassische afrikanische Musik und viel Werbung bringt.

Die Nacht war sehr kalt. Bei 12°C und ohne Heizstrahler im Bad wäre das Duschen wohl eine Härteprüfung. Aber sobald die Sonne gegen 10 Uhr durch die Wolken brach, stieg die Temperatur auf 20-22 Grad. Um dann in der Nacht wieder abzusinken.

Die Wohnung ist äußerst geschmackvoll und mit vielen liebevollen Details ausgestattet. Aber so richtig genießen konnten wir das am ersten Abend nicht, weil wir todmüde ins Bett gefallen waren, um dann nach 11 Stunden immer noch ziemlich gerädert, aufzustehen. Und am nächsten Tag entstand das übliche Kofferauspackenchaos.

Es war Sonntag, der 10. April. Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen plagten mich nach dem Aufstehen. Die freundlichen Ferienwohnungsvermieter hatten zwei Fläschchen Wein, Wasser und Orangensaft im Kühlschrank und zum Empfang bereit gestellt. Aber wir brauchten auch etwas zu essen. Also gingen wir zu Fuß zu Mall „Platz am Meer“. Das waren ja nur ein paar hundert Meter, dachten wir. Aber als ich vor Checkers immer länger darauf wartete, dass meine Frau mit dem Einkauf zurückkam, schwante mir schon böses.

Einkaufen am Sonntag

Während meine Frau das Angebot bei Checkers studierte, beobachte ich die Menschen, die ein- und ausgingen. Ungefähr 75% trugen keine Masken, 25% aber doch, jedoch die Hälfte nur unter der Nase oder als Schal. Man sah Typen in Badeschlappen mit kurzer Hose und Muscle Shirt, dahinter dann jemanden mit Fellstiefeln, Skijacke und Pudelmütze. Wohl ein Beweis, dass Temperaturen subjektiv sind. Aber niemand störte sich oder schaute irgendjemanden nach. Die einzige Ausnahme war ein Mann mit dichten hellgrauen Haaren und einer Lederjacke mit Zebras auf dem Rücken. Der Security Mitarbeiter schien ihn zu kennen, denn er begrüßte ihn, und sein Kollege sah ihm mit einem breiten Grinsen nach.

Am Ende kam meine Frau mit über 30 kg aus dem Geschäft und wir machten uns zu Fuß auf den Heimweg. In solchen Momenten erkennt man erst, wie wertvoll ein Auto ist. Umso dankbarer waren wir, als uns die Vermieter anboten, Holz für den offenen Kamin zu geben, was wir dankbar annahmen. Durch ein kleines Kaminfeuer wurde die Wohnung direkt viel angenehmer, als am Abend die Temperaturen wieder auf 13 Grad absanken. Und zum ersten Mal begann ich einen Werbeslogan ernst zu nehmen, der erklärte: „Sie kommen als Gast, du gehst als Freund“. Denn die Aufnahme durch die Gastfamilie war nicht, was wir von anderen Reisen gewöhnt waren, sondern eher wie das Besuchen von Freunden.

Angeblich sollen die Lebenshaltungskosten in Namibia unter denen in Deutschland liegen. Das muss an der Mischung des Warenkorbes liegen. Sicher sind Strom, Wasser, Benzin billiger als in Deutschland. Aber wer aus dem Ausland importierte Lebensmittel oder andere Artikel kaufen will, der muss tiefer in die Tasche greifen. Das liegt wohl nicht unbedingt an hohen Zöllen oder der 15%igen Mehrwertsteuer, sondern an dem relativ kleinen Markt, und der Tatsache, dass viele Shops für ausländische Artikel teure Markenware anbietet, für die es keine alternative Bezugsquelle im Internet gibt, wie z.B. in Deutschland. Der Markt ist daher auch nicht so transparent wie in Ländern, in denen Ebay und Amazon leicht den Vergleich zwischen Anbietern ermöglichen.

Ein mittleres Hundebett kostet dann schnell über 100 Euro, während man in Deutschland die Hälfte bezahlt. Also muss man das Äquivalent eines 1-Euro-Shops suchen, um Hundebetten ohne Markennamen für die Hälfte und weniger zu finden. Eine Tiefkühlpizza kostet 5 Euro im Supermarkt, also sogar mehr als das Doppelte in Deutschland. Fazit: Man muss sich umstellen.

Die schwarzen Teufel sind da

Am Nachmittag wurden uns die beiden Hunde gebracht. Sichtbar eingeschüchtert von der langen Reise und zunächst ohne aufgeregtes Hochspringen wie sonst üblich. Aber das legte sich innerhalb von einer Stunde. Nun lagen sie also wieder unter dem Tisch wie üblich. Sie rochen zwar etwas wie wilde Tiere, aber auch das legte sich nach ein paar Stunden.
Nun waren wir angekommen. Und am Abend kamen schon die ersten Anrufe über WhatsApp. Alles entwickelte sich zur neuen Normalität. Nur die Tatsache, dass wir noch kein Auto hatten, trübte etwas den Eindruck. Denn weder konnten wir Holz für den offenen Kamin holen noch zu weiter entfernten Geschäften gehen. Dann auch wenn sie mit dem Auto „um die Ecke“ zu sein schienen, waren es dann zu Fuß doch immer ein paar Kilometer.

Kilometer superbreiter Straßen, teilweise nicht asphaltiert aber gepflegt, kaum Autoverkehr, eine stille Stadt, supersauber. Es war ein Ereignis, eine einzige leere Verpackung auf dem Gehweg zu sehen, oder einen Hundehaufen auf einem der noch nicht bebauten Grundstücke. Irgendwie erinnerte mich der Anblick der Straßen an solche aus den 1970er Jahren in Vororten der USA. Natürlich mit Unterschieden. Hier waren die Vorgärten z.B. mit einer Mauer eingefriedet.

Die nächste Aufgabe war also ein Auto zu organisieren. Das scheint wieder mal an den Verzögerungen im deutschen Auslandszahlungssystem zu liegen. Jedenfalls hatte die Targobank angekündigt, dass die Überweisung vom Freitag erst am Montag ausgeführt werden kann, und die vom Samstag erst am Dienstag, aber auch nur von einem anderen Konto. Das Hauptproblem war also, unser Geld aus Deutschland nach Namibia zu bekommen.

Das Gespräch mit der Kundenberaterin am 18. März, als uns die Lösung versprochen wurde, hatte sich bisher nicht bestätigt, niemand konnte uns bei der Bank Auskunft geben, wir warteten jetzt, dass sie hoffentlich am Montag wieder zur Arbeit kam. Hier in Namibia besteht übrigens der umgekehrte Trend zu Deutschland. Menschen, wenn nicht große Unternehmen, wollen am liebsten Bargeld haben.

Der erste Werktag in Namibia

Die beim Transport verlorene Tasche mit Hundesachen, die nicht in den kleinen Flieger von Kapstadt nach Walvis Bay gepasst hatte, wie man uns erklärte, war aufgetaucht. Ob und wann wir die darin befindlichen Dinge bekommen war noch unklar.

Am frühen Morgen erreichte uns eine E-Mail der Targobank-Sachbearbeiterin, welche meinte, sie hätte die Angelegenheit schon am 18. März weitergeleitet und wolle sich darum kümmern. Geldwechsel war nur in ausgewählten Filialen von Banken möglich, mussten wir lernen. Und Geldautomaten verschlucken auch gerne mal Anforderungen, ohne Geld auszuspucken. Ich bin gespannt, ob es eine Buchung auf dem Konto geben wird. (Anmerkung: Gab es nicht) Telefonische Auskunft: „Wenden Sie sich an Ihre Bank, die wird sich mit uns in Verbindung setzen, um die Angelegenheit zu klären, ja das kann passieren“. Und natürlich geht nichts ohne Gebühren.

Im Hundeshop gab es kein Lachsöl, also musste man Fischöl mit allen möglichen Verteuerungsgründen in der Drogerie kaufen. Dass wir das Öl überhaupt benötigten lag daran, dass wir von dem billigen Aldi-Trockenfutter nach einer Blasensteinoperation der kleinen Hündin, auf Empfehlung des Tierarztes auf ein sündhaft teures Spezialtrockenfutter umgestiegen waren, das aber offensichtlich kein Fischöl enthielt, weshalb man das separat zufüttern muss, vorzugsweise von der gleichen Marke, damit das Fell nicht schuppig wird. Marketing at its best. Auch hier werden wir uns umstellen müssen.

Interessant das Gespräch mit der Verkäuferin im Tierbedarfsgeschäft. „Sehr teuer die Hundebetten. Sie müssen sehr wohlhabende Kunden haben, ich als armer Rentner kann mir die Preise nicht leisten“. Sie nickend: „Ja das ist so, aber schauen sie doch da drüben, da gibt es preiswertere Marken, da finden Sie bestimmt was, die haben aber bis Mittag Inventur.“ Wobei die Aussage in keiner Weise herablassend oder negativ wirkte, sondern wie ein freundschaftlicher Rat.

Freiverkäufliche Arzneimittel aus Südafrika und andere Toilettenartikel sind ca. 10% teurer als dort. 125 ml Betadine Mund- und Gurgellösung kosten so zum Beispiel ca. 3,80 Euro.

Der Autoverkäufer, Toyota in Walvis Bay, bedauert, dass das Fahrzeug erst herausgegeben werden kann, wenn die Beträge, die wir überwiesen haben, auf dem Konto gutgeschrieben wurden, dass man derzeit auch kein Ersatzfahrzeug frei habe. Was dann am Abend widerrufen wurde, und für den nächsten Tag ein einfaches Leihfahrzeug in Aussicht gestellt wurde. Außerdem werde man mit mir zum Straßenverkehrsamt fahren, um ein Dokument zu erhalten, welches für alle Angelegenheiten mit Autos, deren Zulassung und Straßenverkehr als Ausweis dienen werde. Der Termin, um das beim Straßenverkehrsamt zu erledigen wurde für den nächsten Tag 10 Uhr ausgemacht. Wieder einmal hatte Diana, die Verkäuferin äußerst effektiv gearbeitet, auch indem Sie mich nebenbei mit ihrer Versicherungsmaklerin in Kontakt brachte.

Am Nachmittag war also noch einmal Wandern angesagt, um doch noch Hundebetten zu besorgen und zu versuchen ein Konto einzurichten. Und ja, man könnte auch ein Taxi nehmen, aber ohne viel Freude für die Fahrer, weil die Strecke so kurz ist. Über Taxis demnächst mehr. Und auch die zweite Bank bestätigte, dass man ein Konto nur mit einem Pass eröffnen kann, in dem die permanente Aufenthaltserlaubnis eingetragen ist.

Während ich die Auswirkungen des Fluges offensichtlich am zweiten Tag nach der Ankunft überstanden hatte, wurde es bei der besten aller Ehefrauen eher schlechter als besser. Was wir uns da wohl im Flugzeug gefangen hatten? Besser war wohl, man wusste es nicht!

Aus dem Radio klingt wieder den ganzen Tag entspannende Musik, viel Rap, aber meist von der nicht so aggressiven Art, gemischt mit wilder Werbung und ganz wenig Nachrichten, die weitgehend neutral wirken. Ansonsten ist das Haus vollkommen ruhig, denn außer einem ab und zu auftretenden Hundebellen stört nichts, und das nicht unweit des Zentrums.

Die ToDo-Liste erweiterte sich um die Einrichtung einer PostBox, weil die Post in Namibia diese nicht zustellt, sondern nur zur Abholung in einer Poststelle in einer PostBox bereitstellt. Wichtig, weil die jährliche Erneuerung der Autozulassung über Zusendung in die PostBox erfolgt. Mit anderen Worten: Ohne eine PostBox konnte man keine Post in Namibia empfangen. Die Adresse reicht nicht. Also musste wieder Estelle vom Tiertransport ihre PO Box Nummer ausleihen.

Das Straßenverkehrsamt in Namibia

Die spannende Frage war, wie sich die Gesundheit meiner Frau entwickelte. Natürlich hatten wir eine Reisekrankenversicherung für sie abgeschlossen. Aber sollte es das Unaussprechliche sein, an das wir natürlich nicht glaubten, drohten Quarantäne und andere Unpässlichkeiten. Die Spannung schien nicht nachzulassen. Noch nicht der Moment, um ruhig im Schatten zu sitzen und ein Buch zu lesen.

Am Morgen war die Temperatur wieder auf 17°C in der Wohnung abgesunken. Hustend quälte sich meine Frau aus dem Bett. Draußen sah der Boden feucht aus, der Nebel oder die Wolken hatten, wie in Swakopmund üblich, Feuchtigkeit über den Gärten verbreitet, was den Pflanzen ausreichte.

Schon am frühen Morgen kamen die ersten Anrufe, als Reaktion auf Anfragen vom Vortag, z.B. von einer Versicherungsmaklerin, welche die beste Versicherung für den neuen Wagen finden sollte. Nur von der Bank in Deutschland, deren Bearbeiterin mir noch am Vortag versicherte, den Vorgang schon am 18. März weitergeleitet zu haben, hörte ich noch nichts.

Ich hatte darüber gelächelt, als Estelle, welche so hilfreich beim Import der Tiere war, gesagt hatte: „Ja, was in Deutschland Wochen dauert, machen wir in Stunden.“ Schließlich wusste doch jeder, dass in Afrika alles viel langsamer geht … hatte ich gedacht. Jeder der nach Afrika geht, ist doch darauf vorbereitet, dass hier nichts funktioniert und alles ewig dauert, oder? Aber inzwischen habe ich aufgehört über ihren Ausspruch zu grinsen. Vielleicht waren es ja doch nur die politischen Entscheidungen, die so ewig lange dauerten, weil man nach einem Konsens suchte? Oder war ich nur zufällig über einzelne Ausnahmen gestolpert?

Nun war ich gespannt darauf, wie lange die Prozedur beim Straßenverkehrsamt dauern würde. Der Vorgang begann, indem sich Diane per E-Mail entschuldigte, dass der Fahrer wegen technischer Probleme ein paar Minuten zu spät abgefahren sei, und deshalb nicht pünktlich um 10 Uhr ankommen werde.

Um 10:30 Uhr ging es los. Zuerst zur Polizei, wo der junge Mann einfach unter den Augen des Parkwächters, ihm zuwinkend, auf dem Behindertenparkplatz hielt, aus dem Auto sprang und die Kopie des Passes bestätigen lassen wollte. Aber die Polizei akzeptierte den anscheinend schlechten Farbausdruck nicht und schickte ihn weg, eine schwarz-weiß-Passkopie zu machen. Also im Laufschritt zum Copyshop und zurück. 15 Minuten später ging es weiter zum Straßenverkehrsamt.

Dort in Büro Nr. 1 waren wir an zweiter Stelle dran. Das Büro war ausgestattet mit einer Kamera, Blitzlicht und Fingerabdrucksensor. Dauer 5 Minuten, dann in die sitzende Warteschlange, jeder rutschte einen Stuhl vor, wenn er frei wurde, vor Abteilung 3. Nach fünf Minuten der Aufruf, noch schnell ein Foto mit der Webcam, eine Unterschrift und fertig. Ich bekam den Schlüssel vom Auto und konnte fahren, den Rest erledigte mein junger Begleiter, der jeden zu kennen schien.

Auf der dann folgenden Suche nach einem Reparaturgeschäft für Mobiltelefone kam ich durch Mondena, und wurde daran erinnert, in welchem Luxus wir leben. Auch hier war alles sauber, organisiert und strukturiert, aber die Armut war überdeutlich zu erkennen. Dann bezahlte ich für das Tankfüllen und drei Sack Holz je 25 kg ca. 40 Euro und freute mich auf einen warmen Abend.

Inzwischen hatte die Targobank ihren Fehler eingestanden und entschuldigte sich, und ein Angebot vom Versicherungsmakler für das Übergangsfahrzeug, einen gebrauchten RAV4 für ca. 42 Euro monatlich, Vollkasko, lag vor. Das Problem in Namibia ist, dass Autohaftpflicht nicht zwingend ist, und man deshalb auch bei unverschuldeten Unfällen auf den Kosten sitzen bleiben kann. Nur verlangt die Versicherung die Angabe einer namibischen Kontonummer.

Werden wir trotzdem die Versicherung abschließen können? Und die spannende Frage für morgen wird sein, ob es der besten aller Ehefrauen besser geht oder sich doch was Böses entwickelt? Wann wird das Geld für unser Haus auf dem Konto erscheinen, damit wir den Antrag auf Daueraufenthalt endlich stellen können?
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Nein, ich kein „Influencer“ und bekomme kein Geld für Empfehlungen. Die nachfolgenden Angaben sollen nur als Tipp dienen und Nachfragen unnötig machen:

Welwitscha Shuttle Service, Swakopmund, Manda Bauer (Eigentümer), mandie@afol.com.na, Fahrer Vernon.

Ferienwohnung in Swakopmund „Dein eigenes Cottage“ Claudia und Hermann, Tel und Whatsapp +264 81 4744278.

Toyota Walvis Bay, Verkäuferin Diana Viljoen, d.viljoen@indongotoyota.com (Auch wichtiges Mitglied der namibischen Nationalmannschaft Rasenbowling.)

Estelle, Pet Voyage, petvoyage@icloud.com auch auf WhatsApp. (Travel Service for your Pet)

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Jochen Mitschka

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Kommentare (4)

4 Kommentare zu: “Die Ankunft | Von Jochen Mitschka

  1. Zivilist sagt:

    Das Tu ich mir nicht an, da sind ja meine Reisen durch Lateinamerika, Indochina Südostasien interessanter, in deren Verlauf ich auf keinem einzigen Golfplatz war.

    Und man braucht auch nicht zu fliehen, weil der Krieg ein globaler ist, mit seinen 3 Corona Kriegen + Ukraine + was noch kommen mag.

    • Das denke ich auch, also das mit dem Weglaufen. Man mag in manchen Ländern sicher erstmal noch ein paar Jahre Ruhe vor der C. Diktatur haben aber früher oder später erwischt es sie überall. Alle Länder der Welt hängen an den Gängelbändern des globalen Finanzkomplexes, der Reichweite der WHO und dem Einfluss des WEF.

  2. Ich beneide Sie. Wenn meine englisch Kenntnisse nicht so rudimentär wären … ich jemandem hätte, der mit mir zusammen auswandern würde … Aber mit 55, allein, ohne großen finanziellen Rückhalt, keinen erlernten Job, der es ermöglichen würde zuhause am PC zu arbeiten, da müsste ich eine Arbeitsstelle im Ausland finden … wo wir wieder bei dem Sprachproblem wären u. nicht zuletzt bei meinem fortgeschrittenem Alter … Ich weiß, manche würden sagen, alles Ausreden für Feigheit u. Bequemlichkeit. Sicher werde ich die Quittung dafür auch irgendwann bekommen. Genau wie die J. vor 85 Jahren, die genauso dachten wie ich heute.

    • Poseidon sagt:

      Karen Seidenholz was fuer ein wunder schoener Name.
      Wenn ich sehe wie oft Alois Irlmaier die Zukunft treffend vohergesehen hat,
      dann frage ich mich in wie weit unser Schicksal vorherbestimmt und wir wirklich einen freien Willen haben?
      Denn das eine passt mit dem anderen nicht zusammen.
      Wer Angst hat liebt nicht und wer Liebt hat keine Angst.
      Der Weg aus der Angst fuehrt immer durch die Angst.
      Auf Roatán lebt am Ost-Ende eine deutsche Frau ganz allein.
      Diese Seite der Insel ist sehr gefaehrlich ,weil dort schwer bewafnete Wegelagerer ihr Unwesenen treiben.
      Dennoch lebt sie dort und raeumt gelegentlich den Strand so gut sie kann auf.
      Frau kann da auch locker in einer Schiesserrei sterben,
      Wenn der Tag gekommen ist,ist er halt da,nehme ich mal an.
      Love is the key!
      https://www.roatan.cz/dovolena-v-karibiku/camp-bay

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