Deutschlands Absturz: Scholz, Baerbock, Habeck und das neue deutsche Elend | Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Friedens-Unfähigkeit der Regierung, Realitätsverweigerung, Arroganz, Bürgerferne – und gleichgeschaltete Massenmedien

Ein Kommentar von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.

Deutschland im Herbst: kurz vor dem Absturz in große Not. Mit Kanzler Scholz voran, dem Bademeister im Schuldensumpf, Vergangenheitsbewältiger ohne Cum-Ex-Erinnerung und auch angesichts der Gegenwartsgefahren ziemlich einfallslos. Mit einer Außenministerin Baerbock am Bein, selbsternannte Fachfrau für Völkerrecht, zumindest aber für Lügengeschichten und exzessiven Russenhass, die sich zum Sicherheits-Hochrisiko in Europa entwickelt. Und mit Wirtschaftsminister Habeck geschlagen, einem von jeglicher Sachkenntnis freien Schwadroneur, der über „Mondpreise“ für US-Fracking-Gas jammert und bei den Amis „führend dienern“ will (oder so ähnlich).

Bereiten wir uns also auf das winterliche Leben im Mehrfamilien-Wohnschlafzimmer vor und auf die per Fahrraddynamo zu betreibende Elektroheizung. Das bürgerferne Berliner Regime mit Fascho-Odeur, ohne Selbstzweifel und engagiert in kriegerischer Wumms-Politik, setzt längst die Nachrichtensendungen von ARD, Deutschlandradio und ZDF als erfolgreiche Verbal-Artillerie ein. Ihr allabendliches Trommelfeuer auf die Intelligenz des Publikums ballert dessen Leidensbereitschaft und Russophobie herbei. So erklärt sich die bedingungslose grün-deutsche Hingabe an das neonazistische Regime in Kiew. Öffentlich-rechtswidriger Programmauftrag: Unser täglicher Schulterschluss mit SS-Kamerad Selenskyj.

Auf den korrupten Selbstherrscher in Kiew lassen Tagesschau & Co. nichts kommen: Russischsprachige Bücher und russische Musik verbieten, den Ost-Ukrainern den Gebrauch ihrer Muttersprache untersagen, kritische Fernsehsender dicht machen, rassistische Sprüche kloppen, die Oppositionsparteien verbieten , politische Gegner entführen und foltern lassen: Selenskyj darf sowas. Darüber verlieren öffentlich-rechtliche Qualitätsjournalisten kein Wort in ihren „hochinformativen“ Nachrichtensendungen. Der Mafioso im Kiewer Präsidentenamt gilt ihnen als Ehrenmann. Seine Off-shore-Millionen sind für die Tagesschau aber tabu.

Charakterloser Journalismus

Die braune Brühe in und aus der Ukraine wird von den Redakteuren sorgfältig übergangen, die aus Hamburg gelieferte Tagesschau hat das Filtern auf allen Ebenen längst zur Perfektion entwickelt.

Als sich mehrere NDR-Redakteure darüber beschwerten, dass es in der NDR-Berichterstattung in Kiel einen „politischen Filter“ (zugunsten der CDU-Landesregierung) gebe, war das Mediengetöse groß – als ob da etwas Außergewöhnliches aufgedeckt worden wäre. Dabei belegen kritisch-unabhängige Autoren außerhalb des Dunstkreises der Konzernmedien und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bereits seit vielen Jahren zweifelsfrei, dass der „Qualitätsjournalismus“ politisch abhängig ist, daher auch weitestgehend gleichgeschaltet: Er verletzt das Interesse breiter Bevölkerungsteile, er pervertiert die Meinungsbildungsfreiheit und begeht damit tagtäglich ideellen Verfassungsbruch.

Im NDR unternahm man nach Bekanntwerden der Kieler Kritik, was man in vergleichbaren Fällen immer tut: Man prüft mit eigens ausgesuchten „Gutachtern“ im Hinterzimmer die einzelnen Vorwürfe und verständigt sich auf das übliche Ergebnis: Da ist nichts gewesen. Was angeblich oder tatsächlich zu kritisieren war, wird dem kollektiven Gedächtnisverlust anheimgeben, die Zeit heilt alle Wunden. Die zu Aufpassern bestellten Mitglieder in den Rundfunkgremien spielen mit – wer sich querlegt, gefährdet seinen Platz im Kasperletheater oder wird als Pups im Parfümladen erachtet.

Solche Verfahrens- und Verhaltensweisen sind systemkonform. Sie gaukeln der Öffentlichkeit vor, Rundfunk und Fernsehen hierzulande seien sauber und funktionierten bei der Kontrolle des Gemeinwesens und seiner Führung einwandfrei. Das täuscht darüber hinweg, dass die Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens geradezu standardmäßig „politisch gefiltert“ sind; was täglich in Hamburg-Lokstedt passiert, kann nicht (wie in Kiel) als untypischer Betriebsunfall deklariert werden.

Die Redaktion ARD-aktuell hat Negativbeispiele in Hülle und Fülle im Archiv, insbesondere aus der Auslandsberichterstattung. Seit dem Maidan-Putsch 2014 ist die Tagesschau bekannt dafür, dass ihre Ukraine-Berichterstattung entgegen der gesetzlichen (=staatsvertraglichen) Objektivitätspflicht ausschließlich dem Interesse des „Wertewestens“ dient. Die Redaktion ist nicht die Bohne um Objektivität bemüht, nicht einmal um Neutralität. Sie arbeitet hochgradig parteiisch. Ihr zentrales Instrumentarium: Weglassen wesentlicher Informationen, unsachliche Akzentuierung, einfließende und/oder getarnte Falschnachrichten, Manipulation von Fakten und Aussagen. Das reicht von Falschdarstellungen über das Pogrom im Gewerkschaftshaus in Odessa, über die uferlose Korruption des Regimes in Kiew bis zum Ignorieren des Massenmords an 14000 Ostukrainern, gemeinschaftlich begangen von den neonazistischen Asow-Freikorps und der regulären ukrainischen Armee.

Der Krieg eskaliert –

und damit das Manipulieren und Fälschen bis zum Exzess, Nachrichten ohne Benennung von Ross und Reiter, aktuellstes Beispiel:

„Teile der Krim-Brücke eingestürzt”

meldet die Tagesschau, verweist auf einen „Brand auf der Brücke“ und sagt nicht sofort, was Sache ist: Dass die ukrainischen Machthaber schon vor dem Krieg Pläne schmiedeten, diese Lebensader der Krim abzuschneiden, die Brücke zum russischen Festland zu zerstören. Schweigt sich natürlich darüber aus, welche Folgen dieser Gewaltakt haben muss: eine weitere Eskalation des Kriegsgeschehens.

Ganz anders die Nachrichten in den bewussten Medien. Putin habe wiederholt unterstrichen,

„dass auf Angriffe auf russisches Territorium mit allen Mitteln reagiert werde und hinzugefügt: ‚Das ist kein Bluff.‘ Wenn er jetzt nicht reagiert, würde er sich als schwach und ängstlich zeigen.“

Den Kontext zu Ereignissen darzustellen, Nachrichten damit verständlicher und einer sachgerechten Urteilsbildung dienlich zu machen, ist für ARD-aktuell längst kein journalistisches Muss mehr. Die verantwortungslose Haltung der Merkel-Regierung gegenüber dem völkerrechtlich verankerten „Minsk-II-Abkommen“ wurde von der Tagesschau ebenso devot übergangen wie die Tatsache, dass USA, NATO und EU seit Jahren die Ukraine auf einen Krieg gegen Russland orientierten – unter Einsatz ihrer Geheimdienste und Söldner. Und dass sie das Land mit Unmengen Waffen belieferten, es finanzierten und seine Soldaten und uniformierten Hitler- und Bandera-Fans trainierten. Damit sorgte auch die ARD-aktuell dafür, dass der Durchschnittszuschauer die verbrecherischen Umtriebe der wertewestlichen Regierungen nicht als Mitursache für den Krieg in der Ostukraine begreifen konnte.

Dieser Hintergrund erhellt, warum es so problemlos gelang, die Mehrheit der Bundesbürger gegen Russland aufzuwiegeln und die seit Jahresbeginn gigantischen westlichen Waffenlieferungen als Beitrag zur Herbeiführung des Friedens (!) zu verkaufen – als ob es nicht längst ein Verbot von Waffenlieferungen in Kriegsgebiete gäbe; es ist im Grundgesetz bereits in der Präambel verankert.

Treffend beschrieben:

„Die Medien zeigen uns die Welt – allerdings nicht wie in einem Spiegel, sondern unvermeidlich als von ihnen erzeugte Welt, als Ergebnis eines höchst eigensinnigen Auswahl- und Produktionsprozesses. Diesen Prozess selbst zeigen sie aber nicht: Weder die Filter noch die Zutaten noch die ‚geheimen‘ Künste ihres Handwerks … wer keine Sensibilität dafür entwickelt, über welche Themen er lediglich hinweg hastet und bei welchen er ungebührlich verweilt, weiß am Ende nichts Verlässliches von der Welt, die ihm da gezeigt wurde. Und ist doch überzeugt, sie mit eigenen Augen gesehen zu haben.“

Filter und Zutaten setzt die Tagesschau gelegentlich so übermäßig und wider jede Logik ein, dass der kritische Zuschauer zweifelt, ob den Redakteuren noch etwas Rest-Verstand geblieben ist. Beispielsweise bei der Berichterstattung über den Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja: Obwohl das AKW von russischen Truppen besetzt ist, erweckte ARD-aktuell – unisono mit Selenskyj und seiner medialen Entourage im Westen – den Anschein, als hätten die Russen selbst auf das AKW geschossen.

Wer auch dabei an die zuverlässig russophob hechelnde Moskauer Korrespondentin Ina Ruck als Autorin denkt, irrt: ARD-aktuell hatte eigens für diese schräge Nummer die Lateinamerika-Korrespondentin Xenia Böttcher in die Ukraine gekarrt. Deren Qualifikation für wahrheitswidrige Meinungsmache und reaktionären Gossenjournalismus ist längst nachgewiesen, speziell mit ihren abfälligen und irreführenden Berichten über Venezuela.

Filtern, filtern: Die EU beschloss kürzlich eine weitere Finanzhilfe von 5 Milliarden Euro für die Ukraine. Das Selenskyj-Regime wies das als ungenügend zurück.

„Jetzt will die Ukraine der EU schon vorschreiben, wie viel Geld sie aus Brüssel bekommt“

empörte sich der Blogger Eric Bonse. Und was berichtete die Tagesschau über den Skandal?

Nichts.

Durchgeknallt

Als der ukrainische Staatschef am 6. Oktober die NATO aufforderte, präventiv Atomwaffen gegen Russland einzusetzen, verschwieg ARD-aktuell in ihren Hauptsendungen sogar diesen verbalen Amoklauf Selenskyjs. Sie brachte nur eine Erwähnung im Kleingedruckten, auf tagesschau.de; dort allerdings gleich zusammen mit einer abwiegelnden Bemerkung aus dem Umfeld des Kiewer Koksbruders: Selenskyj habe sich nicht auf die Gegenwart bezogen, sondern den Kriegsbeginn im Februar 2022 gemeint. Solche Beispiele machen die Kriegsberichterstattung der ARD-aktuell als Propaganda-Mix kenntlich, gefiltert nach NATO-Interessen und denen einer deutschen Regierung, die ihre Handlungsgrenzen von Washington definieren lässt.

Wie oft schon haben wir und ungezählte andere Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass die ARD-aktuell damit gegen den Staatsvertrag verstößt, speziell gegen den Auftrag,

„… die internationale Zusammenarbeit zu fördern, für die Friedenssicherung einzutreten …  unabhängig und sachlich zu sein …“

und damit den „anerkannten journalistischen Grundsätzen zu entsprechen“?

Es muss dennoch immer und immer wieder daran erinnert werden. Bis es – vielleicht – eines schönen Tages doch noch dazu führt, dass Politiker und Rundfunkräte Konsequenzen ziehen.

Welch arroganter Zynismus drückt sich in dieser salvatorischen ARD-aktuell-Klausel aus:

„Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.“

Warum sendet die Redaktion dann nur Informationen von westlichen Nachrichtenagenturen, nicht aber von russischen? Warum beteiligt sich die ARD-aktuell an der informationellen Selbst-Kastration und protestiert nicht gegen die verfassungswidrige Zensur, die im Verbot russischer Medien in der EU gipfelt?

Vom einstigen Bundeskanzler und verdienten Friedensnobelpreisträger Willy Brandt stammt der viel zitierte Satz:

Ohne Frieden ist alles nichts.“

Brandt setzte sich bekanntlich mit unbeirrbarem Verständigungswillen und schließlich erfolgreich für eine Aussöhnung mit dem Osten ein, gegen den ausdrücklichen Willen der britischen und der US-Besatzer in Deutschland. Demgegenüber erweist sich Kanzler Scholz als unglaubwürdiger Opportunist. Anfang März hatte er noch verkündet:

„Jeder weitere Tag, den der Krieg fortgesetzt wird, führt zu Zerstörung von Infrastruktur und Menschenleben … – auf beiden Seiten. Das muss unbedingt verhindert werden … Es geht darum, dass die Diplomatie wieder eine Chance bekommt

Doch schon im Mai war er auf die Seite der Kriegsförderer gewechselt:

„Ernsthaft über Frieden verhandeln wird Putin jedoch nur, wenn er merkt, dass er die Verteidigung der Ukraine nicht brechen kann“.

Der Wählerwille zählt nicht

Für Scholz sind demnach Verhandlungsabsichten derzeit illusorisch. De facto stützt er damit den US-gesteuerten Scharfmacher Selenskyj; der ließ Verhandlungen mit Präsident Putin per Gesetz verbieten. Scholz‘ kriegerische Durchhalte-Politik stellt eine Verhöhnung des Mehrheitswillens seiner Mitbürger dar. Die stimmen zu 77 Prozent für sofortige Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland.

Scholz, rechtslastiger „Seeheimer“ mit gewaltbeschönigender Vergangenheit, berauscht sich lieber an der tödlichen Effizienz des deutschen Mordwerkzeugs, das inzwischen massenhaft in die Ukraine geschafft wird. Wie solche Spezialdemokraten eben sind: Sie bedenken die Neonazis in der Ukraine mit Weihrauch, Gold und Vernichtungswaffen – in der Heilserwartung auf den Endsieg. Unter Beifall unserer Rüstungsbarone und gierigen Hyänen, die auf Anteile an der Beute von russischen Ressourcen lauern.

Doppelstandards, Opportunismus und Amoral des Kanzlers drücken sich auch in seiner Reise nach Riad aus. Dort kaufte er Öl und sagte im Gegenzug Waffenlieferungen zu. Auf dass die Saudis ihren völkerrechtswidrigen Krieg im Jemen fortsetzen können, der bereits mehr als 400 000 Menschenleben gefordert hat und noch weit fürchterlicher wütet als der Krieg in der Ukraine. Das Rüstungsgeschäft mit Saudi-Arabien widerspricht übrigens dem Koalitionsvertrag mit den Grünen, aber die sind zwecks Machterhalt schon umgefallen.

Die Grünen haben längst ihren Frieden mit dem Krieg gemacht.

Filtern, filtern, filtern: Als sich nach Alice Schwarzer weitere deutsche Prominente wie Richard David Precht, Juli Zeh und Ranga Yogeshwar im Juni öffentlich für Friedensverhandlungen im Ukraine-Konflikt einsetzten, brachte die ARD-aktuell das wiederum nur in ihrer diskreten Internet-Nische Tagesschau.de, nicht aber in ihren TV-Abendsendungen. Spitzenmeldung war dort vielmehr ein gerade beschlossenes „Gesetz zur Selbstbestimmung“, das den Menschen die Möglichkeit gibt, ihr Geschlecht und Vornamen selbst festzulegen.

Am 2. Oktober appellierte Papst Franziskus an den Präsidenten der Ukraine,

„für ernsthafte Friedensvorschläge offen zu sein.“

Kein Wort davon in den Hauptsendungen der ARD-aktuell. Die enthielten stattdessen Jubelmeldungen über weitere deutsche Waffenlieferungen.

Wie verkommen inzwischen die deutsche Diskussionskultur in Friedensfragen ist, dank des Einflusses der Massenmedien, zeigt sich am Umgang mit dem Friedens-Vorschlag des US-Milliardärs Elon Musk. ARD-aktuell tat ihn als „provokante“ Äußerung ab. Und fügte ihm den Kommentar der neonazistischen Dreckschleuder Andrij Melnyk hinzu, Ex-Botschafter der Ukraine in Deutschland:

„Verpiss dich (im englischen Original: Fuck off), ist meine sehr diplomatische Antwort an dich, Elon Musk“.

Friedensaktivisten diffamiert ARD-aktuell, indem sie eine Nähe zu AfD-Mitgliedern, „Verschwörungstheoretikern“ und „Corona-Leugnern“ andeutet, als hätten die kein Recht, sich für den Frieden einzusetzen. John Pilger, weltweit bekannter australischer Journalist und Friedensaktivist:

 „Wir leben in einer Mediengesellschaft, in der wir einer tückischen und unaufhörlichen Gehirnwäsche unterzogen werden … entsprechend den Bedürfnissen und Lügen staatlicher und unternehmerischer Macht.“

Die Sowjets zogen vor 32 Jahren in Freundschaft aus Deutschland ab. Die westlichen Besatzer jedoch blieben. Heute sollen wir die Russen wieder als Feinde betrachten, die Amis hingegen noch immer als Freunde. Trotz milliardenschwerer Besatzungskosten, Missbrauchs ihrer Garnison Ramstein für weltweite Drohnenmorde und der Garnison Büchel als Atombombenlager, trotz NSA-Bespitzelung, CIA-geheimdienstlicher Unterwanderung, Zwang zur Selbstzerstörung unserer Wirtschaft zum Nutzen der US-amerikanischen und trotz fortwährender politischer Bevormundung. Die Bundesregierung, voran der dienernde Vizekanzler Habeck, legt Wert darauf, unter den Amis „Partner in Leadership“ zu sein.

Vom berühmten linken Schriftsteller Franz Jung („Der Weg nach unten“) ist überliefert, dass er Hitler in einem Münchner Wirtshaus anschrie: „Dir ham’s ins Hirn g’schissen und vergessen, abzuziehen!“ Jung überlebte in der Emigration.

Deutschland im Herbst: Der quer durchs Land gehegte Wunsch nach Frieden hat keinen politischen Marktwert. Er prägt auch nicht unsere Massenmedien. Dabei ist der Absturz in die wirtschaftliche und soziale Katastrophe schon in Sichtweite. Er wäre vermeidbar, denn eine der Nordstream-2-Röhren ist noch intakt: Die Amis haben sie nicht getroffen. Doch die USA beherrschen unser Land und verhindern Signale nach Moskau, die der Verstand geböte. Die westeuropäisch-russische Zusammenarbeit wird sich dennoch eines Tages durchsetzen – gegen ein imperiales System, das nur mit Sanktionen und Militär aufrechterhalten wird und nicht einmal mehr ein Viertel der Menschheit repräsentiert.

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Kommentare (42)

42 Kommentare zu: “Deutschlands Absturz: Scholz, Baerbock, Habeck und das neue deutsche Elend | Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

  1. Idee, um Heizkosten zu senken:

    Hochbett kaufen oder Bett umbauen lassen. Denn die wärmere Raumluft steigt nach oben und sammelt sich im oberen Bereich des Raumes an, sodass es dort oft rund 3 Grad wärmer ist mit der Folge, dass man nachts weniger heizen muss.

  2. Witze:

    1. Selenskyj ist in Wirklichkeit eine Marionette Putins. Beweis: Er drohte im Vorfeld damit, die Brücke zur Krim in die Luft zu sprengen, damit es später so aussehen würde, als hätte es die Ukraine begangen, wenn Putin die Brücke sprengt, um verbrannte Erde zu hinterlassen. Eine klassische false flag also.

    2. Die Zerstörung der Brücke war gerechtfertigt, weil sie ein illegales Bauobjekt darstellte und ein Teil der illegalen Besetzung der Krim durch Russland darstellte (dieser Witz nicht von mir, sondern habe ich in MSM angedeutet gelesen)

    3. Deswegen schämte sie sich die Brücke und beging Selbstmord.

    • wolfcgn sagt:

      Unsinn, ZDF meldet: Putin hat die Brücke sprengen lassen, um zu verhindern, dass die russischen Soldaten in die Heimat flüchten und die Ukrainer sie bei der Verfolgung nutzen können.

  3. Ursprung sagt:

    Diese Aufsatz-Verfasser schimpfen gut. Koennen die auch was mehr?
    Logik-Ketten aufdecken? Biographie-Bezuege? Korruptions-Hintergruende?
    Wie waers mal mit gsellschaftlicher Einordnung von Aktionsmustern?
    Agendaverdachtsmomente?
    Statt alternativ komplementaer? Charaker-Analysen ueber Ausdrucksweise?

  4. Kritik an der Gaspreisbremse: unter Schildbürgern

    1. Durch die Gaspreisbremse wird nicht das Grundproblem, die Gasknappheit, gelöst.
    2. Die Ursache für die Gasknappheit und die hohen Gaspreise, nämlich die Wirtschaftssanktionen gegen Russland und die teure Verstromung von Gas, wurden übergangen. Wenn es einen richtigen Wettbewerb unter Stromerzeugern geben würde, dann würde es keinen teuren aus Gas produzierten Strom, sondern fast nur billigen Atomstrom und Strom aus Kohlekraft geben.
    3. Und auch eine andere Hauptursache für den hohen Gasverbrauch, nämlich die mangelhafte Wärmeisolierung von Fenstern wurde übergangen.
    4. Übergangen wurde auch die Möglichkeit, den Bau von Gasspeichern zu fördern, damit man im Sommer billiges Gas für den Winter bunkern kann und im Sommer mehr Gas importieren kann, um Gasknappheit und hohe Gaspreise zu bekämpfen. Stattdessen wollen viele Politiker teure und nutzlose Flüssigkeitsterminals fördern.
    5. Eine Subventionierung aller bringt nichts, weil man damit allen Geld nimmt, um es später dann allen zu geben.
    6. Industrieabnehmer werden durch die Gaspreisbremse stärker gefördert als Verbraucher und sollen nur 7 Cent pro Kilowattstunde bezahlen.
    7. Falls auch Gaskraftwerke zu diesen hochsubventionierten Industrieabnehmern zählen sollten, dann würde man damit die Gasverstromung, d.h. eine der Ursachen für den Gasmangel und hohe Gaspreise, fördern.

    • Durch die geplante Gaspreisbremse wird unsere Verarmung aufgrund hoher Gaspreise nicht gestoppt, nur dass erst ein einmal der Staat für den Bürger in Vorlage tritt. Der Staat und damit letztendlich der Bürger wird dadurch bei den derzeitigen Gaspreisen irre hohe Ausgaben haben und verarmen. Die geplante Gaspreisbremse ist ein bisschen Umverteilung und Symptombekämpfung.

    • Mehr Gas aus Libyen für Italien und Österreich und die Schweiz möglich:

      Italien und Österreich und die Schweiz könnten auch mehr Gas aus Algerien und Libyen Gas beziehen. Notfalls muss man weitere Pipelines über das Mittelmehr bauen. Da diese kurz wären, ginge das schnell.

  5. hog1951 sagt:

    Wieder ein absoluter Treffer der beiden Beobachter F. Klinkhammer und V. Bräutigam!

    Geschliffene Wortwahl! Aber noch besser die inhaltlichen Aussagen!

    Ich vermute, dass ihr Herz blutet, wenn sie sehen, was aus der Sendeanstalt geworden ist, bei der sie frueher selbst jahrelang gearbeitet haben.

    • Kit3 sagt:

      Ja, ein Genuß!
      Und sie können es immer noch 100x besser, als diese vermutlichen Schüler, die inzwischen in den Sendern ihr schlimmes Unwesen treiben.

  6. FizzyIzzy sagt:

    https://youtu.be/jXMWcqL4Y9Y
    :(

    • hog1951 sagt:

      Moin, #Fizzzylizzy,

      Das ist zu einer Unart geworden, dass man in Ermangelung eigener Worte irgendwelche Links kopiert, wo man dann als Zuschauer sich seinen Reim drauf machen kann/soll?

    • Ru Lai sagt:

      Eine neue Unart, wow.

      Ich wollte eigentlich gar nicht mehr hier kommentieren, aber wenn es schon dermaßen offensichtlich ist, daß der Blockwart, der hier die neue "Unart" moniert und also als Wächter u. Zurechtweiser darüber auftritt, daß gefälligst kommentiert werden sollte, wie er es für richtig erachtet – daß also dieser Blockwart und Scherge überhaupt nicht mehr mitbekommt, was er da tut – – – wenn es schon dermaßen offensichtlich ist, was hier wieder Einzug hält, dann sollte ich schon mal auf mein Wohlbefinden pfeifen.

    • _Box sagt:

      Wegen Blockwart (und nicht mehr schreiben):

      M-PATHIE – Zu Gast heute: Kai Stuht – “Intuition, der Schlüssel zu allem”
      https://apolut.net/m-pathie-kai-stuht#comment-247316

      Auch sind sie recht schnell mit einem "kreativen Hang zur Wahrheit" und Ablenkung parat, wenn es dem Geldadel zu eng wird:

      Arbeitskämpfe in Zeiten von Corona | Von Hermann Ploppa und Anselm Lenz
      https://apolut.net/arbeitskaempfe-in-zeiten-von-corona-von-hermann-ploppa-und-anselm-lenz#comment-234566

    • hog1951 sagt:

      #Ru Lai sagt:

      „Ich wollte eigentlich gar nicht mehr hier kommentieren (…)“

      Hätten Sie doch ihr Vorhaben umgesetzt!

    • Ru Lai sagt:

      Ach, hätten Sie doch die wesentliche Frage gestellt – nur ein einziger wahrhaftiger Moment des Innehaltens und der Stille – und somit eine riesige Chance genutzt: wem sollte ich denn als Scherge dienen? –

      https://www.youtube.com/watch?v=DBrMKIZIYDM&list=PLBDo4F0lEZWnhEh7DohcV4FxYfBf3K1XS&index=8
      Was für ein vergeudetes Leben …

    • Ru Lai sagt:

      Von unartiger Kommunikation zur Entartung – – – offenbar nur ein Wort – – – wer hat nochmal die Ausstellung "Entartete Kunst" gemacht?

    • ne utrum sagt:

      Die Sozialisten im braunen Gewande.
      Von Riefenstahl zum sozialistischen Realismurks war es dann auch kein weiter Weg.

    • _Box sagt:

      Süß, ne utrum,

      der völkische Schuldkult Markttheologe, ich sag es is Korporatismus, … ich schätze viel brauner geht nicht mehr:

      “Schnallt eure Gürtel enger und zieht euch warm an!” | Von Felix Abt
      https://apolut.net/schnallt-eure-guertel-enger-und-zieht-euch-warm-an-von-felix-abt#comment-248006

      Milliarden deutsche Euro für Selenskis Krieg | Von Willy Wimmer
      https://apolut.net/milliarden-deutsche-euro-fuer-selenskis-krieg-von-willy-wimmer#comment-241441

      Korporatismus hätte Mussolini gerne den Faschismus genannt:

      „Der Faschismus sollte Korporatismus heißen, weil er die perfekte Verschmelzung der Macht von Regierung und Konzernen ist.“
      – Benito Mussolini

      Dazu dann Horkheimer:

      „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den terroristischen Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“
      – Max Horkheimer

      Und schließlich Brecht:

      „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“
      – Bertolt Brecht

      P.S.: Zum, wie sie es nennen, Schuldkult oder auch der Begriff der Kollektivschuld, zum dem Hannah Arendt sich äußerte. Das ist ihnen und Kollegen nur allzu nützlich, um konkreten Zuweisungen von Verantwortlichkeit zu entgehen.

    • ne utrum sagt:

      Heute hat die Klappsmühle aber wieder Wandertag.
      Die Herren copy und paste auf freiem Fuß.

    • Ru Lai sagt:

      Lieber Ne utrum,
      vergebliche Liebesmüh. Der Kasten ist voll und völlig vernagelt. Da geht nichts mehr rein. Und so wird er denn vermutlich bis zu seinem letzten Atemzug machen, was er seit 30 Jahren macht.

      Ihnen jedoch wünsche ich von Herzen, daß Sie es schaffen mögen, (vielleicht mit Barry Longs Hilfe?), von innerem Unglück frei zu werden. Die Politische Betrachtung der Weltgeschichte ist heftig. Es gibt einfachere Kapitel. Beispielsweise das um das besessene Kind. Oder Das Wort der Welt.

      https://www.youtube.com/watch?v=vcNxV6dvjCk&list=PLBDo4F0lEZWnhEh7DohcV4FxYfBf3K1XS&index=6

      Viel Glück und Erfolg!!! Nichts ist lohnenswerter als der befreiende Weg.

      https://www.youtube.com/watch?v=5n0KgE_WPro&list=PLBDo4F0lEZWnhEh7DohcV4FxYfBf3K1XS&index=5

      Playlist auf diesem Link.

    • _Box sagt:

      Das war eine Selbstauskunkt ne utrum und damit ist die Psychopathologie ganz die Ihrige und des geschätzten Kollegen, … erneut. Jetzt wie vorher, antiaufklärerische Agitprop und Antwort dazu:

      https://apolut.net/wendet-euch-von-der-deutschen-linken-ab-von-anselm-lenz#comment-248583

    • Kit3 sagt:

      Ich klicke solche YT-Links ohne Titel niemals an und halte sie für eine Rücksichtslosigkeit, & Flegelei, die dieserPlattform unwürdig ist!

  7. coronistan.blogspot.com sagt:

    Das neue Elend hat viele Gründe, einer ist beispielsweise, dass die BRiD gar kein Staat ist sondern ein immer noch besetztes Staatsfragment, ein anderer ist, dass die Energiepolitik, mit sündhaft teuren, selbstzerstörerischen REALEN Maßnahmen eine FIKTION zu bekämpfen, ein einziges Fiasko ist und diesem Land vermutlich den Todesstoß versetzen wird.
    Wenn die Politik weiterhin ausgerichtet wird an krankem, kriminellem, auf der mit Abstand größten Lüge in der bekannten Geschichte der Menschheit basierendem Zielen wie Net Zero und Agenda 21 / 2030 / 2050, ist dieses Land vermutlich nicht mehr zu retten, und genau das dürfte auch ein Teil des Plans derjenigen sein, die ihn ausgeheckt haben.

    "Grüne" Energie ist ein Betrug. Sie soll gar nicht funktionieren!" — https://ogy.de/wnf9

    • ne utrum sagt:

      Grün ist Betrug. Es ist rot.
      Wir sind in der Mangel-Kommandowirtschaft angekommen.

      Der Osten hat gewonnen.

    • _Box sagt:

      Ah, ne utrum,

      wie stets, Schild und Schwert des Geldadels. Der Geldadel, das sind die Herren der Grünen, übrigens auch der Blauen und was für Farben die sonst noch haben. Mit rot und Osten meinen sie dann sicherlich den untergegangenen Ostblock, ja den hat man auch gefressen:

      Weltregierung zum Anfassen

      Zum Aufstieg des Weltwirtschaftsforums zu der überaus mächtigen Organisation, die es heute ist, lässt sich beispielhaft zeigen, wie das Kapital seine Macht ausbaut und systematisch einsetzt, um auf globaler Ebene die Politik zu beeinflussen – in Symbiose mit den Regierungen der Führungsnation USA und anderer global dominanter Länder.

      Das Weltwirtschaftsforum ist dank eines Abkommens mit der Schweiz seit 2015 als internationale Organisation anerkannt. Das Forum und seine Beschäftigten sind von Schweizer Steuern befreit und können bei Bedarf die Unterstützung der schweizerischen diplomatischen Vertretungen im Ausland in Anspruch nehmen. In seiner Begründung für dieses Privileg verweist der Bundesrat auf die große Beachtung, die dem Forum vonseiten von Staaten und internationalen Organisationen geschenkt werde, und auf die »Neutralität, Unparteilichkeit und Integrität«, mit der das Forum das Ziel verfolge, Privatwirtschaft, Regierungen und Wissenschaftler zu einer Gemeinschaft zusammenzuführen, die sich für die Verbesserung der Lage der Welt einsetzt. Alles ganz ohne Ironie. Nirgends wird der »neutrale und integre« Wille der Großkonzerne, die Welt zu verbessern, so gewürdigt wie in der Schweiz.
      (…)
      Beim Davoser Treffen von 1992 war gerade der erste USA-Irak-Krieg im Gange. US-Präsident Geroge H.W. Bush appelierte aus dem Weißen Haus an die in Davos vertretenen Nationen, die schwierigen Entscheidungen zu treffen und die Opfer zu bringen, die nötig seien, »wenn sie die Vorteile einer demokratischen Regierung und der marktbefreienden Reformen nutzen wollen«. Im Jahr 2002, als zu besprechen war, welche Regierungen sich finanziell am Wiederaufbau des nach einem neuen Angriff der USA zerstörten Irak beteiligen würden und wessen Unternehmen im Gegenzug mit daran verdienen durften, kam US-Vizepräsident Dick Cheney mit vier weiteren Ministern der Bush-Regierung und 15 Senatoren nach Davos.

      Während die erste offizielle chinesische Delegation schon 1979 nach Davos reiste, war die einzige sowjetische Teilnahme lange Zeit die des Dissidenten Vladimir Bukovsky im Jahr 1977. Als ihn die Sowjets im Austausch gegen einen inhaftierten chilenischen Kommunisten freiließen und er in Handschellen in der Schweiz landete, wurde er direkt vom Flughafen nach Davos gebracht, wo er einen flammenden Appell an die Kapitalelite richtete, keine Geschäfte mit dem »Sojetregime« zu machen.

      Sowjetische Regierungsvertreter wurden erst 1986 im Zuge der von Michail Gorbatschow eingeleiteten Perestroika eingeladen, dann aber ohne jeden Verzug. Als außerhalb des Davoser Zirkels noch kaum jemand ahnte, wo seine Politik hinführen würde, lieh Schwab 1987 dem deutschen Außenminister Hans Dietrich Genscher die große Bühne, um intensiv dafür zu werben, Gorbatschows Perestroika und Glasnost ernst zu nehmen und der Sowjetunion beim Umbau zu helfen. Der Historiker Christian Hacke nannte Genscher in einem Nachruf einen Visionär, der ahnte, was anderen noch lange verschlossen blieb, und führt dafür unter anderem an:

      »Bestes Beispiel: seine große Rede in Davos Anfang 1987, als er als Erster die Skeptiker im Westen aufrüttelte. Sitzen wir nicht mit verschränkten Armen da und warten, was uns Gorbatschow bringt! Versuchen wir vielmehr, die Entwicklung von unserer Seite aus zu beeinflussen und zu gestalten!«

      Ein wichtiger Teil dieser Botschaft war, dass Genscher Gelegenheit bekam, das in Davos zu sagen, auf Einladung von Klaus Schwab und somit für alle erkennbar mit Unterstützung der US-Regierung. Das hieß für das versammelte Großkapital: Es kann losgehen mit der wirtschaftlichen Eroberung des Ostens. Außerhalb dieser privilegierten Kreise wusste man das erst deutlich später.
      (…)
      Die Liste der Beispiele von in Davos geborenen oder verkündeten prominenten Initiativen ist lang. Da war nicht nur die berühmte Genscher-Rede. Das erste Treffen von Helmut Kohl mit Hans Modrow nach dem Mauerfall fand am 3. Februar 1990 auf der Bühne von Davos statt. Dieses Davoser Treffen wurde »eine wichtige Plattform für den Prozess der deutschen Vereinigung«, wie es das Weltwirtschaftsforum unbescheiden aber treffend formuliert, entscheidend für die Festlegung des Vereinigungskurses. Wieder einmal erfuhr das internationale Großkapital zuerst, was geschehen und wo es etwas zu holen geben würde.
      (…)
      Auswahl und Vernetzung des Elitenachwuchses

      Anfang der Neunzigerjahrer ging es beim Forum schon nicht mehr darum, die bestehenden Eliten zu beeinflussen, vielmehr machte man sich systematisch daran, die künftigen Eliten auszuwählen, aufzubauen und zu vernetzen. Beim treffen von 1992 wurde eine neue Davoser Gemeinschaft aus der Taufe gehoben: die »Global Leaders for Tomorrow«, 200 vielversprechende Personen unter 43 Jahren aus Politik, Kapital, Medien, Kunst und Kultur. Entweder hatte man ein sehr gutes Gespür für Durchsetzungsvermögen oder aber die Unterstützung des Großkapitals hilft erheblich, um im Politbetrieb in die Führungsetagen aufzusteigen. Zur ersten Runde der Global Leaders for Tomorrow gehörten der spätere spanische Ministerpräsident Aznar, der spätere EU-Komissionschef Barrosso, die späteren britischen Regierungschefs Blair und Brown sowie Angela Merkel, seinerzeit noch relativ frischgebackene Ministerin für Frauen und Jugend und damit Chefin eines kleinen und eher unbedeutenden Ministeriums. Auch der spätere französische Regierungschef Sarkozy war 1992 bei der ersten Runde der Eliteauswahl des Forums dabei.

      Angela Merkel scheint ein gutes Dutzend Jahre später nicht vergessen zu haben, dass sie als Global Leader von der Vernetzung und Protektion durch das Forum profitieren durfte. Unmittelbar nachdem sie ihre erste Regierung gebildet hatte empfing sie eine große Delegation des Weltwirtschaftsforums im Kanzleramt, »um ihr Reformprogramm, die anstehende deutsche EU-Ratspräsidentschaft und ihre Prioritäten für den anstehenden G8-Vorsitz zu diskutieren«, wie das Weltwirtschaftsforum schreibt.
      (…)
      Im Sommer wird der Elitennachwuchs auf eigene Forumstreffen eingeladen. 2019 fand dieses in China statt. Außerdem darf der Elitennachwuchs auf regelmäßige Treffen mit den Regierungen der USA und der EU-Komission sowie auf exklusive Treffen mit Staats- und Regierungschefs aller Herren Länder hoffen. So reisten etwa im Jahr 2007 rund einhundert Young Leaders nach Washington und erhielten dort Audienzen bei Außenministerin Rice, Außenstaatssekretär Burns, Finanzminister Paulson, Handelsminister Gutierrez und führenden Kongressmitgliedern.

      Zu den Auserwählten des Jahres 2020 gehörte Annalena Baerbock, Co-Vorsitzende der Grünen. Schon 2016 war neben dem heutigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch der heutige Gesundheitsminister Jens Spahn in das Elite-Nachwuchsprogramm aufgenommen worden. Da die Welt groß ist und viele Eliten zu besetzen hat, gibt es entsprechend viele Young Leaders des Forums. Zu den über 1300 Mitgliedern und Absolventen des Programms zählen Vorstandschefs von Unternehmen, Regierungschefs, Minister und leitende Führungskräfte wichtiger gemeinnütziger Organisationen. Auch Gregor Hackmack, Mitbegründer und Geschäftsführer von abgeordnetenwatch.de und Deutschland-Chef von change.org, der weltweit größten Plattform für Online-Petitionen, gehört dazu. Er durchlief das Elite-Nachwuchsprogramm des Forums ab 2010.

      Seit 2012 setzt das Forum beim Auskundschaften und dem späteren Aufbau der Weltelite noch früher an: bei Leuten die hohes Potenzial schon in ihren Zwanzigern zeigen. Sie werden zu »Global Shapers« ernannt. Das Forum unterhält ein riesiges Netzwerk von rund 10 000 dieser Global Shapers, das in 428 Städten (sogenannten Hubs) und 148 Ländern aktiv ist. Wenn sie sich dabei als hinreichend ehrgeizig und lenkbar erweisen, werden ihre Karrieren gefördert. Auch für diesen Nachwuchs des Nachwuchses gibt es eine eigen Trägerstiftung.
      (Norbert Häring, Endpiel des Kapitalismus, Wie die Konzerne die Macht übernahmen und wie wir sie zurückholen)

      Denn zuviel ist nie genug:

      BCG-Vermögensbericht
      Privatvermögen in Deutschland steigt auf mehr als 20 Billionen Dollar
      von Marina Zapf
      09.06.2022, 06:00
      4 Min.

      Mehr als 3000 Superreiche besitzen in Deutschland ein Fünftel des Privatvermögens. Eine neue Studie prognostiziert: Ihre Zahl wird weiter deutlich steigen. Was aus dem BCG-Vermögensbericht sonst noch hervorgeht

      Das weltweite Finanzvermögen ist auch im zweiten Jahr der Coronapandemie ungebrochen gestiegen und hat einen neuen Rekordwert erreicht. Die globale Summe privater Bankguthaben, Wertpapiere und Lebensversicherungen stieg 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent auf 274 Billionen Dollar – so stark wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Das geht aus dem jüngsten Vermögensbericht der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor, der heute veröffentlicht wird. Zugleich stieg das Realvermögen – also Anlagen in Sachwerte wie Immobilien oder Gold – um 9,4 Prozent auf 256 Billionen Dollar an.

      https://www.capital.de/wirtschaft-politik/privatvermoegen-in-deutschland-steigt-auf-mehr-als-20-billionen-dollar-31933718.html

    • ne utrum sagt:

      Ah, Box, alter Denunziant, ein Lob aus Ihrem Munde würde mich verunsichern. So aber ist es gut.

    • _Box sagt:

      Süß, aber das und anderes, ist Metier ihrer Zunft. Haben sie mglw. Argumente oder war es das wieder allein mit Gewinsel.

    • ne utrum sagt:

      Mister Zeilenhonorar weiß wovon er redet.

    • hog1951 sagt:

      Moin, #ne utrum,

      „Der Osten hat gewonnen.“

      Was ist damit gemeint? Gab es einen „Kampf“ zwischen Westdeutschland (BRD) und dem damaligen Ostdeutschland (DDR)?
      Nach herkömmlicher also westideologisierter Darstellung redet man von Wiedervereinigung. Doch es handelte sich um eine astreine Anexion durch westl. Kapital.
      Ob es wirklich eine Mangel-und Kommandowirtschaft gab, das sollten eher die beurteilen, die in der DDR gelebt haben!
      Zumindest hat die sog. Kommandowirtschaft nicht verhindert, dass es Diskussionsgruppen gab, die sich um runde Tische gruppierten und Lösungen suchten fuer erkannte Missstände.

      Einfach mal bei Daniela Dahn nachlesen!

      mfG

  8. Alex C sagt:

    oha, da wummst sich ein Autor mal die Seele frei. Verärgert dass Russlands Krieg nicht läuft?
    Vielleicht wäre es besser gewesen einfach mal in die Kneipe zu gehen und am Stammtisch seinen Frust abzulassen.
    Dann wäre uns dieses unreflektierte Geschreibsel erspart geblieben.

    • hog1951 sagt:

      #Alex C

      hiesse ich Melnyk, so wuesste ich darauf eine unflätige Antwort!

    • Nevyn sagt:

      Ich fühle mich nicht verpflichtet, alles zu lesen, was auf apolut erscheint, wie ich mich auch nicht verpflichtet fühle zu diesem unmöglichen: "das denk' ich auch".
      Wenn etwas im Supermarktregal liegt, das schon bei der Annäherung einen seltsamen Geruch hat, packe ich es nicht in den Wagen sondern werfe einen flüchtigen Blick darauf, halte kurz die Luft an und gehe daran vorbei.

    • Kit3 sagt:

      Puh, was für eine bedauerliche UNkenntnis über das Gewicht und die Erfahrung dieser beiden Autoren!
      Mir wärs peinlich…

  9. Schramm sagt:

    Beendet den Krieg der Söldner und Hilfskräfte der USA in Europa!

    Beendet den Krieg und die Kostenexplosion für Westeuropa!

    Um die Flucht aus der Westukraine nach Westeuropa und vor allem nach Deutschland und Österreich zu beenden, dürfen keine Waffenlieferungen der NATO-Staaten mehr an die westukrainischen Hilfswilligen und Söldner und deren Oligarchen und Kiewer Eliten erfolgen.

    Die Bevölkerungen Westeuropas brauchen billige Energie und Rohstoffe aus der Russischen Föderation. Nur auf dieser Grundlage kann die wirtschaftliche und soziale Stabilität EU-Deutschlands und Österreichs gewährleistet werden. Darüber hinaus auch die kommenden materiellen Hilfsleistungen für den wirtschaftlichen und sozialen Aufbau der Regionen der (vormaligen) West- und Ostukraine.

    Offiziell befinden sich bereits mehr als eine Million ukrainische Flüchtlinge (nur) in Deutschland. Die sozialen Kosten für die deutsche Bevölkerung liegen hier bereits zusätzlich jährlich bei mehr als 50. Milliarden Euro. Bei Fortsetzung des Krieges und der Aufnahme von Flüchtlingen dürften die Jahres-Kosten für 2023 bei mehr als 100. Milliarden Euro für die deutsche Bevölkerung liegen.

    • wasserader sagt:

      Wenn die Kosten auf die Menschen zukommen – und sie werden nicht nur die exorbitant gestiegen Energiepreise sein,
      sind die Verantwortlichen mit gut bedienter Propaganda festgelegt. In Österreich wurde gerade im heldenhaften Kampf gegen Rechts der Kriegsbefürworter Van der Bellen zum Bundespräsidenten gewählt.

  10. wasserader sagt:

    Unter großer Empörung über das Verhalten der Eltern und Großeltern in den 1930er Jahren und einem Imperativ – Nie wieder –
    sind Kinder und Enkel am gleichen Punkt der Akzeptanz totalitärer Ideologie.

  11. Unsere Verwickelung in den Ukrainekrieg ist m.E. unzumutbar und rechtswidrig:

    Meiner Rechtsauffassung ist es dem Bürger nicht zumutbar, dass er von unserer Regierung in den Ukrainekrieg und in den Wirtschaftskrieg gegen Russland hineingezogen wird und daher sind die Unterstützung* des Selenskyj-Regimes und die Sanktionen gegen Russland durch die deutsche Regierung rechtswidrig. Durch diese Sanktionen explodieren die Gaspreise, sodass unsere Wirtschaft kaputt geht. Durch die Unterstützung des Selenskyj-Regimes wird der Bürger der generell-abstrakten Gefahr ausgesetzt, dass es zu einem Krieg zwischen Russland und der NATO kommt.

    *: u.a. durch die Lieferung von Waffen an das Selenskyj-Regime und durch die Ausbildung ukrainischer Soldaten etc.

    • ne utrum sagt:

      Spätestens mit der Ausbildung von Soldaten ist der bunte Haufen in Babylon ziemlich klar als Kriegspartei eingetreten.

      Aber klar doch, wir sind nicht im Krieg, wir sind nur nicht mehr im Frieden.

    • Irwish sagt:

      Die Gaspreise sind schon vor den Sanktionen explodiert, weil die EU verfügt hat, daß Gas an der Energiebörse gehandelt werden muß statt wie zuvor zu den sozialverträglichen Preisen der Russischen Förderation an die Europäischen Energiekonzerne verkauft wurde. Damals betrug der Preis rund 350 Euro pro Einheit.

    • ne utrum sagt:

      Plus Phantomstrom-Subventionen.
      Wir wurden mit Ansage an die Wand gefahren.

      Nur so kann der Kapitalismus bezwungen werden. Bravo, Grüne!

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