Der große Neustart | Von Gustav Viktor Śmigielski

Ein Standpunkt von Gustav Viktor Śmigielski.

Überlassen wir den Wandel nicht den Eliten, die diesen durch ihr verantwortungsloses Agieren erst notwendig machten.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Jeder Mensch, der halbwegs bei Bewusstsein ist, hat schon einmal etwas vom „Great Reset“ gehört, dem Plan der herrschenden Klasse, eine noch effizientere und für den Planeten angenehmere Form menschlicher Existenz zu erschaffen — so würde es die PR-Abteilung des Weltwirtschaftsforums (WEF) formulieren. An so einem edlen Ziel ist nichts auszusetzen und der Autor glaubt, dass die Elite tatsächlich besorgt über den Zustand des Planeten ist. Er bezweifelt jedoch, dass diese sich jemals eingestehen wird, dass im großen Maße ihr eigenes Handeln diesen Zustand hervorgebracht hat. Obwohl sie die Macht hatte, die Geschicke der Menschheit in die richtige Richtung zu lenken, tat sie es nicht, und es wäre naiv zu glauben, sie täte es dieses Mal. Die Veränderung muss aus der Gesellschaft kommen.

„Du wirst nichts besitzen und du wirst glücklich sein.“

Im Werbevideo des WEF mit acht Vorhersagen/Voraussagen für das Jahr 2030 steht diese „Prophezeiung“ an erster Stelle.

Ich erachte Eigentum als eine Illusion und habe mit dieser Aussage kein Problem, doch in diesem Video wird gleich im zweiten Satz eine Behauptung aufgestellt, welche die angestrebte Gesellschaftsform zumindest zum Teil offenbart: Alles, was ich haben will, werde ich mieten müssen. Mieten? Von Wem? Wer wird dieses Etwas besitzen, das ich mieten soll?

Wenn wir uns die Geschichte der Menschheit anschauen, werden wir nur sehr selten von Fällen lesen oder hören, in denen mächtige und materiell wohlhabende Menschen ihren Besitz freiwillig dem Allgemeinwohl spendeten. Und so drängt sich der Verdacht auf, dass diese Form von Werbung nur sehr unwahrscheinlich in Monaco zu sehen sein wird und sie sehr wahrscheinlich auch nicht an die dortigen Besitzer von Hundert-und-mehr-Meter-Jachten gerichtet ist.

Sie ist vielmehr an den Teil der Bevölkerung gerichtet, der noch etwas besitzt, im kapitalistischen Hamsterrad gefangen ist und ständig mit der Angst lebt, noch das wenige zu verlieren, das es besitzt.

Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, müssen wir uns nur die propagierten Strukturen genauer ansehen. Soll es eine Hierarchie geben? Wie viele Stufen hat diese Hierarchie? Wie wird sie organisiert? Streng hierarchisch organisierte Gesellschaften werden immer wieder genau dieselben Ergebnisse liefern wie bisher. Sowohl in kapitalistisch als auch sozialistisch organisierten Gesellschaften entstanden bisher immer Hierarchien der Macht, welche auch gleich den Keim ihres eigenen Untergangs bargen.

Das WEF propagiert weiterhin eine hoch hierarchisierte Gesellschaft, in der die mächtigsten Akteure entscheiden, wie sich die Gesellschaft entwickeln soll — und zwar fernab demokratischer Prozesse. Es soll zementiert werden, was sowieso schon stattfindet.

Die Klasse der Eigentümer will ihren Einfluss über die ihnen gehörenden Konzerne ausbauen und ihn quasi legal werden lassen. Dafür lässt sie neue verwirrende Begriffe wie „Multistakeholder-Governance“ erfinden, welche nett klingen, aber ihren Einfluss verschleiern sollen. Der Konsens, welcher eigentlich durch demokratische Prozesse entstehen soll, wird damit ausgehebelt. Anstatt dass „die Mächtigen“ eine Stimme zur Wahl haben, wie sie jeder andere Mensch innerhalb einer Bevölkerung auch hat, hieven sie sich direkt auf Augenhöhe von ganzen Staaten und üben dort direkten Einfluss auf Entwicklungsprozesse einer Gesellschaft aus.

Die Politik haben sie schon längst in der Tasche, nur sind der Politzirkus sowie die Manipulation der öffentlichen Meinung hochgradig aufwendig. Man möchte sich eines großen Teils davon entledigen. Die im Moment herrschende Indoktrination sowie Konditionierung von Menschen ist so weit fortgeschritten, dass sie nur noch mit geringen Mitteln aufrechterhalten werden muss.

Ein Großteil der Bevölkerung ist ständig der Willkür anderer Menschen ausgesetzt und findet keinen Weg, sich dagegen zu wehren. Er wird in die Arbeit getrieben, um anschließend überhöhte Lebenshaltungskosten zu zahlen und ein gesellschaftliches System aufrechtzuerhalten, dass ihm nicht wohlgesinnt ist. Es scheint, also könnte der Mensch seine Situation nur dadurch verbessern, indem er mitmacht. Das pyramidale System dahinter ist einfach erklärt: Umso höher man aufsteigt, desto weniger Menschen stehen über einem, die einen beherrschen und Willkür ausüben.

Geldregen / Könige der Neuzeit

Es braucht kein großes ökonomisches oder soziologisches Wissen, um zu begreifen, dass Miteigentümerschaft von Produktionsgütern für die Mehrheit vorteilhafter wäre, anstatt ein einfaches Gehalt zu bekommen. Wären sie Miteigentümer, würden sie wohl kaum auf die Idee kommen, Profite in Form von Dividenden an betriebsfremde und am Produktionsprozess nicht teilnehmende Personen auszuschütten. Folgendes Beispiel soll das verdeutlichen:

Seit 2011, also direkt nach Abschluss der Agenda 2010, sind die jährlichen Dividenden der BMW-Aktie auf einem stabil hohen Niveau, mit einem Höhepunkt im Jahr 2018. Knapp 50 Prozent der Aktien gehören der Familie Quandt, was ihnen in den vergangenen Jahren hohe Summen an Geld beschert hat, im Jahr 2017 waren es etwa eine Milliarde Euro. Doch was bedeutet das? Geld ist ein Potenzial, ein Anspruch und zwar einer, den jemand an die produzierende Gesellschaft stellt. Eine Milliarde Euro wären ein Anspruch auf 113.122.171 Arbeitsstunden in Höhe des Mindestlohns von 2017 oder ein Anspruch von immerhin noch 50 Millionen Arbeitsstunden beim Durchschnittslohn aus demselben Jahr. Mit diesem Durchschnittslohn müsste ein Mensch circa 25.000 Jahre für diese Summe arbeiten. Das ist grotesk.

Anstatt nun eine Milliarde Euro Profit zu erwirtschaften, könnte das Unternehmen circa 20.000 Arbeitsplätze mit einem Jahresgehalt von 50.000 Euro schaffen — Pi mal Daumen. Von so einem Gehalt könnte eine vierköpfige Familie in Deutschland umfangreich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen — das wären rund 80.000 Menschen. Achtzigtausend Menschen, die zum Beispiel nicht mehr auf staatliche Transferleistungen angewiesen wären. Die im Unternehmen zu verrichtende Arbeit könnte auf mehr Menschen verteilt werden, eine 20-Stunden-Woche wäre bei BMW zum Greifen nahe und eine Form von Arbeit wäre möglich, von der man keinen Urlaub mehr braucht.

Unsere Gesellschaft entscheidet sich aber, solch hohe Werte einzelnen Personen zu übertragen und um diesen Wahnsinn irgendwie zu rechtfertigen, behaupten diese ganz ungeniert, dass sie das Geld doch reinvestieren und dadurch Arbeitsplätze erhalten und neue erschaffen werden. Übersetzt bedeutet das: „Für das Geld, das ihr erwirtschaftet habt, sollt ihr gefälligst arbeiten gehen.“

Dabei ist jeder von uns ein kleiner Investor, jeder von uns hat das Potenzial mit einer guten Idee Arbeitsplätze zu schaffen oder zumindest sich selbst eine sinnvolle sowie die Gesellschaft bereichernde Beschäftigung zu geben. Jeder gibt Geld aus und erschafft Nachfrage, aus der neue Arbeitsplätze entstehen können. Dabei müssen wir uns nichts vormachen und brauchen auch nicht die Arbeitswelt zu romantisieren. Es gibt Arbeit, die gemacht werden muss, obwohl sie unangenehm ist und aus sich wiederholenden Tätigkeiten besteht. Aber genau diese könnten wir uns viel angenehmer gestalten, wenn wir aufhören, uns den Profitzwang aufzuerlegen, sowie versuchen, allen Werten einen in Geldeinheiten ausgedrückten Preis zu geben.

Wie könnten wir sonst leben?

In einer Gesellschaft, die sich dazu entscheidet, erschaffene Werte breiter zu verteilen, würden wir wahrscheinlich sehen, dass sich die Produktion von großen und luxuriösen Gütern hin zu mehr kleineren und weniger luxuriösen verschieben würde. Um in der Autobranche zu bleiben: Mercedes Benz würde weniger S-Klassen und dafür mehr C-Klassen produzieren und auch verkaufen. Eine weise Gesellschaft hingegen würde erkennen, dass sich der ganze Aufwand gar nicht lohnt, die vielen Pkw zu produzieren, um die Städte damit vollzustellen und sie dort langsam verrotten zu lassen. Zumindest in größeren Städten ist nämlich das offensichtlich Realität.

Eine solche Gesellschaft hätte den städtischen Nahverkehr so organisiert, dass der Privat-Pkw überflüssig wird. Das würde ihr Arbeit ersparen, weil der Aufwand geringer ist, einen massentauglichen sowie angenehmen Nahverkehr zu organisieren, anstatt Millionen von Autos zu bauen, welche die Städte verstopfen und qualitativ so schlecht hergestellt sind, dass sie innerhalb ihrer Nutzungsdauer endlosen Wartungsintervallen unterliegen. Dabei beschreiben wir nur einen Bereich menschlichen Bedürfnisses, nämlich das nach Mobilität. Doch das Konzept zieht sich durch alle Bereiche der Gesellschaft hindurch. Dasselbe Problem in anderer Verkleidung erkennen wir in der Energie-, Nahrungs-, Immobilien- sowie Gesundheitsbranche.

In jeder dieser Branchen formt die Gier nach mehr, ausgedrückt durch den Profit- sowie Wachstumszwang, erheblich mehr die Produktions- sowie Distributionsprozesse unserer Gesellschaft als Logik, Integrität und Symbiose.

Das Zeitalter der Robotik hat begonnen, was uns erlaubt, noch produktiver zu werden und dadurch Arbeitszeiten zu mindern oder noch mehr zu produzieren — zumindest in der Theorie. In der Praxis stehen wir vor einem Problem, welches nicht erst seit Anbeginn der Industrialisierung besteht und außer von Karl Marx noch von vielen anderen Ökonomen beschrieben wurde. Es besagt vereinfacht ausgedrückt, dass der Mensch irgendwie für die Güter bezahlen „muss“, welche die Maschinen bauen und ihm die Arbeit abnehmen, für die er zuvor bezahlt wurde. Wären diese Produktionsgüter Gemeinschaftseigentum, bestünde der einzige Aufwand im Bauen und Warten dieser und die Menschen könnten so viel direkter in den Genuss der Früchte ihrer Arbeit gelangen.

Aber sie gehören ihnen nicht und meistens gehören sie nicht einmal denen, die diese mit ihren eigenen Händen und Ideen erbaut haben, sondern sie gehören einer kleinen Minderheit, die sie mithilfe der herrschenden Gesetzte ihr Eigentum nennen kann, und nur für Gegenleistungen zur Verfügung stellt. Und die Mehrheit sieht keinen anderen Weg, als sich dessen zu fügen.

Den Great Reset als Chance verstehen

Der „Great Reset“ ist neuer Wein in alten Schläuchen, und er ist nicht unausweichlich. Doch wir müssen uns die Frage stellen, wofür wir einstehen, wofür wir „kämpfen“ wollen. Widerstand leisten, um dieses kurz vor dem Zerfall stehende System zu erhalten? Das kann doch wohl niemandes Ernst sein. Die Veränderungen finden schon statt und es wäre nicht weise, dagegen anzukämpfen, sondern stattdessen, wie in gewissen Kampfsportarten, den Schwung des „Gegners“ zu nutzen, um ihn in eine andere Richtung zu lenken. Dabei könnte sich unser technologischer Fortschritt als Vorteil erweisen.

Die in den vergangenen zwei Dekaden rasant voranschreitende Vernetzung beherbergt ein unvorhersehbares und vor allem unbeherrschbares Potenzial. Es reicht ein kleiner Funke, eine neue Idee, und unsere Gesellschaftsordnung kippt. Ein erstes Modell — ein Vorläufer — einer solchen Idee, ist schon da, nämlich die „Democracy-App“! Dort stimmen die Menschen über dieselben Beschlüsse ab wie die Abgeordneten im Bundestag und schon jetzt sieht man erhebliche Diskrepanzen im Abstimmungsverhalten. Sobald mehrere Millionen Bürger an Abstimmungen teilnehmen, wird man sich die Frage stellen müssen, welche Abstimmungsergebnisse wirklich repräsentativ sind. 736 Stimmen aus dem Parlament oder mehrere Millionen Stimmen aus dem Volk? Die Antwort liegt klar auf der Hand.

Des Weiteren wird sich früher oder später die Frage stellen, worüber wir überhaupt abstimmen. Bei der App stimmen wir im Moment nur über Fragestellungen ab, die vorher formuliert und festgesetzt wurden — was sehr einengend ist. Interessant wird es, wenn wir anfangen den Rahmen, innerhalb welchem wir uns bewegen, an sich neuzudenken und neu zu formen. Das heißt, wenn wir anfangen, selbst die Fragestellungen zu formulieren, über die abgestimmt werden soll, und welche die Richtung für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft vorgeben. Das Tor für neue Narrative und neue Weltbilder wird eröffnet.

Ich hoffe, wir Menschen erkennen bald, dass ein Großteil unserer Probleme in den Hierarchien selbst liegt, die wir ständig erschaffen. Hierarchien sind die eine Konstante, welche wir durch alle Gesellschafformen hindurch nicht wirklich neu gedacht haben, und ich verorte auch dort die Lösung unseres Problems. Sowohl die Selbsterhöhung als auch die Selbsterniedrigung sind beides Seiten derselben Medaille, wobei die Medaille selbst die Idee der Unebenbürtigkeit repräsentiert. Der große Vorteil kapitalistisch organisierten Gesellschaften gegenüber den sozialistisch/kommunistischen war die Selbstorganisation. Denken wir diesen Gedanken weiter, könnten wir zur Annahme gelangen, dass wir das Prinzip der Selbstorganisation weiter ausbauen sollten, um zu schauen, ob wir dadurch nicht noch effektiver werden und eine noch bessere Gesellschaft erschaffen.

Wir können dabei nicht die Klasse der Herrschenden darum bitten, dass sie uns das ermöglicht, denn sie werden es nicht erlauben, dass wir die Stützpfeiler ihrer Macht untergraben. Am leichtesten entziehen wir den Mächtigen die Macht, indem wir sie nicht mehr anerkennen. Um das zu bewerkstelligen, muss sich jedoch aus der Gesellschaft heraus eine alternative Idee für unsere Organisation herauskristallisieren, welche die kritische Masse erzeugt, sie aneinanderbindet, sie vereinigt und ihr erlaubt, die neue Idee zu manifestieren.

Der zugehörige Originalbeitrag erschien zuerst am 14. Mai 2022 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Andrii Yalanskyi / shutterstock

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Kommentare (16)

16 Kommentare zu: “Der große Neustart | Von Gustav Viktor Śmigielski

  1. Ein wirklich guter und wichtiger Beitrag, sie sprechen mir vollkommen aus dem Herzen. Seit Jahren versuche ich, genau dies meinem Mitmenschen, Bekannten und Verwanden so mitzuteilen. Leider begreift es der Großteil der Menschen nicht. Allein weil sie die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Politik und Gelderschaffung nicht verstehen. Auch hier an den Kommentaren zum Beitrag, erkennt man leider deutlich, dass ein Großteil der Menschen das System nicht verstehen, oder begreifen wollen. Somit rückt ein positiver Neustart / Wandel in extreme Ferne. Die Mitmenschen sind einfach zu bequem und verwöhnt vom schnellen Konsum mit billigen Krediten und Verschuldung. Hierfür verrichten sie dann auch jeden noch so sinnfreien Bullshit Job, nur weil es scheinbar „gutes Geld“ dafür gibt. Um damit die Illusionen von Marketingabteilungen zu leben, welche täglich dafür sorgen, dass die breite Masse jeden noch so sinnfreien Mist kauft und konsumiert. Was nicht durch Dauerbeschallung (Werbung) an den Konsumenten gebracht werden kann, wird mittels Gesetzen einfach erzwungen. Beispielsweise GEZ, Parkgebühren, Steuern, Abgaben, Zusatzbeiträge und Versicherungen etc. All das hat nur einen Zweck, eine kleine Gruppe noch mehr Macht über die große dumme Masse zu geben. Allein die Bezeichnung „abhängig Beschäftigt“ oder Bürger, sollte jeden Menschen hellhörig werden lassen. Stattdessen wird eine Illusion aufrecht erhalten. Ich frage mich seit Jahren, wie aus kleinen Kindern mit Träumen und Wünschen, solch eine rücksichtslose und dumme Gesellschaft entstehen kann.

    Die westliche Gesellschaft hat ihre Wurzeln und Traditionen vollständig dem Kommerz-, Geldsystem geopfert. Für scheinbaren Status, welcher ausschließlich in Geld und Besitz bemessen wird, bleiben echte Werte wie Liebe, Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Gesundheit, Vernunft und Intelligenz vollends auf der Strecke. Die Auswüchse sind deutlich daran zu erkennen, wie wir mit der Mitwelt / Umwelt, Natur, Tieren, Menschen und nicht zuletzt unseren Kindern umgehen. Dennoch gibt es aktuell nur negative Tendenzen, bis schlussendlich alle in Schutt und Asche liegt.

    Dabei wäre die Lösung denkbar einfach. Wir (die Masse der Menschen) müssen uns nur vom Geld als Hauptgrund/Bestandteil unseres Lebens lösen. Also zunächst sollte jeder für sich versuchen, den Stellenwert des Geldes weit weit nach hinten zu verschieben und schließlich vollständig ausblenden. Stattdessen müssen Gesundheit, Zufriedenheit, Familie, Freunde, Natur und Wissen, sowie ein angenehmes ausgeglichenes Wesen/Charakter im Vordergrund stehen. Nicht der Besitz oder scheinbarer Status machen uns zu tollen Menschen, sondern wirkliche Werte. Genau dies müssen wir (die Masse der Menschen) auch zwingend an unsere Kinder und Enkel weiter geben. Damit einher geht der Verzicht, je mehr man auf diese ganzen überflüssigen und sinnfreien Konsumprodukte verzichtet, umso freier fühlt man sich als Mensch. Zusätzlich muss man sich auch sonst vom Geld unabhängig machen. Sich mit anderen Menschen vernetzen/austauschen und versuchen selbständig Dinge herzustellen oder anzubauen und in Gemeinschaften auszutauschen. Selber machen hat extrem viele positive Effekte. Man erweitert sein Wissen ungemein, man ist ausgeglichen und freut sich über selbst erschaffene Dinge. Zudem hat man etwas für einen Austausch mit anderen Menschen, physisch wie verbal. Und so macht man sich nach und nach unabhängig vom derzeitigen Geld/Giersystem. Wer bestimmt denn, dass man für selbst erschaffenen Dinge, ausschließlich Geld verlangen muss. Natürlich die Nutznießer welche das derzeitige System erschaffen haben um von entsprechende Steuern, Abgaben und Zwangsgebühren leben zu können. Solidarität sieht aber anders aus, als dass man Politiker, Milliardäre und Staatsdiener durchfüttert. Ich nutze seit langem die Demokratie-App und noch nie hat eine Partei oder Regierung sinnvolle Dinge beschlossen. Sondern stets nur zum eigenen Vorteil und dem der Milliardäre entschieden. Wacht endlich auf Leute, nehmt euren Mut zusammen, verweigert den Konsum, die Bullshit Jobs, die erdachten Illusionen von Konzernen und übt in voller Breite zivilen Ungehorsam aus. Nur so überwinden wir das derzeitige und zukünftige Sklavensystem der Ungerechtigkeit.

  2. inselberg sagt:

    Blasendenken. Die Annahme Menschen wären generell in der Lage "Höhere Ziele" oder ein "Gemeinsames friedliches Leben" anzustreben ist Unfug.
    Spätestens nachdem sich 75% freiwillig umbringen lassen, sollte doch geklärt sein: Gib ihnen Fußball, ein Feindbild genügend Konsum und sie sind "glücklich".
    Bei den restlichen 24% muss man dann nur ein bisschen ausdauernder sein und sie würden auch für einen Vorteil alles und jeden verraten.
    Bleibt dann – und das ist purer Optimismus – 1% mit denen man eine Neustart wagen könnte… wären da nicht die restlichen 99%.

    Ich sehe die Sklaverei samt Dezimierung auf Knopfdruck ist vielleicht nicht der schlechteste Ansatz.

    • Mit dieser Einstellung sind Sie einfach zu bequem etwas zu ändern. Freiheit und Selbstbestimmung wurden immer erkämpft und werden leider durch Menschen wie Sie, leichtsinnig anderen überlassen. Arbeiten Sie doch aktiv mit guten Argumenten daran, ihre noch schlafenden Mitmenschen zu erwecken. Oder freuen Sie sich zusehends mit dem Boot unter zu gehen, aber sagen zu können, ich habe es vorhergesehen? Solche wir können doch nichts ändern Menschen habe ich zuhauf in meinem Umfeld. Seit Jahren wird der Weltuntergang etc. prophezeit, aber Lösungen und aktive Mitarbeit wird keine erbracht ausschließlich nur jammern…

  3. Andreas I. sagt:

    Zitat Artikel:
    "die vielen Pkw zu produzieren, um die Städte damit vollzustellen und sie dort langsam verrotten zu lassen. …
    Eine solche Gesellschaft hätte den städtischen Nahverkehr so organisiert, dass der Privat-Pkw überflüssig wird."

    In Kopenhagen kann man für den Stadtverkehr Fahrrad fahren, in den meisten deutschen Städten ist die Infrastruktur für PKW-Absatz und gegen Verkehr gebaut.

    • Mein Tipp, schauen Sie sich doch mal die Geschichte der Autoindustrie an, da wurde ganz offen zugegeben, den ÖPNV vorsätzlich zu zerstören. Allein die heutigen Strukturen der jeweiligen ÖPNV Systeme mit überzahlten Aufsichtsratsposten sagt schon alles. Vor Jahren (2014) gab es hier mal eine gute Doku (WDR Die Story – Endstation Kollaps im Nahverkehr) hier der Link dazu: https://www.youtube.com/watch?v=-yL6TaF0IMM

  4. Reinhardas sagt:

    Genossenschaftliche ökologische Landwirtschaft ist auch nicht schlecht. Es gibt sie schon in Deutschland. Die Kulturland e.g. Hitzacker zum Beispiel kauft Agrarland und stellt sie den Solidarischen Landwirtschaften zur Verfügung. Mit einem Beitrag von 500 Euro kann sich jeder daran beteiligen. Diese 500 Euro kann man nach 5 Jahren und später auch wieder zurück erhalten, falls man dann das Geld benötigt. Die Beteiligung der Arbeiter an den Produktionsmitteln und die Mitbestimmung über die Produktion würde ja auf so eine Art genossenschaftlicher Konzerne hinauslaufen, oder nicht ? In der Demokracy -App sollte vielleicht einmal über das Problem einer neuen Verfassung abgestimmt werden …
    In dieser Verfassung könnte das Geldsystem und das Eigentum neu organisiert werden. Auf jeden Fall in die ursprüngliche Richtung von Freiheit- Gleichheit – Brüderlichkeit / Schwesterlichkeit. Das muss dort geregelt werden. Statt Eigentum vielleicht abstrakt gesehen ein gleiches Erdoberflächen – Nutzungsrecht für alle. Einschließlich des Rechts an Luft, Wasser, natürlicher Nahrung zum Lebensunterhalt jedes Einzelnen. Und offizielle Zulassung matriarchalischer Lebensweise. Dafür ein Religionsverbot für Minderjährige, sowie eine Aufhebung des Schulzwangs, Anerkennung von Hausarbeit, Kinder- und Altenbetreuung zu Hause als gleichwertige Erwerbsarbeit . Es ist eigentlich alles ziemlich einfach und logisch. Natürlich bräuchten wir heute kein Hamsterrad und kämen mit 2 -4 Stunden täglicher Arbeit locker aus.
    Allerdings müsste endlich einmal klar und einleuchtend definiert werden , was ein Mensch ist, wo wir Menschen herkommen und was der Sinn unseres Lebens auf der Erde ist .
    Es ist offensichtlich, dass heute nicht die Guten die Welt regieren – wenn das so wäre, hätten wir Weltfrieden und den 4 Stunden-Arbeitstag und so weiter.
    Das können allerdings die wenigsten begreifen…..soweit erst einmal….

  5. sandra beimer sagt:

    Großerneustart ist nicht wird es nie geben. Wahr ist, China/Russland setzen das US-Imperium mit Witschaftssanktionen + Entdollarisierung massiv unter Druck. Die USA versuchen das militärisch zu lösen und verordnen der Bevölkerung zunehmend Notstandsgesetzte + Lebensmittelmarken + Fake Pandemien.

    Das ist was von der Propaganda als Neustart verkauft wird.

  6. Ralle002 sagt:

    Es gibt etwa den Dunning-Kruger-Effekt. Personen mit geringen Fähigkeiten eine Aufgabe zu leisten überschätzen sich. Es ist aber auch das Gegenteil denkbar, dass sich Personen mit hohen Fähigkeiten unterschätzen.

    Komischerweise erzielen jedenfalls bei uns immer ausgerechnet solche Politiker/innen klare Wahlsiege, die ihr Handwerk wirklich gar nicht verstehen.

    Um es überhaupt zu verstehen, warum wir das heutige Wirtschaftssystem haben, müssen wir uns zunächst ein wenig mit Wirtschaftsgeschichte beschäftigen:

    Etwa Hayek hatte vor den Gefahren gewarnt, die sich aus einer zentralen Planung durch die Regierung ergeben.
    Hayek postulierte, dass Freiheit und Rechtsstaat nur in einer Marktwirtschaft gedeihen können.

    Beim Keynesianismus (auch Fiskalismus) besteht die zentrale Idee darin, dass der Staat antizyklisch zum Konjunkturzyklus in die Marktwirtschaft eingreifen soll, um wirtschaftliche Stabilität zu erzeugen.

    Etwa der spätere Nobelpreisträger Milton Friedman hielt eine außerordentlich einflussreiche Rede über die Rolle der Geldpolitik, die damals das Denken über die Zusammenhänge von Geldpolitik, Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit prägte.

    Es gibt dann auch noch Karl Schillers „verspäteten“ Keynesianismus. Er erfand die Globalsteuerung. Ebenso stammte von ihm das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz [StabG] als Vehikel sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik.

    Darüber hinaus gibt es eben auch die Ideen von Adam Smith mit der "unsichtbaren Hand des Marktes" und den "Segen des Egoismus".

    Ferner hatte etwa Karl Marx folgende Frage gestellt:
    "Wollen wir tatsächlich nur, dass es der Wirtschaft gut geht?".

    • hog1951 sagt:

      Werter Ralle002!
      Nachdem Sie am 14.5. folgenden höchst undemokratischen Post abgesetzt hatten:

      „Da Rainer Rupp jedermanns eigene Meinung fordert, schreibe auch ich meine eigene.
      Ich meine es, dass Herr Putin eben gerade nicht ein hinreichend demokratisch legitimierter Repräsentant Russlands ist. Er ist vielmehr ein rücksichtsloser Geheimdienst-Ganove.
      Gegen eine Bombe der NATO auf sein Privathaus hätte ich nichts.“

      Schrieb ich Ihnen, ob dieser undemokratischen Aussage. Leider haben Sie Ihre Aussage nicht zurueckgezogen sondern setzten noch eins obendrauf: (17.5. 18:57)

      „Herr Putin lässt alle seine Kritiker ermorden.
      Daher ist die Demokratie in Russland ein Fake.
      Dann erinnere ich daran, dass Sie mit einem anonymen Nutzernamen für den guten Ruf von Herrn Putin werben.“

      Ein anderer Forist störte sich ebenfalls an Ihren Aussagen und schrieb: (21.5. 7:35)

      „Sie sind ein super Beispiel, wie Propaganda & Hetze Platz im unbenutzten Hirn einnimmt.“

      Wenn Sie weiter hier ernstgenommen werden wollen, dann sollten Sie solche Aussagen, die nicht anders interpretiert werden können als Mordaufruf gegen den Präsidenten Russlands, vermeiden besser noch sich davon nachträglich zu distanzieren.

    • Ralle002 sagt:

      hog1951
      Sie haben eine anonyme Benutzerkennung und daher diskutiere ich auch nicht mit Ihnen.

    • inselberg sagt:

      Ehreiternd: "Dunning" muss, neben Einstein-Zitaten und Namedropping, immer herhalten wenn man sich selbst erheben möchte. Eine Steigerung der obigen Art ist dann wohl ein exakter Spiegel der heutigen G-esel-lschaft: Um jeden Preis eine Meinung haben.

      Mein Tipp: Man sollte sich wenigsten den Buchrücken eines Werkes vorlesen lassen bevor man es als Referenz in Kreisen nutzt, die die Standardliteratur herunterbeten können und sich niemals outen dass man weder LeBon noch Lippmann "kennt" ("…Komischerweise erzielen … Politiker/innen klare Wahlsiege, die ihr Handwerk wirklich gar nicht verstehen…")

  7. FizzyIzzy sagt:

    https://www.coreysdigs.com/health-science/smallpox-threat-or-false-flag-a-telling-timeline/

  8. Mike Ahrend sagt:

    Ein alternatives Wirtschaftssystem? Wir arbeiten daran: https://wirkraft.org/
    Alles ehrenamtlich, dem zufolge im Schneckentempo – gegen sehr viele Thinktanks.
    Wir brauchen also jede kompetente Hilfe, die wir kriegen können…

  9. hog1951 sagt:

    Die Frage ist nicht so sehr, wie es besser ginge, sondern vielmehr wie erreichen wir eine demokratische Beteiligung an den Produktivmitteln (Fabriken, Grundstuecke, Maschinen)? Dazu muessen wir ersteinmal die Familien Quant (diese konnten sich wie viele andere Kapitalisten in der Nazizeit exorbitant bereichern) und Co. enteignen. Das wird sicherlich nicht friedlich geschehen, denn wer gibt schon sein Raubgut freiwillig wieder her?
    Nur, wenn ich mir die letzten Jahre (insbesondere die letzten 2 Jahre) anschaue, so hab ich ernste Zweifel, ob die verblödeten Sesselfurzer das ueberhaupt begreifen, und ob sie eine Uebernahme des pol. Systems ueberhaupt wollen.

  10. helli-belli sagt:

    fürs nächste mal:
    + "Besitzer" ist derjenige, der es "in Besitz hat"
    + "Eigentümer" ist derjenige, dem "es gehört".

    … es geht also ums Eigentum -speziell um die Verteilung des Produktivkapitals.

    Der geltenden Predigten der Neoklassik nach ist – wie im Beitrag genannt – eine von privaten Eignern, dezentral, "selbstorganisierten" Einheiten gestaltete Zuteilung des Produktivkapitals die überlegene Form / im Gegensatz zu einer zentral gesteuerten Form das überlegene System.

    Die Empirie hat gezeigt: ja, dem ist wohl so – zumindest ist dem so gewesen.
    Die Planwirtschaft hatte eben das Problem, dass die Bedürfnisse "des Marktes" also "das, was die Menschen sich wünschen und wollen" nicht besonders gut – oder zumindest im Vergleich zu dem dezentralen System erheblich schlechter hat realisieren können …

    … aber dies war die Empirie von gestern …

    Dank der Möglichkeit der Digitalisierung und der ihr innewohnenden Transparenz kann nun ganz anders orchestriert und auf dynamische Veränderungen auch dynamisch reagiert und das Ressourcenassignment kybernetisch gesteuert werden.

    A) CBDC als einzig legales Zahlungsmittel (wer Alternativen nutzt, betreibt Steuerbetrug)
    B) Ressourcensteuer auf die Horte (dank CBDC ist nun alles in Echtzeit erfassbar und beszteuerbar – Steuer wird gleich vom Kto entwertet)
    C) CBDC-finanziertes (B)GE (dynamisch berechnetes Mindesteinkommen mit Leistungsanreiz … )

    … über das CBDC sind alle Ressourcen in Echtzeit erfassbar und die Trends der Bedarfe können errechnet werden – wenn man nun noch die anderen Systeme zur Datenerfassung, insbesondere den kommenden "kybernetischen Kollaborationsraum" welcher die Human Ressources optimal mit den global verteilten Projekten & Aufgaben assigned wird aus der NWO eine "runde Sache" …

    … die Antwort auf die Frage bei Punkt B) "Was ist ressourcensteuerpflichtige Horte – und was ist für das unternehmerische Handeln benötigtes Produktivkapital?" kann ja dann auch nationaler ebene beantwortet werden.

    … die einen finden es ja offenbar "total geil" wenn es eine herrschende Oligarchenbande gibt die sie unterjocht – und feiern diese auch noch frenetisch ab, wenn die sich zum Hobby Raumschiffe bauen & verzichten im Gegenzug offenbar gerne auf halbwegs taugliche Schulen oder eine Krankenversicherung für alle …

    … und andere haben eher weniger Bock auf MONOPOLY mit "der eine startet mit 5 Strassen voller Hotels – und der andere mit Null" – sondern würden das ganze lieber mehr leistungsorientiert und weniger eigentumsbasiert aufziehen.

    Dank Digitalisierung und der ihr innewohnenden Transparenz können ja nun die besten Ideen & individuellen Fähigkeiten im System datengetrieben eruiert – und mit den Bedarfen abgeglichen & entsprechend gefördert und realisiert werden.

    China wird mit ziemlicher Sicherheit in diese Richtung gehen – und all jene die was Können, gute Ideen haben und was umsetzen wollen in das chinesische System integrieren.
    Die haben die meisten Menschen, die haben die meisten Daten, und daher wohl auch das überlegenere System.

    • Lambda sagt:

      Klingt, interessant, schreib doch mal ein Artikel darüber. Zwar haben wir, wie du schon geschrieben hast, die technologischen Voraussetzung zur wirtschaftlichen Datenerfassung, nur besteht noch immer das Problem der Herrschaft. Also auch der Frage, wem diese Daten zur Verfügung stehen?

      Mich würde interessieren was Du von dem Dreiteiler hälst.

      https://www.rubikon.news/artikel/die-lockende-zukunft

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