Alle Ohnmacht geht vom Volke aus

Ein Kommentar von Rob Kenius.

Die große Ohnmacht, in der sich 99% aller Menschen wahrnehmen, resultiert daraus, dass sie keinen Zugang zu den Medien haben, die sie ständig, täglich und stündlich mit Nachrichten überfluten. Diese Nachrichten bleiben unwidersprochen und haben den Effekt, dass sie durch ständige Wiederholung das Denken im Sinne der Verbreiter dieser Nachrichten steuern.

Die Situation spitzt sich immer weiter zu. Die Fülle der digital verfügbaren Medien steigt und der Kreis derjenigen, welche die zentralen Inhalte bestimmen, wird kleiner. Durch die sogenannte Corona-Krise hat sich das Problem enorm verschärft. Der Mundschutz ist Symbol und Zeichen dafür, dass die Bürger mundtot gemacht werden und von den Medien ausgeschlossen sind.

Mehr Angst vor Corona als vor dem Tod

Das Durchschnittsalter der Corona-Toten liegt etwas über der durchschnittlichen Lebenserwartung oder geringfügig darunter. Eine echte Gefahr, an Covid-19 zu sterben, besteht also im statistischen Mittel gar nicht. Die Angst vor Corona darf nicht größer sein als die allgemeine Angst vor dem Tod im Alter, die man nicht wegdiskutieren kann, weil der Mensch ja sterblich ist und im Schnitt kaum 85 Jahre alt wird.

Die Unterdrückung der Kommunikation durch die Maskenpflicht ist offensichtlich und wird von vielen auch so empfunden, aber es besteht für 99% der Bürgerinnen und Bürger keine Möglichkeit, das medienwirksam zu artikulieren. Selbst dann nicht, wenn die einzige bestehende Chance, sich bemerkbar zu machen, ergriffen wird und Menschen auf die Straße gehen. Inzwischen wird aber in den Medien auch die Nachricht über die Demonstrationen verfälscht.

Das Volk passt den Medien nicht

Dem Volk wird vorgeworfen, dass es selbst nicht wie eine einheitliche Partei der Mitte ist, also wie diejenigen, welche regieren, sondern ein echtes Volk mit allen Schattierungen. Dem Volk wird vorgehalten, dass es aus Rechten und Linken, Weißen, Grauen, Grünen, Braunen und Bunten, aus Lauten und Leisen besteht.

Einmal wird in den Medien behauptet, die Protestierenden seien Autonome und Linksradikale, ein andermal heißt es, es seien Rechte Reichsbürger. Nur die Teilnehmer der Demonstrationen wissen, dass es überwiegend normale Bürger sind, unter denen sich, wie überall sonst, bestimmte extrovertierte Charaktere hervortun, die besonders auffallen und auch auffallen wollen.

Die Steuerung der Medien hat sich in Jahrzehnten so weit entwickelt, dass jedes Ereignis von einer Flut konform geregelter Sprache überlagert wird, erkennbar an der ständigen Wiederholung der gleichen Formulierungen (Narrative). Selbst Zahlen werden manipuliert und die wahren Zahlen verschwiegen, in dem Wissen, dass die meisten Menschen mit Zahlen größer als 100 oder kleiner als 1% schlecht umgehen können.

Die Polizei zählt Erbsen statt Menschen

Ob an einer Demonstration 1.000, 10.000 oder 100.000 Menschen teilgenommen haben, das ist keine reale Zahl mehr, sonder es ist der Berichterstattung und Meinungsmache überlassen. Dabei lassen sich solche Zahlen bei offenen Versammlungen mit ein wenig Erfahrung leicht abschätzen, mit einem Fehler von vielleicht 20%, was niemanden stören würde.

Die Medien manipulierten die Teilnehmerzahl der großen Demo in Berlin mit einem Foto, das zwei Stunden vor dem Höhepunkt aufgenommen wurde. Das ist bewusste Fälschung. Die Polizei, die wohl mit Hubschraubern präzise Aufnahmen gemacht hat, hält diese zurück, angeblich aus Datenschutzgründen, was völlig unglaubwürdig ist. Die Polizei ist weisungsgebunden und wer die Weisungen erteilt, ist offensichtlich, auch wenn keine Amtsperson genannt werden kann.

Hexen, Ketzer und Henker

Die Ohnmacht gegenüber den Medien kann man mit der Situation im europäischen Mittelalter vergleichen, als die katholische Kirche noch die einzige Medienmacht dargestellt hat. Die katholische Kirche war in der Lage, nicht nur ihre Lehre von der Auferstehung der Toten und dem jüngsten Gericht, mit anschließendem Himmel oder Hölle, durchzusetzen, sondern sie konnte auch die Hinrichtung von vielen tausenden Hexen und Ketzern durchführen und rechtfertigen. Diese Menschen hatten nichts anderes verbrochen, als ihren Unglauben an den Erzählungen der Kirche offen zu zeigen.

Die weltliche Obrigkeit damals war nicht willens oder in der Lage, diesem Bewusstseins-Terror der Religion Einhalt zu gebieten. Im Gegenteil: Adelige, Fürsten, Könige und Kaiser profitierten zusammen mit der Priesterschaft ihr Leben lang vom unmündigen und untertänigen, aber gläubigen Volk.

Die vielseitige Technik der Medien, im 20. Jahrhundert zu einer Bewusstseins-Industrie entwickelt, täuscht durch ihr unterhaltsames Angebot darüber hinweg, dass ein Zustand der Ohnmacht genau wie im Mittelalter erreicht ist. Wir gehen nicht mehr zur Kirche als wöchentlichem Versammlungsort, sondern wir werden täglich und stündlich im eigenen Wohnzimmer durch Fernsehen, Rundfunk und Presse abgefüllt mit Inhalten, denen wir nicht widersprechen können. Die Ungläubigen unter uns werden zwar nicht verbrannt, aber sie sind wie alle anderen mundtot gemacht und stumm geschaltet.

Meinungsbildung, wie und wo?

Das hat unsere Möglichkeiten zur Demokratie beseitigt. Ohne öffentliche Teilnahme am Gespräch mit der Beteiligung aller, die das Bedürfnis und die Fähigkeit dazu haben, ohne Meinungsbildung und eigenen Zugang zu den vorhandenen Medien ist Demokratie unmöglich. So einfach ist das. Massenmedien steuern von oben die Meinungen, nicht das Denken der Bürger.

Zum Glück gibt es das Internet. Auch diese Gedanken hier werden im Netz allen zugänglich sein und sind deshalb so formuliert, dass jeder sie versteht. Das lässt eine Hoffnung aufkommen, dass sich in der Mediensituation etwas ändern könnte. Das Internet hat eine Bewusstseinsänderung auch schon eingeleitet.

Doch im Netz gibt es riesige Fallen, in die viele Menschen und ihre offenen Gedanken hinein trudeln wie Wespen in ein Marmeladenglas. Es sind die kommerziellen Kontaktmaschinen, die sich soziale Medien nennen.

Jedem sollte aufgefallen sein, dass Facebook und Twitter sehr offensiv von denen genutzt werden, die unser Denken im großen Stil zu ihren Gunsten steuern wollen. Mit Twitter ist jemand Präsident der USA geworden. Wo ist das Problem? Es liegt darin, dass die großen Kontaktmaschinen zum Gelderwerb programmiert sind. Die Meinungen und die Persönlichkeit der Teilnehmer spielen keine Rolle.

Insektenfalle digital programmiert

Die Algorithmen der Kontakte haben viel banalere Ziele als Meinungsbildung. Es kommt auf die Zahl der Teilnehmer an, auf die Zahl der Klicks und auf die Verweildauer bei einem Anbieter. Die Nachrichten und Meinungen der Teilnehmer spielen keine Rolle und die Personen sind nur als Zielgruppe für Werbung interessant.

Durch die Algorithmen wird das Verhalten so gesteuert, dass die Teilnehmer Gruppen bilden, sich im Kreis informieren und im gleichen Medium bleiben, wo sich ihre Gedanken tot laufen oder gegeneinander aufschaukeln bis zur Hetze und Beschimpfung, je nach Temperament.

Der Vergleich mit Wespen, die durch ein Loch im Deckel ins Marmeladenglas schlüpfen und nicht mehr hinaus finden, ist treffend. Die Intelligenz der Wespen ist gering. Die Intelligenz von Menschen wird in den Kontakt-Algorithmen auf Reflexe reduziert: Klick ja, klick nein, klick rauf, klick runter, klick weg. Freund – Feind – Kurznachricht – Treffen ja, nein, wann, wo – besser nicht!

Wie verdient Facebook sein Geld?

Ein wenig durch Werbung, aber am meisten durch den Börsengang. Die Zahl der Teilnehmer und die Bekanntheit auf der ganzen Welt sind die Trümpfe, die Facebook im Aktienpoker auf der Hand hält. Auf der anderen Seite existiert die unübersichtliche Gruppe der Geldanleger und Spekulanten und eine riesige Geldmenge, die dahinter steckt. Das führt dazu, dass der Kurs der Aktien, wie beim Börsengang geplant, bestehen bleibt und wie alle anderen Kurse langsam steigt. Es ist intelligent geplant und eingefädelt, setzt aber voraus, dass alle privaten User ihre eigene Intelligenz und ihre Emotionen umsonst bei Facebook vergeuden und verzetteln.

Verlasst euch nicht auf kommerzielle Kontaktmaschinen! So einfach geht das nicht, wenn man politische Meinungen bilden und komplizierte Gedanken über das herrschende System entwickeln und verbreiten will. Ohne öffentlichen Disput, real oder im Netz, an dem jeder teilnehmen kann, fallen wir zurück ins europäische Mittelalter.

Rob Kenius betreibt die systemkritische Webseite: kritlit.de

Das Interview mit Ken Jebsen findet ihr hier.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: kitty / shutterstock

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