Tagesdosis

Todesfallen für Palästinenser | Von Rainer Rupp

audio-thumbnail
Tagesdosis 20250704 apolut
0:00
/1214.16

Die US-israelischen Lebensmittelverteilungsstellen in Gaza

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Vor einigen Wochen hatte das verbrecherische Apartheid-Regime der Zionisten in Israel der humanitären UNO-Hilfsorganisation unter Androhung von Waffengewalt die Verteilung von Hilfsgütern - Lebensmittel, Medikamente und Wasser - im Gazastreifen verboten. Anschließend haben die wegen Völkermords vom Internationalen Gerichtshof gesuchten Mitglieder der Netanjahu-Regierung ihren grausamen Zynismus gegenüber den Palästinensern auf die Spitze getrieben. Gemeinsam mit ihren amerikanischen Komplizen der Trump-Regierung haben sie eine, in Anführungszeichen, „Humanitäre Stiftung für den Gazastreifen“ gegründet, wo nur noch ein Bruchteil der zum Überleben der Gaza-Bevölkerung notwendigen Mengen verteilt wird.

Aber viel schlimmer noch ist die Tatsache, dass diese israelisch-amerikanischen Lebensmittelverteilungsstellen zu „Killing Fields“ geworden sind. Denn tagtäglich schießen israelische Soldaten gezielt in die Menge der Wartenden, um einige Menschen zu töten und zu verletzen. Dabei wird kein Unterschied zwischen Männern, Frauen oder Kindern gemacht. Mit den üblichen zionistischen Argumenten wurden diese Berichte von offiziellen Stellen in Israel als hässliche, anti-semitische Propaganda von Judenhassern abgetan.  Das Morden an den Verteilungsstellen ging jedoch weiter.

Laut einem Bericht der Gesundheitsbehörde in Gaza vom letzten Sonntag zum Beispiel hatten israelischen Streitkräfte in den vorangegangenen 24 Stunden mindestens 86 Palästinenser getötet und 365 verwundet, denn die Israelis hatten weiterhin Ziele im gesamten Streifen bombardiert und zugleich hatten israelische Soldaten weiterhin Hilfesuchende wahllos erschossen. Unter den 86 Getöteten befanden sich 18 Menschen, die Hilfe suchten. Damit hat sich die Gesamtzahl der Palästinenser, die seit Ende Mai beim Versuch, Lebensmittel von den Verteilerstellen abzuholen, erschossen wurden, auf 583 erhöht. Weitere 4.186 Hilfesuchende wurden teils schwer verletzt, was bei vielen den sicheren Tod bedeutet, weil in den zerbombten Krankenhaus-Ruinen Gazas die notwendigen Medikamente nicht ankommen und die medizinischen Apparaturen zerstört sind.

Die jüngsten Tötungen von Hilfsgüter-Suchenden ereigneten sich, obwohl wenige Tage zuvor ein Bericht der israelischen Zeitung Haaretz enthüllt hatte, dass diese Morde nicht von unkontrollierten, sadistischen Soldaten ausgeführt werden, sondern hinter den indiskriminierten Tötungen System steckt. Laut Haaretz haben die israelischen Soldaten auf Befehl ihrer vorgesetzten Offiziere wahllos unbewaffnete, friedliche Palästinenser unter Feuer genommen, die vor den US-israelischen Verteilungsstellen für Lebensmittel warteten. Menschen jeden Alters wurden getötet oder verwundet mit dem Ziel sie von den Verteilungsstellen zu vertreiben oder zu zerstreuen, obwohl sie keine Bedrohung darstellen.

"Es ist ein Schlachtfeld", zitiert Haaretz einen israelischen Soldaten: “Wo ich stationiert war, wurden jeden Tag zwischen einem und fünf Menschen getötet. Sie werden wie eine feindliche Streitmacht behandelt - keine Kontrollmaßnahmen, kein Tränengas – nur scharfes Feuer mit allem Erdenklichen: Mal schwere Maschinengewehre, mal Mörser oder Scharfschüsse.“

Die Gesundheitsbehörde von Gaza sagte, die Bombardierungen und Mordaktionen habe mit Stand vom letzten Sonntag die Zahl der Todesopfer seit dem 7. Oktober 2023 auf 56.500 und die Zahl der Verwundeten auf 133.419 erhöht. Westliche Studien unvoreingenommener Institutionen haben jedoch gezeigt, dass die Opferzahlen der Gaza-Gesundheitsbehörde eine erhebliche Unterzählung darstellen, weil sie nur die direkten, durch Waffeneinwirkung verursachten Todesfälle zählt. Die indirekten Todesfälle, die durch die israelische Belagerung und die Zerstörung der gesamten zivilen Infrastruktur, durch Hunger, Krankheiten, fehlende Medikamente, etc. verursacht werden, werden in der Zählung der Gaza-Behörde nicht erfasst. Wenn man das jedoch tut, wie das z.B. Mitarbeiter der britischen medizin-wissenschaftlichen Organisation The Lancet getan haben, dann geht die Zahl der Opfer des israelischen Genozids bereits in die Hunderttausende.

Laut einer Meldung der britischen Nachrichtenagentur Reuters vom 1. 7. von Olivia Poldevin unter dem Titel: 170 „Charities Call for End to Deadly Gaza Aid Distribution System”, haben über 170 internationale, humanitäre NGOs die sofortige Abschaffung des von den USA und Israel eingerichteten Systems verlangt, das die mörderischen Zio-amerikanischen Betreiber zynischerweise als „Humanitäre Nahrungsmittelhilfe für Gaza“ benannt haben. Zugleich hat die Erklärung der 170 darauf verweisen, dass die zahlreichen Todesfälle und Verletzungen unter der palästinensischen Zivilbevölkerung das Resultat der alltäglichen, willkürlichen Erschießungen durch Soldaten ungeheuerlich sind. Dabei wird die israelische Armee (IDF) von den Faschisten in der israelischen Regierungsspitze offiziell als die „moralischsten Armee der Welt“ gelobhudelt. Das ist Schutzpe und Hasbara in einem.

Wie zahlreiche Zeugenaussagen von israelischen Soldaten vor Ort inzwischen belegen, haben die israelischen Todesschützen auf Befehl ihrer Offiziere gehandelt. Dabei stellt sich unwillkürlich die Frage: Dient die Ausrottungspolitik der deutschen NAZI-Mördern des Dritten Reichs in Form von willkürlichen Massenerschießungen von Zivilisten in den besetzten Ländern Osteuropas womöglich den fanatisierten zionistischen Offizieren in Gaza als Vorbild?

Diesbezüglich könnte die Aussage eines hochrangigen israelischen Offiziers, der mit den Kämpfen in Gaza vertraut ist, der Politik der Heeresführung jedoch kritisch gegenübersteht, weiterhelfen. Er befürchtet, dass diese willkürlichen Tötungen von Zivilisten eine weitere Verschlechterung der moralischen Standards der IDF bedeutet. Von Haaretz wird er wie folgt zitiert: „Die Macht, die hochrangige Feldkommandeure gegenüber der Führung des Generalstabs ausüben, gefährdet die Befehlskette“. Seine „größte Befürchtung“ ist, „dass die Schüsse und die Verletzungen von Zivilisten in Gaza nicht das Ergebnis operativer Notwendigkeit oder schlechter Entscheidungen sind, sondern vielmehr das Produkt einer Ideologie, die von den Feldkommandeuren vertreten wird und die sie als Einsatzplan an die Truppen weitergeben.“

Meint er damit die in der israelischen Regierungsspitze herrschende Ideologie der notwendigen Ausrottung und Vertreibung der Palästinenser aus Gaza? Meint er damit die rassistische Ideologie der zionistischen Herrenmenschen, die in jedem Palästinenser einen Untermenschen oder noch Schlimmeres sehen?

Hiernach folgend einige Auszüge aus dem sehr langen Artikel der Haaretz, der hier im englischen Original verlinkt (1) ist. Eine komplette Übersetzung des Haaretz-Artikels wurde inzwischen dem Schweizer Internetportal „globalbridge.ch“ veröffentlicht und ist über diesen Link zu finden.(2) Die Auszüge hiernach stammen aus dieser Übersetzung und die blau unterlegten Textstellen sind weiter Links zu andere Berichte von Haaretz zur selben Thematik.

Hier folgen die Auszüge aus der Übersetzung der GlobalBridge- Redaktion

Titel: „Es war Befehl, gezielt auf unbewaffnete Palästinenser in Gaza zu schießen, die auf humanitäre Hilfe warteten.“

«Ein Feld der Morde: Den Soldaten des IDF wurde befohlen, auf unbewaffnete Menschen aus Gaza, die auf die humanitäre Hilfe warteten, zu schießen.» Die Headline in der traditionell-links-liberalen israelischen Zeitung Haaretz

Offiziere und Soldaten der israelischen Streitkräfte (IDF) berichteten der israelischen Zeitung Haaretz, sie hätten den Befehl erhalten, auf unbewaffnete Menschenmengen in der Nähe von Lebensmittel-Verteilungsstellen in Gaza zu schießen, selbst wenn keine Gefahr bestand. Hunderte Palästinenser wurden getötet.

Israelische Soldaten in Gaza berichteten Haaretz, dass die Armee im vergangenen Monat absichtlich auf Palästinenser in der Nähe von Hilfsverteilungsstellen geschossen habe.

Gespräche mit Offizieren und Soldaten zeigen, dass Kommandeure den Truppen befahlen, auf Menschenmengen zu schießen, um sie zu vertreiben oder zu zerstreuen, obwohl klar war, dass sie keine Gefahr darstellten…. Ein Soldat beschrieb die Situation als völligen Zusammenbruch der ethischen Grundsätze der israelischen Streitkräfte in Gaza.

In einer Erklärung, die nach der Veröffentlichung dieses (Haaretz) Berichts veröffentlicht wurde, wiesen Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz die Vorwürfe als „Blutsverleumdungen” zurück.

Die Hilfszentren der (israelisch-amerikanischen) Gaza Humanitarian Foundation (GHF) nahmen Ende Mai ihren Betrieb im Gazastreifen auf. Die Umstände der Gründung der Stiftung und ihrer Finanzierung sind unklar: Es ist bekannt, dass sie von Israel in Abstimmung mit US-Evangelikalen und privaten Sicherheitsfirmen ins Leben gerufen wurde. Ihr derzeitiger Geschäftsführer ist ein evangelikaler Führer, der US-Präsident Donald Trump und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nahesteht.

Die GHF betreibt vier Lebensmittelverteilungsstellen – drei im Süden Gazas und eine im Zentrum –, die von der IDF als „Schnellverteilungszentren“ (Mahpazim) bezeichnet werden. Sie sind mit amerikanischen und palästinensischen Mitarbeitern besetzt und werden von der IDF aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern gesichert. Täglich kommen Tausende, manchmal Zehntausende von Gazanern, um an diesen Stellen Lebensmittel abzuholen.

Entgegen den ursprünglichen Versprechungen der Stiftung verläuft die Verteilung chaotisch. …. Die Verteilungszentren sind in der Regel nur eine Stunde lang am Morgen geöffnet. Nach Angaben von Offizieren und Soldaten, die in diesen Gebieten im Einsatz waren, schießt die IDF auf Menschen, die vor der Öffnungszeit eintreffen, um sie daran zu hindern, sich zu nähern, oder nach Schließung der Zentren, um sie zu vertreiben.

„Es ist ein Schlachtfeld“, sagte ein Soldat. „Wo ich stationiert war, wurden jeden Tag zwischen einem und fünf Menschen getötet. Sie werden wie eine feindliche Streitmacht behandelt – keine Maßnahmen zur Kontrolle der Menschenmenge, kein Tränengas – nur scharfe Schüsse mit allem, was man sich vorstellen kann: schwere Maschinengewehre, Granatwerfer, Mörser. Sobald das Zentrum öffnet, hört das Schießen auf, und sie wissen, dass sie sich nähern können. Unsere Form der Kommunikation sind Schüsse.“

Der Soldat fügte hinzu: „Wir eröffnen früh am Morgen das Feuer, wenn jemand aus einigen hundert Metern Entfernung versucht, sich in die Schlange zu stellen, und manchmal stürmen wir sie einfach aus nächster Nähe. Aber es besteht keine Gefahr für die Streitkräfte.“ Ihm zufolge „ist mir kein einziger Fall von Gegenfeuer bekannt. Es gibt keinen Feind, keine Waffen.“ Er sagte auch, dass die Aktivitäten in seinem Einsatzgebiet als „Operation Salted Fish“ bezeichnet werden – der Name der israelischen Version des Kinderspiels „Rot, grün, gelb“. 

IDF-Offiziere sagten gegenüber Haaretz, dass die Armee weder der Öffentlichkeit in Israel noch im Ausland erlaubt, Aufnahmen von den Vorgängen rund um die Lebensmittelverteilungsstellen zu sehen… Sie glauben, dass es der IDF gelungen ist, Gaza in einen israelischen „Hinterhof“ zu verwandeln, insbesondere seit Beginn des Krieges mit dem Iran.

„Gaza interessiert niemanden mehr“, sagte ein Reservist, der diese Woche einen weiteren Einsatz im nördlichen Gazastreifen absolvierte. „Es ist ein Ort mit eigenen Regeln geworden. Der Verlust von Menschenleben bedeutet nichts. Es ist nicht einmal ein ‚unglücklicher Vorfall’, wie sie früher sagten.”

Ein Offizier, der im Sicherheitsdienst eines Verteilungszentrums tätig ist, beschrieb die Vorgehensweise der IDF als zutiefst fehlerhaft: „Mit der Zivilbevölkerung zu arbeiten, wenn die einzige Möglichkeit der Interaktion darin besteht, das Feuer zu eröffnen, ist, gelinde gesagt, höchst problematisch”, sagte er gegenüber Haaretz. „Es ist weder ethisch noch moralisch akzeptabel, dass Menschen unter Panzerbeschuss, Scharfschützen und Mörsergranaten eine [humanitäre Zone] erreichen oder nicht erreichen können.“

„Nachts geben wir Schüsse ab, um der Bevölkerung zu signalisieren, dass dies eine Kampfzone ist und sie sich nicht nähern dürfen“, sagte der Offizier. „Einmal“, erzählte er, „hörten die Mörser auf zu schießen, und wir sahen, wie sich Menschen näherten. Also nahmen wir das Feuer wieder auf, um ihnen klarzumachen, dass sie nicht näherkommen durften. Am Ende landete eine der Granaten in einer Gruppe von Menschen.“

In anderen Fällen, sagte er, „feuerten wir mit Maschinengewehren aus Panzern und warfen Granaten. Es gab einen Vorfall, bei dem eine Gruppe von Zivilisten getroffen wurde, als sie unter dem Schutz des Nebels vorrückte. Das war nicht beabsichtigt, aber solche Dinge passieren.“

Er wies darauf hin, dass Mörsergranaten abzufeuern, um hungrige Menschen fernzuhalten, weder professionell noch human ist. …

„Als Land haben wir die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie Hilfe bekommen und dass dies sicher geschieht“, sagte der Offizier. 

Der Offizier wies auf ein weiteres Problem der Verteilungszentren hin:

„Die Menschen in Gaza wissen nicht, wann die einzelnen Zentren öffnen, was den Druck auf die Standorte erhöht und zur Gefährdung der Zivilbevölkerung beiträgt. Ich weiß nicht, wer die Entscheidungen trifft, aber wir geben der Bevölkerung Anweisungen und halten uns dann nicht daran“.

„Anfang dieses Monats gab es Fälle, in denen wir darüber informiert wurden, dass eine Nachricht herausgegeben worden war, wonach das Zentrum am Nachmittag öffnen würde, und die Menschen kamen früh am Morgen, um als Erste an der Essensausgabe zu sein. Weil sie zu früh kamen, wurde die Verteilung an diesem Tag abgesagt.“

Ein hochrangiger Offizier, dessen Name in Zeugenaussagen über die Schießereien in der Nähe von Hilfsstandorten immer wieder auftaucht, ist Brigadegeneral Yehuda Vach, Kommandeur der Division 252 der IDF. Haaretz berichtete bereits zuvor, wie Vach den Netzarim-Korridor in eine tödliche Route verwandelt hat, Soldaten vor Ort in Gefahr brachte und verdächtigt wurde, die Zerstörung eines Krankenhauses in Gaza ohne Genehmigung angeordnet zu haben.

Nun sagt ein Offizier der Division, Vach habe beschlossen, Versammlungen von Palästinensern, die auf UN-Hilfslieferungen warteten, durch Schüsse aufzulösen. „Das ist Vachs Politik“, sagte der Offizier, „aber viele der Kommandeure und Soldaten haben das ohne Frage akzeptiert. [Die Palästinenser] dürfen nicht dort sein, also soll dafür gesorgt werden, dass sie verschwinden, auch wenn sie nur wegen Essen dort sind.“

Vachs Division ist nicht die Einzige, die in diesem Gebiet operiert, und es ist möglich, dass auch andere Offiziere den Befehl gegeben haben, auf Menschen zu schießen, die Hilfe suchen.

Ein Panzersoldat der Reserve, der kürzlich bei der Division 252 im Norden Gazas gedient hat, bestätigte die Berichte und erklärte die „Abschreckungsmaßnahme“ der IDF zur Auflösung von Menschenansammlungen, die gegen militärische Befehle verstoßen.

In einem Fall wurde der Soldat angewiesen, eine Granate auf eine Menschenmenge in der Nähe der Küste abzufeuern. „Technisch gesehen soll es sich um Warnschüsse handeln – entweder um die Menschen zurückzudrängen oder sie am Vorrücken zu hindern“, sagte er.

„Aber in letzter Zeit ist das Abfeuern von Granaten einfach zur Standardpraxis geworden. Jedes Mal, wenn wir schießen, gibt es Verletzte und Tote, und wenn jemand fragt, warum eine Granate notwendig ist, gibt es nie eine gute Antwort. Manchmal ärgert es die Kommandeure schon, wenn man nur die Frage stellt.“

In diesem Fall begannen einige Menschen nach dem Granatenbeschuss zu fliehen, und laut dem interviewten Soldaten eröffneten andere Kräfte daraufhin das Feuer auf sie. „Wenn es ein Warnschuss sein soll und wir sehen, dass sie zurück nach Gaza rennen, warum dann auf sie schießen?“, fragte er.

Der Soldat sagte, dies sei zur Routine geworden.

„Man weiß, dass es nicht richtig ist. Man spürt, dass es nicht richtig ist – dass die Kommandeure hier das Gesetz in ihre eigenen Hände nehmen. Aber Gaza ist ein Paralleluniversum. Man macht schnell weiter. Die Wahrheit ist, dass die meisten Leute nicht einmal innehalten, um darüber nachzudenken.“

Anfang dieser Woche eröffneten Soldaten der Division 252 das Feuer an einer Kreuzung, an der Zivilisten auf Hilfslieferungen warteten. Ein Kommandant vor Ort gab den Befehl, direkt auf die Mitte der Kreuzung zu schießen, was zum Tod von acht Zivilisten, darunter auch Teenager, führte. Der Vorfall wurde dem Chef des Südkommandos, Generalmajor Yaniv Asor, zur Kenntnis gebracht, aber bis auf eine vorläufige Untersuchung hat er bisher keine Maßnahmen ergriffen und Vach keine Erklärung für die hohe Zahl der Todesopfer in seinem Sektor verlangt.

„Sie sprechen über den Einsatz von Artillerie an einer Kreuzung voller Zivilisten, als wäre das ganz normal“, sagte ein Militärangehöriger. … „Niemand hält inne und fragt, warum jeden Tag Dutzende Zivilisten auf der Suche nach Lebensmitteln getötet werden.“ 

Ein anderer hochrangiger Offizier, der mit den Kämpfen in Gaza vertraut ist, sagte,

„Die Tatsache, dass mit scharfer Munition auf die Zivilbevölkerung geschossen wird – sei es mit Artillerie, Panzern, Scharfschützen oder Drohnen – widerspricht allem, wofür die Armee stehen sollte. Warum werden Menschen getötet, die Lebensmittel sammeln, nur weil sie aus der Reihe getanzt sind oder weil es einem Kommandanten nicht passt, dass sie sich vordrängeln? Warum sind wir an einem Punkt angelangt, an dem ein Teenager bereit ist, sein Leben zu riskieren, nur um einen Sack Reis von einem Lastwagen zu holen? Und auf diese Menschen feuern wir mit Artillerie?«

Nach der Veröffentlichung dieses (Haaretz) Berichts gab die israelische Armee eine weitere Stellungnahme ab, in der sie

„die in dem Artikel erhobenen Vorwürfe entschieden zurückweist – die IDF hat die Streitkräfte nicht angewiesen, absichtlich auf Zivilisten zu schießen, auch nicht auf solche, die sich den Verteilungszentren nähern. Um es klar zu sagen: Die Richtlinien der IDF verbieten gezielte Angriffe auf Zivilisten.“

Die Armee fügte hinzu, dass „jeder Vorwurf einer Abweichung vom Gesetz oder von den Anweisungen der IDF gründlich untersucht und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergriffen werden. Die in dem Artikel vorgebrachten Vorwürfe des gezielten Schusses auf Zivilisten werden nicht anerkannt.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.haaretz.com/israel-news/2025-06-27/ty-article-magazine/.premium/idf-soldiers-ordered-to-shoot-deliberately-at-unarmed-gazans-waiting-for-humanitarian-aid/00000197-ad8e-de01-a39f-ffbe33780000

(2) https://globalbridge.ch/es-war-befehl-gezielt-auf-unbewaffnete-palaestinenser-in-gaza-zu-schiessen-die-auf-humanitaere-hilfe-warteten/

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bildquelle: Anas-Mohammed / Shutterstock.com


+++
Ihnen gefällt unser Programm? Machen wir uns gemeinsam im Rahmen einer "digitalen finanziellen Selbstverteidigung" unabhängig vom Bankensystem und unterstützen Sie uns bitte mit Bitcoin: https://apolut.net/unterstuetzen#bitcoinzahlung

Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie hier: https://apolut.net/unterstuetzen/

+++
Bitte empfehlen Sie uns weiter und teilen Sie gerne unsere Inhalte in den Sozialen Medien. Sie haben hiermit unser Einverständnis, unsere Beiträge in Ihren eigenen Kanälen auf Social-Media- und Video-Plattformen zu teilen bzw. hochzuladen und zu veröffentlichen.

+++
Abonnieren Sie jetzt den apolut-Newsletter: https://apolut.net/newsletter/

+++
Unterstützung für apolut kann auch als Kleidung getragen werden! Hier der Link zu unserem Fan-Shop: https://harlekinshop.com/pages/apolut

Rainer Rupp Hilfsgüter gaza Benjamin Netanjahu Donald Trump UNO-Hilfsorganisation Todesfälle Olivia Poldevin palästinenser