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Der Iran (Teil 4) – Drohnen gegen Hegemonie | Von Michael Hollister

Der Iran (Teil 4) – Drohnen gegen Hegemonie | Von Michael Hollister

Asymmetrische Militärstrategie – wie die Islamische Republik ihre konventionelle Schwäche durch innovative Technologie kompensiert

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Als am 8. Januar 2020 gegen 1:34 Uhr iranische Raketen auf die amerikanische Luftwaffenbasis Al-Asad im Irak einschlugen, erlebte die US-Armee etwas historisch Einmaliges: Erstmals seit dem Korea-Krieg waren amerikanische Bodentruppen dem Beschuss von elf theatertaktischen Ballistikraketen ausgesetzt. Major Alan Johnson, der in einem Betonbunker Schutz gesucht hatte, beschrieb die Detonation 20 Meter von seiner Position entfernt wie "einen Güterzug, der an einem vorbeifährt". Die iranischen Raketen, jede mit einem Sprengkopf von über 450 Kilogramm ausgestattet, trafen auf Bunker, die für Projektile von maximal 30 Kilogramm ausgelegt waren. Dass niemand getötet wurde, lag an einer rechtzeitigen Evakuierung auf Basis von Satellitenfrühwarnung – andernfalls, so schätzte General Kenneth McKenzie, Kommandeur des US Central Command, wären 100 bis 150 amerikanische Soldaten getötet oder verwundet worden und 20 bis 30 Flugzeuge zerstört.

Der Angriff auf Al-Asad erfolgte fünf Tage nach der amerikanischen Drohnenattacke, die Qassem Soleimani, den Kommandeur der IRGC-Quds-Einheit, in Bagdad tötete. Iran antwortete mit einem kalkulierten Schlag, der militärische Präzision demonstrierte, aber durch Vorwarnung an die irakische Regierung bewusst amerikanische Todesopfer vermied – und damit eine weitere Eskalationsspirale verhinderte. Was der Angriff jedoch unmissverständlich bewies: Iran verfügt über Raketentechnologie, die amerikanische Stützpunkte in der gesamten Region bedrohen kann. Und diese Fähigkeit ist kein militärisches Beiwerk, sondern das Kernstück einer strategischen Doktrin, die aus der Notwendigkeit geboren wurde.

Die Erblast der Sanktionen: Irans konventionelle Schwäche

Um Irans Investition in asymmetrische Waffentechnologie zu verstehen, muss man zunächst die Ausgangslage erfassen: Die Islamische Republik operiert mit einer der ältesten und am stärksten veralteten Luftwaffen der Region. Die iranische Luftwaffe fliegt noch immer F-14 Tomcat-Kampfjets aus den 1970er Jahren, F-4 Phantom-Düsenjäger aus dem Vietnamkrieg und eine Handvoll russischer Maschinen, für die Ersatzteile und Wartung chronisch knapp sind. Das Durchschnittsalter der iranischen Luftflotte liegt bei über vierzig Jahren. Der tragische Tod von Präsident Ebrahim Raisi und Außenminister Hossein Amir-Abdollahian im Mai 2024 in einem abgestürzten Bell 212-Helikopter – ein Modell, das auf 40 bis 50 Jahre Betriebszeit geschätzt wurde – war ein öffentlich sichtbares Symbol dieser strukturellen Schwäche.

Ursache dieser Erosion ist nicht mangelnde Finanzkraft, sondern politische Isolation. Seit der Islamischen Revolution 1979 ist Iran von westlichen Ersatzteillieferungen für seine ehemalige US-Ausrüstung abgeschnitten. Die UN-Sanktionen ab 2010 und die verschärften US-Sanktionen nach dem Ausstieg aus dem Atomabkommen 2018 haben den Erwerb moderner russischer oder chinesischer Kampfflugzeuge zusätzlich erschwert. Selbst als Russland 2023 Bereitschaft signalisierte, Su-35-Jets zu liefern, scheiterte der Deal an logistischen und finanziellen Hürden. Iran kann keine konventionelle Luftüberlegenheit erringen – weder gegen Israel noch gegen Saudi-Arabien oder gar gegen die USA.

Diese strategische Zwickmühle erzwingt Innovation. Wenn konventionelle Aufrüstung blockiert ist, müssen alternative Wege gefunden werden. Iran wählte eine Kombination aus Raketen, Drohnen und einer asymmetrischen Kriegsführungsdoktrin, die darauf abzielt, nicht durch Masse, sondern durch Präzision und Kosteneffizienz Abschreckung zu erzielen. Das Ergebnis ist ein Militärprogramm, das in westlichen Verteidigungskreisen als zunehmend besorgniserregend wahrgenommen wird – und das iranischen Militärstrategen als Beweis dafür gilt, dass technologische Kreativität geopolitische Schwäche kompensieren kann.

Drohnen: Von Nachbauten zu strategischen Waffen

Die Initialzündung für Irans Drohnenprogramm kam aus einem Zufall. Am 4. Dezember 2011 stürzte eine RQ-170 Sentinel, eine hochmoderne amerikanische Stealth-Aufklärungsdrohne, über iranischem Territorium ab – oder wurde, wie Iran behauptet, durch elektronische Kriegsführung zur Landung gezwungen. Was folgte, war ein Musterbeispiel für Reverse Engineering: Iranische Ingenieure zerlegten die Drohne, studierten ihre Avionik, ihren Tarnkappenbau und ihre Kommunikationssysteme. Fünf Jahre später, 2016, präsentierte Iran die Shahed Saegheh, eine Drohne mit frappierenden Ähnlichkeiten zur RQ-170. Ob vollständige Kopie oder nur inspirierte Eigenentwicklung – die Botschaft war unmissverständlich: Iran konnte aus erbeuteter Technologie eigene Kapazitäten entwickeln.

Heute verfügt Iran über eine der diversifiziertesten Drohnenflotten im Nahen Osten. Die bekannteste Entwicklung sind die Kamikaze-Drohnen der Shahed-Familie, insbesondere die Shahed-136 und Shahed-131. Diese unbemannten Systeme sind keine klassischen Aufklärungsdrohnen, sondern sogenannte Loitering Munitions: Sie tragen einen Sprengkopf von rund 50 Kilogramm, fliegen mit niedriger Geschwindigkeit auf programmierten Routen und stürzen sich bei Erreichen des Ziels in dieses hinein – daher der Begriff "Kamikaze-Drohne". Ihre Reichweite beträgt bis zu 2.000 Kilometer, ihre Produktionskosten liegen bei geschätzten 20.000 US-Dollar pro Einheit. Zum Vergleich: Eine amerikanische Abwehrrakete, die eine solche Drohne abfangen könnte, kostet drei Millionen Dollar. Diese asymmetrische Kosten-Nutzen-Rechnung ist der strategische Kern der iranischen Doktrin.

Die Effektivität dieser Technologie wurde 2022 im Ukraine-Krieg offensichtlich. Russland begann ab Sommer 2022, Shahed-136-Drohnen in großen Mengen einzusetzen, um ukrainische Energieinfrastruktur anzugreifen. Berichten zufolge lieferte Iran "mehrere Hundert" Drohnen an Moskau im Austausch gegen 140 Millionen Euro in bar sowie erbeutete westliche Waffen. Der Deal hatte für Iran mehrere strategische Dimensionen: Er generierte dringend benötigte Devisen, vertiefte die militärische Kooperation mit Russland und verschaffte iranischen Ingenieuren unschätzbares Feedback aus einem hochintensiven Konflikt.

Die Ukraine wurde zum globalen Testfeld für iranische Drohnentechnologie. Ukrainische Luftabwehr musste lernen, die niedrig fliegenden Shahed-136 zu bekämpfen – anfangs mit begrenztem Erfolg. Die Drohnen flogen in Wellen, oft nachts, und zielten systematisch auf Kraftwerke und Umspannstationen. Ihre Wirkung lag nicht in der Explosivkraft einzelner Einschläge, sondern in der Kumulation: Dutzende Angriffe über Wochen und Monate erschöpften ukrainische Abwehrkapazitäten und zwangen das Land, teure Flugabwehrraketen gegen billige Drohnen einzusetzen. Westliche Militärbeobachter sprachen von einem "asymmetrischen Kräfteverhältnis", das selbst durch massive Waffenlieferungen an die Ukraine nicht ausgeglichen werden konnte.

Für Iran war der Ukraine-Einsatz eine Bestätigung des eigenen Konzepts: Masse schlägt Qualität, wenn die Masse billig genug ist. Satellitenbilder von Ende 2023 zeigten zudem den Bau einer Fabrik in der russischen Region Tatarstan, die Shahed-136-Drohnen in Lizenz produzieren soll – ein Zeichen dafür, dass Moskau die Technologie nicht nur nutzt, sondern dauerhaft integriert. Die geopolitische Botschaft war unmissverständlich: Iran ist nicht länger nur regionaler Akteur, sondern Waffenlieferant mit globaler Reichweite.

Neben den Kamikaze-Drohnen verfügt Iran über Aufklärungs- und Angriffsdrohnen wie die Mohajer-6, die mit Lenkraketen bewaffnet werden kann, und die Ababil-Familie, von der Varianten an regionale Verbündete weitergegeben wurden. Die Houthis im Jemen bauen auf Basis iranischer Baupläne eigene Qasef-1-Drohnen, die strukturell den iranischen Ababil-II-Modellen ähneln und über identische Seriennummernpräfixe verfügen. Ein Bericht der britischen Organisation Conflict Armament Research von 2020 dokumentierte, dass die Houthis mittlerweile eigene Produktionskapazitäten aufgebaut haben – ein Hinweis darauf, dass Iran nicht nur fertige Systeme exportiert, sondern Know-how transferiert.

Cyber-Kriegsführung: Die unsichtbare Waffe

Irans asymmetrische Strategie beschränkt sich nicht auf physische Waffen. Cyber-Operationen sind ein integraler Bestandteil der militärischen Doktrin – und ihre Entwicklung wurde durch eine Demütigung angestoßen, die Iran nie vergessen hat. Im Jahr 2010 infizierte der Stuxnet-Computerwurm, mutmaßlich von USA und Israel entwickelt, iranische Urananreicherungsanlagen in Natanz und zerstörte rund 1.000 Zentrifugen. Der Angriff war ein technologisches Meisterwerk und eine strategische Ohrfeige: Iran war verwundbar in einem Bereich, den es für sicher gehalten hatte.

Die Antwort folgte prompt. Iran baute unter IRGC-Führung eigene Cyber-Einheiten auf, die sowohl defensive als auch offensive Kapazitäten entwickelten. 2012 wurden amerikanische Banken Ziel koordinierter DDoS-Attacken, die Webseiten lahmlegten. 2012 und 2013 folgten Angriffe auf Saudi Aramco, bei denen die Malware "Shamoon" über 30.000 Computer löschte. Westliche Sicherheitsbehörden schrieben diese Operationen iranischen Akteuren zu. Die Botschaft war klar: Iran konnte zurückschlagen, wenn auch nicht auf demselben technologischen Niveau wie seine Gegner.

Heute sind iranische Cyber-Fähigkeiten eine ergänzende Komponente der asymmetrischen Strategie. Sie dienen der Aufklärung, der Sabotage und der Ablenkung. Als Iran im Januar 2020 Al-Asad angriff, behauptete IRGC-Kommandeur Amir Hajizadeh später, iranische Einheiten hätten gleichzeitig Cyber-Attacken gegen amerikanische Kommunikationssysteme durchgeführt. Ob das stimmt, ist unklar – aber die Behauptung selbst zeigt, wie Iran Cyber als Teil eines integrierten Angriffs versteht. Drohnen, Raketen, Cyber: alles Werkzeuge derselben Doktrin.

Raketen: Präzision als Abschreckung

Parallel zu den Drohnen entwickelte Iran ein umfangreiches Raketenprogramm, dessen Wurzeln ebenfalls in einer schmerzhaften Erfahrung liegen: dem Iran-Irak-Krieg der 1980er Jahre. Irakische Streitkräfte setzten sowjetische Scud-Raketen ein, um iranische Städte zu bombardieren – darunter Teheran, das über 480 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt liegt. Die psychologische und materielle Wirkung dieser Angriffe prägte die strategische Denkweise der Islamischen Republik nachhaltig. Iran begann, eigene Raketen zu entwickeln, zunächst durch Importe aus China (Silkworm, C-801, C-802 Anti-Schiff-Raketen sowie M-7-Kurzstreckenraketen zwischen 1986 und 1995), später durch eigenständige Weiterentwicklungen.

Heute umfasst Irans Raketenarsenal mehrere Familien mit unterschiedlichen Reichweiten und Einsatzprofilen. Die Sejjil-Familie, deren neuestes Modell Sejjil-2 im Jahr 2009 vorgestellt wurde, basiert auf Festbrennstoff-Technologie, was kürzere Startvorbereitungszeiten ermöglicht als Flüssigbrennstoffraketen. Die Sejjil-2 hat eine Reichweite von etwa 2.000 Kilometern und einen geschätzten CEP (Circular Error Probable, also die statistische Treffergenauigkeit) von rund 50 Metern – sie kann damit israelische Ziele erreichen. Berichten zufolge wurde sie bei Irans Angriff auf Israel im April 2024 eingesetzt, bei dem über 300 Projektile (170 Drohnen, 30 Marschflugkörper, 120 Ballistikraketen) auf israelisches Territorium abgefeuert wurden. Trotz einer Abfangquote von 99 Prozent durch israelische und amerikanische Luftabwehrsysteme demonstrierte der Angriff Irans Fähigkeit, massierte Salven abzufeuern.

Ergänzt wird das Arsenal durch die Fateh-Familie, präzisionsgelenkte Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern und einem CEP von unter zehn Metern. Diese Raketen wurden gezielt an iranische Stellvertretergruppen exportiert: Hezbollah im Libanon verfügt Schätzungen zufolge über mehr als 150.000 Raketen und Projektile, darunter iranische Raad-, Fajr- und Zilzal-Typen. Die Houthis im Jemen setzen modifizierte Versionen der Fateh-110 ein, um saudische Ziele anzugreifen. Irakische Milizen, die mit Iran verbunden sind, haben seit Oktober 2023 über 151 Angriffe auf US-Stützpunkte in Irak und Syrien durchgeführt – viele davon mit iranischer oder iranisch-inspirierter Technologie.

Die strategische Bedeutung dieser Präzisionsraketen liegt weniger in ihrer Vernichtungskraft als in ihrer psychologischen Wirkung: Sie machen kostspielige Infrastruktur, militärische Basen und Energieanlagen verwundbar, ohne dass Iran selbst über Luftüberlegenheit verfügen muss. Als Iran im Januar 2024 Angriffe auf mutmaßliche Mossad-Einrichtungen in Erbil (irakisches Kurdistan) und auf Stützpunkte der sunnitischen Miliz Jaish al-Adl in Pakistan durchführte, waren präzisionsgelenkte Raketen das Mittel der Wahl. Die Botschaft war klar: Iran kann Ziele jenseits seiner Grenzen treffen, ohne Flugzeuge in feindlichen Luftraum schicken zu müssen.

Asymmetrische Doktrin: Mosaic Defense und Schwarm-Taktiken

Diese technologischen Fähigkeiten sind eingebettet in eine militärische Doktrin, die Iran offiziell als "Forward Defense" oder "Offensive Defense" bezeichnet. Erstmals 2003 formuliert und in den parlamentarisch verabschiedeten Fünfjahresplänen von 2004 und 2017 verankert, zielt diese Strategie darauf ab, Bedrohungen außerhalb iranischen Territoriums zu bekämpfen, bevor sie Iran selbst erreichen. Konkret bedeutet das: Iran setzt auf ein Netzwerk regionaler Stellvertretergruppen (Hezbollah, Houthis, irakische Schiitenmilizen, Hamas, Islamischer Dschihad), die mit iranischer Technologie ausgestattet sind und im Konfliktfall koordinierte Angriffe durchführen können.

Diese Strategie folgt dem Prinzip der "Mosaic Defense" – ein Begriff, der die Verteilung von Abschreckungskapazitäten über mehrere Akteure beschreibt, anstatt sie in einem zentralen militärischen Apparat zu konzentrieren. Aus iranischer Sicht hat das mehrere Vorteile: Erstens erschwert es präemptive Schläge gegen iranische Infrastruktur, da die Bedrohung geografisch verteilt ist. Zweitens erlaubt es Iran, indirekt zu agieren und direkte Konfrontationen zu vermeiden, wenn das politisch opportun erscheint. Drittens schafft es eine strategische Tiefe, die Irans konventionelle Schwäche kompensiert.

Ein zentrales Element dieser Doktrin sind Schwarm-Taktiken: Der koordinierte Einsatz vieler kostengünstiger Drohnen und Raketen überfordert selbst hochmoderne Luftabwehrsysteme. Als am 14. September 2019 Drohnen und Marschflugkörper die saudischen Ölanlagen von Abqaiq und Khurais trafen, wurden 18 Trefferpunkte in Abqaiq und vier in Khurais verzeichnet. Die Angriffe legten 5,7 Millionen Barrel pro Tag an Produktionskapazität lahm – fünf Prozent der globalen Ölproduktion. Saudische Patriot-Raketensysteme, die vor Ort stationiert waren, konnten die Angriffe nicht abwehren. Der Grund: Die Patriot-Systeme sind für hochfliegende Ziele optimiert, nicht für niedrig fliegende Drohnen und Marschflugkörper. Zudem war die schiere Anzahl der Angreifer – 25 Drohnen und Raketen – zu hoch, um effektiv bekämpft zu werden.

Die Houthis reklamierten die Verantwortung für den Angriff, doch Trümmeranalysen und die Einschlagrichtung (von Nordwesten) deuteten auf Iran als Ursprung hin. Ein Reuters-Bericht von 2019, der sich auf iranische Regierungsquellen stützte, behauptete, der Angriff sei bei einem geschlossenen Treffen iranischer Militärführer im Mai 2019 geplant worden – mit dem Ziel, die USA für den Ausstieg aus dem Atomabkommen zu bestrafen, ohne Massenopfer zu verursachen. Oberster Führer Khamenei soll die Operation unter der Bedingung genehmigt haben, dass keine Zivilisten oder US-Militärpersonal getötet würden. Ob diese Darstellung stimmt oder nicht – die Wirkung war real: Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate begannen nach 2019, Kanäle nach Teheran zu öffnen, um eine Eskalation zu vermeiden.

Innovation unter Sanktionen: Die Grenzen der Improvisation

Irans Fähigkeit, trotz Jahrzehnte währender Sanktionen ein funktionierendes Militärtechnologie-Programm aufzubauen, ist bemerkenswert – aber sie hat klare Grenzen. Die iranische Militärindustrie ist stark von der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) dominiert. Firmen wie die Iran Aviation Industries Organization und HESA (Iran Aircraft Manufacturing Industrial Company) operieren unter IRGC-Aufsicht und produzieren Drohnen, Raketen und modifizierte Hubschrauber. Der IRGC ist gleichzeitig Militärorganisation, Wirtschaftskonzern und politischer Akteur – eine Verflechtung, die Innovation ermöglicht, aber auch Korruption und Ineffizienz begünstigt.

Die Produktion basiert auf einer Mischung aus Reverse Engineering, Schmuggel von Dual-Use-Komponenten (etwa tschechische TJ100-Turbojets, die in Marschflugkörpern verbaut werden) und eigenständiger Forschung. Iran hat gelernt, mit begrenzten Ressourcen zu arbeiten: Anstatt hochkomplexe Systeme zu entwickeln, setzt man auf bewährte, robuste Technologie, die sich kostengünstig in Masse produzieren lässt. Das funktioniert bei Drohnen und Raketen besser als bei Kampfjets oder modernen Luftabwehrsystemen. Iran kann keine F-35 bauen, keine S-400-Systeme und keine modernen Fregatten. Was Iran kann, ist die Asymmetrie des Konflikts zu seinen Gunsten zu verschieben: 20.000 Dollar Drohne gegen drei Millionen Dollar Abwehrrakete.

Diese Strategie hat ihre eigenen Schwächen. Iran verfügt über keine Luftüberlegenheit und wird sie auf absehbare Zeit nicht erlangen können. Im Falle eines umfassenden Konflikts wäre die iranische Luftwaffe innerhalb von Tagen ausgeschaltet. Ebenso sind iranische Marinekapazitäten begrenzt – die Flotte besteht aus veralteten Fregatten, Schnellbooten und einigen U-Booten, die gegen die US-Navy oder israelische Marine keine Chance hätten. Irans asymmetrische Kapazitäten sind primär defensiv und abschreckend, nicht offensiv im Sinne einer Eroberungsstrategie.

Regionale Proliferation: Proxy-Bewaffnung als Machtprojektion

Die Weitergabe iranischer Drohnen- und Raketentechnologie an verbündete Gruppen ist kein Nebenschauplatz, sondern integraler Bestandteil der iranischen Sicherheitsstrategie. Hezbollah im Libanon ist das prominenteste Beispiel: Die Organisation verfügt über ein Raketenarsenal, das größer ist als das mancher europäischer Staaten. Hassan Nasrallah, Hezbollahs langjähriger Generalsekretär, sagte 2016 offen:

"Wir sind transparent darüber, dass Hezbollahs Budget, sein Einkommen, seine Ausgaben, alles was es isst und trinkt, seine Waffen und Raketen, von der Islamischen Republik Iran kommen."

Was diese Aussage nicht verrät, ist die qualitative Transformation, die Hezbollahs Arsenal in den letzten 15 Jahren durchlaufen hat. In den 1990er und 2000er Jahren verfügte Hezbollah primär über ungenaue Katjuscha-Raketen und Fajr-Systeme – Waffen, die im Hagel abgefeuert werden mussten, um überhaupt Treffer zu erzielen. Seit Mitte der 2010er Jahre hat Iran jedoch präzisionsgelenkte Raketen wie die Fateh-110 an Hezbollah geliefert oder die Organisation beim Umbau vorhandener Raketen zu Präzisionssystemen unterstützt. Diese Transformation ist strategisch entscheidend: Präzisionsraketen erlauben es Hezbollah, gezielt militärische Einrichtungen, Kommandozentralen oder kritische Infrastruktur anzugreifen, ohne massenhaft Zivilisten zu treffen.

Israel hat auf diese Entwicklung mit massiven Luftangriffen reagiert. 2018 bombardierte die israelische Luftwaffe mehrfach Lagerhäuser im Libanon, wo mutmaßlich iranische Präzisions-Upgrade-Kits gelagert wurden. Im September 2024, kurz vor der Eskalation, die zum israelischen Einmarsch führte, zerstörte Israel gezielt Gebäude, in denen nach israelischen Angaben Präzisionsraketen versteckt waren. Die Botschaft war unmissverständlich: Israel betrachtet Hezbollahs Präzisionsarsenal als existenzielle Bedrohung und ist bereit, präemptiv zu handeln. Dass Hezbollah trotzdem weiterhin präzisionsgelenkte Systeme erhält, zeigt Irans Entschlossenheit, diese strategische Tiefe zu erhalten.

Die Houthis im Jemen, die seit 2014 gegen eine saudisch-geführte Koalition kämpfen, haben ebenfalls massiv von iranischer Unterstützung profitiert. Ihre Fähigkeit, mit modifizierten Qasef-1-Drohnen und Fateh-110-Varianten Ziele über 1.000 Kilometer entfernt zu treffen, wäre ohne iranischen Know-how-Transfer undenkbar. Im März 2022 griffen Houthis mit Drohnen saudische Ölanlagen in Dschidda an – über 1.000 Kilometer von der jemenitisch-saudischen Grenze entfernt. Seit dem Gaza-Krieg ab Oktober 2023 haben die Houthis wiederholt Schiffe im Roten Meer angegriffen, was den globalen Seehandel erheblich beeinträchtigt hat. Diese Angriffe dienen iranischen Interessen, indem sie die Aufmerksamkeit der USA und ihrer Verbündeten binden und gleichzeitig Druck auf Israel ausüben.

In Irak operieren zahlreiche schiitische Milizen, die nominell der irakischen Regierung unterstehen, faktisch aber iranische Unterstützung erhalten. Diese Gruppen haben seit Oktober 2023 über 151 Angriffe auf US-Stützpunkte in Irak und Syrien durchgeführt, meist mit Raketen und Drohnen. Die Angriffe sind selten tödlich, aber sie sind politisch wirksam: Sie demonstrieren, dass amerikanische Präsenz im Irak nicht unangefochten ist, und sie signalisieren iranischen Einfluss.

Auch Hamas und der Islamische Dschihad in Gaza haben iranische Unterstützung erhalten, wenngleich die Volumina aufgrund der israelischen Blockade begrenzt sind. Berichte deuten darauf hin, dass Iran Hamas mit Blaupausen für Raketen wie die Fajr-5 und M-302 versorgt hat, die Hamas dann in Gaza in Eigenproduktion herstellte. Iranische Offizielle betonten nach dem 7. Oktober 2023 wiederholt, dass die Hamas-Angriffe eigenständig geplant wurden, aber die Fähigkeiten, die Hamas demonstrierte, sind ohne iranische Vorarbeit kaum denkbar.

Geopolitische Implikationen: Die Erosion der Luftüberlegenheit

Die strategischen Auswirkungen der iranischen Drohnen- und Raketenprogramme reichen weit über den Nahen Osten hinaus. Bei einer Anhörung des US-Kongresses im Jahr 2021 erklärte General Kenneth McKenzie, dass Iran "regionale Partner und den freien Fluss von Handel durch den Einsatz von Stellvertretern und die Proliferation bewaffneter unbemannter Luftfahrtsysteme weiterhin bedroht". Kongressabgeordneter Scott DesJarlais formulierte es noch deutlicher:

"Als Ergebnis der Herausforderungen bei der Erkennung und Abwehr von unbemannten Luftfahrtsystemen operieren die Vereinigten Staaten zum ersten Mal seit dem Korea-Krieg ohne vollständige Luftüberlegenheit."

Diese Aussage markiert einen Wendepunkt in der strategischen Debatte. Seit dem Zweiten Weltkrieg basierte amerikanische Militärstrategie auf der Annahme, dass die USA im Konfliktfall schnell Luftüberlegenheit erringen und damit feindliche Infrastruktur lahmlegen könnten. Drohnen und Präzisionsraketen verändern diese Kalkulation: Sie sind billig, schwer zu entdecken und können in Massen eingesetzt werden. Selbst wenn 90 Prozent abgefangen werden, reichen die verbleibenden zehn Prozent, um kritische Infrastruktur zu beschädigen. Die Kosten der Verteidigung übersteigen schnell die Kosten des Angriffs.

Ein historischer Wendepunkt ereignete sich im April 2024, als Iran über 300 Projektile direkt auf Israel abfeuerte – 170 Drohnen, 30 Marschflugkörper und 120 Ballistikraketen. Die unmittelbare militärische Wirkung war gering: Eine koordinierte Abwehr durch israelische, amerikanische, jordanische und andere regionale Partner fing 99 Prozent der Angriffe ab. Doch die strategische Bedeutung lag nicht in der Schadenswirkung, sondern in der symbolischen Schwelle, die überschritten wurde. Seit 1991, als irakische Scud-Raketen auf Israel fielen, hatte kein Staat Israel direkt mit Raketen und Drohnen angegriffen. Iran brach dieses Tabu.

Die Operation war sorgfältig kalibriert: Iran gab über diplomatische Kanäle Vorwarnungen weiter, um Massenopfer zu vermeiden, demonstrierte aber gleichzeitig Fähigkeit und Willen zu direkten Angriffen. Aus iranischer Sicht war das ein Erfolg – nicht weil Ziele zerstört wurden, sondern weil eine neue rote Linie etabliert wurde. Israel und die USA mussten akzeptieren, dass Iran bereit ist, direkt zu agieren, wenn Teheran seine Interessen bedroht sieht. Die Abschreckung funktionierte in beide Richtungen: Israel verzichtete auf massive Vergeltung, weil ein größerer Konflikt nicht im Interesse Tel Avivs lag. Irans Militärtechnologie hatte nicht durch Zerstörung, sondern durch Drohpotenzial gewirkt.

Für regionale Akteure wie Israel und Saudi-Arabien bedeutet das eine fundamentale Neuausrichtung von Sicherheitsstrategien. Thomas Friedman schrieb nach den Angriffen auf Abqaiq in der New York Times, dass "jedes Land nun seine Sicherheitsstrategie neu kalkuliert, beginnend mit Israel". Ein Mitbegründer von Israels Atomreaktor Dimona wurde mit der Aussage zitiert, Israel solle die Anlage angesichts der demonstrierten iranischen Fähigkeiten möglicherweise schließen. Saudi-Arabien, das jahrzehntelang auf konfrontative Politik gegen Iran setzte, begann nach 2019, Kanäle zu öffnen. Die VAE folgten diesem Beispiel noch früher, nachdem 2019 Tanker vor ihrer Küste angegriffen wurden.

Für Iran selbst sind diese Entwicklungen eine Bestätigung seiner strategischen Wahl. Oberster Führer Ali Khamenei erklärte 2022, die Welt stehe "an der Schwelle einer neuen internationalen Ordnung", und verwies auf die "Widerstandsachse" und aufstrebende asiatische Mächte als Faktoren, die den Niedergang amerikanischer Hegemonie beschleunigen würden. IRGC-Kommandeur Hossein Salami formulierte es 2023 noch direkter:

"Iran hat die globale Szene verändert und die Ordnung gestört, die von westlichen Mächten geschaffen wurde."

Ausblick: Erfolge, Grenzen und Zukunftsfragen

Irans asymmetrische Militärstrategie ist in ihrem eigenen Referenzrahmen erfolgreich. Das Land hat trotz massiver Sanktionen und internationaler Isolation Kapazitäten aufgebaut, die amerikanische und israelische Planer vor erhebliche Probleme stellen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung – 20.000 Dollar Drohne gegen drei Millionen Dollar Abwehrrakete – ist aus iranischer Sicht bestechend. Die Proliferation dieser Technologie an Stellvertretergruppen schafft eine strategische Tiefe, die Iran ohne konventionelle Streitkräfte nicht hätte erreichen können. Die psychologische Wirkung ist ebenfalls beträchtlich: Regionale Gegner müssen permanent mit Angriffen rechnen, was politische Spielräume einschränkt.

Dennoch bleiben die Grenzen dieser Strategie offensichtlich. Iran kann keine Luftüberlegenheit erringen, keine Seewege dauerhaft kontrollieren und keine großflächigen Bodenoperationen durchführen. Im Falle eines umfassenden Krieges gegen eine Koalition aus USA, Israel und Golfstaaten wäre Irans konventionelles Militär schnell dezimiert. Die asymmetrischen Kapazitäten sind primär defensiv und abschreckend – sie können Gegner von Angriffen abhalten, aber sie ermöglichen keine militärische Expansion.

Zudem birgt die Proliferation iranischer Technologie Risiken für Iran selbst. Stellvertretergruppen verfolgen eigene Agenden, die nicht immer mit iranischen Interessen übereinstimmen. Hamas' Entscheidung, am 7. Oktober 2023 Israel anzugreifen, erfolgte nach iranischen Angaben ohne Konsultation Teherans – und zog Iran in eine Eskalationsspirale, die es möglicherweise vermeiden wollte. Ebenso könnten die Houthis durch Angriffe auf internationale Schifffahrt eine Intervention provozieren, die auch Iran treffen würde.

Die Zukunft iranischer Militärtechnologie dürfte in zwei Richtungen weisen: Zum einen wird Iran versuchen, seine Drohnen mit Künstlicher Intelligenz auszustatten, um autonom operierende Schwärme zu entwickeln. Zum anderen wird Iran an Hyperschallraketen arbeiten, die aufgrund ihrer Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit noch schwerer abzufangen sind. Beide Entwicklungen würden die asymmetrische Dynamik weiter zu Irans Gunsten verschieben – sofern nicht gleichzeitig Durchbrüche in der Luftabwehrtechnologie erfolgen.

Was bleibt, ist eine nüchterne Erkenntnis: Iran hat aus seiner konventionellen Schwäche eine strategische Stärke gemacht. Drohnen und Raketen sind keine vollwertigen Ersätze für moderne Luftstreitkräfte, aber sie sind effektive Mittel der Abschreckung und der indirekten Konfliktführung. Sie verändern regionale Machtbalancen und zwingen Gegner, ihre Sicherheitsstrategien zu überdenken. Ob das ausreicht, um Irans Vision einer "neuen Weltordnung" zu verwirklichen, ist fraglich. Aber es reicht, um Iran zu einem Faktor zu machen, den niemand in der Region ignorieren kann.

Anmerkungen und Quellen

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Middle East Council on Global Affairs: "Iran's Missile and Drone Program: Disrupting U.S. Aerial Hegemony" (Juli 2024), https://mecouncil.org/publication/irans-missile-and-drone-program-disrupting-u-s-aerial-hegemony/

Conflict Armament Research: "Iranian Technology Transfers to Yemen" (2017), https://www.conflictarm.com/perspectives/iranian-technology-transfers-to-yemen/

Conflict Armament Research: "Evolution of UAVs Employed by Houthi Forces in Yemen" (2020), https://www.conflictarm.com/dispatches/evolution-of-uavs-employed-by-houthi-forces-in-yemen/

CSIS Missile Defense Project: "Missiles of Iran", https://missilethreat.csis.org/country/iran/

House Armed Services Committee: "National Security Challenges and U.S. Military Activities in the Greater Middle East and Africa" (April 2021), https://www.centcom.mil/Portals/6/Documents/Transcripts/04202021HASCCENTCOMandAFRICOMTranscript.pdf

CBS News: "Who would live and who would die: The inside story of the Iranian attack on Al Asad Airbase" (August 2021), https://www.cbsnews.com/news/iranian-attack-al-asad-air-base-60-minutes-2021-08-08/

Reuters: "Iran's role in Saudi Aramco attacks: Special Report" (November 2019), https://www.reuters.com/article/idUSKBN1YN29E/

NPR: "What We Know About The Attack On Saudi Oil Facilities" (September 2019), https://www.npr.org/2019/09/19/762065119/what-we-know-about-the-attack-on-saudi-oil-facilities

United Against Nuclear Iran: "The September 2019 Attacks on Abqaiq and Khurais", https://www.unitedagainstnucleariran.com/september-2019-attacks-on-abqaiq-and-khurais

The Guardian: "Iran builds attack drone similar to captured US model" (Oktober 2016), https://www.theguardian.com/world/2016/oct/01/iran-builds-thunderbolt-drone

Military Times: "Army approves 39 Purple Hearts for 2020 Iran missile attack" (Dezember 2021), https://www.armytimes.com/news/your-army/2021/12/08/army-approves-31-purple-hearts-for-2020-iran-missile-attack/

Responsible Statecraft: "Iran's 2020 attack on US base underscored maximum pressure folly" (Januar 2022), https://responsiblestatecraft.org/2022/01/08/irans-attack-on-us-base-in-iraq-underscored-depth-of-max-pressures-folly/

The War Zone: "Everything New We Just Learned About The 2020 Iranian Missile Attack On U.S. Forces In Iraq" (März 2021), https://www.twz.com/39527/everything-new-we-just-learned-about-the-iranian-missile-attack-on-al-asad-air-base

CNBC: "Drone and missile debris proves Iranian role in Aramco attack, Saudi defense ministry claims" (September 2019), https://www.cnbc.com/2019/09/18/saudi-arabia-drone-and-missile-debris-proves-iranian-role-in-attack.html

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Kampfdrohnen vor iranischer Flagge
Bildquelle: e-crow / shutterstock


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