Irans regionales Netzwerk zwischen Expansion und Erosion
Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.
Als am 7. Oktober 2023 Hamas-Kämpfer die israelische Grenze durchbrachen und einen der verheerendsten Angriffe in der Geschichte Israels durchführten, sprachen westliche Kommentatoren sofort von einer iranischen Operation. Teheran, so die Logik, kontrolliere Hamas wie eine Fernbedienung. Die Realität ist komplexer – und aufschlussreicher für das Verständnis dessen, was Iran als seine "Achse des Widerstands" bezeichnet. Hamas handelte autonom, aber innerhalb eines von Iran geschaffenen strategischen Rahmens. Dieser Rahmen – ein Netzwerk verbündeter nicht-staatlicher Akteure in Libanon, Syrien, Irak, Jemen und Palästina – ist Irans wichtigstes Instrument regionaler Machtprojektion. Doch vierzehn Monate nach dem 7. Oktober ist dieses Netzwerk so fragil wie nie zuvor. Hezbollah wurde militärisch dezimiert, Hamas ist isoliert, die syrische Assad-Regierung fiel im Dezember 2024, und die Houthis kämpfen ums Überleben. Was bleibt von Irans regionaler Strategie?
Um diese Frage zu beantworten, muss man verstehen, wie Iran seine Einflusssphäre aufgebaut hat, welche Logik dahintersteht, und warum die Ereignisse seit Oktober 2023 nicht nur eine taktische Niederlage, sondern eine strategische Krise darstellen.
Die Doktrin der strategischen Tiefe
Irans regionale Strategie basiert auf einem Konzept, das im Persischen als "omgh-e estratezhik" bezeichnet wird – strategische Tiefe. Die Idee ist simpel, aber wirkungsvoll: Anstatt zu warten, bis Feinde an den eigenen Grenzen stehen, schafft man Vorwärtsverteidigungslinien in anderen Ländern. Ayatollah Ali Khamenei formulierte dies 2019 explizit:
"Verliert nicht die weite Geographie des Widerstands aus den Augen. Diese transnationale Perspektive ist manchmal wichtiger als die dringendsten innenpolitischen Anliegen."
Die Botschaft war klar: Irans Sicherheit beginnt nicht an seinen Grenzen, sondern in Beirut, Damaskus, Bagdad, Sanaa und Gaza.
Diese Doktrin entstand nicht im Vakuum. Sie ist eine direkte Konsequenz des Iran-Irak-Krieges (1980-1988), als Saddam Husseins Truppen iranisches Territorium besetzten und acht Jahre lang einen brutalen Abnutzungskrieg führten. Iran kämpfte damals allein – die internationale Gemeinschaft unterstützte größtenteils Irak, der Westen lieferte Waffen, die Golfstaaten finanzierten Bagdad. Die Lektion, die Teherans strategische Planer daraus zogen: Konventionelle Überlegenheit ist unerreichbar, aber ein Netzwerk regionaler Verbündeter kann Feinde abschrecken und im Konfliktfall binden.
Der Libanonkrieg von 2006 zementierte diese Überzeugung. Hezbollah, eine von Iran aufgebaute und finanzierte schiitische Miliz, führte 34 Tage lang Krieg gegen Israel – und erreichte zumindest ein strategisches Patt. Israel konnte Hezbollah nicht entwaffnen, Hezbollah konnte Israel nicht besiegen, aber die Tatsache, dass eine nicht-staatliche Miliz die stärkste Armee des Nahen Ostens in Schach hielt, war ein Triumph für Teherans Asymmetrie-Strategie. Qassem Soleimani, damals Kommandeur der Quds-Einheit der Revolutionsgarden, war während des Krieges in Beirut und koordinierte die Verteidigung. Für Iran wurde Hezbollah zum Modell.
Die strategische Tiefe erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig. Erstens schafft sie Abschreckung: Ein Angriff auf Iran würde nicht nur iranisches Territorium treffen, sondern eine koordinierte Reaktion des gesamten Netzwerks auslösen – Raketenangriffe von Hezbollah auf israelische Städte, Drohnenangriffe der Houthis auf saudische Ölfelder, Anschläge irakischer Milizen auf US-Stützpunkte. Zweitens erlaubt sie Iran, Einfluss zu nehmen ohne direkte Verantwortung: Wenn Hezbollah israelische Positionen beschießt, ist das formal eine Entscheidung Hezbollahs, nicht Teherans – auch wenn iranische Berater im Hintergrund agieren. Drittens verschafft sie Iran eine Verhandlungsposition: Jede Gruppe im Netzwerk ist ein potenzieller Druckpunkt oder ein Zugeständnis in Verhandlungen.
Doch dieses Modell hat einen fundamentalen Nachteil: Es funktioniert nur, solange die Verbündeten stark genug sind, ihre Rolle zu spielen. Und genau hier liegt das Problem des Jahres 2024.
Aufbau des Netzwerks: Die Achse des Widerstands
Der Begriff "Achse des Widerstands" ist keine westliche Erfindung, sondern eine Selbstbezeichnung Irans und seiner Verbündeten. Er suggeriert ideologische Einheit – Widerstand gegen Israel, gegen die USA, gegen westliche Hegemonie. In Wahrheit ist das Netzwerk ein Flickenteppich unterschiedlicher Akteure mit unterschiedlichen Motiven, die Iran durch eine Kombination aus ideologischer Affinität, materieller Unterstützung und strategischer Notwendigkeit zusammenhält.
Hezbollah im Libanon ist der älteste und engste Partner. Gegründet 1982 während des libanesischen Bürgerkriegs, wurde die Organisation von den Revolutionsgarden aufgebaut und bis heute von Iran finanziert – Schätzungen sprechen von 700 Millionen bis einer Milliarde Dollar jährlich. Hezbollah ist mehr als eine Miliz: Sie betreibt Krankenhäuser, Schulen, einen Fernsehsender (Al-Manar), und kontrolliert große Teile der libanesischen Wirtschaft. Politisch ist sie eine der mächtigsten Parteien im Libanon mit einem De-facto-Vetorecht über strategische Entscheidungen. Militärisch verfügt sie über geschätzte 150.000 Raketen unterschiedlicher Reichweite, die jede Stadt in Israel erreichen können. Hassan Nasrallah, ihr Generalsekretär seit 1992, wurde bis zu seiner Ermordung im September 2024 als einer der einflussreichsten Akteure des Nahen Ostens betrachtet.
In Palästina unterstützt Iran sowohl Hamas im Gazastreifen als auch den Islamischen Dschihad. Die Beziehung zur Hamas ist kompliziert: Hamas ist sunnitisch, während Iran schiitisch ist; Hamas entstand aus der ägyptischen Muslimbruderschaft, einer Bewegung, die viele iranische Hardliner ablehnen. Doch gemeinsame Feindschaft gegenüber Israel überbrückt diese Differenzen. Iran liefert Geld (schätzungsweise 100 Millionen Dollar jährlich vor dem 7. Oktober), Waffen und Training. Qassem Soleimani besuchte Gaza mehrfach und koordinierte Waffenlieferungen über Tunnel aus Ägypten und später über Sudan und Libyen.
In Jemen begann Irans Unterstützung für die Houthis (offiziell: Ansar Allah) erst spät, etwa 2009, und verstärkte sich massiv nach Beginn der saudi-geführten Militärintervention 2015. Anders als Hezbollah sind die Houthis keine iranische Schöpfung – sie entstanden in den 1990er Jahren als zaiditische Revitalisierungsbewegung im Nordjemen. Doch Iran lieferte Waffen, Raketenteile, Drohnentechnologie und militärisches Training. Die Houthis kontrollierten zeitweise die Hauptstadt Sanaa und etwa zwei Drittel der jemenitischen Bevölkerung. Ihre Fähigkeit, mit ballistischen Raketen und Drohnen Ziele in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu treffen, machte sie zu einem unverzichtbaren Element von Irans regionaler Abschreckung.
Das verbindende Element all dieser Gruppen ist nicht primär religiöser Natur – die Houthis sind Zaiditen, Hezbollah folgt der Zwölfer-Schia, Hamas ist sunnitisch – sondern strategisch-ideologisch: Opposition gegen Israel und gegen US-Hegemonie im Nahen Osten. Iran bietet finanzielle und militärische Unterstützung, politische Rückendeckung und eine transnationale Identität als "Achse des Widerstands" gegen einen gemeinsamen Feind.
Irak: Das unsichtbare Rückgrat der Achse
Während Hezbollah, Hamas und die Houthis öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, ist Irak die unterschätzte Säule von Irans regionalem Netzwerk. Seit dem US-Einmarsch 2003 und dem Sturz Saddam Husseins hat Iran systematisch Einfluss im Irak aufgebaut – nicht durch direkte Besatzung, sondern durch ein komplexes Netzwerk politischer Parteien und bewaffneter Milizen.
Der Schlüssel ist die Volksmobilisierungseinheit (Popular Mobilization Forces, PMF; arabisch: al-Hashd al-Shaabi), gegründet 2014 als Reaktion auf den Vormarsch des Islamischen Staates. Als ISIS große Teile des Iraks eroberte und die reguläre irakische Armee kollabierte, rief Großayatollah Ali al-Sistani, die höchste schiitische Autorität im Irak, zur Verteidigung auf. Zehntausende freiwillige Kämpfer meldeten sich – viele organisiert in bereits existierenden, pro-iranischen Milizen wie der Badr-Organisation, Kata'ib Hezbollah oder Asaib Ahl al-Haq.
Die PMF ist kein monolithischer Block, sondern ein Dachverband von über 60 verschiedenen Milizen mit geschätzten 150.000 Kämpfern. Einige dieser Gruppen sind eng mit Iran verbunden und folgen direkt den Anweisungen der Quds-Einheit. Andere sind irakisch-nationalistisch und lehnen iranische Dominanz ab. Die pro-iranischen Fraktionen dominieren jedoch: Kata'ib Hezbollah etwa, geführt von Abu Hussein al-Hamidawi, ist faktisch eine Verlängerung der IRGC und hat wiederholt US-Stützpunkte im Irak angegriffen.
Die ökonomische Macht der PMF ist enorm. Sie kontrollieren Grenzübergänge zwischen Irak und Syrien, kassieren Zölle und Schmuggelgebühren, betreiben Schutzgelderpressung und haben Zugang zu staatlichen Budgets. Schätzungen gehen davon aus, dass pro-iranische Milizen jährlich hunderte Millionen Dollar durch legale und illegale Aktivitäten einnehmen. Diese wirtschaftliche Basis macht sie unabhängig von direkter iranischer Finanzierung und gleichzeitig schwer kontrollierbar für die irakische Regierung.
Politisch ist die PMF tief im irakischen Staat verankert. Nach dem Sieg über ISIS 2017 wurden die Milizen offiziell in die Sicherheitsstrukturen integriert – formal unterstehen sie dem Premierminister, faktisch agieren viele autonom. Bei den Parlamentswahlen 2018 gewann die Fatah-Allianz, politischer Arm der PMF, 48 Sitze und wurde zur zweitstärksten Fraktion. Auch wenn sie 2021 auf 17 Sitze abstürzte (nach internen Konflikten und öffentlicher Unzufriedenheit), bleibt die PMF ein mächtiger Vetospieler in der irakischen Politik.
Die strategische Bedeutung Iraks für Iran liegt in drei Dimensionen. Erstens dient Irak als Pufferzone gegen potenzielle Bedrohungen aus dem Westen – insbesondere gegen US-Militärpräsenz. Die etwa 2.500 US-Soldaten, die weiterhin im Irak stationiert sind, werden regelmäßig Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen pro-iranischer Milizen. Zweitens ist Irak die Landbrücke zwischen Iran und Syrien/Libanon: Waffenlieferungen, Kämpferverlegungen und logistische Unterstützung für Hezbollah laufen über irakisches Territorium, kontrolliert von PMF-Milizen an der Grenze. Drittens ist Irak ein wirtschaftlicher Rettungsanker: Iran exportiert jährlich über 10 Milliarden Dollar an Strom, Gas und Konsumgütern nach Irak – lebenswichtige Einnahmen angesichts westlicher Sanktionen.
Doch Irans Dominanz in Irak ist nicht unangefochten. Die irakische Regierung unter Premierminister Mohammed Shia al-Sudani versucht vorsichtig, die Milizen stärker zu kontrollieren. Nationalistisch orientierte Akteure wie der Kleriker Muqtada al-Sadr lehnen iranische Einmischung ab und mobilisieren Massendemonstrationen gegen korrupte, pro-iranische Politiker. Auch wirtschaftlich wächst der Einfluss der USA: Washington nutzt Kontrolle über Irans eingefrorene Dollarreserven, um Bagdad zu zwingen, den Handel mit Teheran zu beschränken. Dennoch: Irak bleibt die stabilste Komponente von Irans regionaler Achse – weniger exponiert als Hezbollah, weniger isoliert als die Houthis, tief verwurzelt in Staat und Gesellschaft.
Syrien: Die verlorene Landbrücke
Syrien war nicht nur ein Verbündeter Irans – es war die geografische Voraussetzung für die Achse des Widerstands. Ohne Syrien gibt es keine durchgehende Landverbindung zwischen Teheran und Beirut, keine sicheren Waffenkorridore für Hezbollah, keine iranischen Militärbasen in Schlagdistanz zu Israel. Als Bashar al-Assads Regime im Dezember 2024 fiel, verlor Iran mehr als einen Partner – es verlor die Infrastruktur seiner regionalen Strategie.
Irans Engagement in Syrien begann 2011, als friedliche Proteste gegen Assad in einen Bürgerkrieg eskalierten. Während die syrische Armee desertierte und zusammenbrach, entsandte Iran tausende Kämpfer: Quds-Einheit-Offiziere als Berater, libanesische Hezbollah-Kämpfer als Elitetruppen, irakische Schiiten-Milizen (insbesondere die Kata'ib Hezbollah und die Badr-Brigaden), und speziell rekrutierte afghanische sowie pakistanische Flüchtlinge, organisiert in der Fatemiyoun-Brigade (Afghanen) und der Zainabiyoun-Brigade (Pakistaner). Diese Einheiten – insgesamt geschätzte 20.000 bis 30.000 Mann – kämpften an den entscheidenden Fronten: um Aleppo, um Damaskus, um die Verbindungsstraße zwischen beiden Städten.
Russlands Luftunterstützung ab September 2015 war entscheidend für Assads Überleben, aber die Bodentruppen waren überwiegend iranisch koordiniert. Qassem Soleimani reiste regelmäßig nach Damaskus und befehligte Operationen persönlich. Die iranischen Verluste waren hoch: Über 2.000 Mitglieder der Revolutionsgarden fielen in Syrien, darunter hochrangige Offiziere. Doch das strategische Ziel wurde erreicht: Assad blieb an der Macht, und Iran etablierte eine permanente Militärpräsenz.
Diese Präsenz umfasste Militärbasen, Waffenlager und Produktionsstätten. Die T-4 Airbase östlich von Homs wurde zu einem iranischen Stützpunkt, von dem aus Drohnen und Raketen für Operationen gegen Israel gestartet wurden. Die Imam-Ali-Base südlich von Damaskus beherbergte iranische Kommandeure und Waffendepots. In und um Damaskus entstanden Fabriken zur Produktion von präzisionsgelenkten Raketen, die für Hezbollah bestimmt waren. Israel führte über 300 Luftangriffe in Syrien durch (zwischen 2017 und 2024), um diese Infrastruktur zu zerstören – mit begrenztem Erfolg, weil Iran schnell Ersatz lieferte.
Finanziell war Syrien ein Fass ohne Boden. Schätzungen zufolge investierte Iran zwischen 15 und 20 Milliarden Dollar in Assads Überleben: Militärausgaben, Öllieferungen (als Syriens eigene Produktion zusammenbrach), Kreditlinien für Wiederaufbau, Gehälter für Milizen. Für ein Land unter Sanktionen und mit einer schwächelnden Wirtschaft war das eine immense Belastung. Doch aus iranischer Sicht war es unverzichtbar: Syrien war die Brücke zu Hezbollah, der Vorposten gegen Israel, und ein Beweis von Irans Fähigkeit, Verbündete zu schützen.
Als Assad im Dezember 2024 stürzte – überrannt von einer überraschenden Offensive der Hayat Tahrir al-Sham und anderer Rebellengruppen – brach diese gesamte Architektur zusammen. Iran evakuierte seine Truppen überstürzt, ließ Waffen zurück, verlor Zugang zu Militärbasen. Die neue syrische Regierung, dominiert von sunnitischen Islamisten, ist offen anti-iranisch. Die Landbrücke ist unterbrochen: Waffenlieferungen nach Libanon müssen nun per Flugzeug über irakischen Luftraum oder auf gefährlichen Landwegen durch feindliches Territorium erfolgen. Hezbollah, ohnehin geschwächt, ist nun zusätzlich abgeschnitten von seinem wichtigsten Nachschubweg.
Der Verlust Syriens ist nicht nur militärisch-logistisch, sondern auch symbolisch verheerend. Über dreizehn Jahre hatte Iran massive Ressourcen investiert, um Assad zu retten – und innerhalb weniger Tage war alles verloren. Für Irans Verbündete in der Region ist die Botschaft klar: Teheran kann euch nicht immer schützen, selbst wenn es das jahrelang versucht.
Nachbarschaftspolitik: Pragmatismus im Schatten der Konfrontation
Parallel zur konfrontativen Achse des Widerstands verfolgt Iran eine erstaunlich pragmatische Nachbarschaftspolitik. Diese beiden Strategien scheinen sich zu widersprechen – Iran unterstützt Milizen, die Saudi-Arabien angreifen, während es gleichzeitig diplomatische Beziehungen zu Riad normalisiert – doch sie sind zwei Seiten derselben Medaille: Iran maximiert seinen Einfluss durch alle verfügbaren Mittel.
Die Annäherung an Saudi-Arabien, vermittelt durch China im März 2023, war ein diplomatischer Coup. Nach sieben Jahren abgebrochener Beziehungen – ausgelöst 2016 durch die Hinrichtung des schiitischen Klerikers Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien und den anschließenden Angriff auf die saudische Botschaft in Teheran – vereinbarten beide Länder die Wiederaufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen, die Wiedereröffnung von Botschaften und die Verpflichtung zur Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.
Für Saudi-Arabien war der Deal eine strategische Notwendigkeit. Der Jemen-Krieg, 2015 begonnen mit dem Ziel, die Houthis zu besiegen und iranischen Einfluss zurückzudrängen, hatte sich als kostspieliges Debakel erwiesen: Zehntausende Tote, über 200 Milliarden Dollar Kosten, internationale Kritik wegen humanitärer Katastrophe, und militärisch ein Patt. Kronprinz Mohammed bin Salman brauchte einen Ausweg, um seine Vision 2030 – ein ambitioniertes Wirtschaftsreformprogramm zur Diversifizierung der saudischen Wirtschaft – voranzutreiben. Regionale Stabilität war Voraussetzung für ausländische Investitionen und Tourismus.
Iran profitierte ebenso. Die maximalen Sanktionen der Trump-Administration hatten die Wirtschaft kollabieren lassen: Inflation über 40 Prozent, Rial auf historischem Tiefstand, Ölexporte drastisch reduziert. Die Annäherung an Riad bot wirtschaftliche Perspektiven (Handel, Pilgerverkehr nach Mekka) und diplomatische Legitimierung. Wichtiger noch: Der Deal reduzierte militärischen Druck im Jemen ohne dass Iran seine Unterstützung für die Houthis aufgeben musste.
Chinas Rolle als Mediator war entscheidend. Peking, größter Ölimporteur beider Länder, hatte wirtschaftliches Interesse an regionaler Stabilität. Chinesische Diplomaten überbrückten Misstrauen, boten neutrale Verhandlungsräume und garantierten Implementierung. Die Vermittlung war auch ein geopolitisches Signal: China positionierte sich als Friedensstifter im Nahen Osten – eine Rolle, die traditionell die USA innehatten, aber unter Biden vernachlässigten.
Parallel normalisierte sich Syriens Verhältnis zur Arabischen Liga. Im Mai 2023, nach zwölf Jahren Isolation, wurde Assad wieder aufgenommen. Für Iran war dies ein Triumph: Syrien blieb in seinem Orbit, aber mit arabischer Akzeptanz. Die Vereinigten Arabischen Emirate, die schon 2018 ihre Botschaft in Damaskus wiedereröffnet hatten, spielten eine Schlüsselrolle. Abu Dhabi verfolgte eine pragmatische Strategie: Assad hatte gewonnen, also war es sinnvoller, mit ihm zu arbeiten als ihn zu isolieren. Auch für die VAE galt: Wirtschaftliche Interessen (Wiederaufbauverträge, Handelswege) überwogen ideologischen Vorbehalten.
Doch diese Nachbarschaftspolitik hat klare Grenzen. Die Annäherung an Saudi-Arabien bedeutet nicht, dass Iran die Houthis aufgibt. Als die Houthis ab Oktober 2023 Schiffe im Roten Meer angriffen (als Solidarität mit Gaza), ignorierten sie faktisch den saudi-iranischen Deal. Riad reagierte zurückhaltend – ein Zeichen, dass der Deal fragil ist. Die Normalisierung Syriens bedeutet nicht, dass Iran seine Militärpräsenz abbaut; iranische Waffenlager und Militärberater blieben bis zu Assads Sturz aktiv. Auch mit den VAE bleibt das Verhältnis ambivalent: Abu Dhabi ist Irans größter Handelspartner in der Golfregion (über 50 Milliarden Dollar jährlich), gleichzeitig normalisierte es Beziehungen zu Israel (Abraham Accords 2020) – ein Affront für Teheran.
Die türkisch-iranische Beziehung ist ein weiteres Beispiel für Pragmatismus trotz Rivalität. In Syrien standen beide auf entgegengesetzten Seiten: Iran unterstützte Assad, Türkei die Opposition. Doch wirtschaftlich sind sie voneinander abhängig: Türkei importiert iranisches Gas und Öl (oft über Umwege, um US-Sanktionen zu umgehen), Iran importiert türkische Konsumgüter. Präsident Recep Tayyip Erdoğan balanciert geschickt: Er kritisiert Iran rhetorisch, kooperiert aber wirtschaftlich. Beide Länder teilen auch ein gemeinsames Interesse: Verhinderung kurdischer Autonomie, ob in Syrien, Irak oder in den eigenen Grenzregionen.
Diese Nachbarschaftspolitik reflektiert Irans strategische Flexibilität. Konfrontation und Kooperation sind keine Widersprüche, sondern Werkzeuge desselben Ziels: Regionale Einflusssicherung. Iran nutzt die Achse des Widerstands, um militärisch Druck auszuüben, und Diplomatie, um wirtschaftliche und politische Vorteile zu sichern. Doch die Ereignisse seit Oktober 2023 zeigen: Diese Strategie funktioniert nur, solange die militärischen Partner stark sind. Sobald sie kollabieren, wird Diplomatie zur Schadensbegrenzung.
Der Gaza-Krieg: Wendepunkt und Erosion
Der 7. Oktober 2023 war mehr als ein spektakulärer Angriff – er war der Beginn einer Kaskade, die Irans gesamte regionale Architektur zum Einsturz brachte. An jenem Samstagmorgen durchbrachen offiziell über 3.000 Hamas-Kämpfer die israelische Grenze auf eine Weise, die Israels Sicherheitsapparat schockierte. Sie sprengten den Grenzzaun an dutzenden Stellen gleichzeitig, überrannten mit Motorrädern, Pick-ups und zu Fuß israelische Militärposten, drangen in Kibbuzim und die Stadt Sderot ein, und griffen das Supernova-Musikfestival an. Über 1.200 Menschen wurden getötet, größtenteils Zivilisten, etwa 250 als Geiseln nach Gaza verschleppt. Die Operation war monatelang geplant, militärisch koordiniert und taktisch brillant – Hamas hatte Israels Überwachungssysteme umgangen, Schwachstellen ausgenutzt und binnen Stunden faktische Kontrolle über Teile Südisraels erreicht.
Für Iran war der 7. Oktober ein strategisches Dilemma. Einerseits demonstrierte die Operation die Wirksamkeit von Irans Investition in Hamas – jahrelanges Training, Waffenlieferungen, finanzielle Unterstützung zahlten sich in einem Schlag aus, der Israel demütigte und die Region destabilisierte. Andererseits hatte Hamas autonom gehandelt: Teheran wurde nicht vorab informiert, Oberster Führer Khamenei dementierte öffentlich jede Beteiligung an der Planung. Diese Distanzierung war teils taktisch (Vermeidung direkter Konfrontation mit den USA und Israel), teils aber auch ehrlich – Hamas agiert weitgehend autonom, Iran ist Unterstützer, nicht Kommandeur.
Israels Reaktion war verheerend. Innerhalb von Wochen verwandelte die Operation "Iron Swords" Gaza in eine Trümmerlandschaft: Über 45.000 Tote bis Ende 2024 (nach palästinensischen Angaben, größtenteils Zivilisten), neun von zehn Einwohnern vertrieben, Krankenhäuser zerstört, die Tunnel-Infrastruktur systematisch gesprengt. Die Hamas-Führung wurde dezimiert: Yahya Sinwar, Architekt des 7. Oktober, im Oktober 2024 von israelischen Truppen getötet; Mohammed Deif, Militärchef, bei einem Luftangriff im Juli 2024 eliminiert. Hamas überlebt, aber als Schatten ihrer früheren Stärke.
Der eigentliche Wendepunkt kam jedoch im September 2024, als Israel seine Aufmerksamkeit auf Hezbollah richtete. Seit dem 8. Oktober hatte Hezbollah sporadisch israelische Positionen im Nordisrael beschossen – symbolische Solidarität mit Gaza, ohne volle Eskalation zu riskieren. Hassan Nasrallah, pragmatischer Taktiker, wollte Israel provozieren aber keinen offenen Krieg beginnen. Doch Israel interpretierte dies als Kriegserklärung.
Am 17. September 2024 explodierten Hunderte Pager, die von Hezbollah-Mitgliedern getragen wurden, gleichzeitig – ein beispielloser Mossad-Anschlag, bei dem manipulierte Geräte als Bomben fungierten. Einen Tag später explodierten Walkie-Talkies. Dutzende Hezbollah-Kämpfer starben, Hunderte wurden verletzt, viele erblindet oder verstümmelt. Die psychologische Wirkung war verheerend: Wenn selbst Pager tödlich sind, ist keine Kommunikation mehr sicher. Hezbollah war technologisch bloßgestellt.
Israel folgte mit massiven Luftangriffen auf Hezbollahs Infrastruktur im Südlibanon und in Beiruts südlichen Vororten. Am 27. September 2024 traf eine Bunkerbombe Nasrallahs Hauptquartier in Dahiyeh, Beirut. Nasrallah und große Teile der Hezbollah-Führung starben in dem Angriff. Sein Tod war ein symbolischer und operativer Schock: 32 Jahre hatte er die Organisation geführt, sie zur mächtigsten nicht-staatlichen Miliz des Nahen Ostens aufgebaut, und galt als Khameneis engster nicht-iranischer Verbündeter. Sein Nachfolger Naim Qassem ist Theologe, kein Militär – Hezbollah ist führungslos zu einem Zeitpunkt höchster Verwundbarkeit.
Israelische Bodentruppen drangen in den Südlibanon ein, zerstörten Tunnelsysteme, sprengten Waffendepots und eliminierten weiter Kommandeure. Bis Ende 2024 hatte Hezbollah schätzungsweise 4.000 Kämpfer verloren, einen Großteil seiner Raketenbestände und die organisatorische Kohärenz. Die Miliz, die 2006 Israel standgehalten hatte, war binnen drei Monaten zerschlagen.
Für Iran war dies katastrophal. Hezbollah war nicht nur der älteste Partner, sondern auch der militärisch stärkste – die erste Verteidigungslinie gegen Israel. Doch Teheran intervenierte nicht direkt. Im April 2024, nach einem israelischen Angriff auf die iranische Botschaft in Damaskus, hatte Iran symbolisch Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert – eine kontrollierte Eskalation, die kaum Schaden anrichtete aber Handlungsfähigkeit demonstrierte. Im September/Oktober 2024, als Hezbollah zerstört wurde, blieb Iran passiv. Der Grund: Direkte Konfrontation mit Israel würde US-Intervention bedeuten, was das Regime gefährden könnte.
Was bleibt? Irans regionale Strategie nach dem Kollaps
Ende 2024 steht Iran vor den Trümmern seiner Achse des Widerstands. Hezbollah ist militärisch geschwächt, Nasrallah tot, Hamas überlebt nur noch in Tunneln, Assad ist gestürzt, die Houthis sind isoliert. Irakische Milizen sind der einzige halbwegs intakte Bestandteil des Netzwerks – aber auch dort wächst interner Druck, da die irakische Regierung versucht, die Milizen stärker zu kontrollieren.
Drei Szenarien sind denkbar.
Erstens: Iran versucht den Wiederaufbau. Hezbollah kann über Jahre hinweg rekrutieren, neu bewaffnen, sich reorganisieren. Hamas könnte unter neuer Führung zurückkehren, wenn Israel Gaza nicht dauerhaft besetzt. Die Houthis haben bereits bewiesen, dass sie militärische Niederlagen überstehen können. Doch Wiederaufbau erfordert Ressourcen, Zeit und vor allem regionale Stabilität – drei Dinge, die Iran derzeit fehlen.
Zweitens: Iran akzeptiert eine reduzierte regionale Rolle. Die Achse des Widerstands war teuer und brachte internationale Isolation. Eine Fokussierung auf Nachbarschaftspolitik – gute Beziehungen zu Saudi-Arabien, den VAE, Irak, vielleicht sogar Türkei – könnte wirtschaftliche Vorteile bringen und Iran diplomatisch rehabilitieren. Doch das würde bedeuten, die ideologische Kernidentität der Islamischen Republik aufzugeben: Der Widerstand gegen Israel und die USA ist seit 1979 zentraler Pfeiler der Revolution.
Drittens: Iran eskaliert. Eine direkte militärische Konfrontation mit Israel – bisher vermieden – könnte zur Option werden, wenn Teheran das Gefühl hat, nichts mehr zu verlieren zu haben. Die Entwicklung von Atomwaffen, bisher offiziell abgelehnt, könnte realistischer werden. Doch Eskalation birgt existenzielle Risiken: Ein Krieg mit Israel würde US-Intervention bedeuten, was das Regime gefährden könnte.
Die Realität wird wahrscheinlich eine Mischung sein: selektiver Wiederaufbau dort, wo möglich (Irak, eventuell Libanon), pragmatische Diplomatie wo nötig (Golfstaaten), und Aufrechterhaltung rhetorischer Konfrontation zur innenpolitischen Legitimation.
Die Logik der strategischen Tiefe: Erfolg oder Hybris?
Rückblickend war Irans Achse des Widerstands sowohl brillant als auch fatal. Brillant, weil sie Iran erlaubte, mit begrenzten Ressourcen erheblichen regionalen Einfluss aufzubauen. Ein Land mit einer Wirtschaft kleiner als die der Türkei oder Saudi-Arabiens wurde zum dominierenden Akteur in vier Ländern (Libanon, Syrien, Irak, Jemen) und konnte Israel, die stärkste Militärmacht der Region, in Schach halten. Fatal, weil diese Strategie auf der Stärke der Partner beruhte – und als diese Partner fielen, brach das gesamte Konstrukt zusammen.
Die Doktrin der strategischen Tiefe hatte einen inhärenten Widerspruch: Sie sollte Iran Sicherheit geben, machte aber Iran abhängig von Akteuren außerhalb seiner Kontrolle. Hamas entschied autonom, am 7. Oktober anzugreifen, und zog damit ungewollt die gesamte Achse in einen Konflikt. Hezbollah musste solidarisch handeln, riskierte aber damit die eigene Existenz. Iran konnte weder die Eskalation verhindern noch seine Partner effektiv schützen.
Die Ereignisse seit Oktober 2023 zeigen auch die Grenzen asymmetrischer Kriegsführung. Raketen und Drohnen können Schaden anrichten, aber sie können keinen konventionellen Militärschlag abwehren. Als Israel entschied, Hezbollah auszuschalten, half keine noch so große Raketenzahl – israelische Luftüberlegenheit, Geheimdienste und Spezialeinheiten demontierten die Organisation Stück für Stück. Asymmetrische Kriegsführung funktioniert gegen einen zurückhaltenden Gegner, nicht gegen einen entschlossenen.
Für die weitere Entwicklung des Nahen Ostens ist entscheidend, wie Iran auf diesen Kollaps reagiert. Eine Rückkehr zu pragmatischer Nachbarschaftspolitik könnte regionale Stabilität fördern – Saudi-Arabien und Iran als Partner statt Rivalen, wirtschaftliche Integration statt Stellvertreterkriege. Doch die ideologische Identität der Islamischen Republik macht diesen Weg schwierig: Wie erklärt ein Regime, das seit 45 Jahren "Widerstand" predigt, dass es nun Kompromisse macht?
Die Achse des Widerstands ist nicht tot, aber sie ist schwer verwundet. Ob sie sich erholt oder ob Iran eine neue regionale Strategie entwickeln muss, wird die nächsten Jahre prägen – nicht nur für Iran, sondern für den gesamten Nahen Osten.
Anmerkungen und Quellen
Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
+++
Primärquellen (Middle East Council on Global Affairs)
Hezbollah's Defeat and Iran's Strategic Depth Doctrine
Middle East Council on Global Affairs, April 2025
https://mecouncil.org/publication/hezbollahs-defeat-and-irans-strategic-depth-doctrine/
Iran's Neighborhood Policy: An Assessment
Middle East Council on Global Affairs, Kapitel aus: Iran in the Middle East
https://mecouncil.org/publication_chapters/irans-neighborhood-policy-an-assessment/
Iran-Syria Relations Amid Regional Reset Dynamics
Middle East Council on Global Affairs, April 2024
https://mecouncil.org/publication_chapters/iran-syria-relations-amid-regional-reset-dynamics/
Opportunities and Challenges Along the Path of Saudi-Iran Relations
Middle East Council on Global Affairs, April 2024
https://mecouncil.org/publication_chapters/opportunities-and-challenges-along-the-path-of-saudi-iran-relations/
Iran's Role in the Yemen War: Real Influence and Regional Gains
Middle East Council on Global Affairs, April 2024
https://mecouncil.org/publication_chapters/irans-role-in-the-yemen-war-real-influence-and-regional-gains/
From Rivals to Allies: Iran's Evolving Role in Iraq's Geopolitics
Middle East Council on Global Affairs, April 2024
https://mecouncil.org/publication_chapters/from-rivals-to-allies-irans-evolving-role-in-iraqs-geopolitics/
Iran in the Middle East: Building Bridges or Expanding Influence? (Dossier-Übersicht)
Middle East Council on Global Affairs, April 2024
https://mecouncil.org/publication/iran-in-the-middle-east-building-bridges-or-expanding-influence/
Wissenschaftliche Analysen zu Hezbollah und strategischer Tiefe
Norton, Augustus Richard: Hezbollah: A Short History, Princeton University Press, 2018
https://press.princeton.edu/books/paperback/9780691180885/hezbollah
Wege, Carl Anthony: "Hezbollah's Bekaa Organization," Perspectives on Terrorism, Vol. 6, No. 3, 2012
https://www.jstor.org/stable/26296866
Daher, Joseph: Hezbollah: The Political Economy of Lebanon's Party of God, Pluto Press, 2016
https://www.plutobooks.com/9780745336084/hezbollah/
Levitt, Matthew: Hezbollah: The Global Footprint of Lebanon's Party of God, Georgetown University Press, 2013
https://press.georgetown.edu/Book/Hezbollah
Iran-Irak Beziehungen und PMF
Knights, Michael / Malik, Hamdi: "The Future of Iraq's Popular Mobilization Forces," The Washington Institute, Policy Watch 3423, March 2021
https://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis/future-iraqs-popular-mobilization-forces
Mansour, Renad: "More Than Militias: Iraq's Popular Mobilization Forces Are Here to Stay," War on the Rocks, April 2018
https://warontherocks.com/2018/04/more-than-militias-iraqs-popular-mobilization-forces-are-here-to-stay/
International Crisis Group: "Iran in Iraq: How Much Influence?", Middle East Report No. 38, March 2005
https://www.crisisgroup.org/middle-east-north-africa/gulf-and-arabian-peninsula/iran/iran-iraq-how-much-influence
Hamas und Palästina
Schanzer, Jonathan: Hamas vs. Fatah: The Struggle for Palestine, Palgrave Macmillan, 2008
https://link.springer.com/book/10.1057/9780230616219
Milton-Edwards, Beverley / Farrell, Stephen: Hamas, Polity Press, 2010
https://archive.org/details/hamasislamicresi0000milt
Robinson, Glenn E.: "Hamas as Social Movement," in Islamic Activism: A Social Movement Theory Approach, ed. Quintan Wiktorowicz, Indiana University Press, 2004
https://iupress.org/
Houthis und Jemen
Al-Muslimi, Farea: "Iran's Role in Yemen Exaggerated, but Destructive," The Century Foundation, May 2017
https://tcf.org/content/report/irans-role-yemen-exaggerated-destructive/
Salisbury, Peter: "Yemen: National Chaos, Local Order," Chatham House Research Paper, December 2017
https://www.chathamhouse.org/2017/12/yemen-national-chaos-local-order
Kendall, Elisabeth: "Iran's Fingerprints in Yemen? Unpacking the Narrative," Arab Gulf States Institute, February 2017
https://www.academia.edu/34954112/Irans_Fingerprints_in_Yemen_Real_or_Imagined
Syrien und Assad-Regime
Lund, Aron: "Into the Tunnels: The Rise and Fall of Syria's Rebel Enclave in the Eastern Ghouta," The Century Foundation, December 2016
https://tcf.org/content/report/into-the-tunnels/
Hokayem, Emile: Syria's Uprising and the Fracturing of the Levant, Routledge/IISS, 2013
https://www.routledge.com/Syrias-Uprising-and-the-Fracturing-of-the-Levant/Hokayem/p/book/9780415690126
Phillips, Christopher: The Battle for Syria: International Rivalry in the New Middle East, Yale University Press, 2020
https://yalebooks.co.uk/book/9780300249910/the-battle-for-syria/
Saudi-Iran Annäherung
Ulrichsen, Kristian Coates: "The Saudi-Iran Détente: Breakthrough or Breakdown?", James A. Baker III Institute for Public Policy, Rice University, March 2023
https://www.bakerinstitute.org/research/saudi-iran-detente-breakthrough-or-breakdown
International Crisis Group: "Impact of the Saudi-Iranian Reconciliation on Middle East Conflicts," Commentary, April 2023
https://www.crisisgroup.org/cmt/middle-east-north-africa/gulf-and-arabian-peninsula/iran-saudi-arabia/impact-saudi-iranian
Parsi, Trita / Yadlin-Gadot, Trita: "How China Brokered the Saudi-Iran Deal," The Diplomat, March 2023
Quds-Einheit und Qassem Soleimani
Arango, Tim / Fassihi, Farnaz: "The Soleimani Strike: How Months of Tension Led to Open Conflict," The New York Times, January 2020
Neriah, Jacques: "Iran's Quds Force: A Force Designed for Exporting Terrorism," Jerusalem Center for Public Affairs, 2019
https://jcpa.org/
Rubin, Michael: "Qassem Soleimani's Deadly Ambitions," American Enterprise Institute, January 2020
Gaza-Krieg (ab Oktober 2023)
"War in Gaza: What We Know About the Conflict Between Israel and Hamas", BBC News, fortlaufend aktualisiert
https://www.bbc.com/news/world-middle-east-67039975
International Crisis Group: "The Gaza War One Year On: Toward an Endgame?", Briefing, October 2024
https://www.crisisgroup.org/
Shapiro, Jeremy / Lovatt, Hugh: "How October 7 Shattered the Middle East Status Quo," European Council on Foreign Relations, Commentary, November 2023
Israel-Hezbollah Konflikt (2024)
"Hassan Nasrallah: Hezbollah Leader Killed in Israeli Strike on Beirut", The Guardian, September 2024
"Israel's War on Hezbollah: A Timeline", Al Jazeera, fortlaufend aktualisiert
Neriah, Jacques: "The Targeted Elimination of Hassan Nasrallah: Strategic Implications," Jerusalem Center for Public Affairs, October 2024
https://jcpa.org/
Fall von Assad (Dezember 2024)
"Syria's Assad Regime Falls After Rebels Enter Damascus", BBC News, Dezember 2024
"The Collapse of Assad: What It Means for Iran and Russia", The Economist, Dezember 2024
https://www.economist.com/middle-east-and-africa
Lund, Aron: "Syria After Assad: The New Power Dynamics," The Century Foundation, Dezember 2024
https://tcf.org/
Achse des Widerstands: Strategische Analysen
Katz, Brian / Neubauer, Seth: "Iran's Axis of Resistance Under Pressure," Center for Strategic & International Studies, Commentary, November 2024
Ostovar, Afshon: "Iran's Axis of Resistance: Myth and Reality," War on the Rocks, November 2024
https://warontherocks.com/
Smyth, Phillip: "Iran's Expanding Militia Army in Syria," The Washington Institute for Near East Policy, January 2019
+++
Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
+++
Bild: Karte des Nahen Ostens
Bildquelle: M21Perfect / shutterstock
+++
Ihnen gefällt unser Programm? Machen wir uns gemeinsam im Rahmen einer "digitalen finanziellen Selbstverteidigung" unabhängig vom Bankensystem und unterstützen Sie uns bitte mit der:
Spenden-Kryptowährung „Nackte Mark“: https://apolut.net/unterstuetzen/#nacktemark
oder mit
Bitcoin: https://apolut.net/unterstuetzen#bitcoin
Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie hier: https://apolut.net/unterstuetzen/
+++
Bitte empfehlen Sie uns weiter und teilen Sie gerne unsere Inhalte in den Sozialen Medien. Sie haben hiermit unser Einverständnis, unsere Beiträge in Ihren eigenen Kanälen auf Social-Media- und Video-Plattformen zu teilen bzw. hochzuladen und zu veröffentlichen.
+++
Abonnieren Sie jetzt den apolut-Newsletter: https://apolut.net/newsletter/
+++
Unterstützung für apolut kann auch als Kleidung getragen werden! Hier der Link zu unserem Fan-Shop: https://harlekinshop.com/pages/apolut