Das Erbe der Mütter | Von Kerstin Chavent

Die Geschichte weiblicher Herrschaft und Kraft zeigt Wege in eine egalitäre Gesellschaft, in der es nicht mehr um Herrschaft, sondern um Gleichberechtigung und Lebendigkeit geht.

Ein Standpunkt von Kerstin Chavent.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Es ist Markttag. In bunten und üppigen Auslagen werden die Waren feilgeboten: frisches Obst und Gemüse aus lokalem Anbau, Teigwaren, lebende Hühner und Ziegen, allerlei Haushaltsgeräte und Werkzeuge, Stoffe und Körbe ― alles, was man zum Leben braucht. Menschen stehen in Gruppen zusammen und reden miteinander, Kinder spielen Fangen zwischen den Ständen. Ein Fest wird vorbereitet. Girlanden aus Blumen und Zweigen zieren den Platz. Musik klingt herüber, auf den Terrassen werden Tische und Stühle geschoben. Ich setze mich und bestelle einen Kaffee.

Es ist noch früh am Morgen. Männer überqueren den Platz. Die Nacht haben sie bei ihren Liebsten und Lebensgefährtinnen verbracht und sind nun auf dem Weg zu ihren Clanhäusern. Es sind Frauen, die diese Häuser führen und ihnen vorstehen. Sie halten die Güter zusammen und sind für deren gerechte Verteilung an alle Hausbewohner zuständig. Anders als die Männer sind sie dafür geeignet, für das Wohl aller zu sorgen, denn sie sind es, die Leben empfangen und auf die Welt bringen.

Benommen reibe ich mir die Augen. Ich muss geträumt haben. Es ist ja nicht möglich, als Ungeimpfte in einem Café zu sitzen, und ich lebe in keiner Gemeinschaft, in der Frauen im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens stehen. Ernüchtert sehe ich mich um. Nein, da ist kein Markt. Da sind keine fröhlichen Menschen, keine lachenden Kinder, keine von Frauen geführten Clanhäuser, keine Männer, die ihre Geliebten nachts besuchen und tagsüber dort beschäftigt sind, wo sie wohnen: in ihrem Clanhaus, das ebenfalls von einer Frau geführt wird.

Meinungsmache

Wie könnte das möglich sein? Wo leben Frauen und Männer zusammen, ohne dass sich ihre Liebe im Alltag verbraucht und ohne dass sie aus materiellen Gründen zusammenbleiben, ohne Hierarchien und Machtspielereien, Besitzansprüche und Gewalt? Haben nicht die vergangenen Jahrtausende gezeigt, dass das nicht funktionieren kann? Außer vielleicht bei ein paar Wilden gibt es in unserer Welt kein Matriarchat, eine Gesellschaftsordnung, in der laut Google und Duden „die Frau eine bevorzugte Stellung in Staat und Familie innehat und bei der in Erbfolge und sozialer Ordnung die weibliche Linie ausschlaggebend ist“. Den gleichen Wortlaut findet man, wenn man unter „Patriarchat“ nachschlägt, nur dass Frau durch Mann ersetzt wird.

Wer in der meinungsmachenden Wikipedia stöbert, findet unter Matriarchat, dass es keine wissenschaftliche und allgemein anerkannte Definition des Begriffes gibt. Man weiß nicht einmal, ob es sich hier um Fakten oder um Wunsch- beziehungsweise Angstbilder handelt. Bei dem Begriff Patriarchat hingegen ist man sich sicher: Es beschreibt in der Soziologie, der Politikwissenschaft und verschiedenen Gesellschaftstheorien ein System von sozialen Beziehungen, maßgebenden Werten, Normen und Verhaltensmustern, das von Vätern und Männern geprägt, kontrolliert und repräsentiert wird. Die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen nennen einige ihrer Verwaltungsgebiete Patriarchate.

Posthumanismus oder Leben?

Ich komme ins Nachdenken. Anstatt uns über Gendersternchen zu zanken und unsere gemeinsame Sprache weiter zu zerhackstücken, anstatt uns von den 72 neu definierten „Geschlechtern“ verwirren zu lassen und anstatt uns dafür zu schämen, spießig und politisch unkorrekt „nur“ Frau oder „nur“ Mann zu sein, beschäftigt mich die Frage, was Matriarchat und Patriarchat eigentlich voneinander unterscheidet und welches der beiden Gesellschaftsmodelle geeigneter ist, allen ein friedliches Leben auf diesem Planeten zu ermöglichen.

Zugegeben: In dieser Frage bin ich als Frau voreingenommen. Ich bin nicht neutral, kein Fräulein, kein unfertiges Ding. Objektiv bin ich ebenfalls nicht, also laut Google unabhängig von einem Subjekt und seinem Bewusstsein existierend und nicht von Gefühlen bestimmt. Doch ich tue mein Bestes, unparteiisch zu sein, denn es liegt mir vor allem an einem: dass Frauen und Männer harmonisch zusammenleben.

Das Patriarchat, also die Gesellschaftsform, in der ich lebe und die weltweit dominiert, sorgt offensichtlich nicht dafür.

Für so ziemlich alle Lebewesen auf diesem Planeten sieht es düster aus. Wir sind in der Zeit des Posthumanismus angekommen, in der der Mensch gewissermaßen ausgedient hat.

Biologisch gesehen haben wir den Zenit unserer Evolution überschritten und ergeben uns nun der künstlichen, computergestützten Intelligenz. Laut Wikipedia werden wir über Nanotechnologie und eine Kombination aus Gentechnik, Psychopharmakologie, lebensverlängernde Maßnahmen, neurale Schnittstellen, gedächtniserweiternde Drogen und tragbare oder implantierte Computertechnologie zu einer Art Kreatur, die die Grenzen der Natur überwunden hat.

Natürlich werden nicht acht Milliarden Menschen derart aufgepeppt werden können. Was mit dem Rest der Menschheit passieren soll, sei der Vorstellungskraft jedes Einzelnen überlassen. Diese Technologie, die das Ende des Menschseins bedeutet, ist keine ferne Zukunftsmusik, sondern wird, Corona und Klimawandel sei Dank, genau jetzt abgespielt. Bevor es also demnächst überhaupt keine Männer und Frauen mehr gibt, sollten wir uns gemeinsam darüber Gedanken machen, was eigentlich schiefgelaufen ist und wie wir es anders machen können.

Abgehoben

Es soll nun nicht um die Frage gehen, wer schuld ist, oder darum, dass Frauen an die Macht sollen und die Männer gewissermaßen ersetzen. Es soll überhaupt nicht um Macht gehen, sondern um die Möglichkeit, sich ergänzend zusammenzuwirken. Klar ist: Wir haben gemeinsam diese Situation geschaffen. Was Männer getan haben, haben Frauen zugelassen und unterstützt. Sie haben sich in die Hierarchien gefügt und sind der aufsteigenden männlichen Linie gefolgt.

Eine kraftvoll aufwärtsstrebende Vertikale ist im Prinzip nichts Negatives. Problematisch wird es, wenn es mit der Potenz übertrieben wird und die Vertikale die Horizontale nicht erreicht und miteinbezieht. Die Horizontale ist dem weiblichen Prinzip zugeordnet. Im idealen Fall ergänzen sich horizontal und vertikal, weiblich und männlich, wie in der chinesischen Philosophie des Yin und Yang: Wie in Wellen fließen beide Prinzipien ineinander und vereinen sich, wobei im Männlichen stets auch das Weibliche und im Weiblichen stets auch das Männliche enthalten ist.

Doch die patriarchalen Hierarchien haben es derart auf die Spitze getrieben, dass ein gefährliches Ungleichgewicht entstanden ist. Wir sind aus der Balance gekommen. Die Pyramiden, die wir symbolisch überall aufgebaut haben, halten nicht mehr und sind dabei, in sich zusammenzufallen. Die Spitze hat sich von der Basis getrennt und die Fortschrittsgerade verliert sich im Nichts. Nur das Besinnen auf das Horizontale, Weibliche kann uns auf den Boden der Tatsachen zurückbringen, dorthin, wo alles Leben beginnt: in der gebärenden Frau, den Tiefen der Urmutter Erde.

Von der Dominanz zur Komplementarität

Das Leben wird durch das Männliche befruchtet und entspringt dem Weiblichen. Es ist die Frau, die das Kind neun Monate lang in ihrem Leib trägt. Aus der Erde entstehen unsere Körper. Der Himmel flößt ihnen seinen Geist ein, seinen Odem, den Atem. Beide, Himmel und Erde, hat das Patriarchat zerstört. Alles hat es erobert, vergewaltigt, zugemüllt. Es hat keine Sorge dafür getragen, das Lebendige zu schützen. Denn daran hat es kein Interesse. Es gehört zu seinem Programm, sich das Weibliche zu unterwerfen und die Natur zu beherrschen. Entsprechend ist das Patriarchat nicht darauf ausgerichtet, für das Wohl aller zu sorgen. Auf „Vater Staat“ zu vertrauen, ist eine trügerische Sicherheit und eine gefährliche Illusion.

Die Männer und Frauen, die das Patriarchat bilden und unterstützen, haben ihre Grenzen übertreten.

Mit Quotenregelungen, Rechtschreibreformen und frühen Krippenplätzen, mit #metoo, Political Correctness und Cancel Culture werden verdorbene Appetithappen in die Menge geworfen, um einen Anschein von Emanzipation und Gleichberechtigung zu geben.

In Wirklichkeit handelt es sich um versteckte Maßnahmen, um Männer und Frauen immer weiter auseinanderzutreiben und zu verhindern, dass wir einander erkennen und gemeinsame Sache machen.

Matriarchat geht anderes. Als komplementäre Gleichheit zwischen den Geschlechtern und Generationen definiert es die Philosophin Heide Göttner-Abendroth. „Am Anfang die Mütter“ ― so übersetzt sie den Terminus (1). Dem mütterlichen Prinzip des Lebensschenkens dienen Frauen und Männer gleichermaßen. So ist es das Schenken, das anstelle von Gewinnmaximierung im Zentrum der Ökonomie des Matriarchats steht. An die Stelle des linearen Fortschrittsdenkens tritt ein Ausrichten an den Zyklen und Kreisläufen der Natur. Würde, Respekt und Heiligung ersetzen Machtgier, Unterdrückung und Ausbeutung.

Hierbei handelt es sich nicht um utopische Träumereien oder naive Schöne-Welt-Fantasien, sondern um Realitäten. Denn es gibt bis heute matriarchal orientierte Gesellschaften, die in Frieden und ausgeglichenem Wohlstand zusammenleben. Zu ihnen gehören unter anderen die Mosuo in China, die Minangkabau in Indonesien, die Khasi in Indien, die Tuareg in Afrika, die Irokesen und die Hopi in Nordamerika, die Juchiteken in Mexiko und die Aborigines in Australien. Nur in Europa wurde das Matriarchat vollständig ausgerottet. Allein einige Schriften der Basken, Bretonen und Balten sind der Zerstörung entgangen.

Der matriarchale Clan

Matriarchate sind nichthierarchische, horizontale, egalitäre Verwandtschaftsgesellschaften. Es gibt keine Herrschaft, keine Gewalt, keine Ausbeutung ― keinen Staat. Als Reichtum gelten die Unterschiede zwischen allen Menschen. Egalität bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass alle gleich sind oder auf dieselbe Höhe zurechtgestutzt werden, sondern dass alle natürlichen Unterschiede respektiert werden.

Im Zentrum des Matriarchats steht die Mütterlichkeit. Sie bedeutet Nähren, Pflegen, Fürsorge, gegenseitige Unterstützung, Friedenssicherung und sie gilt für alle Mitglieder der Gesellschaft, Männer und Frauen, ob sie Mütter sind oder nicht. Die Frauen dominieren hierbei nicht über die Männer. Sie sind ihnen nicht übergeordnet, sondern gleichberechtigt. Hierarchien wie im Patriarchat gibt es nicht. Die höchsten Aufgaben werden an die verteilt, die am besten geeignet sind, für das Wohl aller zu sorgen. Es sind die nach menschlichen Qualitäten Angesehensten, nicht die Stärksten, Gerissensten oder Großmäuligsten, die die größte Verantwortung tragen und die meiste Arbeit verrichten.

Vier Ebenen unterscheidet Heide Göttner-Abendroth, die bei allen Matriarchatsformen ähnlich funktionieren: soziale Ordnung, Politik, Ökonomie und Kultur. Die matriarchalen Clans werden durch Matrilinearität und Matrilokalität zusammengehalten. Das bedeutet, dass alle in einem Clanhaus zusammenleben: die Mutter mit ihren Brüdern und Schwestern, Söhnen und Töchtern. Die Väter der Kinder wohnen im Hause ihrer eigenen Mutter mit deren Geschwistern und Nachkommen. Die Paare sind nur über Nacht beieinander. Ehen können einfach geschlossen und wieder aufgelöst werden und halten so lange, wie die Liebe hält: ein paar Wochen, ein paar Monate, ein paar Jahre, ein ganzes Leben.

Beide Geschlechter genießen sexuelle Freiheit. Da jeder im jeweiligen Mutterhaus zu Hause ist und hier versorgt wird, gibt es keinen Streit wegen materieller Abhängigkeiten. Für die Kinder gibt es keine Probleme bei einer Trennung, denn die soziale Vaterschaft der männlichen Verwandten der Mutter steht über der biologischen Vaterschaft. Die Väter können ihre Kinder und Frauen besuchen, sind jedoch nicht für sie verantwortlich.

Gelebte Basisdemokratie

Die matriarchalen Clans sind die Grundlage für eine egalitäre Konsensgesellschaft. Alle Politik entsteht im Clanhaus. Hier ― und nur hier ― werden die Regeln des Zusammenlebens entschieden. In dieser Kleinstruktur kann jeder zu Wort kommen. Jugendliche sind ab 13 Jahren stimmberechtigt. Bei Regelungen, die größere Zusammenschlüsse angehen, werden die im Clanhaus getroffenen Entscheidungen an die verschiedenen Räte weitergegeben: Siedlung, Dorf, Stadt, Region. Darüber hinaus gibt es nichts.

Bei Übereinkünften im größeren Rahmen entsendet das Clanhaus gewählte Delegierte. In der Regel sind das eine Frau und ein Mann. Ihre Funktion ist allein beratend. Sie tauschen nur Informationen aus und entscheiden nichts. Die erhaltenen Informationen tragen sie in ihr Clanhaus zurück, wo neu beraten wird. Dies geschieht so lange, bis eine einstimmige Einigung gefunden ist und Konsens herrscht. Das Verfahren ist langwierig und komplex und braucht Zeit, Geduld, menschlich Reife und eine ausgeprägte Bereitschaft zum Zuhören― so wie eine echte Basisdemokratie. In ihr gibt es keine Klassenbildung, keine Herrschaftsstrukturen und keine abstrakten, undurchsichtigen Institutionen.

Land, Häuser und Lebensmittel befinden sich in den Händen der Frauen. Sie sorgen für die gerechte Verteilung aller Güter. Versorgungsart ist eine Subsistenzwirtschaft aus Garten- oder Ackerbau, die den Clans ein weitgehend autarkes Leben ermöglicht. Produziert wird ausschließlich nach Bedarf.

Im Gegensatz zur lust-, angst- und mangelorientierten Akkumulationsökonomie des Patriarchats lässt die Ausgleichsökonomie des Matriarchats ein Horten in den Händen weniger nicht zu.

Geld wird so gut wie nicht gebraucht. Entsprechend gibt es keine Abhängigkeiten schaffenden Schulden und Zinsen.

Die Ökonomie der Feste und des Schenkens sorgt für eine gerechte Verteilung der Güter und Reichtümer. Wer hat, der nimmt sich nicht noch mehr, sondern gibt und erhält dadurch soziales Ansehen und Ehre. Wenn es einem Clan schlecht geht, ist es selbstverständlich, dass ihn die anderen unterstützen. So kommt keine Angst vor Mangel auf. Eigenschaften wie Gier, Neid, Eifersucht, Geiz oder Verschwendungssucht, das Schmieröl patriarchal ausgerichteter Ökonomien, werden damit nicht genährt. Wer weiß, dass für ihn gesorgt ist und er seinen Platz in der Welt hat, der kann sich andere Herausforderungen im Leben suchen als die, andere Menschen zu überlisten oder kleinzumachen.

Werte und Würde

Das matriarchale Denken richtet sich an der Natur aus. Kosmos und Erde sind weiblich und werden als Schöpfergöttinnen verehrt. Das Göttliche ist nicht wie im Patriarchat transzendent, irgendwo da oben, sondern hier und jetzt präsent. Das Paradies ist kein ferner Ort, in dem man irgendwann für seine guten Taten belohnt wird. Es ist hier. Auf der Erde hat alles eine Seele und jede Tat ist Teil einer spirituell-symbolischen Ordnung, deren Konsequenzen man in seiner Verkörperung zu spüren bekommt. So wird die gesamte Gesellschaft von spirituellen Werten durchzogen. Die Verehrung der Göttin Erde prägt die Ökonomie, die Achtung vor der Verschiedenartigkeit der Menschen und die Politik.

Kinder werden als wiedergeborene Ahnen gesehen und entsprechend gewürdigt. Jedem Alter kommt Ehre zuteil und jeder Anlass bietet eine Gelegenheit zu feiern. Rituale durchziehen den Alltag und bieten immer wieder Möglichkeiten, sich zu besinnen und die materielle mit der geistigen Welt zu verbinden. In ihr herrscht kein aufpassender Polizist, kein penibler Erbsenzähler, der die Rechtschaffenen belohnt und die Abtrünnigen bestraft. Im nichtdualistischen Weltbild des Matriarchats gibt es kein „Gut“ und kein „Böse“. Menschen irren sich und machen Fehler. Das ist alles. Das Leben ist dazu da zu lernen, sie zu korrigieren.

In allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind Frauen und Männer gleich repräsentiert. Jedes Amt wird gleichzeitig von einer Frau und von einem Mann besetzt. Kein Geschlecht kann über das andere bestimmen oder es den eigenen Vorstellungen anpassen. Die Aufgabe der Delegierten ist es, zu informieren, zu beraten und bei Bedarf zu schlichten ― jedoch in keinem Fall, den Menschen die Verantwortung für ihr eigenes Leben abzunehmen. Jede Entscheidung läuft immer wieder ins Clanhaus und damit zum Einzelnen zurück. Im Matriarchat, so Heide Göttner-Abendroth, sei es undenkbar, Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen, an andere abzugeben.

Vom Haben zum Sein

Im zweiten Teil des Buches geht es darum, wie diese Prinzipien in die Praxis umgesetzt werden können. In jedem Fall ist ein radikaler Wandel notwendig, denn, so Heide Göttner-Abendroth, es ist nicht möglich, Patriarchat und Matriarchat miteinander zu verbinden. Was den Schutz und die Pflege des Lebendigen voraussetzt, ist nicht vereinbar mit dem Spaltenden und Zerstörerischen. Man kann eben nicht ein bisschen schwanger sein. Es geht hier nur ganz oder gar nicht. Wir müssen uns für eine Richtung entscheiden: Leben wir als Frauen und Männer weiter, oder als Schimären, als Mischwesen zwischen Mensch und Maschine?

Viele Hindernisse gilt es auf dem Weg in eine egalitäre Gesellschaft zu überwinden. Sie sind weniger organisatorischer Natur, sondern zielen direkt auf unser Ego. Sind wir bereit zu teilen und zu schenken und auf Privatbesitz weitestgehend zu verzichten? Sind die Frauen offen dafür, sich aus der leidigen, doch auch bequemen Rolle der Unterdrückten zu befreien und Verantwortung für das Leben zu tragen? Sind die Männer bereit, ihre Macht abzugeben und nicht mehr in ihrer Funktion dazustehen, sondern als Mensch unter Menschen?

Matriarchat braucht Reife. Es braucht die Erkenntnis, dass uns im Grunde nichts gehört ― unsere Kinder nicht, unsere Partner nicht, nicht das Land, auf dem wir leben und auch nicht die Güter, die wir um uns herum ansammeln, um uns in der Illusion von Sicherheit zu wiegen. Während das Patriarchat eine Gesellschaft des Habens ist, kommt im Matriarchat dem Sein die wichtigste Bedeutung zu. Um das zu lassen, was wir uns aufgeladen haben und was uns immer unbeweglicher gemacht hat, braucht es mehr als ein Fingerschnippen. Es braucht die Bereitschaft, noch einmal von vorne anzufangen und neu zu lernen.

Hier können Sie das Buch bestellen: als Taschenbuch oder E-Book.

Quelle:

  1. Heide Göttner-Abendroth: Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft. Prinzipien und Praxis der Matriarchatspolitik, Drachen-Verlag 2008.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 16. Oktober 2021 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Bildquelle:  Evgeny Atamanenko / shutterstock

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Kommentare (46)

46 Kommentare zu: “Das Erbe der Mütter | Von Kerstin Chavent

  1. unknown74 sagt:

    Diese ganzen Überlegungen setzen voraus, dass wir einen Großteil unserer menschlichen (Ur-)Eigenschaften überdenken und letztendlich über Bord werfen und genau das wird nicht funktionieren. Wir können genau so wenig über unseren eigenen Schatten springen, wie alle anderen.

    Der Entwicklung und Verfeinerung dieser Eigenschaften ist es letztendlich zu verdanken, dass wir an der Spitze der Nahrungskette stehen, in den Weltraum vordringen und in Tiefen unseres eigenen Planeten, in denen wir nicht den Hauch einer Überlebenschance hätten. Ein Umdenken wird es nicht geben (können). Die Kräfte in uns als Menschheit, zu Herrschen, zu gewinnen, höher, weiter, schneller, besser, Neid, Hass, Liebe & Co. sind viel zu ausgeprägt und stark, als dass wir die abstellen, ausblenden oder nur noch auf "Friede, Freude, Eierkuchen" konzentrieren könnten.

    Abgesehen mal davon, spricht unsere gesamte, weltweite gesellschaftliche Struktur gegen eine derartige Entwicklung. Das zu verändern, funktioniert so nicht. "Nie wieder Krieg" war die Lehre aus dem II. WK und wo stehen wir heute?

    Wir sind dazu aufgrund unserer menschlichen Entwicklungsgeschichte nicht in der Lage. Irgendwer wird erkennen, dass es wesentlich einfacher ist, die Kartoffeln aus dem Nachbarclanhaus einfach zu nehmen, statt mühsam auf dem Feld anzubauen, und schon beginnt das Spiel von vorn. Ob dem nun Mütter vorstehen oder nicht, spielt dabei keine Rolle, denn deren Gewaltbereitschaft, den eigenen Nachwuchs, das eigene Rudel, das eigene Clanhaus zu verteidigen, kennt auch keine Grenzen, weil auch Mütter Menschen sind.

    Davon kann sich jeder ein Bild machen, wenn sich zwei Mütter wegen ihres Nachwuchses in die Wolle kriegen.

    Wir sind keine friedliche Spezies. Wir sind die gefährlichsten Raubtiere auf diesem Planeten und bekriegen uns gegenseitig, weil wir schon lange keine Feinde mehr haben!

  2. freudhammer sagt:

    Hartensteiner, du erinnerst mich an Radio Eriwan, das wohl auch zu allem seinen Senf geben mußte. Mein Mitteilungsbedürfnis liegt ja auch deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt, deshalb verstehe ich dich auch ein wenig. Auch dass du dich als rettender Ritter der emanzipierten Burgfräuleins hier gebärdest, auch das verstehe ich, ich mag Frauen auch sehr gern, wenn auch nicht immer und nicht alle. Führe aber bei Apolut nicht die Facebooksche Chatterei ein, denn der Artikel von Kerstin Chavent ist sowieso ein wenig aus der Zeit gefallen. Unser Schiff hat bereits deutlich Schlagseite und die Brecher spülen uns in diesem Herbst vielleicht endültig über Bord. In so faschistischen Zeiten verursacht mir feminine Träumerei Magendrücken.

  3. hulli2 sagt:

    Ein Matriarchat ist möglich, indem 1. die Zugehörigkeit zu demselben sich nach der mütterlichen Abstammung richtet, 2. die Zeitrechnung nach dem Mond (das weibl. Prinzip im Gegensatz zur männlichen Sonne) berechnet wird und 3. die Körperkraft und das Selbstbewusstsein der männlichen Mitglieder durch Genitalverstümmelung ausreichend abgeschwächt werden. Solch ein Matriarchat existiert seit tausenden von Jahren.

  4. freudhammer sagt:

    Frauen sind also die besseren Menschen und würde die Welt von Frauen beherrscht wäre alles gut. Wie kann man derartige Takatuka-Märchen heute noch schreiben? Nach Frau Merkel, Frau Thatcher, Frau Clinton, Frau Allbright, Frau Von der Leyen, Frau Baerock, Frau Aigner, Frau Roth, Frau Esken, Frau Hochul und wie diese gruseligen Ilsebills alle heißen. Vor vierzig Jahren habe ich an dieses Narrativ auch einmal geglaubt, es ist wie Eis in der Sonne dahingeschmolzen.
    Wir sollten endlich aufhören die Geschlechter wie zwei verschiedene Rassen zu behandeln, zumal alle braven und bösen Männer einmal von Frauen erzogen wurden.

    • "freudhammer" – wie kannst Du nur solch einen totalen Schwachsinn schreiben? Du hast offensichtlich nicht mal im Ansatz begriffen, wovon hier die Rede ist, und wovon nicht. NICHT die Rede ist davon, dass Frauen die besseren Menschen wären. Die Rede ist von Machtstrukturen im gegenwärtigen System und der Abschaffung dieser.
      So. Nun setz Deine Maske wieder auf, eine zweite vor die Augen, und sei glücklich.

  5. Hier gibt es noch einen weiteren Elefanten im Raum, um den herumgeschlichen wird und vorgegeben, dass er gar nicht anwesend sei. Das sind Liebe und Sexualität. Nun mag es ja Männer und Frauen geben, die einander ein Leben lang ohne jede „hickups“ (Aufstoßen, Widersprüche, Probleme) zugetan sind. Es dürfte aber eine beträchtliche Anzahl sein, vielleicht die Mehrheit, die auch gern einmal über den Zaun schauen.
    In unserer Gesellschaft führt das zu erheblichen Problemen, Hahnenkämpfen, Scheidungen usw., unter denen vor allem die Kinder zu leiden haben.
    In der von Chavent beschriebenen Gesellschaft ist dem Rechnung getragen und die Ordnung des Lebens wird durch gelegentliche Veränderungen nicht oder zumindest eher nicht gestört.
    Niemand leidet, auch nicht die Kinder und den menschlichen Bedürfnissen ist Rechnung getragen.
    Auch das schafft eine friedliche Gesellschaft.

  6. passant sagt:

    Die Unterscheidung in zwei Geschlechter scheint für die menschliche Art bis heute zumindest kein evolutionärer Nachteil gewesen zu sein. Ansonsten hätte sich der Homo Sapiens nicht so weit ausgebreitet und wäre nicht in allen Zeit- und Klimazonen anzutreffen.

    Das weibliche und männliche Prinzip spielt aber nicht nur für den Arterhalt eine wichtige Rolle, sondern ist auch überaus wichtig in der Organisation des menschlichen Zusammenlebens. Kein Geschlecht ist wichtiger als das andere. Allerdings hat das weiblichen Geschlechts für den biologischen Arterhalt einen gänzlich anderen Stellenwert, als wenn man den relativ geringfügigen männlichen Beitrag zur Entstehung von neuem Leben betrachtet.

    Kann es sein, dass die Erkenntnis der Nachrangigkeit im Entstehungsprozess des Lebens einen Ausgleich sucht und in der Errichtung des Patriarchats eine vermeintliche Lösung gefunden hat? Eine Lösung, die ständig darauf hinweist wie wichtig doch das männliche Prinzip ist. Ja, es ist wichtig, aber nicht wichtiger als das weibliche.

    Wie belastend diese Erkenntnis der Nachrangigkeit in einem menschlichen Bereich zu sein scheint, zeigen auch die alchemistischen Ideen von Erzeugung künstlichen Lebens und gipfeln in den transhumanistischen Wahnvorstellungen von der Schaffung eines besseren Menschen, also besser als es je der weibliche Organismus hervorbringen könnte. Der Homo Digitalis Mechanicus ist geboren und das einstige Erfolgsmodell Homo Sapiens Sapiens hat sich aus der Evolution verabschiedet.

    • Auch hier gilt (für mich) das Motto von apolut: "Das denk ich auch!" :-)

      Übrigens… was Männer immer noch besser können als Frauen und historisch gesehen immer besser konnten, das war und ist KRIEG. Morden, Foltern, Quälen und was derlei Tugenden mehr sind Daran ändert sich nichts, auch wenn es unterdessen Frauen gibt, die da eine Aufholjagd begonnen haben. (Unter anderem hat das "Afghanistan" gerade gezeigt wie auch KKs Stolz darauf). Wenn man schon nicht viel beizutragen hat, Leben hervorzubringen, auslöschen kann man es wenigstens (immer mit hehren Ausreden). Die bewundernswürdigste Leistung davon ist es, die Atombombe geschaffen zu haben und die Möglichkeit zu haben, ALLES LEBEN AUSZULÖSCHEN. Davon will man keineswegs ablassen. Was gibt das doch für ein großartiges, gottgleiches Gefühl von Macht!

    • Nachtrag: Wie sich Männer so richtig stark und als richtiger Mann fühlen, sieht man auch an der Polizei, wenn sie mit einer Variante einer "Star-Wars-Ausrüstung" den Menschen gegenüber treten können wie eine frisch gelandete Alienrasse oder Roboter, die zur Kolonialisierung des Planeten angetreten ist. (Wer weiß schon noch, wie früher Polizisten ganz zivil aufgetreten sind und nicht vergessen hatten, dass sie auch nur Menschen sind).
      Und siehe da, dazwischen immer mal auch eine Frau in Alienausrüstung, die tatsächlich meint, durch Aufgabe ihrer Menschlichkeit nunmehr emanzipiert zu sein. Allein an diesen Umständen kann man erkennen, dass der Mensch zunehmend "des Wahnsinns fette Beute" geworden ist.

    • 2. Nachtrag. Wann muss ein Staat seine Polizei ausrüsten wie eine Kolonialtruppe? Das ist dann der Fall, wenn der Staat die Bevölkerung als ein "Kolonialvolk" betrachtet, das immer wieder erneut unterworfen werden muss, wenn mit etwaigen Gedanken an Freiheit aufmuckt. Eine Regierung, die sich als vom Volk beauftragt sehen würde, hätte ja im Falle solcher Diskrepanzen immer die Möglichkeit in ein Gespräch einzusteigen oder ggf. zurückzutreten. Einer Kolonialverwaltung fällt das natürlich nicht ein.

  7. Ich kann diesem Artikel sehr viel abgewinnen und hatte mich auch über die vielen positiven Kommentaren gefreut.
    Ich möchte zuerst meinen Einwand bringen, da er sehr wichtig ist. Es stimmt nicht das es auf der Welt kein Matriarchat gibt. Es wäre sehr gut gewesen sich hier besser zu informieren. Es gibt einen Staat auf der Welt der das Matriarchat schon seit ewigen Zeiten, wie er in diesem Artikel beschrieben auch umsetzt. Ich habe davon vor langer Zeit einen Vortrag gehört. Es ist der Staat Bhutan! Dazu sollten alle hier die sehr viel Schwachsinn von sich gegeben haben, sich davor informieren bevor sie mir antworten möchten. Natürlich könnt ihr auch weiterhin euren Schwachsinn mir mitzuteilen ohne euch zu informieren. Ich bin das schon zur genüge gewohnt. Mir ist auch bewusst, dass sich die Dummheit der Menschen nicht ausrotten lässt.
    Hartensteiner hat es Hueter schon gesagt und nachdem sich diese Leute nicht mehr gemeldet hat, wird sein Licht nicht ausreichen um seine Gedanke auszuleuchten.
    Ich möchte jetzt nur Hartensteiner den ich schon lange verfolge, ein gewaltiges Lob aussprechen. Er hat bis jetzt immer verhindert, mich hier einzumischen, denn alles was er sagt passt zu 99,9% für mich.
    Dazu muss ich sagen, dass ich ein Vertreter bin von einer wissenschaftlichen Tatsache. Es gibt nur ein 80/20, was so viel heißt, man kann nur zu 80% recht haben und 20% falsch sind. Wobei dieser Wert der Maximalwert ist. Dazu müsste man ein Superintelligenter Mensch sein.
    Alles jetzt nur erklärt, damit man erkennen kann, wie sehr man falsch liegen kann. So natürlich auch ich!
    Ausnahme soll nur die Mathematik sein, nicht einmal die Physik oder Chemie. Daher mag mir Hartensteiner die 0,1% verzeihen!

    • Vielleicht noch zwei kleine Aspekte angefügt.
      Ich sage gelegentlich: "Ohne emanzipierte Männer gibt es keine emanzipierten Frauen" :-)
      Und dazu, dass Viele so negativ auf dieses Thema reagieren:
      Was gehört zu einem emanzipierten Mann (wie zu einer emanzipierten Frau)? Zunächst einmal, dass sie keine Sklaven sind. In dieser patriarchalisch-finanzkapitalistischen Gesellschaft sind jedoch alle Menschen in die eine oder andere Form von Sklaverei gebunden. Ich sehe die immer vor mir, wie die Rudersklaven der Antike, an die Ruderbänke gekettet.
      (Statt ein Kreuz um den Hals sollten die Menschen vielleicht das goldene Paddel oder Ruder tragen?)
      Wenn nun also (vor allem) der Mann "draußen" nichts zu melden hat, dann möchte er wenigstens zu Hause "der Herr im Hause" sein und über seine Frau (und die Kinder) gebieten können. Nicht lang ist es her, dass die Frau ohne seine Erlaubnis nicht arbeiten durfte und alles Geld von ihm verwaltet wurde. Sie erhielt lediglich das "Haushaltsgeld".
      Und nun fühlen sich die Männer durch solche Artikel bedroht und meinen, der letzte Rest an "Wirkmächtigkeit" ginge ihnen dadurch verloren. Dabei übersehen sie völlig, dass doch in einer solchen Gesellschaft die Ketten der Sklaverei von ihnen abfallen würden!
      Unterdessen (Corona!) sehen wir auch viele Männer – ja auch Frauen – die wohl nirgends etwas zu melden haben und die sich dann selbst zu "Masken-Blockwarten" und "Masken-Blockwärterinnen" ernennen, um wenigstens ein Zipfelchen von Macht an sich zu reißen….

  8. In den Kommentaren hier sehe ich jede Menge von Missverständnissen bzw. falschem Verständnis dessen, was der Artikel meint. Kann ja sein, dass man den leicht falsch versteht, wenn man nicht bereits das Thema für sich geklärt hat.
    Worum geht es:
    – das Fehlen jeder pyramidenartigen Hierarchienstruktur,
    wie das in einem Kommentar richtig steht, aber nicht auf das im Artikel vorgeschlagene Modell bezogen ist,
    was es aber sollte, denn darum geht es.
    – ein (relativ) freies, sich ergänzendes ZUSAMMEN von Männern und Frauen,
    und eben nicht darum, Männer und Frauen auseinander zu treiben, wie es Teil der gegenwärtigen
    Propaganda ist. Matriarchat und Patriarchat als "Frauenherrschaft" bzw. "Männerherrschaft" zu verstehen
    ist komplett daneben und passiert, wenn man Assoziationen eigentlicher Kenntnis vorzieht.
    Es geht auch nicht um die völlig absurde Idee, dass "Frauen die besseren Menschen sind".
    Natürlich sind Männer und Frauen (auch) unterschiedlich, was jedoch gerade einer bereichernden
    "Kooperation" auf Augenhöhe nicht im Wege steht, ganz im Gegenteil. Erst recht, wenn die Ketten des
    bestehenden Systems (Patriarchat!) gesprengt und abgeworfen sind.
    Wer also mit dem Artikel nicht zufrieden ist, sollte sich – ich habe schon wiederholt darauf hingewiesen – der Mühe unterziehen, den Vortrag von Claudia von Werlhofen anzuhören, der die hier auftretenden Missverständnisse ausräumt.
    Deshalb nochmal der Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=Nzl8ipJfY0c

    • dieterglotz sagt:

      Zum besseren Verständnis von KERSTIN CHAVENTS Beitrag empfehle ich von CLAUDIA VON WERLHOF "DIE VERKEHRUNG – Das Projekt des Patriarchats und das Gender-Dilemma" (Promedia Verlag).
      Eine Vertiefung des Themas bietet bestimmt, das am 15.11.2021 erscheinende Werk von CLAUDIA VON WERLHOF "VÄTER DES NICHTS – Zum Wahn einer Neuschöpfung der Welt" Bd.1 &2 (zeitgeist Verlag).

    • chumbaba sagt:

      Einst war es ein friedliches Paradies und wir Männer waren glücklich und zufrieden.
      Aber dann kam die Nemesis auf uns herab. Die Weiber.
      Sie sind eine fiese und gemeine Alienrasse die es sich zur Aufgabe gemacht haben die armen Männer zu versklaven. Die wollen nur unser Geld, unseren Körper, unsere Seele, unser Geld, unseren Verstand und vor allem unser Geld!

    • Chumbaba, Du sprichst von der speziellen Züchtung im Patriarchat. Sklaven bleibt meist nichts übrig, als eigene Strategien zu entwicklen, dem "Herrn" dann doch etwas abzuluchsen. Oft bezahlen sie aber dafür mit zu erleidenden Peitschenhieben. Die Peitsche ist ja überhaupt das primäre Werkzeug des Patriarchat und die bekommen auch die männlichen Sklaven von der jeweils höheren Position übergezogen, die dieses dann wiederum zu Hause an ihre Frauen und Kinder weitergeben.
      Wenn Du Dir das mal durch den Kopf gehen lässt – wäre es doch offensichtlich besser, dieses ganze System loszuwerden und die Peitsche ein für alle Mal an den Nagel zu hängen, besser, zu verbrennen (und eben nicht die Hexen!).

    • chumbaba sagt:

      OMG, du hälst mich für einen Misogynisten, das Gegenteil ist der Fall. Ich bin mir meiner Verehrung nur allzu bewusst. Ich dachte mein Augenzwinkern währe ersichtlich.

  9. Ursprung sagt:

    Nach deutschem Sprachgebrauch ringt die Verfasserin mit diesem Aufsatz darum, mit welchen Methoden GEMEINWOHL besser erreichbar waere, als den zeitgenoessischen. Die Interpretationen des Beobachtbaren, die Axiomeen von Annahmen, dem Leser praesentierten Schluesse erscheinen mir willkuerlich, zufaelligen Entstehens, entbehren des Zwingenden. Gleiches waere auch genau anders herum entstehbar und begruendbar,
    Ich halte das Geschlecht der biologischen Individuen nicht fuer relevant zu einem gemeinwohlorientierten Populationsverhalten.
    Das Schwaecheln der Vernetzungsstrukturen von Hirnverschaltungen zwischen Schlaefenlappen, Hypophyse, Cortex (da entsteht Empathiegefuehl mehr/weniger/Fehlen ) tritt mutmasslich in weiblichen oder maennlichen Hirnen gleichermassen auf. Zwar scheinen per Intuition Muetter in der Baby-und Kleinkinderzeit das intuitiv besser zu erkennen als Vaeter. Und dem besser entgegenzuwirken.
    Aber das kann auch daran liegen, dass die Kleinkinder aus koerperlichen Gruenden (saeugen) mehr um die Muetter als um die Vaeter herumwuseln. Und zwar beide Geschlechter, kleine Maedchen und kleine Jungs.
    Die biologische Projektion eines angeblichen Unterschiedes zwischen maennlich und weiblich gibt hier nicht her, daraus auf mehr oder weniger Gemeinwohlorientiertheit von maennlich oder weiblich zu schliessen.

    • Wenn ich Deinen Kommentar lese, wundere ich mich, warum Du nicht die anderen Kommentare weiter unten liest, ehe Du etwas zum besten gibst, um das es hier gar nicht geht und das weiter unten bereits entkräftet bzw. erklärt wurde.

    • Ursprung sagt:

      >Hartensteiner:
      "weiter unten" steht nix ueber Hirnverschaltungen, die Zugang zu/Entstehen von Gemeinwohlverhalten bieten. Um das es hier der Autorin zu gehen scheint. Sie belegt aber nicht, ueber welche Mechanismen im Hirn mehr oder weniger Gemeinwohltendenzen sich zwingend in weiblichen oder maennlichen Hirnen biologisch unterschiedlich manifestieren koennten. Fallons hirntechnische Analyse von Empathie bietet da brauchbarere Annahmen.. Koinzidenz (maennlich/weibliches) Verhalten ist nicht zwingend eine Ursache von was.
      Uebrigens finden Praehistoriker in den 300 T Jahren Altsteinzeit, in der sich unser Hirn entwickelte zum heutigen Status keine Artefakte, die auf Matriachate oder Patriacharte schliessen lassen. Sondern eher auf das Fehlen jeder pyramidenartigen Hierarchienstruktur. Die setzen erst fruehestens vor 12 T. Jahren ein und sind deshalb von der Hirnstruktur her nicht evolutionaer zwingend.

    • Fass sagt:

      @ Ursprung
      So empfinde ich das auch. Matriarchat und Pariarchat heben Geschlechterdominanz in den Fordergrund (am Rande erwähnt spielte in den frühen matriarchalen Gesellschaften besonders die Land-(eigentums)vererbung den gesellschaftlich entscheidenenden Unterschied.) Der entwicklungsgeschichtliche Fortschritt der Gesellschaft ist enorm, was soll man also mit diesen uralten Modellen? Ich will eine Gesellschaft der Egalite, in der alle Menschen gleichwertig sind. Dabei spielt Geschlecht gar keine Rolle und auch Fertigkeiten in verschiedenen Bereichen nur eine geringe. Man kann sich die Geschlechtergleichbehandlung prima im früher existierenden Realsozialismus ansehen, irgendwie scheinen das alle vergessen zu haben oder sich gar nicht erst vorstellen zu können. Nur die Frau kann Kinder gebären, aber deswegen steht sie nicht vor der Alternative Wissenszuwachs oder Nachwuchs, denn es gibt auch Männer mit besonders ausgeprägtem Fürsorgesinn. Für das Kindeswohl zu sorgen ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft und werden die Einheiten zu klein, wird die Populationsgröße entscheidend zunehmen.

      @ Hartensteiner
      Ich meine Sie verrennen sich in das, was im Artikel steht und dem, was Sie darin sehen wollen. Der Empfehlung kann ich leider nicht folgen, ich habe das einmal gehört und fand das einen gruseligen Wirrwar eigentlich sehr einfacher Dinge.

      @ all
      Ich kenne mittlerweile zahlreiche Frauen, die sich Männer "halten". Zumindest diesbezüglich entsteht der Unterschied rein monetär.

    • Fass sagt:

      (bezieht sich auf den ersten post)

    • Fass sagt:

      @ Hartensteiner: Habe weder Link noch Referenztext, das hat mich wohl am meisten geärgert.

    • Fass sagt:

      Um Assoziation handelt es sich nicht, eher Lebenserfahrung. In der DDR war Gleichheit zwischen den Geschlechtern längst Alltag. Patriarchat und im Vergleich dazu Matriarchat sind Herrschaftsformen, hierarchisch aufgrund des Geschlechts das die Eigentumsverwaltung und Vererbung bestimmt. ("Das Erbe der Mütter")

      Wenn man eine anders strukturierte Gesellschaft meint sollte man das auch sagen. Matriarchate dafür beispielhaft heranzuziehen ermöglicht sicher eine Verbesserung, aber wir leben in einer Industriegesellschaft – die ich prinzipiell auch nicht aufgeben möchte- denn es gibt noch unglaublich viel auf der Welt zu entdecken und freie Forschung braucht freie Mittel.
      ( sehe hier schon die nächste Benachteiligung sich manifestieren indem auf einmal die Mutterrolle für Frauen so überdominant wird … die auch von vielen gesellschaftlichen Gruppen getragen und bereits gelebt wird (religionsbedingt, shit-job-auswahl-bedingt, neu beworbenes Erziehungskonzept ohne gesellschaftlich abgesicherte Fürsorge, alte Scholle, ..). Irgendwann bleibt nur Muttertier, kinderlos oder Sonderling..
      wir waren halt schon einmal weiter.)

    • vizero 13 sagt:

      @ Ursprung: Zit.: ". Sondern eher auf das Fehlen jeder pyramidenartigen Hierarchienstruktur."
      Eben genau das ist es, was das sogenannte Matriarchat besser egalitäre Gesellschaft ausmacht, das Fehlen von Hierarchie.

  10. Ich habe selten so viel Müll gelesen…… :-(
    Und ohne auf jenen geistigen Müll nun im Einzelnen eingehen zu wollen, sage ich nur Ursula von der Leyen……
    So viel dann zu diesem Thema….

    • Du scheinst wirklich große Verständnisschwierigkeiten zu haben. Dabei kommt mir der Text gar nicht so schwierig vor.
      Besonders Dein Beispiel "von der Leyen" bezeugt, dass Du rein gar nichts von dem verstanden hast, um das es hier geht.
      Da muss ich manchmal denken, dass "I don't suffer fools gladly!" :-(, wie das auf englisch heißt.

  11. "Die Geschichte weiblicher Herrschaft und Kraft zeigt Wege in eine egalitäre Gesellschaft, in der es nicht mehr um Herrschaft, sondern um Gleichberechtigung und Lebendigkeit geht." wie bei Maggy Thatcher, Angela Merkel, Christine Lagarde , Jacinda Ardern und den anderen unzähligen Seelenlosen Bestien, die von den Herrscher Dynastien, der City und Wall Street, in die Positionen gehievt wurden und werden.

    • Nevyn sagt:

      Gut beobachtet. Auch weibliche Geschöpfe können männliche Dominaz verkörpern, oft noch krasser, als die Männchen, die sich im Augenblick um die Macht keilen.

    • Felix – wie Nevyn schon sagt, sind Frauen durchaus in der Lage, das patriarchale System derart zu verinnerlichen, dass man zu männlichen Figuren des Patriarchats keinen Unterschied mehr sieht. Ein Missverständnis im Verständnis von Patriarchat ist es, zu meinen, es ginge um Männer oder Frauen an sich – es geht aber primär um Machtstrukturen und deren Hierarchien. Die sind es, die weg müssen, damit Männer und Frauen in einer horizontalen Gesellschaftsstruktur ihren Ort finden können. Der Begriff "Patriarchat" verleitet zu leicht dazu, zu meinen, dass mit Matriarchat gemeint wäre, dass Frauen prinzipiell die bessern Menschen wären. Das ist aber nicht der Fall.
      Deshalb habe ich auch den Link zum Vortrag von Claudia von Werlhofen empfohlen, die das genau erklärt:
      https://www.youtube.com/watch?v=Nzl8ipJfY0c

    • Es kann nicht um Matriarchat oder Patriarchat gehen, sondern um ein Miteinander, wo jeder sein natürliches Anders-sein leben und einbringen kann. So das eine Familie wächst, die mehr ist wie die Summe von zwei Menschen. Nur wenn Mann und Frau diese aufgezwungene Spaltung überwinden und ihrer beider Kraft, wieder zusammen wirken, werden wir wieder Frei sein.

    • Felix – hast Du immer noch nicht verstanden, dass "Matiarchat" und "Patriarchat" nicht "Frauenherrschaft" und "Männerherrschaft" bedeuten, sondern lediglich Begriffe für bestimmte Herrschaftsstrukturen sind?
      Ich gebe zu, die Begriffe klingen so, dass ein Missverständnis naheliegt und es wäre besser, man hätte Begriffe, die das vermeiden würden. Nun sind aber diese Begriffe dermaßen "eingepflegt", dass es nichts hülfe, künstlich andere zu verwenden, die dem Leser dann rein gar nichts bedeuten.
      Also bitte VORSICHT – zunächst schauen, was gemeint ist und nicht vordergründig meinen, die Assoziation wäre die Bedeutung.
      Ich verweise erneut auf Claudia von Werlhof, die das AUSDRÜCKLICH erklärt.

    • Fass sagt:

      @ Ursprung
      So empfinde ich das auch. Matriarchat und Pariarchat heben Geschlechterdominanz in den Fordergrund (am Rande erwähnt spielte in den frühen matriarchalen Gesellschaften besonders die Land-(eigentums)vererbung den gesellschaftlich entscheidenenden Unterschied.) Der entwicklungsgeschichtliche Fortschritt der Gesellschaft ist enorm, was soll man also mit diesen uralten Modellen? Ich will eine Gesellschaft der Egalite, in der alle Menschen gleichwertig sind. Dabei spielt Geschlecht gar keine Rolle und auch Fertigkeiten in verschiedenen Bereichen nur eine geringe. Man kann sich die Geschlechtergleichbehandlung prima im früher existierenden Realsozialismus ansehen, irgendwie scheinen das alle vergessen zu haben oder sich gar nicht erst vorstellen zu können. Nur die Frau kann Kinder gebären, aber deswegen steht sie nicht vor der Alternative Wissenszuwachs oder Nachwuchs, denn es gibt auch Männer mit besonders ausgeprägtem Fürsorgesinn. Für das Kindeswohl zu sorgen ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft und werden die Einheiten zu klein, wird die Populationsgröße entscheidend zunehmen.

      @ Hartensteiner
      Ich meine Sie verrennen sich in das, was im Artikel steht und dem, was Sie darin sehen wollen. Der Empfehlung kann ich leider nicht folgen, ich habe das einmal gehört und fand das einen gruseligen Wirrwar eigentlich sehr einfacher Dinge.

      @ all
      Ich kenne mittlerweile zahlreiche Frauen, die sich Männer "halten". Zumindest diesbezüglich entsteht der Unterschied rein monetär.

    • Fass sagt:

      (mein post hier fehlplaziert))

    • @ all
      Das war immer schon so, das sich die Frauen die Männer gehalten haben, um sie für sich und ihren Nachwuchs KÄMPFEN zu lassen und die Männchen kämpfen bis Heute Gehorsam.

    • Gut beobachtet, Felix. Aber übersehen: Das ist die Reaktion der im Patriarchat versklavten Frauen, die damit neben egoistischen Zielen auch dem Patriarchat dienen, in dem die Spitze der Pyramide immer Kämpfer sucht, die gegen andere "Pyramidenspitzen" eingesetzt werden können, damit sich der Sieger eine größere Pyramide bauen kann.
      Alles Kennzeichen der patriarchalen bzw. kapitalistischen Gesellschaft. Das alles ist nicht nur überflüssig, es muss verschwinden. —-> 180° – Drehung. Wie Chavent sagt, da gibt es nur ein "Entweder – Oder" aber kein "Sowohl-Als-Auch".

  12. Nevyn sagt:

    Danke für den schönen Artikel, der nach meiner Ansicht viel Wahres enthält.
    Man gestatte mir auch hier einen Schritt auf die Metaebene, nicht um abgehoben zu wirken, sondern weil sich von oben manches besser erkennen und einordnen lässt.
    Eine der wichtigsten Unterscheidungen ist die zwischen Sol und Luna, Sonne und Mond, männlich und weiblich. Genau hier wird im Moment viel Verwirrung gestiftet, was allgemeine Orientierungslosigkeit und damit Handlungsunfähigkeit nach sich zieht.
    Weibliches oder Mond-Bewusstsein ist erdennah und himmelfern. Es ist sexualfreundlich, fruchtbarkeitsfördernd und naturverbunden. Die Sexualkraft richtet sich nach unten. Ich will hier nicht die ganzen Assoziationsketten ausrollen. Aber vielleicht wird verständlich, dass das Matriarchat deshalb dem Patriarchat voraus ging. Wir haben sehr romatische Vorstellungen davon, ob das wirklich zutraf, weiß ich nicht. Jedenfalls fand die Bewusstseinsentwicklung auf Sippenebene ihr Ende und musste es wohl.
    Der nächste Schritt war das solare Bewusstsein. Hier dominiert das männliche Prinzip, wo vorher das weibliche dominierte. Nahezu alle modernen Kulte wie die katholische Kirche oder die Freimaurer sind nach dem solaren Prinzip organisiert. Sie sind himmelsnah und erdenfern, damit aber auch als Kult steril bzw. sexualfeindlich. Leider neigt dieses Prinzip sehr zur Perversion, denn sehr viel Licht lässt auch die Schatten deutlich hervor treten, mit der Aufforderung, sie zu bearbeiten. Wie es darum steht, ist allgemein bekannt.
    Nun hatten wir also Kulte, in denen Frauen dominierten und Kulte, in denen Männer dominierten und es fragt sich, ob nicht auch Kulte vorstellbar wären, in denen Männer und Frauen gemeinsam arbeiten, und zwar jeder an seinem Platz und in seiner Kraft. Dies wäre die nächste Ebene, die allerdings nur erreicht werden kann, wenn man Sol und Luna bearbeitet hat und leben kann.

    Jeder echte Tantriker weiß, dass es immer beider Pole bedarf, um die Anhebung zu erreichen und je sauberer und würdigender die Beziehung zwischen Mann und Frau, desto besser kann die Energie fließen und zwar diesmal nach oben und nicht nach unten. Die meisten Menschen dürften dafür noch nicht bereit sein. Aber es ist möglich und lässt sich leben, dass Männer und Frauen gemeinsam den Weg zu mehr Bewusstheit gehen und einander in ihrer Verschiedenheit würdigen. Denn sie sind zwei Teile des Einen und ihre Vereinigung führt im Idealfall in die Einheit.
    Was wir im Moment erleben ist ein Aufhetzen der beiden Geschlechter gegeneinander und eine satanische Egalisierung der Pole, um ihnen die Kraft zu nehmen. Viele Menschen können das fühlen und wehren sich innerlich dagegen. Dabei sollten wir einander lieben, verehren und erkennen. Alles, was uns davon abhält, sind Schritte in die falsche Richtung.
    Namasté!
    Nevyn

  13. Wie steht es hier bei apolut? "Das denk ich auch!" :-)
    Zur Ergänzung und Klarifizierung empfehle ich den Vortrag von Claudia von Werlhof, den diese bereits 2012 gehalten hat, hier: https://www.youtube.com/watch?v=Nzl8ipJfY0c
    Ich würde noch anmerken wollen: Das ist genau das, was ich unter einem "upgedateten", also aktualisierten Sozialismus verstehe. Der hat sich ja historisch immer wieder schwer getan, seine Form zu finden. Das können wir heute aber schaffen, wenn wir etwas nachdenken.
    Zu tun gäbe es auf Generationen, wenn ich daran denke, dass beinahe die ganze, hässliche Architektur abzureißen und neu zu bauen wäre. Eine Architektur, die ständig zwischen "unserem" rechten Winkel, der bewegten Linie und der Natur hin- und her mäandern würde und schon von Weitem Lebendigkeit zum Ausdruck brächte. Immer, wenn ich in einem Film einen Überblick über eine der wolkenkratzergeprägten Städte sehe, muss ich denken: "Wie konnten wir nur eine solch hässliche Welt konstruieren!".
    Ja, drehen wir doch die Welt um 180°, erobern wir die Arbeit zurück und machen uns daran, eine bessere zu bauen. :-)

  14. helli-belli sagt:

    kleiner Hinweis am Rande: Die eigentliche Macht hängt nicht am Geschlecht, sondern am "Geld", am Eigentum an den Produktionsmitteln.

    … und wer entscheidet in einer Partnerschaft im sogenannten Westen unserer zeit zumeist über die wichtigen Dinge die unternommen oder angeschafft werden? (.. eine Studie, wie es sich "beim Impfen" verhält wäre bei dieser Frage auch interessant: wer hat im arithmetischen Mittel "the say" ob "Jabb or not to Jabb"? ..)

    … wenn der Mann nicht "narzistisch" genug ist, dann lässt er sich doch von der "Frau von heute¹" herumtreiben und zu Dingen verleiten, welche er ohne Frau niemals tun würde. und "nicht alles" davon ist eine "gute Tat", das ist eines was sicher ist …

    *¹… Buttje Buttje in de See – demnach eben nicht erst seit "heute", sondern das war wohl schon "seinerzeit auf den Bäumen" so …

    Die eigentliche Macht hängt eben immer an der Ressource – und mitunter eben auch an gewissen immateriellen Ressourcen…

    • Ich würde meinen, was Du hier beschreibst, hängt primär an der Besitzstruktur und dem Besitzverständnis.
      Auch die Frau, die Du mit etwas seltsamem Verhalten beschreibst, ist ja die, die Besitz ist oder weiß, dass sie Besitz sein wird und die deshalb bereits aus der Trickkiste heraus arbeitet, um sich das Besessenwerden etwas günstiger zu gestalten.
      In einer Gesellschaft, wie sie Chavent beschreibt, ist das überflüssig. Auch muss der Mann nicht mehr zeigen, dass "er den größten hat" (Wie das die in meinem Beitrag oben beschriebenen Wolkenkratzer zeigen). Ihm werden ganz andere Eigenschaften abgefragt, durch die er zum Zuge kommt :-)

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