Wortakrobatik in Coronazeiten | Teil 2/5

Von Dr. Bernd Lukoschik.

Glauben statt Wissen

Das wurde in der bislang behandelten „Wortakrobatik in Coronazeiten“ nun schon mehrfach deutlich: Wissenschaft und Politik glänzen seit bereits einem Jahr nur so vor Nichtwissen. Das darf aber natürlich nicht als das verkauft werden, was es ist, nämlich „Nichtwissen“ und „Unkenntnis“, sondern wird als „Meinung“ und vor allem als „Glauben“ mit nahezu religiöser Qualität kostümiert.

Wir glauben an den Test

Die Arbeitsgruppe um Professor Drosten designte den PCR-Test – und hatte SARS-CoV-2 noch gar nicht in natura gesehen. Man übernahm aus China und aus Archiven Computerdaten und Gensequenzen, mixte beides im Computer und ließ diesen dann das Modell eines Virus berechnen.

So entsteht heutzutage Wirklichkeit, da fällt die moderne Virologie gar nicht aus dem Rahmen des Üblichen: Was der Computer, das Mittel und Werkzeug jeder modernen Wissenschaft, erzeugt, gilt als real. Handgreifliche Realitäten hat man unter der Herrschaft der digitalen Industrien nicht mehr nötig. Zahlen, Trends, Szenarien und Modelle: Das alleine zählt und ist die eigentliche Wirklichkeit geworden, an dem sich das Handeln dann auch orientiert.

An diesem Virusmodell entwickelte und eichte nun die Gruppe den Test. Man wusste also nichts, sondern modellierte wiederum. Und daraus entsprang der „Glaube“, der Test erfasse das reale Virus. Wie bedeutungslos das leibhaftige Virus für die Virologie geworden ist, lässt sich daran ablesen, dass man es gar nicht mehr für nötig befand, in einem notwendigerweise langwierigen Beweisverfahren – Isolieren des leibhaftigen Virus nach den Koch`schen Postulaten – nachzuprüfen, ob dem Modell überhaupt ein echtes Virus entsprach, ob das Modell ein wirkliches Virus abbildete.

In den Anfangszeiten der Anwendung des PCR-Tests propagierte man noch, doch bitte auf drei Zielgene zu testen. Schon früh reichte es dann der WHO – wenn nur in der Bevölkerung genug Coronafälle vorlägen –, wenn die Labors auf ein Gen, das E-Gen, testeten. Der Witz: Das E-Gen ist für alle Coronaviren typisch! Also testete man einfach auf das Vorliegen irgendeines Coronavirus. Und da die zu 10 bis 15 Prozent in jedem Viren-und-Mikroben-Cocktail des Abstrichs immer schon vorliegen, testete man dann eigentlich auf die übliche Grippe. Daher ja auch der frappierende Parallellauf der Grippekurven mit den sogenannten Neuinfektionen, R-Werten, Inzidenzwerten.

Man wusste also mal wieder nichts – und adelte das Nichtwissen als Glauben. Der Descartes’sche Satz: Ich denke, also bin ich; aktualisiert:

Ich glaube an den Test, also liegt das Virus vor.

Wir glauben an die Infektionen

Davon war bereits in „Wortakrobatik Teil 1“ die Rede: Man misst ja gar nicht Infektionen. Man spürt stattdessen DNA-Schnipselchen auf, von denen man annimmt, sie stammten von Virus-RNA, von der man annimmt, sie sei in gehöriger Virenlast im Körper vorhanden, von der man annimmt, sie sei dabei, sich zu vermehren, wovon man annimmt, es gehe eine Erkrankung damit einher, wovon man annimmt …

Annahmen über Annahmen! Nichtwissen über Nichtwissen!

Und wie es so ist: Je weniger man weiß, umso fleißiger wird geglaubt. Und wenn man, wie in Coronazeiten, nahezu nichts mehr weiß, dann blüht der Glaube in fast religiöser Form auf. Und er muss so aufblühen, denn nur so lassen sich die vielen zerstörerischen staatlichen Maßnahmen von seinen Priestern, den Hohen- und den unteren, rechtfertigen und durchziehen.

Wir glauben an den coronären Schöpfungsmythos

Bis Ende 2020 war das SARS der alleinige Gott. Es herrschte also noch eine Art Monotheismus. Und weil in den Religionen fast immer der Monotheismus den Bedürfnissen des Gläubigen nicht genügt – ein einziger Gott ist zu abstrakt, vom Gläubigen zu weit entfernt –, stellen sie entweder dem Gott die Heiligen oder gar weitere Götter an die Seite.

Unter der Ägide des Gottes SARS haben sich SARS und seine Hohenpriester nun dazu entschlossen – und dabei folgt das Coronatum der griechischen Religion –, neue Götter aus SARS entstehen zu lassen. Wie aus Zeus die Athene entsprang, wie Zeus die Zwillingsgottheiten Apoll und Artemis zeugte, so gebar – so der coronäre Schöpfungsmythos – SARS die Alpha-Mutanten und die Beta-Varianten und wird in seiner großen Schöpfermacht immer neue Gottheiten, die Gammas, Deltas, Delta-plus – dabei sind wir gerade –, Lambdas, aus sich schaffen.

Der Monotheismus hat sich also zu einem Polytheismus gewandelt, damit SARS-CoV-2 nicht allein, damit der Virenhimmel über uns gefüllt sei und uns nahtlos bedecke und über uns walte.

Was den griechischen (und auch den germanischen) Götterhimmel angenehmer machte als den coronären: Während die Gefährlichkeit des Gottes von Zeus über Athene zu Artemis oder Apoll hin abnahm, nimmt sie in der Coronagötterfamilie zu.

Anscheinend ging es den alten Griechen nicht in erster Linie darum, den Gläubigen Angst einzujagen!

Wir glauben an die Impfung

Dieser Glaube ist natürlich der Höhepunkt, die Erfüllung dessen, was Glauben heißen kann: Glauben als Ersatz für das Wissen und die tiefe Überzeugung, dass zu glauben viel mehr wert sei, viel mehr Einsichten schaffe, als bloß zu wissen.

Von allen Entscheidern aus Politik, Wissenschaft und vor allem der Impfstoffindustrie wird zugegeben: Wir wissen nichts, nicht, ob der Geimpfte immun ist, nicht, wenn immun, wie lange, nichts über die Nebenfolgen, nichts über die Spätfolgen, nichts über eventuelle Folgen für nachfolgende Generationen, nichts über die Notwendigkeiten von Folgeimpfungen – nichts, nichts, nichts.

Es gibt momentan wohl kaum ein Wissenschaftsgebiet, über das weniger bekannt ist. Es gibt kaum eine Wissenschaft, die zurzeit so wenig über ihren Gegenstand, das Impfproblem, zu sagen weiß und blind herumtappt wie Virologie und Molekularbiologie.

Aus dem Motto: „Je weniger man weiß, umso mehr glaubt man!“, und der Lebensweisheit: „Wenn einer von nichts eine Ahnung hat, dann handelt er am unbefangensten und unbeschwertesten drauflos!“, folgt für den Fall des Impfens, dass der Glaube an Erfolg und Notwendigkeit des neuartigen Impfstoff nahezu von einem Kreuzzugsfanatismus durchdrungen ist (s. die Politiker und die Virologen).

Theologie des Impfens

Das Impfen ist zwar selbst ein Glaubensakt. Von noch größerer Bedeutung jedoch ist seine Funktion für die Coronareligion.
Wohl jede Religion hat ein Glaubensbekenntnis, das den Türöffner für den Gläubigen darstellt, Zutritt zur Gemeinde der Gleichgesinnten gewährt zu bekommen. Von einer ähnlichen Leistung eines Wissensbekenntnisses hat man noch nie gehört. Wenn man weiß, muss man das nicht bekennen, man weiß es einfach.

Man braucht also für die Gemeinschaft der Gläubigen ein Glaubensbekenntnis, also muss schon von daher das Wissen durch das Glauben ersetzt werden.

Was nun die coronäre Religion anderen Religionen voraushat, ist, dass sie über ein außerordentlich wirksames Glaubensbekenntnis, weil nicht nur über Worte vermittelt, verfügt: die Impfung und demnächst den Impfpass. Indem der Gläubige sich impfen lässt, zeigt er ganz spektakulär über ein Tun, dass er die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Viralen erstrebt. Dieser quasi rituelle Akt verleiht ihm die nötigen Zugangsweihen.

Und dies ist auch der tiefere Grund, warum zurzeit die Gläubigen geduldig ihre Zeit in den Warteschlangen vor den Impfzentren verbringen.

Und haben sie den Segen dann erhalten, sind sie in ihrer neuen spirituellen Heimat angekommen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: yu_photo / shutterstock

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