Wir machen auf! — So wollen wir leben | Von Sophia-Maria Antonulas, Hermann Ploppa und Anselm Lenz

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Von Sophia-Maria Antonulas, Hermann Ploppa und Anselm Lenz.

In den vergangenen Monaten sind uns viele faszinierende Menschen begegnet. Wir haben sie bei den Spaziergängen mit dem Grundgesetz, konspirativen Treffen, Demonstrationen und Diskussionen kennen und schätzen gelernt. Manche von ihnen gingen früher nie auf Demonstrationen und hatten jede politische Hoffnung schon aufgegeben. Doch das Aussetzen von Grundrechten im Namen von Corona hat sie zusammen und auf die Straße gebracht.

Hier sind ihre Antworten auf die Frage: »Wie willst du leben?«

Friederike Pfeiffer-de Bruin, Geburtshelferin und Menschenrechtlerin: »Wenn die Regierung morgen ihre Fehler zugeben und zurücktreten sollte, dann brauchen wir zuerst ein Jahr der Besinnung und so wenig richtungsweisende Entscheidungen wie möglich, damit wir ins Gespräch kommen. Denn wir müssen wieder üben, miteinander zu reden. Danach machen wir aus den regionalen leeren Orten wieder belebte öffentliche Plätze. Alle können gleichberechtigt mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Jede Stimme zählt. Dazu brauchen wir Anleitung und Übung, um zu lernen, wie Partizipation in der Praxis funktioniert. Ich wünsche mir, dass wir schon von Kindesbeinen an politische Bewusstseinsentwicklung erleben. Statt Bevormundung und einer starken öffentlichen Hand braucht es Experimentierfreudigkeit und eine Fehlerkultur, in der wir spielerisch Neues ausprobieren. Schließlich müssen wir die Macht der Konzerne aus dem öffentlichen Leben zurückdrängen, diese Konzernzentrierung beenden. Lasst uns herausfinden, was Menschen tatsächlich brauchen, um gesund und glücklich zu sein.«

Markus Haintz, Rechtsanwalt und Bürgerrechtler:

»Derzeit tauschen wir Lebenszeit gegen Geld ein. Wir funktionieren im System und warten auf die Rente, wo wir dann all das machen wollen, worauf wir wirklich Lust haben. Dabei stirbt einer von fünf Männern schon davor. Aber wir können einfach freie Menschen sein, wenn Geld und Status nicht im Vordergrund stehen. Diesen Konsum macht der Planet nicht mehr mit. Insofern hat diese Krise auch etwas Gutes. Mehr und mehr Menschen erkennen die Verquickung von Wirtschaft und Politik, diese Art Oligarchie, und die Scheindemokratie, in der wir leben. Wir brauchen weniger Berufspolitiker, auch keine Großkonzerne, die die Politik bestimmen, oder Konzerne, die mächtiger sind als Staaten. Die Finanz- muss mit der Realwirtschaft wieder gekoppelt sein. Wir brauchen alle den Mut und die Zivilcourage, uns nicht vom Staat bevormunden zu lassen und dieses Spiel nicht mehr mitzumachen. Dieses ständige Vergleichen mit anderen führt nur zu Unzufriedenheit, Spaltung und leeren Hüllen statt gefühlvollen Menschen. Lasst uns gemeinsam die beste Lösung für alle finden und mit Mut für das eintreten, was wir für richtig halten. Egal, was andere über uns denken.«

Paul Brandenburg, Arzt und Gründer des Vereins 1 bis 19 – für Grundrechte und Rechtsstaat:

»Ich wünsche mir ein Gemeinwesen, das es ermöglicht, dass Menschen in der Lage sind, so zu leben, wie sie wollen. Mit einer Politik, die Respekt vor dem Wähler hat, ohne diese autoritäre Identitätsstiftung der Regierung. Auf meiner Liste an Reformen stehen: die Begrenzung der Legislaturperiode und ein kleinerer Bundestag – je weniger Abgeordnete wir haben, desto mehr Verantwortung spüren sie. Wir brauchen PolitikerInnen, die Erfahrung im wirklichen Leben haben und nicht nur an die nächste Wahl denken. Im Grundgesetz sind Parteien überbetont. Die Parteienkleptokratie und Dekadenz müssen aufhören und die öffentlich-rechtlichen Medien reformiert werden. Erst das beendet die immer gleichen Seilschaften bestehend aus Reichen, Politik und Medien. So können wir einen Staat schaffen, in dem eine wirklich aktive Zivilgesellschaft möglich ist und Menschen sich am politischen System beteiligen. Mit einem durchlässigen Politsystem, in dem Wahllisten für Nicht-BerufspolitkerInnen offen sind. So bekommen wir auch mutige, innovative und starke Menschen in die Politik. Wir sind ein reiches Land und haben Frieden rundherum, wir wollen unseren Reichtum nicht weiter verspielen.«

Captain Future, Organisator der Freedom Parade:

»Ich wünsche mir ein bedingungsloses Grundeinkommen, das wirklich an keine Vorgaben gebunden ist. Dann haben wir alle die Zeit, unsere eigentlichen Talente, Leidenschaften und Fähigkeiten zu finden und mit anderen zu teilen. Ohne Sorge um unsere Existenz können wir die Dinge mit Muße angehen – ohne diesen Stress hat auch Corona keine Chance mehr. Freiheit ist mein wichtigstes Anliegen. Wir brauchen Aufklärung über andere Beziehungsmodelle als die traditionellen. Offene Beziehungen sollen genauso thematisiert werden. Wir müssen unser Weltbild oder besser unser Denken erweitern. Wir können auch im Universum friedlich zusammenleben.«

Stefan Kaindl, Musiker:

»Ich will einen Staat, der mir nicht vorschreibt, was ich für wahr und richtig halten soll. Ein staatliches System, das sich in erster Linie für die Rechte des Einzelnen und der Gemeinschaft einsetzt, anstatt uns zu kontrollieren, zu drangsalieren und zu überwachen. Das Gemeinwesen muss uns ein selbstbestimmtes, freies, nach Glück und Bildung strebendes Leben ermöglichen. Sobald sich Regierungen wieder darauf beschränken, wird sich vieles von selbst regeln: Wir werden wieder in dynamischer Diskussion unsere zwischenmenschlichen Beziehungen organisieren können, so wie wir es für richtig und angemessen betrachten.«

Oliver Schindler, Erzieher und bei Querdenken:

»Kinder werden schon so früh an den Konsum herangeführt und mit Geschenken überhäuft. Sie öffnen das Päckchen, bekommen einen Adrenalinstoß, verlieren schnell wieder das Interesse und gieren nach dem nächsten. Das wird zum Suchtverhalten. Wir müssen aufhören, so unzufriedene Menschen zu schaffen. Lassen wir Kinder Kinder sein. Wenn wir mehr Zeit mit unseren Kindern und anderen Menschen verbringen, können ehrliche, tiefe Beziehungen entstehen und wir brauchen diesen Ausgleich durch Konsum nicht mehr. Ich wünsche mir kleinere Einheiten, wo enge Beziehungen möglich sind und den Menschen wieder wichtig ist, was in der Stadt passiert. Wir müssen friedlich und respektvoll kommunizieren. Und unsere Aufmerksamkeit auf den Augenblick richten. Die zentrale Frage muss sein: Wie wollen wir miteinander umgehen?«

Dietmar Lucas, Psychologe und bei Querdenken 30:

»Wir müssen unsere eigene innere Abspaltung auflösen, so wird auch die Spaltung zwischen den Menschen kleiner und das Herrschen gelingt nicht mehr. Zwei Punkte: Erstens, wir haben ein Geburtsrecht auf die Erfüllung elementarer Grundbedürfnisse. Dazu gehören auch soziale Bedürfnisse wie Körperkontakt, Anerkennung und Wertschätzung. Zweitens ist es wichtig, unsere eigenen Grenzen zu erkennen, zu entdecken und offen sagen zu können, wenn uns etwas zu viel ist. So angenommen zu werden, wie wir sind, und dann Beistand zu bekommen – das ist echte Solidarität. Wir können uns auch in der Stadt unsere eigenen kleinen Wahlfamilien suchen, in denen wir Wertschätzung finden. Menschen, mit denen wir tanzen, singen, lachen, uns sicher fühlen und im Augenblick leben. Durch dieses menschliche Miteinander gelingt uns eine bessere Zukunft.«

Ronnie To Midnight, Studentin der Sozial- und Kulturanthropologie:

»Wir wollen diesen Wahnsinn beenden, uns ausdrücken, vernetzen und einfach Mensch sein. Wir brauchen echte Nähe, ein selbstbestimmtes Leben, weg von kapitalistischen Strukturen. Wir wollen eine Demokratie, die es zulässt, dass die BürgerInnen sich einbringen und wissen, dass sie die Verantwortung dafür haben, wie die Zukunft sein soll. Ich sehe in dieser Krise ein großes Potenzial, etwas Neues entsteht, und das Menschenbild verändert sich hin zu den wunderbaren beseelten, geistigen und sozialen Wesen, die wir sind. Wir stehen endlich wieder für unser Recht ein, über die Frage »wie wir leben wollen« selbst zu entscheiden.«

FLUG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST

Als im März 2020 die Regierung die erste Ausgangssperre erließ, mag man sich noch gedacht haben, »das wird schon halbwegs stimmen«. Bei der zweiten weiß es jeder oder kann es wissen: Das Ding ist gegen uns alle gerichtet, vor allem gegen den Mittelstand. Viele Journalisten, Künstler und Ärztinnen verlassen unser Land.

Gegen die Maßnahmen des zweiten »Lockdowns« gehen die Menschen bundesweit auf die Straße: Spaziergang mit Grundgesetz. Die Bewegung im Freien ist noch erlaubt, alles andere ist angeblich verboten. Dass soetwas mit Gesundheitsschutz nie etwas zutun hatte, weiß mittlerweile die ganze Welt. Bereits ab dem zweiten Quartal 2019 war bekannt gewesen, dass sich der Finanzkapitalismus einem Zusammenbruch näherte. Der findet seit Jahreswechsel 2019/2020 statt. Seither werden exponentiell wachsende Schulden ins System gekippt.

Für 99 Prozent der Weltbevölkerung wird die finale Krise des globalen Herrschaftssystems mit totalitären Staatsterrormaßnahmen überdeckt. Der Spruch, »bleiben Sie gesund!«, hat dabei die Qualität eines Mafia-B-Films. Er ist eine Drohung, kein guter Wunsch. Übrigens, »aha«: Nach Sichtung der Faktenlage kann keinem Menschen zur Impfung geraten werden. Das Ganze ist im Grunde nichtmal ein Laborrattenexperiment. Im Jahr 2020 gibt es global wie in der Bundesrepublik Deutschland keine signifikante Übersterblichkeit – und damit keine Seuchen-Pandemie.

Passend zum ewigen »Brexit« und dem wachsenden demokratischen Widerstand gegen den Corona-Notstand in England, soll dort angeblich eine Virusmutation gefunden worden sein. Und, oh Wunder, er »wütet« laut Regierungsmedien vor allem im renitenten Südwesten des Landes.

Der PCR-Test indes ist ein Meister aus Deutschland. Er testet alles Mögliche im Bereich Grippeinfekt, aber nicht das, was behauptet wurde. Die einzige Pandemie des Jahres 2020 ist eine Testwelle wie bei der Schweinegrippe 2009. Machte damals auch Welle: Die Bankenkrise. Und ein gewisser Dr. Drosten mit seinem Wundertest.

Moral? Der Tod gehört zum Leben. Wir werden alle einmal sterben. Aber jetzt noch nicht und vor allem nicht an SARS. Im Grunde werden Sie, ja Sie, und wir alle gerade getestet, was wir mit uns machen lassen und was wir bereit sind, anderen anzutun. Der zweite »Lockdown« gerät auch zum Charaktertest wie im berühmten Stanford-Gefängnis-Experiment.

Sind Sie in der Lage, sich mit ihren Mitmenschen zu verständigen und die Bedingungen der Demokratie in Konflikt und Einverständnis herzustellen? Oder werden Sie auf Kommando zum autoritären, gar mordslüsternen, Charakter? Mit einem Wort: Schalten Sie im Moment der totalen Krise Herz und Hirn ein — oder wollen Sie sich lieber führen lassen?

WIR MACHEN AUF!

Jetzt wehren sie sich: Einzelhändler. Gastronomen. Hoteliers. Wellness- und Kosmetikstudiobesitzer. Sie alle wollen am kommenden Montag ihre Läden wieder öffnen. Trotz »Lockdown«. Der Rosenheimer Wintersportartikelhändler Udo Siebzehnrübl (CSU) rief als erster dazu auf, sich die Strangulierung des gewerblichen Mittelstands nicht mehr länger gefallen zu lassen. Damit werden Siebzehnrübl und alle Unternehmer, die seinem Beispiel folgen, womöglich harte Ordnungsstrafen auf sich nehmen müssen. Doch warum sollen die Mittelständler weiter folgsam sein?

Gesundheitsminister Spahn und der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hatten den Unternehmern noch im letzten September hoch und heilig versprochen: »Einen zweiten Lockdown wird es nicht geben!« Die Politiker haben gelogen. Und es kauft ihnen kein denkender Mensch ab, dass eine Schließung von Einzelhandelsgeschäften die Verbreitung von Viren verhindern kann: »Es ist ganz klar erwiesen, dass der Einzelhandel nicht verantwortlich ist für die Corona-Pandemie und auch nicht helfen kann, die Pandemie zu reduzieren. Darum werde ich auch am Montag meine Geschäfte aufsperren!«, so Siebzehnrübl.

Siebzehnrübl wurde mittlerweile vom Merkel-Staat und dessen Satrapen unter Druck gesetzt und schränkte seinen Aufruf ein — aber die Aktion steht! In einem aktuellen Interview erklärt sich der Händler wie folgt: Er sei kein Querdenker und wolle auch in keine rechte Ecke gestellt werden. Er kämpfe vielmehr für die Rechte der Einzelhändler, sei ein Demokrat und Befürworter einer offenen Diskussion, so der Sporthändler (1).

Bis jetzt haben sich auf der Telegramseite »Wir machen auf!« über 50.000 Mitstreiter eingetragen.

Die Wochenzeitung Demokratischer Widerstand (DW) ist aus einem informativen Flugblatt noch im April 2020 zur auflagenstärksten Print-Wochenzeitung der Republik nach der Bild am Sonntag geworden. Die Zeitung erreicht seit 31 Ausgaben Menschen durch Verteilung im ganzen Land, die ansonsten ausschließlich der Regierungs- und Konzernpropaganda ausgesetzt wären. Herausgeber Anselm Lenz und die Redaktion der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand sind auf Spenden angewiesen per Crowdfunding, nach erneuter Kontosperrung nun an KDW e.V. unter der IBAN-Nummer DE72 1101 0100 2235 4091 57 oder am besten als Patreon.

Quelle:

  1. https://www.br.de/nachrichten/bayern/rosenheim-sporthaendler-oeffnet-im-corona-lockdown-doch-nicht,SLEAHXg

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Die Bücher Verfassungswidrig von Josef Foschepoth und „Ausnahmezustand“ von Giorgio Agamben werden in diesem Zusammenhang empfohlen.

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Danke an die Autoren für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:    Tonktiti/ shutterstock

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