Von Aktivisten und Aktionären – Mein Tag bei der Bayer Hauptversammlung

Ein Bericht von Timm Koch.

Neben einer ganzen Reihe von Organisationen, hatte der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) zu Aktionen anlässlich der Bayer Hauptversammlung am 26. April 2019 aufgerufen. Ich gehöre zwar eher zur Gruppe der Hobbyimker, aber seitdem ich das Buch „Herr Bien und seine Feinde“ veröffentlicht habe, sind Bienen irgendwie auch mein Beruf. Ich nahm Kontakt mit dem Imkeraktivisten Christoph Koch auf und wurde von ihm mit der CBG (Coordination gegen BAYER-Gefahren) in Verbindung gesetzt. Die CBG organisiert nicht nur den Protest vor dem Haupteingang des World Conference Center Bonn, sondern sorgt auch dafür, dass die Eintrittskarten und somit das Wahl- und das Rederecht von kritischen Aktionären, die nicht an der Hauptversammlung teilnehmen wollen, in die Hände von Aktivisten gelegt werden. Ich einigte mich mit Marius Stelzmann vom CBG darauf, insgesamt drei dieser Eintrittskarten zu erhalten. Da BAYER nämlich nur Hofberichterstatter akkreditiert, brauchte ich zwei „Agenten“, die meine Rede und die Antwort auf meine Frage von BAYER CEO Werner Baumann heimlich mit ihren Telefonen dokumentieren sollten.

Morgens um acht Uhr ging es los. Die Imker hatten zig Kilos tote Bienen mitgebracht und auf den Weg vor dem Haupteingang geschüttet, wo sie von den Aktionärshorden plattgetrampelt wurden. Während die zumeist hochbetagten, weißen und männlichen Aktionäre in edlem Tuch gekleidet über die mit Hilfe ihres Kapitaleinsatzes vergifteten Insekten latschten, stand ich auf der improvisierten Protestbühne und las ihnen über Mikrophon das Kapitel „Gedanken über den Ökozid“ aus meinem Buch vor. Danach kamen die „Friday for Future“-Kids mit ihren Sprechchören heranmarschiert und für meine beiden „Agenten“ und mich wurde es Zeit, hineinzugehen in das Konferenzzentrum, das vom Deutschlandfunk den Titel „Deutschlands tiefstes Millionengrab“ zuerkannt bekam und mittlerweile als Symbol dasteht für die Korruptheit und Verkommenheit einer Politikerkaste, die zugelassen hat, dass sich das BAYER-MONSANTO-Kartell bilden konnte. Kartelle sind per Definition kriminell und schädlich für die Allgemeinheit. Dies gilt ganz besonders für solche, deren Geschäftsmodell auf dem Giftmord basiert.

Einmal drinnen, ließen wir erst einmal die mit Lügen gespickte Rede Baumanns über uns ergehen. Danach kamen die Krokodilstränen der geprellten Aktionäre dran. Die haben zwar prinzipiell absolut nichts an Glyphosat, Neonicotinoiden und sonstigen Pestiziden auszusetzen. Aber wenn wegen dieser Stoffe auf einmal ihr Profit einbricht, werden sie sauer. Danach kamen viele Kritiker zu Wort, von denen die meisten auf derselben „Eintrittskarte“ wie ich in den Saal und hinter das Mikrophon gelangt waren. Am erschütterndsten fand ich die Redebeiträge zweier Männer, die in den 60er Jahren im Kinderheim von BAYER in Zwangsjacken fixiert und zu Menschenversuchen mit Psychopharmaka missbraucht worden waren. Auch die Rede des kritischen Aktionärs Christian Russau fand ich bemerkenswert. In der stellte er den Zusammenhang her zwischen den Krebserkrankungen der Landbevölkerung im vom BAYER-Pestizidwahnsinn besonders belasteten Brasilien her, mit dem Absatz von BAYER-Krebsmedikamenten in eben diese Weltengegend.

Die Reaktionen des BAYER-Vorstands zu all diesen Redebeiträgen waren immer gleich: arrogant, verlogen und aalglatt. Mir wurde klar, mit Gut-Zureden braucht man diesen Menschen nicht kommen. Genauso wenig braucht man einem Mafia-Killer erklären, dass sein Treiben verwerflich ist. – Wobei noch der übelste Mafia-Killer neben den Verbrechern des BAYER-Vorstands wie ein Waisenknabe dasteht. Ich entschloss mich daher zum offenen Schlagabtausch und änderte meinen Redeentwurf entsprechend. Das Ergebnis kann auf Youtube unter folgendem Link betrachtet werden: https://youtu.be/0ryLjWu79xo

Hier der Link zu KenFM im Gespräch mit: Timm Koch („Herr Bien und seine Feinde“)

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