Über die Langzeitfolgen und das Kurzzeitgedächtnis | Von Dirk C. Fleck

Dies ist das Exposè für ein Traktat mit dem Titel DUMM GELAUFEN, von dem ich angesichts des nicht mehr zu stoppenden Weltkrieges gegen die Natur glaube, dass ich es mir und unseren Kindern schuldig bin.

Ein Beitrag von Dirk C. Fleck.

Vorwort: Warum waren und sind wir nicht in der Lage, trotz der über Jahrzehnte hinweg ergangenen Warnsignale erfolgreich gegenzusteuern? Warum ließen und lassen wir es zu, dass unseren Kindern und Enkelkindern nichts als soziales Chaos und verbrannte Erde hinterlassen wird? Was sind unsere größten Unterlassungssünden und wie sind sie zu erklären? Sind sie überhaupt zu erklären? Fazit: das Phänomen der kollektiven Unvernunft kann wohl nur als Teil eines evolutionären Plans erklärt werden, den kein Sterblicher je verstehen wird …

Finale Bilanz: Was war, was ist, was wird? Über die Langzeitfolgen und das Kurzzeitgedächtnis. Ein Nachruf auf den funktionierenden Verbund des Lebens. Ein Blick zurück auf die kurzen Zeiten des Friedens, auf humanistische Ideale und auf alles, wozu Menschen sich hätten entwickeln können. Ein vorgezogenes Tribunal, das niemanden schuldig spricht, da wir doch alle in unseren kleinen individuellen Geschichten verstrickt sind und gar nicht über die geistigen und seelischen Voraussetzungen verfügen, um die unfassbare Endzeit der Hochzivilisation in unser bescheidenes Weltbild einordnen zu können. Im Unterbewusstsein macht unsere Psyche dicht. Auch eine Art der Rettung …

Eine Hommage an die Warner und Propheten. In diesem Kapitel würdige ich einige mir bekannte weitsichtigen Denker, die seit Beginn der Industrialisierung rechtzeitig und immer wieder auf das kommende Desaster verwiesen haben. Hier sind einige von ihnen: Emma Goldman, Ken Saro-Wiwa, Sylvia Earle, Julia Butterfly, Holger Strohm, Michael C. Ruppert, Paul Watson, Edward Snowden, Leonardo Boff, Russel Means, Percy Schmeiser, Prentice Mulford. Ibrahim Abouleish, Chico Mendez, Joanna Macy, José Bové, Max Neef, Sam Childers, Robert Muller, Hans Paasche, Paul Lafarge sowie Doug und Kristine Tomkins. Die Personen werden mit kurzem Lebenslauf vorgestellt und sprechen für sich selbst – durch Originalzitate, die an uns alle gerichtet sind.

Verlorene Chancen – was wir hätten tun können: Beschreibung eines notwendigen aber versäumten Paradigmenwechsels. Eine Art Stoßseufzer: warum begreifen wir nicht, dass die Natur ein ganzheitliches Wesen, ein einziges und einzigartiges System ist, das sich selbst reguliert und in dem die Eingriffe des Menschen ausschließlich Fehlgriffe sind.

Das wäre unsere Zukunft gewesen: Ich gebe Denkanstöße für alle fünf individuellen Lebensbereiche, die der Mensch seit jeher hat regeln müssen: Energie, Mobilität, Nahrung, Kleidung, Behausung. Eine schöne neue Welt im Konjunktiv. Auf sämtlichen Feldern, die der Mensch zum Leben „bewirtschaften“ muss, sind genügend vernünftige Alternativen vorhanden.

Unterlasse Hilfeleistung. Wer hat versagt? Und wer hat sich versagt? Ich nenne sie beim Namen: Politiker, VIP`s, Medien und Ökounternehmen. Die Geschichte eines gescheiterten Versuches, der vor dem Hintergrund der dramatischen Entwicklungen dringend den Erfolg gebraucht hätte, um einen positiven Dominoeffekt herbeizuführen. Ich zeige auf, wie schwerfällig sich der Supertanker Menschheit selbst dann bewegt, wenn bereits abzusehen ist, dass er bei Beibehaltung des bisherigen Kurses sehr bald auf Grund laufen wird. Die Geschichte dieses gescheiterten Projekts lässt folgende Frage offen: Warum hatten wir nicht die Kraft und den Mut, mit geringsten Mitteln in einem Modellversuch etwas auszuprobieren, was abseits des bestehenden und kollabierenden Systems eventuell Auswege aus der Krise hätte aufzeigen können? Was hatten wir zu verlieren? Sollten wir uns nicht endlich die Wahrheit eingestehen, dass unsere vernunftbegabte Spezies zu dumm ist zum überleben?

Sorry, Pardon, Entschuldigung. Im Jahre 2015 hat Prince Ea ein sehr beeindruckendes Video mit dem Titel SORRY veröffentlicht, das wir Euch nicht vorenthalten wollen: https://www.youtube.com/watch?v=eRLJscAlk1M. Es erschien sieben Jahre nach dem ersten Band meiner Maeva-Trilogie, in der ich die schrecklichen Folgen unserer zerstörerischen Lebensweise noch einmal hochgerechnet habe, ohne dabei zu vergessen, denkbare Auswege aus dem drohenden Desaster aufzuzeigen.

Lebensqualität statt Gier. Der erste Band „Das Tahiti-Projekt“ spielt im Jahre 2022. Der junge tahitianische Präsident Omai lädt 50 internationale Pressevertreter ein, damit sie sich vor Ort ein Bild von der sozio-ökologischen Neuausrichtung der Gesellschaftsinseln machen können, die sich für den radikalen Umbau jahrelang vor der Weltöffentlichkeit abgeschottet hatten. In seiner Begrüßungsrede sagt Omai: „Wir haben Sie her gebeten, damit Sie sich davon überzeugen können, dass die menschliche Gemeinschaft funktioniert. Dass sie frei sein kann von Missgunst und Vorteilsnahme, dass die Kluft zwischen Arm und Reich nicht zwingend notwendig ist. Die menschliche Gemeinschaft ist unsere Heimat. Ebenso wie die Natur unsere Heimat ist. Wir Polynesier begegnen uns im gegenseitigen Respekt und verstehen, dass der Natur das gleiche Recht gebührt. Wir haben damit begonnen, unser Leben neu zu organisieren. Wir organisieren es unter dem Einfluss jener großen Seele, die allen alten Kulturen innewohnt. Die Menschheit ist entschieden zu weit gegangen – es ist an der Zeit, wieder Lebensqualität statt Gier und Zerstörung zu produzieren.“

DUMM GELAUFEN. Jean Ziegler, ehemaliger UN-Menschenrechtskommissar schrieb damals: “Das Tahiti-Projekt ist ein äußerst realistischer, kluger und brillant geschriebener Zukunftsroman. Es ist ein Buch der Hoffnung: internationale Solidarität und Widerstand sind der Atem des Buches.” Diese internationale Solidarität, dieser Widerstand sind bis heute ein Wunschtraum geblieben. Dumm gelaufen …

Ich entschuldige mich im Namen der Tätergenerationen bei unseren Kindern und Kindeskindern für das schreckliche Erbe, in dem sie sich einzurichten haben. Die Entschuldigung richtet sich nicht allein an die Menschen der Zukunft, sondern ebenso an alle Tiere und Pflanzen, die mit uns die Erde teilen und denen wir respektlos und brutal begegnen. Gleichzeitig will ich daran erinnern, dass die Schuld, die wir auf uns laden, in einem System erfolgt, in dem der tägliche Überlebenskampf den Einzelnen zwangsläufig zum Schuldigen macht. Der einzelne Mensch ist ein Gefangener des Systems, er lädt lediglich ein Nano-Partikel der Schuld auf sich und kann die Tragweite unserer kollektiven Unvernunft nur schwer erkennen. Dennoch: für eine Entschuldigung an die Nachwachsenden ist es höchste Zeit. Ich füge dieser Entschuldigung aber auch eine Mahnung bei: „Fragt euch in einigen Jahren bitte selbst, ob ihr den Restbeständen der Schöpfung mit Respekt begegnet“.

 

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Lightspring / shutterstock

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