Die zweite Silbe des Wortes Tanz – Ein Gedicht

Von Bernhard Trautvetter.

 

Wenn Du mich fragst,
woher ich die Kraft nehme
in der kalten Nacht der Dunkelheit
an das Licht zu glauben,
woher ich die Kraft nehme,
die Gefahren für das Leben
zwischen den radioaktiven Schlachtfeldern
Feinstaub aus Atommüll und Blut
sowie dem Treibhaus immer heftiger Orkane
Trockenheits-Flut-Schmelze zwischen den Polkappen
zwischen Ohnmacht und Wut
woher ich diese Kraft habe,

für den aufrechten Gang trotz alledem

dann antworte ich Dir:
ich weiß weder,
die Antwort
noch weiß ich
wie konkret
all die Gefahren sind oder vielleicht doch nicht,
oder ob sie sich nicht schon ausgewachsen haben
zum Endspiel ehe diese Gattung
ihren letzten Atemzug ausgehaucht hat,
in der großen letzen Tsunami-Flut
aus blinder Gier und Online-Spiel

und ich antworte Dir:
Das Leben ist immer noch so schön
wie Deine Augen, so warm wie Dein Herz
und so weich wie Deine Wangen
es ist so bunt wie die Früchte des Sommers
und die Menschen sind immer noch fähig,
Menschen zu sein, die ihre Wärme
aufregend einfach so oder trotzdem
nach außen spüren lassen

Solange das so ist,
macht es mir Freude,
die Sinnlichkeit der Solidarität
der Hoffnung
zu spüren.

Solange es Menschen gibt
ist Menschlichkeit
die bessere Idee

Und das ist nur ein anderes Wort
für Liebe
die zweite Silbe
des Wortes Tanz

 

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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