Ist „Die LINKE“ noch zu retten?

Von Joachim Keiser.

Die offene Aggression aus der eigenen Partei gegenüber Sahra Wagenknecht ist erschreckend. Es werden sogar Unterschriftenaktionen im Internet gegen die eigene Fraktionschefin initiiert, auf welche die “Qualitätsmedien” natürlich voller Freude hinweisen. Diejenigen, die das tun muss man fragen ob sie sonst keinen anderen politischen Gegner haben? Gerade jene, die jetzt Solidarität mit Flüchtlingen einfordern lassen diese im Umgang miteinander vermissen. Sehen die Postenjäger in der LINKEN etwa ihre Felle für einen rot-rot-grüne Koalition davon schwimmen? Kommt daher die Aggression?

Sahra Wagenknecht ist eine der wenigen Personen mit bekannten politischen Namen, die sich offen gegen die neoliberale Ideologie stellt. Somit ist sie Staatsfeind Nr.1 für die deutsche Oligarchie. Was kann es schöneres für die herrschende Elite geben, als dass nun die eigene Partei versucht, sie zu Fall zu bringen. Begreifen die Damen und Herren Jelpke, Kipping, König, van Aken, Bartsch, usw. und ihre Wasserträger überhaupt, dass sie mit ihrer Kampagne die Drecksarbeit für die Eliten erledigen? Wen will “DIE LINKE” eigentlich politisch vertreten? Alle, die mit den Zumutungen des Neoliberalismus zu kämpfen haben und das ohne Rücksicht ihrer Herkunft, oder in einer Art positiven Rassismus nur Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund?

Betrachtet man die Reaktionen der Menschen auf Sahra Wagenknechts mehr als berechtigte Zweifel an Merkels Flüchtlingspolitik, findet man von der Facebook-Seite der NachDenkSeiten, über Spiegel Online bis zur ZEIT fast nur Zustimmung. Sahra Wagenknecht zeigt damit mehr Bürgernähe und Menschenverstand als all die Schreihälse in ihrer eigenen Partei zusammen, für welche die zustimmenden Kommentare sicher nur von unverbesserlichen Populisten und Rassisten kommen können. Ein Beleg dafür wie der Partei “DIE LINKE” langsam aber sicher der Blick für die gesellschaftliche Realität abhandenkommt. In der Linken hat man beispielsweise völlig vergessen, dass es in Deutschland seit mehr als zehn Jahren ein System namens Hartz-IV gibt, dass die Menschenwürde von Millionen Bürger mit Füßen tritt.

Außer ihrem “Wir schaffen das” und dem schmutzigen Flüchtlingsdeal mit dem türkischen Diktator Erdogan, der neben Mazedonien und Griechenland nun die Drecksarbeit bei der Flüchtlingsabwehr machen darf, hat Merkel bisher keinerlei Antworten auf die Fragen geliefert, wie die hohe Zahl an Flüchtlingen integriert werden soll? Wo die Menschen wohnen sollen, wie die Menschen Arbeit finden sollen? Woher die finanziellen Mittel kommen, wer die Integrationsarbeit leisten soll? Dies alles vor dem Hintergrund einer rasant fortschreitenden sozialen Polarisierung in Deutschland. Stattdessen wird Sahra Wagenknecht mit infamer Hetze übergossen, wenn sie genau diese Fragen stellt.

So sitzen die Salonlinken derweil in ihren kernsanierten Altbauwohnungen in gentrifizierten Stadtvierteln, in welchen selbstverständlich kein Flüchtling weit und breit zu sehen ist und propagieren weiter ihr “refugees welcome” wohl wissend, dass sie nie in die Verlegenheit kommen werden, mit Flüchtlingen um Arbeitsplätze und bezahlbaren Wohnraum konkurrieren zu müssen. In ihrem überbordenden Kulturalismus zeigen sogenannte Linke, dass sie sich eigentlich um die Sorgen und Nöte der einfachen Menschen einen Dreck scheren. Gerade die grüne Neobourgeoisie würde niemals ihre Kinder auf Schulen schicken, in welchen Kinder mit Migrationshintergrund dominieren, soll doch der Erfolg des Nachwuchses auf keinen Fall behindert werden. Dabei zeigt die Kampagne gegen den Mindestlohn mit der heuchlerischen Begründung, man müsse diesen abschaffen, um die Integration der Flüchtlinge zu befördern, dass die Befürchtungen, Deutsche und Flüchtlinge sollten gegeneinander ausgespielt werden, nicht aus der Luft gegriffen sind.

Dazu zum Abschluss noch einmal Sahra Wagenknechts Aussage, mit der Bitte explizit, sachlich und logisch nachzuweisen, was daran “rechter Stimmenfang” und „purer, widerwärtiger Rechtspopulismus“ sein soll, ansonsten dann aber einfach die Fresse zu halten:

“Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges ‚Wir schaffen das‘ uns im letzten Herbst einreden wollte.“

Zur ergänzenden Lektüre:

Merkels neue Kleider http://www.nachdenkseiten.de/?p=33247#h12

Bild: Sahra Wagenknecht, Bild von Heike Huslage-Koch (CC BY-SA 4.0)

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