KenFM am Telefon: Gaby Weber („Krater für den Frieden“)

„Krater für den Frieden“

Wir schreiben das Jahr 1959. Nikita Sergejewitsch Chruschtschow steht vor den Vereinten Nationen und fordert vom Westen, gemeinsam das Wettrüsten aufzugeben. Der russische Staatschef möchte vor allem, dass die damals als sexy geltenden Atomtests endlich der Vergangenheit angehören. Zudem fordert er einen Friedensvertrag für ein Deutschland, das er schnell wiedervereinigt sehen möchte!

Diese Geschichte klingt unglaublich. Doch sie entspricht der Wahrheit. Dass nur wenige diese tatsächliche Story kennen, ist das Ergebnis solide gemachter US-Propaganda, wie wir sie auch heute erneut erleben, um Russland zu dämonisieren.

Es geht nicht ohne Feindbild.

Damals wie heute erkannte der Militärisch-Industrielle-Komplex, dass Frieden und Abrüstung schlecht für’s Geschäft sind. So torpedierte die amerikanische Rüstungsindustrie die Friedenspläne aus Moskau. Konkret, die USA sabotierten die im Mai 1960 geplante Gipfelkonferenz der Alliierten in Paris, indem sie illegale Atomtests in Südamerika durchführten.

Offiziell ist der Friedens-Gipfel in Paris 1960 an den Wutanfällen des Russischen Staatschefs gescheitert, da die USA parallel die Lockheed U-2, ein Spionageflugzeug, über der UdSSR kreisen ließen – doch so dämlich war der Russe nicht.

Die tatsächlichen Gründe des Scheiterns findet man in den offiziellen Geschichtsbüchern oder bei Wikipedia nicht. Es gab keine Atomtests in Südamerika. Stattdessen wurde in Argentinien das Aufstöbern und die Entführung eines gewissen Eichmann durch den Mossad frei erfunden, und ereignete sich spontan ein Erbeben in Chile.

„Krater für den Frieden: Wie der militärisch-Industrielle-Komplex die Abrüstung überlebte“, ist der neue Dokumentarfilm von Gaby Weber. Die investigative Journalistin wühlt seit 40 Jahren in den Archiven dieser Welt, um speziell den Tatort Südamerika zu beackern.

Jahrzehntelang konnte sie so Perlen an den WDR oder den Deutschlandfunk liefern. Heute ist das immer seltener möglich. Entweder weil die entsprechenden gebührenfinanzierten Sender entsprechende Sendeplätze aufgegeben haben, „Kostengründe“, oder weil die Stoffe der Gaby Weber einfach zu brisant sind. Man will keine Anrufe aus der Industrie oder von ausländischen Ministerien.

Inzwischen hat sich Gaby Weber ein Einreiseverbot in den USA erarbeitet. Ihre jährlichen Recherchen in den großen US-Archiven scheinen der Vorzeige-Demokratie nicht mehr in den Kram zu passen.

Der Film „Krater für den Frieden“ wird nie bei ARD, ZDF, ARTE oder 3Sat laufen. Man findet ihn nur bei Youtube. Noch.

KenFM empfiehlt die Werke von Gaby Weber, den aktuellen Film aber im speziellen, denn er zeigt, mit welch perfiden Tricks der militärisch-industrielle-Komplex und seine angeschlossenen Medienkonzerne damals vorgingen, um Krieg als Geschäftsmodell auch weiter zu etablieren. Wer nach dem Film über die Vergangenheit die Gegenwart wieder erkennt, hat etwas begriffen, was man Muster nennt.

Hier der Link zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=UFzVn740rf8

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