Die Not der Menschheit rührt nicht an unser Herz

Die Not der Menschheit rührt nicht an unser Herz. Doch die Krankheit, die wir beim anderen nicht heilen, rafft uns selbst hinweg.

„Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es, was Menschen erst wirklich zum Menschen macht“ (Albert Schweitzer)

Ein Betrag von Rudolf Hänsel.

Noch kennt das allgemeine Bewusstsein der Einzelnen und der Völker keine Antwort auf die Kain-Frage aus der biblischen Urgeschichte: Soll ich meines Bruders Hüter sein (1)? Eine real existierende Epidemie aus Machtgier, Lüge und Brutalität rafft inzwischen weltweit Millionen von Menschen dahin wie die Pest des Mittelalters. Doch die verhängnisvollen Auswirkungen der mörderischen staatlichen „Schutzmaßnahmen“ gegen eine vermeintliche Corona-Pandemie berühren zwar unseren Lebensnerv, doch sie rütteln uns nicht auf, wir verharren in Lethargie.

Die Not der Menschheit rührt nicht an unser Herz

Töricht wie wir sind, wiegen wir uns weiter in Sicherheit, während die dunklen Wolken dieses Verbrechens gegen die Menschheit sich über unser aller Haupt bedrohlich zusammenziehen. Zwar sind wir uns halbwegs bewusst, dass wir am Rande eines Vulkans siedeln, doch wir geben uns der trügerischen Hoffnung hin, dass es zu keinem Ausbruch kommen werde. Die beruhigende Selbsttäuschung ist uns lieber als der Gedanke an die Gefahr. Wir wollen die Unlust vergessen und wünschen uns lieber Lust. Das Lustprinzip aber ist untauglich, das Leben des Menschen zu schützen, denn die Realität will erkannt und verstanden sein: wer zu ihr in Widerspruch gerät, wird entweder geschädigt oder vernichtet.

Tausendfaches Unrecht geschieht nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in unserer nächsten Nähe. Aber wir empören uns nicht, wir verteidigen nicht die Schwachen und helfen nicht dem Hilflosen. Die Not der Millionen Betroffenen rührt nicht an unser Herz. Indem wir nicht gegen die offensichtliche Tyrannei der Regierenden kämpfen, billigen wir sie. Wir haben die trügerische Hoffnung, sie werde uns verschonen. Doch in dem Augenblick, wo sie uns selbst in den Würgegriff nimmt, ist es gewöhnlich zu spät, sie einzudämmen. Die Krankheit, die wir beim anderen unterlassen haben zu heilen, rafft uns selbst hinweg.

Der „Urwaldarzt“ Albert Schweitzer gab uns eine Antwort

Immer wieder macht man die bittere Erfahrung, dass bei vielen Mitbürgern kein wirkliches Mitgefühl für die in Not geratenen und leidenden jüngeren und älteren Mitmenschen vorhanden ist – oder sich nicht zeigt, nicht aktiv wird. Doch nur dann kann und wird sich etwas verändern in unserer Welt.

Die Menschheit muss eine Antwort finden auf die eingangs gestellte Kain-Frage: Soll ich meines Bruders Hüter sein? Der deutsch-französische Arzt, Philosoph, evangelische Theologe, Musikwissenschaftler und Pazifist Albert Schweitzer (1875 bis 1965), einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts und Friedensnobelpreisträger (1952), gab uns eine Antwort:

„Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es, was Menschen erst wirklich zum Menschen macht.“

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.

Martin Niemöller (1892 bis 1984), deutscher evangelischer Theologe, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen, hat nach diesem traumatischen Erlebnis in wenigen Zeilen ausgedrückt, was es bedeutet, dieses Mitgefühl nicht zu haben:

„Als die Nazis die Kommunisten holten,

habe ich geschweigen,

ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,

habe ich geschweigen,

ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,

habe ich geschwiegen,

ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,

gab es keinen mehr,

der protestieren konnte (2).“

Fußnoten:

  1. Urgeschichte der Bibel: 1. Mose 4,1-16

  2. Martin-niemoeller-stiftung.de/martin-niemoeller/als-die…

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Dr. Rudolf Hänsel ist Diplom-Psychologe und Erziehungswissenschaftler.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: fizkes  / shutterstock

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