Die Laborgate-Affäre | Von Jorge Casesmeiro Roger (Podcast)

Ein Standpunkt von Jorge Casesmeiro Roger.

Eine Komponente dieser Untersuchung mit Vorladungsbefugnis sollte sich auf die „US/Wuhan-Gain-of-Function-Kontroverse“ konzentrieren. Dabei handelt es sich um die Hypothese, dass die Nationalen Gesundheitsinstitute der USA (National Institutes of Health, NIH) riskante Forschung an Coronaviren am Institut für Virologie Wuhan (Wuhan Institute of Virology, WIV) finanziert haben, insbesondere während der 2014 unter der Obama-Administration verhängten Sperre der Gain-of-Function-Forschung (GoF) auf Bundesebene und auch unter dem von der Trump-Administration 2017 geschaffenen Rahmenwerk zur Kontrolle und Überwachung potenzieller Pandemieerreger (P3CO). Eine solche Verbindung, das sei angemerkt, impliziert nicht automatisch eine Schuld, wenn ein Laborausbruch nachgewiesen wird.

In den vergangenen Monaten haben immer mehr offizielle und mediale Quellen die Aufmerksamkeit auf diese Debatte gelenkt. Am 15. Januar 2021 wurde dies in einem umstrittenen Datenblatt des US-Außenministeriums unter Punkt 3.3 erwähnt, das von der letzten Administration veröffentlicht wurde. Seitdem haben mindestens drei verschiedene Vertreter des Kongresses das Thema in Briefen an den Hauptstellvertreter des Generalinspektors US-Gesundheitsministerium (DHHS), den Direktor der NIH und den Präsidenten der EcoHealth Alliance angesprochen.

Obwohl es einige Antworten auf eine Reihe von Fragen gab, reichte das nicht aus, um die Debatte zu beenden.

Der erste von drei offenen Briefen von 26 Wissenschaftlern aus aller Welt, der am 4. März veröffentlicht wurde, trug den Titel „Call for a Full and Unrestricted International Forensic Investigation into the Origins of Covid-19 — Aufruf zu einer vollständigen und uneingeschränkten internationalen forensischen Untersuchung der Ursprünge von Covid-19“. Diese Wissenschaftler forderten vollständige Transparenz mit „vollem oder signifikantem Zugang zu allen Standorten, Aufzeichnungen, Proben und Personal von Interesse“ (siehe Absatz 3.6.2) und „allen Labore und Institutionen, chinesisch oder international, von denen bekannt ist, dass sie an Coronaviren gearbeitet haben oder Einrichtungen bzw. Ausrüstung mit Gruppen geteilt haben, die an Coronaviren gearbeitet haben.“ (Hervorhebung durch den Autor).

Einer der Unterzeichner dieses offenen Briefes, der Biosicherheitsexperte, Molekularbiologe und Laborleiter Dr. Richard Ebright von der Rutgers University, twitterte über die jüngste Ankündigung von Präsident Biden:

„In den nächsten 90 Tagen sollte diese Ermittlung alle Informationen über das Institut für Virologie Wuhan untersuchen, die sich im Besitz von NIH, USAID, DoD, DHS und NSF befinden. Die Liste umfasst auch die Non-Profit-Organisation EcoHealth Alliance, die US-Gelder an das Wuhan-Labor leitete.“

Später fügte er hinzu:

„Viele Ermittlungsstränge sind in den USA verfügbar und wären für eine Untersuchung des Kongresses mit Vorladungsbefugnis zugänglich. @EcoHealth. @ Förderorganisationen (USAID, DTRA, DARPA, DHS und NIH). Bei Verlagen (Springer — Nature und Lancet). Keine Kooperation Chinas ist nötig.“

Diese „vollständige und uneingeschränkte nationale forensische Untersuchung“ sollte sofort durchgeführt werden, um der Welt die gleiche Transparenz zu zeigen, die US-Außenminister Anthony Blinken von Chinas Regierung fordert. So sagte er am Sonntag, den 6. Juni, in einem auf HBO ausgestrahlten Interview, gefragt nach der Möglichkeit, dass Peking ein Laborleck in Wuhan vertuscht:

„Wir müssen dem Geschehen auf den Grund gehen. Es gibt eine Rechenschaftspflicht. Aber der wichtigste Aspekt, weshalb wir der Sache auf den Grund gehen müssen, ist der, dass wir nur so die nächste Pandemie verhindern oder zumindest erfolgreicher eindämmen können.“

Eine US-Untersuchung ist umso dringlicher, als die Direktoren der wichtigsten in die Wuhan-Kontroverse verwickelten Behörden — Nationalen Gesundheitsinstitute NIH und Nationales Institut für Allergien und Infektionskrankheiten NIAID — jede Beteiligung nachdrücklich und in aller Form abgestritten haben. In einer Senatsanhörung am 11. Mai erklärte NIAID-Direktor Anthony Fauci (Minute 59:49):

„Die NIH haben die Gain-of-Function-Forschung im Institut für Virologie Wuhan noch nie finanziert und tun es auch jetzt nicht.“

Im Nachgang äußerte sich der NIH-Direktor in einer Stellungnahme am 19. Mai:

„Weder die NIH noch das NIAID haben jemals einen Zuschuss zur Unterstützung der ‚Gain-of-Function‘-Forschung an Coronaviren genehmigt, die deren Übertragbarkeit oder Letalität für den Menschen erhöht hätte.“

Lawrence Tabak, stellvertretender Hauptdirektor der NIH, bestritt in seiner Antwort vom 21. Mai auf die oben erwähnten Briefe an den Kongress ebenfalls jegliche Beteiligung.

Die Diskrepanz zwischen diesen offiziellen Aussagen und den Meinungen einschlägiger Experten sowie der Menge an gegenteiligen Beweisen ist beunruhigend. Als Reaktion auf die Erklärung des NIH-Direktors vom 29. Mai sagte Dr. Ebright in einem Interview:

„Die Aussage des NIH-Direktors ist nachweislich falsch. Der NIH-Direktor ist entweder uninformiert oder falsch informiert oder er versucht, bewusst zu täuschen — ein jedes davon dürfte eine Disqualifikation für die Aufrechterhaltung seiner Position bedeuten.

Der NIH-Direktor bestreitet jetzt sogar, dass es sich bei dem im Jahr 2015 in Nature Medicine von der UNC (University of North Carolina) und dem WIV veröffentlichten Paper um Gain-of-Function-Forschung handelte. In diesem wird über die Konstruktion eines neuartigen chimären Coronavirus mit einem Spike-Gen aus einem SARS-verwandten Fledermaus-Coronavirus und einem genomischen Grundgerüst aus SARS-CoV berichtet — ein Paper, das seit sechs Jahren als Inbegriff für die risikoreichste Untergruppe der Gain-of-Function-Forschung gilt.“

Dennoch gibt es eine Debatte über die Definition von GoF. Die Molekularbiologin und Postdoktorandin am Broad Institute des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Harvard Alina Chan ist eine weitere Unterzeichnerin sowohl des Offenen Briefes im Wall Street Journal/Le Monde als auch des Offenen Briefes „Untersuchungen zu den Ursprüngen von Covid-19“ im einflussreichen Magazin Science vom 14. Mai. Dazu konstatierte der Biotechnologie-Experte Jamie Metzl:

„Alina Chan, die ich sehr respektiere, bringt das definitive Argument, das die Behauptungen von Fauci/Collins unterstützt, in diesem wichtigen Twitter-Thread.“

Dieser Thread wurde von Dr. Ebright in einem Abschnitt vom 19. Mai 2021 in Metzls regelmäßig aktualisiertem Beitrag „Die Ursprünge von SARS-CoV-2“ widerlegt.

Abgesehen von den fachlichen Details war es vielleicht der Biowaffenexperte Milton Leitenberg von der University of Maryland, der die überzeugendste Schlussfolgerung zog, als er am 28. Mai der Financial Times sagte:

„Als was auch immer wir diese Arbeit einstufen, sie hätte nicht im Institute für Virologie Wuhan stattfinden dürfen.“

Weitere Beweise, die die Notwendigkeit einer zusätzlichen Prüfung unterstützen, berichtet Sharri Markson von Sky News, Australien in The Australian am 28. Mai:

„Eine Untersuchung von The Weekend Australian hat ebenfalls bestätigt, dass Dr. Fauci, der Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), hochrangige Beamte des Weißen Hauses nicht vor der Aufhebung des Verbots der Gain-of-Function-Forschung im Jahr 2017 informierte (…) Mehrere Beamte der Trump-Administration erklärten gegenüber The Weekend Australian, Dr. Fauci habe die Frage der Wiederaufnahme der Forschungsfinanzierung nicht mit Führungskräften im Weißen Haus angesprochen (…) The Weekend Australian hat auch bestätigt, dass weder Mike Pompeo, damaliger Direktor der Central Intelligence Agency (CIA) noch Matthew Pottinger, Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, informiert wurden.“

Eine nicht namentlich genannte, aber als „offiziell“ angegebene Quelle wird ebenfalls zitiert:

„Irgendwie wurde es einfach durchgezogen. Ich denke, die Erzählung stimmt, dass Leute, wie die Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates, der Präsident, der Stabschef des Weißen Hauses, darüber im Unklaren waren, dass er die Forschung wieder aufgenommen hatte.“

Dies wirft viele Fragen auf. Wer sind diese verschiedenen Verantwortlichen? Sollten der CIA-Direktor, die Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates, der Präsident und/oder der Stabschef des Weißen Hauses informiert werden? Wie war die Vorgehensweise? Oder gab es überhaupt ein Verfahren? Wer schrieb das Dokument „Pause 2014“? Wer sollte die Aufsicht führen? Und wenn das Vorgehen unangemessen war, warum wurde es nicht rückgängig gemacht, als die NIH es öffentlich machten?

Tatsache ist, dass die NIH, zu denen auch das NIAID gehört, im Dezember 2017 ankündigten, die Finanzierung der Gain-of-Function-Forschung wieder aufzunehmen. Dies wurde offiziell vom Büro des NIH-Direktors am 19. Dezember 2017 mit der eindeutigen Überschrift „NIH hebt Förderpause bei der Gain-of-Function-Forschung auf“ bekannt gegeben. Diese Meldung berichtete die New York Times am selben Tag unter der markanten Schlagzeile: „Ein Bundesverbot zur Herstellung tödlicher Viren wird aufgehoben“. Wäre keiner der oben genannten Beamten der CIA, des Nationalen Sicherheitsrats oder des Weißen Hauses vor der Aufhebung des Finanzierungsstopps informiert gewesen, hätten sie sofort nach dessen Inkrafttreten davon wissen können.

Darüber hinaus sprach Direktor Fauci in einer öffentlichen Sitzung des NIAID-Beirats am 21. Januar 2018 über die Wiederaufnahme der staatlichen Finanzierung der GoF-Forschung — und das neue P3CO-Rahmenwerk vom 19. Dezember 2017 —, die er als „Forschung, von der zu erwarten ist, dass sie zur Schaffung, Übertragung oder Verwendung verbesserter potenzieller Pandemieerreger führen könnte“ definiert (Minute 44). Hat jemand öffentlich oder privat Bedenken geäußert, und kann er dies beweisen? Haben sie ihre Bedenken an die Führung der NIH, des NIAID oder anderer Behörden gerichtet? Haben sie angeregt oder versucht, die Entscheidung der NIH auf irgendeine Weise rückgängig zu machen? Sollte dies nicht den Kreis der Kandidaten für die Rechenschaftspflicht erweitern?

Marksons Quellen untermauern dennoch einige aktuelle Schlussfolgerungen, die Dr. Ebright in dem oben erwähnten Interview geäußert hat:

„Der Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) und der Direktor der National Institutes of Health (NIH) haben systematisch Bemühungen des Weißen Hauses, des Kongresses, von Wissenschaftlern und Wissenschaftspolitikern vereitelt, bedenkliche GoF-Forschung zu regulieren und sogar eine Risiko-Nutzen-Überprüfung für Projekte mit bedenklicher GoF-Forschung zu verlangen.“

Und:

„Im Jahr 2014 implementierte das Weiße Haus Obamas eine ‚Pause’ in der Bundesfinanzierung für bedenkliche GoF-Forschung. In dem Dokument, das die Pause ankündigte, heißt jedoch in einer Fußnote: ‚Eine Ausnahme von der Sperre kann beantragt werden, wenn der Leiter der Förderagentur feststellt, dass die Forschung zum Schutz der öffentlichen Gesundheit oder der nationalen Sicherheit dringend notwendig ist.‘ Bedauerlicherweise nutzten der NIAID-Direktor und der NIH-Direktor dieses Schlupfloch aus, um Ausnahmen für Projekte zu erteilen, die der Sperre unterliegen — mit der absurden Behauptung, die ausgenommene Forschung sei ‚dringend notwendig, um die öffentliche Gesundheit oder die nationale Sicherheit zu schützen‘ — und haben damit die Sperre aufgehoben“.

Außerdem:

„Im Jahr 2017 kündigte die Trump-Administration ein Rahmenwerk zur Kontrolle und Überwachung potenzieller Pandemie-Erreger (P3CO) an, das eine Anforderung für eine Risiko-Nutzen-Prüfung der bedenklichen GoF-Forschung vorsah. Das P3CO-Rahmenwerk verlässt sich jedoch darauf, dass die Förderagentur Vorschläge zur Risiko-Nutzen-Prüfung kennzeichnet und weiterleitet. Leider haben der NIAID-Direktor und der NIH-Direktor es abgelehnt, Vorschläge für eine Risiko-Nutzen-Prüfung zu kennzeichnen und weiterzuleiten, wodurch das P3CO-Rahmenwerk ausgehebelt wurde“.

Diese Aussagen von Dr. Ebright erscheinen angesichts der aktuellen Pandemie wirklich alarmierend und müssen weiterverfolgt werden.

Ebright wurde auch von Tucker Carlson, Moderator der Abendsendung Tucker Carlson Tonight auf Fox News zitiert. In einem meinungsstarken Beitrag präsentierte Carlson anklagende Schlussfolgerungen, für die es nur Hypothesen gibt. Er forderte dann „eine strafrechtliche Untersuchung von Tony Faucis Rolle in dieser Pandemie“.

Haben die Direktoren der NIH und des NIAID das Gesetz gebrochen, als sie systematisch die Bemühungen des Weißen Hauses, des Kongresses und der wissenschaftlichen Fachwelt zur Umsetzung der GoF-Pause von 2014 und des P3CO-Rahmenwerks von 2017 vereitelten? War die jüngste offizielle Erklärung der NIH und die Aussage von Faucis NIAID im Senat über ihre Rolle bei der Gain-of-Function-Finanzierung falsch oder absichtlich irreführend?

Wäre dies der Fall, besagt Titel 18 Paragraf 1001 des US States Codes dazu Folgendes:

„(a) Sofern in diesem Abschnitt nichts anderes bestimmt ist, gilt: Wer in einer Angelegenheit, die in die Zuständigkeit der Exekutive, Legislative oder Judikative der Regierung der Vereinigten Staaten fällt, wissentlich und vorsätzlich —

1) eine wesentliche Tatsache verfälscht, verheimlicht oder durch einen Trick, einen Plan oder ein Hilfsmittel vertuscht;

2) eine wesentlich falsche, fiktive oder betrügerische Erklärung oder Darstellung abgibt; oder

3) eine falsche Schrift oder ein falsches Dokument abgibt oder verwendet, obwohl er weiß, dass diese eine wesentlich falsche, fiktive oder betrügerische Erklärung oder Eintragung enthalten …“

Das wäre eine erstaunliche und schockierende Situation. Ein guter Weg, um herauszufinden, ob es wahr ist, ist ein präsidiales Mandat für eine vollständige und uneingeschränkte nationale Untersuchung der US/Wuhan-GoF-Kontroverse mit Vorladungsbefugnissen — und zwar sofort. Die 90 Tage laufen ab.

Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass das Wuhan-Labor nicht die Quelle des SARS-CoV-2-Ausbruchs ist oder die US-GoF-Finanzierung keine Rolle spielte, würde das nichts an der Dringlichkeit einer nationalen Untersuchung ändern.

Sind GoF-Experimente das Risiko wirklich wert?

Risikoreiche Experimente mit potenziellen Pandemieerregern sind eine Büchse der Pandora, so viel wissen wir. Die Cambridge-Arbeitsgruppe warnt schon lange davor, dass diese Studien eine Pandemie auslösen könnten. Vielleicht denkt der NIAID-Direktor immer noch, dass sich das Risiko lohnt. So erinnert The Australian auch daran:

„Amerikas oberster medizinischer Berater für das Coronavirus, Anthony Fauci, argumentierte (in diesem Paper vom September/Oktober 2012), dass die Vorteile des Experimentierens mit ansteckenden Viren — das Manipulieren und Erhöhen ihrer infektiösen Potenz — das Risiko eines Laborunfalls, der eine Pandemie auslöst, wert sei.“

Außerdem:

„In zuvor nicht veröffentlichten Äußerungen unterstützte Dr. Fauci die umstrittenen Gain-of-Function-Experimente, von denen einige nun befürchten, dass sie zum Ausbruch aus einem Labor in Wuhan geführt haben könnten, welcher die Covid-19-Pandemie verursachte, und nannte sie dabei ‚wichtige Arbeit‘.“

Kurz vor dem Ausbruch von SARS-CoV-2 in Wuhan warnte der Jahresbericht des Global Preparedness Monitoring Board der WHO vom September 2019, dem Anthony Fauci angehörte, in mindestens vier verschiedenen Abschnitten, dass eine Pandemie aufgrund eines Laborlecks oder eines Biowaffenangriffs ein plausibles Szenario sei (Hervorhebungen durch den Autor):

„Länder, Geber und multilaterale Institutionen müssen auf das Schlimmste vorbereitet sein. Eine sich schnell ausbreitende Pandemie aufgrund eines tödlichen Erregers der Atemwege (ob natürlich entstanden oder versehentlich bzw. absichtlich freigesetzt) stellt zusätzliche Anforderungen an die Vorsorge“ (Seite 8).

Mehr dazu:

„Zusätzlich zu einem größeren Pandemierisiko durch natürliche Krankheitserreger ermöglichen wissenschaftliche Entwicklungen, dass krankheitsverursachende Mikroorganismen in Laboren hergestellt oder neu geschaffen werden können. Sollten Länder, terroristische Gruppen oder wissenschaftlich versierte Einzelpersonen biologische Waffen, welche die Eigenschaften eines neuartigen, hochwirksamen Erregers der Atemwege aufweisen, herstellen oder erhalten und dann einsetzen, könnten die Folgen ebenso schwerwiegend sein wie bei einer natürlichen Epidemie beziehungsweise sogar noch gravierender, ebenso wie bei einer versehentlichen Freisetzung von epidemieauslösenden Mikroorganismen“ (Seite 27).

Dazu noch einmal:

„Präventions- und Abwehrsysteme und -fähigkeiten für Krankheitsausbrüche reichen nicht aus, um mit den enormen Auswirkungen, der schnellen Ausbreitung und dem Schock für die Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftssysteme einer hochgradig tödlichen Pandemie umzugehen, unabhängig davon, ob diese natürlich, zufällig oder absichtlich ausgelöst wurde“ (Seite 28).

Und weiter:

„Eine sich schnell ausbreitende Pandemie durch einen tödlichen Erreger der Atemwege — ob natürlich entstanden oder versehentlich beziehungsweise absichtlich freigesetzt — stellt zusätzliche Anforderungen an die Notfallvorsorge“ (Seite 30).

Dr. Fauci wusste im Voraus, dass eine Pandemie aus einem Labor plausibel ist. Jetzt sagt der ehemalige Chef der US-Arzneimittelbehörde FDA Scott Gottlieb dass „Fauci die Weltpolitiker im vergangenen Frühjahr über die Möglichkeit informiert hat, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan stammt“. Laut einem Forbes-Bericht vom 6. Juni sagte Gottlieb am ersten Junisonntag:

„Mir wurde damals im Frühjahr gesagt, dass Dr. Fauci an einem Treffen führender Vertreter der Weltgesundheitsorganisation in Europa im Rahmen der Weltgesundheitsversammlung teilnahm (…) Bei diesem Treffen unterrichtete Fauci die führenden Gesundheitsexperten über die Hinweise, die US-Beamte untersuchten, einschließlich der Tatsache, ‚dass dies ein mögliches Laborleck gewesen sein könnte, da dieser Stamm ungewöhnlich aussah’“

Denkt der NIAID-Direktor immer noch, dass sich das Risiko lohnt? Und wenn die Möglichkeit einer aus dem Labor stammenden Pandemie für ihn so offensichtlich war, hat er dann die Bemühungen, eine aus dem Labor stammende Pandemie zu untersuchen, vereitelt und falsche Aussagen gemacht, oder wollte er nur bewusst in die Irre führen? Und warum haben sich die „Weltgesundheitsexperten“, die er offenbar informiert hat, nicht zu Wort gemeldet?

In der Tat kann uns die Wissenschaft weiser und sicherer machen, aber wenn wir Weisheit und Sicherheit wollen, müssen diese Werte belohnt werden. Es handelt sich also nicht nur um eine fachliche Debatte. Sie wirft tiefgreifende öffentlich-politische, rechtliche, ethische und kulturelle Fragen auf.

Die Welt hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Wie Louis Brandeis einmal sagte, ist Sonnenlicht das beste Desinfektionsmittel — insbesondere unter Strafe des Meineids.

Zum Autor:

Jorge Casesmeiro Roger, geboren 1974 in Madrid, ist freiberuflicher Journalist und Autor in Spanien, der regelmäßig für die Zeitung El Imparcial und den Radiosender Cadena Cope schreibt. Er hat drei Bücher veröffentlicht, von denen eines von der US-Library of Congress katalogisiert wurde.

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Danke an die Autoren für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 25. Juni 2021 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Bildquelle:    sdecoret/ shutterstock

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