Das Geheimnis um das neue Gesicht von Ullrich Mies

von Dirk C. Fleck.

Machen wir es ruhig an Ullrich fest. Anlässlich des Erscheinens seines neuen Buches „Der Tiefe Staat schlägt zu“ war Ullrich Mies vor kurzem in der Sendereihe KenFM im Gespräch zu Gast. Seine Ausführungen über die wahren Machtverhältnisse auf diesem Planeten mögen für die meisten Zuschauer schockierend gewesen sein, für andere waren sie nur eine Bestätigung dessen, was sie ohnehin schon gewusst oder geahnt hatten. Mies spricht davon, dass die Planung des Nuklearkrieges in all seinen Formen Teil einer übergeordneten Strategie der USA ist. Er nennt sie die Full-spectrum dominance, welche die Vereinigten Staaten nach eigenem Selbstverständnis dazu verpflichtet, auf allen Gebieten die erste Geige spielen zu müssen. Dazu gehören neben der militärischen Dominanz inzwischen auch die Überlegenheit im Space und Cyberspace. „Ich bin davon überzeugt, dass da psychopathogene Figuren am Werk sind,“ sagt Mies.

Und diese Figuren sind es, die die totale Überwachung der Weltbevölkerung organisieren, die Manipulationstechniken entwickeln und einen Informationskrieg ungeahnten Ausmaßes führen. „Sie haben ein Riesenbündel an Faktoren zu bedienen, um überall die Nummer eins zu sein,“ so Mies, „und wenn irgendwo ein Land die Nase aus dem Staub hebt und die Gefahr aufleuchtet, dass es auf irgendeinem Sektor besser sein könnte, reicht das aus, um militärisch zu intervenieren oder einen Regimechange durchzuführen.“

Es ist nicht so sehr das Gesagte, was mich an dem Gespräch zwischen Ullrich Mies und Ken Jebsen fasziniert. Es ist die Art und Weise, in der Ullrich Mies erklärt und Antwort gibt, es ist vor allem sein Gesicht, das seine Ausführungen begleitet und in dem sich kaum noch Empörung zeigen will. Es nistet auch kein Anflug von Stolz oder Zufriedenheit über die geleistete aufklärerische Arbeit darin, keine Leidenschaft, wie noch im Gespräch an gleicher Stelle, als sein Buch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat“ vorgestellt wurde. Nein, dieses Gesicht ist in gewisser Weise verstummt, es ist ohne Regung auf sich selbst reduziert und dadurch von unglaublicher Klarheit. Es akzeptiert das Ungeheuerliche, weil Ullrich Mies inzwischen weiß, dass die Ungeheuerlichkeiten einer geistesgestörten Finanz- und Politelite bis zur Totalkatastrophe ungestraft durchgewinkt werden. Widerstand scheint zwecklos. Was ich sehe, wenn ich mir den Mann in dem besagten Gespräch bei KenFM ansehe, ist vor allem dies: hinter seinem Gesicht verbirgt sich eine unumstößliche Traurigkeit und Melancholie, als würde man auf den Grund eines stillen Sees schauen. So sehen früher oder später alle aus, die durch ihre erlittene Müdigkeit geneigt sind, die Waffen zu strecken.

Verkehrt ist das nicht, wie ich finde. Diejenigen unter uns, die sich von den Propagandainstrumenten der Mächtigen nicht die Sinne haben vernebeln lassen, haben inzwischen nämlich das untrügliche Gefühl, dass man ihnen mit jeder politischen Entscheidung, die den Frieden, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, ja sogar unser aller Überleben betreffen, beständig in die Fresse haut. Und die Lämmer schweigen dazu. Kein Wunder: die Unbewussten gehören immer zur Mehrheit und dieses Wissen reicht aus, damit sie ihrer Arroganz und ihrem Zynismus lustvoll freien Lauf lassen können. Würde man sie auch nur für einen Tag aus ihrer fürchterlichen „Solidargemeinschaft“ reißen und sie unter sensible, mitfühlende Menschen stecken, sie würden vor Angst zerbröseln.

Genau hier liegt unsere Chance. Waschen wir uns den Schmutz von der Seele, den wir in dieser ruhig gestellten Gesellschaft angesammelt haben. Lernen wir uns zu wundern. Machen wir uns klar, dass wir hier nur zu Gast sind, dass es Millionen von Parallelwelten auf diesem Globus gibt, sowohl in der Tier- als auch in der Pflanzenwelt. Und dass jede dieser Welten in einem eigenen Gefühlskosmos lebt und mit einem ureigenen Kommunikationssystem ausgestattet ist. Entwickeln wir Respekt für unsere Mitbewohner auf der Erde. Öffnen wir unsere Herzen für das Mysterium der Schöpfung. Entwickeln wir ein Bewusstsein für diesen Zeitsplitter auf Erden, der uns für kurze Zeit einschließt und in dem es so viel zu bewundern gibt, von dem die Betreiber des seelenlosen Killer-Systems nicht die geringste Ahnung haben. Verschwenden wir unsere Energien nicht in einem aussichtslosen Kampf gegen sie, in dem die Gewalt die einzige Option zu sein scheint. Auf diese Weise werden wir nie gewinnen. Arbeiten wir an uns selbst, seien wir uns wichtig, jeder für sich, und sehen wir zu, dass wir die Personen in unserem unmittelbaren Umfeld aus ihrer Bewusstlosigkeit reißen. Machen wir sie vertraut mit sensiblen, mitfühlenden Menschen. Das ist die einzige Chance, die Gesellschaft von Grund auf zu verändern. Eine andere haben wir nicht.

Der US-amerikanische Umweltaktivist und Autor Derrick Jensen („Endgame“) erinnert daran, dass nicht nur unsere Nachkommen zu leiden haben werden, sondern auch wir bereits zu Opfern geworden sind: „Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass unsere Zivilisation nur Wälder kahl schlägt. Sie tut dasselbe mit unserer Psyche. Es wäre verfehlt zu glauben, dass sie nur Flüsse mit Dämmen verbaut. Sie errichtet auch in uns Dämme. Es wäre verfehlt zu glauben, dass sie nur in den Meeren tote Zonen erzeugt. Sie schafft tote Zonen in unseren Herzen und in unseren Köpfen. Es wäre verfehlt zu glauben, sie würde nur Habitate zerstückeln. Auch wir werden zerstückelt, zertrennt, zerfetzt, zerrissen und zermalmt“.

Natürlich wäre es sehr viel angenehmer, wenn wir diesem zerstörerischen Trieb mit einem veränderten Bewusstsein begegnen könnten. Vor dem Hintergrund eines global kollabierenden Wirtschafts- und Ökosystems nimmt sich das Tempo, in dem die Menschen sich ihrer selbst bewusst werden, allerdings bescheiden aus. Hinzu kommt, dass wir inzwischen auf einem gigantischen Minenfeld leben und Gefahr laufen, dass uns die Hinterlassenschaften aus der Atomindustrie, die Kriegslüsternheit der Machteliten, die weltweiten sozialen Verwerfungen, die Folgen der Genmanipulation und des Geoengineering und vieles andere mehr jederzeit um die Ohren fliegen können. Eine kleine Initialzündung auf dem globalen Minenfeld würde schon reichen, um eine katastrophale Kettenreaktion auszulösen. In einem US-amerikanischen Lokalsender verkündete der Oglala-Lakota Vine Abhilasha letztes Jahr den Entschluss seines Stammes, die spirituelle Hilfe für die weiße Rasse ab sofort einzustellen. Abhilasha (was so viel wie Sehnsucht heißt) wörtlich:

Erst wenn die Zivilisation von der Erde und aus euren Herzen verschwunden ist, werden wir euch beibringen, wie man lebt. Bis jetzt waren wir ziemlich erfolglos in unserem Bemühen, euch das verständlich zu machen. Bisher habt ihr nur versucht, aus dem, was wir euch gesagt haben, Geld zu machen oder es auf euer zerstörerisches System zu übertragen. Also werden wir bis zum Ende der Zivilisation in aller Stille an unseren Traditionen und an unserem Leben festhalten. Hinterher werden wir euch, wenn ihr zu uns kommt, helfen.

Was Vine Abhilasha dort verkündet hat, geschieht uns natürlich recht. Aber seltsamerweise gibt es ausgerechnet jetzt Licht am Ende des Tunnels. Das Leistungsideal verliert in unserer Gesellschaft an Reiz. Geld und Status erscheinen immer weniger lohnenswert. Das belegen jüngste Testergebnisse in den USA. Demnach haben sich ein Zehntel der Bevölkerung in den westlichen Gesellschaften von den Idealen der Leistungsgesellschaft losgesagt. Zehn Prozent. Das ist viel. Und täglich erkennen immer mehr Menschen, dass die bislang vorgegebenen Strukturen, Institutionen und auch Werte nicht mehr verwendbar sind. Die Logik des Verstandes scheint mit der Logik des Herzens immer besser zu kommunizieren, wie der Kulturforscher Marco Bischof vermutet. „Wirkliche Veränderungen,“ so Bischof in einem Gespräch mit Geseko von Lüpke für das Buch “Zukunft entsteht aus Krise”, „sind immer langfristig, denn sie geschehen in einem fast unsichtbaren Bereich. Deshalb sind sie nur für wenige Menschen wahrnehmbar. Irgendwann aber wird eine Schwelle überschritten, mit der ein bislang verborgener Wandlungsprozess plötzlich sichtbar wird. Ich glaube, wir sind jetzt an einem solchen Punkt. Dieser Umbruch ist nicht mehr die Angelegenheit einer Minorität, sondern betrifft schon ziemlich breite Kreise in der Gesellschaft“.

Können Menschen wie Ullrich Mies daraus noch Hoffnung schöpfen? Oder kommt ihnen diese Entwicklung in ihrem jetzigen Tempo eher vor, als würde die Menschheit an ihrem Traumstrand schnell noch ein Büschel Seegras pflanzen, um dem heran nahenden Tsunami noch etwas entgegen setzen zu können? Ich bin sicher, dass Ullrich lachen wird, wenn er diese Zeilen liest, denn Humor hat der Mann …

Der Schweizer Historiker Carl J. Burckhard (1891 – 1974) drückte es so aus:
„Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann: wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang.“

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